Die beste Version von … "Summertime" und anderen Stücken

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  • #11612627  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

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    gypsy-tail-windDas hier ist die Version von „Tangerine“, die ich brauche ….

    Ich komme schon lange gut mit dieser Sicht aus …. übrigens toll hier das Solo von Hank Jones ….

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    #11612663  | PERMALINK

    vorgarten

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    „tangerine“ als eines der frühesten jarrett-dokumente, als +1 einer privatparty, die geschichte steht da, ziemlich fantastisch, wie er swingt, es gibt bill-evans-zitate, aber es klingt trotzdem völlig anders.

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    #11612929  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,224

    Auch bei den Messengers mit Jarrett war ja so viel Potential und hier bei dem Clip hört man es noch besser. „Tangerine“ hatte  ein kleines Comeback auf dieser LP von Stan Getz (allerdings sind es „nur“ 4 Tracks). Sowieso habe ich das Gefühl, dass da viel bei Norgran/Verve/Cleff  in dieser Richtung passierte, als es mit der Entwicklung des Albums (also Longplayer) losging. (Nicht nur da, auch bei Mercury oder Blue Note. Ca. 1953-1954 (und vorher) war es prinzipiell richtig etwas mehr Material aufzunehmen.) Man sieht es bei Parker, Bud Powell, George Wallington (hatten wir schon) und später dann auch besonders bei Billie Holiday. Auch bei Chet Baker/Russ Freeman wurden einige Stücke/Songs aus der Vergangenheit  geholt („The Thrill Is Gone“ z.B.). Bei Sinatra lief es noch etwas anders, weil der ja schon 1949 „Fools Rush In“ für ein Album gesungen hatte (4x Shellac).

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    #11612995  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,224

    Die Instrumentalversion von „Time Was“ bei Bud Powell entstand ja für „Bud Powells Moods“ (Norgran Records) und wurde im Juni 1954 aufgenommen (Powell, Art Taylor, Percy Heath). Die Notes von der Rückseite der LP schaue ich mir morgen mal genauer an. Es ist interessant, wie die Komposition/der Song sich verbreitet hat. Von Steve Kuhn gibt es eine Version, nach der Version von Varetta Dillard kam noch eine von der Vocal Group The Flamingos (auch auf dem Album mit dem großen Hit „I Only Have Eyes For You). Das Stück ist auf Soundtracks (Before Night Falls)…auch diese Platte ist interessant, weil das ein New Yorker Label war. Wobei das Label auch Studios ausserhalb des Landes genutzt hatte. Das Stück oder den Song muss man irgendwo in der Stadt oder Community gehört haben können, bevor das bei Capitol oder RCA aufgenommen wurde.

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    #11613019  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 8,673

    thelonica…auch diese Platte ist interessant, weil das ein New Yorker Label war. Wobei das Label auch Studios ausserhalb des Landes genutzt hatte. Das Stück oder den Song muss man irgendwo in der Stadt oder Community gehört haben können, bevor das bei Capitol oder RCA aufgenommen wurde.

    der cha-cha-cha war der modetanz der jahre 1955/56, und es gehört offenbar zur geschichte von „duerme“/ „time was“, das es ständig und reibungslos an bestimmte genres angepasst werden konnte, bei cugar in den 40ern war es ja ein rumba-rhythmus. das ist auch etwas, was man her wahrscheinlich unterschätzt: der bedarf an tanzmusik, darin das besondere interesse an „latin music“, in der dann laufend neue tänze entwickelt wurden. die tanzsäle und hotelbands, das palladium, cugat im waldorf-astoria usw.

    ich denke, dass der song es geschafft hat, dass man immer wieder auf ihn zurückgegeriffen hat – und wenn der mexikanische nationalheilige pedro infante ihn 1947 in einem film singt, bleibt er in der community populär, great latin american songbook, sozusagen.

    danke für den hinweis auf das frühe datum der powell-einspielung, das ist wirklich interessant. powell war wahrscheinlich 1954 herum nicht so in tanzschuppen unterwegs. er spielt es aber auch nah an den schlaflied/schmonzetten-originalen der frühen vierziger. insofern ist die hardbop-adaption von coltrane ein ziemlicher sprung.

