Konzertimpressionen und -rezensionen

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    gypsy-tail-wind
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    Doric String Quartet – Kirche St. Peter, Zürich – 10.9.

    Alex Redington violin
    Jonathan Stone violin
    Hélène Clément viola
    John Myerscough cello

    Haydn: Streichquartett C-Dur op. 20/2
    Schubert: Streichquartett G-Dur D 887

    Völlig unverhofft kam ich für das gestrige Konzert des Doric String Quartet kurzfristig zu einer Freikarte (für Abonnenten der Hochuli-Konzerte – in meinem Fall die Tonhalle-Reihe – gab es zum Saisonstart eben Freikarten, die man allerdings vor einiger Zeit hätte bestellen müssen). Die Gelegenheit, ein Streichquartett in Aktion zu sehen hatte ich erst selten: im Januar in Mailand das Takács Quartet, vor ein paar Jahren (mit einem Klarinettisten) das Hagen Quartett.

    Das Doric Quartett war mir kein Begriff, doch der Bericht des Herrn neben mir, der seinen Begleitern von einem Auftritt vor ein paar Wochen erzählte, liess die Vorfreude wachsen. Los ging es mit Haydn – und wie schon beim Takács Quartet schien mir das zunächst eher eine Aufwärmübung. Auch das Adagio zog an mir vorüber, doch die abschliessende Fuge liess mich dann fast vom Stuhl fallen, so wundervoll wurde sie gespielt.

    Dann Schubert – Musik, um alle Musik zu beenden, zumal die ersten beiden Sätze. Grossartig allein schon, dieses Werk einmal so vor sich entstehen zu hören. Gespielt wurde mit grosser Konzentration, aber zugleich ziemlich locker, mit einiger Freiheit im Gestus. Das gefiel mir sehr gut, führte da und dort aber zu kleinen Unstimmigkeiten, was dann in den etwas leichteren letzten beiden Sätzen manchmal etwas störend war. Da dünkte mich zudem auch die eine oder andere exponierte Stelke nicht ganz sauber ausgeformt. Aber den feinen Gesamteindruck schmälerte das nicht sehr.

    Ein weiteres Abo für die Streichquartett-Reihe werde ich nicht anschaffen, aber vielleicht spontan noch das eine oder andere der Konzerte mitnehmen – und im allgemeinen versuchen, öfter Kammermusik im Konzert zu hören.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #89: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 3: Swing Sessions, 1944-46 - 29.8., 22:00; #90: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 4: Swing Combos und New Orleans Revival, 1949-55 - 10.9., 22:00; #91: Dr. John und das New Orleans-Piano - 14.9., 22:30 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #11: tbd | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
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    #10270439  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Eine Rezension aus berufenerem Mund – die Portamenti fielen mir auch negativ auf, aber ich war mir am Ende bei meiner mangelhaften Streichquartett-Erfahrung unsicher, ob das mein Problem war oder das des ersten Geigers … aber gut, hier der Link zu Peter Hagmann:
    http://www.peterhagmann.com/?p=1229

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #89: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 3: Swing Sessions, 1944-46 - 29.8., 22:00; #90: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 4: Swing Combos und New Orleans Revival, 1949-55 - 10.9., 22:00; #91: Dr. John und das New Orleans-Piano - 14.9., 22:30 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #11: tbd | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10325371  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ein kurzer Bericht nur … ich freue mich sehr, dass die Konzertsaison nach meiner Reise nun auch bei mir wieder startet. Ohne Live-Musik fehlt mir nämlich schlicht etwas im Leben.
     
    Tonhalle-Maag, Zürich – Freitag 17.11.
    Tonhalle-Orchester, Franz Welser-Möst

    Anton Bruckner: Symphonie Nr. 8 c-Moll

    Was für ein gewaltiger Trümmer! Wie vermutlich fast immer in den drei Saisons, in denen die altehrwürdige Tonhalle am See renoviert wird, sass ich in der ersten Reihe (billige Plätze gibt es im schlichten aber tollen Holzquader nicht viele). Das war klanglich nicht ideal aber zum Glück auch nicht wirklich störend, denn der Saal ist von grosser Transparenz und Klarheit – und verzeiht nichts. Doch zu verzeihen gab es auch nichts, Welser-Möst und das Orchester arbeiteten bei dieser dritten und letzten Aufführung bestens zusammen, die Sichtweise auf das mir zuvor unbekannte Werk schien mir stringent und stimmig, das Auf- und Abschwellen der Musik, die oft wie Wellen über den Zuhörer zu brechen schien, war mitreissend und am Ende geradezu erschöpfend.

    Als kleine Coda: das viele Brucknerhören der letzten Monate scheint Früchte zu tragen – ich kam mit dem Werk trotz Erstbegegnung bestens zurecht und war sofort fasziniert – nicht wie letztes Jahr als Haitink die Neunte spielte (und ich noch keinen Ton von Bruckner gehört hatte)
     

     
    Tonhalle-Maag, Zürich – Samstag 18.11.
    Nicolas Altstaedt/Alexander Lonquich

    Ludwig van Beethoven: Cellosonaten Nr. 1-5

    Nicolas Altstaedt, Violoncello
    Alexander Lonquich, Klavier

    Und gestern dann gleich die Probe, wie Kammermusik im neuen Saal funktioniert – prächtig, zumal wenn mit der Innigkeit und Überzeugung von Altstaedt umd Lonquich zur Sache gegangen wird. Ein paar Unsauberkeiten beim Cello nimmt man da ganz gelassen in Kauf, auch das Schnauben, das fast schon als tonlose Variante von Keith Jarrett durchgehen könnte. Altstaedt spielte begnadet auf, riskierte immer wieder mal was, dehnte die Zeit und liess sie dann wieder zusammenschnellen. Sein Ton, seine „vollblütige“ Darbietung scheint tatsächlich aus der französischen Cellolinie zu kommen (Fournier, gerade auch mit Beethoven, ist mir am besten vertraut). In Lonquich hat er einen perfekten Partner, der das Riskante locker abfedert und auch mal munter zurückgibt. Sein Spiel – das Klavier spielt ja längst nicht immer zweite Fiedel – gefiel mir wie erwartet gsnz hervorragend, auch wenn ihm vielleicht stellenweise etwas mehr Härte, ein paar Kanten mehr nicht geschadet hätten.

