Harald Schmidt

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  • #10835583  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

    Registriert seit: 14.09.2018

    Beiträge: 3,747

    bullittWer sich hier durch was triggern lässt, wäre noch zu klären.

    OK: „Fäuste fliegen – Deutsche liegen.“ Getriggert? Zu wenig PC?

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    Come with uncle and hear all proper! Hear angel trumpets and devil trombones. You are invited.
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    #10835589  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 30,517

    mikkoJa natürlich. Im Zusammenhang wird m.E. klar, warum Brüggemeyer die Attribute „männlich“ und „weiblich“ verwendet. Schließlich geht es ja genau darum, ob Frauen anders Gitarre spielen als Männer. Und er zeigt am Beispiel von Grateful Dead auf, dass es eben auch Rock Gitarristen gibt (männliche), die nicht typisch männlich spielen und posieren. Wo ist da bitte der Sexismus? Brüggemeyer folgt doch nur der allgemeinen klischeehaften Vorstellung, um zu zeigen, dass sie vielleicht gar nicht stimmt. Wo ist das Problem?

    Du führst das Thema hier ja sogar noch weiter. Der entscheidende Punkt ist ja: Es gibt (vermutlich) kein typisch männliches Spielen und Posieren, genauso wenig, wie es typisch weibliches Denken und Einparken gibt. Hier beginnt das stereotype Katalogisieren, der Aufbau von Klischees und vermeintlich geschlechtsspezifischer Zuordnungen.

    „Es gab aber auch damals schon Unisex-Gitarrenhelden“ – okay.

    --

    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #10835601  | PERMALINK

    mikko
    Moderator
    Moderator / Juontaja

    Registriert seit: 15.02.2004

    Beiträge: 34,399

    Ich habe doch gar nicht behauptet, dass es typisch männliches Gitarrenspiel gibt. Typisch männliches Posieren gibt es allerdings schon. Und weibliches Denken gibt es auch, davon bin ich überzeugt. Schlechtes Einparken dagegen ist weder männlich noch weiblich.

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    Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!
    #10835607  | PERMALINK

    bullschuetz

    Registriert seit: 16.12.2008

    Beiträge: 1,838

    irrlicht Der entscheidende Punkt ist ja: Es gibt (vermutlich) kein typisch männliches Spielen und Posieren, genauso wenig, wie es typisch weibliches Denken und Einparken gibt.

    Was spielen, denken und einparken betrifft: okay, mag sein.

    Aber beim Posieren gibt es natürlich das klassisch virile Rock-Mackertum, Stichwort Led Zeppelin, Stichwort Phallus-Ersatz, Stichwort Breitbeinigkeit, Stichwort blutjunge Groupies, und was sich sonst noch an Klischee gewordenen Verhaltensweisen um dieses Gitarrenheldentum herum angelagert hat. Das war eine absolute Männerdomäne, die von vielen Rock-Heroen vorgelebt und von tausenden Provinz-Epigonen nachgelebt wurde.

    Sicher kann sich auch eine Frau in solche Posen werfen. Aber das lässt sich, wenn man die Tradition kennt, dann eigentlich nur lesen entweder als Zitat, als Parodie oder als bewusste Aneignung von traditionell Männern vorbehaltenen Posen, zum Beispiel zum Zwecke der Aufbrechung von Gender-Zuschreibungen; oder als Mischung aus diesen Aspekten.

    Diese Art von überkommener Gitarrenmacho-Männlichkeit „toxisch“ zu nennen, mag etwas arg modebewusst-zeitgeistig sein, aber so ganz abwegig ist es auch wieder nicht. Zumindest aus heutiger Sicht ist der Umgang mit Frauen, wie ihn zum Beispiel Led Zeppelin als Lifestyle pflegten und verherrlichten, reichlich fragwürdig. In der damaligen Zeit wurde das natürlich noch nicht so problematisiert, und man muss diese Umgangsweisen zwischen den Geschlechtern wohl auch aus ihrer Zeit heraus verstehen (Groupies verstanden ihr Handeln ja zum Teil implizit oder explizit als durchaus emanzipatorisch, indem sie sich über das hinwegsetzten, was aus dem Blickwinkel der Zeit eine Frau tun durfte und was nicht). Zumindest eins aber ist klar: Wer dieses gitarristische Gegockel als Mann heute noch vollkommen unironisch zelebriert, muss damit rechnen, Widerspruch zu ernten oder ausgelacht zu werden.

    zuletzt geändert von bullschuetz

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    #10835615  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,403

