Konzertimpressionen und -rezensionen

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  • #10579363  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

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    vorgarten

    letzteres würde ich bezweifeln, aber trotz kleiner preise, dem besuch eines star-ensembles und einem noch recht neuen konzertsaal von frank gehry war auch dieses konzert nicht bis auf den letzten platz gefüllt – und das publikum sah jetzt auch nicht anders aus als bei beethovensonaten oder schubertliederabenden. aber: das war ein wahnsinnig tolles konzert (alban berg: vier stücke für klarinette und klavier op. 5 | gérard grisey: vortex temporum für klavier und fünf instrumente | pierre boulez: le marteau sans maître für altstimme und sechs instrumente). nach den berg-stücken war das gehör geschärft, die huster und raschler konnten sich schon mal bemerkbar machen (dann gibt es ja noch die, denen ständig das programm aus den händen fällt), und es gab zwei kammermusikalische schwergewichtswerke, die zwei unterschiedliche wege von messiaen aus gingen und wiederum vierzig jahre auseinander liegen. für mich war es eine sehr persönliche angelegenheit, vortex temporum wiederzuhören, nachdem ich vor 22 jahren (mit 22 jahren!) bei der uraufführung in witten war. damals hat mich diese musik völlig unvorbereitet getroffen und tief bewegt (sie soll ja auch verschiedene schwindelgefühle erzeugen), und es war sofort klar, dass hier ein neuer musikgeschichtlicher akzent gesetzt war (es gab sogar – in witten völlig unüblich – buh-rufe) – umso verrückter, das stück jetzt zwischen berg und boulez eingeklammert zu sehen, als teil des großen kanons – es gibt ja auch schon eine choreografie von ana teresa de kaersmakers dazu, wahrscheinlich taucht es bald in filmen auf. die aufnahme aus witten (ensemble recherche unter kwame ryan) gibt es auf cd, ich kenne sie in- und auswendig. aber es war wirklich toll, was wiederum pintscher daraus gemacht hat. fast mit spätromantischem gestus (oder man hatte den berg noch im ohr), aber mit genauem gespür für die klangfarben und verschmelzenden resonanzen – das maschinell rhythmische ging dabei ein bisschen verloren. und dann gibt es ja noch dieses unglaubliche klaviersolo – ich saß genau drüber und sah dimitri vassilakis völlig begeistert bei der arbeit zu. als er hinterher von pintscher abgeknutscht wurde, zuckte er nur verlegen mit den schultern. was für ein toller pianist. boulez‘ meister ohne hammer danach kam mit ähnlich spannenden klangverschmelzungen aus disparatesten quellen aus der pause, blieb aber rhythmisch so abstrakt, dass es nach grisey fast banal wirkte. trotzdem toll, wie die stimme eingesetzt wird (ich kannte das stück auch schon recht gut vorher). auf jeden fall ein toller kontrast und eine spannende aufgabe für’s gehör. falls jemandes interesse geweckt wurde: deutschlandfunk kultur hat das konzert aufgenommen und strahlt es am übermorgen um kurz nach acht aus (kann man auch problemlos aufnehmen) – https://www.deutschlandfunkkultur.de/programmvorschau.282.de.html?drbm:date=13.09.2018vorgarten

    Liest sich sehr spannend …. werde ergo via Deutschlandfunk nachhören ….

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    #10579375  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

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    soulpopeLiest sich sehr spannend …. werde ergo via Deutschlandfunk nachhören ….

    bin sehr gespannt, was du davon hältst. die aufnahme des uraufführungsensembles (ist keine live-aufnahme, sondern kurz vorher/danach in freiburg im studio eingespielt worden, also leider ohne huster und raschler meinerseits) findest du hier.

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    #10579379  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 19,328

    vorgarten

    soulpopeLiest sich sehr spannend …. werde ergo via Deutschlandfunk nachhören ….

    bin sehr gespannt, was du davon hältst. die aufnahme des uraufführungsensembles (ist keine live-aufnahme, sondern kurz vorher/danach in freiburg im studio eingespielt worden, also leider ohne huster und raschler meinerseits) findest du hier.

    Danke – werde mir das kaufen (allerdings erst ca. in einem Monat, wenn ich wieder aus dem Gartenhaus in meine Wohung mit Postadresse zurückgekehrt bin) ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #10580814  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    @vorgarten Das liest sich tatsächlich super … ich hätte gerne öfter die Gelegenheit, Musik des 20. Jahrhunderts (äh, nicht Mahler, Ravel, Debussy, Prokofiev und Schostakowitsch – aber die alle auch gerne häufiger) im Konzert zu hören … der Tag in Luzern mit Stockhausen sowie Nono und Messiaen war ja wirklich toll, auch das gelegentliche zeitgenössische Programm oder die gelegentliche aktuelle Oper („Lunea“ von Holliger hat sich auf ewig eingebrannt, ich hoffe Kurtágs „Fin de partie“ im November wird ähnlich eindrücklich).

    Die NZZ hat inzwischen auch noch was über das Stockhausen-Wochenende geschrieben – der verhaltene Einstieg in „Gruppen“ fiel mir auch auf, fand ich aber eigentlich ganz passend, denn das Ding entwickelt einen solchen Sog, eine solche Wucht und Vielfalt, dass ein etwas fahler Einstieg ganz gut passt (aber der für Pintscher eingesprungene Jaehyuck Choi war von den drei Dirigenten eindeutig der uncharismatischste, wobei Rattle auf mich auch nicht gerade charismatisch wirkt, Duncan Ward hatte die beste Ausstrahlung, was das betraf, aber Rattle war Zentrum und Angelpunkt und wohl Seele der Aufführung):
    https://www.nzz.ch/feuilleton/was-ist-ein-ton-das-lucerne-festival-stellt-grundfragen-ld.1419523

    Hier gibt es zahlreiche Konzertberichte zu Berlin und auch ein paar zu Luzern (teils wurde natürlich an beiden Orten dasselbe aufgeführt, auch das Programm mit den Berlinern unter Petrenko, das ich hörte, gab es davor natürlich anderswo – u.a. in Berlin selbst – schon), aber leider nicht zu den Konzerten, die vorgarten oder ich besucht haben:
    http://seenandheard-international.com/category/concert-reviews/international-concerts/

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #79: Jazz 2018 (#2), 27.12., 20:00; Jazz 2018 (#3), 3.1., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #10: Jahresrückblick Klassik, Jazz, Pop & mehr, 29.12., 22:30 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10582002  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Registriert seit: 25.01.2010

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    gypsy-tail-wind

    … Sehen konnte ich allerdings nicht viel, auch nicht gegen Ende, als Scimone wohl umkippte, die Leute sich erhoben, ein paar nach vorne rannten – Chor und Orchester brachten die letzten Takte aber zu Ende, alles setzte sich wieder … und danach gab es zwei Zugaben, die der Maestro (*1934) dann aber sitzend dirigierte. Einen Besetzungswechsel gab es auch noch, wenn ich die Ansage, die Scimone zu Beginn ohne Mikrophon und ins unruhige Publikum hinein machte: der Tenor war nicht wie angekündigt Aldo Caputo sondern ein anderer Sänger (Marco irgendwas?) – ich konnte leider im Netz nirgendwo etwas über das Konzert finden, bloss diverse Vorankündigungen.

