Die letzte Dokumentation, die ich gesehen habe

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  • #11373605  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

    Registriert seit: 14.09.2018

    Beiträge: 3,747

    Am Besten gefällt mir ja, dass sich die Soundaufnahmen der Jets für Top Gun als zu schwach auf der Brust herausstellten, und man mit Löwengebrüll und Affengekreisch nachhelfen musste. Jetzt habe ich Lust auf Berberian Sound Studio.

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    Come with uncle and hear all proper! Hear angel trumpets and devil trombones. You are invited.
    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #11381801  | PERMALINK

    talkinghead2

    Registriert seit: 12.12.2019

    Beiträge: 1,506

    Neulich bei Netflix:

    The Accountant Of Auschwitz (Matthew Shoychet, 2018)

    Sehr interessanter Dokumentarfilm über Oskar Gröning, den „Buchhalter von Auschwitz“. Mit knapp 94 Jahren wurde er 2015 wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Das Urteil wurde 2016 vom Bundesgerichtshof bestätigt. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Haftfähigkeit des Verurteilten trotz seines hohen Alters.

    Gröning verstarb 2018 im Alter von 96 Jahren, ohne die Haftverbüßung angetreten zu haben. Immerhin einer, der sich zu seiner Schuld bekannt hat.

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    Passt gut auf euch auf und bleibt gesund!
    #11403359  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 6,915

    Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes (2019)

    Aus Anlass des 30-jährigen „Jubiläums“ seiner Hinrichtung 1989 gedrehter vierteiliger Netflix-Dokumentarfilm über den berüchtigten Serienmörder Ted Bundy, der zwischen 1974 und 1978 mindestens 36 junge Frauen vergewaltigt, misshandelt, ermordet und zerstückelt haben soll, um die menschlichen Überreste anschließend in seinem VW Käfer in den Wald und die Berge nahe Seattle, Washington, zu fahren und dort zu vergraben. Wahrscheinlich sind es noch weit mehr Morde, die auf das Konto von Ted Bundy gingen, über 100 sollen es nach Schätzungen sein, die meisten konnte man ihm nicht nachweisen. DNA-Tests gab es damals noch nicht. Womöglich liegen in den amerikanischen Bergen noch immer im Boden diverse Knochen seiner Opfer. Ab 1979 wurde ihm der Prozess gemacht, als ehemaliger Jura-Student übernahm er seine Verteidigung teilweise selbst. Hinter der Fassade des attraktiven jungen Mannes, der gekonnt mit Sprache umgehen konnte, um Menschen um den Finger zu wickeln, brodelte ein zutiefst gestörter Geist … dem es schwer fiel, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, Mitgefühl zu entwickeln. Deshalb missbrauchte Bundy das Gerichtsverfahren gegen ihn als Showbühne für seine eitle Selbstinszenierung in den Medien.

    Erst wenige Tage vor seiner Hinrichtung legte Bundy doch noch ein umfassendes Geständnis ab und gab die Morde zu. Als ihm die Tragweite seines morbiden Handelns bewusst wurde … doch da war es für Reue schon zu spät. Als Bundy im Januar 1989 schließlich auf dem elektrischen Stuhl in einem Staatsgefängnis in Florida hingerichtet wurde, fanden sich Hunderte Schaulustige vor der JVA ein, um diesem Ereignis grölend und mit Plakaten beizuwohnen. Vor Ort wurden T-Shirts mit dem Aufdruck „Burn Bundy Burn“ und dem elektrischen Stuhl (genannt old sparky) verkauft. Hätte im Grunde nur noch ein Bratwurst- und Bierstand gefehlt, um die Exekution vollends als Volksfest zu veranstalten. Was das für seine arme Mutter bedeutet haben muss, die bis zum bitteren Ende ihrem Sohn beistand … und wenige Stunden vor der Hinrichtung ein letztes Mal mit ihrem Sohn telefonierte und dieses Telefongespräch mit dem Satz beendete: „You’ll be ever my precious son.“ Im kommenden November wäre Ted Bundy 75 Jahre alt geworden.

    zuletzt geändert von ford-prefect

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    If you know the words please sing along
    #11403545  | PERMALINK

    stormy-monday
    verdreckter Hilfssheriff

    Registriert seit: 26.12.2007

    Beiträge: 14,565

    Ich habe kein Netflix, und vermutlich ist das, nicht nur in diesem Fall, auch gut so. Obwohl derlei Dokus natürlich sehr interessant sind. Die Abgründe menschlichen Seins sind manchmal unbeschreiblich…

    Aber Ford, danke für die häufig wirklich anspruchsvollen Hinweise auf völlig verschiedene Dokus. Ich finde da häufig was Anregendes. Glaub ja nicht, dass hier keiner mitliest…

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    Hey! Ho! Let's GO!!!!!!
    #11403761  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 74,153

    Keine Big Budget-Produktion, aber die Youtube-Doku über Jim Henson von DefunctTV in sechs ca. halbstündigen Folgen, die mir zufällig unterkam, hat mir wirklich sehr gut gefallen, kenntnisreich und liebevoll gemacht – sogar die SquareSpace-Werbung haben sie mit Samples aus frühen Muppet-Sketches inszeniert:

    DefunctTV: The History of the First Muppet Show, Sam and Friends

    DefunctTV: The Curse of Sesame Street

    DefunctTV: The History of the Muppet Show

    Die zwei Folgen über die Fraggles und Muppet Babies kann man überspringen, aber The Final Jim Henson Hour sollte man nicht verpassen („the Swedish Chef must have been cutting onions for the last 35 minutes“ schreibt jemand in den Kommentaren).

