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Mal Waldron – Impressions | Das erste Trio-Album von Waldron wurde hier schon erwähnt („Mal/4 – Trio“) – hab’s auch grad hervorgekramt, aber ich höre jetzt mal das zweite, ein halbes Jahr später mit demselben Bassisten und einem Drummer, den ich besser mag, aufgenommen: Addison Farmer und Albert „Tootie“ Heath. Und dass man da keine Vorschau auf den späteren Waldron kriegt, möchte ich auch nicht sagen – ist aber irgendwie generell nicht meine Hörerfahrung, eher eine gute Geschichte als eine, die ich der Musik wirklich entnehmen kann. Zumindest der Opener, „Champs Elysees“, klingt schon sehr nach dem, was man später als Waldrons Personalstil beschreiben sollte: endlose Repetitionen, der „Telegramm-Stil“, die Rhythmik, das Insistieren, das zugleich nonchalant und auch sehr konzentriert wirkt. Auch anderswo gibt es immer wieder Momente, die für meine Ohren echt nicht weit weg sind vom Waldron der Siebziger und danach. Dann gibt es aber auch das zehnminütige „Ciao“, in dem Waldron seinen Stil quasi mit dem von Bud Powell zu verbinden scheint – ich finde das alles ziemlich faszinierend, und die Arbeit im Trio gibt ihm Freiräume, die er bei all den Jam-Sessions und auch auf seinen anderen Alben in grösserer Besetzung (Mal/1-3) nicht hatte. Art Farmers Zwillingsbruder am Bass ist toll – wie überall, wo er auftaucht. Bedauerlich, dass er so früh verstarb (1963) und so vergessen ist. Heath ist knackig und frisch, und das Material ist auch recht spannend. Es gibt drei Originals von Mal und eins von seiner Frau Elaine („All About Us“, eine Widmung an die Familie und ihre Kinder) und vor dem kurzen Closer von Mal auf der zweite Seite drei Standards: „All the Way“, „With a Song in My Heart“, und „You Stepped Out of a Dream“. Zur dunklen Stimmung des Albums (in der Hinsicht Sonny Clark verwandt) passt das Cover hervorragend – das vielleicht bei manchen Reissues dunkler geraten ist, schwer zu sagen anhand der zahlreichen Versionen bei Discogs, vielleicht sind da auch einfach welche ausgebleicht, zumal es schon für 1961 eine gibt, die fast wie die obige CD (meine Ausgabe) aussieht.
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