Gary Peacock

Ansicht von 15 Beiträgen - 31 bis 45 (von insgesamt 105)
  • Autor
    Beiträge
  • #11064821  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,568

    napoleon-dynamitewie es zu dieser kurzen Aufnahme-Explosion in Japan kam, ist mir aber nicht klar. Hat jemand von euch dazu Informationen? In Interviews mit Peacock habe ich selten etwas zu der Zeit gelesen.

    erzählt er eigentlich in dem interview, dass sabin mit ihm für seine diss gemacht hat: war pleite, musste sich und die zweite ehefrau versorgen, sony macht ihn ausfindig und engagiert ihn für studiojobs. kauft sich wieder einen bass, helen merrill fragt an, dann sarah vaughan für ein konzert, dann eine bass-klasse, die ihn als lehrer haben will. mit kikuchi und murakami gab es ein regelmäßiges club-engagement (daraus und aus der sony-connection entstanden wahrscheinlich die eigenen alben). er kokettiert ein bisschen: ich wollte nicht spielen, aber ständig diese anfragen…

    --

    Highlights von Rolling-Stone.de
    Werbung
    #11064859  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

    Registriert seit: 09.11.2002

    Beiträge: 21,722

    vorgarten erzählt er eigentlich in dem interview, dass sabin mit ihm für seine diss gemacht hat:

    Ah, danke. Das muss ich endlich mal lesen.

    --

    I'm making jokes for single digits now.
    #11064901  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 11,595

    napoleon-dynamiteVon mir auch vielen Dank für die Liste!

    redbeansandrice Midlife Crisis… dafuer ist es eigentlich ein bisschen frueh… Was ja schon irgendwie interessant ist, ist, dass er sich quasi zwischen seinem dreissigsten und vierzigsten Lebensjahr primaer mit sich selbst beschaefftigt hat, und erst mit Anfang 40 zurueck auf die Buehnen dieser Welt ging…

    „Mit sich selbst beschäftigt“ heißt in dem Fall aber, Degrees in Medizin und Molekularbiologie zu erwerben – eine ganz schön produktive Midlife-Crisis, wenn da noch genug Raum für eine akademische Laufbahn bleibt. Die Gründe, warum Peacock Mitte der 60er ausstieg (schlechter Acid-Trip in Massachusetts, lifestyle changes) und Mitte der 70er wieder zurückkam (Paul Bley, der ihn einlädt, auf Japantour zu gehen, Manfred Eicher, der ihm anbietet, eine LP aufzunehmen) sind im Wesentlichen wohl bekannt, wie es zu dieser kurzen Aufnahme-Explosion in Japan kam, ist mir aber nicht klar. Hat jemand von euch dazu Informationen? In Interviews mit Peacock habe ich selten etwas zu der Zeit gelesen.

    naja, das war jetzt sicher ein bisschen flapsig gesagt mit dem „mit sich selbst beschaeftigt“ – aber es ist ja schon auch so, dass Peacock 1977 nicht Oberarzt geworden ist, sondern einfach in den Job zurueckgekehrt ist, in dem er schon zehn Jahre frueher Weltklasse war… und deshalb wuerd ich – ganz wertfrei – schon sagen, dass er diese diversen Studien von Yoga, Japanisch, Medizin, Mikrobiologie… primaer fuer sich selbst gemacht hat – genau so, wie unsereiner vielleicht in seiner Freizeit diskografische Studien durchfuehrt… das heisst jetzt weder, dass er lieber weiter haette Bass spielen sollen, noch, dass er ein schlechter Arzt war – bei beidem steht mir nun wirklich kein Urteil zu…

    ich bleibe dabei, dass es eher ungewoehnlich ist, dass jemand gerade diese 10 Jahre zwischen 30 und 40 fernab von dem verbringt, was er den Rest seines Lebens vorher und hinterher getan hat – also, gerade, dass jemand beruehmtes zwischen 30 und 40 was ganz anderes gemacht hat… dass jemand sich zwischen 20 und 30 erst finden muss, oder dass jemand zwischen 45 und 55 erstmal genug hat, das sieht man vergleichsweise oefter