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    #11403957  | PERMALINK

    bullschuetz

    Registriert seit: 16.12.2008

    Beiträge: 1,838

    stormy-mondayIch habe kein Netflix, und vermutlich ist das, nicht nur in diesem Fall, auch gut so.

    Wenn man die Frage, ob Netflix nun der Untergang des Abendlands sei, mal außer Acht lässt: Rein vom Programmangebot, nicht nur bei Spielfilmen und Serien,  sondern durchaus auch bei Dokus absolut lohnend.

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    #11404183  | PERMALINK

    motoerwolf

    Registriert seit: 25.10.2006

    Beiträge: 5,196

    pfingstluemmel<iframe src=“https://www.youtube.com/embed/5Jx_icyl4xQ?feature=oembed“ width=“500″ height=“281″ frameborder=“0″ allowfullscreen=“allowfullscreen“></iframe> Am Besten gefällt mir ja, dass sich die Soundaufnahmen der Jets für Top Gun als zu schwach auf der Brust herausstellten, und man mit Löwengebrüll und Affengekreisch nachhelfen musste. Jetzt habe ich Lust auf Berberian Sound Studio.

    Danke für den Hinweis auf diese Doku.

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    And all the pigeons adore me and peck at my feet Oh the fame, the fame, the fame
    #11407553  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 6,915

    Think Big! (3sat)

    Über die abstrakte Künstlerin Katharina Grosse, die in ihrem riesigen Atelier im Hamburger Bahnhof gigantische Styroporberge aufschichtet und zurechtschneidet, um diese Gebilde dann nicht kalkweiß zu lassen, sondern mit knalligen Farben aus der Sprühpistole zu bearbeiten. Der Dokumentarfilm entstand letztes Jahr während der Corona-Pandemie. Außerdem bemalt Grosse auch Gebäude mit demselben Verfahren. Oder blühende Bäume und grüne Wiesen, die dann weiß und rot gestreift werden, weshalb Katharina Grosse nicht selten von Passanten attackiert wird während des Malprozesses … wegen möglicher Umweltverschmutzung und Vandalismus. Grosse im Farbenrausch. Wirkt ein bisschen wie Graffiti … ist aber doch ganz anders, die poppige Kunst von Malerin Katharina Grosse, die in einem künstlerischen, fortschrittlichen und weltoffenen Elternhaus aufwachsen durfte. Darüber hinaus macht die Grosse auch elektronische Musik, mit analogen Synthies.

    zuletzt geändert von ford-prefect

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    If you know the words please sing along
    #11413195  | PERMALINK

    chocolate-milk

    Registriert seit: 29.01.2006

    Beiträge: 14,711

    Auf Arte: Alvar Aalto – Finnlands großer Architekt (Regie: Virpi Suutari, 2018)

    „Lichtdurchflutete organische Bauten, hohe Decken, schwungvolle Sessel aus Holz und Leder sowie formschöne Messinglampen: All dies war Teil des Werkes des finnischen Star-Architekten und Designers Alvar Aalto. Der Baumeister gilt als der Vater des Modernismus. Doch wer war der Mann namens Alvar Aalto – und wer die beiden Frauen, mit denen er sein Leben und sein Schaffen teilte?“

    klick…

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    #11414689  | PERMALINK

    demon

    Registriert seit: 16.01.2010

    Beiträge: 65,696

    … und schon wieder arte:

    Koch und Pasteur – Duell im Reich der Mikroben
    In der arte-Mediathek verfügbar bis 18.Mai.

    Wissenschaftsgeschichte vom Feinsten: Informativ, verständlich, prima präsentiert. Und: beinhart, wie es damals zuging!

