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Ach, ich hatte „Poesy“ früher verortet … aber wenn wir die Deadline nicht bis Januar 2027 verlängern, liegt eh nicht die Hälfte an Wiederhören drin, die ich gern würde, d.h. die noch nicht allzu vertrauten Sachen werden eher aussen vor bleiben, und ich gehe mal wieder meiner eigenen Wege. Und die führen mich zu diesem Album, das ich auch für die Geheimtipp-Kategorie nominieren möchte:

John Lewis – Improvised Meditations & Excursions | Auf „The John Lewis Piano“ gab es schon zwei Trio-Stücke (sonst ist Barry Galbraith dabei), aber erst zwei Jahre später, am 7. und 8. Mai 1959, nahm Lewis ein ganzes Album im Trio auf, für das Percy Heath bzw. George Duvivier (zweite Session) und Connie Kay aufgeboten wurden. Und das ist echt schön – es vereint die Eleganz von Wilson mit dem sparsamen Fokus von Lewis, das Piano hat einen matten Glanz, da und dort begleitet es sich selbst kontrapunktisch. Und der Morse-Code von Mal Waldron hatte natürlich auch einen Vorfahren (man höre „Delaney’s Dilemma“). Die Drums nehmen oft eine eher kleine, doch immer eigenwillige Rolle ein, der Bass ist dafür gern mal präsenter (bei Duvivier zudem sehr dunkel und toll) und bringt den Beat zum Leben. Ein Highlight ist sicherlich Lewis‘ Version von „Smoke Gets In Your Eyes“ – die ist gerade so besonders wie jene von Monk. Aber eigentlich ist hier jedes Stück ein Highlight.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaHighlights von Rolling-Stone.deJohn Carpenters „Escape From New York“ – „Die Klapperschlange“: 17 knallharte Fakten
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Ray Bryant Trio | Das ist wohl kein echter Geheimtipp, aber gleich noch eins dieser stillen aber stetig beeindruckenden Alben, aufgenommen am 5. April 1957 und eher Proto-Souljazz als lyrischer Minimalismus – doch gibt es hier mit „Django“ ein Stück von Lewis, und das ist gerade im unbedingten Groove und Drive toll. Ike Isaacs und Specs Wright agieren – wie der Leader – konventioneller, aber das ist ein gerade so fokussiertes Album, noch wärmer, obwohl das auf blauer Flamme köchelt … „Golden Earrings“ ist ein fabelhafter Opener, es gibt bezaubernde Solo-Passagen des Leaders, in dessen Originals durchaus auch Minimalistisches zu hören ist – aber in einer anderen, härteren Variante, mit zupackendem Anschlag … manchmal denke ich hier fast, Bryant hätte auch den Weg von Wynton Kelly einschlagen können – aber er ging andere Wege, begleitet Carmen McRae, spielte dann wirklich Soul Jazz (von „Little Susie“, über Alben mit grösseren Besetzungen wie „Hollywood Jazz Beat“ bis zur Cadet-Trias „Lonesome Traveler“, „Gotta Travel On“ und „Soul Freight“, wo starke Trios, alle mit Freddie Waits, jeweils von einem Satz aus zwei Trompeten ergänzt werden – die Souljazz-Variante von „Speak Like a Child“). Und doch spielte Bryant auch immer im Trio: „Ray Bryant Plays“, „Little Susie“, „Basin Street East“, „Cold Turkey“, „Hot Turkey“, „All Blues“, „Potpourri“, „All Mine… And Yours“, „Ray’s Tribute to His Jazz Piano Friends“ … eine ganze Menge starker Trio-Alben, die da zusammenkommt! Und es gibt noch weitere, die vermutlich ähnlich gut sind. In meine Top 20 gehört am Ende keines, aber mit dem Prestige-Album von 1957 ist er nicht weit davon weg. Und „Alone with the Blues“ (Prestige, 1958) wäre bei Solo-Alben auch nicht weit.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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gypsy-tail-wind …. ein Album, das ich auch für die Geheimtipp-Kategorie nominieren möchte:
