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Danke, Ihr zwei, „Wandersphere“ ist jetzt auch bestellt.
Hier kamen heute endlich Harris‘ „Preminado“ und „Ray Bryant Trio“ an, leider beide mit störenden Nebengeräuschen, obwohl als NM verkauft. Die gehen leider zurück.
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tarbaby [evans, revis, waits], you think this america (2024)
dieses trio gibt es auch schon lange (wahrscheinlich um die 30 jahre), aber es gibt nur dieses eine reine trioalbum von ihnen, sonst sind immer noch gäste dabei. das ist natürlich high end, unglaublich reaktionsschnell, viele reibungen erzeugend, originelles material zusammenwürfelnd (ornette colmeman, david murray, sunny murray, andrew hill, jimmy cox und the stylistics), also ziemlich new yorkish, wobei der pianist vielleicht noch austauschbar wäre. aber er hat auch mit „red door“ eine der schönsten kompositionen der letzten zeit geschrieben, die ich im jazz kenne (hier gibt es auch eine schöne quintett-version davon) – natürlich wird sie hier schon abstrahiert und skelettiert, sonst würde ihnen das ja keinen spaß machen. mir macht das aber spaß, auch so. waits/revis ist jedenfalls ein tandem für die götter, anspieltipp EASTSIDE ROMP mit jeff parker, das hat bei mir damals eine gitarrentriorecherche ausgelöst…
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The Drummonds featuring Ray Drummond, Billy Drummond, Renee Rosnes – When You Wish Upon a Star | Eine andere Pianistin, die etwas später auftaucht, hatte ich noch gar nicht: Renee Rosnes. Sie kannte ich noch bevor ich Rosewoman, Brackeen und ein paar andere kannte (Allen kannte ich mit ziemlicher Sicherheit früher, aber erwischte, wie geschrieben, mit „Twenty One“ einen unpassenden Einstieg). Rosnes tauchte 1990 bei Blue Note (und Somethin‘ Else, ist ja klar) auf, hatte aber von Beginn an immer wenigstens als Gäste auch ein paar Bläser dabei (Brandford Marsalis, Steve Wilson, Chris Potter, Nicholas Payton – aber auch auch mal Joe Henderson). Ich habe vor zwei Monaten also mal gezielt nach einem Trio-Album gesucht, das ich problemlos kriegen könnte, und dieses hier gefunden (in der US-Ausgabe auf 32Jazz rechts von 2000, die japanische Ausgabe erschien 1999 auf VideoArts Music). Neben den anderen Pianistinnen, die ich die letzten Tage hörte, wirkt Rosnes konventioneller, sie geht nie in Richtung Avantgarde wie Allen, Melford oder Brackeen, von Crispell ganz zu schweigen, verfügt allerdings über einen sehr schönen Touch, der vielleicht eine Art Neuauflage von Bill Evans‘ Stil in der Welt des neotraditionalistischen Mainstreams der späten Achtziger und Neunziger ist – aber auch Hancock, Corea oder Tyner scheint sie verarbeitet zu haben. Rosnes hatte allerdings auch Berührungspunkte mit M-Base – da kenne ich allerdings bloss ein paar Aufnahmen mit Gary Thomas.
In Kanada geboren, kam sie mit einem Stipendium nach New York, wo sie zur Pianistin der Blue Note Label-Band Out of the Blue wurde, dann mit Joe Henderson, James Moody und J.J. Johnson spielte – beim Posaunisten blieb sie die Pianistin, die er holte, wenn er wieder ein Projekt hatte, bis zum letzten Album 1997, mit Moody spielte sie sogar zwanzig Jahre, daneben tourte sie mit Foursight von Ron Carter und nahm eine Reihe eigener Alben auf. Unter Vertrag stand sie wohl mit EMI Canada, das zumindest der Vermerk bei der 32Jazz-Ausgabe. Produziert haben Todd Barkan und Makoto Kimata das Album, das an zwei Tagen Anfang August 1999 in den Avatar Studios aufgenommen wurde. Es gibt alte Standards und Klassiker wie „Nature Boy“, „Autumn in New York“, „Somewhere Over the Rainbow“, „Lullaby of Birdland“ von Shearing, „Danny Boy“, Paul Simons „The Sound of Silence“ usw., mit dem Titelstück als einem Highlight des Programms. Die nicht verwandten Drummonds sorgen für eine solide, unaufgeregte Begleitung, die Rosnes‘ Klavier ins Zentrum rückt und ihr immer wieder einen Teppich ausrollt. Und natürlich darf der Bass auch mal den Lead übernehmen, rückt zum Beispiel in „Alone Together“ oder „Polka Dots and Moonbeams“ etwas mehr ins Zentrum. Gefällt mir vom ersten Eindruck her sehr – vielleicht auch gerade, weil es wenig will ausser schöne Versionen von guten Stücken zu präsentieren. Sehr unaufgeregt, aber nicht ganz so klassisch, wie es scheinen mag.
Das Trio nahm noch vier weitere Alben auf – das zweite heisst „Letter to Evan“. Ich kenne da noch nicht mehr, fand Rosnes‘ Aufnahmen bisher immer nur so halb überzeugend und kenne daher auch nicht allzu viele (vier oder fünf Blue Note-Alben und natürlich einiges unter der Leitung von anderen Leuten, nicht zuletzt J.J. Johnson). Eine kleinere aber schöne Entdeckung für mich.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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Frank Kimbrough Trio „Broadside/Ancestors“ (Igmod) 1998 …. frühe Piano Trio Aufnahmen der The Herbie Nichols Project Rhythmusgruppe mit Ben Allison (b) + Jeff Ballard (dr) …. die ggstdl. Aufnahmen von 1992/1997 erschienen (vor einem längeren Verweil @ Palmetto) beim Independentlabel Igmod, welches damals um die Jahrtausendwende in New York bei Tower Records käuflich war …. schade, dass diese herausragenden Musiker nicht desweiteren in diesem Format ein „Herbie Nichols Projekt“ aufgenommen haben, wäre interessant gewesen …. nichtsdestotrotz ist diese Piano Trio Scheibe (einzig mit Eigenkompositionen ausgestattet) exzellent mit teils atemberaubender Präzion der Verschachtelung …. ein „dark horse“ zwischen meinen erweiterten Favoriten …. gehört gehört ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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soulpope Frank Kimbrough Trio „Broadside/Ancestors“ (Igmod) 1998 …. frühe Piano Trio Aufnahmen der The Herbie Nichols Project Rhythmusgruppe mit Ben Allison (b) + Jeff Ballard (dr) …. die ggstdl. Aufnahmen von 1992/1997 erschienen (vor einem längeren Verweil @ Palmetto) beim Independentlabel Igmod, welches damals um die Jahrtausendwende in New York bei Tower Records käuflich war …. schade, dass diese herausragenden Musiker nicht desweiteren in diesem Format ein „Herbie Nichols Projekt“ aufgenommen haben, wäre interessant gewesen …. nichtsdestotrotz ist diese Piano Trio Scheibe (einzig mit Eigenkompositionen ausgestattet) exzellent mit teils atemberaubender Präzion der Verschachtelung …. ein „dark horse“ zwischen meinen erweiterten Favoriten …. gehört gehört ….
Addendum : für („schweigende“) Interessenten der obgenannten Scheibe sei ergo noch das im September 1998 konzertant dokumentierte und auf OmniTone in 2003 veröffentlichte Album „Quickening“ nachhaltig empfohlen …. die seit einer Dekade bestehende „working unit“ bietet ungemein anregenden Piano Trio Genuss ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
Tethered Moon – Chansons d’Edith Piaf | Ich habe eigentlich keinen Bezug zu Piaf … am ehesten noch, dass Marcel Cerdan, ihr Geliebter im selben Flugzeugunglück umkam, wie Ginette Neveu, die grossartige Geigerin (und ihr Bruder Jean, Pianist, und ein paar Dutzend weitere Personen). Wirklich bekannt ist mir von den Stücken hier, abgesehen von „La Vie en rose“ mit einem tollen Auftritt von Peacock, bloss das auch von anderen Jazzmusikern (Barney Wilen!) gern gespielte „Sous le ciel de Paris“, in dem Motian ziemlich aus sich herauskommt. Ich finde, dass die Chansons sich hervorragend als Ausgangsmaterial eigenen und das Resultat sehr gelungen ist. Je einfacher das Material, desto besser das Ergebnis – aber die Dichte der besten Aufnahmen erreicht das Trio hier nicht ganz. Aufgenommen wurde das Album an zwei Tagen im Mai 1999 in den Avatar Studios in New York.
