Jazzland – kleine Schwester, oder großer Wurf?!

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  • #72029  | PERMALINK

    katharsis

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    Jazzland ist innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit eines meiner liebsten Label geworden. Zum Einen liegt das daran, dass meines Erachtens nach ein paar wirklich gute Alben dort erschienen sind, zum anderen finde ich die Durchmischung mit Platten von ausländischen Musikern sehr spannend und entdeckenswert.

    Jazzland wurde 1960 von den üblichen Verdächtigen Bill Grauer und Orrin Keepnews als Schwesterlabel von Riverside gegründet. Ursprünglich sollte das Label wohl als Wiederveröffentlichungshalde für ältere Riverside-Releases herhalten. Von Anfang an wurden aber auch einige Erstveröffentlichungen produziert, die ab der Katalognummer 16 rasch zunahmen.
    Nach dem Tod von Bill Grauer Ende 1963 wurde das Label mitsamt dem Mutterschiff relativ schnell im darauffolgenden Jahr an Fantasy verkauft, so dass Jazzland nach kurzen vier Jahren (im Jazz-Label-Business dann dich wieder einigermaßen lang) aufhörte, zu existieren.
    Dazwischen steht eine Reihe von etwa 100 12″-Alben, die wie ein bunter Gemischtwarenhandel anmuten. So finden sich alte Helden wie Thelonious Monk, Fats Navarro oder Bennie Green, neben unbekannte(re)n Musikern wie Don Sleet, Les Spann oder Johnny Lytle. Außerdem stößt man immer wieder auf Europäer wie Joe Harriot, Rene Thomas oder das Gespann Lars Werner und Bernt Rosengren. Eine schöne Mischung, wie ich finde.

    Die Musik, die Jazzland hauptsächlich konservierte, dürfte man wohl hauptsächlich Hard Bop nennen, wenngleich sich mitunter Souljazz-Alben und modale Stücke wiederfinden. Damit folgte Jazzland wohl größtenteils dem Mainstream der Anfang 60er, aber es finden sich durchaus auch spannende Exkursionen in avantgardistischere Bereiche, bspw. auf den beiden Sessions von Joe Harriott.

    Vielleicht noch kurz etwas zu den LPs:
    Alle Vinyl-Scheiben erschienen als Mono-, oder Stereo-Fassung. Mono-Ausgaben verfügten über ein orangenes Label mit schwarzer Aufschrift; bei Stereo-Pressungen findet sich eine silberne Schrift auf einem schwarzen Label. Alle originalen Platten sind Deep Groove-Pressungen. Danach gibt es noch einige Reissues von Orpheum-Productions, die stets ein rotbraunes Label aufweisen und keine DG-Pressungen sind.

    Die Intention dieses Threads ist, auf dieses kleine Label aufmerksam zu machen, das durchaus mehr zu bieten hat, als Resteverwertung von Riverside. Außerdem würde ich gerne zu Hörerfahrungen, Rezensionen und dergleichen mehr zu den unterschiedlichsten Jazzland-Releases anregen.

    Hier gibt es die komplette Diskographie:
    http://www.jazzdisco.org/riverside-records/catalog-jazzland-series/album-index/

    Und hier gibt es ein paar Cover zum Ansehen:
    http://coverjazz.canalblog.com/albums/jazzland_records/index.html

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    #7781513  | PERMALINK

    katharsis

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    Entsprechend mache ich doch gleich einmal den Anfang.
    Zu Beginn ein paar Worte zu einer Platte, die man nicht allzu oft hören und sehen dürfte.

    JLP 16 Mel Rhyne -Organ-izing (1960)

