Die Gitarre im Jazz

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  • #10502835  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Kann man sicherlich so sehen … ich nähere mich den späten Sachen von Green auch nur sehr langsam an und finde einiges noch ziemlich langweilig. Im Rahmen des Jazz ist er zwar super elegant, aber für die Verhältnisse seiner Zeit (Sharrock, Coryell, McLaughlin gab es ja noch nicht) schon der erdigste und bestimmt der mit dem meisten Funk (wenn man das mal als Messengers/Silver/Blakey/Hard Bop-Ding versteht, in dem mal mehr, mal weniger untergründig immer auch der Rhythm & Blues mitläuft – Brown bzw. Ellis bediente sich dort ja auch, die Verbindung zu Ray Charles liegt auch auf der Hand … aber rohe Power von Browns Band kriegst Du bei den Jazzern natürlich nicht, auch dann nicht, wenn sie „Rock’n’Roll“ spielten (so nannten sie das, was Green damals tat, das ist in den Liner Notes dokumentiert – sie meinten also wirklich, etwas anderes als „ihren“ Jazz zu spielen in solchen Bands, und man kann sich ja vorstellen, dass viele das ablehnten – das betraf ja nicht nur Green sondern auch Wes Montgomery. Der starb halt schon 1968, bei ihm wäre immerhin eine Fortsetzung der Karriere bei CTI/Kudu denkbar gewesen (bei Verve und danach A&M war er davor schon, Creed Taylor hätte ihn wohl wieder mitnehmen können), vielleich dann rüber zu Mainstream und dann noch ein paar komische Fusion-Versuche auf Impulse oder sonstwo … und dann in den Achtzigern – vielleicht – eine Wiederentdeckung und -eingliederung bei den putzigeren unter den Junglöwen (also den Brüllhälsen mit pflegeleichter Musik, es gab ja schon auch andere). Dass Greens Platten-Karriere mit dem Ende von Blue Note auch zu Ende ging war wohl kein Zufall bzw. das hätte unter anderen Umständen auch schon vier, fünf Jahre früher eintreten könne (er hat ja noch ein Kudu-Album gemacht, aber das fand ich damals, als es überall in den Grabbelkisten herumlag, immer zu schwach, um es zu kaufen, nicht mal für kleines Geld).

    Aber gut, das 1975er-Set aus dem Oil Can Harry’s aus Vancouver finde ich vom ersten Eindruck her dann wiederum ziemlich toll – das ist schon eine Art Funk, die jazz-informiert ist, aber etwas macht, was es so weder im Orgeljazz noch im Jazz-Rock gab, dünkt mich. Jimmy Smiths Album „Root Down“ (Verve, 1972) kommt mir da vielleicht in den Sinn, aber dort ist wohl die (Electric/Chicago) Blues-Komponente deutlich stärker, die bei Green lustigerweise in der Funk-Zeit irgendwie abnimmt, während sie vorher DAS Definitionsmerkmal war, irgendwie (so ähnlich wie z.B. bei Horace Parlan auch – die Leute halt, die eigentlich gefühlt immer Blues spielten).

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
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    #10503135  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 61,827

    Wes Montgomery 1965 mit dem Pim Jacobs Trio (PJ, p; Ruud Jacobs, b; Han Bennink, d) – sehr schön! (Gibt es auf einer Jazz Icons-DVD.)

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #10503255  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,795

    großartig. musik beim entstehen zusehen. super trio auch, wenngleich sich han noch ganz schön zusammenreißen muss. ich werde dennoch nie verstehen, warum wes nie ohne pianisten gespielt hat (vielleicht, weil er so sehr an seinen bruder gewöhnt war).

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    #10504633  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,228

    gypsy-tail-wind

    friedrich
    Überhaupt: Der Einfluss von JB auf den Jazz!

    Der ist natürlich interessant … aber so deutlich dann doch eher selten zu hören? Miles in den frühen Siebzigern, aber sonst? Wo gibt es diese pumpenden Bässe? Die sind ja auch bei Green oft etwas eingemittet und abgeschärft. Was die offene Form betrifft, hat JB (bzw. sein Mastermind Pee Wee Ellis) sich allerdings selbst wiederum beim Jazz bedient, „Cold Sweat“ ist ja quasi der Bastard von „So What“ – natürlich trieb JB die Reduktion an die Grenze und öffnete das Feld wohl noch weiter (andererseits war das Feld aber auch wieder deutlich enger abgesteckt).

    Ich kenne nicht viele direkte JB-Covers im Jazz. Spontan fällt mir noch Iris Muhammad mit Super Bad ein (der btw auch bei GGs Ain’t It … an der Schießbude sitzt):

    Klaro ist das nur grenzwertig Jazz, eher Funk mit jazzy Soli. Aber toll! Der Einfluss von Funk auf Jazz war aber in dieser Zeit sehr stark. Blue Note und Prestige haben viel veröffentlicht, bei dem man vielleicht nicht immer direkt JB raushört, aber indirekt schon. Oder andere Vorbilder aus dem Genre, The Meters etwa. Ich hätte da noch einen weiteren sehr guten populistischen Sampler anzubieten, der – wie der Zufall es will – nach dem gewissen trk von JB benannt ist – ohne dass dieser enthalten wäre.

    Und natürlich sind die Einflüsse gegenseitig: Maceo Parker, Pee Wee Ellis, Fred Wesley – alles großartige, auch am Jazz geschulte Musiker. Das kann man besonders gut auf der The JB’s – Funky Good Time: The Anthology nachhören, die Dir, @gypsy-tail-wind, ja bestens bekannt ist.

    Aber das führt off topic und gehört in den JB-Thread.

    vorgarten

    friedrich
    Überhaupt: Der Einfluss von JB auf den Jazz!

    also ich finde ja, dass der jazzversion alles fehlt, was die funkversion ausmacht. ein standardbeat mit langweiligen soli, es soll an sich cool sein und drängt dann richtung abwechslung, und hat damit überhaupt nicht verstanden, dass das tolle an james browns version die aufladung der monotonie ist (prince hat das dagegen super verstanden). nur so kommt diese bläser-bridge so erdrutschartig zur geltung und sorgt, gerade weil sich danach überhaupt nichts ändert, dafür, dass man merkt, wie aufregend das ist. was allein die beiden rhythmusgitarren mit ihren unterschiedlichen tonalitäten für eine grundreibung verursachen – das ist kratzigkeit aus prinzip, und genau die wird bei green formelhaft begradigt.

    Ich kannte GGs Cover bevor ich das Original von JB kannte. Für sich genommen ist das toller Jazz-Funk mit tollen Soli. Das hat mich damals begeistert und ich höre das immer noch mit großer Freude.

    Aber man kann absolut so argumentierten wie Du. Deine Beschreibung von JBs Ain’t It Funky bringt den trk auf den Punkt. Vielen Dank dafür! Spannung durch Monotonie und „erdrutschartige“ breaks. Kaum zu glauben, was die da machen: Der Gitarrenpart ist eigentlich eine Unverschämtheit, grenzt an stupide Arbeitsverweigerung, der Bass (?) ist nicht viel besser und der Bläser-Break geht einmal die Tonleiter rauf und wieder runter. Und die drums tuckern dazu wie aufgezogen. Zu den vocals von JB mag ich gar nicht erst was sagen. ;-) Und das Ergebnis ist fantastisch! Ganz toller anti-virtuoser, trotziger Minimalismus mit feinstem Gespür für Rhythmus, Dramaturgie und Spannung. Ein trk der einen festen Platz in meinem persönlichem Olymp hat.