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    Software ist die ultimative Bürokratie.
    #11417021  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 6,915

    All I never wanted (2019) im BR-Fernsehen

    Spielszenen und dokumentarische Filmszenen mischen sich und erzählen die Geschichte zweier Frauen: Ein spindeldürres Mädchen von 17 Jahren aus Stuttgart reist nach Mailand und möchte dort eine Modelkarriere starten, stellt jedoch schon am ersten Tag in der italienischen Agentur fest, dass in dieser Branche soziale Kälte und Arroganz herrschen, nur Oberflächlichkeiten entscheiden, ob man in einer kleinen Model-WG versauert oder in eine Villa mit Pool umziehen darf … und wie viele Abonnenten einem in den sozialen Medien folgen. Sonst erhält man keine Jobs. Gleichzeitig stirbt eine Schauspielerin mittleren Alters, eher unfreiwillig, den Serientod in einer beliebten TV-Krimiserie und muss deshalb zurück auf die provinzielle Theaterbühne, um ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Dort regiert aber an der Bühne ein cholerischer Regisseur, der sie zwischendurch mit „Von dir lasse ich mir meinen Schiller nicht kaputt machen!“ anbrüllt. Ein richtiger Schleifer. Es herrscht ein Ton wie auf dem Kasernenhof der Bundeswehr. Alle Darsteller spielen sich selbst. Ob der Film nicht etwas übertreibt und die Umstände in der Model-Branche und im Schauspielfach überspitzt darstellt? Vor allem in der letzten halben Stunde wird der Film immer abgedrehter und skurriler, zugunsten der Dramaturgie. Es kommt sogar eine Sadomaso-Szene mit Domina vor. Super Milieustudie. Das echte Leben ist jedoch glaube ich … irgendein Mittelweg davon, ein ständiges Wanken zwischen Gut und Böse.

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    If you know the words please sing along
    #11420779  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 33,265

    Patterson/Weide – The Marx Brothers in a Nutshell
    Schon was für eingeweihte Marxisten, aber eine der besten Dokus über die Marx Bros, die ich kenne.

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #11421483  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 6,915

    Alles ist im Fluss – Wolfgang Niedecken zum 70. / ZDF

    Während einer Flussfahrt auf dem Rhein auf einem Frachtschiff quer durch Deutschland blickt Wolfgang Niedecken auf seine künstlerische Karriere mit Bap zurück. Dabei kommen Campino (der wird auch immer altersmilder, von seinem alten Biss ist kaum was mehr übrig), Bundespräsident Horst Köhler (den hätte ich fast nicht erkannt), sein Halbbruder Heinz Niedecken und der Puhdys-Sänger zu Wort. Bei Minute 18:00 fährt das Schiff unter der Nibelungenbrücke von Worms durch und am Atomkraftwerk Biblis vorbei. Vor zwei Jahren hatten Bap auf dem Wormser Marktplatz ein Konzert, im Rahmen des Jazz-Festivals, nach 2004 der zweite Auftritt von Bap in der Nibelungenstadt. Im Film bedauert Niedecken, dass er sich mit seinem Vater nicht zu Lebzeiten versöhnen konnte, der Vater starb vor dem großen Ruhm von Bap.

    zuletzt geändert von ford-prefect

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    If you know the words please sing along
    #11421497  | PERMALINK

    mozza
    Captain Fantastic

    Registriert seit: 26.06.2006

    Beiträge: 65,644

    ford-prefectAll I never wanted (2019) im BR-Fernsehen
    Das echte Leben ist jedoch glaube ich … irgendein Mittelweg davon, ein ständiges Wanken zwischen Gut und Böse.

    Wie stellte schon der große Philosoph Monty Python fest: „Life’s a piece of shit when you look at it“.

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    Young, hot, sophisticated bitches with an attitude
    #11422331  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 6,915

    Suzi Q (2020) im NDR-Fernsehen

    Über Suzi Quatro, recht langer und ausführlicher Dokumentarfilm, die in jungen Jahren ihr Elternhaus in Detroit verlässt, um über Stationen in London als Solo-Rockerin die Welt zu erobern. Als ihr das gelingt, nehmen ihr das insbesondere ihre Schwestern übel … mit denen sie erste musikalische Gehversuche in örtlichen Bands gemacht hatte und die Suzi Quatro einfach in der amerikanischen Provinz zurückließ. Bis heute scheint das Verhältnis zwischen Suzi Quatro und ihren Schwestern angespannt, zerrüttet und kompliziert zu sein, weshalb es mich wundert, weshalb die Schwestern damit einverstanden waren, in dem Dokumentarfilm zu sprechen. Ansonsten kommen noch Alice Cooper, ebenfalls ein Detroit-Gewächs, Donita Sparks von L7, Lita Ford, Debbie Harry und Joan Jett zu Wort. Mit Joan Jett wird Suzi Quatro ständig verwechselt, obwohl die Quatro das große Vorbild von Joan Jett als Kid gewesen war. Darüber hinaus erzählt der Film davon, wie Suzi Quatro das erste Mal auf dem Cover des amerik. Rolling Stone erschien … und wie die deutsche Bravo, unterstützt von Fotograf Bubi Heilemann, regelmäßig Poster von ihr ins Heft nahm. Ihr größter Hit war „Can The Can“ … mein Lieblingssong von Suzi Quatro scheint aber „Your Mama won’t like me“ zu sein.

    Der Dokumentarfilm läuft heute um Mitternacht im linearen NDR-Fernsehen.

    zuletzt geändert von ford-prefect

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    If you know the words please sing along
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