    Mel Rhyne, Organist, hat vielleicht mehr eine Bluestradition, denn eine Jazztradition. Zumindest kombiniert er in seinem Spiel beides. 1936 geboren sammelte er erste nennenswerte Erfahrungen wohl bei Roland Kirk, also in der Avantgarde (wenn auch sehr früh), danach bei T-Bone Walker und schließlich bei Wes Montgomery. Ich kenne nicht recht viel mehr von ihm, da seine Produktionstätigkeit wohl erst wieder in den 1990ern erwähnenswert wurde, aber Kirk passt nur schwer ins Bild, Montgomery und Walker dagegen eher.
    Die Mitstreiter bei dieser Souljazz- und Bluesgetränkten Session sind Andy Simpkins (b) und Albert Heath (d) als Teile der Rhythmusgruppe und Blue Mitchell (tp) sowie Johnny Griffin (ts) als Frontline.
    Warum erwähne ich ausgerechnet diese Session, da sie musikalisch gar nicht mal soo überragend ist? Aus einem einfachen Grund. Mir ist keine andere Session bekannt (was deswegen ja nicht heißt, dass es sie nicht noch gibt), bei der eine von einem Organisten geleitete Band von einem Klavierspieler unterstützt wird – in diesem Falle von Gene Harris, womit die Three Sounds fast versammelt sind.
    Eine weitere Besonderheit der Aufnahme ist, dass drei der vier Stücke eine Spieldauer von über 10 Minuten haben, was durchaus eine Seltenheit darstellen dürfte, da sonstige Sessions jener Jahre eher Kochbuchartig funktionierten.

    Die Musik selbst präsentiert sich sehr entspannt und (natürlich) im Blues verhaftet. Rhyne und Harris ergänzen sich sehr gut, was der Session erstaunlich zuträglich ist. Keiner behindert jeweils den anderen, oder versucht sich absichtlich in den Vordergrund zu drängen. Harris ist allerdings durch seinen harten Anschlag und die vielen Triller dominanter im Ohr, als Rhyne mit seiner brodelnden Orgel, zumal er auch eher tiefere Register bearbeitet, während Harris häufig im Diskant bleibt.
    Die rhythmischen Figuren von Rhyne sind oft sehr einfach, wenn er begleitet und beschränken sich auf Akkordspiel, während Harris lyrisch vor sich hinfließt und seinen von den Three Sounds gewohnten leichtfüßigen Sound präsentiert. Rhyne dagegen kann in seinen Soli durchaus begeistern, zumal er immer wieder avantgardistisch gefärbte Tonkombinationen anschlägt, wie bspw. bei „Things ain’t what they used to be“, bei dem er das mittlere Register erkundet. Harris erdet ihn im Hintergrund aber stark. Überhaupt klingt Rhyne stark nach einer Verbindung zwischen Jimmy Smith und John Patton.
    Andrew Simpkins geht angesichts der Orgel immer wieder etwas unter, aber er spielt ein schönes, aber leise gezupftes Solo auf Cannonball Adderley’s „Barefoot Sunday Blues“, ebenso wie er auf Blue Mitchell’s „Blue Farouq“ solieren darf, aber schon bald wieder von Rhyne abgeholt wird.

    Abseits davon formen die beiden Bläser Mitchell und Griffin die Musik hin zu einer schönen Blowing-Session. Besonders Spaß macht dabei „Things ain’t what thy used to be“ von Johnny Hodges, welches beide Bläser gleich eröffnen und dann zusammen mit Rhyne die etwas entspanntere Gangart festlegen. Mitchell spielt flüssig und flächig, mit vielen ausgehaltenen Tönen, aber auch sehr schönen „Crys“, während Griffin ausdrucksstark und schnell über die Musik segelt. Dabei bügelt er diese keineswegs glatt, sondern er treibt sie voran, ohne ihr den abgehangenen Groove zu nehmen. Auf „Blue Farouq“ hört man sehr schön die Verbindung zwischen Hodges und Parker und wenn man genau hinhört, dann hört man sogar jemanden im Hintergrund klatschen, nachdem Griffin nach ein paar hohen Tönen wieder in den Groove eintaucht.

    Alles in allem ist diese Aufnahme nicht unbedingt eine für die einsame Insel, aber sie macht Spaß und man kann die Stimmung im Studio richtiggehend spüren. Außerdem finde ich die Vermischung von Orgel und Klavier für sehr gelungen und ich hätte durchaus Lust auf mehr!

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    #7781515  | PERMALINK

    thelonica

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    „Junior Mance Trio at the Village Vanguard“ kenne ich.

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    #7781517  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Schöne Idee! Ich gebe zu, dass mir als CD-Hörer das Label lange Zeit nicht aufgefallen ist… ich hab halt einfach Original Jazz Classics CDs (bzw. Fantasy Twofer) gekauft und zwar den Unterschied zwischen Riverside und Prestige schnell bemerkt, aber Jazzland halt einfach zu Riverside geschlagen. Mir ist auch nicht klar, wodurch (ausser durch das Label eben) sich die Veröffentlichungen unterscheiden.