    GG geht demgegenüber mindestens einen Schritt zurück, nimmt sich zwar den Grundrhythmus, der aber bei ihm bei weitem nicht so dominant ist, und fällt in Jazz-Konventionen mit handwerklich gut gemachten Soli etc. ff. zurück. Da hat sich JB deutlich mehr getraut. Vielleicht trifft GG damit eigentlich nicht den Punkt, vielleicht ist er dafür zu sehr Jazzmusiker, der einfach nicht minutenlang die drei gleiche Töne wiederholen kann. JB ist verglichen damit ein Ikonoklast. Prince ist nochmal was anderes. Aber etwas so unkonventionelles wie Ain’t It .. kenne ich von ihm auch nicht.

    Kanntest Du beide Stücke bereits, @vorgarten?

    Vor meinem geistigen Ohr höre ich einen Remix von JBs Ain’t It Funky: Der rhythm track endlos geloopt, darüber nur JBs vocals „Ain’t It Funky?“ und ein gelegentliches Ächzen. Bläser-Break. Loop. Loop. Maceo-Solo. Loop. Ächzen. Loop. Bläser-Break. Loop. Schluss!

    Aber auch das gehört in den JB-Thread.

    Wes Montgomery höre ich mir später an.

    --

    "I said a hip-hop, the hippie, the hippie / To the hip, hip-hop and you don't stop the rockin' / To the bang-bang boogie, say up jump the boogie / To the rhythm of the boogie, the beat" (The Sugarhill Gang)
    #10504823  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,795

    friedrich
    GG geht demgegenüber mindestens einen Schritt zurück, nimmt sich zwar den Grundrhythmus, der aber bei ihm bei weitem nicht so dominant ist, und fällt in Jazz-Konventionen mit handwerklich gut gemachten Soli etc. ff. zurück. Da hat sich JB deutlich mehr getraut. Vielleicht trifft GG damit eigentlich nicht den Punkt, vielleicht ist er dafür zu sehr Jazzmusiker, der einfach nicht minutenlang die drei gleiche Töne wiederholen kann. JB ist verglichen damit ein Ikonoklast. Prince ist nochmal was anderes. Aber etwas so unkonventionelles wie Ain’t It .. kenne ich von ihm auch nicht.
    Kanntest Du beide Stücke bereits, vorgarten?

    ich kannte tatsächlich nur das original – aber das ist genau das, wozu ich greife, wenn ich mal lust auf wirklich typischen JB habe. grant green ist nicht „zu sehr jazzmusiker“, glaube ich, sondern er hat ein sehr enges verständnis der gitarre als solo-instrument, er spielt sie wie ein klavier, eher noch wie ein blasinstrument. das ist genau der punkt, warum ich ihn immer irgendwie „ungitarristisch“ finde, als jemanden, der das potenzial des instruments nicht richtig ausschöpft, aber sich spielerisch und blendend unter hardbop- und soul-solisten durchsetzen kann. was die gitarristen bei james brown machen, darauf wäre green selbst halt nie gekommen.

    was prince angeht, kenne ich durchaus ähnlich minimalistisches. vor allem „a love bizarre“, mit/von sheila e., eigentlich mein erster flirt mit der prince-welt.

    --

    #10504849  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,228

    vorgarten

    friedrich
    GG geht demgegenüber mindestens einen Schritt zurück, nimmt sich zwar den Grundrhythmus, der aber bei ihm bei weitem nicht so dominant ist, und fällt in Jazz-Konventionen mit handwerklich gut gemachten Soli etc. ff. zurück. Da hat sich JB deutlich mehr getraut. Vielleicht trifft GG damit eigentlich nicht den Punkt, vielleicht ist er dafür zu sehr Jazzmusiker, der einfach nicht minutenlang die drei gleiche Töne wiederholen kann. JB ist verglichen damit ein Ikonoklast. Prince ist nochmal was anderes. Aber etwas so unkonventionelles wie Ain’t It .. kenne ich von ihm auch nicht.
    Kanntest Du beide Stücke bereits, vorgarten?

    ich kannte tatsächlich nur das original – aber das ist genau das, wozu ich greife, wenn ich mal lust auf wirklich typischen JB habe. grant green ist nicht „zu sehr jazzmusiker“, glaube ich, sondern er hat ein sehr enges verständnis der gitarre als solo-instrument, er spielt sie wie ein klavier, eher noch wie ein blasinstrument. das ist genau der punkt, warum ich ihn immer irgendwie „ungitarristisch“ finde, als jemanden, der das potenzial des instruments nicht richtig ausschöpft, aber sich spielerisch und blendend unter hardbop- und soul-solisten durchsetzen kann. was die gitarristen bei james brown machen, darauf wäre green selbst halt nie gekommen.
    was prince angeht, kenne ich durchaus ähnlich minimalistisches. vor allem „a love bizarre“, mit/von sheila e., eigentlich mein erster flirt mit der prince-welt.

    Verstehe!

    Ain’t It … ist schon über-typischer JB. Soweit ist er mit der Reduktion, der Monotonie und dem weitgehende Ignorieren von Songstruktur selten gegangen. Kenne jedenfalls nichts dergleichen. Ob GG das Potenzial der Gitarre nicht voll ausnutzt, kann ich nicht beurteilen. Vermutlich gehörte eine solche Reduktion wie bei JBs Ain’t It … aber nicht zu seinem Repertoire.

    A Love Bizarre ist toll – aber im Vergleich zum skelettierten Ain’t It … fast schon üppig, mit Melodie und so. Kann man ja sogar mitsingen. ;-)

    --

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    #10762343  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 61,827

    Mein ausführlicher Post zu René Thomas verschwand dem suprigen Forum sei Dank gerade im Nirvana (vielleicht hilft ja die Suche, aber nur die Google-Treffer, wir haben uns gewiss schon über Thomas unterhalten hier, es gibt auch einen Sterne-Thread, im Jazz-Index findet man ihn) … habe jetzt keine Zeit mehr, vielleicht hole ich das nochmal ausführlicher nach, auf die Schnelle: „Thomas Jaspar Quintet“ (RCA, leider derzeit nicht zu kriegen), „Eddy Louiss Trio“ (CD bei Dreyfus); und für belgischen Jazz generell:
    sdbanrecords.bandcamp.com/album/various-artists-lets-get-swinging-modern-jazz-in-belgium-1950-1970

    Für „Guitar Groove“ muss man wohl tatsächlich bei Fresh Sound schauen – wie üblich ohne Gewähr, was den Klang angeht …

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #10768563  | PERMALINK

    dropped-bomb

    Registriert seit: 21.04.2014

    Beiträge: 50

    Ich habe mir gerade die drei 4-CD-Boxen mit „Standards“ vom Anthony Braxton Quartet von der Europatour von 2003 geholt und bin total süchtig danach. Ich schreibe es hier, weil ich den Gitarristen Kevin O’Neill erwähnen will, den ich absolut großartig finde. Er schafft es, mit wenigen Tönen ganz viel harmonischen Hintergrund zu pinseln, so dass ich gar kein Klavier vermisse (und ich vermisse eigentlich immer ein Klavier, wenn’s keins gibt). Und dann spielt er wieder unglaublich dicht und aus dem Vollen geschöpft. Er schwappt in den Freejazz über und kommt zurück zu ganz zartem Spiel und er hat eine bestimmte Spieltechnik, die ihr vielleicht benennen könnt, die mir aber fremd ist, bei der er ein ganz abgefahrenes Geblubber in Höchstgeschwindigkeit aus den Saiten zaubert. Weil das ganz schön viele Stunden Musik sind, kam ich noch nicht dazu, mir anzuhören was und wo er sonst noch spielt, aber das werde ich bald nachholen.

