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John Williams Trio | Im Fall von John Williams hat Fresh Sound es sich dann wohl wieder einfach gemacht und für die CD von 2005 einfach eine frühere Japan-Ausgabe ein wenig umgestellt (oder halt doch irgendwelche auf irgendwelchen Pfaden nach Barcelona gekauften Bänder verwendet, wer weiss). Die CD habe ich allerdings bei meinem ersten alleinigen Besuch (ich war als Kind mal dort) in Paris von Guy Kopelowicz gekriegt, daher versuch ich nicht, die Japan-Ausgabe zu kriegen … eine 10″-Platte („John Williams“) und eine 12″-Platte („John Williams Trio“) im Trio hat Williams 1954 bzw. 1955 für EmArcy aufgenommen, während er sonst hauptsächlich der Pianist in einer von Stan Getz‘ besten Working Bands war (mit Bob Brookmeyer, Bill Crow und – natürlich – Al Levitt zu Beginn, später mit Brookmeyer, Teddy Kotick bzw. noch später Bill Anthony am Bass und Frank Isola am Schlagzeug, gegen Ende der Band 1955 auch noch kurz mit Tony Fruscella statt Brookmeyer). Williams ist ein echt toller Pianist, der leider keine weiteren Aufnahmen als Leader machen sollte und in dessen Stil sich Elemente von Hank Jones (die Eleganz, der Sound) ebenso wie von Horace Silver (der Punch, die Artikulation) und Bud Powell (das hör ich eher in den blumigen Elementen, im Balladenspiel von Williams z.B. in „For Heaven’s Sake“) vereinen. Auf dem 10″-Album sind Anthony/Isola aus der Getz-Band dabei (Juli und August 1954, genau genommen zwei EPs, die dann zu einer 10″-LP wurden – und die komplette Ausgabe inkl. Alternate Takes wäre in dem Fall nicht auf CD sondern einer japanischen Doppel-LP von 1985 zu finden).
Für die Tracks der 12″-Platte (Chicago, 15. Juni, New York 24. Juni und 11. Oktober 1955) gibt es dann Verwirrung zu den Line-Ups und Sessions. Die drei Daten sind wohl klar, aber nicht, welche Stücke und welche Line-Ups von wo bzw. mit wem entstanden sind. Einmal jedenfalls Bill Anthony und Jack Edie (15. Juni), dann Chuck Andrus und Isola (24. Juni) und zuletzt Ernie Farrow und Isola (11. Oktober), aber die Tracks mit Farrow sind bei Fresh Sound die letzten acht, bei Bruyninckx stehen dieselben acht bei der Session vom 15. Juni – und so steht das auf dem Rückcover der japanischen Doppel-LP (Seite C ist bei Fresh Sound am Ende und statt 15. Juni auf den 11. Oktober getauscht, mit Farrow/Isola) – was wiederum mit der Master Takes-CD aus Japan übereinstimmen könnte. Dort wurde die Abfolge der Tracks umsgestellt und die vier, die davor als vom 15. Juni angegeben wurden, stehen am Schluss, d.h. falls da chronologisch vorgegangen wurde, hat man ev. einen früheren Fehler korrigiert? Jedenfalls ist das (vier Titel vom 15. Juni mit Anthony/Edie, acht vom Oktober mit Farrow/Isola – die vier mittleren mit Andrus/Isola sind immer gleich) auch mit den Liner Notes der LP konsistent. Seltsam. Und klar, das sind alles Leute, bei denen ich mir keineswegs eine Identifikation anhand der Aufnahmen zutrauen würde … aber dank dem Pianisten sind das schon sehr hörenswerte Sessions!

Hier noch eine Ballade – Williams‘ Version von Irene Higginbothams „Good Morning Heartache“, von der Session aus Chicago am 15. Juni 1955, vermutlich mit Anthony/Edie (anscheinend die erste instrumentale Jazz-Version des Songs):
PS: ich reagiere hier oft nicht, weil ich Alben selbst noch auf dem Stapel hab … so z.B. auch „The In Crowd“, die auch im Regal meines Vaters steht, mir damals aber viel zu gefällig war … aber Lewis einfach abschreiben wäre zu einfach, sein Trio – in der Besetzung nach Young/Holt – war später auch eine der Keimzellen von Earth Wind & Fire.
zuletzt geändert von gypsy-tail-wind--
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