    Aber egal, es gibt auf Jazzland in der Tat eine Reihe wunderbarer Alben. Dasjenige von Rhyne würd ich auch eher nicht zu den besten zählen – soweit ich weiss, wollte Rhyne ja auch gar nicht, dass das rauskommt, da es sich um eine Probe und nicht eine eigentliche Session handelt. Muss es bald mal wieder hören.

    Lieblings-Alben von Jazzland sind z.B.:

    JLP 27 Rene Thomas – Guitar Groove
    JLP 31 Johnny Griffin/Eddie „Lockjaw“ Davis – Tough Tenors
    JLP 36 Paul Gonsalves – Gettin‘ Together
    JLP 37 Joe Harriott – Southern Horizons (ist zwar in den UK auf Columbia rausgekommen)
    JLP 39 Johnny Griffin/Eddie „Lockjaw“ Davis – Lookin‘ At Monk!
    JLP 40 Clifford Jordan/Sonny Red – A Story Tale
    JLP 46 Thelonious Monk With John Coltrane
    JLP 42 Johnny Griffin/Eddie „Lockjaw“ Davis – Griff And Lock
    JLP 43 Bennie Green – Glidin‘ Along
    JLP 49 Joe Harriott – Free Form
    JLP 50 Fats Navarro Featured With The Tadd Dameron Quintet
    JLP 56 Frank Strozier – Long Night
    JLP 60 Eddie „Lockjaw“ Davis/Johnny Griffin – Blues Up And Down
    JLP 70 Frank Strozier – March Of The Siamese Children
    JLP 76 Johnny Griffin/Eddie „Lockjaw“ Davis – Tough Tenor Favorites

    Die Griff/Locks liste ich mal vorsichtshalber alle, weiss nicht, welches davon am Ende mein allerliebstes wäre, gibt ja noch mehr davon auf Riverside…

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    #7781519  | PERMALINK

    katharsis

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    Mit Junior Mance, oder auch Johnny Lytle habe ich mich bislang noch gar nicht beschäftigt. Da suche ich aber noch danach.

    Soweit ich weiß, war Gene Harris zur selben Zeit im Studio und die beiden haben angefangen zu jammen. Mehr weiß ich darüber aber auch nicht, aber die Aufnahmen hören sich nicht so an, als würden beide nur miteinander proben. Das würde aber die Länge der Stücke wiederum erklären.
    Trotzdem, hier würde man „worthwile“ sagen!

    Du nennst da in der Tat schöne Alben, von denen ich hier auch einige suche. Rene Thomas, Gonsalves oder Strozier, z.B.
    Sonny Red’s „Breezing“, die LP von Les Spann, Chuck Mangione, Sal Nistico’s „Heavyweight“, oder auch die Harold Land-LP’s würde ich auf jeden Fall noch dazu nehmen. Aber da werde ich wohl noch mehr in Einzelposts schreiben.
    Im übrigen glaube ich nicht, dass sich die LPs irgendwie unterscheiden. Im Falle von James Clay oder Junior Cook (bei den übrigen mit Sicherheit auch) haben sie ja sogar das selbe Cover weiter verwendet. Nur steht eben Jazzland rechts oben, wo sonst Riverside prangte.

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    #7781521  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ich dachte eher an Unterschiede im Label-Konzept… aber die scheint’s ja generell auch nicht zu geben. Allerdings sind Alben wie die von Harriott (war „Free Form“ tatsächlich Original Jazzland, auch in UK?), Spann (das kenn ich noch nicht), Thomas (das ist absolut grossartig! weitersuchen!), Sleet oder Gonsalves ja irgendwie etwas mehr am Rand als manches, was man auf Riverside so antraf… vielleicht kamen die aus diesem Grund aufs Unterlabel/Nebenlabel?

    Von Lytle würd ich als erstes „Nice and Easy“ empfehlen – mit tollen Soli von Johnny Griffin. Allerdings kenne ich ausserdem nur noch „The Village Caller“ (Riverside RLP 480 / RS 9480). Der Organist Milton Harris, der auch auf den anderen Jazzlands spielt, ist mir etwas zu schwerfällig, denke da reicht mir „The Village Caller“ mal.