    Grossartig war es natürlich auch, die fünf Werke am Stück zu hören, die Entwicklung Beethovens nachzuvollziehen, der in jeder seiner drei Schaffensphasen grossartige Cellosonaten schrieb. Schon die beiden frühen sind klasse, die dritte (der mittlere Satz!) ein Meisterwerk, die beiden letzten – mit denen der Meister das Genre der Sonate für Klavier und (Begleit-)Instrument wohl ausgeschöpft hatte. Die erste ist „freje Sonate“ überschrieben und ähnelt eher einer Fantasie, die zweite ist hingegen stark strukturiert – und endet mit einer tollen Fuge.

    Was will man mehr? Eigentlich nichts, die zwei Stunden Musik (plus die üblichen Unterbrüche, dazu eine gerissene Saite in der zweiten Sonate) waren schon sehr generös – nichtsdestotrotz gab es eine kleine Zugabe: das Scherzo aus Brittens Sonate.

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    #10338243  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Kein ordentlich aufgemachter Konzertbericht, gerade den halbfertigen Post aus Versehen gerefresht, aaaargh – gehört:

    1) 22.11.2017 in Mantua im wundervollen Teatro Bibiena (von dem der 13jährige Wolferl ganz begeistert war, er trat wenige Wochen nach der Eröffnung dort auf) eine Aufführung von Händels Alexander’s Feast mit einem tollen Ensemble und Chor sowie guten bis sehr guten Solisten (die einen Sprachcoach benötigt hätten) und einem unruhigen Publikum (das ein paar Male eins hinter die Ohren benötigt hätte) … sehr schönes Ambiente, feine Musik, alles in allem sehr stimmig. Besonders gut gefielen mir die Arien für Alt bzw. Countertenor. Die Aufführenden:

    ANNA SIMBOLI Soprano
    ANDREA ARRIVABENE controtenore
    ALESSIO TOSI tenore
    MATTEO BELLOTTO basso

    CORO DA CAMERA RICERCARE ENSEMBLE (ROMANO ADAMI maestro del coro)
    ORCHESTRA ACCADEMIA DEGLI INVAGHITI, FEDERICO MARIA SARDELLI direttore

    2) 25.11.2017 in der Sala dei comuni im Castello Estense in Ferrara ein Konzert mit der Überschrift „Musica astrale„, in der zunächst Stockhausens Tierkreis-Zyklus gespielt wurde – mit viel Gitarren (zwei Gitarren, zwei Gitarren und Flöte, zwei Gitarren und Violine, Oboe und Gitarre, drei Gitarren, Sopransax und Gitarre bzw. zwei Gitarren, Horn und zwei Gitarren, aber auch ein Solo für Tenorsaxophon – für das ein älterer Musiker nach vorne ging, ansonsten handelte es sich wenn ich das richtig verstand in erster Linie um Studenten des Conservatorio Frescobaldi in Ferrara. Danach gab es eine etwas seltsame Uraufführung für elektrische Gitarre und zweite elektrische Gitarre bzw. elektrischen Bass von Mauro Cardi, als nächstes trat das Mandolinenensemble „Ensemble a Pizzico Caput Gauri“ nach vorn (fünf Mandolinen, zwei Tenormandolinen, drei Gitarren, ein Mandolocello (das ich allerdings nicht sah) und ein (schleppender) Kontrabass … die Musik stammte von Purcell, Morricone und zuletzt Hermann Ambrosius. Den Abschluss machte dann wieder ein elektrisches Stück, eine neue Vertonung von Méliès „Le Voyage dans la lune“ von vier jungen Musikern (elg, elg, b, d), die mir sehr gut gefiel. Vom Konzert hatte ich am Vortag beim Rundgang durch das Castello Wind bekommen – und auch die Proben zum einen der elektrischen Stücke gehört, die deutlich wilder und improvisierten klangen als was dann beim Konzert zu hören war. War aber eine gute Sache, die etwa eine Stunde dauerte.

    3) 26.11.2017 in der Scala in Mailand – das war nun geplant. Um 15 Uhr fand die letzte Aufführung der Saison und zugleich die Dernière der neuen Oper von Salvatore Sciarrino statt, „Ti vedo, ti sento, mi perdo„, oder: Warten auf Stradella. Die NZZ berichtete über die Aufführung etwas zu kritisch, denn alles in allem fand ich sie doch recht stimmig, der erste Akt vielleicht etwas langfädig, die Kostüme etwas zu bunt, überhaupt etwas zuviel „Action“ auf der Bühne, das Getrampel dann oft etwas zu aufdringlich – aber so leise wie Peter Hagmann fand ich die Musik denn nun wirklich nicht – die Rezension:
    https://www.nzz.ch/feuilleton/oper-mit-abwesendem-protagonisten-ld.1329182

    Stab und Cast:

    Orchestra del Teatro alla Scala
    Direttore – Maxime Pascal
    Regia – Jürgen Flimm
    Collaboratore del regista – Gudrun Hartmann-Wild
    Scenografo – George Tsypin
    Costumi – Ursula Kudrna
    Lighting Designer – Olaf Freese
    Movimenti coreografici – Tiziana Colombo

    La cantatrice – Laura Aikin
    Musico – Charles Workman
    Letterato – Otto Katzameier
    Pasquozza – Sonia Grané
    Chiappina – Lena Haselmann
    Solfetto – Thomas Lichtenecker
    Finocchio – Christian Oldenburg
    Minchiello – Emanuele Cordaro
    Giovane Cantore – Ramiro Maturana*