    Claudio Scimone ist vor über einer Woche, am 6. September, im Alter von 84 Jahren gestorben.

    http://www.repubblica.it/spettacoli/musica/2018/09/06/news/addio_a_claudio_scimone_direttore_e_fondatore_dei_solisti_veneti-205732461/

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    #10584385  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Kammermusik-Soiree mit Jordi Savall und Le Concert des Nations
    Zürich, Tonhalle-Maag – 16.09.2018

    Le Concert des Nations
    Marc Hantaï
    Flöte
    Manfredo Kraemer Violine
    David Plantier Violine
    Balázs Máté Violoncello
    Xavier Puertas Violone
    Pierre Hantaï Cembalo
    Jordi Savall Leitung, Alt- und Bassgambe

    Johann Sebastian Bach „Musikalisches Opfer“ BWV 1079

    Ein seltsames Ding, diese musicalische Opfergabe an einen vierleseits verklärten, flötespielenden (echt jetzt?) König … so richtig warm werde ich damit auch nach dem feinen Konzert gestern nicht. Es war aber enorm lehrreich, das Ding mal im Konzert zu erleben, denn das machte den Effekt des Zusammensetztens, das Wechselspiel der Stimmen, das gegenseitige Zuhören und Antworten, das Schichten der Elemente, der Fugen, sehr handgreiflich.

    Los ging es damit, dass Marc Hantaï nach vorne trat und das kurze „Thema regium“ spielte von dem Schönberg glaubte, es könne eigentlich nur von Carl Philipp Emmanuel Bach stammen. Anlass für das ganze Werk war, dass der „alte Bach“ drei Jahre vor seinem Tod den Besuch bei Friedrich II. nicht mehr zurückweisen konnte – sein Sohn Carl Philipp Emmanuel Bach, einer der eminenten Vertreter der neuen „galanten Stils“, war an dessen Hof tätig. Bach senior mit seinem religiösen Verständnis von Musik stammte aus einer vergangenen Epoche und die Begegnung mit Friedrich II. kann wohl ebenso wie jene mit CPE als die eines Generationenkonflikts gelesen werden. Die Geschichte dazu, inklusive der Ansicht Schönbergs, ist bekannt (Quelle des folgenden Zitats):

    What happened the evening they met is, thanks to contemporary reports, fairly clear. Frederick gave Bach a complex theme of 21 notes and asked him to use it as the basis of an extemporaneous three-part fugue. It was a fiendishly difficult subject for development in counterpoint – so difficult, in fact, that Arnold Schoenberg, the greatest practitioner of counterpoint in the 20th century, wrote an article in 1950 that set forth the theory that the „Royal Theme“ could only have been devised by Bach’s son CPE, the only musician present with enough understanding of counterpoint to trump his father’s.

    Dann präsentierte Pierre Hantaï am Cembalo das dreistimmig Ricercar, das angeblich eine Art Notation aus dem Gedächtnis der Improvisation ist, die Bach vor dem König spielte. Dessen Aufforderung, danach eine sechsstimmige Fuge zu improvisieren, schlug Bach dann aus – und machte sich an die Komposition des ganzen Werkes, das gespickt ist mit Seitenhieben gegen den König und die von ihm verkörperte Ablehnung organisierter Religion (wofür Bach ja während der längsten Zeit seiner Karriere stand) und der entsprechenden musikalischen Dogmen, Regelungen, Werkzeugen. Wie Bach in die Werkzeugkiste greift, wird im zitierten und verlinkten Artikel weiter vertieft.

    Im Konzert entfaltet sich das Werk allmählich, nimmt immer neue Formen an, das königliche Thema blitzt immer wieder auf. Die beiden Violinen, die Gambe, das Barockcello kommen solistisch zum Zug. In der Mitte stand die Triosonate für Flöte, Violine und Basso continuo. Geschrieben wurde sie wohl mit Gedanken, dass König sie selbst spielen würde – allerdings wählte Bach die Form eine „sonata da chiesa“, die wiederum von der neuen Generation als hoffnungslos antiquiert betrachtet wurde. Im gestrigen Konzert war das der Moment, an dem am ehesten die Grenze deutlich wurde, die der heutige Konzertbetrieb einem Ensemble mit alten Instrumenten aufzeigt: die Austarierung stimmte nicht, die Flöte war zu leise. Und das im transparenten Saal der Tonhalle-Maag. Im grossen Tonhalle-Saal wäre das Konzert sowieso ein klangliches Debakel gewesen, ob der kleine Saal der Tonhalle besser gewesen wäre, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.

    Es folgte die zweite Hälfte der Kanons, wie schon davor ergab sich immer wieder ein Wechseln zwischen Cembalo solo und dem Ensemble, das in verschiedenen Besetzungen aufspielte – die Violone kam nur selten zum Einsatz, das Cello setzte auch öfter aus, manchmal hatte auch die zweite Geige Pause, Savall wechselte zwischen der sehr kleinen Alt-Gambe und der Bassgambe, die in etwa die Grösse eines Cellos hat. Gemeinsame Stücke von Streichern und Flöte sowie Cembalo gab es nur wenige, aber die dauernden Besetzungswechseln sorgten dafür, dass das Geschehen lebendig blieb.

    Am Ende gab es drei Zugaben, zunächst zwei Sätz aus irgendeinem Werk (aus einem Flötenkonzert?), bei dem ich beim zweiten, rasanten Satz unweigerlich an Jethro Tull denken musste … alberne Musik (in der Reihe neben mir stapfte sogar jemand mit dem Fuss dazu), die überhaupt nicht passen wollte. Danach folgte ein Stück aus den Festivitäten zur Geburt des späteren Louis XIII., das sehr schön war (und mich sofort denken liess: ein Konzert mit französischer Musik hätte mich mit diesem Ensemble wesentlich mehr gefesselt), und als Rausschmeisser einen Marsch (von Marais? Savall sprach Deutsch, etwas leise leider), der am Ende sogar noch eine kleine Temposteigerung beinhaltete – aber dann doch viel zu gesittet war, um als ordentliches Trinklied durchzugehen.

