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Introducing Brad Mehldau | Milchkaffee und Milchgesicht und geil rauchen – im März und April 1995 nahm Brad Mehldau für Warner, damals auch im Jazz noch ein Majorlabel, sein erstes Album unter eigenem Namen auf. Auf den ersten vier Stücke sind Larry Grenadier und Jorge Rossy dabei, sein langjähriges Trio (ob damals auch schon weiss ich nicht – Wiki sagt „since the early 1990s“), auf den letzten vier dann eine Art All-Star-Band dieser zweiten Welle der Young Lions, Christian McBride und Brian Blade. mit seinen Originals „Angst“ und „Young Werther“ am Ende des erste Segments des Albums setzt Mehldau schon den Ton, davor kriegen wir eine groovy Version von „It Might as Well Be Spring“ zum einstieg, eine rasende und doch entspannte, zerklüftete und doch melodische von Coltranes „Countdown“ (mit Schlagzeugsolo) und „My Romance“. Die Originals im zweiten Teil sind der „London Blues“ und der Closer „Say Goodbye“, ihnen vorangestellt ist jeweils wieder ein Standard, „Prelude to a Kiss“ von Ellington und „From This Moment On“ von Porter. Ein exquisites Unterfangen, hervorragend produziert. nur mit ein paar Fotos im Booklet, das auf mattes, etwas körniges Papier gedruckt ist, was ebenfalls Hochwertigkeit signalisiert. Nach dem Schulabschluss ging der 1970 in Florida geborene Pianist 1988 nach New York, wo er bei Fred Hersch, Junior Mance, Kenny Werner und Jimmy Cobb lernte, Einflüsse von Wynton Kelly und McCoy Tyner absorbierte (Wiki) – dass Hersch sein Haupteinfluss ist, gab er vor allem in Hinsicht auf sein Solo-Spiel zu, meinte aber auch, dass ihn Altersgenossen wie Bill Charlap, Danilo Perez oder Ethan Iverson ebenso beeinflusst hätten wie ältere Pianisten (alles via Wiki). Das leuchtet alles ein, erklärt am Ende aber doch nicht ganz, dass Mehldau wirklich eine eigene Stimme gefunden hat, die sich aus Evans (via Hersch) aber auch zupackenderen Spielweisen zu speisen scheint. Und da ist manchmal auch ein „glow“ in seinem Ton, der ein wenig an Teddy Wilson erinnert. Das Debut ist bereits sehr vielversprechend, die nächste Runde, aufgenommen im September 1996, war dann der Auftakt zu einer Reihe von Alben mit dem Titel „The Art of the Trio“ – eine Ansage, natürlich.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba