Das Piano-Trio im Jazz

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  • #12586335  | PERMALINK

    hat-and-beard
    dial 45-41-000

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    Danke, Ihr zwei, „Wandersphere“ ist jetzt auch bestellt.

    Hier kamen heute endlich Harris‘ „Preminado“ und „Ray Bryant Trio“ an, leider beide mit störenden Nebengeräuschen, obwohl als NM verkauft. Die gehen leider zurück.

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    #12586349  | PERMALINK

    vorgarten

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    tarbaby [evans, revis, waits], you think this america (2024)

    dieses trio gibt es auch schon lange (wahrscheinlich um die 30 jahre), aber es gibt nur dieses eine reine trioalbum von ihnen, sonst sind immer noch gäste dabei. das ist natürlich high end, unglaublich reaktionsschnell, viele reibungen erzeugend, originelles material zusammenwürfelnd (ornette colmeman, david murray, sunny murray, andrew hill, jimmy cox und the stylistics), also ziemlich new yorkish, wobei der pianist vielleicht noch austauschbar wäre. aber er hat auch mit „red door“ eine der schönsten kompositionen der letzten zeit geschrieben, die ich im jazz kenne (hier gibt es auch eine schöne quintett-version davon) – natürlich wird sie hier schon abstrahiert und skelettiert, sonst würde ihnen das ja keinen spaß machen. mir macht das aber spaß, auch so. waits/revis ist jedenfalls ein tandem für die götter, anspieltipp EASTSIDE ROMP mit jeff parker, das hat bei mir damals eine gitarrentriorecherche ausgelöst…

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    #12586401  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    The Drummonds featuring Ray Drummond, Billy Drummond, Renee Rosnes – When You Wish Upon a Star | Eine andere Pianistin, die etwas später auftaucht, hatte ich noch gar nicht: Renee Rosnes. Sie kannte ich noch bevor ich Rosewoman, Brackeen und ein paar andere kannte (Allen kannte ich mit ziemlicher Sicherheit früher, aber erwischte, wie geschrieben, mit „Twenty One“ einen unpassenden Einstieg). Rosnes tauchte 1990 bei Blue Note (und Somethin‘ Else, ist ja klar) auf, hatte aber von Beginn an immer wenigstens als Gäste auch ein paar Bläser dabei (Brandford Marsalis, Steve Wilson, Chris Potter, Nicholas Payton – aber auch auch mal Joe Henderson). Ich habe vor zwei Monaten also mal gezielt nach einem Trio-Album gesucht, das ich problemlos kriegen könnte, und dieses hier gefunden (in der US-Ausgabe auf 32Jazz rechts von 2000, die japanische Ausgabe erschien 1999 auf VideoArts Music). Neben den anderen Pianistinnen, die ich die letzten Tage hörte, wirkt Rosnes konventioneller, sie geht nie in Richtung Avantgarde wie Allen, Melford oder Brackeen, von Crispell ganz zu schweigen, verfügt allerdings über einen sehr schönen Touch, der vielleicht eine Art Neuauflage von Bill Evans‘ Stil in der Welt des neotraditionalistischen Mainstreams der späten Achtziger und Neunziger ist – aber auch Hancock, Corea oder Tyner scheint sie verarbeitet zu haben. Rosnes hatte allerdings auch Berührungspunkte mit M-Base – da kenne ich allerdings bloss ein paar Aufnahmen mit Gary Thomas.

    In Kanada geboren, kam sie mit einem Stipendium nach New York, wo sie zur Pianistin der Blue Note Label-Band Out of the Blue wurde, dann mit Joe Henderson, James Moody und J.J. Johnson spielte – beim Posaunisten blieb sie die Pianistin, die er holte, wenn er wieder ein Projekt hatte, bis zum letzten Album 1997, mit Moody spielte sie sogar zwanzig Jahre, daneben tourte sie mit Foursight von Ron Carter und nahm eine Reihe eigener Alben auf. Unter Vertrag stand sie wohl mit EMI Canada, das zumindest der Vermerk bei der 32Jazz-Ausgabe. Produziert haben Todd Barkan und Makoto Kimata das Album, das an zwei Tagen Anfang August 1999 in den Avatar Studios aufgenommen wurde. Es gibt alte Standards und Klassiker wie „Nature Boy“, „Autumn in New York“, „Somewhere Over the Rainbow“, „Lullaby of Birdland“ von Shearing, „Danny Boy“, Paul Simons „The Sound of Silence“ usw., mit dem Titelstück als einem Highlight des Programms. Die nicht verwandten Drummonds sorgen für eine solide, unaufgeregte Begleitung, die Rosnes‘ Klavier ins Zentrum rückt und ihr immer wieder einen Teppich ausrollt. Und natürlich darf der Bass auch mal den Lead übernehmen, rückt zum Beispiel in „Alone Together“ oder „Polka Dots and Moonbeams“ etwas mehr ins Zentrum. Gefällt mir vom ersten Eindruck her sehr – vielleicht auch gerade, weil es wenig will ausser schöne Versionen von guten Stücken zu präsentieren. Sehr unaufgeregt, aber nicht ganz so klassisch, wie es scheinen mag.