    Die Sonny Red und Clifford Jordan Alben sind alle auch hörenswert oder mehr als das – hab sie aber zuwenig präsent, um sie in die Liste mit Lieblingsalben aufzunehmen.

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    #7781523  | PERMALINK

    katharsis

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    Labelkonzept ist mir darüber hinaus, dass es ein Wiederveröffentlichungslabel werden sollte, auch nicht bekannt. Das macht aber durchaus Sinn, wenn man sich die von Dir genannten Alben ansieht. Trotzdem sind vielleicht Thomas oder Gonsalves usw. nicht so weit von Riverside’s Spektrum entfernt, wie Harriott. Interessant finde ich jedenfalls, warum Davis/Griffin zu Jazzland verfrachtet wurden, respektive nicht weiter für Riverside aufgenommen haben.

    Sonny Red’s „Breezing“ habe ich von den dreien auf Jazzland am besten in Erinnerung, wegen der Mitwirkung von Yusef Lateef. „Images“ und „The Mode“ halte ich für schwächer, obwohl die Besetzung hochkarätig ist. Ich hab‘ beide (gibt es ja als Twofer) länger nicht mehr gehört, aber mich haben sie damals etwas enttäuscht zurückgelassen.

    Danke für die Lytle-Hinweise. Stimmt ja, er hat meist mit Orgel aufgenommen. Aber es gibt auch was mit Klavierbegleitung, oder? Ich muss mal nachsehen…

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    #7781525  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    katharsisSonny Red’s „Breezing“ habe ich von den dreien auf Jazzland am besten in Erinnerung, wegen der Mitwirkung von Yusef Lateef.

    Die kenn ich nicht… als grosser Lateef-Fan müsste ich mich darum wohl gelegentlich mal bemühen!

    katharsisDanke für die Lytle-Hinweise. Stimmt ja, er hat meist mit Orgel aufgenommen. Aber es gibt auch was mit Klavierbegleitung, oder? Ich muss mal nachsehen…

    Ich hab von ihm auch noch diesen Twofer, hab ich vorhin völlig vergessen. Heisst zwar „Trios“ aber ist auch mit Harris und Hinnant, sowie Milt Hinton bzw. Steve Cooper am Bass und dazu Ray Barretto. Das Trio ist wohl die Kern-Unit Lytle/Hinnant/Harris – aber doch seltsam betitelt.

    Lytle mit Piano… auf „The Loop“ und „New and Groovy“ (beide Tuba, rec. 1965/66) spielt neben Harris auch noch Wynton Kelly, die meisten Sachen sonst sind mit Orgel aber unter den späteren Alben (v.a. für Muse) gibt’s auch welche mit Piano (bzw. Keys), ich kenne da aber nur „Possum Grease“. Ein Solid State Album von 1968 („The Sound of Velvet Soul“) ist ganz ohne weitere Akkord-Instrumente – aber wie bei manchen Lytle-Alben ist es schwer abzuschätzen, ob das Jazz ist oder einfach-gestrickte Pop/Funk/Boogaloo/was-weiss-ich-für-welche-Instrumental-Musik.

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    #7781527  | PERMALINK

    katharsis

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    „Breezing“ hat darüberhinaus die übliche Kerngruppe um Barry Harris und zusätzlich Blue Mitchell. Aber Lateef ist eine immer willkommene Abwechslung, wie auch auf Clark Terry’s „Color Changes“.
    Ich nähere mich nebenher übrigens gerade der „The Mode“, welche ich als mp3 mitgenommen habe. Und bisher muss ich meinen Eindruck komplett revidieren. Starke Musik und ein ansprechende Kombination der Musiker.

    Danke für die Infos. Ich bin mal gespannt, auf welche Lytle-Platten ich hier so stoße! Vor allem habe ich noch keinen blassen Schimmer, welcher „Stil“ sich hinter Lytle versteckt. Das macht den ersten Höreindruck umso spannender.

    Vielleicht mag Thelonica ja beizeiten etwas zu seiner genannten Scheibe von Junior Mance schreiben? Den kenne ich nun ja auch nicht.

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    #7781529  | PERMALINK

    katharsis

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    Angeregt durch die Diskussion und die kurze Erwähnung von Red habe ich mich mal eben durch seine Alben gehört, die ich mit Unmengen anderer Musik zum Glück komfortabel mit mit herumtragen kann.