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    #11613041  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 8,673

    und für die erste us-amerikanische adaption von „duerme“ im jahr 1941 (lizensierung der englischen fassung) spielt wahrscheinlich der kriegseintritt der usa eine rolle, wenn man den nostalgischen text liest:

    Time was
    When we had fun on the school swings,
    When we exchanged graduation rings
    One lovely yesterday.
    Time was
    When we wrote love letters in the sand,
    Or lingered over coffee and
    Dreamin‘ our time away.

    Picnics and hay rides
    And midwinter sleigh rides,
    And never apart.
    Hikes in the country;
    There’s more than one tree
    On which I’ve a place in your heart!

    Darlin‘,
    Every tomorrow will be complete
    If all our moments are half as sweet
    As all our time was then!

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    #11613075  | PERMALINK

    thelonica

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    Beiträge: 3,224

    Da würde ich später mal bei Philip Groia („They All Sang On The Corner“) nachschauen, ob er was zum Album „Flamingo Serenade“ schreibt. Die Gruppe The Flamingos hatte einige Standards auf dem Album (u.a. But Not For Me). Auf der LP von Bud Powell steht, dass er alle Stücke persönlich ausgesucht hat, ich glaube das mal einfach. Billy Taylor war zumindestens mal kurz bei Machito, bei Powell könnte es sein, dass er den Film vielleicht sogar gesehen hatte. In Puerto Rico soll der Film sogar noch in den 80ern im TV gelaufen sein (steht auf IMDB in den Bewertungen).

    zuletzt geändert von thelonica

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    #11613087  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

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    ja, schau doch mal bei groia! ich glaube, wir werden es nicht klären können, wie der song zweimal in den usa ohne veritable hit-einspielungen oder hollywoodeinsätze offenbar überall in der luft lag, und danach kaum noch auftauchte – ich glaube, dass sein nostalgie-thema nicht mehr in die 60er passte.

    die flamingos sind eine tolle entdeckung, das hier ist aus verschiedenen gründen total toll (topaktuelle steppjacken, allerdings ein wintersetting in einer juli-show, die segregations-situation im studio, weißes publikum, schwarze performer, aber vor allem: die musik!).

    ich kenne das original ziemlich gut, weil ich das in meinem musical-seminar noch im frühjahr meinen studierenden gezeigt habe, die besonders halluzinierende und medienreflexive, tatsächlich völlig verrückte choreografie ist von busby berkeley, und der song verfängt nochmal völlig anders als in der doo-wop-version:

    vor den flamingos gab es auch ein paar jazzversionen, getz, peterson, eldridge, bechet mit solal… die haben offenbar den pophit vorbereitet – interessant, wie der moderator auch auf das alter des songs hinweist (die guten, alten songs sind doch immer noch die besten…).

    --

    #11614063  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

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    vorgartenja, schau doch mal bei groia! ich glaube, wir werden es nicht klären können, wie der song zweimal in den usa ohne veritable hit-einspielungen oder hollywoodeinsätze offenbar überall in der luft lag, und danach kaum noch auftauchte – ich glaube, dass sein nostalgie-thema nicht mehr in die 60er passte.

    In „They All Sang On The Corner“ steht nicht viel zum Album „Flamingo Serenade“. The Flamingos kamen aus Chicago nach New York/New Jersey, hatten in Chicago einige Singles (20 ungefähr) gemacht, es gab kleine Änderungen in der Besetzung. Tommy Hunt (Piano) aus Chicago (geboren in Pittburgh) und Terry Buzzy Johnson (Gitarre) aus Baltimore schlossen sich der Gruppe an. Zeke Carey war ab 1958 wieder in der Gruppe. Sie spielten ab da an auch ein paar Instrumente (Gitarren, Bass, Piano und Drums plus Percussion). Die Bandmitglieder wollten sich verbessern auf den Instrumenten und haben bei jeder Gelegenheit geprobt, ungefähr ein Jahr lang…auf der Rückseite der LP steht noch was von einer Tour mit Ellington (ca 1953/54), worked with Lionel Hampton and Woody Herman, Minneapolis, Tour in Kanada, Las Vegas, Film „Rock, Rock, Rock“…

    Ansonsten lässt sich richtig viel finden zu George Goldner und Latin music, Tico Records, dance halls, Rama Label (Jazz, Vocal Groups und R & B) u.vm.. Ein Blick auf den Katalog von Tico Records reicht fast schon, um zu verstehen, dass da eine Menge ab 1948 passiert sein muss. „I Only Have Eyes For You“ gab es auch in der Version von Joe Loco. Interessant sind die Details zu der Vocal Group The Chantels. Da steht noch:

    In 1957 the Chantels, then in high school, had been singing as a group for several years. Unlike some black groups whose influences were based in gospel, the quintet was influenced by classical music and Latin hymns. Lead singer Arlene Smith had received classical training…

     

    zuletzt geändert von thelonica

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    #11614341  | PERMALINK

    thelonica

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    vorgarten powell war wahrscheinlich 1954 herum nicht so in tanzschuppen unterwegs.

