Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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The Roy Haynes Trio Featuring Danilo Perez & John Patitucci | Ein paar Jahre nach Tony Williams machte auch Roy Haynes wieder mal ein Album im Trio-Format … 1998 hatte er sich mit Danilo Perez und John Patitucci zusammengetan und die drei pflegten (wie die beiden mit Brian Blade und Wayne Shorter) die Kunst der fokussierten Spontaneität, wie Bob Blumenthal es in den Liner Notes nennt, „which allows the group’s music to emerge by a boundless empathy, in the absence of any rehearsals.“ Nach vier Monaten Pause spielte das trio im September 1999 im Sculler’s in Boston, wo Teil zwei, das „Live Set“, aufgenommen wurde. Teil 1, das „Studio Set“, entstand dann im November 1999 in den Avatar Studios. Die CD erschien 2000 bei Verve, eine grosse Produktion, für die wie ich mich zu erinnern glaube auch die Werbetrommel gerührt wurde. Ich hörte vom Trio ein Festival-Set im Radio und das gefiel mir sehr gut, die CD kaufte ich dann etwas später und mochte sie auf Anhieb sehr gerne. Haynes dominiert natürlich nicht, aber prägt den Sound des Trios mit seinem vielfältigen, oft sehr aktiven und vom Sound her so hellen, frischen Spiel. Im Studio geht es mit „Wail“ von Bud Powell los, ein Highlight ist das Arrangement von „Dear Old Stockholm“ – gewidmet „Trane, Stan and Miles“. Alle zehn Stücke des Albums sind Kollegen und Vorbildern gewidmet, manchmal ihren Komponisten, unter denen wir auch Pat Metheny, Chick Corea, Sarah Vaughan, Miles Davis und im Live-Set zweimal Monk („Bright Mississippi“ und „Green Chimneys“), Miles („Sippin‘ at Bells“) und Duke („Prelude to a Kiss“) antreffen. Die Monk-Stücke sind super, aber auch „Easy to Remember“ (Widmung: „For Farah, Billie and Trane“) ist toll. Perez findet eine gute Balance zwischen Virtuosität und Latin-Einflüssen und einem sehr auf den Klang fokussierten, sparsameren Spiel und Patitucci bringt den alten Beat und tiefen Sound mit viel Agilität und aktivem Interplay zusammen.

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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba