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Junko Onishi Trio – Play, Piano, Play: Junko Onishi Trio In Europe | Die letzte Runde im Trio aus Onishis früher Werkphase – Live beim Jazz Open Stuttgart (20. Juli 1996), beim Pori Jazz estival (18. Juli 1996) und Montreux Jazz Festival (11. Juli 1996), vertreten mit einer bzw. je drei Stücken in der genannten Reihenfolge. Der Opener aus Stuttgart ist Garners „Play, Piano, Play“ und hat dieselbe verblüffende kinetische Energie wie der Opener (und die meisten Stücke) des Debutalbums. Drummer Dairiki Hara ist auch hier wieder mit dabei, am Bass hören wir Shigeo Aramaki (beide später wieder auf dem Album „The Sextet“ mit Onishi und drei Bläsern). Nach dem irren Opener flacht das für mein Empfinden leider etwas ab. Die Band groovt durch „how High the Moon“ und entspannt sich dann im grossen Bogen à la Jamal (der Bogen vom klassischen Trio, die Wucht und fehlende Subtilität von dem ein Jahrzehnt später) in „Slugs“ (Onishi) und beendet das Pori-Segment mit dem rasanten „Trinity“, das im Thema fast ein wenig wie ein Powell-Stück klingt (die Bridge ist von „Get Happy“ geborgt?), doch für die Überleitung in die Soli kurz einen langsameren Three Sounds/Peterson-Groove fällt, nur um dann wieder dahinzurennen, bis man eine Art Boogie-Groove findet, der wie eine Walze über alles hinwegrollt. Das Montreux-Segment – alle Stücke von Onishi – beginnt ruhig mit dem „Portrait in Blue“ – und das bleibt auch ruhig, wird allerdings stellenweise recht konventionell. Im elfminütigen „Kutboubia“ channelt das Trio Ornette, streut aber auch wieder Mingus („Portrait“?) ein mit fliessenden Tempo-Wechseln. Nachdem mittendrin ein Nullpunkt erreicht wird, wenn es direkt vom Ornette-Stück (es ist ein ganz bestimmtes, aber ich kann die noch schlechter identifizieren als die von Monk) über eine Art „Bruder Jakob“-Fragment in ein Bass-Solo übergeht, das in seinem sprechenden Gestus ebenfalls an Mingus erinnert – und der bleibt im tollen Closer „The Jungular“ präsent, wenn das Trio einen Moment lang „Pussy-Cat Dues“ spielt (anderso erinnert das Stück ein wenig an „Milestones“). Dieses letzte Segment ist trotz der vielen Anleihen ziemlich toll, aberinsgesamt scheinen sich sich gewisse Ermüdungserscheinungen einzustellen. Onishi suchte auch nach anderen Wegen, hatte davor schon ein Album mit dem Shigeharu Mukai J Quintet, „Hat Trick“ mit Jackie McLean sowie ihre eigene „Piano Quintet Suite“ aufgenommen, 1997 folgte das erwähnte Sextett-Album, für das sie die Produktion und musical direction besorgte, und dann vor dem Rückzug 1998 noch „Fragile“, mit Keyboards, E-Bass, Gesang und Stücken wie „You’ve Lost That Lovin‘ Feelin'“, „Hey Joe“ oder „Sunshine of Your Love“).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaHighlights von Rolling-Stone.deFreddie Mercury: Der letzte TV-Auftritt des Queen-Sängers vor seinem Tod
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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Horace Tapscott – Thoughts of Dar es Salaam | …. Mit Ray Drummond und Billy Hart wurde Tapscott am 30. Juni und 1. Juli 1996 im Eastside Sound in New York mitgeschnitten …. Allerdings hat das Trio einen so eigenen, dunklen Sound, stark von Ray Drummonds Bass geprägt, und ist rhythmisch nicht nur dank der stets unberechenbaren Drums von Billy Hart ebenso eigenwillig unterwegs ….(Auch) hier ist Ray Drummond super .. das Album wird aber durch den unaufhaltsamen „Drive“ von Billy Hart hier enorm perkussiv aufgeladen ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Iverson hat übrigens gerade einen schönen Substack Post basierend auf Sachen, die er von Billy Hart gelernt hat…