    --

    .
    #11064995  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

    Registriert seit: 09.11.2002

    Beiträge: 21,722

    @redbeansandrice Klar, das war natürlich ein ungewöhnlicher (und ungewöhnlich langer) Bruch. Sollte eine klar augenzwinkernde Nebenbemerkung sein. :-) Andererseits gibt es aber auch jemanden wie Akira Sakata: Meeresbiologe, der bereits 26 ist, als er in der Klubszene von Tokyo auftaucht, innerhalb kurzer Zeit der Nachfolger von Seiichi Nakamura im Yosuke Yamashita Trio, vier, fünf Jahre lang weltweite Tourneen, eigenes Trio, dann ab Mitte 30 fast zwei Jahrzehnte lang wieder primärer Fokus auf wissenschaftlicher Arbeit, Aufnahmen und Liveaauftritte entstehen in der Zeit eher nebenbei in der freien Zeit etc.

    --

    I'm making jokes for single digits now.
    #11066335  | PERMALINK

    imernst

    Registriert seit: 16.08.2019

    Beiträge: 403

    napoleon-dynamite@redbeansandrice Klar, das war natürlich ein ungewöhnlicher (und ungewöhnlich langer) Bruch. Sollte eine klar augenzwinkernde Nebenbemerkung sein. Andererseits gibt es aber auch jemanden wie Akira Sakata: Meeresbiologe, der bereits 26 ist, als er in der Klubszene von Tokyo auftaucht, innerhalb kurzer Zeit der Nachfolger von Seiichi Nakamura im Yosuke Yamashita Trio, vier, fünf Jahre lang weltweite Tourneen, eigenes Trio, dann ab Mitte 30 fast zwei Jahrzehnte lang wieder primärer Fokus auf wissenschaftlicher Arbeit, Aufnahmen und Liveaauftritte entstehen in der Zeit eher nebenbei in der freien Zeit etc.

     

    Bitte teilt mir mit wo ich die oben beschriebenen Informationen zu Akira Sakata nachlesen kann. Und ein Link zum Gary Peacock Interview würde mich ebenfalls freuen. Oder auch zu einem Buch mit Interview / Informationen zu beiden Musikern.

    --

    #11066353  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 11,595

    den Link zu Peacock findest du im ersten Post des threads oder hier, rechts auf der Seite kriegst du das pdf… das Interview ist in Appendix A und B.

    --

    .
    #11066359  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

    Registriert seit: 09.11.2002

    Beiträge: 21,722

    Sehr informativ ist ein WIRE-Interview mit Sakata, ca. 2013/14, als er das erste Mal mit Arashi auf Tour war. Zu seinen Anfängen steht auch einiges bei Soejima: „He had made an arrangement with his family so that he could come to Tokyo for three years and try to make it as a professional musician or, failing that, go back home.“ (S. 178ff.)

    Die Sabin-Diss hat gypsy neulich verlinkt – den Interviewteil habe ich gestern Abend gelesen: Sehr interessant, hätte vielleicht etwas gestrafft oder thematisch sortiert werden können, ist eben ein Transkript bzw. Dissertationsanhang.

    Heute morgen habe ich bei einem Google-Dive übrigens Peacock („who was a musician“) in einer Fußnote von „History Of Soybeans and Soyfoods in Japan“ gefunden:

    --

    I'm making jokes for single digits now.
    #11066417  | PERMALINK

    imernst

    Registriert seit: 16.08.2019

    Beiträge: 403

    Wunderbar. Vielen Dank @redbeansandrice @napoleon-dynamite Das Buch von Soejima habe ich, aber ich kann mich nicht erinnern das dort etwas über Sakatas wissenschaftliche Laufbahn steht. Werde ich aber gleich nachsehen. Die Sabin Webseite ist auch jenseits von Gary Peacock lesenswert. Den „Wire“ hatte ich füher für ca. 8 oder 10 Jahre abonniert. Aber im Laufe der Zeit deckte er doch zu wenig von meinen musikalischen Hauptinteressen ab und dann habe ich das Abo gekündigt. Es lagen und liegen sowieso „zu viele“ Bücher und Zeitschriften bei mir. Dies scheint sich aber trotz mitunter rabiater Ausräumaktionen nicht zu ändern. Und heutzutage bekommt man selbst für sehr gut erhaltene Bücher fast nichts mehr. Als ich das erste mal so eine Aktion startete habe ich noch ein drittel des Neupreises bekommen, na ja. Nochmals meinen Dank!

    zuletzt geändert von imernst

    --

    #11066419  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

    Registriert seit: 09.11.2002

    Beiträge: 21,722

    imernst … aber ich kann mich nicht erinnern das dort etwas über Sakatas wissenschaftliche Laufbahn steht.