    --

    #10794677  | PERMALINK

    blueberry

    Registriert seit: 23.10.2005

    Beiträge: 189

    wie ist denn Eure Meinung zu Nels Cline? Wurde der hier schon erwähnt und ich habe das evtl. übersehen? Dann sorry! Kannte den bisher nur als Gitarristen von Wilco… als Jazz Musiker habe ich mir das Album mit Julian Lage (Room) zugelegt, gefällt mir gut.

    Und was mir aufgefallen ist … warum covern Jazz Gitarristen so gerne BEatles – Songs? Egal, ob Montgomery oder Szabó/Horne (weches gerade im Hintergrund läuft…) ist ja grundsätzlich nicht verkehrt – wenigstens solides Qualitäts-Material. Fällt mir aber auf…

    --

    #10840279  | PERMALINK

    clau
    Coffee Bar Cat

    Registriert seit: 18.03.2005

    Beiträge: 88,355

    A jazz legend said he was in desperate need of money. His friends had questions.

    --

    How does it feel to be one of the beautiful people?
    #10840303  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 61,827

    clauA jazz legend said he was in desperate need of money. His friends had questions.

    Kann ich mal wieder nicht lesen … wie bei der Süddeutschen kann ich noch so sehr AdBlock für die Domain ausschalten, die blöhden Websites erkennen das einfach nicht und die Fehlermeldung bleibt … geht es um Kenny Burrell? Und was haben seine Freunde für Fragen?

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #10840383  | PERMALINK

    kurganrs

    Registriert seit: 25.12.2015

    Beiträge: 7,292

    @gypsy-tail-wind, hier:

