Umfrage 2020 – Die Ergebnisse

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  • #11322491  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

    Registriert seit: 14.09.2018

    Beiträge: 3,682

    mr-badlands Wie hörst Du das Album im Vergleich zu “Love & Theft” und “Time out of mind”? Diese beiden Alben sind für hervorragende Werke. Ich bin seit “Modern Times” raus bei Dylan.

    Im Moment höre ich es besser als beide, wobei ich Time Out of Mind auch eine dichte Produktion mit vielen guten Songs zugestehen würde. Wie gesagt: Das wird sich im Laufe der nächsten Jahre zeigen, wenn der Reiz des Neuen verflogen ist und sich der aufgewirbelte Staub setzt.

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    #11322557  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 73,489

    pipe-bowl

    jesseblueAuch wenn es nur eine einzige Rückmeldung ist, aber genau diesen Punkt hatte ich gestern Mittag angesprochen. Zwei Jahrgänge mit einem diffusen Parameter ohne Berücksichtigung der jeweiligen Wertschätzung vergleichen zu wollen ist nur bedingt aussagekräftig.

    Nichts anderes wollte ich unter Berücksichtigung meiner persönlichen Sicht auf meine Favoriten unterstreichen.

    Das musst Du mir aber nochmal erklären. Wir haben zwei Jahrgangslisten, die unter durchaus vergleichbaren Umständen zustande gekommen sind. Anders gesagt: Wenn die Jahrgangsliste des RS-Forums von 2005 nicht mit der von 2020 vergleichbar ist, dann können wir das mit den Abstimmungen und Rankings sofort und für immer sein lassen, dann ist es so sinnentleert, wie es manche immer schon behaupten.

    Also: Wenn ich feststelle, dass in den Top 40 der Forumsliste von 2005 exakt ein Album mit female lead vocals gerankt wird, in der diesjährigen Liste aber 17 (und die Solo-Instrumentalistin auf #40 rechne ich nicht mit, denn es geht mir um die Vocals, nicht so sehr um die Frage nach der Repräsentanz von Musikerinnen insgesamt), also beinahe die Hälfte, dann ist das eine signifikante Aussage über eine Entwicklung, die sich vollzogen hat. Um Deine persönliche Sicht oder von Jesseblue oder von Onkel Tom oder meine geht es dabei doch gar nicht, und auch nicht darum, wer schon immer auch Sängerinnen gehört hat. Aber wenn es ans Eingemachte ging bzw. geht und die 10 absoluten Favoriten des Jahres genannt werden sollten, dann spielten hier in diesem Kreise 2005 weibliche Stimme aufs Ganze gesehen faktisch keine Rolle, in diesem Jahr aber sehr wohl. Was an der simplen sachlichen Aussage ist unzulässig?

    --

    #11322561  | PERMALINK

    sokrates
    Bound By Beauty

    Registriert seit: 18.01.2003

    Beiträge: 16,436

    @herr-rossi: Nichts. Im Gegenteil. So sieht’s aus. Es beschreibt richtig, was wir ja auch in anderen Lebensbereichen sehen.
    @sommer: Danke für die Mühen der Auswertung. Immer eine Freude.

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    „Weniger, aber besser.“ D. Rams
    #11322571  | PERMALINK

    mozza
    Captain Fantastic

    Registriert seit: 26.06.2006

    Beiträge: 64,056

    mr-badlands Ich finde, dass die vielen Umfragen die Hörgewohnheiten beeinflussen können, da man doch oft vergleicht. Gefällt mir A besser als B? Und was ist mit C? Das hat zur Folge, dass man sich vielleicht gar nicht mehr so stark auf die Musik selbst einlässt, sondern im Hintergrund immer die Schubladen auf- und zugehen, verglichen wird…

    Da ist was dran. Diese Gedanken sind mir auch schon öfters gekommen.

     

    --

    young hot sophisticated bitches with an attitude
    #11322595  | PERMALINK

    dustcrawling
    braucht kein hashtag

    Registriert seit: 15.03.2013

    Beiträge: 471

    herr-rossi

    …… Wenn ich feststelle, dass in den Top 40 der Forumsliste von 2005 exakt ein Album mit female lead vocals gerankt wird, in der diesjährigen Liste aber 17 (und die Solo-Instrumentalistin auf #40 rechne ich nicht mit, denn es geht mir um die Vocals, nicht so sehr um die Frage nach der Repräsentanz von Musikerinnen insgesamt), also beinahe die Hälfte, dann ist das eine signifikante Aussage über eine Entwicklung, die sich vollzogen hat. ……..