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Tony Williams Trio – Young at Heart | Ein Album, das ich total gerne mag – irgendwie äusserst sympathisch finde. Tony Williams hat inzwischen einige Piano-Trio-Alben gemacht, aber noch keins mit seiner eigenen Band. Und das holt er im September 1996 im Studio in Tokyo nach. Dabei kommt bei dieser Co-Produktion von Sony in Japan und Columbia in den USA zum allerersten Mal ein neues Aufnahmeverfahren von Sony zum Einsatz, DSD (Direct Stream Digital), das laut den Liner Notes „enhanced dynamic range and frequency response“ bietet. Der Sound ist warm und kompakt, das Klavier von Mulgrew Miller klingt sehr toll, der Bass von Ira Coleman oft mehr gefühlt als gehört, die Drums sehr nuanciert und viel subtiler als jüngst auf dem Garage-Sound von Geri Allens „Twenty One“. Das Programm vermittelt den Eindruck, als wolle Williams sich in die Jazzgeschichte einschreiben, diese fortschreiben. Miller bringt den Opener „Promethean“ und „Farewell to Dogma“ mit, von Williams gibt es „Neptune: Fear Not“, der Rest ist mehrheitlich klassisches Material, oft mit Bill Evans verbunden, den man in Millers Spiel hier tatsächlich manchmal durchschimmern hört (ich erwarte da eher Tyner, aber Miller hat hier manchmal sogar den altmodischen „glow“ von Teddy Wilson drauf, den Tyner auch hatte): „On Green Dolphin Street“, „How My Heart Sings“, „You and the Night and the Music“ (toll schon vom Bass-Intro an, Coleman kriegt hier auch gleich das Thema, Miller übernimmt zwischendurch rasch für ein paar Takte), „Body and Soul“ (Miller scheint da und dort eigene Voicings zu finden, das ist sehr schön), das Titelstück von Johnny Richards in einer wunderbaren Version an zweiter Stelle, Lennon/McCartney mit „Fool on the Hill“, Legrand und die Bergmans mit dem von Miller allein gespielten Closer „Summer Me, Winter Me“, und direkt davor Bobby Timmons mit „This Here“. Das Trio wirkt sehr spontan, klingt ganz anders als im druckvollen Williams Quintet (Miller war schon Mitte der Achtziger dabei, Coleman erstmals 1989 bei „Native Heart“ neben Robert Hurst, 1991 und 1992 bei „The Story of Neptune“ und „Tokyo Live“ sind dann Miller/Coleman/Williams hinter Wallace Roney und Billy Pierce zu hören, die schon seit 1986 zum Quintett von Williams gehörten). Gerade, weil die drei nicht ständig forcieren, verschieben sich die Rollen: Miller klingt so entspannt wie selten, und das tut ihm richtig gut – auch wenn er beschleunigt und verdichtet, schraubt er nicht immer den Druck hoch. Williams wirkt oft geradezu verspielt, und für Coleman öffnen sich auch immer wieder Räume. Das langjährige Zusammenspiel führt zu einer Vertrautheit, die fast telepathisch wirkt, zum Beispiel im langen „On Green Dolphin Street“, wo mittendrin ein Bass-Solo quasi aus dem Trialog heraus entsteht. Kein grosses Album, aber ein sehr charmantes voller schöner Überraschungen – und eins, das in Williams‘ Diskographie definitiv fehlen würde, wenn es nicht da wäre.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaso, liste fertig, jetzt kann man entspannt weiterhören


revis, davis, cyrille, city of asylum (2012)
revis, davis, cleaver, crowded solitudes (2015)das sind großartige, sehr zeitgenössische alben, die mir immer noch etwas besser gefallen als das borderlands trio mit davis/crump/mcpherson. für mich war das aber bis heute musik, bei der man eine neue pianistische stimme entdecken konnte (kris davis, nach moran/iyer, vor diehl), außerdem hatte ich das trio mit cyrille kurz vorher ja live gesehen. natürlich ist eric revis ein super bassist, und beide trios bauen auch interessante soundlandschaften, die mehr sind als „tolle pianistin mit begleitung“, trotzdem höre ich hier vor allem auf kris davis. heute gefiel mir das zweite album noch etwas besser, im 12-minütigen opener ist auch schon das ganze borderlands-konzept drin, aber es gibt auf beiden auch noch interessantes fremdmaterial von monk, jarrett und osby. in einer top100 aktuell beides zwischen 50 und 60, aber spätestens hier wird ein solches projekt ja absurd.