    Aber er war ja oft noch im Birdland zu der Zeit, ganz in der Nähe vom Palladium Ballroom, wo Tito Puente oder Machito auf der Bühne standen. Wahrscheinlich stehen solche besonderen Ereignisse nur in dem Bud Powell Buch „Wail – The Life Of Bud Powell“ von Peter Pullman.

    TAYLOR:  Well, I was influenced by the same man who sort of indoctrinated Dizzy — that was Mario Bauza.  Mario was the musical director of the Machito band, and he was one of the greatest musicians I’ve ever met.  I mean, he was just wonderful.  A fine teacher, a very inspirational mentor.  He just picked me… I was working in the relief band, and their piano player, Joe Loco, was drafted, and Mario picked me to play in the band until they could get another pianist up from Cuba.  They had a guy they wanted to bring because they knew Joe was going to be drafted, but evidently he was called up before they were ready and they couldn’t get this guy up.  So I got a chance to play with the band until he arrived.

    How long was that?

    TAYLOR:  Not very long.  It was at an engagement at a place on Broadway called La Conga.  In those days were several Latin clubs right on Broadway.  Noro Morales was playing around the corner from us.

    https://tedpanken.wordpress.com/2011/07/24/dr-billy-taylor-90th-birthday-anniversary-interview-oct-14-1999/

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    #11634089  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Dave Frishberg ist am Mittwoch im Alter von 88 Jahren verstorben:
    https://www.nytimes.com/2021/11/17/arts/music/dave-frishberg-dead.html

    Ich habe (nebst ein paar Sideman-Sessions, auf denen er jeweils aber „nur“ Pianist ist) nur diese Compilation, die 17 der insgesamt 20 Songs seiner beiden Songbook-LPs versammelt:

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #125: 14.12., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #11634095  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    „I’m Hip“ (Musik: Bob Dorough / Text: Dave Frishberg)


    „Peel Me a Grape“ – hab ich natürlich in der Version von Diana Krall kennengelernt … anscheinend war die von Blossom Dearie Frishbergs liebste. Auch gesungen haben den Song u.a. Anita O’Day, Shirley Horn (von der Krall ja eh gefühlt drei Viertel des Repertoires her hatte), Nancy Wilson, aber auch Dusty Springfield. Ich weiss leider nicht, ob das hier die Version von 1967 ist oder eine spätere … das Album von 1967 kenne ich leider nicht („Sweet Blossom Dearie“, Fontana).

    Das Album mit Anita O’Day kam leider nie zustande, aber oben ist ein Schnipsel einer Probe der beiden.

    Und ohne „Schoolhouse Rock“ geht es natürlich auch nicht … auch hier Bob Dorough. Jack Sheldon singt Frishbergs „I’m Just a Bill“

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    #11634159  | PERMALINK

    soulpope
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    gypsy-tail-wind   …. „Peel Me a Grape“ …. auch gesungen haben den Song ….  Shirley Horn ….

    Da hat bei mir Shirley Horn die Nase vorn ….

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    #11634295  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    soulpope

    gypsy-tail-wind …. „Peel Me a Grape“ …. auch gesungen haben den Song …. Shirley Horn ….

    Da hat bei mir Shirley Horn die Nase vorn ….

    Die hat doch eh bei fast allem, was sie anrührte, die Nase vorn!

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    #11634489  | PERMALINK

    soulpope
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    gypsy-tail-wind

    soulpope

    gypsy-tail-wind …. „Peel Me a Grape“ …. auch gesungen haben den Song …. Shirley Horn ….

    Da hat bei mir Shirley Horn die Nase vorn ….

    Die hat doch eh bei fast allem, was sie anrührte, die Nase vorn!

    😁😎 ….

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