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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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Martial Solal Trio „Live at The Sunside“ …. bin bekanntlich tendenziell skeptisch bezüglich der Kompatibilität von Martial Solal und dem Piano Trio Format, aber bei diesem nur via YT erhörbaren Livemitschnitt @ Sunset Sunside vom 25sten April 2002 mit Francois Moutin (b) und John Riley (dr) bin ich ganz Ohr ….
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Kirk Lightsey Trio – Isotope | So klingt im Februar 1983 ein Klaviertrio, das Bill Evans absorbiert hat, aber auch durch jahrelange Touren mit Mainstream- oder Orgeljazzern gestählt war – Eddie Gladden und Kirk Lightsey waren gemeinsam bei Dexter Gordon … mit Jesper Lundgaard ist auch am Bass ein erfahrener Musiker dabei. Das Material ist ansprechend: nach dem Titelstück von Joe Henderson geht es mit „Oleo“ (Sonny Rollins), „Pee Wee“ (Tony Williams), „Witch Hunt“ (Wayne Shorter), „A Monk’s Dream“ (Johnny Griffin) und „Little Daphne“ von Rudolph Johnson weiter, mit dem Lightsey 1974 aufgenommen hatte. Auf der CD gibt es zusätzlich noch die Solo-Version eines Film-Song aus den Fünfzigern „I’ll Never Stop Loving You“ (Nicholas Brodzsky/Sammy Cahn), aufgenommen 1991 in New York. Ich krieg das nicht recht eingeordnet. Der Bass-Sound ist noch etwas an der Grenze (toll in der Tiefe, aber in der mittleren Lage kann er mit drei Gramm Druck zupfen und der Ton hält drei Minuten – Studio 44, Moster). Ich mag die ein paar Jahre später entstandenen Quartett- (mit Percussion, oder Quintett- mit Freddie Hubbard) Aufnahmen etwas besser, aber das ist schon ziemlich gut. Vielleicht das Problem ein ähnliches wie mit Enrico Pieranunzi (den ich dieses Mal überspringe, das Trio mit Johnson/Baron mag ich schon recht gerne): ich höre nicht sehr viel Persönliches, das wirkt alles sehr gekonnt, etwas glatt. Gladden finde ich auf dem ganzen Album super, er ist sehr aktiv, hat einen hellen, auf den Trommeln recht trockenen Sound (die Becken dürfen schwingen) – irgendwo zwischen Haynes, Riley und Higgins vielleicht.
Als allfällige Warnung: Lightsey singt ziemlich gut hörbar mit – mich stört das auch hier nicht weiter.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
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gypsy-tail-wind

Kirk Lightsey Trio – Isotope | So klingt im Februar 1983 ein Klaviertrio, das Bill Evans absorbiert hat, aber auch durch jahrelange Touren mit Mainstream- oder Orgeljazzern gestählt war – Eddie Gladden und Kirk Lightsey waren gemeinsam bei Dexter Gordon … mit Jesper Lundgaard ist auch am Bass ein erfahrener Musiker dabei ….. Ich mag die ein paar Jahre später entstandenen Quartett- (mit Percussion, oder Quintett- mit Freddie Hubbard) Aufnahmen etwas besser, aber das ist schon ziemlich gut. Vielleicht das Problem ein ähnliches wie mit Enrico Pieranunzi …. ich höre nicht sehr viel Persönliches, das wirkt alles sehr gekonnt, etwas glatt. Gladden finde ich auf dem ganzen Album super ….Das „Piano Trio Format“ bringt eine vertiefte Trennschärfe, welche aber folglich fabelhafte Begleiter/Rhythmusgruppen als bloss solche präzise hervorschält …. wie hier …. btw aber kein Disrespekt bez. Kirk Lightsey, der mit Rufus Reid(b) + Eddie Gladden (dr) immer besonders gut harmonierte ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
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Mal Waldron „Snake Out“ (Enja) 1974 .. Mal Waldron baut weiterhin starrsinnig an seinen verschrobenen sich minimal verschiebenden Strukturen, Reggie Workman (b) spielt sich die Fingerkuppen blutig + Billy Higgins (dr) umgarnt tänzelnd den Groove …. fraglos der herausragende Track einer etwas „unebenen“ Produktion …..
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)soulpope…bin bekanntlich tendenziell skeptisch bezüglich der Kompatibilität von Martial Solal und dem Piano Trio Format, aber bei diesem nur via YT erhörbaren Livemitschnitt @ Sunset Sunside vom 25sten April 2002 mit Francois Moutin (b) und John Riley (dr) bin ich ganz Ohr ….