    Coro
    Hun Kim*
    Massimiliano Mandozzi
    Chen Lingjie**
    Oreste Cosimo*
    Sara Rossini*
    Francesca Manzo*

    *Allievo Accademia Teatro alla Scala
    ** Allievo Conservatorio G. Verdi di Milano

    4) 30.11.2017 in der Tonhalle-Maag, wieder erste Reihe – ein fulminantes Konzert mit dem Tonhalle-Orchester, das erstmals mit dem Derwisch-Mönch Teodor Currentzis auftrat – und ihm in der Tat folgte auf seinen musikalischen Entdeckungszügen. Grossartige Sache! Los ging es mit Alban Bergs Violinkonzert mit der Solistin Patricia Kopatchinskaja, die praktisch vor meiner Nase stand – nach drei Konzerten kann ich beruhigt sagen, dass erste Reihe in dem so transparenten Saal gut ist, ich weiss also, wie ich die künftigen drei Saisons meine regelmässigen Klassik-Kicks zu akzeptablen Preisen kriegen kann … für die laufende Saison habe ich eh schon um die 20 Konzerte gebucht, fast immer in der ersten Reihe (alternativ gibt es billige Plätze nur zuhinterst oder in der hintersten Reihe hinter der Bühne – ich bin gerne nahe dran, aber die Seitengalerie, die ich sonst gerne mag, ist leider in der Interimsspielstätte nur einreihig und daher viel zu teuer). Aber gut: Berg, los ging es mit einer Art inszeniertem Stimmen, einem ganz leisen Prolog, aus dem sich dann erst nach ein oder zwei Minuten die Musik Bergs entpuppte – eine wundervolle Idee, die quasi auch schon vorgreift auf das Folgende, Kopatchinskaja im weissen Kleid schien den Engel zu verkörpern, dem das Konzert gewidmet ist – sie kämpfte mit und gegen und für sich, das Orchester, das Werk, das Instrument, den Dirigenten (der natürlich völlig eins mit ihr war, wie das Orchester, das Werk und das Instrument auch), dehnte und bog sich wie eine Feder, die dann plötzlich wieder in die Ausgangslage zurückschnellt. Currentzis gutes Schuhwerk (immerhin schneite es nach dem Konzert ein wenig) irritierte die nervigen distinguierten (oder eben gerade nicht) Konzertgänger in der Reihe hinter mir wohl mehr als sein Dirigat – auch gut. Nach der Pause folgte Schostakowitschs fünfte Symphonie – und wie das Orchester hier mit Currentzis mitging war echt grandios, welche Wellen da von der Bühne herabrauschten und das Publikum fast hinwegfegten … eine grossartige Erfahrung, die denn auch mit langem Applaus und einigem Jubel quittiert wurde. Gerne mehr davon (aber ins Opernhaus, wo Currentzis im Januar mit Hélène Grimaud auftritt, werde ich nicht gehen, ist inzwischen wohl eh ausverkauft).

    Auch die NZZ war wieder zur Stelle: https://www.nzz.ch/feuilleton/mit-haut-und-haar-und-doppeltem-boden-ld.1334220

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #89: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 3: Swing Sessions, 1944-46 - 29.8., 22:00; #90: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 4: Swing Combos und New Orleans Revival, 1949-55 - 10.9., 22:00; #91: Dr. John und das New Orleans-Piano - 14.9., 22:30 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #11: tbd | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10338809  | PERMALINK

    clasjaz

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    gypsy-tail-windBerg, los ging es mit einer Art inszeniertem Stimmen, einem ganz leisen Prolog, aus dem sich dann erst nach ein oder zwei Minuten die Musik Bergs entpuppte – eine wundervolle Idee, die quasi auch schon vorgreift auf das Folgende […]

    Das finde ich sofort verständlich. Die Frage, wie beginnen, und ihre Schwester, wie enden, und das Ding dazwischen: wie weitermachen, what’s next. Die erste Frage nach dem Beginn wird selten gestellt in Solokonzerten, allenfalls dann eben bei dem „Einsatz“ des Soloinstruments, bei Bergs Violinkonzert ist sie sofort da. Ich habe diese Art Vorbereitung, die dann im Rückblick bereits dazugehört, bisher noch nie „live“ gehört; überhaupt nur bei einem Mitschnitt der „Kreisleriana“ von Josef Hofmann, der das Vorhermodulieren, meinetwegen  Präludieren wohl häufiger gemacht hat. Das Beginnen des Beginnens – und nein, diese Reflexionsstufe kann man anders als sophistisch nicht weiter zurückschrauben, weshalb sie selbst, mir zumindest, so anziehend ist.

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    #10342935  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    aquoiboniste

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    Zürich, Tonhalle Maag – 5.12.
    Regula Mühlemann, Capella Gabetta (Andrés Gabetta)

    NEUE KONZERTREIHE ZÜRICH

    Cappella Gabetta (Andrés Gabetta)
    Regula Mühlemann Sopran

    Johann Adolf Hasse – Ouvertüre aus „Il ciro riconosciuto“
    Georg Friedrich Händel – Arien aus „Messiah“ HWV 56, „Samson“ HWV 57, Ode for the Birthday of Queen Anne HWV 74
    Georg Gaetano Zavateri – Concerto da chiesa op. 1 Nr. 10 „A pastorale“
    Antonio Vivaldi – Violinkonzert D-Dur op. 11 Nr. 2 RV 208 „Grosso Mogul“
    Christoph Willibald Gluck – „Furientanz“ aus: „Don Juan“
    Johann Christian Bach – Sinfonie g-Moll op. 6 Nr. 6
    Wolfgang Amadeus Mozart – „Exsultate, jubilate“ KV 165