    LOS ANGELES — It had been more than two years since Jacques Lesure had seen Kenny Burrell, 87 , but
    the legendary jazz guitarist seemed okay on the phone in April. No mention of overwhelming medical bills
    or impending eviction. No suggestion that he feared that merely allowing a visitor into his home could lead
    to a fatal illness.
    “I’ve never heard him sound like he’s on death’s door,” said Lesure, a fellow guitarist who has known
    Burrell for 25 years and had been delivering groceries to his door until recently. “And I’ve never had a
    financial conversation with Kenny.”
    But on May 9, Katherine Goodrich, 50, Burrell’s wife, launched a GoFundMe campaign because, she wrote,
    the couple desperately needed help. Their medical expenses, a case of identity theft and a dispute with the
    homeowner’s association in their building made her fear they faced homelessness. “I can’t maintain
    Kenny’s health and safety in that kind of environment,” she wrote.
    The great Kenny Burrell, a hero to generations of guitarists and one of the few jazz giants still alive, was in
    serious trouble. Or was he? When the UCLA police showed up on May 10 for a wellness check, they said
    Burrell assured them he was fine.
    Lesure was mystified by Goodrich’s plea. He says Burrell’s friends and family — he has four adult children
    from previous marriages — would never let him end up homeless. Burrell also remains a professor at
    UCLA, where he has been on paid leave since 2017, according to the university. Sue Townsley, another
    friend who maintained phone contact, said she felt the same way.
    “I didn’t know what to make of it,” said Townsley, a now retired UCLA administrator, of the campaign. “It
    didn’t ring true to me. As a bottom line, I haven’t given a dime and I care very, very much about Kenny.”
    But more than 4,500 people have responded to Goodrich’s call, which also received an endorsement from
    the New York-based Jazz Foundation of America and JazzTimes magazine. Those donors include fellow
    guitarist Pat Metheny, Blue Note Records president Don Was, and the two remaining members of the
    Doors, drummer John Densmore and guitarist Robbie Krieger. The campaign cracked $244,000 this
    month and continues to grow. And while the Jazz Foundation called the GoFundMe results “inspiring,” the
    campaign has sparked a different response from some longtime friends and colleagues.
    They are skeptical of the basis of the campaign, saying it is out of character for the obsessively private
    Burrell, and they worry it will tarnish his reputation. They also fear for his well-being. Tenants at the
    building on Greenfield Avenue say they haven’t seen Burrell leave his unit since at least 2018. His friends
    say the only way they can talk with him is on the telephone. In court documents and emails, Goodrich
    states that because of the couple’s “severely compromised immune issues” that “exposure to foreign
    chemicals, airborne or otherwise” could kill Burrell.
    “Here he is, he hasn’t been out of the house in two years, his wife is telling him that he’s in danger if he
    sees somebody,” says Claudia Mitchell-Kernan, the now-retired UCLA vice chancellor who last spoke with
    Burrell in April and said she has wrestled with whether to say anything publicly out of respect for the
    guitarist. “It’s utterly bizarre, and when you see something this bizarre, you don’t expect a happy ending.”
    Burrell and Goodrich have not responded to multiple interview requests from The Post. Last week,
    JazzTimes published what it said was a statement from Burrell addressing what he called rumors about his
    well-being, the GoFundMe campaign and Goodrich. He took issue with claims that his children and an
    unnamed former UCLA colleague disapproved of the campaign and said that “the gossip caused my wife
    and I distress, because of false accusations and speculation and doubt without knowledge of or regard for
    the facts.”
    In the statement, Burrell said that the couple’s financial crisis made the campaign “necessary for our
    survival.”
    He also refuted what he said were rumors that Goodrich has isolated him from friends and family.
    “My wife is not controlling me or my affairs,” the statement read. “She is managing OUR affairs as a
    married couple. She has worked hard to protect me, and manage a series of crises and very unfortunate
    circumstances, all while taking care of me 24/7.”
    After the statement, three of Burrell’s four children — Maya, Eddie and Jocelyn — told The Post that they
    did not want to discuss their father’s situation in detail, though they said their relationship has been
    strained because of Goodrich. They did say they were “hurt and disturbed” by the JazzTimes statement.
    “We love our Dad,” the children said in their own statement. “Always have and always will be here for
    him.”
    (Kenny Burrell Jr., his fourth child, could not be reached.)
    Burrell arrived at UCLA in 1978 to teach a course on Duke Ellington at the school’s Center for Afro-
    American Studies. By then, he was already a star, the silky-smooth guitarist with perfect tone who got cobilling
    with John Coltrane, played on Louis Armstrong’s “What a Wonderful World,” and recorded with
    everyone from Aretha Franklin to James Brown. His 1963 album, “Midnight Blue,” is considered a Blue
    Note Records classic.
    UCLA eventually promoted Burrell to professor in 1996 and had him create the school’s Jazz Studies
    program. He directed it until 2016. That’s also the last time he was spotted on campus.
    On Dec. 3 of that year, UCLA held an 85th birthday celebration concert for Burrell. About 1,000 people
    came to Royce Hall to hear the guitarist, who wore a crisp blue suit and played his beloved Gibson Super
    400 archtop.
    Sometime soon after the event, according to Burrell’s JazzTimes statement, he had a fall that led to several
    surgeries due to bleeding in the brain. It is not clear what happened next. He was on medical leave from
    January 2017 through December 2018. Instead of returning to campus this year, Burrell went on paid
    sabbatical, according to UCLA.
    “He’s always been close to the vest,” says Clayton Cameron, who played drums with Burrell for years and
    did not contribute to the GoFundMe because of his doubts. “It was just, ‘Hey, I’m getting better. I’m fine.’ ”
    Goodrich, who met Burrell in the 1990s when she was a graduate student at UCLA, has been more open in
    sharing her description of her husband’s condition. But some of Burrell’s friends and UCLA colleagues
    have voiced doubts about the veracity of her reports.
    The most detailed accounts emerged this year when the homeowner’s association at the three-story, beige
    and brown building near UCLA’s campus, sued Burrell and Goodrich when they would not allow workers
    into their 1,900-square-foot penthouse unit after a plumbing leak.
    In a response to the lawsuit filed in May, Goodrich said that she kept outsiders from entering Unit 302
    upon the recommendation of Todd Forman , a physician who she said in the court documents has treated
    the couple for “at least the past 20 years.”
    “My husband and I have severely compromised immune systems as a result of chronic health conditions,”
    Goodrich wrote. “Mr. Burrell has a chronic brain hematoma that could progress if he develops an upper
    respiratory infection with a cough.”
    “Dr. Forman,” she continued, “has informed us that the hematoma, or residual blood in the brain, can be
    exacerbated by anger, emotional distress, or stress.”
    Goodrich also stated in the court documents that Burrell has kidney cancer.
    Forman, reached by The Post, said he could not say whether he has treated the couple in person because of
    doctor-patient confidentiality. Forman said that he is a saxophone player, as well as a doctor, and
    considered himself a friend of the couple. He met Burrell in the 1990s when he attended UCLA’s medical
    school and played in the jazz band. He defended Goodrich.
    “She loves Kenny and Kenny loves her and she’s nothing but 100 percent supportive,” Forman said. “And
    where she’s coming from is only from a good place, of a place of trying to protect him, of trying to keep him
    alive as long as she can.
    Forman said he did not tell Goodrich that they could indefinitely not have visitors.
    “They obviously have a healthy paranoia for disease,” he said. “But ultimately, it’s their decision. You
    might not agree with her take on health and wellness and getting out there, but it’s Kenny’s decision on
    how he might want to live his life.”
    Nicholas Caplin, the couple’s attorney, said that he had not been authorized to discuss Burrell and
    Goodrich’s health.
    GoFundMe takes pride in having raised more than $650 million for people with medical issues. While
    most of those cases appear legitimate, there have been some recipients accused of fraud.
    A spokeswoman for GoFundMe said the company has paid attention to the Burrell campaign because of its
    size. She added that GoFundMe is not aware of any concerns, but “we do have a guarantee that in the event
    anything goes wrong, donors are always protected.”
    The day Goodrich launched the effort under the site’s „medical“ category, Guy Eckstine, son of late
    singer Billy Eckstine, called the campaign „very fishy“ on the JazzTimes Facebook page.
    “Kenny is a tenured professor at UCLA for almost 50 years and there’s no way he does not have the best
    health insurance on the planet,” Eckstine wrote.
    Tara Browner, a UCLA professor of ethnomusicology who has worked with Burrell, raised the same
    questions online. She says she remembers seeing the couple at a Whole Foods market about 15 years ago,
    when Burrell was in his early 70s and Goodrich was in her mid-30s.
    “Kenny was pushing her around while she was in a wheelchair,” said Browner. “This is a longtime, ongoing
    thing.”
    In May, UCLA released a statement noting that Burrell remained a full-time faculty member with health
    benefits. (In 2017, Burrell’s regular pay was $192,408, according to public records.)
    After Eckstine and others began to question the GoFundMe, Goodrich spoke with the Jazz Foundation of
    America, a nonprofit organization based in New York. The foundation then issued a statement that read, in
    part, that the organization had “reviewed documents attesting to the financial need described in the
    GoFundMe post.” The foundation also praised the couple for opening “up a world of such goodness and
    generosity, which they so richly deserve.”
    JazzTimes magazine, quoting the Jazz Foundation, then posted that the GoFundMe page was “legitimate.”
    “I actually felt kind of bad to even question it, knowing him and knowing what a class act he was in the
    course of his career,” says Eckstine.
    But Robin Tomchin was alarmed by the Jazz Foundation’s statement. Tomchin, Burrell’s former daughterin-
    law, managed the guitarist in the 1980s and 1990s along with her then-husband, David Burrell, the
    guitarist’s son. That relationship ended when she and David divorced, but she says they remained in touch
    before David’s death in 2006.
    Tomchin called Jazz Foundation founder Wendy Oxenhorn.
    “Their intentions are good,” says Tomchin. “But they didn’t do their research before they allowed this press
    release to come out. They didn’t call UCLA, they didn’t call any of his children, they didn’t call staff. They
    took Katherine’s word, and they just went with it.”
    Oxenhorn declined to comment and Joseph Petrucelli, the foundation’s executive director, responded to
    multiple calls with an emailed statement. He said that the Jazz Foundation spoke only with Goodrich and
    that “we had reviewed documents provided to us by Katherine attesting to the Burrells’ financial need.”
    This month, JazzTimes editor Mac Randall said that Burrell called and told him that he wanted to send the
    statement. Burrell did not go into specifics on the phone, Randall said, and did not mention UCLA or
    issues with his family. But Goodrich, through a private Facebook message, wrote Randall that the
    guitarist’s children were unhappy about the GoFundMe, he said.
    Randall said that the Burrell statement came from Goodrich’s email address.
    “I was in touch with Katherine, and she says that it came from him,” he said. “I don’t really know if there’s
    any other way that I can verify that it came from him.”
    He also said that he went “back and forth” about whether to publish the statement.
    “I did it in a way to kind of wait and see who responds,” says Randall. “Clearly, there is a need. The
    question is what’s the money really going to?”
    Burrell, who does not have any children with Goodrich, bought Unit 302 in 1999 for $379,000, according
    to real estate records. After he and Goodrich were married, Burrell changed the deed on the property,
    granting her co-ownership. In 2010, the couple refinanced by taking out a $468,000 loan.
    On a recent weekday, nobody answered knocks at Unit 302. There was a printed warning taped to the door
    stating that: “This is a private residence that contains audiovisual recording devices, and entry is
    acknowledgment that one waives any confidentiality and privacy rights.”
    In May, after the campaign launched, Burrell did return The Post’s call but declined an interview request.
    “I’m doing okay right now,” he said.
    In early June, Goodrich said she did not want to discuss the details of the GoFundMe or the lawsuit.
    “Enough has been printed about it,” she said. “We’re being helped by some very kind people, and that’s the
    end of it.”
    This month, Burrell and Goodrich vacillated over several interview requests made through Caplin, their
    attorney. When asked if his clients would consider meeting in person, Caplin, who says he has not met his
    clients in person, asked if the reporter would wear protective gear. At one point, Caplin said the couple had
    agreed to take written questions. But they did not respond when a list of subjects was provided.
    “We have two very private people, prideful, private people, who have been thrust into a situation that
    makes them very uncomfortable,” Caplin said. “It’s emotional, it’s heavy, they’re not enjoying themselves
    regarding any of this. It shouldn’t come as a surprise that intervention of the public and the press has
    resulted in further emotional degradation and, frankly, fear.”
    Even before the couple’s current dispute with the homeowner’s association, some neighbors have
    complained to management about Goodrich, according to residents. Such complaints ranged from refusing
    to participate in a building-wide treatment for termites to, they say, muffling of a fire alarm with a rag
    because it made noise during a test.
    “I don’t think there’s a rule she ever followed,” says Azra Hot, a second-floor tenant who has been a vocal
    critic.
    Other neighbors have taken to photographing the stacks of delivery boxes piled outside the couple’s door
    that tend to disappear at night, they say, replaced by stacks of cardboard.
    “What if they catch fire?” says Shiling Sun, a retired interior designer who lives across the hall. “I couldn’t
    even get out. The exit door is right there.”
    Mitchell-Kernan, the former UCLA vice-chancellor, said that when she was last allowed inside to visit
    Burrell more than a year ago, the boxes were piled from “floor to ceiling.”
    “I didn’t think of this at the time, but then when I realized this stuff has been around here for a while, then
    I began to speculate more about what was going on about her not letting people in,” she said. “I think she
    didn’t want anybody to see what was in there.”
    In the GoFundMe, Goodrich states that if she and Burrell lose the lawsuit, the building has “the right to
    foreclose on our property.”
    There is no indication in the legal documents that the homeowner’s association is trying to force them out
    of the unit they own.
    In the filings, the building’s tenants and representatives ask that Goodrich and Burrell let professionals in
    to inspect and repair any leaks.
    In the JazzTimes statement, Burrell says that the couple chose not to discuss the lawsuit but that they have
    been forced to spend more than $40,000 on legal fees and that they “never anticipated that it would be
    such a long and expensive process.”
    Also in the statement, he said that their unit requires “a lot of work, including remediation and repairs.”
    “This will be very expensive,” says the statement. “Relocation is necessary during these repairs, and that is
    also expensive. I have to stay near the medical center because of my health issues. So, our relocation will
    be a necessary expense.”
    The dispute at the center of the current lawsuit began Nov. 10 in the middle of the night, when Stanley
    Chua, who lived with his family in Unit 202, discovered water coming through their bathroom ceiling.
    Jenny Chan, his wife, says she knocked on Burrell and Goodrich’s door and Goodrich, while
    acknowledging she was there, refused to open it.
    Over several months, building management made attempts to enter 302, but Goodrich refused. In court
    documents, Goodrich stated that she resisted inspectors to protect her husband’s health. In late December,
    when she finally agreed to let the building’s contractors in, she said they only found a leak by spraying
    water through cracked grout above a bathtub that she said the couple had not used in 20 years. As
    evidence, Goodrich offered a photograph of the tub filled with boxes and other materials that she said were
    medical supplies. In the court documents, Goodrich also complained that when the contractors were in
    their unit, they removed their face masks while speaking on their cellphones, which “exposed myself and
    Burrell to germs that our body cannot handle.”
    The day after Christmas, Chua and Chan say they were told by inspectors that their home was unsafe
    because of mold and were ordered to move to a hotel with their two children, 2 and 5. In March, still
    unable to get access, the Parkview North Homeowners Association filed suit. In May, after the GoFundMe
    was launched, Chua and Chan filed their own lawsuit, accusing Burrell and Goodrich of negligence that
    they claim cost them $250,000.
    Also in May, after a court order, an inspector entered 302 on the condition that he wear a Tyvek suit,
    mask, gloves and goggles. He found water leaking from areas around Burrell and Goodrich’s bathtub into
    Chan and Chua’s unit and recommended repairs, according to the inspection report.
    The couple say it is too late. Their difficulties with Goodrich persuaded them to move out permanently.
    One incident, from December, haunts Chan. She and a maintenance person hired by the homeowner’s
    association approached 302. Goodrich opened the door, snapped a photo with her phone, and slammed
    the door. She later sent an email stating that she and Burrell had contracted viruses from the exchange and
    that “if anything happens to my husband, all parties will all be liable for injury and/or death.”
    “When I received that email, I was driving. I almost vomited,” says Chan, standing in the living room of
    her now empty former home. “It’s very scary. You never know what’s going to happen.”
    The GoFundMe also upset the couple. They are carrying two mortgages until they can sell their Greenfield
    Avenue home. They fear that the money from the crowdsourcing campaign will go to prolong the case.
    “They’re the ones who caused the issue; we are the ones who suffered,” says Chan. “But at the end of the
    day, we feel like she used this as a source to get money from people who don’t really know the story.”