    Sonny Red, Altsaxophonist, hat das meiste für Jazzland aufgenommen. „Two Altos“ 1959 und hauptsächlich „Out of the Blue“ von 1960 – sein programmatisches One-off-Album für Blue Note eröffneten Red’s einzige fruchtbare Periode, die bis 1962 reichte und insgesamt 6 Alben umfasst; alleine drei davon als Erstaufnahmen für Jazzland.

    Mir fehlt das musikalische Verständnis, um ihn musikalisch richtig einzusortieren, aber Red verfügt über einen sehr emotionalen, lyrischen Ton, der zuweilen auch sehr schmerzhaft klingen kann, ohne den markerschütternden Klang eines Coltrane, oder auch Jackie McLean zu haben. Dadurch eignet er sich hervorragend für langsame Balladen, auf denen er schöne Tonflächen zaubern kann, was ich für das Altsaxophon durchaus bemerkenswert finde, da es zuweilen sehr spitz und metallisch zu klingen vermag. Darüberhinaus kann er auch gut schnellere Titel nehmen, wäre aber für ausgesprochene Blowing-Sessions weniger geeignet.

    JLP 32 Sonny Red – Breezin‘ (1960)

    „Breezing“ bedeutet erst einmal mühelos, dann könnte man vielleicht noch an Breeze – Brise denken, wenn man diese Session hört. Von den dreien, die Red als einziger ausgewiesener Leader (Lateef nimmt hier durchaus eine Zweit-Leader Rolle wahr, wird aber nicht wie bei der Session mit Clifford Jordan extra als solcher aufgeführt) für Jazzland aufgenommen hat, ist diese Session durchaus die schnellste, die gleichzeitig aber auch wirklich mühelos klingt. Barry Harris sitzt wie wie bei allen anderen Sessions (bis auf die kurze Beteiligung Waltons) am Klavier, dieses Mal unterstützt vom mächtigen Bob Cranshaw (b) und Al Heath an den Drums. Außerdem ist der übliche Verdächtige Blue Mitchell (tp) neben Yusef Lateef als „Gaststar“ in der Frontline beteiligt. Das Album beginnt mit dem bluestriefenden Groover „Brother B“, auf dem vor allem Lateef schön auf dem dicken Walking Bass von Cranshaw soliert. Harris koordiniert die Musik im Hintergrund, beschränkt sich aber bei allen Bläser-Soli auf ähnliche Akkordmotive, bevor er kurz vor dem Ensembleende noch selbst ran darf. Darauf folgt die bekanntere Ballade „All I do is dream of you“, die in mittelschnellem Tempo genommen wird. Die nächsten drei Stücke funktionieren (leider) nach dem selben Schema, in dem die Themata entweder durch das Ensemble, Harris, oder Mitchell vorgestellt werden und die Nummern selbst in mittlererm Tempo genommen werden. Hervorzuheben ist das leichtfüßige Solo von Red auf „Ditty“ sowie das sehr schöne, dicke und warme gezupfte Bass-Solo von Cranshaw auf „Teef“, gefolgt von einem bluesigen Lauf von Lateef, der auf dieser Scheibe auf dem Tenor zu hören ist. Die einzige wirklich Ballade, die in entsprechendem Tempo vorgetragen wird, ist „A handful of stars“, bei dem besonders das schön träumerische, leicht tremolierende Saxophon von Lateef gefällt und Harris wieder einmal mehr beweist, dass er ein ausgezeichneter lyrischer Pianist ist. Leider klirrt das Klavier im Diskant. Red schließt das Stück ab und zeigt, warum Lateef und er gut zusammenpassen, da beide den Blick in die Sterne plastisch machen können.
    Das Album ist insgesamt recht schön, „krankt“ aber daran, dass Lateef in einer untergeordneten Rolle gezeigt wird, zumal er dieses Mal auch nur ein Instrument spielt. Außerdem bewegen sich die meisten Stücke von der Geschwindigkeit und der Konzeption der Soli her auf einem ähnlichen Level.

    JLP 59 Sonny Red – The Mode (1961)

    Red’s zweite Session für Jazzland wird von „Moon River“ eröffnet, der zwar sehr schönen, aber oft auch cheesy klingenden Ballade von Henry Mancini. Die Gruppe nimmt das Stück in einem mittelschnellen Tempo und man ist sofort in der Musik gefangen. Grant Green (g) übernimmt das erste Solo und spielt verschiedene Abstufungen, die sehr schön klingen. Red folgt nach und schwebt ohne Hast, aber auch nicht verträumt über die Linien von Barry Harris (p) (auf einigen Stücken spielt Cedar Walton; leider kann ich nicht sagen, bei welchen) und George Tucker (b). Dieser Track ist ein Paradebeispiel wie man ein durchgenudeltes Stück auseinandernehmen und ganz unprätentiös wieder zusammenbasteln kann. Was weiterhin auffällt ist, dass Green und Red (sic!) sehr gut harmonieren und sich gut mit der Band abstimmen. Besonders Tucker findet sehr schöne Bassläufe, die Green schön untermalen. Interessant ist auch, dass sowohl Green, als auch Red „kalte“ und harte Instrumente spielen, die Musik aber insgesamt wunderbar warm ertönt. Auf „Bye, bye Blues“, das weniger einem Blues entspricht, sondern vielmehr dem Titel gehorcht, zeigt Red, dass er schnelle, flüssige Linien genaus hinbekommt. Jimmy Cobb nimmt das Stück immer wieder auseinander, soliert kurz und pusht Red stets weiter an. Sein Spiel erinnert hier fast an eine Mischung aus Roy Haynes und Elvin Jones.
    „Never, never Land“ ist eine wunderschöne, fast modale Ballade, die von ihrem Grundriß und den Ausschmückungen des Pianisten viel von „Kind of Blue“ atmet. Besonders Red taucht emotional tief in die Musik ein und holt von tiefen bis hohen Tönen alles, auf dezente Weise, heraus. Tolles Stück.
    Insgesamt ist diese Platte eine wunderbare Aufnahme und eignet sich hervorragend als Jazz-Album, wenn man jemandem zeigen möchte, was Jazz so alles kann. Ich würde nicht sagen wollen, dass die Höhen und Tiefen fehlen, den „Moon River“ und das letztgenannte Stück sind tolle Tracks, vielmehr entspinnt „The Mode“ einen roten Faden, der einen interessiert und erfreut weiterhören lässt.

    JLP 74 Sonny Red – Images (1962)

    Sonny Red’s drittes und letztes Album als Leader. Allerdings war er noch zusammen mit Clifford Jordan auf einem anderen Album zu hören.
    Diese Aufnahmen hätten durchaus aus der selben Session entstammen können, welche „The Mode“ hervorgebracht hat, denn Red macht im selben Stil weiter. Darin ist vielleicht auch die mangelnde Popularität Red’s zu sehen, der nie der Innovator war, der vergleichsweise in Jackie McLean zu sehen ist. Nichtsdestotrotz ist die Musik zuweilen konsistenter und konsumierbarer, als McLean’s und natürlich Ornette Coleman’s Werke.
    Der Titeltrack eröffnet recht schnell mit einem getragenen, warmen Solo von Blue Mitchell, der gut zu Red passt. Beide haben in etwa den selben Gestus – warmes Spiel, durchsetzt mit Explorationen der höheren Register, ohne dabei „draußen“ zu sein. Das Stück selbst ist auch wieder in mittlerem Tempo und die Solisten nehmen es sehr entspannt, ohne hektisch zu werden. „Blues for Donny“ und „Dodge City“ funktionierem nach dem selben Schema, letzters mit Abwesenheit von Mitchell. Die erste Ballade des Sets „Bewitched, Bothered and Bewildered“ erinnert an „Never, never Land“ des Vorgängeralbums und Sonny Red hat die Möglichkeit, sich dicht über der Musik auszubreiten, unterbrochen von einem kurzen Einsatz von Barry Harris. Auch hier merkt man die Stärke von Red, dem diese Stücke einfach liegen und die er mit innovativen, suchenden Linien einhüllen kann. Auf „Blue Sonny“ ist zusätzlich Grant Green zu hören, der einfache, aber passende Blueslinien spielt. „The Rhythm Thing“ wird dann wesentlich durch die Beckenarbeit von Jimmy Cobb vorangetrieben; auf anderen Stücken ist an seiner statt Lex Humphries zu hören.
    Dieses Album fährt im selben Fahrwasser wie „The Mode“, hat insgesamt aber ein paar Probleme. Zum Einen führt die Inkonsequenz der Besetzung dazu, dass kein roter Faden erkennbar wird, der den Vorgänger so schön einheitlich verbunden und getragen hat. Der Hörer bekommt weniger Möglichkeiten, sich mit Grant Green anzufreunden, der dann durchaus schonmal störend wirken kann. Zum anderen fehlt eine Progression, die das Album davon befreit, etliches nicht „schon mal irgendwo gehört“ zu haben. Das macht sich vor allem bei der Ballade bemerkbar, die zwar sehr schön und warmherzig erinnert, aber zusehr an „Never, never land“ erinnert.
    Daher macht es durchaus Sinn, zum Twofer zu greifen – der sinnigerweise „Red, Blue and Green“ heißt, auf dem beide LPs kombiniert sind.