    Ein paar Kritikpunkte gibt es schon: eben, erstmal die Balance, wann immer die Flöte dabei war (das wurde in der Zugabe auch wieder deutlich). Dann fand ich den Ton des ersten Geigers (Manfredo Kramer) deutlich weniger ansprechend als den des zweiten (David Plantier). Kramers Ton war manchmal so brüchig, dass er aussetzte, auch das Vibrato vielleicht eine Spur zu stark. Savall selbst glänzte ebenfalls nicht mit dem schönsten Ton, aber dazu muss man bei ihm wohl einfach zu den älteren Aufnahmen greifen. Sehr beeindruckend war allerdings Pierre Hantaï – gerade im Wechsel mit dem Kammerensemble wurde immer wieder deutlich, welchen Klangreichtum das Cembalo zu bieten hat, in den Händen von Hantaï wird es wahrlich zu einem ganzen Ensemble von Instrumenten!

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #79: Jazz 2018 (#2), 27.12., 20:00; Jazz 2018 (#3), 3.1., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #10: Jahresrückblick Klassik, Jazz, Pop & mehr, 29.12., 22:30 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10584527  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Hier ist jetzt auch noch eine ausführliche Rezension zu Aimard mit Stockhausens Klavierstücken I-XI erschienen, zum Auftritt in Berlin, nicht jenem, den ich in Luzern gehört habe – habe sie noch nicht gelesen:
    http://seenandheard-international.com/2018/09/the-performance-of-a-lifetime-pierre-laurent-aimards-mastery-in-stockhausen/#more-81851

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    #10586585  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Und hier auch noch ein weiterer Bericht zum Konzert mit Savall:
    http://seenandheard-international.com/2018/09/love-of-form-is-still-love-concert-des-nations-elucidates-bachs-musikalisches-opfer/

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    #10590989  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Zürich, Tonhalle-Maag – 20.09.2018
     
    Tonhalle-Orchester Zürich
    Bernard Haitink
    Leitung
    Till Fellner Klavier
     
    Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr. 22 Es-Dur KV 482

    Anton Bruckner Sinfonie Nr. 7 E-Dur
     
    Doch noch ein paar Sätze nachgereicht zu einem sehr feinen Konzert. Zwei ähnliche Doppelprogramme leitete Haitink vor etwas weniter als zwei Jahren bzw. Ende letzten Jahres schon. Noch in der alten Tonhalle spielte András Schiff das Krönugnskonzert von Beethoven und nach der Pause erklang Bruckner Neunte (ich schrieb darüber ein paar ungelenke Sätze), letzten Dezember gab Maria João Pires anscheinend ihr europäisches Abschiedskonzert mit Mozarts wunderbarem Konzert B-Dur KV 595 und danach folgte Bruckners Vierte (auch darüber habe ich berichtet).

    Ganz so prominent war die heurige Besetzung mit Till Fellner natürlich nicht, aber im Publikum sassen viele junge Leute, die wohl in erster Linie seinetwegen gekommen waren – er ist schon seit einigen Jahren Dozent an der hiesigen Musikhochschule. KV 482 also, eines der schönsten von Mozarts Klavierkonzerten, letzte Saison etwas unglücklich durch Kit Armstrong mit der Camerata Bern aufgeführt (klick). Strukturelle Probleme – dass vor lauter Detailliebe der Blick auf das Ganze getrübt wird – gibt es mit Haitink natürlich nicht. Fellner spielte sehr schön, mit einer manchmal fast stupenden Leichtigkeit, sehr unaufgeregt, relativ flach, aber mit zartem Ton und glasklarem Anschlag. Da und dort fächerte er die Rhythmen etwas auf, es gab im Zusammenspiel mit dem Orchester die eine oder andere Unsauberkeit, aber alle waren bei der Sache und am Ende schien Fellner geradezu gelöst aufzuspielen. Ich würde nicht sagen, dass das eine grosse Aufführung war, es war wohl eher eine darstellende, zurückhaltend, die Musik für sich sprechen lassend – was bei Mozart aber oft, finde ich, sehr gut kommt. Und so war es auch mit Fellner und Haitink.

    Nach der Pause wuchs das Orchester stark, und nun sassen sie alle auf den Stuhlkanten, reagierten wie üblich exakt auf Haitinks minimales Dirigat – ein eingespieltes Team bzw. ein Orchester, das diesen Dirigenten, die Zusammenarbeit mit ihm, ganz offensichtlich schätzt. Was ja auf Gegenseitigkeit beruht. Und das zeigt wiederum auch, wie gut das Tonhalle-Orchester nach wie vor sein kann, wenn denn alles passt. Und ja, an dem Abend, dem zweiten und letzten mit diesem Programm, passte auch wirklich alles. Mich jedoch überforderte die Symphonie ein wenig, die schon im zweiten Satz ihren Höhepunkt findet und dann noch so lange dauert. Ich bin wohl gerade nicht in der richtigen Laune für solche riesigen Trümmer (habe auch zuhause seit Monaten keinen Bruckner mehr gehört, überhaupt fast nichts Symphonisches). Will sagen, die vermutlich nahezu perfekte Aufführung, die in Sachen Tempo, Dynamik, Freilegen von Strukturen und Durchblick durch das Ganze, ohne Details zu verwischen, nichts zu wünschen übrig liess, vermochte mich eher wegzupusten als zu packen.

    Ich kenne das ja längst von Werken dieses Kalibers, das war immerhin die vierte Bruckner-Konzerterfahrung (Welser-Möst dirigierte letzten November eine sehr tolle Aufführung der Achten, d.h. es „fehlen“ im Konzert noch Nr. 5 und Nr. 6, auf Aufführungen von Nr. 1-3 bin ich nicht gerade erpicht, ich finde auch Nr. 4 weiterhin, Konzerterlebnis mit Haitink hin oder her, nicht wahnsinnig toll) – und etwas Wagner gab es letzte Saison ja auch (einen Besuch der Wiederaufnahme des „Tannhäuser“ in der gerade beginnenden Saison habe ich nicht vor). Aber egal, es war ein eindrücklicher Abend, der stärker als Pires/Bruckner 4, ähnlich wie Schiff/Bruckner 9, auch an der Grenze zur Überforderung der Aufnahmekapazität vorbeischrammte – aber so scheint Haitink es zu mögen und andere Konzerte sind mir manchmal auch etwas zu kurz, ich will also nicht klagen (in dem Fall war es aber sinnvoll, wie Welser-Möst es mit Bruckner 8 tat, nur ein einziges Werk zu spielen – was überdies Zinman mit Mahler 6 und Rattle mit Mahler 9 auch so hielten).