John Lewis – Improvised Meditations & Excursions | Auf „The John Lewis Piano“ gab es schon zwei Trio-Stücke (sonst ist Barry Galbraith dabei), aber erst zwei Jahre später, am 7. und 8. Mai 1959, nahm Lewis ein ganzes Album im Trio auf, für das Percy Heath bzw. George Duvivier (zweite Session) und Connie Kay aufgeboten wurden. Und das ist echt schön – es vereint die Eleganz von Wilson mit dem sparsamen Fokus von Lewis, das Piano hat einen matten Glanz, da und dort begleitet es sich selbst kontrapunktisch. Und der Morse-Code von Mal Waldron hatte natürlich auch einen Vorfahren (man höre „Delaney’s Dilemma“). Die Drums nehmen oft eine eher kleine, doch immer eigenwillige Rolle ein, der Bass ist dafür gern mal präsenter (bei Duvivier zudem sehr dunkel und toll) und bringt den Beat zum Leben. Ein Highlight ist sicherlich Lewis‘ Version von „Smoke Gets In Your Eyes“ – die ist gerade so besonders wie jene von Monk. Aber eigentlich ist hier jedes Stück ein Highlight ….Volle Zustimmung …. trotzdem sehr schade, dass hier nicht durchgehend mit George Duvivier aufgenommen wurde …. offenbar vermag er John Lewis eindringlicher zu fordern ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
Mal Waldron – Impressions | Das erste Trio-Album von Waldron wurde hier schon erwähnt („Mal/4 – Trio“) – hab’s auch grad hervorgekramt, aber ich höre jetzt mal das zweite, ein halbes Jahr später mit demselben Bassisten und einem Drummer, den ich besser mag, aufgenommen: Addison Farmer und Albert „Tootie“ Heath. Und dass man da keine Vorschau auf den späteren Waldron kriegt, möchte ich auch nicht sagen – ist aber irgendwie generell nicht meine Hörerfahrung, eher eine gute Geschichte als eine, die ich der Musik wirklich entnehmen kann. Zumindest der Opener, „Champs Elysees“, klingt schon sehr nach dem, was man später als Waldrons Personalstil beschreiben sollte: endlose Repetitionen, der „Telegramm-Stil“, die Rhythmik, das Insistieren, das zugleich nonchalant und auch sehr konzentriert wirkt. Auch anderswo gibt es immer wieder Momente, die für meine Ohren echt nicht weit weg sind vom Waldron der Siebziger und danach. Dann gibt es aber auch das zehnminütige „Ciao“, in dem Waldron seinen Stil quasi mit dem von Bud Powell zu verbinden scheint – ich finde das alles ziemlich faszinierend, und die Arbeit im Trio gibt ihm Freiräume, die er bei all den Jam-Sessions und auch auf seinen anderen Alben in grösserer Besetzung (Mal/1-3) nicht hatte. Art Farmers Zwillingsbruder am Bass ist toll – wie überall, wo er auftaucht. Bedauerlich, dass er so früh verstarb (1963) und so vergessen ist. Heath ist knackig und frisch, und das Material ist auch recht spannend. Es gibt drei Originals von Mal und eins von seiner Frau Elaine („All About Us“, eine Widmung an die Familie und ihre Kinder) und vor dem kurzen Closer von Mal auf der zweite Seite drei Standards: „All the Way“, „With a Song in My Heart“, und „You Stepped Out of a Dream“. Zur dunklen Stimmung des Albums (in der Hinsicht Sonny Clark verwandt) passt das Cover hervorragend – das vielleicht bei manchen Reissues dunkler geraten ist, schwer zu sagen anhand der zahlreichen Versionen bei Discogs, vielleicht sind da auch einfach welche ausgebleicht, zumal es schon für 1961 eine gibt, die fast wie die obige CD (meine Ausgabe) aussieht.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbadanke für den schönen Text zu dem Waldron Album! Ja, Addison Farmer fällt schon als besonders toll auf!