    Mir widerstrebt es zwar, wenn ästhetische Strategien als „männlich“ oder „weiblich“ klassifiziert werden (also die Art und Weise, wie man Soli aufbaut, im Unterschied zu den Posen, in die man sich dabei wirft), aber hey: Es ist krass übertrieben, gleich „im Strahl zu kotzen“, wenn der RS mal einen Artikel mit fragwürdiger Argumentation und missglückter Überschrift veröffentlicht. Ich bitte darum, die eigenen Metaphern ernst zu nehmen und sich wenigstens eine halbe Sekunde lang bildlich vorzustellen, was man da schreibt. Bullitt schießt mit Kanonen auf Spatzen, ach was, er wirft eine Megatonnen-Bombe auf ein Vogelnest.
    (So viel zur „Sprachästhetik“ – inhaltlich hat Herr Rossi schon das Nötige gesagt.)

    zuletzt geändert von go1

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    To Hell with Poverty
    #10835619  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,403

    bullschuetz>Aber beim Posieren gibt es natürlich das klassisch virile Rock-Mackertum, Stichwort Led Zeppelin, Stichwort Phallus-Ersatz, Stichwort Breitbeinigkeit, Stichwort blutjunge Groupies, und was sich sonst noch an Klischee gewordenen Verhaltensweisen um dieses Gitarrenheldentum herum angelagert hat. Das war eine absolute Männerdomäne, die von vielen Rock-Heroen vorgelebt und von tausenden Provinz-Epigonen nachgelebt wurde. (…) Diese Art von überkommener Gitarrenmacho-Männlichkeit „toxisch“ zu nennen, mag etwas arg modebewusst-zeitgeistig sein, aber so ganz abwegig ist es auch wieder nicht. Zumindest aus heutiger Sicht ist der Umgang mit Frauen, wie ihn zum Beispiel Led Zeppelin als Lifestyle pflegten und verherrlichten, reichlich fragwürdig.

    Ich denke beim Stichwort „toxische Männlichkeit“ an so etwas wie Ehrpusseligkeit, Aggressivität, Besitzansprüche, Gewalt gegen Frauen, Sexismus (die Vorstellung, Frauen seien dazu da, es den Männern recht zu machen)… Dieses Problem scheint mir verharmlost zu werden, wenn der Begriff auf „breitbeinige Bühnenposen“ oder gar auf „eruptive Gitarrensoli“ angewandt wird. (Und davon war im Artikel die Rede, nicht vom Lifestyle.)

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    To Hell with Poverty
    #10835623  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 30,517

    @mikko @bullschuetz

    Natürlich ist das so, aber ihr seid da schon einen Punkt weiter. Ein Teil der Genderdebatte, die man beständig verfolgen kann, stellt ja gerade infrage, was wirklich genetische Anlagen sind und was im Grunde nur Teil des soziokulturell geprägen Werdegangs ist. Mit anderen Worten: Wer weiß, ob Frauen nicht vor fünfzig Jahren genauso breitbeinig auf der Bühne gestunden wären, wenn es denn salonfähig gewesen wäre, sich geschickt hätte und eben keine „Männerdomäne“ gewesen wäre, die das Rollenbild und die Ästhetik geprägt hätte. Auch Led Zeppelin und Nickelback sind Kinder ihrer Zeit, haben und hatten ihre Referenzen und Anknüpfungspunkte, wie in der Kunst sich jeder irgendwo in Stil, Form und Inszenierung bei anderen bedient. Mir widerstrebt einfach die Argumentation, dass es den schwelgerischen Stil der Frauen und den dominanten Anschlag der Männer gibt – das ist ein historisch gewachsenes Modell, das immer weiter aufbricht, aber eben erstmal nicht intrinsisch ist. Man könnte ja mal den Test machen und – ohne Stimme – nacheinander Gitarrenmelodien von Sleater-Kinney und Nick Drake abspielen. Allein das zeigt doch schon, wie sehr die Plausbilität hier ins Wanken kommt.

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    Hold on Magnolia to that great highway moon
    #10835625  | PERMALINK

    foka

    Registriert seit: 17.10.2007

    Beiträge: 8,007

    Ich weiß einfach nicht, was mit bullitt los ist. Wutbürgertum, leider. Es kommt von allen Seiten. Und jetzt habe ich ihn wahrscheinlich auch schon wieder Nazi genannt. Habe ich aber nicht!