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Keystone Trio: John Hicks / George Mraz / Idris Muhammad – Newklear Music: The Songs of Sonny Rollins | „Nucular“ sagte George Bush II und wir fanden es drollig und regten uns ein wenig über völkerrechtlich nicht gedeckte Angriffskriege weit weg auf, doch sein Vollender hat das Völkerrecht endgültig geschlachtet, marschiert demnächst in Grönland ein und überlässt das sich längst abhandengekommene Europa der russischen Einflusssphäre. Also hören wir halt Musik, so lange wir noch können. „Newk“ ist der Übernahme von Sonny Rollins, der allerdings von woanders kommt (einer Ähnlichkeit mit einem Baseballer namens Newcombe, sagt Wikipedia – ich wusste zur Herkunft bisher nichts). Rollins ist hier der Material-Lieferant, und das ist eine tolle Idee, denn dieses zweite (und letzte) Album des Keystone Trios wirkt auf mich schon in den ersten Takten ganz anders als der Vorgänger. Aufgenommen im Februar 1997 im Clinton Recording in New York, stehen, neun Stücke acht Stücke von Rollins auf dem Menu, bevor „Love Note for Sonny“ von Hicks den Abschluss macht. Nur „Airegin“, erstmals 1954 mit Miles Davis aufgenommen, ist ein Klassiker ansonsten mag man sich vielleicht an „Silk ’n‘ Satin“ (vom Album „Moving Out“) oder an „Kids Know“ (von „Rollins Plays for Bird“) erinnern, der Rest stammt von späteren Alben, die ja eher weniger geschätzt werden: der Opener „O.T.Y.O.G.“ von „Dancing in the Dark“ (1987), „Tell Me You Love Me“ (der obligatorische Calypso, der hier fast zart wirkt) und „Wynton“ von „Sunny Days, Starry Nights“ (1984), „Here’s to the People“ (eine Art Pop-Ballade in den Händen von Hicks/Mraz/Muhammad) vom gleichnamigen Album von 1991, „Times Slimes“ von „Old Flames“ (1993). Das Material erweist sich als ziemlich gut, das Trio ist jedenfalls von Anfang an in viel konzentrierterer Laune, weniger auf das Playing aus als au gute Ensemble-Performances … und dass das recht balladenlastig ist, ist dann auch die nächste Überraschung. „I think the variety of melodic approaches, all done very simply, has been a revelation to a lot of people when they first heard this music“, wird Hicks in den Liner Notes (Chip Stern) zitiert. Rollins selbst bleibt bescheiden, wenn er sagt: „See, I don’t really consider myself a composer. I consider myself a soloist who writes lines for my soloing. I don’t consider myself a composer per se. I write things to get me into my solos. Maybe it sounds different when I do it than when these guys do it, but i’s a completely different approach to the songs.“ – So sind mit den Jahren um die hundert Stücke entstanden, Hicks, Mraz und Muhammad hatten also eine grosse Auswahl – und wurden von Rollins, David Weiss und Elise Wood unterstützt, die die Musik für das Trio transkribiert haben. Ich hab die CD seit dem Abverkauf der Fantasy-Bestände bei Zweitausendeins, aber so richtig wahrgenommen habe ich das Album bis heute nicht wirklich – toll!
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaGerade nochmal Lücken im Index gefüllt … alles Posts von mir, die darf auch gerne wer kontrollieren und sich beschweren
Jetzt noch das hier zum Ausklang des tages:

Tommy Flanagan – Sunset and the Mockingbird: The Birthday Concert | Eine Live-Aufnahme aus dem Village Vanguard vom 67. Geburtstag des Pianisten, dem 16. März 1997, mit Peter Washington und Lewis Nash (vermutlich Mark Levinson und Kurt Lundvall – Flanagan bedankt sich bei den beiden bzw. bei „Mark Levenson“ im Booklet und Discogs listet Lundvall als Mastering-Engineer, produziert hat Flanagans Frau Diana). Erschienen ist das album 1998 bei Blue Note und das andere, das für meine Ohren so ziemlich alles andere in der Diskographie des Pianisten in den Schatten stellt. Er spielt Thad Jones („Birdsong“ zum Einstieg, danach noch „Let’s“), Tom McIntosh („With Malice Towards None“ und „The Balanced Scales/The Cupbearers“), Dizzy Gillespie/Gil Fuller („I Waited for You“ in einer tollen Solo-Version, direkt gefolgt von „Tin Tin Deo“), natürlich das Titelstück von Duke Ellington und als Closer Gordon/Revels „Good Night My Love“. Der Sound ist schön, aber das Klavier halt – ähnlich wie bei den beiden DiNovi-Alben, die ich vorgestern hörte – nicht ganz so schön aufgenommen, wie das im Studio möglich ist. Washington/Nash sind super in der Begleitung die Basslinien werden oft zu Gegenmelodien – und der Drummer ist eh erstklassig und bringt auch in den gepflegten Mainstream des Altmeisters einige Hipness rein.