    #10840453  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Uff, ok … gerne eine seriös recherchierte (die ersten Absätze des obigen Artikels suggerieren das Gegenteil, danach wird es besser, aber es okmmt immer noch alles nur aus zweiter oder dritter Hand) Kurzfassung!

    Klingt irgendwie nach einer Story von alten, schwierigen, überforderten Leuten, wie es sie wohl überall und immer gibt … und Stockwerkeigentum war wohl noch nie eine gute Idee … in erster Linie verdammt traurig.

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #10881727  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    ich hole das mal aus dem Hörthread hier rüber (leicht angereichert):

    redbeansandrice

    gypsy-tail-wind

    redbeansandrice
    Christian Escoudé – A suite for gypsies

    Das ist dann jene, die mir noch fehlt? Oder gibt es mehr als vier?

    Ist mir nicht immer ganz klar, was jetzt dazugehoert (also: Christian Escoudé Alben auf EmArcy / Gitanes, gerne mit irgendwelchen schicken Gaesten, tendentiell produziert von Jean-Philippe Allard), aber ich komme auf sieben





    redbeansandrice

    und halt

    die dritte oben kennt man tendentiell eher mit anderem Cover

    Nochmal in Worten:

    Christian Escoudé Octet – Gipsy Waltz
    Christian Escoudé with Strings – Plays Django Reinhardt
    Christian Escoudé Gypsy Trio – Holidays
    Christian Escoudé / Pierre Michelot Quartet – Live At the Village Vanguard
    Christian Escoudé in LA – Standards Vol. 1
    Christian Escoudé at Duc de Lombards
    Christian Escoudé Cookin‘ in Hell’s Kitchen
    Christian Escoudé – A Suite for Gypsies

    redbeansandrice
    wahrscheinlich waere es sinnvoller gewesen, die Luecken bei discogs zu schliessen… aber gut… hier kommt mal ein Versuch einer Diskografie… ich kenne laengst nicht alles… und zB bei der dritten sieht das Lineup auf den ersten Blick echt nicht schlecht aus… hatte ich nicht auf dem Schirm. Meine liebste ist ws immer noch die Nr 5 mit Lou Levy…

    Christian Escoudé on Gitanes:

    1) Christian Escoudé Octet – Gipsy Waltz
    Paris 22-23 May 1989. Christian Escoudé, Frédéric Sylvestre, Jimmy Gourley, Paul Challain Ferret (g), Marcel Azzola (acc), Vincent Courtois (cello), Alby Cullaz (b), Billy Hart (dr, 5 tracks) or Philippe Combelle (dr, remaining 3 tracks)

    2) Christian Escoudé / Pierre Michelot Quartet – Live At the Village Vanguard
    New York November 1990. Christian Escoudé (g), Pierre Michelot (b), Hank Jones (p), Kenny Washington (dr)

    3) Christian Escoudé with Strings – Plays Django Reinhardt
    Paris 7-8 May, 1 July 1991. Christian Escoudé (g), Alain Jean-Marie (p), Pierre Michelot (b), Alvin Queen (dr) + strings

    4) Christian Escoudé Gypsy Trio – Holidays
    Paris 18-19 May 1992. Christian Escoudé, Frédéric Sylvestre, Paul Challain Ferret (g), Babik Reinhardt, Biréli Lagrène (g, 1 track each) Marcel Azzola (acc, 3 tracks), Xavier Desandre Navarre (perc, 1 track)

    5) Christian Escoudé in LA – Standards Vol. 1
    Los Angeles 9-11 February 1993. Christian Escoudé (g), Lou Levy (p), Bob Magnusson (b), Billy Higgins (dr)

    6) Christian Escoudé – Cookin‘ in Hell’s Kitchen
    New York 21-23 November 1994. Christian Escoudé (g), Tom Harrell (tp), Rodney Kendrick (p), Michael Bowie (b), Alvester Garnett (dr), Chi Sharpe (perc)

    7) Christian Escoudé at Duc de Lombards
    Paris 23-25 April 1996. Christian Escoudé (g), Emmanuel Bex (org), Bruno Ziarelli (dr)