    Ein Eindruck noch zum Schluss, auch wenn er vielleicht dämlich ist: mir kam die Musik Bruckners in ihrer Schroffheit und zugleich Reinheit recht deutlich wie Alpenmusik, Musik der Berge vor – es drängten sich Bilder auf von schroffen Klippen und Wasserfällen, von Auen und kleinen Seen mit diesem unglaublich klaren Wasser … klar ist das keine Programmusik, aber eben: die Bilder waren irgendwann einfach da, gerade auch in den Kontrasten zwischen den fast schon lüpfigen melodischen Momenten und dann diesen brutalen Einbrüchen, die mit gewaltiger Kraft über die sanfteren Passagen hineinbrechen, sie (und mich) überrollen.

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    gypsy-tail-wind
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    Die NZZ hat auch berichtet (wohl vom ersten Abend):
    https://www.nzz.ch/feuilleton/tonhalle-wenn-aura-und-altersweisheit-zusammenkommen-ld.1421743

    Und auch auf Seen and Heard International gibt es einen Bericht (vom zweiten Abend):
    http://seenandheard-international.com/2018/09/till-fellners-authoritative-mozart-and-ageless-bernard-haitinks-lucid-bruckner/

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    #10591391  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Liederabend Anna Stéphany – Zürich, Opernhaus – 24.09.2018
     
    Anna Stéphany Mezzosopran
    Sholto Kynoch Klavier
     
    «Nature’s Songbook»
     
    ROBERT SCHUMANN
    Röselein, Röselein

    JOHANNES BRAHMS
    Nachtigallen Schwingen
    An die Nachtigall
    Lerchengesang

    ROBERT SCHUMANN
    Die Blume der Ergebung
    Aus den östlichen Rosen

    JOHANNES BRAHMS
    Juchhe!

    CLAUDE DEBUSSY
    Trois Chansons de Bilitis:
    1. La Flûte de Pan
    2. La Chevelure
    3. Le Tombeau des Naïades

    JEAN SIBELIUS
    Bellis (Klavier solo)
    Marssnörn
    Campanula (Klavier solo)
    Demanten pa marssnörn
    Iris (Klavier solo)
    Svarta rosor
     

     
    MAURICE RAVEL
    Histoires naturelles:
    1. Le Paon
    2. Le Grillon
    3. Le Cygne
    4. Le Martin-pêcheur
    5. La Pintade

    GABRIEL FAURÉ
    Le Papillon et la fleur

    GEORGES BIZET
    La Coccinelle

    CHARLES GOUNOD
    Au Rossignol
    Envoi des fleurs

    CAMILLE SAINT-SAËNS
    La Cigale et la fourmi
     

     
    Encore:

    PERCY GRAINGER
    The Spring of Thyme

    WOLFGANG AMADEUS MOZART
    Voi che sapete (Arietta des Cherubino aus „Le nozze di Figaro“, KV 492)
     
    Am Sonntag begann hier auch die Saison in der Oper, und ich freute mich sehr auf meinen heutigen Auftakt, einen Liederabend mit der englisch-französischen Mezzo-Sopranistin Anna Stéphany, die von 2012 bis 2015 zum Ensemble der Oper gehörte. Ich sah sie in der Saison 2016/17 als Charlotte in der phantastischen Produktion von Massnetes „Werther“ und mochte auch ihre letztes Jahr erschienene CD „Black Is the Colour“ (alpha) mit Berios „Folk Songs“, Ravels „Histoires Naturelles“ und „Psyché“ von Falla. Das Labyrinth Ensemble, von dem sie auf der CD begleitet wird, besteht grossteils aus Musikerinnen und Musikern, die zum Orchester der Oper Zürich gehören. Die Lieder von Ravel (auf der CD im Arrangement von Arthur Lavandier zu hören) standen heute Abend auf dem Programm, vom Rest hatte ich keine Ahnung, nur gesehen, dass es Schumann, Brahms und mehr geben würde. Begleitet wurde Stéphany vom Pianisten Sholto Kynoch.

    Los ging es mit Schumann und Brahms, wobei mir die Brahms-Lieder im direkten Vergleich etwas harmlos vorkamen – durchaus auch in ihrer Machart (und mit den läppischen Texten von, der Reihe nach, Hoffmann von Fallersleben, Voss, Candidus und Reinick). Schumanns Lieder hingegen faszinieren mich immer wieder sehr, da muss ich unbedingt mal tiefer schürfen. Die Lieder zwischen dem Brahms, auf Texte von Rückert, gefielen mir sehr, aber auch das erste (auf einen Text von Schöpff) ist toll. Das dritte, „Aus den östlichen Rosen“, klang fast schon ein wenig wie ein Show-Song, wie man ihn aus dem frühen 20. Jahrhundert (und auch dem mittleren) kennt.

    Zum Höhepunkt der ersten Konzerthälfte wurde dann aber der Zyklus von Debussy. Der sprechende Gestus, die flache Sprachmelodie, die eher einem Sing-Sang als einem Singen gleicht, dabei aber stets eine enorm nuancierte Gestaltung verlangt – faszinierend! Stéphanys Diktion und Verständlichkeit auf Deutsch ist sehr gut, auf Französisch ist sie wohl nahezu perfekt. Der Sibelius-Block zum Abschied in die Pause passte ganz gut, Kynoch kriegte hier auch seine Features und gefiel in ihnen so gut wie in der Begleitung, die Sprache klang manchmal so, als würde man vom Deutschen her die Hälfte verstehen, aber das war dann oft doch nur ein Trugschluss.

    Nach der Pause sollte das Programm beim Französischen bleiben – und der Ravel-Zyklus wurde gleich zum nächsten Höhepunkt. Hier wird viel pointierter gesungen als bei Debussy, aber die Nähe zum gesprochenen Wort ist immer noch gegeben, die Verzierungen, das Vibrato etc. viel zurückhaltender eingesetzt als in den deutschen Liedern. Die Texte über den Pfau, die Grille, den Schwan, den Eisvogel und das Perlhuhn aus der Feder von Jules Renard sind schon für sich genommen ziemlich witzig. Gesungen von einer begnadeten Actrice, die den verschiedenen Sprechern in den Texten obendrein wo nötig auch noch verschiedene stimmliche Schattierungen gibt, ist das ein köstliches Vergnügen. Die zwei Hugo-Vertonungen von Fauré und Bizet waren ebenso vergnüglich, und hier wurde die Nähe zum Chanson und eben auch allgemein zum populären Lied des 20. Jahrhunderts überdeutlich. Das zog sich durch die zwei Lieder von Gounod (auf Texte von Lamartine und Augier) und den krönenden Abschluss von Saint-Saëns (auf die Fabel von La Fontaine) weiter. Da verläuft eine direkte Linie bis hin zu Jacques Brel. Jednefalls war diese zweite Konzerthälfte durchs Band weg phantastisch, auch in der Agogik, dem Zusammenspiel mit Kynoch – da passte einfach alles.