Das finde ich nach wie vor eine verblüffende Haltung … es gibt so viele gute Trio-Alben von Solal und er leitete immer wieder (u.a. mit den Moutin-Zwillingen) formidable Trios. Solal zu mögen, aber seine Trios nicht, geht mir wirklich nicht in den Kopf.
Ich hab ihn ja nicht weiter verfolgt, aber ein paar Alben sind definitiv nur knapper ausserhalb meiner Top 20:
– At Newport ’63 (Kotick/Motian)
– Jazz à Gaveau (1962, Pedersen/Humair)
– Suite for Trio (1978, NHOP/Humair)
– Triangle (1995, Johnson/Erskine)
– Balade du 10 Mars (1998, Johnson/Motian)
– NY-1 / Live at the Village Vanguard (2001, Moutin/Stewart)
– Longitude (2007, Moutin/Moutin)Findest Du die echt alle nur mittelmässig oder noch schlechter?
Klar hat er viele Sachen in anderen Formaten gemacht, die auch super sind (Solo, Duo mit Konitz, die grossen Bands, das Trio mit den zwei Bässen, das Duo mit Griffin …) – aber die Trio-Aufnahmen einfach abzuschreiben kann ich echt nicht nachvollziehen.
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Gonzalo Rubalcaba – Images | Wer hat eigentlich den Stadio Jazz erfunden? Herbie Hancock mit V.S.O.P.? Davor wohl schon einige Fusion-Bands – und natürlich Miles Davis auf der Isle of Wight … aber sowas wie Newport gab es da ja schon längst, und das war kein Stadion-Jazz. Das hier ist es allerdings, und das gereicht dem Album nicht zum Vorteil, das an zwei Tagen im August 1991 beim Mt. Fuji Jazz Festival ’91 aufgenommen wurde, in Japan bei Somethin‘ Else, in den USA und Europa bei Blue Note erschien (rechtes Cover, das ich auch habe). Rubalcaba spielt zwar immer wieder tolles Zeug, aber wirkt nicht halb so konzentriert wie mit Haden in Montréal. DeJohnette trommelt auf einem ziemlich mächtigen Kit, dünkt mich, und Patitucci mochte halt den Schmieresound und kriegt ihn so halb – das alles ist wohl teils auch den Umständen geschuldet, der riesigen Freiluftbühne, die da beschallt werden musste … das nächste, was ich da erlebte, war das Middelheim Jazzfestival und das fand ich schon extrem gewöhnungsbedürftig, vor allem bei an sich intimer Musik wie dem Lovano Trio Tapestry mit Crispell. Und so ist das wohl auch hier: Rubalcaba scheint sich durchaus manchmal zu vergessen, ganz in seiner an sich stillen Musik zu versinken, oft singt er mit hoher Stimme mit. Einer der besten Momente ist tatsächlich die Pop-Ballade an zweiter Stelle, eine Version von John Lennons „Imagine“, die für meine Ohren sehr gut funktioniert: das richtige Material am richtigen Ort auf die richtige Weise angepackt. Anderswo läuft das so vor sich hin … tolle Momente (z.B. die kurze Solo-Version von M. Hennesys „Gaby“ – ist das der Mike Hennessey? Der war jedenfalls laut Wiki mit einer Gaby verheiratet) wechseln mit grosser Show und nicht sonderlich inspiriert wirkendem Playing, wobei 65 Minuten Spielzeit auch nicht die beste Idee sind.
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Tethered Moon – First Meetingjetzt die Tage doch noch ein paar Mal… ja: Tethered Moon hört man nicht, wegen den packenden Grooves, auch die Alben auf King nicht… aber das hier ist mir ein bisschen zu fragmentiert, mit zu vielen Passagen, in den gefühlt einer erheblich mehr macht als die anderen… Tosca, Piaf und Weill erinner ich ähnlich, Piaf wohl als das stärkste der vier… das Jimi Hendrix Album kenn ich noch nicht – aber die Ideen hinter diesen vier Alben waren ja irgendwie ähnlich, man gibt den dreien ein Thema, das gerade so eben klar ausserhalb der Komfortzone liegt, und guckt mal, wer von ihnen was draus macht.
First Meeting und das selbstbetitelte Album auf King teilen sich übrigens einiges an Repertoire, So in Love, Tethered Moon, P.S. und Misterioso, so als wären es tatsächlich zwei Versuche, das gleiche Album einzuspielen…
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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soulpope…bin bekanntlich tendenziell skeptisch bezüglich der Kompatibilität von Martial Solal und dem Piano Trio Format, aber bei diesem nur via YT erhörbaren Livemitschnitt @ Sunset Sunside vom 25sten April 2002 mit Francois Moutin (b) und John Riley (dr) bin ich ganz Ohr ….