    ……. Aber wenn es ans Eingemachte ging bzw. geht und die 10 absoluten Favoriten des Jahres genannt werden sollten, dann spielten hier in diesem Kreise 2005 weibliche Stimme aufs Ganze gesehen faktisch keine Rolle, in diesem Jahr aber sehr wohl. …..

    Diese Entwicklung hat aber doch auch sehr viel mit dem Angebot zu tun, oder?

    Wenn ich mal die Jahreslisten der Musikmagazine aus den betreffenden Jahren 2005 und 2020 vergleiche, die doch schon einen Überblick über die Veröffentlichungen in den betreffenden Jahren geben, dann finde ich 2005 nur sehr wenige Frauennamen, ich muss allerdings zugeben, dass ich zu wenige der genannten Bands kenne und nicht weiß, wo es weibliche Leadsängerinnen gibt.

    Jahresliste der Musikmagazine 2005

    Jahresliste der Musikmagazine 2020

    Es gibt seit einigen Jahren einfach eine größere Anzahl an talentierten weiblichen Interpretinnen gerade im Singer/Songwriter-Bereich, die dann auch Plattenverträge bekommen. Eine schöne Entwicklung.  :good:

    Unter diesem Aspekt könnte man da eher etwas prokant fragen, warum sich diese Tendenz dann nicht in jeder Userliste ablesen lässt.  ;-)

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    Winter is coming - You saw me comin'...
    #11322597  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 73,489

    jesseblueAber auf dem ersten Blick spielten die Umfrageergebnisse dir natürlich in die Karten. Und wieder weiß ich nicht, wieso ich antworte, da es im Grunde immer noch egal ist.

    Offensichtlich nicht. Irgendwas juckt Dich bei meiner Aussage an der falschen Stelle, dabei bist Du ja weder für das Ergebnis von 2005 noch für das von 2020 mitverantwortlich.

    Kuhle Musik hat kein Geschlecht. Da sind wir uns alle einig.

    Halte ich für genauso einen Nonsenssatz wie die beliebte Formel „Ich kenne keine Genres, für mich gibt es nur gute und schlechte Musik“. Musikhörer beharren gerne darauf, ihre bevorzugte Musik frei von jedwedem Bias nur und ausschließlich nach sachlichen Qualitätskriterien zu bestimmen. Aber wir sind keine voraussetzungslosen Musikqualitätsbegutachtungsroboter. Musik zu hören ist etwas Interaktives, bei denen der Hörer seine Persönlichkeit genauso mit einbringt wie die Musiker auf der anderen Seite.

    Dass jeder Hörer Vorlieben für bestimmte Instrumente, Genres, Sounds usw. hat und andere nur selten oder gar nicht goutieren kann, ist doch wohl offenkundig. Instrumentalmusik spielt hier nur eine nachgeordnete Rolle (aber auch sie ist 2020 stärker vertreten als 2005). Im Mittelpunkt steht fast immer die Stimme. Und wir können in geschätzt 99 Prozent aller Fälle sofort erkennen, ob ein Mann oder eine Frau singt, und dass, obwohl männliche wie weibliche Stimmen ein ganzes Spektrum von Klangfarben abdecken. Die Frage nach dem Geschlecht der Stimme ist also durchaus nicht unwichtig.

    Und zudem wird hier damals wie heute Musik bevorzugt, bei der das Songwriting wichtig ist, bei der die Stimme, die wir hören, mit uns individuelle Erfahrungen, Gefühle, Stimmungen usw. in Form von Songs teilen möchte. Damals wie heute war es eine zu mindestens 90 Prozent männliche Hörerschaft, die abgestimmt hat. 2005 konnte diese Hörerschaft sich offensichtlich im Songwriting von Frauen weniger gut wiederfinden als sie es 2020 kann. Wer hat sich da auf wen zu bewegt? Was ist da passiert? Und vor allem: Ist das schlimm?

    Hier nicht anders. Zuvor wäre ich nie auf die Idee gekommen, zu hinterfragen, wieso ich Mann statt Frau oder Folk statt Punk höre. Alben ranken? ‚N schlechter Witz! Scheiß Sekte hier…

    Und Du warst keine drei Wochen dabei, da hast Du schon Threads nach dem Muster „Die besten Alben mit 9 Songs“ eröffnet. Nummer 1 war immer was von Dylan.;)

    PS: Sorry, es waren die http://forum.rollingstone.de/foren/topic/top-alben-unter-10-tracks/ :))

    --

    #11322617  | PERMALINK

    onkel-tom

    Registriert seit: 23.02.2007

    Beiträge: 35,583

    herr-rossi Was ist da passiert? Und vor allem: Ist das schlimm?)