    Obwohl das Parkett höchstens halbvoll und die Ränge bis auf die vordersten Reihen ziemlich leer waren, gab es am Ende langen Applaus und ohne Zugaben liess man Stéphany nicht gehen. Sie sang als erstes Graingers Volskliedbearbeitung „The Spring of Thyme“, und nach ein paar weiteren Verbeugungen und Ab- und Aufgängen schliesslich noch die Arietta des Cherubino aus Mozarts Figaro, „Voi che sapete“ – natürlich hatte Stéphany in ihrer Zeit als Ensemblemitglied die Rolle auch in Zürich gesungen (leider ohne dass ich sie gesehen hätte). Ein rundum gelungener Abend jedenfalls, dem man ein deutlich grösseres Publikum gewünscht hätte.

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    Vicenza, Chiesa di San Michele ai Servi – 27.09.2018

    Franz Hauk, Orgel

    BACH: Toccata und Fuge d-Moll BWV 565
    KERLL: Capriccio sopra il Cucù
    STORACE: Ballo della Battaglia
    PASQUINI: Toccata con lo scherzo di Cuccò
    PACHELBEL: Fuga C-Dur („Nachtigall“)
    MOZART: Fantasia f-Moll KV 608
    BACH: Choralvorspiel „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ BWV 645
    BACH: Choralvorspiel „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ BWV 647
    LEFÉBURE-WÉLY: Sortie Es-Dur

    Zum Auftakt im Urlaub in Norditalien gab es im Rahmen des XX: Festival Concertistico Internazionale – Organi storici del Vicentino, das vom 9. August bus zum 16. Dezember an diversen Orten stattfindet, ein etwas über eine Stunde dauerndes Orgelkonzert in einer der zahlreichen Kirchen von Vicenza mit dem deutschen Organisten Franz Hauk. Wie der Liste der gespielten Stücke (es folgten noch ein oder zwei Zugaben) unschwer zu entnehmen ist, war es wenigstens teils ein ziemlich tierisches Programm mit eher leichteren Stücken von ordentlichem Unterhaltungswert. Eine feine Sache, doch ist Orgelmusik insgesamt mir noch immer sehr wenig vertraut, so dass ich eigentlich überhaupt nichts weiter sagen kann. Das erste von gleich zwei Konzerten, in deren Genuss ich völlig ungeplant kam.

    Matinée al Chiericati – Vicenza, Palazzo Chiericati – 30.09.2018

    Archi dell’Orchestra del Teatro Olimpico:
    Filippo Lama (Einstudierung), Rececca Innocenti
    Violine
    Nicola Sangaletti Viola
    Leonardo Duca Cello
    Fabio Maini Klarinette

    SCHUBERT: Streichtrio Nr. 1 B-Dur
    BRAHMS: Klarinettenquintett h-Moll Op. 115

    Am Sonntagmorgen um 11, dem Tag, an dem die Reise mich dann schon weiter nach Treviso führte, fand im Salone d’Onore, dem grossen Saal im ersten Stock des Palazzo Chiericati, eins der Matinée-Konzerte statt, die das Orchester des nebenan liegenden Teatro Olimpico veranstaltet. Das Theater ebenso wie der Palazzo stammen von Palladio, dem vermutlich wichtigsten Sohn der Stadt. Der Palazzo stand einst direkt neben der Anlegestelle der Schiffe, die auf dem damals noch schiffbaren Bacchiglione von Chiogga und/oder mit Abzweigung in den Naviglio del Brenta von Venedig her kamen. Der Palazzo mit der repräsentativen Fassade und den offenen Loggien, von denen aus das Treiben an der Anlegestelle beobachtet werden konnte, sollte das erste sein, was bei der Ankunft von Vicenza erblickt wird.

    Filippo Lama, der beim Konzert die (erste) Violine spielte, wirkt beim Orchester als „Tutor“, was immer das genau heisst. Jedenfalls studierte er mit den anderen das unvollendete Streichtrio von Schubert und das grosse Klarinettenquintett von Brahms ein. Auch das ein kurzes Konzert, sehr unterhaltsam, mit viel Gusto gespielt vor dem wie üblich eher unruhigen Publikum, das in raschelnden Jacken da sass (es waren ja nur noch 20-25 Grad, da braucht man halt schon die Dauenjacke) und hustete. Dennoch auch das schön, vor allem wegen dem feinen Stück von Brahms, das ich im Konzert vor vielen Jahren mal gehört habe, seither aber auch auf Aufnahmen nicht – muss ich bald wieder nachholen. Bei Schubert war der zweite Satz, das (unvollendete?) Andante, ziemlich toll. Das Orchester wird übrigens vom Pianisten Alexander Lonquich geleitet, den ich schätze (z.B. Mozart mit Frank Peter Zimmermann oder auch – im Konzert letzte Saison – die fünf Cello-Sonaten von Beethoven mit Nicolas Altstaedt).

    An den nächsten Stationen, Treviso und Udine, wo ich nur drei bzw. zwei Nächte war, gab es wie in Vicenza einiges zu sehen, Udine gefiel mir insgesamt sehr gut (Vicenza ist zu touristisch, Treviso zu provininziell, aber beides sind Städte, in denen man einiges anschauen kann, in Treviso gab es z.B. in der Casa dei Carrarresi gerade eine hochkarätige Ausstellung mit Malerei des Cinquecento „Da Tiziano a Van Dyck“ und im obersten Teil des Gebäudes zudem eine tolle Fotoausstellung mit Hundebildern des Magnum-Photographen Elliot Erwitt. Ein Besuch ist auch das Museo Civico Lucio Ballo wert, das Kunst aus dem 20. Jahrhundert und vornehmlich aus der Gegend zeigt (einigen Namen begegnete ich dann in Udine in der Casa Cavazzini noch einmal, wo es zudem gerade eine ziemlich tolle Ausstellung mit Kunst – Installationen, Videos – aus Korea zu sehen gab). In Udine sollte man natürlich die Tiepolo-Galerie im Palazzo Patriarcale nicht verpassen, aber generell gefiel mir dort die Stimmung sehr gut. In Treviso fand ich übrigens den einzigen wirklich lohnenswerten Musikladen der Reise, er heisst Mezzoforte und ich deckte mich mit ein paar Jazz-CDs und ein klein wenig Klassik ein (die Läden, die ich in Vicenza, Udine und Triest fand, waren entweder enttäuschend oder nicht für mich – ausser natürlich die Filiale von La Feltrinelli in Triest, die Läden sind ja eigentlich immer gut).