    Das Trio nahm noch vier weitere Alben auf – das zweite heisst „Letter to Evan“. Ich kenne da noch nicht mehr, fand Rosnes‘ Aufnahmen bisher immer nur so halb überzeugend und kenne daher auch nicht allzu viele (vier oder fünf Blue Note-Alben und natürlich einiges unter der Leitung von anderen Leuten, nicht zuletzt J.J. Johnson). Eine kleinere aber schöne Entdeckung für mich.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
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    soulpope
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    Frank Kimbrough Trio „Broadside/Ancestors“ (Igmod) 1998 …. frühe Piano Trio Aufnahmen der The Herbie Nichols Project Rhythmusgruppe mit Ben Allison (b) + Jeff Ballard (dr) …. die ggstdl. Aufnahmen von 1992/1997 erschienen (vor einem längeren Verweil @ Palmetto) beim Independentlabel Igmod, welches damals um die Jahrtausendwende in New York bei Tower Records käuflich war …. schade, dass diese herausragenden Musiker nicht desweiteren in diesem Format ein „Herbie Nichols Projekt“ aufgenommen haben, wäre interessant gewesen …. nichtsdestotrotz ist diese Piano Trio Scheibe (einzig mit Eigenkompositionen ausgestattet) exzellent mit teils atemberaubender Präzion der Verschachtelung …. ein „dark horse“ zwischen meinen erweiterten Favoriten …. gehört gehört ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #12586521  | PERMALINK

    soulpope
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    soulpope Frank Kimbrough Trio „Broadside/Ancestors“ (Igmod) 1998 …. frühe Piano Trio Aufnahmen der The Herbie Nichols Project Rhythmusgruppe mit Ben Allison (b) + Jeff Ballard (dr) …. die ggstdl. Aufnahmen von 1992/1997 erschienen (vor einem längeren Verweil @ Palmetto) beim Independentlabel Igmod, welches damals um die Jahrtausendwende in New York bei Tower Records käuflich war …. schade, dass diese herausragenden Musiker nicht desweiteren in diesem Format ein „Herbie Nichols Projekt“ aufgenommen haben, wäre interessant gewesen …. nichtsdestotrotz ist diese Piano Trio Scheibe (einzig mit Eigenkompositionen ausgestattet) exzellent mit teils atemberaubender Präzion der Verschachtelung …. ein „dark horse“ zwischen meinen erweiterten Favoriten …. gehört gehört ….

    Addendum : für („schweigende“) Interessenten der obgenannten Scheibe sei ergo noch das im September 1998 konzertant dokumentierte und auf OmniTone  in 2003 veröffentlichte Album „Quickening“ nachhaltig empfohlen …. die seit einer Dekade bestehende „working unit“ bietet ungemein anregenden Piano Trio Genuss ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #12586655  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Tethered Moon – Chansons d’Edith Piaf | Ich habe eigentlich keinen Bezug zu Piaf … am ehesten noch, dass Marcel Cerdan, ihr Geliebter im selben Flugzeugunglück umkam, wie Ginette Neveu, die grossartige Geigerin (und ihr Bruder Jean, Pianist, und ein paar Dutzend weitere Personen). Wirklich bekannt ist mir von den Stücken hier, abgesehen von „La Vie en rose“ mit einem tollen Auftritt von Peacock, bloss das auch von anderen Jazzmusikern (Barney Wilen!) gern gespielte „Sous le ciel de Paris“, in dem Motian ziemlich aus sich herauskommt. Ich finde, dass die Chansons sich hervorragend als Ausgangsmaterial eigenen und das Resultat sehr gelungen ist. Je einfacher das Material, desto besser das Ergebnis – aber die Dichte der besten Aufnahmen erreicht das Trio hier nicht ganz. Aufgenommen wurde das Album an zwei Tagen im Mai 1999 in den Avatar Studios in New York.