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    Is this my life? Or am I just breathing underwater?
    #10835627  | PERMALINK

    bullschuetz

    Registriert seit: 16.12.2008

    Beiträge: 1,838

    go1 Ich denke beim Stichwort „toxische Männlichkeit“ an so etwas wie Ehrpusseligkeit, Aggressivität, Besitzansprüche, Gewalt gegen Frauen, Sexismus (die Vorstellung, Frauen seien dazu da, es den Männern recht zu machen)… Dieses Problem scheint mir verharmlost zu werden, wenn der Begriff auf „breitbeinige Bühnenposen“ oder gar auf „eruptive Gitarrensoli“ angewandt wird. (Und davon war im Artikel die Rede, nicht vom Lifestyle.)

    Dem stimme ich zu, breitbeinige Bühnenposen sind nur etwas albern, und eruptive Gitarrensoli können toll sein. Worauf ich hinaus wollte: Zum damals vielbewunderten Role Model viriler Gitarrenheld gehörte nicht selten ein Verhalten, das uns aus heutiger Sicht als „toxische Männlichkeit“ erscheint. Aber ich will die Überschrift nicht unbedingt verteidigen, Dein Einwand, dass der Text das nicht trägt, ist berechtigt.

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    #10835629  | PERMALINK

    bullschuetz

    Registriert seit: 16.12.2008

    Beiträge: 1,838

    irrlicht@mikko @bullschuetz Natürlich ist das so, aber […] Mir widerstrebt einfach die Argumentation, dass es den schwelgerischen Stil der Frauen und den dominanten Anschlag der Männer gibt – das ist ein historisch gewachsenes Modell, das immer weiter aufbricht, aber eben erstmal nicht intrinsisch ist. Man könnte ja mal den Test machen und – ohne Stimme – nacheinander Gitarrenmelodien von Sleater-Kinney und Nick Drake abspielen. Allein das zeigt doch schon, wie sehr die Plausbilität hier ins Wanken kommt.

    Volle Zustimmung! Und ein schönes Beispiel dafür, dass die Kategorie „Gender“, die Geschlecht als soziale Konstruktion und nicht als zeitlos-biologische Unveränderlichkeit beschreibt, weder „gaga“ noch „Wahnsinn“ ist, sondern ausgesprochen sinnvoll.

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    #10835633  | PERMALINK

    foka

    Registriert seit: 17.10.2007

    Beiträge: 8,007

    Toxische Männlichkeit! Wenn Ozzy einer Taube den Kopf abbeißt, oder was? Gabs noch nie, allein der Begriff ist völlig bescheuert. Was ist denn dann toxische Weiblichkeit? Das neue Madonna-Album? Oder doch eher Ariana?

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    Is this my life? Or am I just breathing underwater?
    #10835635  | PERMALINK

    foka

    Registriert seit: 17.10.2007

    Beiträge: 8,007

    Stelle gerade fest: Weibliche Toxizität finde ich toll.

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    Is this my life? Or am I just breathing underwater?
    #10835637  | PERMALINK

    mikko
    Moderator
    Moderator / Juontaja

    Registriert seit: 15.02.2004

    Beiträge: 34,399

    Natürlich sind wir uns da vollkommen einig, @irrlicht und @bullschuetz. Und ich glaube, hier geht niemand davon aus, dass Posen und Verhaltensweisen (auch die Art Gitarre zu spielen) angeboren sind.

    Zum Artikel: die Überschrift ist übertrieben. Inhaltlich bin ich aber mit Maik weitgehend konform.

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    Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!
    #10835639  | PERMALINK

    bullschuetz

    Registriert seit: 16.12.2008

    Beiträge: 1,838

    fokaToxische Männlichkeit! […] Gabs noch nie

    Dein Wort in Gottes Ohr. Wenn Dir der Begriff zu modisch-zeitgeistig vorkommt, dann sag doch einfach Sexismus, Machotum, sexualisierte Gewalt und & Co dazu. Ich denke, das gab und gibt es schon dann und wann.

    --

    #10835641  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,403

    fokaToxische Männlichkeit! Wenn Ozzy einer Taube den Kopf abbeißt, oder was? Gabs noch nie, allein der Begriff ist völlig bescheuert.

    Bitte erst lesen, dann schreiben: Toxic Masculinity, Hä, was heißt Toxic Masculinity? Der Begriff beschreibt etwas, das es wirklich gibt (Erwartungen an „männliches“ Verhalten, die letztlich vom Soldatischen oder Kriegerischen herkommen).

    zuletzt geändert von go1

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    To Hell with Poverty
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