    Triest, Teatro Lirico Giuseppe Verdi – 6.10.2018

    Orchestra della Fondazione Teatro Lirico Giuseppe Verdi di Trieste
    Lera Auerbach
    Klavier & Leitung

    HAYDN: Ouvertüre „L’isola disabitata“
    MOZART: Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466 (Kadenzen: Auerbach)

    AUERBACH: Eterniday (Homage to W.A. Mozart)
    HAYDN: Symphonie Nr. 49 f-Moll („La Passione“)

    In Triest war ich dann fünf volle Tage (sechs Nächte) und das war eine gute Entscheidung. Einerseits bietet die völlig untouristische Stadt ziemlich viel (dass die ganze Uferpromenade wegen der stets am zweiten Wochenende im Oktober stattfindenden Regatta La Barcolana völlig verstellt war, hätte nicht sein müssen, war am Ende aber auch nicht weiter schlimm), andererseits war es nach den drei ziemlich provinziellen Städten eine gute Abwechslung. Am Samstagabend, meinem zweiten Abend dort, ging es ins grosse Theater (die Oper, von der Fassade abgesehen nach Plänen vom gleichen Architekten wie La Fenice in Venedig), wo die Pianistin Lera Auerbach mit dem Orchester des Hauses auftrat. Das Programm wurde schon am Freitag geboten, es bot einen etwas seltsamen Mix von Werken der Wiener Klassik und Auerbach selbst, deren „Eterniday“ nach der Pause erklang, ein ca. zwanzigminütiges Werk für ein Streichquartett (2 v, vla, vc, b), Celesta (glaub ich) und grosse Trommel sowie Streicher. In der Klangsprache bewegt sich das wohl irgendwo zwischen Schostakowitsch und stilleren zentral- und osteuropäischen Klängen (Kancheli, Pärt, was weiss ich). Auerbachs Auftreten als Dirigentin fand ich nicht sehr ansprechend, aber das war unerheblich, denn das Orchester schien mir sehr ordentlich, gerade in der feinen Haynd-Symphonie zum Abschluss, und der grosse Brocken im ersten Teil stellte Auerbach auch als Pianistin vor. Da ging es im feinen d-Moll-Konzert Mozarts viel flamboyanter zu, mit grösseren Gesten und mehr Bewegung als kurz davor hier in Zürich mit Till Fellner/Bernard Haitink, die KV 482 aufführten (s.o.). Der Clou – oder die Katastrophe? – waren aber Auerbachs zwei eigene Kadenzen, ausufernd, die harmonische Sprache der Wiener Klassik weit hinter sich lassend, vermutlich doppelt so ambitioniert und pompös als die Kadenzen von Busoni, die ich wissentlich nie gehört habe (gibt es Aufnahmen, in denen sie erklingen?) … sie waren ermüdend (die zweite weit mehr als die erste, obwohl sie kürzer war – hatte der Effekt des Neuen sich da schon etwas abgenutzt?), sie waren unpassend, aber schlecht waren sie nicht, und sei es, weil sie zum Denken anregten. Am Ende fragte ich mich, ob Auerbach vielleicht nicht – analog zu ihrem Arrangement von Schostakowitschs 24 Préludes Op. 34 für Klavier und Bratsche – sogar das ganze Konzert besser komplett neu arrangiert, in ihre eigene Tonsprache übertragen hätte? Blasphemie? Warum denn, ein unverkrampfter Umgang mit den kanonischen Werken kann doch nicht schaden, gerade wenn dabei etwas Neues entsteht, eine Fortschreibung vielleicht. Das eigene Werk von Auerbach gefiel mir zudem ziemlich gut – ich habe aber leider keine Ahnung, ob es über ihre ECM-CD von letztem Jahr („Arcanum“, mit Kim Kashkashian als Partnerin in der erwähnten Bearbeitung von Schostakowitschs Op. 34 sowie in Auerbachs Sonate für Viola und Klavier, die den Titel „Arcanum“ trägt) hinaus schon Aufnahmen von bzw. mit ihr gibt.

    Triest, Ridotto del Teatro Verdi (Sala „Victor de Sabata“) – 8.10.2018

    Giuseppe Albanese Klavier

    CLAUDE DEBUSSY
    5 Préludes: Des Pas sur la neige, Brouillard, La Terrasse des audiences du clair de lune, La Sérénade interrompue, Ondine
    aus Images (1er série): Reflets dans l’eau
    2 Préludes: Feux d’artifice, Ce qu’a vu le vent d’Ouest

    Suite bergamasque
    Pour le piano
    L’Isle joyeuse

    Encores: Ravel: La Valse + unbekanntes Stück

    Zwei Tage später spielte der Pianist Giuseppe Albanese (der einen Posten am Konservatorium von Triest innehat, und wie bei Fellner in Zürich sassen wohl zahlreiche Studenten im Publikum) im Rahmen des 17. Festival Pianistico der Associazione Chamber Music Trieste ein ganz der Klaviermusik Claude Debussy gewidmetes Rezital. Ich tue mich – von Marcelle Meyers Aufnahmen und wenigen andern abgesehen – mit der Klaviermusik Debussys immer noch relativ schwer. Sie scheint mir oft flach, emotionslos, sie zieht an mir vorüber. Als ich das Konzert entdeckte, dachte ich, dass das Live-Erlebnis vielleicht neue Zugänge öffnen könnte – und ich hoffe, dass dem so ist, denn das Konzert war sehr toll. Im ersten Programmblock wurde mir bald klar, wie physisch die Musik ist, allein schon wegen ihrer Schwierigkeit. Leichter verständlich fand ich auf jeden Fall den zweiten Konzertteil mit den beiden mehrteiligen Werken, in denen Debussy sich auf die Cembalo-Musik von Couperin oder Rameau bezieht, die mir bisher viel näher ist als Debussys Klaviermusik. Auch hier öffnete das Konzert mir die Augen und Ohren. Ob ich, wieder daheim beim CD-Regal, daran anknüpfen kann, weiss ich noch nicht, aber ich werde hoffentlich bald einmal die Zeit und Laune haben, es auszuprobieren. Das Ende des Konzertes mit der Toccata und der noch virtuoseren „Isle“ fand ich dann ziemlich irre. Und dass er dann gleich noch Ravels „La Valse“ nachlegte, obwohl er sich längst alle Finger kreuz und quer gebrochen haben musste … Albanese war aber an dem Punkt völlig entspannt, er hatte sein Programm – soweit ich das hörte ohne Schnitzer – überstanden und war wohl darüber selbst nicht unglücklich. Toll!