    Das letzte Konzert, Dienstagabend … gut zu wissen, dass die Tonhalle-Maag-Halle auch von einem kleinen Originalklang-Ensemble (geleitet vom Bruder von Sol, Andrés Gabetta) bestens klarkommt, dass da nichts dünn klingt – aber man eben auch jede kleinste Unsauberkeit in der Intonation oder Phrasierung sofort hört. Leider schien mir das Publikum eher gekommen, um die junge Sensation aus dem Luzerner Hinterland zu sehen und begutachten denn die Musik zu hören, Geraschel und irgendwie überhaupt etwas nervige Sehen-und-Gesehen-Werden-Stimmung. Mühlemann gefiel mir sehr gut, vielleicht war das Programm etwas zu glatt, auch das Ensemble etwas zu gepflegt (obwohl es das wiederum im Klang nicht unbedingt war, aber in der Gestik irgendwie schon). Die Musik fand ich – die Violinkonzerte, der Gluck-Auszug (mit dem es nach der Pause weiterging) – nicht wahnsinnig inspirierend, aber schon ordentlich gespielt. Die Händel-Arien waren toll gespielt und der Trompetensolist in zwei der ersten Händel-Arien war der wohl einzige wirklich überragende Musiker, den ich im Rahmen meiner Militärmusik“karriere“ antraf, eine schöne Überraschung und er hat das wirklich grossartig gemacht (die Händel-Arien waren: „Rejoice greatly, O daughter of Zion“ aus dem „Messiah“, „Eternal Source of light divine“ aus der Ode, die das Zavateri-Konzert umrahmten, nach Vivaldi gab es dann noch „Let the bright Seraphim“ aus Samson HWV 57 und nach der Pause dann noch „He shall feed His flock like a shepherd“ nochmal aus dem „Messiah“; angekündigt waren von Händel insgesamt nur zwei Arien aus dem „Messiah“). Das grosse Highlight war dann gewiss – allein schon des Stückes wegen – Mozarts wundervolle Motette zum Abschluss. Bis dahin war Mühlemann dann auch wirklich warm – beim ersten Auftritt mit Händel schien sie da und dort in der Intonation nicht ganz sicher zu sein … was aber auch am nicht astrein gestimmten Ensemble gelegen haben mag (die stimmten regelmässig aber wie mich dünkte nicht sehr gewissenhaft nach). Ein schönes Konzert, aber so begeistert wie der Grossteil des leider nicht so zahlreich wie erhofft erschienen Publikums war ich am Ende nicht ganz.

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    #10344647  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Zürich, Tonhalle Maag – 8.12.

    Tonhalle-Orchester Zürich
    Pablo Heras-Casado
    Leitung
    Camilla Tilling Sopran

    Henri Dutilleux – „Correspondances“ für Sopran und Orchester
    Claude Debussy – „La Mer“

    Johannes Brahms – Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

    Gestern wieder in der Tonhalle … Camilla Tilling in Dutilleux‘ „Correspondances“ war bestimmt das grosse Highlight – eine geradezu beängstigend perfekte Darbietung, die deshalb aber nicht den Hauch von Glätte oder Kälte verströmte. Wohl ein ordentlich schwieriges Werk für grössere Teile des Publikums, umso schöner, so etwas auf dem Spielplan zu sehen – und bei mir auch der Grund, hinzugehen (habe zwar ein paar Dutilleux-Sachen gekauft als letztes Jahr das Jubiläum gefeiert wurde, aber noch kaum etwas gehört, auch die „Correspondances“ nicht). Ein sehr faszinierendes Werk auf jeden Fall – schon der erste Satz, Rilkes Gong … das Ausklingen, Verklingen des Etwas hin zum Nichts. Da wurde bereits sehr zupackend musiziert, wie vor einigen Tagen liess das Orchester sich von Heras-Casado (ein gern gesehener Gast am Pult) mitreissen. Seine Klangvorstellungen waren bei Debussy und besonders bei Brahms dann manchmal etwas grob, dünkte mich. Vor allem im langsamen Satz – aber generell wurde wohl da und dort etwas dick aufgetragen, das Orchester klang jedenfalls nicht mehr so transparent, wie ich es im neuen, temporären Saal inzwischen schon fast gewohnt bin. Aber das hatte auch viel Schwung und riss am Ende auch das Publikum mit.

    Tilling debütierte in der Tonhalle mit Haitink (und Gerhaher) im Requiem von Brahms – gewiss eines meiner tollsten Klassik-Konzerterlebnisse bisher. Kommt sie wieder, werde auch ich wieder zur Stelle sein!

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    #10363591  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Zürich, Tonhalle Maag – 21.12.

    Tonhalle Orchester Zürich
    Bernard Haitink
    Leitung
    Maria João Pires Klavier

    Mozart Klavierkonzert Nr. 27 B-Dur (KV 595)
    Bruckner Symphonie Nr. 4 Es-Dur (Romantische)

    Ein Konzert gab es noch kurz vor Weihnachten, zu dem ich noch nichts berichtet habe – Schande, denn es war einzigartig! Es handelte sich gemäss der Ansage von Tonhalle Intendantin Ilona Schmiel um den allerletzten Auftritt, den Pires auf einer europäischen Konzertbühne geben sollte – abwarten, soweit ich weiss verkündet Pires ihren Bühnenabgang seit ein paar Jahren öfter, und wird im besten alten Rockstarstil rückfällig. Zu hoffen wäre es jedenfalls, denn was sie mit dem letzten Klavierkonzert Mozarts anstellte, war schlicht umwerfend. Ich sass in der ersten Reihe, zwei Meter vom Flügel, und allein das war schon ein Erlebnis. Haitink und Pires verstehen sich ohne Worte, ohne Blicke, da passte einfach alles, das klein besetzte Tonhalle-Orchester folgte den beiden mit Präzision und Hingabe. Wie einfach die Musik unter den Händen von Pires klingt, wie sie die Melodien ganz schlicht ausbreitet und damit doch ungemein berührt … das war grossartig.