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    #12586669  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Humair, Urtreger, Michelot – HUM | Abgeklärt oder altersweise sind die drei auch im Februar 1999 nicht, als sie in Paris für Sketch ein neues Album einspielen, das zusammen mit den beiden LPs von 1960 und 1979 im obigen 3-CD-Set neu aufgelegt wurde – das mir netterweise in der Frühzeit von Organissimo ein südafrikanischstämmiger Forscher, der dort aktiv war (ist?) geschenkt hat … die neuen Aufnahmen, für die das Trio sich drei Tage Zeit nahm, klingen superb (nicht im Studio La Buissonne sondern in Damiens aber schon von Gérard de Haro aufgenommen, der dann im Buissonne den Mix anfertigte (alles unterstützt von Nicolas Baillard). Für meine Ohren eine der besten Aufnahmen von René Urtreger, der über die maximal entspannte Begleitung von Michelot und Humair aufblüht und ein Klavierspiel von einer Reichhaltigkeit bietet, wie das bei den früheren Aufnahmen nicht zu kriegen ist. Die Partner – es handelt sich ja nicht wirklich um Begleiter, das ist schon alles in der Evans-Linie und schielt auch mal etwas drüber hinaus bzw. bezieht die offenen Momente mit ein, die es bei Evans ja selten doch auch gab – agieren sehr frei. Das ist zwar alles eingängig, tonal, durchaus „schön“ … aber es wirkt auch stets so, als machen die drei genau das, worauf sie Lust haben, pflegen den Dialog, kommentieren, drängen nach vorn und ziehen sich wieder zurück. Humair, der ebenfalls phantastisch klingt, demonstriert mehrmals seine Meisterschaft an den Besen und Michelot wirkt besonders aktiv, vermittelt zwischen den anderen beiden, springt hin und her, seine Soli wirken besonders organisch mit dem Ganzen verwoben.

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    soulpope
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    H.U.M. „Live in Paris 1999“ …. (leider nur) die letzten 20 Minuten einer Übertragung des französischen Rundfunks vom Konzert @ Paris am 2ten Oktober 1999 …. wie bei dem bereits hinterlegten Konzert aus Marciac 2000 ist die Güte/Chemie von H.U.M. hervorstechend …. weshalb aber keine weitere Veröffentlichung realisiert wurde bleibt eines der vielen Rätsel der Musikindustrie ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #12587057  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    The Roy Haynes Trio Featuring Danilo Perez & John Patitucci | Ein paar Jahre nach Tony Williams machte auch Roy Haynes wieder mal ein Album im Trio-Format … 1998 hatte er sich mit Danilo Perez und John Patitucci zusammengetan und die drei pflegten (wie die beiden mit Brian Blade und Wayne Shorter) die Kunst der fokussierten Spontaneität, wie Bob Blumenthal es in den Liner Notes nennt, „which allows the group’s music to emerge by a boundless empathy, in the absence of any rehearsals.“ Nach vier Monaten Pause spielte das trio im September 1999 im Sculler’s in Boston, wo Teil zwei, das „Live Set“, aufgenommen wurde. Teil 1, das „Studio Set“, entstand dann im November 1999 in den Avatar Studios. Die CD erschien 2000 bei Verve, eine grosse Produktion, für die wie ich mich zu erinnern glaube auch die Werbetrommel gerührt wurde. Ich hörte vom Trio ein Festival-Set im Radio und das gefiel mir sehr gut, die CD kaufte ich dann etwas später und mochte sie auf Anhieb sehr gerne. Haynes dominiert natürlich nicht, aber prägt den Sound des Trios mit seinem vielfältigen, oft sehr aktiven und vom Sound her so hellen, frischen Spiel. Im Studio geht es mit „Wail“ von Bud Powell los, ein Highlight ist das Arrangement von „Dear Old Stockholm“ – gewidmet „Trane, Stan and Miles“. Alle zehn Stücke des Albums sind Kollegen und Vorbildern gewidmet, manchmal ihren Komponisten, unter denen wir auch Pat Metheny, Chick Corea, Sarah Vaughan, Miles Davis und im Live-Set zweimal Monk („Bright Mississippi“ und „Green Chimneys“), Miles („Sippin‘ at Bells“) und Duke („Prelude to a Kiss“) antreffen. Die Monk-Stücke sind super, aber auch „Easy to Remember“ (Widmung: „For Farah, Billie and Trane“) ist toll. Perez findet eine gute Balance zwischen Virtuosität und Latin-Einflüssen und einem sehr auf den Klang fokussierten, sparsameren Spiel und Patitucci bringt den alten Beat und tiefen Sound mit viel Agilität und aktivem Interplay zusammen.

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