    Zürich, Tonhalle-Maag – 12.10.2018

    Tonhalle-Orchester Zürich
    Paavo Järvi
    Leitung
    Khatia Buniatishvili Klavier

    DEBUSSY: Prélude à l’après-midi d’un faune
    RACHMANINOV: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll Op. 18

    BRAHMS: Symphonie Nr. 2 D-Dur Op. 73

    Zugaben: BRAHMS: Ungarische Tänze Nr. 1 und Nr. 3

    Kaum zurück – ich fuhr am Donnerstag vor knapp zwei Wochen heim, die Fahrt über Mailand ist fast tagesfüllend, aber das (Zug-)Fahren gehört zum Reisen mit, Fliegen ist mir immer weniger geheuer und hilft der Welt auch herzlich wenig – ging es am Freitagabend in die Tonhalle. Der Grund für die frühe Rückkehr bzw. die zweieinhalb Wochen Urlaub, um gut zwei Wochen zu verreisen, war eben, dass ich den Quasi-Einstand von Paavo Järvi miterleben wollte, der seinen Posten als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters zwar erst in einem Jahr antritt, aber diese Saison schon zweimal da ist und mit den zwei Programmen, die am an diesen Tagen aufgeführt wurden (das erste besteht aus Liszts erstem Klavierkonzert mit der Solistin Zee Zee und Mahlers fünfter Symphonie – das habe ich leider verpasst, wobei mich da nur Mahler wirklich interessiert hätte) geht er gerade mit dem Orchester auf eine grössere Asien-Tournee.

    Los ging es mit Debussy – und sofort wurde deutlich, wie klar und konturiert es hier zur Sache geht. Mit Elan ging es zur Sache, mit klaren Konturen, aber auch in enger Verzahnung mit dem Orchester – das wirkte keinesfalls so, als gebe hier nur einer den Ton an (wie man manchmal über Järvi liest). Die Rezension in der NZZ, mit der ich nicht einverstanden bin, ist mit „Muskulöse Zukunft“ überschrieben. Dann stiess Khatia Buniatishvili dazu, Rach 2 – Edelkitsch oder grosses Drama? Spielt es eine Rolle? Es gab tatsächlich, wie John Rhodes schreibt, ein paar Unstimmigkeiten im Zusammenspiel, die an der emotionsgeladenen Herangehensweise von Buniatishvili gelegen haben mögen, die sich auch hier wieder völlig der Musik hingab. Das glitzerte, atmete, bebte – und beeindruckte schon sehr. Als Zugabe spielte Buniatishvili dann, wenn mich nicht alles täuscht, dann Bachs Arie „Schafe können sicher weiden“ – ein raffinierter Schachzug, denn das Stück klang nach dem knalligen Rachmaninov fast wie ein Schlaflied und zeigte, wie zart Buniatishvili auch zur Sache gehen kann.

    Nach der Pause gab es dann – schon wieder, dachte ich – die zweite Symphonie von Brahms, über die man da und dort liest, sie sei seine beliebteste. Bei mir ist sie das gerade nicht, die Hauptthemen des ersten Satzes sprechen nicht zu mir. Ich hörte die Symphonie schon im letzten Winter mit David Zinman am Pult seines alten Orchesters, wo ich eben die manchmal fehlende Präzision auch wahrnahm – was wohl an Zinmans nicht mehr so präziser Schlagtechnik lag. Bei Järvi nichts davon, die Symphonie kam kantig daher, mit klaren Konturen aber auch Liebe zum Details, er holte und bremste die einzelnen Stimmen, das Orchester folgte ihm, brachte, was er wollte. Die Aufstellung übrigens – und das lässt für die Zukunft hoffen – in der alten Stereo-Geigen-Formation, in der die Celli, die mich in Zürich immer wieder sehr stark dünken, das Orchester aus der Mitte hinaus stützen können, statt dass die vorne rechts am Rand des Klangkörpers sitzen. Jedenfalls dünkte mich diese Interpretation insgesamt dann doch ziemlich toll, auch wenn die Symphonie nach wie vor keine ist, die mir besonders nahe wäre.

    Sowohl die NZZ wie auch Rhodes auf Seen and Heard International berichteten auch über das erste Konzert von Järvi mit der Fünften von Mahler. Peter Hagmann schrieb nur über das erste Programm. Fazit ist: auch da, wo es kritische Töne gibt, überwiegt bei weitem die Hoffnung – es ist allenthalben die Rede vom Aufbruch. Und so empfinde ich das ja auch – ich war ja Ende 2016 bei Järvis Debut am Pult des Tonhalle-Orchesters und fand schon damals: Das ist genau der Mann, den das Orchester braucht. Ich freue mich sehr darauf, das in den kommenden Jahren zu beobachten – und ich freue mich auf seinen zweiten Gastauftritt später in der gerade gestarteten Saison, bei dem auch die diesjährige artist in residence mitwirken wird, die Geigerin Janine Jansen, die ich noch nie im Konzert gehört habe.

    Neue Konzertreihe Zürich – Zürich, Tonhalle-Maag – 22.10.2018

    Arcadi Volodos Klavier

    FRANZ SCHUBERT
    Sonate E-Dur D 157
    Six Moments musicaux D 780

    SERGEI RACHMANINOV
    Préludes cis-Moll op. 3/2, Ges-Dur op. 23/10 & h-Moll op. 32/10
    „Zdes‘ choroso“ (Wie schön dieser Platz) op. 21/7 (Arr. A. Volodos)
    Étude-Tableaux c-Moll op. 33/3

    ALEXANDER SCRIABIN
    Mazurka Nr. 3 e-Moll op. 25/3, aus Neuf Mazurkas (1899)
    Caresse dansée op. 57/2
    Enigme op. 52/2
    Flammes sombres op. 73/2
    Poème op. 71/2
    Vers la flamme op. 72

    Ich hatte im Hörthread schon ein paar schnelle Kommentare geschrieben, weil ich ja wusste, dass soulpope, der dasselbe Programm demnächst auch hören wird, auf Eindrücke gespannt war. Müde war ich, verdammt müde – was schade war, aber Volodos war gut genug, als dass ich nicht abdriftete. Schubert in der ersten Konzerthälfte – ich nannte es im Hörthread „russischen Schubert“ und bleibe dabei, obwohl ich das mit Worten schwer fassen kann. Schroff war das nicht unbedingt, aber mit grosser Breite zwischen lauten, intensiven Passagen und sehr leisen, zerbrechlichen. Was ich auch schon erwähnte, ist die unglaubliche Anschlagkultur von Volodos: auch die lautesten Passagen sind makellos gespielt und im nur noch gehauchten Pianissimo ist ebenfalls alles deutlich artikuliert, bei der grössten Zartheit, auch wenn alles nur noch vorbeizuhuschen scheint: nichts wird verwischt, alles ist da, man kann die Töne fast mit den Händen greifen.