redbeansandrice
Kikuchi Togashi Peacock – Poesy. The man who keeps washing his hands Ein anderes großes Kikuchi Trio der 90er, die Great 3, hier in einer Inkarnation aus den frühen 70ern… Weiss gar nicht, ob es für die Umfrage zählen sollte, weil Peacock nur auf der Hälfte mitspielt, der Rest ist im Duo p/dr. Wunderbar fokussiert und minimalistisch jedenfalls, noch etwas feiner, kleinteiliger und fragiler gearbeitet als dann in den 90ern… Fun fact: irgendwie hat man Kikuchi hier ohne seinen Gesang aufgenommen… Und so wenig er mich stört wenn er da ist, so gefällt es mir auch, wie die Musik noch etwas aufgeräumter und strenger wird, wenn er fehlt …und nochmal… es ist eigentlich in erster Linie eine der ersten Platten von Togashi als Rollstuhlfahrer (er war mal wieder fremdgegangen und seine Frau war mit dem Küchenmesser in der Hand ausgerastet)… und Togashi ist noch am Leben und versucht auszuloten, welche Möglichkeiten ihm als Drummer ohne Beine so offenstehen… man lässt ihn kreativ sein; und er klingt schon aus technischen Gründen komplett anders als jeder andere Drummer… und es ist seine letzte Chance, er gibt sein bestes, und weil er einer der besten Drummer seiner Generation ist, ist das echt ziemlich gut… und dann ist da der Deal mit Gary Peacock: er spielt nur auf der Hälfte der Stücke, aber wo er spielt, darf er sich überlebensgross zeigen, seine leichteste Aufgabe…
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The Ray Bryant Trio – Little Susie | Zwei Sessions von Ende 1959 – und das ist dann wirklich im Eiltempo unterwegs in den Soul Jazz … Ray Bryant groovt und rifft sich durch catchy Originals, mal eher bluesig, dann eher funkig, während sein Bruder Tommy Bryant den Beat vom aus aus vorgibt und Gus Johnson bzw. Eddie Locke einen passenden, meist leichten Beat beisteuern. Los geht es „Little Susie“, in der Diskographie von Bryuninckx als „Pt. 3 & 4“ markiert, weil Bryant im September schon eine Single mit zwei Teilen für Signature aufgenommen hatte. An Standards gibt es neben „Willow Weep for Me“ auch ein paar Songs: „By Myself“, „Moon-Faced, Starry-Eyed“, „So in Love“, „Greensleeves“ – und als Closer „Misty“, das Evergreen von Erroll Garner. Für meine Ohren sehr viel weiter von Bestenlisten entfernt als das Prestige-Album, aber dennoch sehr gut anzuhören (wie das Signature-Album auch, das ich aber nicht hervorholen werde, sonst dauert das alles wirklich bis Januar 2027
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Gestern hab ich auch nochmal Bobby Scott gehört … der ist ja schon irgendwie ein Phänomen. Spielte Klavier und Vibraphon, sang, beherrschte auch Akkordeon, Klarinette, Cello und Kontrabass, nahm für alle denkbaren Label auf, hatte ab 1962 immer wieder Hits in den Charts, gewann einen Grammy für „A Taste of Honey“ (Best Instrumental Composition). Hatten wir es von ihm hier eigentlich mal? Sessions 2 und 3 auf der CD „Early Sessions“ vom Bobby Scott Trio (Fresh Sound, 2012) präsentieren ihn 1955 (15. März bzw. 19. September) mit Al Levitt am Schlagzeug und Jim Corbett bzw. Knobby Totah am Kontrabass. Levitt ist ja immer wieder anzutreffen in der Zeit, wobei 1955 war das dann auch etwa vorbei, da ging es dann mit Lee Konitz los (die tollen Storyville-Sessions, wenig später war er dann in Paris bei den Aufnahmen von Sidney Bechet mit Martial Solal dabei – was zu Scott passt: Levitt traf in den frühen Vierzigern Mike Stoller, die zwei Freunde hörten ein paar Jahre lang gemeinsam Musik, bis Stoller 19449 nach L.A. ging und dort Jerome Leiber traf). Nach den vier kurzen Stücken von der Savoy-10″-LP gibt es ganze elf von „Scott Free“ (ABC-Paramount) – und hier spielt Scott dann auch Vibraphon, sonst wär das durchaus ein Kandidat für die erweiterte Liste – auch heir ein guter Mix von Originals („Two Toes“, „Summer Night“, „Squaw Rock“, „Potatoe Zalud“, „Milt Shake“) und Standards („What’s New, „Between the Devil and the Deep Blue Sea“, „Over the Rainbow“, „These Foolish Things“). Jack Tracey schreibt in den Liner Notes nur knapp zu den ersten drei Stücken („Two Toes“, „What’s New“ und „Between …“) und meint, gut zusammenfassend, wie sie die Formel des Albums vorgeben: „fleet, evocative piano work and the ringing, moody vibes by Scott, occasional solos and always-firm rhythmic backing by Totah and Levitt, and tunes that are notable for the stimulating areas they provide to blow in.“