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Humair, Urtreger, Michelot – HUM | Abgeklärt oder altersweise sind die drei auch im Februar 1999 nicht, als sie in Paris für Sketch ein neues Album einspielen, das zusammen mit den beiden LPs von 1960 und 1979 im obigen 3-CD-Set neu aufgelegt wurde – das mir netterweise in der Frühzeit von Organissimo ein südafrikanischstämmiger Forscher, der dort aktiv war (ist?) geschenkt hat … die neuen Aufnahmen, für die das Trio sich drei Tage Zeit nahm, klingen superb (nicht im Studio La Buissonne sondern in Damiens aber schon von Gérard de Haro aufgenommen, der dann im Buissonne den Mix anfertigte (alles unterstützt von Nicolas Baillard). Für meine Ohren eine der besten Aufnahmen von René Urtreger, der über die maximal entspannte Begleitung von Michelot und Humair aufblüht und ein Klavierspiel von einer Reichhaltigkeit bietet, wie das bei den früheren Aufnahmen nicht zu kriegen ist. Die Partner – es handelt sich ja nicht wirklich um Begleiter, das ist schon alles in der Evans-Linie und schielt auch mal etwas drüber hinaus bzw. bezieht die offenen Momente mit ein, die es bei Evans ja selten doch auch gab – agieren sehr frei. Das ist zwar alles eingängig, tonal, durchaus „schön“ … aber es wirkt auch stets so, als machen die drei genau das, worauf sie Lust haben, pflegen den Dialog, kommentieren, drängen nach vorn und ziehen sich wieder zurück. Humair, der ebenfalls phantastisch klingt, demonstriert mehrmals seine Meisterschaft an den Besen und Michelot wirkt besonders aktiv, vermittelt zwischen den anderen beiden, springt hin und her, seine Soli wirken besonders organisch mit dem Ganzen verwoben.

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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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H.U.M. „Live in Paris 1999“ …. (leider nur) die letzten 20 Minuten einer Übertragung des französischen Rundfunks vom Konzert @ Paris am 2ten Oktober 1999 …. wie bei dem bereits hinterlegten Konzert aus Marciac 2000 ist die Güte/Chemie von H.U.M. hervorstechend …. weshalb aber keine weitere Veröffentlichung realisiert wurde bleibt eines der vielen Rätsel der Musikindustrie ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
The Roy Haynes Trio Featuring Danilo Perez & John Patitucci | Ein paar Jahre nach Tony Williams machte auch Roy Haynes wieder mal ein Album im Trio-Format … 1998 hatte er sich mit Danilo Perez und John Patitucci zusammengetan und die drei pflegten (wie die beiden mit Brian Blade und Wayne Shorter) die Kunst der fokussierten Spontaneität, wie Bob Blumenthal es in den Liner Notes nennt, „which allows the group’s music to emerge by a boundless empathy, in the absence of any rehearsals.