Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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Cecil Taylor – All The Notes | Ein Pianist, den Rechte heute gern ins Gesicht schiessen würden bei einem Konzert in einer Stadt, in der Rechte heute Menschen ins Gesicht schiessen. Cecil Taylor mit Dominic Duval und Jackson Krall am 19. Februar 20000 in der Ted Mann Concert Hall in Minneapolis. Von der Ent- zur Hochspannung also, mit einem 37münitigen ersten Teil und einem zweiten, der sich aus einem halbstündigen und einem kurzen siebenminütigen Stück zusammensetzt. Sie alle tragen nur den Titel „Improvisation“ und sind nummeriert. Nach wenigen Minuten reisst mich der Strom mit, die Gangart ist deutlich ruppiger und weniger verspielt als mit Parker/Oxley, die rhythmische Schiene, der ständige Drive ist zentral, das ist auf eine völlig andere Weise ebenso kinetische Musik wie die vom Junko Onishi Trio. Und das faszinierende ist, dass in der ständigen Bewegung auch eine Art Ruhe entsteht, das Auge im Taifun vielleicht, eine trügerische Ruhe, die als Gegenpol zur rasend kreisenden Bewegung rundherum entsteht. Wie Wellen brechen die Drums von Krall im zweiten Stück herein, Duval zunächst mit dem Bogen, dann mit gezupften, dreckig-verschatteten Tönen.

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