Ergänzend zur Trio-CD (die mit dem oben erwähnten 10″-Album auf Bethlehem, „Great Scott“ öffnet), hat Fresh Sound 2007 schon die CD „The Compositions of Bobby Scott“ herausgebracht. Da finden sich die zwei Volumen (10″-Alben) desselben Namens, die Ende 1954 und Anfang 1955 für Bethlehem mit ein paar Bläsern entstanden (u.a. Eddie Bert und Al McKusick auf dem ersten, Conte Candoli, Frank Rosolino, Charlie Mariano, Bill Holman und Jimmy Giuffre auf dem zweiten, au beiden tolle Rhythmusgespanne: Milt Hinton/Osie Johnson in New York und Max Bennett/Stan Levey in L.A.), sowie eine weitere 12″-Platte aus dem ABC-Paramount-Katalog (kein Label, das je an der Spitze der Jazz-Entwicklung sein wollte, jemand wie Scott passte da sehr gut rein), „Bobby Scott and 2 Horns“ (mit dem Untertitel „West Coast Jazz Compositions, Vol. 1“) – sa ist das Line-Up weniger illuster mit John Murtaugh (ts) und Marty Flax (bari), dazu Whitey Mitchell und Howie Mann (das ist dann vom Oktober 1956 und natürlich wieder aus New York). Lobenswerte Compilations, finde ich – wie es scheint gibt’s das meiste davon echt nicht offiziell auf CD, nicht mal in Japan.
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lewis, young, holt, the in crowd (1965)
gestern als tipp aus der iverson-liste gehört, kannte ich nur dem namen nach. eine party natürlich, gerade beats mit jazz feel, sympathische gimmicks (special für eldee young auf dem cello, viel zu schnelle bossa nova), so eine idee vielleicht, dass man mit einem agilen klaviertrio die pophits und auch altes zeug nochmal lebendiger machen kann als im original. die kleine combo als jukebox.
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John Williams Trio | Im Fall von John Williams hat Fresh Sound es sich dann wohl wieder einfach gemacht und für die CD von 2005 einfach eine frühere Japan-Ausgabe ein wenig umgestellt (oder halt doch irgendwelche auf irgendwelchen Pfaden nach Barcelona gekauften Bänder verwendet, wer weiss). Die CD habe ich allerdings bei meinem ersten alleinigen Besuch (ich war als Kind mal dort) in Paris von Guy Kopelowicz gekriegt, daher versuch ich nicht, die Japan-Ausgabe zu kriegen … eine 10″-Platte („John Williams“) und eine 12″-Platte („John Williams Trio“) im Trio hat Williams 1954 bzw. 1955 für EmArcy aufgenommen, während er sonst hauptsächlich der Pianist in einer von Stan Getz‘ besten Working Bands war (mit Bob Brookmeyer, Bill Crow und – natürlich – Al Levitt zu Beginn, später mit Brookmeyer, Teddy Kotick bzw. noch später Bill Anthony am Bass und Frank Isola am Schlagzeug, gegen Ende der Band 1955 auch noch kurz mit Tony Fruscella statt Brookmeyer). Williams ist ein echt toller Pianist, der leider keine weiteren Aufnahmen als Leader machen sollte und in dessen Stil sich Elemente von Hank Jones (die Eleganz, der Sound) ebenso wie von Horace Silver (der Punch, die Artikulation) und Bud Powell (das hör ich eher in den blumigen Elementen, im Balladenspiel von Williams z.B. in „For Heaven’s Sake“) vereinen. Auf dem 10″-Album sind Anthony/Isola aus der Getz-Band dabei (Juli und August 1954, genau genommen zwei EPs, die dann zu einer 10″-LP wurden – und die komplette Ausgabe inkl. Alternate Takes wäre in dem Fall nicht auf CD sondern einer japanischen Doppel-LP von 1985 zu finden).