Das finde ich nach wie vor eine verblüffende Haltung … es gibt so viele gute Trio-Alben von Solal und er leitete immer wieder (u.a. mit den Moutin-Zwillingen) formidable Trios. Solal zu mögen, aber seine Trios nicht, geht mir wirklich nicht in den Kopf. Ich hab ihn ja nicht weiter verfolgt, aber ein paar Alben sind definitiv nur knapper ausserhalb meiner Top 20: – At Newport ’63 (Kotick/Motian) – Jazz à Gaveau (1962, Pedersen/Humair) – Suite for Trio (1978, NHOP/Humair) – Triangle (1995, Johnson/Erskine) – Balade du 10 Mars (1998, Johnson/Motian) – NY-1 / Live at the Village Vanguard (2001, Moutin/Stewart) – Longitude (2007, Moutin/Moutin) Findest Du die echt alle nur mittelmässig oder noch schlechter? Klar hat er viele Sachen in anderen Formaten gemacht, die auch super sind (Solo, Duo mit Konitz, die grossen Bands, das Trio mit den zwei Bässen, das Duo mit Griffin …) – aber die Trio-Aufnahmen einfach abzuschreiben kann ich echt nicht nachvollziehen.
In den Linernotes der 1997er Aufnahme „Just Friends“ mithilfe Gary Peacock (b) + Paul Motian (dr) sagt Martial Solal „With Paul and Gary I feel as if I am at the wheel of a high-powered racing car that’s running perfectly“.
Ich habe diese Piano Trio Aufnahme auch zu schätzen gelernt, es steckt doch in diesem Zitat auch eine andere Wahrheit, denn Martial Solal war im Piano Trio immer „am Lenkrad eines superschnellen Sportwagens“, egal wer seine Mitstreiter waren …. manche stachen hervor und „perfektionierten“ (Gary Peacock, Paul Motian, Gilbert Rovère und auch Charles Bellonzi) andere wurden metamorphorisch im Hochgeschwindigkeitsrausch als Ergebnis de facto unter-/erdrückt ….
Soweit meine Ambivalenz zum Thema Martial Solal Piano Trio ….
Ich schätze ihn wirklich sehr als Solist, in Duo Aufnahmen und ich liebe die @ Deiner Deiner Aufzählung vermisste Trio Produktion „Sans Tambour Ni Trompette“ ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Hier noch zwei Kandidaten für Leute, die nach Moodsville verreisen würden, oder an einer Liste arbeiten.


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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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thelonica Hier noch zwei Kandidaten für Leute, die nach Moodsville verreisen würden, oder an einer Liste arbeiten.


Einer der beiden „Kandidaten“ wird wohl für (m)eine Liste Gehör finden ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
Christian Vander, Alby Cullaz, Michel Graillier – Aliender Stiefsohn eines bekannten Jazzpianisten, der Sohn eines bekannten Jazzkritikers und ein diplomierter Ingenieur tun sich Anfang der 80er zu einem Klaviertrio zusammen und spielen ihre Favoriten, Round Midnight, Herbie Hancock un vor allem McCoy Tyner… und wenn man so drüber nachdenkt… die Gürtelschnallen von Vander und Graillier erinnern uns daran, dass sie ja auch noch bei einer anderen Band zusammenspielten, Magma… ich hab immer gedacht Soft Machine + Bartok = Magma… aber Tyner steckt bei Magma schon auch drin, als Zutat, die man im Prog Rock nicht so oft hört… dazu natürlich eine grosse Portion kobaianisch… wie auch immer: diese Aufnahmen von 1983 sind klar Jazz und nicht Prog… so eine gehetzte Sorte von Spiritual Jazz / Tyner, wie sie auch bei Nimbus West gelegentlich gelang (Journey into Nigritia), die eine ganz eigene Atmosphäre hat… nichts für Bestenlisten, aber ich weiss schon, warum ich hierzu alle paar Jahre zurückkehre…
edit: ich mach jetzt hier weiter, Magma 1974 in Bremen

kein Klaviertrio, aber ich mag wie die Cover zusammenpassen, also, wie Vander und Graillier nebeneinanderstehen, 1974 vs 1983.--
.@soulpope Alles klar – gibt’s ja ab und zu, dass man das gegenseitig nicht nachvollziehen kann („Sans tambour…“ hab ich natürlich mit „Trio mit zwei Bässen“ gemeint, ist mir sonst kein anderes Album in der Besetzung bekannt).