    Nach der Pause gab es dann Bruckners vierte Symphonie, die „Romantische“, die ich seit dem Sommer in diversen Einspielungen immer wieder angehört hatte – Haitink, so scheint es, liebt lange Programme, letzte Saison gab es, noch in der alten Tonhalle, das fünfte Klavierkonzert von Beethoven und Bruckners Neunte. Auch hier war das Orchester in jedem Moment beim Meister, der etwas engagierter dirigierte als bei den beiden Konzerten, die ich bisher sah (das erste war eine beeindruckende Aufführung des Brahms’schen Requiems mit einem überragenden Christian Gerhaher und Camilla Tilling). Das Werk, von dem ich geglaubt hatte, es allmählich zu begreifen, entzog sich mir jedoch wieder, es kam mir an manchen Stellen gar disparat vor, da wird jeden kleinste Idee (und viele gibt es ja trotz der langen Dauer nicht gerade) komplett leergemolken und dann nochmal in alle Richtungen gedreht und ausgewrungen … doch es gibt natürlich zahlreiche grossartige Momente und ich möchte auch Haitink nicht zum Vorwurf machen, dass er das Werk nicht stringent präsentiert hatte. Vielleicht war ich auch einfach zu erschöpft.

    Nach der ersten Konzerthälfte gab eine lange, stehende Ovation für Pires, Schmiel kam auch nochmal auf die Bühne und überreichte eine Torte in Form eines Flügels … Pires wäre wohl am liebsten still abgeschlichen, Haitink ebenfalls, der es dann aber beim vierten oder fünften Mal knapp schaffte, dass Pires allein nach vorn ging und er sich etwas im Hintergrund halten konnte.

    Peter Hagmann, ehemals (und manchmal immer noch) Musikkritiker der NZZ besuchte das erste der zwei Konzerte und schrieb viel ausführlicher und besser darüber:
    http://www.peterhagmann.com/?p=1463
    Wobei ich in der ersten Reihe mit den Posaunen bei Bruckner kein Problem hatte … war da trotz des (nicht so grossen) Höhenunterschiedes wohl näher dran an dem, was Haitink auf dem Podium hörte, als Hagmann in der 14. Reihe (wo natürlich die besten Plätze liegen, die ich mir bei meiner Konzertfrequenz nicht leisten könnte).

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    gypsy-tail-wind
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    Das Klassikjahr ist auch längst gestartet … ein paar Sätze nur zum ersten Konzert vor einer Woche und zur gestrigen Epiphanie mit Verdi und Gardiner.

    Zürich, Tonhalle-Maag – 12.01.2018

    Kammerorchester Basel
    Mario Venzago
    Leitung
    Khatia Buniatishvili Klavier

    ROBERT SCHUMANN (1810–1956)
    Ouvertüre zu „Genoveva“ Op. 81 (1847/48)
    Konzert für Klavier und Orchester a-Moll Op. 54 (1845)

    Sinfonie Nr. 3 Es-Dur Op. 97 „Rheinische“ (1850)

    Das vierte Abonnementskonzert der „Neuen Konzertreihe Zürich“ präsentierte ein reines Schumann-Programm – schon das Grund für Vorfreude. In diese mischte sich ein wenig Zwiespalt, der sich – leider – als berechtigt erweisen sollte. Das lag daran, dass ich das Kammerorchester Basel zuletzt mit der aktuellsten CD aus dem Haydn 2032-Projekt von alpha nicht ganz so überzeugend fand (mit ihrem tollen Bologna 1666 Programm auf der Deutschen Harmonia Mundi jedoch schon!) – vermutlich ist mir das Orchester ein bisschen zuwenig durchgeknallt, ein bisschen zu eingemittet, nicht impulsiv genug. Aber gut, klanglich und spielerisch war das schon sehr ansprechend – aber Venzago am Pult schien schon auch etwas mehr Impulse zu geben, als das Orchester dann umsetzte. Jedenfalls knallten da schon mal seine Schuhe auf das Podest, er atmete und keuchte gewissermassen die Musik mit, was man aus der ersten Reihe auch wirklich mitkriegte.

    Die „Genoveva“-Ouvertüre knallte denn auch ordentlich, aber dass dann schon der erste kleine Unterbruch nötig war, um den Flügel in die Mitte zu schieben, war etwas schade. Buniatishvili trat im trägerfreien knallroten und Kleid auf und eroberte die Bühne quasi im Sturm. Ihre Sichtweise des Klavierkonzertes von Schumann ist ja bekannt, sie wechselt zwischen Momenten der Einkehr, sehr still und getragen, und eruptiven Ausbrüchen, in der ihre fabelhafte Technik natürlich zum Einsatz kommt. Leider sass da ein sehr penetranter Fan mit Kamera ein paar Plätze neben mir und es fiel mir streckenweise schwer, mich auf die Musik zu konzentrieren ob des sehr leisen aber doch stets hörbaren Geklickes seiner Kamera (eine Serienaufnahme nach der anderen, aber mehr als den Rücken und vielleicht eine Reflexion der Hände gab es von da nicht – er tat das so offensichtlich, dass ich davon ausging, er habe eine Bewilligung … meine Beschwerde bringt jetzt vielleicht zwei Freikarten für das nächste Konzert der Reihe, Kit Armstrong mit der Camerata Bern – nicht das Konzert, das mich am meisten interessiert, aber Interessentinnen, die die Karten nehmen, gibt es trotzdem – mit Bach, Kraus und Mozart ist das auch ein ansprechendes Programm).

    Buniatishvili jedenfalls lieferte all das Temperament, das mir beim Basler Kammerorchester manchmal fehlte – sie und Venzago waren jedenfalls ganz zusammen bei der Erkundung des Schumann’schen Konzertes und das Orchester machte leidlich mit. Mir ging dann auch einmal der Gedanke durch den Kopf, ob ein grösseres Orchester mehr gebracht hätte, aber ich glaube daran lag es überhaupt nicht. Der Applaus war dann riesig und – der zweite Vorbehalt – auch wegen der äusseren Erscheinung der Solistin etwas lärmiger und langanhaltender als wirklich angebracht, fand ich (keine Seitenhiebe an die Adresse der alten Männer, aber eben … ihre Damen waren ja auch mit, gucken kostet ja nichts und schaden soll es in der Regel auch nicht?) – nunja. Es gab denn diverse Ab- und Aufgänge, Verbeugungen und so weiter und so fort, und dann auch noch zwei kleine Zugaben, eine hypervirtuose (Liszt?) und eine eher besinnliche (Kancheli? beides ins Blaue hinein geraten) zum Ausklang.