    8) Christian Escoudé – A Suite for Gypsies
    Paris 5-8 January, 2-9 February 1998. Christian Escoudé (g), Joachim Kühn (p), Florin Niculescu, Debora Seffer (violin), Lina Bossatti (viola), Vincent Courtois (cello), Ferenc Bokany (b), Bruno Ziarelli (dr)

    gypsy-tail-wind

    redbeansandriceist jedenfalls ein schoener Lauf von Album

    Ja, aber ich denk ich brauch in diesem Fall nicht alle … muss sie mir mal genauer anschauen, das mit Michelot sieht auf jeden Fall super aus. Die Django und Suite for Gypsies sehen aber auch interessant aus … und Gypsy Waltz eigentlich auch. Eher unklar scheint mir dann wohl Holidays, aber vielleicht ist mir das dann alles zuviel Gitarre/Gypsy Jazz/Musette …
    Am Rand gab es ja noch mehr, Sideman mit Teddy Edwards und – noch nicht gekannt, sieht auch super aus, zumal ich späten Lewis sehr mag – John Lewis:

    Und dann gab es noch zwei Nachzügler, wie es scheint (2011 und 2013), von denen die zweite mit Lew Tabackin, Billy Hart etc. auch super aussieht:


    redbeansandrice
    ja, die drei hatte ich auch entdeckt, die letzten zwei sind scheinbar aus der gleichen Phase wie das Nachzuegleralbum von Randy Weston / Billy Harper… kurz bevor das Label zu Impulse mutierte… die John Lewis ist dagegen einer der allerersten Produktionen aus der Ecke… Allard’s discogs Eintrag ist bestimmt nicht komplett, aber er legt das Nahe… kurz darauf kamen dann Merrill, Getz, Weston… Letztlich ist das schon ein ziemlich beeindruckender Lauf von ueber 100 Alben so ca von diesem John Lewis Album 1988 bis zu, sagen wir, Star Seeding von Bheki Mseleku 2003 … danach wurde es ein bisschen lueckenhafter (was sicher nicht seine Idee war).
    Bei den Escoude Sachen mit drei oder mehr Gitarristen bin ich auch am skeptischsten… aber Dank spotify werd ich mir das die Tage trotzdem mal anhoeren…

    gypsy-tail-wind
    Ja, beeindruckende Reihe … und genau, an den Weston-Nachzügler hatte ich auch gedacht.

    Was Getz angeht, die ersten Aufnahmen waren ja sogar früher (1987?), diese hier (1989 und 1991 herausgebracht), bei denen Allard nicht von Beginn an involviert war, aber dann doch an der Herausgabe beteiligt, wie es scheint:
    https://www.discogs.com/Stan-Getz-Anniversary/release/7875056
    https://www.discogs.com/Stan-Getz-Serenity/release/462289
    Das sind durchaus auch schon Editionen, die denselben Grad an Vor- und Umsicht zeigen, wie später die Gitanes-Produktionen. Aber Getz blieb ja eine Randerscheinung, wurde zu Herb Alpert (A&M) durchgereicht und starb dann… „People Time“ ist wie die beiden oben eine Übernahme von Radio-Aufnahmen. Die A&M-Alben kenne ich nicht, aber sowas hier könnte unter Umständen super sein (noch nie davon gehört):
    https://www.discogs.com/The-Paris-All-Stars-Homage-To-Charlie-Parker/release/4054171

    Und bei Merrill gab es unter der Ägide von Kiyoshi Koyama noch einen Prolog:
    https://www.discogs.com/Helen-Merrill-Gil-Evans-Collaboration/release/2457404
    https://www.discogs.com/Helen-Merrill-Ron-Carter-Duets/release/13919457
    Und hier – mit Getz (und Kühn) – die Stabsübergabe (beide als Produzenten):
    https://www.discogs.com/Helen-Merrill-Featuring-Stan-Getz-Just-Friends/release/2488438
    Und hier dann Allards richtiger Start mit Merrill:
    https://www.discogs.com/Helen-Merrill-Clear-Out-Of-This-World/release/2488571

    redbeansandrice
    Bei den Escoude Sachen mit drei oder mehr Gitarristen bin ich auch am skeptischsten… aber Dank spotify werd ich mir das die Tage trotzdem mal anhoeren…

    Berichte doch dann bitte mal!

    redbeansandrice
    Kuehn/Humair/Jenny-Clark, die etwas ueberraschende Rhythmusgruppe auf dem Merrill Album, ist ja auch eine der Bands, mit denen Allard viel gemacht hat…

    Ich habe jetzt mal mit der „Plays Django Reinhardt“ angefangen… vom Konzept her ein Typ Album, den man Django wahrscheinlich in aehnlicher Form zB 1970 zum 60sten Geburtstag haette schenken koennen… alle seine Klassiker (Nuages, Manoir de mes Reves…) vllt mit schoenen Streicherteppichen (ich denke an Flirt and Dream von Francy Boland, den haette ich engagiert… und vllt die Brass Section der CBBB). Aber Django ist ja leider schon 1953 gestorben und hat solche Alben entsprechend nie aufgenommen…
    Von dem her natuerlich eine prima Idee, sowas 1991 mit Escoude auszuprobieren… Escoude, eine gute Rhythmusgruppe (Alain Jean-Marie / Pierre Michelot / Alvin Queen) und ein Streichorchester… schlecht ist das alles nicht, aber gegen die Suite for Gypsies von gestern faellt es mE dann doch leicht ab… Gefuehlt ist das Hauptproblem, dass das Streichorchester ein wenig zu gross, zu opulent arrangiert und zu starr ist… Moment fuer Moment kann man gar nicht viel meckern, aber irgendwie ist es im ganzen ein wenig inkohaerent…

    Suite for Gypsies hat dagegen ein Streichquartett aus Leuten (Niculescu, Seffer, Couturier) mit beachtlichen Credentials als Jazzsolisten, dazu mit Kuehn einen Pianisten, der sich irgendwie besser mit den Streichern verzahnt, als Jean-Marie das hier tut. Wahrscheinlich unfair, aber tendentiell ist Jean-Marie (den ich anderswo sehr schaetze) jemand, auf den ein geplegter, langweiliger Background ein bisschen zu sehr abfaerbt… Und irgendwie hat man auch bei Alvin Queen das Gefuehl, dass er noch ein bisschen zu sehr in den 80ern haengt (in die dieses Album ueberhaupt nicht gepasst haette)… und auch Escoude ist zur Zeit von Suite for Gipsies ein bisschen weniger Gitarrenheld und ein bisschen mehr in den 90ern angekommen…

    Fuer die engueltige Entscheidung zwischen *** und ***1/2 muesst man wohl die Meriten jedes einzelnen Tracks abwaegen – schoene Momente gibt es durchaus… Ich sag mal vorlaeufig ***1/2. Sicherlich kein Fehlgriff, aber auch kein Album, das einem sehr fehlt, wenn man es nicht hat…

    redbeansandrice

    soulpope
    Für mich die purste Escoude war jene mit Charlie Haden aka „Nuages“ auf All Life aus 1979 …. da ist das Schwingen der Seiten enorm vertieft ….

    die fehlt mir noch! Vom fruehen Escoude hab ich die beiden Trioalben mit Mike Zwerin (Not much noise) und eine LP Seite mit Bernard Lubat aus Warschau (Jazz Jamboree 1976 Vol 2)… alles drei sehr schoen – aber auch aus der Zeit gibt es noch so viel mehr… ist ja an sich toll, dass er so eine grosse Diskografie aufnehmen konnte… nur ein bisschen unuebersichtlich

    gypsy-tail-wind
    Merci schonmal für die Rückmeldung @ redbeansandrice!