    In diesem Jahr sind einfach mehr gute Alben von Frauen erschienen als 2005. Und nein, dass ist gar nicht schlimm.

    Erst die nächsten Jahre werden zeigen, ob hier wirklich ein beständiger Trend (im Forum) vorliegt oder ob es wirklich (wie ich glaube) auch viel mit Zufall zu tun hat.

    --

    Gewinnen ist nicht alles, gewinnen ist das einzige.
    #11322623  | PERMALINK

    pipe-bowl
    Moderator
    Cookie Pusher

    Registriert seit: 17.10.2003

    Beiträge: 59,218

    herr-rossiDas musst Du mir aber nochmal erklären. Wir haben zwei Jahrgangslisten, die unter durchaus vergleichbaren Umständen zustande gekommen sind. Anders gesagt: Wenn die Jahrgangsliste des RS-Forums von 2005 nicht mit der von 2020 vergleichbar ist, dann können wir das mit den Abstimmungen und Rankings sofort und für immer sein lassen, dann ist es so sinnentleert, wie es manche immer schon behaupten.
    Also: Wenn ich feststelle, dass in den Top 40 der Forumsliste von 2005 exakt ein Album mit female lead vocals gerankt wird, in der diesjährigen Liste aber 17 (und die Solo-Instrumentalistin auf #40 rechne ich nicht mit, denn es geht mir um die Vocals, nicht so sehr um die Frage nach der Repräsentanz von Musikerinnen insgesamt), also beinahe die Hälfte, dann ist das eine signifikante Aussage über eine Entwicklung, die sich vollzogen hat. Um Deine persönliche Sicht oder von Jesseblue oder von Onkel Tom oder meine geht es dabei doch gar nicht, und auch nicht darum, wer schon immer auch Sängerinnen gehört hat. Aber wenn es ans Eingemachte ging bzw. geht und die 10 absoluten Favoriten des Jahres genannt werden sollten, dann spielten hier in diesem Kreise 2005 weibliche Stimme aufs Ganze gesehen faktisch keine Rolle, in diesem Jahr aber sehr wohl. Was an der simplen sachlichen Aussage ist unzulässig?

    Unzulässig? Nichts. Aber diskutabel. Von einer Entwicklung würde ich z.B. sprechen, wenn sie sich über Jahre hinweg relativ kontinuierlich zeigt. Du vergleichst zwei spezielle Zeitpunkte. Hätte ich z.B. das Jahr 2006 genommen, wäre mir aufgefallen, dass mit Joanna Newsom, Nina Nastasia und Cat Power drei Acts sogar unter den Top 10 der Jahresauswertung waren. Newsom sogar als Erstplatzierte. Weitere Plätze im vorderen Bereich belegten Candi Staton, Jolie Holland und Emily Haines. Deshalb müsste man, um von einer Entwicklung zu sprechen, mehr Punkte setzen. Wenn ich mir das Jahr heraussuche, wo es nur eine Interpretin war, dann steht das zumindest auf zu wackligen Beinen, um eben von einer Entwicklung zu sprechen.

    Ansonsten kann ich ja absolut verstehen, dass Dich das diesjährige Ergebnis freut. Und andererseits wirst du vermutlich auch kaum jemanden finden, den das ungebührlich stört. Die Zeiten, als hier Sängerinnen als „Harfentusen“, „Hupfdohlen“ oder „Tölen“ verschrien wurden, sind ja offenkundig vorbei. Gut so. Ich habe nur meinen eigenen Vergleich angestellt und dabei trat zu Tage, dass Sängerinnen bei mir stets einen ähnlichen Stellenwert hatten. Diejenigen, die mir ans Herz gewachsen sind für ihre Musik, möchte ich niemals missen. Und da könnte ich jetzt Dutzende aufzählen, was ich mir an dieser Stelle schenke.

    --

    there's room at the top they are telling you still but first you must learn how to smile as you kill
    #11322633  | PERMALINK

    jesseblue

    Registriert seit: 14.01.2020

    Beiträge: 1,348

    herr-rossi2005 konnte diese Hörerschaft sich offensichtlich im Songwriting von Frauen weniger gut wiederfinden als sie es 2020 kann. Wer hat sich da auf wen zu bewegt? Was ist da passiert? Und vor allem: Ist das schlimm?