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Hod O’Brien – So That’s How It Is | Eins geht noch … Hod O’Brien mit Ray Drummond und Kenny Washington im September 1997 bei RVG für Reservoir, dem Label, für das in derselben Zeit auch Steve Kuhn exzellente Alben aufnahm. Das erste Album des Trios, acht Jahre früher erschienen, hat soulpope schon erwähnt. Es gibt hier erst ein paar Jazz-Tunes – „Exodus“ von Victor Feldman, „Meet Benny Bailey“ von Quincy Jones, „So That’s How It Is“ von Dave Will und „Ultramarine“ von Warren Chiasson – bevor es in der Mitte drei Standards gibt: „Cheek to Cheek“ (er behält die Halbton-Transponierung von Tatum bei: die Phrase „and to reach the highest peak“ schob der Meister einen Halbton nach oben und viele Schüler folgten ihm), „Where or When“, „Will You Still Be Mine“. Dann folgen O’Briens eigenes „Little Ronnie’s Here“, Monk mit „Ask Me Now“ und „Forecast“ von Duke Jordan zum Abschluss. Zufallskauf eines Pianisten, von dem sich durchaus noch mehr lohnen dürfte – und der recht viel aufgenommen hat, obwohl er recht unbekannt geblieben ist. In meinem Haus ist sein claim to fame die Mitwirkung bei zwei besonderen Alben: „Guitar Genius“ von René Thomas (wo er obendrein auch nicht stört) und „Flexible Flyer“ von Roswell Rudd (mit O’Brien und Sheila Jordans Namen auch auf dem Cover). Dazu kommen Aufnahmen mit J.R. Monterose (auch auf „Guitar Groove“ dabei), Chet Baker, Ted Brown etc. Hank Jones, Barry Harris, Tommy Flanagan (das Dreigestirn aus Detroit) und Bud Powell nennt er laut den Liner Notes von George Fendel als seine wichtigsten Einflüsse – und wie seine Vorbilder (vor allem die langlebigen) glänzt auch O’Brien mit klaren Linien und hervorragender Phrasierung, interessanten Changes, einer Gelassenheit auch bei rasanten Tempi, einer Eleganz und einem soliden Swing. Für den guten Beat sorgt hier auch Drummond am Bass, während Washingtons Drums wie immer gut sind, aber mich im direkten Vergleich etwas weniger ansprechen als das Spiel von Lewis Nash. Das gilt auch für die Leader an den Tasten: O’Brien ist mir fast ein wenig zu aufgeräumt … fraglos ein exzellenter Pianist mit vielen Ideen und einer immer hervorragenden Umsetzung – aber heute berührt mich diese Aufnahme nicht wirklich.
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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Hod O’Brien – So That’s How It Is | …. Zufallskauf eines Pianisten, von dem sich durchaus noch mehr lohnen dürfte – und der recht viel aufgenommen hat, obwohl er recht unbekannt geblieben …. sein claim to fame …. Ted Brown …Bezüglich „claim to fame“ die Duftmarke bei mir ohne Frage seine Pianobeigaben auf Ted Brown „Free Spirit“ (Criss Cross Jazz) 1989 ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
Great 3 – Begin the Beguine | Morgenmusik, beim Rumrutschen auf dem Eis, in der Tram und jetzt im Büro … 1. und 2. April 1994 im Studio in Tokyo mit Masabumi Kikuchi, Gary Peacock und Masahiko Togashi. Das Digitalisat, das gerade läuft, war mein Einstieg in die Musik dieses kurzlebigen Trios und glaube auch meine erste Begegnung mit Kikuchi. Wie besonders das alles ist, realisierte ich damals (vor 20 Jahren oder etwas mehr) nicht – ich glaub da war dann „銀界 = Silver World“ mit Hozan Yamamoto die Initialzündung, aber das war viel später, dazwischen gab es wohl erste Berührungspunkte via Tethered Moon, aber weil ich das Zeug in Wellen kaufte (halt, wenn man es in Japan grad mal wieder ein paar Wochen kriegen konnte) und dann oft erst Monate oder Jahre später gebührend hörte, kann ich das nicht so genau sagen. Jedenfalls bin ich dank dem Box-Set mit den ganzen Great 3-Aufnahmen ziemlich begeistert von dem allem, auch dem Live-Material, das @vorgarten in seinem Post hier nicht so super findet. Auch mit Togashi habe ich kein Problem, für meine Ohren fügt sich das alle sehr schön, es gibt in der Stunde Musik von „Begin the Beguine“ zahlreiche magische Momente. Im Titelstück, in „My Favorite Things“, in „Coral Spring“. Zeitlupenmusik gegen die Hektik der Welt, wunderschön aufgenommen (das Klavier klingt wahnsinnig gut).
