Johnny Cash

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  • #10564562  | PERMALINK

    krostitz

    Registriert seit: 08.12.2014

    Beiträge: 591

    @bullitt

    Aber ist es nicht gerade das Besondere am Country, dass immer wieder Traditionals neu interpretiert werden? Und das schon über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Ebenso die Covers von anderen Countrymusikern. Ich muss gestehen, dass ich bei dem ein oder anderen Lied erst im Nachhinein erfahren habe, dass Cash es „nur“ gecovert hat. Und die Konzeptalben finde ich eigentlich ganz gut. Das fängt schon mit The Lure of the Grand Canyon an. Um sowas damals durchzuziehen, brauchte man schon Eier. Allgemein hat er mit diesen Alben ja eher den „Antitrend“ geprägt, Gospel zu einer Zeit, als ihn keiner hören wollte (und dann schon gar nicht von nem Weißen), Indianer, als sie absolut keine Lobby hatten, Working Class usw. Er verkörperte ja quasi den Atihelden, siehe The Man in black

    Und ehrlich gesagt, betrachte ich die AR´s schon immer etwas zwiespältig. Klar, gute Alben, keine Frage. Aber ist das noch Cash? Auch klar, dass sich J.R. immer wieder Neu erfunden hat und er sich wandeln konnte, wie ein Chamäeleon. Und deshalb ist es natürlich Cash. Mich stört lediglich, dass sein Schaffen und sein Werk leider nur auf Mittelfinger, die Knast-Alben und die AR´s runtergebrochen wird. Wenn ich heutzutage Kids mit Johnny-Cash-T-Shirts sehe, kommt mir nur ein müdes lächeln über die Lippen, weil sie eben keine Ahnung haben, was da eigentlich alles dahinter steht. Und wenn Du nur die AR´s komplett hörst, hast Du noch nicht die richtigen Alben gefunden ;-)

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    #10573914  | PERMALINK

    bullitt

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    Beiträge: 19,627

    krostitz@bullitt
    Aber ist es nicht gerade das Besondere am Country, dass immer wieder Traditionals neu interpretiert werden? Und das schon über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Ebenso die Covers von anderen Countrymusikern. Ich muss gestehen, dass ich bei dem ein oder anderen Lied erst im Nachhinein erfahren habe, dass Cash es „nur“ gecovert hat. …
    Und ehrlich gesagt, betrachte ich die AR´s schon immer etwas zwiespältig. Klar, gute Alben, keine Frage. Aber ist das noch Cash? Auch klar, dass sich J.R. immer wieder Neu erfunden hat und er sich wandeln konnte, wie ein Chamäeleon. Und deshalb ist es natürlich Cash. Mich stört lediglich, dass sein Schaffen und sein Werk leider nur auf Mittelfinger, die Knast-Alben und die AR´s runtergebrochen wird. …Und wenn Du nur die AR´s komplett hörst, hast Du noch nicht die richtigen Alben gefunden

    @krostitz

    Mal konkret nachgefragt, welche Alben der Columbia-Jahre hörst du denn alles wirklich auf Gesamtlänge richtig stark?

    Ansonsten klar, die Selbstreferenzialität gehört auf jeden Fall zum Genre dazu, aber sie hatte halt auch oft den pragmatischen Zweck schlicht die Platten voll zu kriegen, weil man zwei bis drei im Jahr rausgehauen hat. Die Perlen, die abfielen, sind im Gedächtnis geblieben, aber sie waren bestimmt nicht die Regel. Und das finde ich das bemerkenswerte der ARs. Hier wurden weder Coverversionen noch Traditionals nebenbei achtlos runtergeleiert sondern gezielt neu interpretiert und in den Fokus gerückt. Cash hat sie (fast alle) wirklich zu seinen Songs gemacht. Man sieht ja auch an der frühen Entwicklung dieses Threads, für wie viele diese Alben auch ein Türöffner für sein weiteres Werk waren. Dass Cash das ohne Rubin als Mentor in dieser Form nie geschafft hätte, finde ich gar nicht schlimm. Weiß auch nicht, ob sein Werk wirklich von vielen auf Mittelfinger, Knast-Alben und die ARs herunter gebrochen wird. Jeder, der sich auch nur oberflächlich mit Cash beschäftigt, kommt um die Sun-Jahre doch nicht herum.

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    #10574568  | PERMALINK

    krostitz

    Registriert seit: 08.12.2014

    Beiträge: 591

    bullit Mal konkret nachgefragt, welche Alben der Columbia-Jahre hörst du denn alles wirklich auf Gesamtlänge richtig stark?