    Dann Pause – eine Institution, die es eigentlich abzuschaffen gälte, vor allem bei Programmen wie diesem mit einer reinen Spielzeit von 70-80 Minuten. Und nach der Pause die „Rheinische“, eigentlich Schumanns letzte Symphonie und schon sehr hörenswert, wie ich inzwischen finde. Allerdings hörte ich sie im Dezember 2016, als Paavo Järvi beim Tonhalle-Orchester gastierte, und das war damals so umwerfend, irgendwie völlig klar und schlichtweg richtig, dass das Basler Kammerorchester trotz aller Bemühungen von Venzago daran nicht heranreichte (der nervige Kameramann hatte also nicht ganz unrecht, dass er in der Pause ging, aber er war ja wohl einfach ein Rückenfetischist und Venzago im Frack ist da schon etwas weniger attraktiv als Buniatishvili schulterfrei).

    Also: gut aber nicht überragend – zu Buniatishvili gehe ich trotz der auch anwesenden alten Herren auch wieder einmal.

    Zürich, Tonhalle-Maag – 19.01.2018

    Corine Winters Sopran
    Marianna Pizzolato Mezzosopran
    Michael Sypres Tenor
    Tareq Nazmi Bass
    Monteverdi Choir
    Tonhalle-Orchester Zürich
    John Eliot Gardiner
    Leitung

    GIUSEPPE VERDI (1815–1901)
    Messa da Requiem

    Überragend war hingegen gestern die zweite (von zwei) Aufführungen – Wildhagen schreibt in der NZZ „niederschmetternd grossartig“, und das trifft es ganz genau. In der Darbietung von Gardiner und seinem einmal mehr phänomenalen Monteverdi Choir war das in der Tat eine erschütternde und völlig überwältigende Erfahrung. Eine „Oper im Kirchengewande“ sei es, schrieb damals Hans von Bülow (ein Wagnerianer natürlich) – doch das trifft nun wirklich nicht zu, mit Verdis Opern hat sein Requiem wenig gemein. Allerdings ist diese Totenmesse an Dramatik gewiss schwer zu übertreffen – und ob sowas nun in die Kirche gehört oder nicht, darüber mag man streiten; vertritt man dazu eine restriktive Sicht – Rom verbannte ja das „Dies irae“ in den Sechzigern tatsächlich aus dem Ritus – müsste man aber auch einige der Opernfragmente im Kantatengewand des Thomaskantors skeptisch betrachten, gerade als braver Protestant, der „Inniges“ nur als „Innerliches“ zulassen will, nicht in der zum Himmel schreienden Ausgestaltung, wie es sie bei Verdi zu hören gibt. Aber gut, ich mag zur Aufführung gar nicht viel sagen ausser dass nicht nur der Chor sondern auch das Orchester und das Solisten-Quartett erstklassig aufgelegt waren. Das Tonhalle-Orchester ist ja – im Gegensatz zum Opernhaus-Orchester (bis 1985 bildeten sie ein gemeinsames Orchester) – nicht gerade für italienisches Repertoire bekannt, aber das war eine optimale Darbietung gestern. Die Solisten überzeugten alle vier gleichermassen, obwohl zwei von ihnen kurzfristig einsprangen: als Sopransolistin war Luba Orgonásová angekündigt (die schon auf Gardiners Einspielung zu hören ist und ebenso grossartig sang im Dezember 2015, als Gardiner mit Janáceks Missa Glagolitica beim Tonhalle-Orchester debüttierte), als Bassolist Gianluca Burato, beide sagten „aus familiären Gründen“ ab, wie es hiess.

    Hier Christian Wildhagens lange Rezension in der NZZ, der ich in fast allen Punkten beistimmen kann (dass das Solistenquartett „etwas disparat“ war dachte ich phasenweise auch, aber das erübrigte sich im Verlauf des Abends immer mehr und wuchs gegen das Ende hin sehr schön zusammen – es war ja auch nicht viel Zeit für Proben da und am Ende des zweiten Abends ist wohl schon mehr möglich als beim ersten:
    https://www.nzz.ch/feuilleton/wenn-die-letzte-stunde-schlaegt-ld.1349225

    Die 1983 in den USA geborene Sopranistin Corinne Winters singt derzeit in Basel die Violetta Valéry – das muss ich mir jetzt natürlich auch noch anschauen, zumal mich bisher keine andere Traviata-Aufführung in die Oper lockte, auch nicht die Aufführung in Zürich, die Ende der laufenden Saison wieder gespielt wird (mit Ailyn Perez). Winters singt die Rolle schon länger, wurde auch bekannt durch eine Traviata-Inszenierung der English National Opera (Inszenierung: Peter Konwitschny). Der NZZ-Bericht über die Basler-Aufführung machte mir jedenfalls Lust darauf. Die dort auch erwähnte Luzerner-Aufführung der vergangenen Saison hätte sich wohl auch gelohnt, aber davon kriegte ich zu spät erst Wind.

    Zunächst geht es heute aber an den dritten ausverkauften Tonhalle-Abend (Gardiner war beide Male ausverkauft – das gab es soweit ich weiss in der neuen Interims-Halle noch nicht und überhaupt in der Tonhalle ziemlich selten): Paavo Järvi und das Estonian Chamber Orchestra machen halt und führen die Sechste von Schostakowitsch sowie Werke von Arvo Pärt auf („Cantus in Memory of Benjamin Britten“, „Fratres“ für Streichorchester und Schlagzeug) und mit Viktoria Mullova das Violinkonzert von Jean Sibelius.