Für die Tracks der 12″-Platte (Chicago, 15. Juni, New York 24. Juni und 11. Oktober 1955) gibt es dann Verwirrung zu den Line-Ups und Sessions. Die drei Daten sind wohl klar, aber nicht, welche Stücke und welche Line-Ups von wo bzw. mit wem entstanden sind. Einmal jedenfalls Bill Anthony und Jack Edie (15. Juni), dann Chuck Andrus und Isola (24. Juni) und zuletzt Ernie Farrow und Isola (11. Oktober), aber die Tracks mit Farrow sind bei Fresh Sound die letzten acht, bei Bruyninckx stehen dieselben acht bei der Session vom 15. Juni – und so steht das auf dem Rückcover der japanischen Doppel-LP (Seite C ist bei Fresh Sound am Ende und statt 15. Juni auf den 11. Oktober getauscht, mit Farrow/Isola) – was wiederum mit der Master Takes-CD aus Japan übereinstimmen könnte. Dort wurde die Abfolge der Tracks umsgestellt und die vier, die davor als vom 15. Juni angegeben wurden, stehen am Schluss, d.h. falls da chronologisch vorgegangen wurde, hat man ev. einen früheren Fehler korrigiert? Jedenfalls ist das (vier Titel vom 15. Juni mit Anthony/Edie, acht vom Oktober mit Farrow/Isola – die vier mittleren mit Andrus/Isola sind immer gleich) auch mit den Liner Notes der LP konsistent. Seltsam. Und klar, das sind alles Leute, bei denen ich mir keineswegs eine Identifikation anhand der Aufnahmen zutrauen würde … aber dank dem Pianisten sind das schon sehr hörenswerte Sessions!

Hier noch eine Ballade – Williams‘ Version von Irene Higginbothams „Good Morning Heartache“, von der Session aus Chicago am 15. Juni 1955, vermutlich mit Anthony/Edie (anscheinend die erste instrumentale Jazz-Version des Songs):
PS: ich reagiere hier oft nicht, weil ich Alben selbst noch auf dem Stapel hab … so z.B. auch „The In Crowd“, die auch im Regal meines Vaters steht, mir damals aber viel zu gefällig war … aber Lewis einfach abschreiben wäre zu einfach, sein Trio – in der Besetzung nach Young/Holt – war später auch eine der Keimzellen von Earth Wind & Fire.
zuletzt geändert von gypsy-tail-wind--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbagypsy-tail-wind
PS: ich reagiere hier oft nicht, weil ich Alben selbst noch auf dem Stapel hab … so z.B. auch „The In Crowd“, die auch im Regal meines Vaters steht, mir damals aber viel zu gefällig war … aber Lewis einfach abschreiben wäre zu einfach, sein Trio – in der Besetzung nach Young/Holt – war später auch eine der Keimzellen von Earth Wind & Fire.das liest sich jetzt so ein bisschen wie ein vorwurf
aber wahrscheinlich beschreibst du dich selbst mit dem „zu-gefällig“-eindruck. mir ist schon bewusst, dass THE IN CROWD wahrscheinlich eines der erfolgreichsten klaviertrio-alben überhaupt ist, und ich hatte eine spekulative idee, warum. aber für mich und meine top20 habe ich lewis wahrscheinlich schon abgeschrieben…--
Ja, klar, ich meine da nur mich selbst – mit 15 oder 16 war ich bei sowas meist sehr streng
(haha, ich liebe „Jean Pierre“, „Swiss Movement“ und überhaupt Eddie Harris, so schlimm war’s also nicht)Für die Top 20 ist Lewis auch kein Kandidat, aber die ganze Übung wäre ja nur halb so interessant, wenn wir alles chancenlose schon im Vorfeld aussortieren würden.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
Claude Williamson – ‚Round Midnight | Im Osten das Stan Getz Quartet, im Westen das Bud Shank Quartet … Claude Williamson spielte auch in anderen Bands und seine erste 10″-Platte machte er 1954 für Capitol in der Reihe „Kenton Presents“, in der Stan Kenton ein paar seiner liebsten Sidemen vorstellen konnte – ich habe die LP vor vielen Jahren mal ausgeliehen gehabt und erinnere mich noch, dass ich es bedauert habe, dass Mosaic sie und die nachfolgende nicht fürs „Kenton Presents“-Set mitberücksichtigt hatte – dort sind nur Sessions von Bläsern drin: Bob Cooper, Bill Holman, Frank Rosolino). Das nächste Album im 12″-Format erschien wieder bei Capitol und hiess „Keys West“ (1955). 1954 waren Curtis Counce und Stan Levey dabei, 1955 Max Bennet/Levey und Buddy Clark/Larry Bunker. Fresh Sound hat alle Stücke der Sessions (es gibt von 1954 noch ein paar weitere, die wohl auf 12″-Reissues der Platte erschienen sind, die es übrigens auch als 2 x 7″ gab) auf einer CD kombiniert, die ich wohl mal noch suchen muss.