    Schlimm? Nö. Aber du wolltest 2 Jahrgänge miteinander vergleichen ohne das Zustandekommen einzubeziehen. Wenn die Ergebnisse zweier weiter auseinanderliegenden PISA Studien verglichen werden, ist das in erster Linie nur eine Schlagzeile. Das Interessante ist doch die Erklärung und die Frage nach dem Entwicklungsgrund. Da Pipe bisher der Einzige ist, der sich zu beiden Jahrgängen äußerte, beziehe ich seine Anmerkungen im folgenden Text mit ein. Wenn ich 2005 in meiner Top10 acht Jazzalben untergebracht habe, letztes Jahr jedoch nur drei, wirkt dies auf dem ersten Blick, als wäre eventuell der Jazz in meiner Gunst gesunken oder andere Musikrichtungen in meiner Gunst gestiegen. Doch eine Begründung könnte sein, dass die mir bekannten Jazzveröffentlichungen im vergangenen Jahr einfach schwächer als in 2005 waren. Deswegen muss eine Ableitung sich-jetzt-in-anderen-Musikrichtungen-besser-wiederfinden nicht zwangsläufig stimmen. Und ebenso muss dies keine Entwicklung darstellen, dazu bräuchte es weitere Stichproben. Und wenn ich Pipes Beitrag richtig verstanden habe, auch wenn der Frauenanteil in seiner 2020er Liste ein höhere als 2005 ist, findet er sich nicht perse im letzten Jahr besser im Songwriting von Frauen wieder (dies belegt seine zusammengefügte Liste der Jahre 2005 und 2020), das männliche Songwriting war für ihn 2020 wohl nur schwächer als 2005. Anders wäre es, würden die Alben mit weiblichem Gesang, die 2020 dominierten, auch im Vergleich mit den Topalben aus 2005 die Nase vorn haben.

    pipe-bowl

    jesseblueAber auf dem ersten Blick spielten die Umfrageergebnisse dir natürlich in die Karten.

    Was meinst Du damit?

    War an Rossi gerichtet, hätte ich wohl dazuschreiben sollen.

    herr-rossiUnd Du warst keine drei Wochen dabei, da hast Du schon Threads nach dem Muster „Die besten Alben mit 9 Songs“ eröffnet. Nummer 1 war immer was von Dylan.;)
    PS: Sorry, es waren die http://forum.rollingstone.de/foren/topic/top-alben-unter-10-tracks/ :))

    Bei diesem glorreichen Thread war ich immerhin über 1/2 Jahr aktiv und schon sichtbar listengeschädigt. ;-)

    --

    #11322641  | PERMALINK

    the-imposter
    na gut

    Registriert seit: 05.04.2005

    Beiträge: 31,630

    grad mal nachgesehen, ich hatte auch schon 2005 vier Sängerinnen in den TopFive :)

    diesmal waren es gar acht in den TopTen

    --

    out of the blue
    #11322645  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 22,791

    pipe-bowl

    ….Die Zeiten, als hier Sängerinnen als „Harfentusen“, „Hupfdohlen“ oder „Tölen“ verschrien wurden, sind ja offenkundig vorbei. Gut so. Ich habe nur meinen eigenen Vergleich angestellt und dabei trat zu Tage, dass Sängerinnen bei mir stets einen ähnlichen Stellenwert hatten. Diejenigen, die mir ans Herz gewachsen sind für ihre Musik, möchte ich niemals missen. Und da könnte ich jetzt Dutzende aufzählen, was ich mir an dieser Stelle schenke.

    Genau. Es reicht ja schon wenn ein relevanter Teil der Foris für sich feststellt, dass sich der Anteil der weiblichen Pop/Folk-Musik in den 2010ern erhöht hat, was sich dann irgendwann in Umfragen niederschlägt. Und wenn für diese Künstlerinnen ausreichend geworben wird, hat das immer einen Einfluß auf andere Foris…zumindest kann ich das bei mir bejahen.

    Für mich waren die letzten beiden offiziellen LPs von Beyonce sicher ein Schub in die soulige Popmusik, teils auch Rap. Aber auch die nicht wenigen sehr gelungenen Veröffentlichungen von jungen Popmusikerinnen, waren für mich bisher fast ausschließlich weiblich (Ausnahme das Debut v. H. Styles).

    Die homemade Produktions- und Aufnahmetechniken für Onlineplattformen, haben sicherlich auch junge Künstlerinnen motiviert, mehr selbst zu probieren. Die klassische Studioproduktion sehe ich eher dominiert von Männern, oder mir sind die weiblichen Produzentinnen nicht geläufig.