“ Nach vier Monaten Pause spielte das trio im September 1999 im Sculler’s in Boston, wo Teil zwei, das „Live Set“, aufgenommen wurde. Teil 1, das „Studio Set“, entstand dann im November 1999 in den Avatar Studios. Die CD erschien 2000 bei Verve, eine grosse Produktion, für die wie ich mich zu erinnern glaube auch die Werbetrommel gerührt wurde. Ich hörte vom Trio ein Festival-Set im Radio und das gefiel mir sehr gut, die CD kaufte ich dann etwas später und mochte sie auf Anhieb sehr gerne. Haynes dominiert natürlich nicht, aber prägt den Sound des Trios mit seinem vielfältigen, oft sehr aktiven und vom Sound her so hellen, frischen Spiel. Im Studio geht es mit „Wail“ von Bud Powell los, ein Highlight ist das Arrangement von „Dear Old Stockholm“ – gewidmet „Trane, Stan and Miles“. Alle zehn Stücke des Albums sind Kollegen und Vorbildern gewidmet, manchmal ihren Komponisten, unter denen wir auch Pat Metheny, Chick Corea, Sarah Vaughan, Miles Davis und im Live-Set zweimal Monk („Bright Mississippi“ und „Green Chimneys“), Miles („Sippin‘ at Bells“) und Duke („Prelude to a Kiss“) antreffen. Die Monk-Stücke sind super, aber auch „Easy to Remember“ (Widmung: „For Farah, Billie and Trane“) ist toll. Perez findet eine gute Balance zwischen Virtuosität und Latin-Einflüssen und einem sehr auf den Klang fokussierten, sparsameren Spiel und Patitucci bringt den alten Beat und tiefen Sound mit viel Agilität und aktivem Interplay zusammen.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
Introducing Brad Mehldau | Milchkaffee und Milchgesicht und geil rauchen – im März und April 1995 nahm Brad Mehldau für Warner, damals auch im Jazz noch ein Majorlabel, sein erstes Album unter eigenem Namen auf. Auf den ersten vier Stücke sind Larry Grenadier und Jorge Rossy dabei, sein langjähriges Trio (ob damals auch schon weiss ich nicht – Wiki sagt „since the early 1990s“), auf den letzten vier dann eine Art All-Star-Band dieser zweiten Welle der Young Lions, Christian McBride und Brian Blade. mit seinen Originals „Angst“ und „Young Werther“ am Ende des erste Segments des Albums setzt Mehldau schon den Ton, davor kriegen wir eine groovy Version von „It Might as Well Be Spring“ zum einstieg, eine rasende und doch entspannte, zerklüftete und doch melodische von Coltranes „Countdown“ (mit Schlagzeugsolo) und „My Romance“. Die Originals im zweiten Teil sind der „London Blues“ und der Closer „Say Goodbye“, ihnen vorangestellt ist jeweils wieder ein Standard, „Prelude to a Kiss“ von Ellington und „From This Moment On“ von Porter. Ein exquisites Unterfangen, hervorragend produziert. nur mit ein paar Fotos im Booklet, das auf mattes, etwas körniges Papier gedruckt ist, was ebenfalls Hochwertigkeit signalisiert. Nach dem Schulabschluss ging der 1970 in Florida geborene Pianist 1988 nach New York, wo er bei Fred Hersch, Junior Mance, Kenny Werner und Jimmy Cobb lernte, Einflüsse von Wynton Kelly und McCoy Tyner absorbierte (Wiki) – dass Hersch sein Haupteinfluss ist, gab er vor allem in Hinsicht auf sein Solo-Spiel zu, meinte aber auch, dass ihn Altersgenossen wie Bill Charlap, Danilo Perez oder Ethan Iverson ebenso beeinflusst hätten wie ältere Pianisten (alles via Wiki). Das leuchtet alles ein, erklärt am Ende aber doch nicht ganz, dass Mehldau wirklich eine eigene Stimme gefunden hat, die sich aus Evans (via Hersch) aber auch zupackenderen Spielweisen zu speisen scheint. Und da ist manchmal auch ein „glow“ in seinem Ton, der ein wenig an Teddy Wilson erinnert. Das Debut ist bereits sehr vielversprechend, die nächste Runde, aufgenommen im September 1996, war dann der Auftakt zu einer Reihe von Alben mit dem Titel „The Art of the Trio“ – eine Ansage, natürlich.