    Nach der Pause ging es dann wirklich russisch weiter und – auch das erwähnte ich schon – ich merkte, dass mir zumal bei den kleinen Stücken Rachmaninov bisher in aller Regel näher ist als Skrjabin, auch wenn ich von letzterem schon längst über die zehn Sonaten hinaus fasziniert bin. Seine Stücke erschliessen sich mir jedenfalls noch nicht so unmittelbar, wie ich bei Rachmaninov den Eindruck hatte. War mir in beiden Konzerthälften vielleicht am besten gefiel, war gerade die Zartheit, die bei Schubert aber auch in Stücken der zweiten Konzerthälfte fast schon unerträglich wurde. So zerdehnt schienen die hingehauchten Töne, dass es kaum auszuhalten war, wie ganz feines Glas, das jeden Moment zu bersten droht, aber dann eben doch nicht zerbricht.

    Was bei dem Konzert, dem ich nicht die Höchstnote geben würde – wegen einer irgendwie doch nicht vollständig gelungenen Dramaturgie und vielleicht auch einem da und dort nicht ganz eingemitteten Auftritt – zudem wirklich sehr klar wurde war, dass Volodos einfach sein Ding macht, nicht nach links oder recht guckt sondern kommt, spielt und wieder geht. Dabei ist sein Kleidungsstil vielleicht sowas wie die Konzertbühnen-Version der Schlampigkeit von Jazzern wie Tony Malaby oder Tim Berne – nicht unsympatisch, aber dennoch ein klein wenig irritierend, weil ja nun mal vor Jahrzehnten der Beschluss gefasst wurde, in der Unterhaltung tätig zu sein, also ein Leben darauf aufzubauen, dass andere Leute einen dabei beobachten, wie man Dinge tut, in die diese Leute wiederum Dinge hineindeuten oder die diese Leute vielleicht gern selbst tun können würden … eben: nicht unsympathisch, aber es fällt halt doch auf und man fragt sich, ob es denn gut sei so oder halt doch nicht so richtig.

    Zürich, Opernhaus – 23.10.2018

    Die Gezeichneten
    Oper in drei Aufzügen von Franz Schreker (1878-1934)
    Libretto vom Komponisten

    Musikalische Leitung – Vladimir Jurowski
    Inszenierung – Barrie Kosky
    Bühnenbild – Rufus Didwiszus
    Kostüme – Klaus Bruns
    Lichtgestaltung – Franck Evin
    Choreinstudierung – Janko Kastelic
    Dramaturgie – Kathrin Brunner

    Herzog Antoniotto Adorno / Der Capitaneo di giustizia – Christopher Purves
    Graf Andrae Vitelozza Tamare – Thomas Johannes Mayer
    Lodovico Nardi, Podestà der Stadt Genua – Albert Pesendorfer
    Carlotta Nardi, seine Tochter – Catherine Naglestad
    Alviano Salvago – John Daszak
    Guidobald Usodimare – Paul Curievici
    Menaldo Negroni – Iain Milne
    Michelotto Cibo – Oliver Widmer
    Gonsalvo Fieschi – Cheyne Davidson
    Julian Pinelli – Ildo Song
    Paolo Calvi – Ruben Drole
    Diener – Jungrae Noah Kim
    Ein Jüngling – Thobela Ntshanyana
    Ein Mädchen – Sen Guo
    Erster Senator – Nathan Haller
    Zweiter Senator – Dean Murphy
    Dritter Senator – Alexander Kiechle

    Philharmonia Zürich
    Chor der Oper Zürich
    Statistenverein am Opernhaus Zürich

    Weil ich keine ordentliche Besprechung dazu hinkriege, sei auch hier noch der gestrige Opernbesuch (wieder müde, noch müder eigentlich) rasch erwähnt. Die Kritiken waren nicht so gut, gestern fand die letzte Aufführung statt – wobei ich mich fragte, ob vielleicht das eine oder andere, besonders der bemängelte Mangel an Feinheiten, was die Lautstärke betraf, in der Zwischenzeit verbessert wurde. Es handelt sich immerhin um den ersten Auftritt von Vladimir Jurowski an der Oper Zürich. Allerdings fand ich Barrie Koskys Kontrast-Inszenierung – ein fast schon klinisch grell ausgeleuchteter Einheitsraum, dem jegliches Erotische, Sexuelle, Abgründige, Obsessive vollkommen abgeht – nicht sehr überzeugend, auch wenn die Grundidee, dass diese so dichte, das Publikum schwebend umgarnende, ja verführende Musik auf der Bühne nicht auch noch ein Pendant braucht, an sich schon überzeugte. Aber die Lösung, die Kosky fand, kann dann eben doch nicht die Antwort sein.

    Das Ensemble auf der Bühne fand ich alles in allem aber hervorragend, bis in die kleinen Rollen stark. Daszak und Naglestad glänzten in den Hauptrollen, vor allem letztere hat wohl die schönsten Passagen in der ganzen Oper zu singen, mal allein, dann im Duett mit Alviano oder dem Tamer Mayers. Die Textverständlichkeit war nicht sehr gut, was aber wohl auch an Schrekers Musik liegt (Naglestads bemängelten Akzent etwa fand ich nicht weiter schlimm), die halt sehr üppig ist und den Stimmen manchmal den Raum nimmt.

    Und die Musik? Man liest von Korngold, Zemlinsky und Schreker – den abgesägten österreichischen jüdischen Komponisten, die vielleicht der deutsch-österreichischen Musik des 20. Jahrhunderts eine ganz andere Richtung gegeben hätten, wenn nicht das elende Untermenschentum der Germanenteutonen an die Macht gespült worden wäre und so vielem in Zentraleuropa den Garaus gemacht hätte. Ich kenne da nur Korngold ein wenig, und so üppig-überladen schien mir Schrekers Musik nie zu sein, auch nicht so deutlich auf die Wirkung hin gerichtet. Eher schienen mir eine unterschwellige, stark zu spürende Wellen am Werk zu sein, die durchaus das Zeug dazu haben, süchtig zu machen (ohne jedoch das ungute Gefühl zu erzeugen, dass man dabei komplett manipuliert würde, was ich ja bei Wanger so verdammt unangenehm finde). Süffig ist das, warm, weich, und vor allem enorm farbenreich – und in der Tat traditioneller als es der zweiten Wiener Schule lieb sein konnte, das wiederum leuchtet sofort ein.

    Auf Tonträger habe ich von Schreker noch praktisch nichts („Die Gezeichneten“ unter James Conlon, und irgendwo wohl noch das frühe Kammermusikwerk „Der Wind“ – beides noch nicht angehört) – eine andere Inszenierung der „Gezeichneten“ oder einer anderen Schreker-Oper würde ich aber sofort wieder anschauen gehen.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #79: Jazz 2018 (#2), 27.12., 20:00; Jazz 2018 (#3), 3.1., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #10: Jahresrückblick Klassik, Jazz, Pop & mehr, 29.12., 22:30 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
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