    Dazu steht da auch (glaube ich) nichts, sondern nur darüber, dass er erst mit Mitte 20 als Musiker in Erscheinung trat (1969 Umzug nach Tokyo, 1971 erste Konzerte).

    --

    I'm making jokes for single digits now.
    #11066423  | PERMALINK

    imernst

    Registriert seit: 16.08.2019

    Beiträge: 403

    napoleon-dynamite

    imernst … aber ich kann mich nicht erinnern das dort etwas über Sakatas wissenschaftliche Laufbahn steht.

    Dazu steht da auch (glaube ich) nichts, sondern nur darüber, dass er erst mit Mitte 20 als Musiker in Erscheinung trat.

     

    Habe jetzte beim schnellen quer lesen auch nichts dazu gefunden.

    --

    #11066447  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 44,721

    imernst …. und heutzutage bekommt man selbst für sehr gut erhaltene Bücher fast nichts mehr. Als ich das erste mal so eine Aktion startete habe ich noch ein drittel des Neupreises bekommen, na ja. Nochmals meinen Dank!

    Mglw auch dadurch das nachfolgende Generationen (wenn überhaupt) papierlos lesen …. daraus folgend für uns „oldies“ die Möglichkeit super erhaltene Sekundärmarktware zum Spottpreis zu erlangen ….

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #11066473  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 11,595

    Tatsaechlich ueberlege ich gerade, mir fuer 30 Pfund die digital only subscription von The Wire zu kaufen (inklusive komplettem Zugriff auf das Archiv)… das relevante Heft mit Sakata waere uebrigens Nr 362… aber ich selbst bin tatsaechlich in Sakata, Yamashita… noch ganz am Anfang…

    --

    .
    #11066511  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 11,595

    Hier findet sich im Uebrigen ein Scan des Sakata Interviews

    --

    .
    #11066535  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

    Registriert seit: 09.11.2002

    Beiträge: 21,722

    redbeansandriceTatsaechlich ueberlege ich gerade, mir fuer 30 Pfund die digital only subscription von The Wire zu kaufen (inklusive komplettem Zugriff auf das Archiv)…

    Das gesamte Archiv ist momentan bis zum 15. April frei zugänglich.

    Ich habe seit ein paar Jahren wieder ein Abo. Seitdem Derek Walmsley Chefredakteur ist und sich bei der Wahl der Stammautoren ein stärkeres Bewusstsein für Diversität entwickelt hat, gibt es für mich kein Magazin, das vergleichbar leseswert wäre (Jazz nimmt da allerdings nicht mehr einen so großen Platz ein wie noch in den 80ern und frühen 90ern).

    --

    I'm making jokes for single digits now.
    #11066677  | PERMALINK

    imernst

    Registriert seit: 16.08.2019

    Beiträge: 403

    Auch hier meinen Dank an Euch beide @redbeansandrice @napoleon-dynamite für weitere Links. Hatte auch schon an ein digitales Abo gedacht. Aber erstens habe ich meistens genug in papierförmigen Zustand zum Lesen und am Bildschirm lese ich auch nicht sonderlich gerne. Und zweitens schätze ich auch den Geruch der jeweiligen Verlage welcher an den Büchern haftet.

    @soulpope – komme zwar nicht mehr sehr oft in Antiquariate aber Du hast recht. Schon so manches Buch welches auf meiner mentalen Liste stand wurde für nix erstanden. Einige Male auch fast ungläubig ob meines Glückes (Preis und Werk). Doch manchmal kommt das Gute doch zu dem der es zu schätzen weiss und auch ein wenig vorbereitet ist.

    zuletzt geändert von imernst

    --

Ansicht von 15 Beiträgen - 31 bis 45 (von insgesamt 105)

Schlagwörter: , ,

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.