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Monty Meets Sly and Robbie | Genau genommen natürlich kein Trio, weil die drei – Monty Alexander (p, melodica solos & ridim), Sly Dunbar (d, ridim, programming) und Robbie Shakespeare (b) – noch von weiteren Keys (Handel Tucker), Drum-Fills (Desmond Jones) und ein paar Bläsern (Jay Davidson am Sax und Steve Jankowski an der Trompete) begleitet werden. Aber im Zentrum steht untrüglich das Trio und das Repertoire speist sich auch Jazz-Tunes wie „Chameleon“, „The In Crowd“, „Moanin'“, „The Sidewinder“ oder „Mercy Mercy Mercy“, dazu kommen Songs wie „Hot Milk“ (Jackie Mittoo), „Soulful Strut“ (aus dem Repertoire der Band von Eldee Young und Red Holt, den ehemaligen Kollegen von Ramsey Lewis), „People Make the World Go Round“ (The Stylistics) und ein paar Originals von Alexander. Alexander spielt für seine Verhältnisse eigentlich gar nichts, so karg ist das alles: einfache Melodien mit eine paar süffigen Changes unterlegt. Eigentlich geht es hier nur um den gemeinsamen Groove – dass Alexander neben Widmungsträgern (die genannten und natürlich Hancock, Lewis, Blakey, Morgan und Adderley) auch noch Count Basie und Bill Doggett verdankt, passt da ins Bild. Der Virtuose stellt sich zurück und macht Bandmusik, die manchmal schon wie von einem Trio wirkt, dann aber merklich angereichert ist (etwa durch eine riffende Melodica, die mit Extra-Percussion verschmilzt oder Beats aus dem Sampler und Spuren von Orgel im Hintergrund), während das Klavier sich als Lead-Stimmen-Surrogat betätigt. Nichts, um viel nachzudenken, aber das muss man ja auch nicht immer.
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Red Garland – When they are grey skiesAus soulpopes Liste … Der Künstler trägt herbstliche Außenbekleidung und schaut auf seine Diskografie der kommenden zehn Jahre… Das Album hier ist das letzte einer langen Reihe für Prestige, sowohl als Sideman als auch als Leader, begleitet wird Garland hier von Wendell Marshall und Charlie Persip… Und musikalisch geht der Blick zurück in die 20er, es gibt fünf lange Stücke, darunter Nobody knows the trouble I’ve seen, Baby won’t you please come home und St James Infirmary.. lief die letzten Tage vier oder fünf Mal, ist ein bisschen wie das Ray Bryant Album, elegante Musik für jede Gelegenheit, es schmückt jeden Moment, hoffe die Platte begegnet mir irgendwann
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Cecil Taylor – All The Notes | Ein Pianist, den Rechte heute gern ins Gesicht schiessen würden bei einem Konzert in einer Stadt, in der Rechte heute Menschen ins Gesicht schiessen. Cecil Taylor mit Dominic Duval und Jackson Krall am 19. Februar 20000 in der Ted Mann Concert Hall in Minneapolis. Von der Ent- zur Hochspannung also, mit einem 37münitigen ersten Teil und einem zweiten, der sich aus einem halbstündigen und einem kurzen siebenminütigen Stück zusammensetzt. Sie alle tragen nur den Titel „Improvisation“ und sind nummeriert. Nach wenigen Minuten reisst mich der Strom mit, die Gangart ist deutlich ruppiger und weniger verspielt als mit Parker/Oxley, die rhythmische Schiene, der ständige Drive ist zentral, das ist auf eine völlig andere Weise ebenso kinetische Musik wie die vom Junko Onishi Trio. Und das faszinierende ist, dass in der ständigen Bewegung auch eine Art Ruhe entsteht, das Auge im Taifun vielleicht, eine trügerische Ruhe, die als Gegenpol zur rasend kreisenden Bewegung rundherum entsteht. Wie Wellen brechen die Drums von Krall im zweiten Stück herein, Duval zunächst mit dem Bogen, dann mit gezupften, dreckig-verschatteten Tönen.
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zoubek, gramss, ditzner, ditzners carte blanche – live at enjoy jazz festival 2021 (2024)
ich komme langsam zum ende mit dem klaviertrio, 2 jüngere habe ich noch, dann gibt es noch ein paar durch diesen thread und die umfrage inspirierte nachkäufe.
dieses weitere dokument der carte-blanche-abende von erwin ditzner gefällt mir besonders gut. philip zoubek kannte ich vorher gar nicht, ich finde es auch nach diesem album schwierig, ihn gut einzuschätzen. natürlich ist das hier wieder eine vorsätzlich unabgesprochene musik, aber sie bleibt auf schräge weise groovy, die sounds verschleiern ihre quellen, sind sie akustisch oder elektrisch, ist das noch ein klaviertrio? (ich würde sagen: zu 85%). da ist die jüngere klaviertriogeschichte auf jeden fall präsent, interlocked grooves, klavierdrähte, kurze wahwah-verlängerungen des basses. das ist hervorragend aufgenommen, „das“, „ist“ und „live“ heißen die stücke.