(Wenn ich beim Klang bin: Peacock … warum finden wir den eigentlich alle so super? Er hat keinen starken Beat, keinen besonders schönen Ton, keine gute Tiefe … aber super ist er halt trotzdem fast immer. Ist mir in den letzten Wochen immer rätselhafter geworden, woran das liegt, ohne dass ich das „Ob“ je in Frage gestellt hätte – meine aktuelle Vermutung ist, dass es mit dem „Was“ zu tun hat, nicht mit dem „Wie“, aber ich habe echt keine Ahnung … wenn ich den anderen super agilen Bassisten, den ich über alles schätze, neben ihn halte – Barry Guy, zugegeben ein etwas schwieriger Vergleich, das das Betätigungsfeld so anders ist – dann hat der einen wahnsinnig schönen Ton und obwohl ein Free-Spieler auch einen starken Beat.)
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbasoulpope
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Hod O’Brien – So That’s How It Is | …. Zufallskauf eines Pianisten, von dem sich durchaus noch mehr lohnen dürfte – und der recht viel aufgenommen hat, obwohl er recht unbekannt geblieben …. sein claim to fame …. Ted Brown …Bezüglich „claim to fame“ die Duftmarke bei mir ohne Frage seine Pianobeigaben auf Ted Brown „Free Spirit“ (Criss Cross Jazz) 1989 ….
Das ist glaub ich bisher das einzige von Ted Brown mit O’Brien, das ich habe … ist halt ein schönes Mainstream-Album unter vielen, während „Flexible Flyer“ ein völliges Unikat ist – und „Guitar Groove“ auch so halb (eins von ein oder zwei wirklich gelungenen Alben von René Thomas und auch eine der besten Aufnahmen von JR Monterose, mit dem O’Brien ja auch regelmässig spielte und aufnahm).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbagary peacock hat keinen schönen ton??? würde ich total widersprechen. aber es gibt natürlich noch andere aspekte, die sei spiel so besonders machen. tatsächlich finde ich ihn ausgerechnet hier, in den live-aufnahmen, zum ersten und einzigen mal auf dieser strecke wirklich nicht gut, er kommuniziert kaum, ist aber super dominant, ich kann das kaum hören. ist aber bisher der einzige fall, bei dem mir das so geht.
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vorgarten
gary peacock hat keinen schönen ton??? würde ich total widersprechen. aber es gibt natürlich noch andere aspekte, die sei spiel so besonders machen. tatsächlich finde ich ihn ausgerechnet hier, in den live-aufnahmen, zum ersten und einzigen mal auf dieser strecke wirklich nicht gut, er kommuniziert kaum, ist aber super dominant, ich kann das kaum hören. ist aber bisher der einzige fall, bei dem mir das so geht.Ich weiss nicht, ich schildere ja nur meine Wahrnehmung. Allerdings: mit dem Jarrett-Trio klingt er in der Regel schon grossartig, was den Ton anbelangt – aber das hab ich ja grösstenteils ausgelassen (von den initialen Sessions und „Changeless“ abgesehen), anderswo klingt sein Ton für meine Ohren oft etwas dreckig, etwas „klein“ (nicht voluminös), er singt nicht, er wummst nicht … und trotzdem finde ich sein Spiel als ganzes grossartig. Haden wäre für meine Ohren ein Gegenpol, der singt, hat Volumen und Beat. Und den finde ich auch ähnlich toll oder sogar noch etwas toller als Peacock, aber er spielt in dem Faden hier natürlich eine kleinere Rolle, weil er abgesehen von Montréal 1989 und dem Trio mit Motian und Allen nicht viel (gar nichts weiteres?) im Klaviertrio gemacht hat. Das ist explizit kein Peacock-Diss – einfach ein Versuch, eine Irritation zu schildern, die sich die letzten Wochen/Monate eingenistet hat (ich hab einen ähnlichen Kommentar vor einer Woche oder so schon mal verworfen) – es ist mir, wie gesagt, selbst rätselhaft.
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Schlagwörter: Jazz, Piano, Piano Trio
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