    --

    from Monday to Friday, from Friday to Sunday
    #11322701  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 73,489

    pipe-bowlUnzulässig? Nichts. Aber diskutabel. Von einer Entwicklung würde ich z.B. sprechen, wenn sie sich über Jahre hinweg relativ kontinuierlich zeigt. Du vergleichst zwei spezielle Zeitpunkte. Hätte ich z.B. das Jahr 2006 genommen, wäre mir aufgefallen, dass mit Joanna Newsom, Nina Nastasia und Cat Power drei Acts sogar unter den Top 10 der Jahresauswertung waren. Newsom sogar als Erstplatzierte. Weitere Plätze im vorderen Bereich belegten Candi Staton, Jolie Holland und Emily Haines. Deshalb müsste man, um von einer Entwicklung zu sprechen, mehr Punkte setzen. Wenn ich mir das Jahr heraussuche, wo es nur eine Interpretin war, dann steht das zumindest auf zu wackligen Beinen, um eben von einer Entwicklung zu sprechen.

    Ich habe nicht eigens die Liste gesucht, die meine These am deutlichsten stützt, ich habe einfach geschaut, wie es vor 15 Jahren aussah. Nach meinem Eindruck ist das für die ersten Jahrgangslisten des Forums auch systematisch. 2004 beispielsweise gab es exakt zwei Platzierungen in den Top 40, PJ Harvey auf #30 und Joanna Newsom auf #31.

    2006 markiert dann tatsächlich eine Trendwende mit 3 female lead vocal-Alben in den Top 10 und 3 weiteren in den übrigen Top 40, damit ist man von den 17 in den Top 40 in diesem Jahr aber noch ein Stück entfernt. Beachtlich dann 2010 mit 6 Alben in den Top 10 und 8 weiteren in den Top 20, damit sind wir schon recht nah beim diesjährigen Ergebnis. Es ist also eine kontinuierliche Entwicklung, die 2006 einsetzte. Insofern hatte ich mit 2005 genau das richtige Vergleichsjahr getroffen.;)

    --

    #11322705  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 73,489

    jesseblueSchlimm? Nö. Aber du wolltest 2 Jahrgänge miteinander vergleichen ohne das Zustandekommen einzubeziehen. Wenn die Ergebnisse zweier weiter auseinanderliegenden PISA Studien verglichen werden, ist das in erster Linie nur eine Schlagzeile. Das Interessante ist doch die Erklärung und die Frage nach dem Entwicklungsgrund.

    Wieso ohne das Zustandekommen mit einzubeziehen? Die Jahresliste wurde damals nicht anders erstellt als in diesem Jahr.

    Statistiken gewinnen dann an Aussagekraft, wenn man damit längere Zeiträume überblicken kann. Erst dadurch werden Veränderungen jenseits des subjektiven Eindrucks nachweisbar. Natürlich sind Erklärungen interessanter als das schlichte Feststellen von Entwicklungen, aber sie folgen erst in einem zweiten Schritt.

    Da Pipe bisher der Einzige ist, der sich zu beiden Jahrgängen äußerte, beziehe ich seine Anmerkungen im folgenden Text mit ein. Wenn ich 2005 in meiner Top10 acht Jazzalben untergebracht habe, letztes Jahr jedoch nur drei, wirkt dies auf dem ersten Blick, als wäre eventuell der Jazz in meiner Gunst gesunken oder andere Musikrichtungen in meiner Gunst gestiegen. Doch eine Begründung könnte sein, dass die mir bekannten Jazzveröffentlichungen im vergangenen Jahr einfach schwächer als in 2005 waren.

    Damit zielst Du aber wieder auf den einzelnen Teilnehmer – und um den geht es doch gar nicht. Das Erstellen von Statistiken hat ja gerade den Zweck, zu verallgemeinerbaren Aussagen zu gelangen.

    --

    #11322729  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 33,280

    herr-rossiWieso ohne das Zustandekommen mit einzubeziehen? Die Jahresliste wurde damals nicht anders erstellt als in diesem Jahr.

    Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmer muss man hier aber schon mit einbeziehen. Dürfte beides recht unterschiedlich sein. Hinzu kommt, dass 2005 das Magazin einen noch deutlich größeren Einfluss auf die Liste gehabt haben dürfte. Dieses Jahr hat jeder im Schnitt mehr als 5 individuelle Alben genannt, das dürfte 2005 auch deutlich niedriger gewesen sein.

    --

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    #11322733  | PERMALINK

    pipe-bowl
    Moderator
    Cookie Pusher

    Registriert seit: 17.10.2003

    Beiträge: 59,218

    herr-rossiEs ist also eine kontinuierliche Entwicklung, die 2006 einsetzte.

    Und die dann spätestens für 2034 auf die erste Top 40 ohne männliche Stimme schließen lässt.

    Ich halte es in diesem Fall mit Winston Churchill und traue keiner Statistik, die ich nicht selber gefälscht habe.

    --

    there's room at the top they are telling you still but first you must learn how to smile as you kill
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