    Der Empfehlung für das Duo-Album mit Haden kann ich mich übrigens nur anschliessen, wollte es gestern auch noch anhören, aber es war dann doch schon zu spät … bestelle gerade etwas (die Alben mit Michelot, Jean-Marie und Kühn, das Lewis-Album mit Escoudé) – hoffe, das klappt am Ende auch, weiss man ja nie bei diesen Bestellungen … die jüngste (auf der Escoudé Musik von Lewis spielt) hätte ich auch gerne, aber die ist nur so für um die 20 zu finden, hmmm. Muss wohl dennoch sein

    redbeansandrice

    John Lewis / Christian Escoude – Mirjana

    das lief vorhin nach der Arbeit, schoenes Quartettabum mit George Duvivier am Bass als fast gleichberechtigte (und ziemlich tolle) dritte Stimme

    gypsy-tail-wind
    Auf die stiess ich heute morgen beim Online-Wühlen auch, es gab sie wohl in der Black & Blue-Reihe auch auf CD, aber scheint gerade nicht leicht zu finden zu sein … ein Exemplar des Lewis-Albums auf Universal (was war das damals, PolyGram?) ist dafür bereits unterwegs.

    Ergänzung: das Album erscheint in einem Monat in Japan wieder:
    http://www.cdjapan.co.jp/product/CDSOL-46076

    gypsy-tail-wind

    Schon angekommen – leider ein recht lädiertes Exemplar, aber immerhin habe ich kaum etwas dafür bezahlt … Sasha Lewis, der Sohn, spielt auf drei Stücken Altsax, Christian Escoudé und Daniel Humair sind immer dabei, am Bass wechseln sich Pierre Michelot und Michel Gaudry ab (4 bzw. 3 der 7 Stücke, nicht ans Sax gekoppelt). Lewis dankt in seinen Liner Notes Kiyoshi Koyama und Jean-Philippe Allard (zu dem unter den Produzenten Lewis/Koyama steht „assisted by“, das war also wohl wirklich sein Start bei dem, was dann Universal wurde … aber als Produzent oder ähnliches war er wohl schon seit den späten 70ern unterwegs, der frz. Wiki-Eintrag über ihn ist seltsam – von einem Bewunderer geschrieben und schlecht belegt – aber ziemlich umfangreich, was die ganzen Leute betrifft, mit denen er Alben herausgebracht hat).

    redbeansandrice

    Christian Escoude Octet – Gipsy Waltz

    Ich bin inzwischen ein bisschen weiter mit den ganzen Escoude Alben der 90er oder, wie hier, spaeten 80er. Vor dem Hoeren hatte ich ein bisschen Angst, dass das hier sehr suessliche Musette-Musik sein wuerde… Das kann man aber eigentlich echt nicht sagen… denn zum einen kommt die Musik recht spuerbar aus den 80ern und zum anderen ist Escoude am Ende doch ein Bebopgitarrist, sein Spiel viel zu sehr auf komplexe Linien ausgelegt um es allzu gemuetlich zu machen… Dennoch: Die Oktettbesetzung mit vier Gitarristen, Akkordeon (Marcel Azzola, der das schon bei Brel in den 60ern gespielt hatte), Cello (Vincent Courtois), Bass und Schlagzeug (auf den meisten Stuecken Billy Hart) hat ziemlich genau die Probleme, die man auf dem Papier erwarten wuerde.

    Die anderen drei Gitarristen erfuellen jeweils drei Rollenklischees, zwischen denen sich Escoude wahrscheinlich selbst gesehen hat, einer ist der coole Bebopper (Jimmy Gourley), einer der diensthabende Zigeunergitarrist (Paul Challain-Ferret, sein Vater war schon Rhythmusgitarrist bei Django), einer der fusionerprobte Gitarrist (Frederic Sylvestre – falls sich wer gewundert hat, warum es nicht auch noch einen Keyboarder gibt: diese Rolle uebernimmt er gerne mit seinen diversen Effektgeraeten).

    Das Programm sind letztlich boppige Versionen von Klassikern irgendwo zwischen Django Reinhardt, Toots Thielmans und Gus Viseur, ueberwiegend in etwas dubiosen, leicht ueberfrachteten Arrangements (Anspieltipp: „Django“). Wenn man gerne Bebopgitarre hoert, kein allzu grosses Problem mit Akkordeon hat und sich nicht gerne langweilt, ist das hier echt ein prima Album. Aber ganz gewiss kein vergessenes Juwel, dass auch heute noch modern klingt (oder so).

    Auf dem Anschlussalbum „Holidays“ wurden ein paar Produktionsentscheidungen getroffen, die auch hier nicht unangemessen gewesen waeren: Cello, Bass und Schlagzeug sind unter so vielen Gitarristen nicht wirklich noetig, koennen weg. Akkordeon ist super, reicht aber als Gastinstrument auf einer handvoll Tracks. Und die Anzahl Gitarristen wurde auch auf drei plus Gaeste reduziert (wobei mit Gourley derjenige wegfaellt, der Escoude letztlich als Solist wohl am aehnlichsten ist)

    gypsy-tail-wind
    Danke sehr für die Rückmeldung zu Escoudé @ redbeansandrice! Ich hab gestern drei CDs in der Post gehabt: das Quartett mit Pierre Michelot, das Album mit Kühn und das späte mit Lew Tabackin und der Musik von John Lewis. Die Bestellung für „Gipsy Waltz“ wurde gecancelt, mal schauen ob ich da und mit „Holiday“ dann mal noch einen Anlauf nehme oder es lasse … aber das Album von John Lewis mit Escoudé finde ich schon mal ziemlich schön (der Sohn Sasha Lewis am Altsax ist übrigens sehr okay, nicht grossartig oder so … der scheint gar nicht Musiker zu sein und – kein Wunder bei dem Namen – man findet auch überhaupt nichts über ihn heraus).

    redbeansandrice
    Danke, wollte schon nachgehakt haben, wie das Lewis Album ist!

    Christian Escoude – Holidays

    Wie oben schon angedeutet: Auf dem Papier hat man hier einiges richtig gemacht: Akkordeoneinsatz begrenzt, Anzahl Gitarristen bei drei plus Gaeste gedeckelt, seltsame Effektpedale aus den 80ern weitgehend verbannt… Im Grunde hat sich dadurch nicht so viel geaendert, Escoude spielt weiter seine Bopgitarrensoli in die alten Musettewalzer, Sylvestre antwortet mit Fusiongitarrensoli… aber: es ist vielleicht alles ein bisschen geschmackvoller als auf Gipsy Waltz, aber, leider, auch alles ein kleines bisschen langweiliger und suesslicher… so dass ich am Ende fast sagen wuerde, dass mir Gipsy Waltz eine Spur besser gefaellt… Dass Sylvestre dabei ist, ist uebrigens echt ein Segen, ohne ihn waeren mir wahrscheinlich beide Alben ein bisschen zu gemuetlich…

    gypsy-tail-wind
    Das Lewis-Album ist vermutlich für mich genau richtig … schnörkellos, natürlich mit schönen Stücken, die auch gut arrangiert bzw. in der Umsetzung halt gut durchdacht wirken. Eher ruhig, für manche Ohren vielleicht etwas brav, aber ich mag diesen stillen Lewis-Groove unheimlich gerne.
    Danke für den nächsten Bericht … mich schreckt ja das mit den „Fusion-Gitarren-Soli“ ziemlich, dafür schreckt mich Akkordeon überhaupt nicht, im Gegenteil (von Azzola hab ich auch irgendwo eine CD, allerdings länger nicht mehr gehört) … ich höre wohl erstmal die Sachen an, die jetzt da sind (sind ja auch noch die drei anderen Alben dabei, die wohl alle in meine Richtung gehen müssten, also das mit Tom Harrell, das mit Emmanuel Bex und das mit Lou Levy).

    redbeansandrice
    Weiss nicht wie fair/praezise mein Gebrauch von „Fusion“ hier wirklich ist… Sylvestres Sound ist halt mE kein klassischer Jazzgitarrensound sondern ein bisschen kaelter und kuenstlicher… kenn ich so sonst am ehesten von Philip Catherine… das Lewis Album muss dann wohl her…

    gypsy-tail-wind

    Das geht auch schon mal super los … und klar, das sind natürlich Bebop-Alben, auch das von Lewis (von dem ich übrigens ein sehr mitgenommenes, dafür günstiges Exemplar gekauft habe, das zwar schlecht beschrieben war – bei „VG“ stell ich mir nicht vor, dass alles total zerdrückt und abgegriffen ist, aber vielleicht ist das halt so, „VG“ ist die Beschreibung, bei der nie klar ist, was man kriegt, „good“ heisst ja in der Regel „Scheisse“, aber eben auch nicht immer – wünsche jedenfalls viel Erfolg, wenn Du nach dem Lewis-Album suchst).