    Edit: Sollte man sich den Alben einzeln nähern wollen, dann wäre meine Empfehlung (mittlerweile): „The Mode“ – „Breezin'“ -„Images“.

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    #7781531  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    katharsis…aber Red verfügt über einen sehr emotionalen, lyrischen Ton, der zuweilen auch sehr schmerzhaft klingen kann, ohne den markerschütternden Klang eines Coltrane, oder auch Jackie McLean zu haben.

    Das find ich eine ganz gelungene Beschreibung!

    katharsisJLP 59 Sonny Red – The Mode (1961)
    (auf einigen Stücken spielt Cedar Walton; leider kann ich nicht sagen, bei welchen)

    Walton ist auf #2,4,6 & 7: I Like the Blues, Bye Bye Blues, Never Never Land und Ko-Kee.

    katharsisJLP 74 Sonny Red – Images (1962)
    Diese Aufnahmen hätten durchaus aus der selben Session entstammen können, welche „The Mode“ hervorgebracht hat, denn Red macht im selben Stil weiter.

    Ja! Tun sie teils auch… Die Session mit Mitchell, Harris, Tucker und Humphries stammt vom 25. Juni 1961 und brachte #1-3 des Albums hervor, die anderen Stücke stammen von der Session mit Harris, Green, Tucker und Cobb, von der #1, 3 & 5 von „The Mode“ stammten, wobei Green auf #6 (Bewitched) pausiert.

    Der Einfachkeit halber hier gleich meine Infos zum erwähnten CD-Twofer, die das alles aufführen (am Ende in Klammern die CD-Tracks):

    (A) May 29, 1961
    Sonny Red (as), Cedar Walton (p), George Tucker (b), Jimmy Cobb (d).
    [INDENT]I Like the Likes of You (Duke-Harburg) 4:19 (2)
    Bye, Bye Blues (Red) 4:30 (4)
    Never, Never Land (Comden-Green-Styne) 6:31 (6)
    Ko-Kee (Red) 4:12 (7)

    (B) June 25, 1961
    Blue Mitchell (t), Sonny Red (as), Barry Harris (p), George Tucker (b), Lex Humphries (d).
    [INDENT]Images (Red) 6:25 (8)
    Blues for Donna (Red) 4:44 (9)
    Dodge City (Red) 5:16 (10)

    (C) December 14, 1961
    Sonny Red (as), Barry Harris (p), Grant Green (g, out on 6), George Tucker (b), Jimmy Cobb (d).
    [INDENT]Moon River (Mancini-Mercer) 6:08 (1)
    Super-20 (Red) 5:32(3)
    The Mode (Red) 8:51 (5)
    Blue Sonny (Red) 8:29 (11)
    The Rhythm Thing (Red) 5:06 (12)
    Bewitched, Bothered and Bewildered (Rodgers-Hart) 5:41 (13)

    All sessions recorded by Ray Fowler at Plaza Sound Studios, New York City
    Produced by Orrin Keepnews

    Tracks 1-7 originally issued as The Mode (Jazzland 959)
    Tracks 8-13 originally issued as Images (Jazzland 974)