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Billy Cobham featuring Ron Carter / Kenny Barron – The Art of Three | Damals hatte ich Billy Cobham (*1944) abgesheen von wenigen Ausnahmen (Miles und das Original-Line-Up des Mahavishnu Orchestra, die ersten zwei eigenen Atlantic-Alben knapp auch noch) als hoffnungslosen Fusion-Virtuosen abgebucht … und dann kam mir – vermutlich ein Jahr oder so nach der Veröffentlichung aus der Grabbelkiste, weil es aus dem Sortiment flog – dieses Album in die Finger. Mit Kenny Barron (*1943) und Ron Carter (*1937) zelebriert noch ein grosser Drummer die Kunst des Klaviertrios. Aufgenommen wurde das Album bei Konzerten in Odense und Oslo im Januar 2001, herausgebracht hat es das deutsche Label In+Out (In & Out?) noch im selben Jahr.
„Stella by Starlight“ und „Autumn Leaves“ sind die ersten Stücke, jeweils um die zehn Minuten lang, und damit ist das Territorium – Klaviertrio in der Nachfolge von Jarrett/Peacock/DeJohnette – abgesteckt. „New Waltz“ von Carter folgt, dann „Bouncing with Bud“ (viel gelassener, als wenn Jarrett Bebop spielte) und „‚Round Midnight“ – Powell, Monk, Miles … letzterer eine wichtige Referenz für jeweils zwei Dritten dieses wie des Vorbild-Trios. „And Then Again“ von Barron ist das zweite Original hier (eine Variante über einen Bebop-Klassiker, auf den ich gerade nicht komme – und im wunderbaren Bass-Solo macht Carter einen auf Charlie Hadne), es folgen noch zwei alte Klassiker, „I Thought About You“ und „Someday My Prince Will Come“. Und klar, das liest sich recht abgedroschen – aber wenn man mit so viel Lust am Playing und so vielen Ideen dahinter geht, mit so viel Erfahrung und Souveränität, die ihrerseits wiederum die grösstmögliche Spontanität ermöglicht, dann kann das Resultat, wie hier der Fall, eine grosse Überraschung sein. Auch 25 Jahre später klingt das noch total frisch, vor allem auch weil Cobham so locker aufspielt, ständig in unerwartete Richtungen geht und dabei stets phantastisch klingt: leicht, beweglich, hell, knackig. Auch Kenny Barron klingt phantastisch, lässt das Klavier singen, sprüht vor Ideen, die er hervorragend getimt mit viel Raum präsentiert. Zu Carter braucht man nichts sagen … vielleicht nur, dass die leisen Vorbehalte, die ich (bezüglich Intonation) bei „Twenty One“ mal wieder da und dort hatte, hier echt kein Thema sind. Das Label – das ich nicht besonders mag und schlecht einschätzen kann – ist seins bzw. wurde später seins, nachdem er auch noch bei Blue Note/Somethin‘ Else unterwegs war. Hier ist aber nichts falsch an der Produktion, der Klang ist räumlich und auch sehr warm, das Klavier so schön eingefangen, wie das häufig nur im Studio der Fall ist (grosser Kontrast zu Taylor aus dem – wohl hauptsächlich für Klassik genutzten – Konzertsaal in Minneapolis).
Noch ein Fusion-Drummer, Lenny White (*1949), war in der Zeit im Klaviertrio zu hören, auf Buster Williams‘ Album „Houdini“ mit Geri Allen – liegt irgendwo auf einem Stapel, der hinter Vocal-Jazz- und Enja-Stapeln liegt … und weil mir eh langsam die Puste ausgeht hier, suche ich das nicht hervor, obwohl es auch sehr gut ist (in meiner Erinnerung zumal, ist eine Weile her).
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Schlagwörter: Jazz, Piano, Piano Trio
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