    Übrigens lief Vol. 2 von den René Thomas RTB-Aufnahmen inzwischen auch mal … Vol. 1 ist vermutlich besser, aber dazu müsste ich es erstmal wieder finden, hab die CD zusammen mit der Timeless-CD irgendwo verlegt (die ich nicht soooo berauschend fand, was aber am Plastic-Sound der Bands liegt, nicht an Thomas selbst).

    Zum letzteren gerade noch ergänzend: super Album, ziemlich lang, vielleicht eher ein Live-Dokument als ein in sich geschlossenes, rundes Ding (also vielleicht eben doch kein „super Album“?) … tolle Atmosphäre, lange Soli von allen, klassischer Bebop, aber irgendwie ohne jegliche Angeberei, die machen einfach ihr Ding und es macht Freude, ihnen dabei zuzuhören!

    Einen ersten Eindruck vom letzten Album auf Universal („Saint-Germain-des-Prés: The Music of John Lewis“) habe ich inzwischen auch, hörte gestern ca. die Hälfte auch noch – wunderbar! Dass es kein Klavier gibt passt natürlich, denn Lewis kann man nicht einfach so mal rasch ersetzten. Tabackin ist mit seinem muskulösen Tenor ein willkommener Gegenpol, der aber nicht stört oder so. Eher leicht subversiv klingt dafür Billy Hart am Schlagzeug, der kann halt nicht anders, aber auch das tut dem Album sehr gut. Belmondo ist nicht überall zugegen, man hört ihn wohl etwas weniger als Tabackin (was ebenfalls passt, so super finde ich ihn nicht). Es gibt den Titeltrack/Opener des 80er-Albums von Lewis („Midnight in Paris“) auch hier gleich zum Auftakt, danach folgen diverse Klassiker aus Lewis‘ Feder darunter natürlich „Django“, aber auch das bezaubernde „Milano“ (als Escoudé-Solo), und – so weit kam ich noch nicht – „Concorde“, „Mirjana“ und dann am Ende „Afternoon in Paris“. Scheint mir eine sehr feine Hommage zu sein.

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #10882217  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    und noch ein Schwung…

    redbeansandricewobei man schon ein bisschen sieht, dass bei Blue Note die Designer mit etwas mehr Sachverstand ausgewaehlt wurden…

    Christian Escoude – Gipsy’s Morning (1981)
    wo ich die ganze Zeit „Fusion“ und „80er“ in den Gitanes Alben von Christian Escoude gesucht hab, war ich gestern abend quasi verpflichtet, mich ein wenig mit dem tatsaechlichen 80er Output von Escoude auseinanderzusetzen… „Gipsy’s Morning“ ist ein Quintet Album mit Escoude an akustischer(!) und elektrischer Gitarre, Keyboard (Olivier Hutman wie auf dem neuen Barney Wilen Album), E-Bass (Nicolas Fiszman), Drums (Jean-My Truong) und Percussion… das ist jetzt mal ganz klar kein Bebop sondern in der Tat Fusion mit einer deutlichen folkloristischen Komponente… Der Musette-Nostalgie-Faktor ist entsprechend eine Spur geringer, aber natuerlich nicht ganz weg.

    Christian Escoudé Group Featuring Toots Thielemans
    jetzt im Buero laeuft die Christian Escoude Group featuring Toots Thielemans. Mit diesem Album von 1982 hatte Escoude vom ersten Eindruck die 70er Jahre vollstaendig hinter sich gelesen und war ganz in den 80ern angekommen… Bestzung ist bis auf den beruehmten Gast an der Mundharmonika aehnlich wie vorher, aber Hutman hat inzwischen mehr von den etwas fieseren Keyboardsounds entdeckt, und durch Toots Beitraege wirkt es automatisch ein bisschen schmieriger und weniger folkloristisch… ich kann mir das gerade im Hintergrund prima anhoeren… und vielleicht ist es doch auch ein bisschen Bebop? die Linien von Hutman und Escoude stimmen eigentlich… aber schoen ist es eigentlich nicht

    redbeansandrice
    Catherine / Escoude / Lockwood ‎- Trio (1983)
    Vor dem Album hatte ich eigentlich Angst, seit ich vor vielen Jahren zum ersten Mal das Cover gesehen hab… zwei Gitarristen und Geige – wird das nicht ein bisschen schlicht – koennte man sich fragen… aber so naiv war ich im vorhinein nicht… und auch das Cover bereitet einen ja darauf vor, dass es ein bisschen, naja, bunter werden koennte… und in der Tat, wenn man die richtigen Geraete hat (und die hatten sie), kann eine Gitarre ja eigentlich wie alles klingen… und gerade Catherine ca 1983 trau ich (vllt zu Unrecht) eigentlich jede Geschmacksverirrung zu… und es ist auch nicht so, als waeren hier nicht gelegentlich ganz subtil drum computer eingesetzt worden… und klar gibt es Momente, in denen Catherine/Escoude einen Lagerfeuerrhythmus machen zu dem Lockwood den Teufelsgeiger gibt… ABER: Eigentlich ist es doch ein ueberraschend schoenes, oft lyrisches und (das ueberrascht mich mit am meisten) entspanntes Album geworden. Die besten Momente sind zB irgendwie so, dass Escoude eine Melodie spielt, Catherine dahinter so soundscapes macht und Lockwood ein bisschen pizzicato dahintersetzt… es ist sicherlich kein Zufall, dass das Album nicht auf ECM erschienen ist… aber wenn man es hoert ist die Vorstellung nicht mehr so abwegig, wie man erwarten koennte.

    redbeansandrice


    Christian Escoude – Saint-German-Des Pres. The Music of John Lewis
    hier ging es weiter im Gesamtwerk von Christian Escoude, eines seiner juengeren Alben (2014), ein Tribute an John Lewis, als dessen Sideman Escoude zwei karriereentscheidende Alben aufnahm (insbesondere war der Plattenvertrag mit Gitanes wohl so halb eine Reaktion auf das Lewis Album von 1988). Ich habe das jetzt einfach mal zwischen die ganzen dubiosen 70er und 80er Alben geschoben, weil ich was uneingeschraenkt gelungenes hoeren wollte – und das Versprechen haelt das Album absolut. Natuerlich muss die Musikgeschichte nach diesem Album nicht neu geschrieben werden, aber John Lewis Kompositionen sind eine sichere Bank, Thomas Bramerie (b) / Billy Hart (dr) auch, dazu gibt es Escoude und seinen treuen Rhythmusgitarristen der letzten 15 Jahre, Jean-Baptist Laya, und eine prima Frontline aus Stephane Belmondo (tp) und Lew Tabackin (fl, ts). Gerade Tabackin kenn ich viel zu schlecht, gefaellt mir hier ausgesprochen gut… klasse Album.

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