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    gypsy-tail-windAlso: gut aber nicht überragend – zu Buniatishvili gehe ich trotz der auch anwesenden alten Herren auch wieder einmal.

    Ich glaub ich auch …

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    gypsy-tail-wind
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    ford-prefect

    gypsy-tail-windAlso: gut aber nicht überragend – zu Buniatishvili gehe ich trotz der auch anwesenden alten Herren auch wieder einmal.

    Ich glaub ich auch …

    Das sollte ja eben keine so grosse Rolle spielen … klar mag ich keine Penner auf der Bühne sehen und finde durchaus manche Jazzer könnten sich wirklich ein klein wenig mehr anstrengen (was nicht heisst: herausputzen, aber eine halbweg stimmige Erscheinung, wenn man vor Leuten auf die Bühne tritt, darf schon sein). Aber dass man fast zu geifern beginnt wegen des Äusseren und das musikalische Können darob ziemlich ins Hintertreffen zu geraten scheint, finde ich schon ziemlich überflüssig. Klar spielt sie mit ihrem Image und das soll sie auch – aber es ist wie mit den kurzen Röckchen, die auch keine Belästigung rechtfertigen.

    Aber gut, bei Buniatishvili stimmt schon irgendwie das Gesamtpaket, sie ist flamboyant und zugleich nachdenklich und kriegt das alles ganz ordentlich hin. Eine wirklich gute CD hat sie aber noch nicht geschafft (in Sternen gesprochen liegt bei mir wohl alles so in der Gegend * * *1/2, vielleicht mal einen halben hoch oder runter) und das hat vielleicht auch mit diesem Spagat zu tun.

    Es gibt in der Tube eine ziemlich tolle Schumann-Aufführung mit Paavo Järvi am Pult des hr-Sinfonierchesters (mit Järvi und dem Chamber Orchestra of Europe spielte sie das Konzert letzte oder vorletzte Saison schon an der Tonhalle, ich würde das gerne im Vergleich hören):

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    gypsy-tail-wind
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    Zürich, Tonhalle-Maag – 20.01.2018

    Estonian Festival Orchestra
    Paavo Järvi
    Leitung
    Viktoria Mullova violine

    Arvo Pärt – Cantus in Memory of Benjamin Britten
    Jean Sibelius – Violinkonzert d-Moll op. 47

    Arvo Pärt – Fratres. für Streichorchester und Schlagzeug
    Dmitri Schostakowitsch – Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 54

    Einmal mehr war die Tonhalle ausverkauft gestern – und das war auch richtig, denn das Estonian Festival Orchestra mit seinem Gründer und Dirigenten Paavo Järvi lieferte richtig ab. Da war wie tags zuvor mit Gardiner die ganze Dynamik, von feinsten Pianissimo bis hin zum kreischenden Fortefortissimo … und eben wieder das, was mir beim Basler Kammerorchester ein wenig gefehlt hat: das blühende Leben, die brennende Intensität, mit der auch in den leisen Passagen musiziert wurde. Järvi ist nun wahrlich kein besonders eleganter oder beeindruckender Dirigent, eher steif steht er die meiste Zeit da, dann greifen seine Arme wieder weit aus … aber er weiss ganz genau, wie er es anstellen muss, um das Orchester zur Höchstleistung zu bringen – das klappte vor einiger Zeit ja auch mit dem Tonhalle-Orchester schon sehr gut.

    Los ging es mit einer kurzen Ansprache, denn es handelt sich um die Tour zum 100. Jubiläum der Unabhängigkeit Estlands, ein Minister war dabei, der nach den einleitenden Worten von Intendantin Ilona Schmiel eine kurze Ansprache hielt – durchaus in Ordnung und sympathisch obendrein.

    Los ging es dann mit Arvo Pärts Cantus für den verstorbenen Benjmain Britten – eine Glocke und Streicher, ein Klangrauschen, An- und Abschwellen, in dem mir jegliches Zeitempfinden abhanden kam. Das hätten gerade so gut drei oder zwanzig Minuten sein können (im Programm stand „ca. 7“). Dann Umbau, die Pfeiffen und Trommler mussten noch auf die Bühne und dann trat Viktoria Mullova auf, und mit ihr das seltsame Violinkonzert von Jean Sibelius … wie sie es öffnete meinte man, es handle sich um eins der grossen Konzerte der Romantik, Tschaikovsky, Bruch schienen nicht fern – und das liess mich etwas ratlos, obwohl es schon eindrücklich war, ihr zuzuschauen und zuzuhören (ich sass in der ersten Reihe, wie üblich, und wie schon bei Gardiner direkt links vom Mittelgang, sie stand also wirklich direkt vor mir). Das romantische verlor sich im Verlauf des zweiten und dritten Satzes dann ein wenig, war am Schluss des „danse macabre“ wohl ganz weggeblasen, aber trotz der beeindruckenden Performance von Mullova und vom Orchester blieb eine Prise Ratlosigkeit zurück – sollte dieses Ding nicht farbloser, karger, härter klingen? Und daraus gerade erst die Wirkung entstehen? Jedenfalls werde ich mir gelegentlich die mir vorliegende Einspielung mit Mullova (Boston/Ozawa – gibt es weitere?) anhören, ebenso wie die gerade neu eingetroffenen von von Batiashvili (Finnish Radio/Oramo) und Frang (WDR/Sondergaard) – bis dahin bleibt Hilary Hahn (die ich demnächst auch noch live hören werde, ebenfalls zum ersten Mal – bei ihr: Swedish Radio/Salonen) wohl mein Favorit aus jüngerer Zeit. Als Zugabe spielte Mullova dann einen langsamen Satz aus einer der Sonaten (oder Partiten) von Johann Sebastian Bach – man kennt es so, das passt eigentlich auch immer und war auch wirklich schön als Ausklang (Note to self: Mullovas im Hause @soulpope so geschätzte Bach-Einspielung wieder einmal antesten.)