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    #7781533  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 7,552

    nur kurz zwei Sachen, Labelkonzept war glaube ich ein bißchen, dass es eher einmalige Projekte sind, kaum ein Künstler hier mehr als zwei Alben aufgenommen hat… aber ich weiß nicht wie konsequent das umgesetzt wurde – zumal die Cannonball Adderley Productions Serie (und damit ein Schwung einmalige Projekte) komplett auf Riverside ist (die eventuellen Nachfolgealben Sleet, Clay,… sind dann aber allerdings auf Jazzland…), und Griff/Lock nicht in dieses Schema passen…

    dieses Lasse Werner feat Bernt Rosengren ist übrigens ein hübsches Album, sehr stark in der Tradition von Damerrons/Coltranes Mating Call, so kam es mir jedenfalls vor, also starke Kompositionen, balladenlastig und ein früher Coltrane-Schüler am Tenor, hab ich vergleichsweise oft gehört (gibts auf einer Dragon CD)

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    .
    #7781535  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

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    @gypsy: Danke für den Nachtrag. Ich hätte ja auf jazzdisco gehen können, aber das ist mir gestern abend nicht mehr eingefallen! Überrascht bin ich allerdings über Waltons Beteligung auf „Never, never land“. Das hätte ich dann doch eher Barry Harris zugeschrieben, so wie er dann auf „Bewitched…“ zu hören ist.

    @redbeans: Du weißt aber auch nicht, wo man nähere Infos bekommen könnte? Hat jemand zufällig die erste Jazzland-Veröffentlichung zur Hand? Oder gibt es Biographien von Keepnews/Grauer, oder eine Riverside-Bio?

    Auf die Werner/Rosengren bin ich auch gespannt; gehört zu der Hälfte, die ich noch nie gehört habe.

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    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
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    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    katharsis@gypsy: Danke für den Nachtrag. Ich hätte ja auf jazzdisco gehen können, aber das ist mir gestern abend nicht mehr eingefallen! Überrascht bin ich allerdings über Waltons Beteligung auf „Never, never land“. Das hätte ich dann doch eher Barry Harris zugeschrieben, so wie er dann auf „Bewitched…“ zu hören ist.

    @redbeans: Du weißt aber auch nicht, wo man nähere Infos bekommen könnte? Hat jemand zufällig die erste Jazzland-Veröffentlichung zur Hand? Oder gibt es Biographien von Keepnews/Grauer, oder eine Riverside-Bio?

    Auf die Werner/Rosengren bin ich auch gespannt; gehört zu der Hälfte, die ich noch nie gehört habe.

    Chris Albertson fragen? Biografien der beiden Herren gibt es meines Wissens nicht, das wenige was ich weiß kenn ich aus liner notes (also, da wurde irgendwas von einmaligeren Projekten geschrieben, weiß nicht wo das war, vielleicht bei Long March von Strozier)

    bei Prestige waren diese verschiedenen Labels (Status…) zum Teil glaub ich auch einfach verschieden bepreist… und wo man auch mal nachgucken könnt ist billboard!

    edit: gemacht, der Artikel hier legt nahe, dass die Jazzland Alben einfach eine Spur biliger waren… (in diesem Sinne: Lockjaw/Griffin = am ehesten auf ein schwarzes (weniger zahlungskräftiges) Publikum abzielend = eine Spur billiger ???)

    hier ist zwei Jahre später von einem Sub-Label für „new jazz stars“ die Rede…

    werd morgen auch mal die Liste durchsehen, aber große Favoriten sind jedenfalls Rene Thomas und die beiden Strozier Alben… und dann noch einiges mehr, James Clay zB… ah, und auch ganz toll ist das Jazzland (?) Album von Sonny Stitt mit Don Patterson und Paul Weeden, vielleicht mein liebstes Orgelalbum von Stitt…

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    #7781539  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

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    Die verlinkten Artikel sind sehr interessant. Allerdings kann man dadurch auch sagen, dass die Herren es mit ihren eigenen Konzepten nicht so ernst genommen haben. Insofern stellt Jazzland bisher eine einigermaßen konzeptlose Versammlung von unbekannten, neu aufgenommenen Musiker, bereits bei Riverside unter Vertrag stehenden Künstlern und wiederveröffentlichtem Material dar.
    Interessant ist vielleicht auch, ob die genannten 3.98$ sowohl für Mono- wie auch für Stereoausgaben galten, denn da war oft noch ein Preisunterschied. Und soweit ich mich erinnern kann war bspw. Blue Note auch nicht teurer.
    Danke für die Investigation!

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