1956 folgten noch zwei Alben, jetzt für Bethlehem Records. Das erste, „Claude Williamson“ (aka „Have Piano … Can’t Travel“), finde ich gerade nicht. Es wurde im Januar 1956 mit Don Prell und Chuck Flores aufgenommen, den Kollegen aus dem Shank Quartet. Im Dezember folgte „‚Round Midnight“, das mein Einstieg war und das jetzt läuft. Hier hat Williams eine etwas beweglichere Rhythmusgruppe hinter sich, Red Mitchell und Mel Lewis (der erste auch Leader bei Bethlehem, der zweite ein Ex-Kentonite, wie Williamson). Das hat für meine Ohren eine andere Kohärenz als so manches aus der Zeit (jedenfalls im Vergleich mit Scott oder Williams), die Begleiter werden immer wieder aktiv in die Arrangements eingebunden, Lewis setzt auch im Uptempo an Besen Akzente (toll in „Tea for Two“) und treibt die Band voran – der Rollenwechsel vom Bass zu den Drums ist im Gang (den kehrte Bill Evans dann ja irgendwie wieder um), auch wenn Mitchell da, wo es gefragt ist, mit Punch den Tieftöner geben kann (hier z.B. in „Stompin‘ at the Savoy“). Die Stücke sind kurz und abgesehen von Horace Silvers „Hippy“ und vielleicht Loessers „I’ll Know“ alle sehr bekannt: „Stella by Starlight“, „Just One of Those Things“, „Love Is Here to Stay“, „The Song Is You“, „Somebody Loves Me“, „Polka Dots and Moonbeams“ … und da ist auch „Surrey with the Fringe on Top“, das Joe Muranyi in den originalen Liner Notes neben dem Loesser-Stück als die andere unerwartete Wahl beschreibt – Blossom Dearies Version gab es damals ja noch nicht und auch die Einspielung von Sonny Rollins entstand erst im September 1957 und Miles Davis‘ Version erschien erst 1961. Die Vorlage für sie alle war wohl die von Ahmad Jamal von (1952 noch im Cole-Trio-Format, damals als Single, auf LP wieder auch erst 1959 auf „The Piano Scene“, aber klar, 1952 waren Singles das relevante Format).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbavorgarten

lewis, young, holt, the in crowd (1965)
gestern als tipp aus der iverson-liste gehört, kannte ich nur dem namen nach. eine party natürlich, gerade beats mit jazz feel, sympathische gimmicks (special für eldee young auf dem cello, viel zu schnelle bossa nova), so eine idee vielleicht, dass man mit einem agilen klaviertrio die pophits und auch altes zeug nochmal lebendiger machen kann als im original. die kleine combo als jukebox.Ich kenne The In Crowd noch nicht, der Gedanke der kleinen Combo als Jukebox kan mir neulich aber bei diesem Album:

WOLFGANG DAUNER TRIO – Klavier-Feuer (12 Welterfolge Mit dem Wolfgang Dauner Trio)
Mit Eberhard Weber und Pierre Favre, 1967 auf CBS veröffentlicht, international dann so vermarktet:

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Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos.... (Doppelpost)
zuletzt geändert von redbeansandrice--
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Schlagwörter: Jazz, Piano, Piano Trio
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