    Die Pause dauerte dann mal wieder viel zu lang (wäre der Mensch nicht ein so unvollkommenes Wesen würde ich Pausen erst bei Konzerten ab zwei Stunden gutheissen, aber dann wäre noch viel mehr Geraschel und Gehuste … und je nach Programm wäre es v.a. für die Musiker_innen kaum zumutbar), wohl weil all die wichtigen Gäste mit Puffbrause ausgestattet werden mussten – die Infrastruktur in der Übergangsspielstätte lässt leider sehr zu wünschen übrig, wobei die Bar noch okay ist, Garderobe (meine Jacke liegt jetzt immer unter dem Stuhl) und Ein/Ausgang, ebenso die Toiletten leider überhaupt nicht (letztere sind mir egal, aber für das im Schnitt schon ordentlich angejahrte Publikum ist die steile und lange Treppe – auf der dann vor der Konzert auch die Musiker_innen mit ihren Instrumenten runterkommen – schon eine Zumutung). Aber gut, irgendwann ging es zum Glück weiter …

    Auch die zweite Hälfte öffnete mit Arvo Pärt, sein „Fratres“ ist für Streicher und ein Schlagzeug geschrieben, es gibt einen gehaltenen Orgelton im Bass, ein paar Schläge, die das ganze strukturieren – und auch hier wieder diese Streicherklänge, die aus dem Nichts kommen, an- und abschwellen und irgendwann wieder verschwinden – dieses mal dauerte der Zauber anscheinend „ca. 10′“, kam mir aber eher kürzer vor als im „Cantus“. Das ist faszinierender Stoff und ich sollte mich wohl mal ein wenig an Pärt heranpirschen – in Zeitlupe versteht sich, am besten im Schnee, aber der kommt ja nicht mehr, das macht einen ja ganz farruct. Die Bläser und restlichen Schlagzeuger sassen diesmal zum Glück schon mit auf der Bühne und so ging es direkt mit Schostakowitschs sechster Symphonie weiter (Jacob Knaus schrieb in der NZZ vor einigen Wochen über Schostakowitschs Vorgehensweise beim Komponieren und entschlüsselte einige der Zitate auch aus der sechsten Symphonie). Diese Symphonie, die gewissermassen keinen Anfang hat, war dann auf jeden Fall das Highlight des Konzertes, hier blühte das Orchester förmlich auf und Järvi (niemand sagte ihm, dass er den Kragen noch hätte runterfalten sollen – soviel zum Gespött über seine Eitelkeit, seine zugegen oft dämlichen Plattencover mit Selbstbildnis) gestaltet die Musik mit seinen Händen und seinen Bewegungen, kitzelte das Maximum aus dem Orchester heraus, spornte die Solisten zu Höchstleistungen an – bis mir in der ersten Reihe fast schwindlig wurde. Wie neulich, als das Tonhalle-Orchester unter Teodor Currentzis die Fünfte von Schostakowitsch spielte, hörte ich gestern auch die Sechste zum allerersten Mal. Es bleibt ein gewisser Zwiespalt – ohne diesen gibt es Schostakowitsch für mich wohl gar nicht, aber ich muss da noch viel tiefer graben. Aber dieses Werk ist faszinierend und die Aufführung war schlicht umwerfend. Es gab am Ende stehende Ovationen und sogar zwei Zugaben, zunächst wohl einen Satz aus einer der Jazz Suiten (mit einem weiteren virtuosen Klarinettensolo, der Klarinettist war davor schon im Schlussatz der Symphonie gefordert) und danach noch ein Stück, das von Grieg gewesen sein mag (so meinte zumindest jemand beim sehr trägen und entsprechend lange dauernden Vorarbeiten zum Nadelöhr vor dem Ausgang).

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    gypsy-tail-wind
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    Und hier auch noch der NZZ-Bericht zum gestrigen Abend:
    https://www.nzz.ch/feuilleton/so-klingt-der-neubeginn-ld.1349642
    Was Wildhagen zu den Qualitäten der Begleitung im Sibelius-Konzert schreibt, stimmt sicherlich, macht die Irritation über die Ausführung des Geigenparts aber nicht weg.

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    gypsy-tail-wind
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    Ha – ich lese gerade die Doppelrezension von Peter Hagmann – und muss ihm wohl in Sachen Mullova im Nachhinein recht geben, wollte es mir wohl selber nicht so richtig eingestehen … dass das Zusammenspiel mit dem Orchester eher lieblos war, fiel mir ja auf, ihr Vibrato usw. ebenfalls.

    http://www.peterhagmann.com/?p=1488

    Gut, da lese ich dann auch, dass ich Corinne Winters ja bereits einmal hörte, und zwar bei der grossartigen Aufführung von Debussys „Pelléas et Mélisande“, die ich zum Ausklang der Saison 2015/16 in Zürich hörte (Link zum Blog geht leichter als den betreffenden Post hier zu suchen):
    https://ubus-notizen.blogspot.ch/2016/05/pelleas-et-melisande-27-mai-2016.html

    Umso mehr freue ich mich jetzt natürlich, sie demnächst auch noch als Violetta Valéry zu hören!

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    gypsy-tail-wind
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    John Rhodes hat für Seen and Heard International auch über das Konzert mit Mullova und Järvi berichtet. .. und fand erstere klasse. Hmmm … dafür fand er Corine Winters bei Verdi schwach und das ganze „hardly electrifying“. Doppel-Hmmm. So uneinig war ich mit seinem Urteil bisher noch selten.

    Er kriegte allerdings mehr über die beiden tollen Zugaben, die Järvi mit dem Estonian Festival Orchestra spielte, heraus: Das erste Stück stammte vom Esten Lepo Sumera (Begleitmusik für einen Zeichentrickfilm), das zweite war „Vallflickens Dans“ von Hugo Alfvén.

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