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Auf dem Heimweg vorhin lief das hier:

Giorgio Azzolini – What’s Happening? | Ein ziemlich tolles Ding, natürlich mit dem Leader am Kontrabass, dazu Franco D’Andrea am Klavier und Franco Tonani am Schlagzeug, aufgenommen bei zwei Sessions im März und April 1966 in Mailand für ein Label namens Juke Box und später von Rearward/Schema auf LP und CD wieder aufgelegt. Ich hab leider bisher nur eine Behelfsversion davon. Das Album wird von einer tollen Stimmung beherrscht, ist oft ziemlich frei, manchmal bis zur Auflösung fester Metren, mit unterschiedlichen oder schwankenden Tempi, meistens mit einem Puls (oder auch mehreren), aber dann auch wieder „inside“. Es gibt zum Einstieg „Interplay“ von Bill Evans, später „When I Fall in Love“ und als Closer eine sehr eigene, stockend-dahinfliessende Version von „Moose the Mooch“. Und dazwischen Jazz, der nicht nur Gato Barbieri kennt sondern gewiss auch Ornette Coleman und Don Cherry, vielleicht auch Paul Bley oder Joe Harriott.
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gypsy-tail-wind @soulpope Alles klar – gibt’s ja ab und zu, dass man das gegenseitig nicht nachvollziehen kann („Sans tambour…“ hab ich natürlich mit „Trio mit zwei Bässen“ gemeint, ist mir sonst kein anderes Album in der Besetzung bekannt) ….
Das hab ich übersehen, tut leid ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
Joanne Brackeen – Where Legends Dwell | Joanne Brackeen findet für meine Ohren mit jedem Album, das ich hier höre, mehr zu sich, ihre Musik wird immer vielschichtiger und auch wärmer, reicher. Für Ken Music produzierte Helen Keane an zwei Tagen im September in New York dieses Album mit Eddie Gomez und Jack DeJohnette, von Malcolm Addey in sehr warmem digitalen Sound aufgenommen – das ging eben schon früh, wenn einer Ohren hatte. Die Stücke sind oft eher kurz, deren zwölf ergeben aber dennoch ein massiv überlanges Album. Allerdings ist das Material ansprechend, das Trio zwischen Evans und den Avantgarde-Leanings unterwegs, wie man sie von früheren Brackeen-Alben kennt. Gomez kriegt viel Raum, während DeJohnette die Rückkehr vom Stadion ins Studio gut tut, er wirkt sehr wach, hat auch in ruhigeren Momenten viele tolle Ideen, variierte sein Spiel ständig, kann bei den beiden Partner*innen auch nach Belieben frei agieren, feste Patterns aufbrechen. Und auch wenn er mit den Besen die Snare spielt, ist er sehr toll.
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Monty Alexander – Spunky | Heute ist Post aus Japan eingetroffen, darin auch zwei mir noch unbekannte Piano-Trio-Alben. Das frühere ist das hier, das Debut von Monty Alexander, aufgenommen für Pacific Jazz bei zwei Sessions. Die erste von ca. 1964/65 zeitigte zur zwei Stücke, auf denen angeblich beide Male noch Gene Bertoncini an der Gitarre dabei ist, den ich aber nur auf dem einen, „Rattlesnake“, höre, zudem Bob Cranshaw und Bruno Carr. Bei der zweiten Session von irgendwann 1965 sind dann Victor Gaskin und Paul Humphrey, es entstanden acht Stücke und auf einem davon ist Scott Turner an der Gitarre dabei. Das ist alles federleicht und trotzdem soulig schwer, manchmal ist Les McCann als Vorbild zu erahnen, andere Male Oscar Peterson, dann wieder eher Ahmad Jamal oder Wynton Kelly. Eine Handschrift schält sich da wohl erst allmählich heraus, aber das macht grad sehr viel Spass. Neben vier Originals vom Leader (das Titelstück zum Einstieg, dann „Jamaican Shake“, „Rattlesnake“ mit Bertoncini und der Closer „Spirit of Foo Foo“) gibt es ein Stück vom Gastgitarristen Turner („Little Children of Peru“, auf dem er mitspielt) und Hard-Bop-Stücke von Nat Adderley („Naturally“), Milt Jackson („Heartstrings“), Junior Mance („Taggie’s Tune“) und Benny Golson („Whisper Not“) sowie „I’m an Old Cowhand“ von Johnny Mercer.
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Schlagwörter: Jazz, Piano, Piano Trio
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