    Du wirst mir das jetzt vielleicht nicht glauben, aber ich höre so gut wie nie Alben einzeln. Ich hab es mir tatsächlich zur Gewohnheit gemacht, alles komplett vom 1. SUN-Album bis zur letzten Veröffentlichung quasi „am Stück“ zu hören. Das kann allerdings je nach Freizeit ein paar Wochen in Anspruch nehmen. Im Übrigen mache ich das nicht nur bei Cash so, mit anderen Interpreten oder Bands handhabe ich das ähnlich in regelmässig unregelmässigen Abständen. Ich mag es grundsätzlich nicht, Künstler auf ein bestimmtes Album zu reduzieren, Alben eines Künstlers miteinander zu vergleichen oder gar noch schlimmer, verschiedene Alben von verschiedenen Künstlern miteinander zu vergleichen. Das hat für mich noch nie Sinn gemacht, ist ähnlich wie der berühmt-berüchtgte Apfel-mit-Birnen-Vergleich. Ich versuche immer, es eher als großes Ganzes zu sehen… Aber ich glaube, ich schweife ab. Du wolltest Alben (warum eigentlich nur von Columbia?), Water from the Wells of Home oder The mystery of life höre ich sehr gerne. Beide nicht von Columbia. Von Columbia wären da sicher Silver, Gone Girl, Johnny 99, oder John R. Cash zu nennen. Auch die ganzen Zugalben sind natürlich nicht zu verachten.

    Ansonsten klar, die Selbstreferenzialität gehört auf jeden Fall zum Genre dazu, aber sie hatte halt auch oft den pragmatischen Zweck schlicht die Platten voll zu kriegen, weil man zwei bis drei im Jahr rausgehauen hat. Die Perlen, die abfielen, sind im Gedächtnis geblieben, aber sie waren bestimmt nicht die Regel. Und das finde ich das bemerkenswerte der ARs. Hier wurden weder Coverversionen noch Traditionals nebenbei achtlos runtergeleiert sondern gezielt neu interpretiert und in den Fokus gerückt. Cash hat sie (fast alle) wirklich zu seinen Songs gemacht. Man sieht ja auch an der frühen Entwicklung dieses Threads, für wie viele diese Alben auch ein Türöffner für sein weiteres Werk waren. Dass Cash das ohne Rubin als Mentor in dieser Form nie geschafft hätte, finde ich gar nicht schlimm. Weiß auch nicht, ob sein Werk wirklich von vielen auf Mittelfinger, Knast-Alben und die ARs herunter gebrochen wird. Jeder, der sich auch nur oberflächlich mit Cash beschäftigt, kommt um die Sun-Jahre doch nicht herum.

    Das ist wohl wahr. Allerdings sehe ich den Grund schon in der hohen Ausschüttung pro Jahr. Ich muss aber auch sagen, dass gerade die AR´s mit dem „Rest“ nicht zu vergleichen sind. Allerdings lehne ich sowas ohnehin innerlich ab, „Erklärung“ siehe oben. Aber Rick Rubin hat ihm ja schon eher das rockige Image verpasst, was vielleicht zwischendrin etwas abhanden gekommen war. Das war sicherlich auch ein Grund des Erfolges und nicht zu vergessen, die vielen bekannten Gastmusiker. Auch die Herangehensweise an den AR´s war ja eine ganz andere als zu Columbia-Zeiten, das merkt und hört man den Alben zweifellos an. Rubin hat Cash zum ersten Mal seit Jahrzehnten quasi freie Hand bei der Songauswahl gegeben und Johnny musste sich keinem Label unterwerfen.

     

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    #10574720  | PERMALINK

    bullitt

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    Uff, das ist in der Tat mal eine sehr eigenwillige Herangehensweise! Machst du das erst seit Streaming so? Geht ja kaum anders. Ich hätte dafür weder Zeit noch Muße, um ehrlich zu sein. Gerade bei vielen Country-Legenden kommen da ja schnell zig Hunderte Aufnahmen zusammen. Aber im Prinzip handhaben wir das ja dann doch wieder ähnlich, da auch du wenig auf das Album als geschlossenes Format gibst, nur dass ich mir versuche die Perlen heraus zu suchen. Bei Cash wäre es vielleicht auch mal ein Projekt, die gesamte Diskografie durchzuhören. Die von dir genanten Alben werde ich mir dann demnächst nochmal in Ruhe zu Gemüte führen!

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    #10574832  | PERMALINK

    krostitz

    Registriert seit: 08.12.2014

    Beiträge: 591

    Nein, ich streame nicht. Hab ich noch nie getan. Nur Vinyl oder CD. Das kommt immer darauf an, auf welchem Format es das Album gibt. Manche Alben gibts nur auf Vinyl, manche nur auf CD. Allerdings beschränke ich mich natürlich auf regulär veröffentlichte Alben. Completations und Bootlegs nicht, das wäre sonst ein Fass ohne Boden. Bootlegs  sind aber noch mal eine Extra-Sache. Im Falle Cash schaff ich das auch nur zweimal im Jahr, wenn ich mich ranhalte. Wie gesagt, gibt ja auch noch andere Bands. Aber es ist nach wie vor interessant und man entdeckt immer etwas, was einem noch nie zuvor aufgefallen ist. Ausserdem finde ich, dass man so die Entwicklung eines Künstlers am Besten nachvollziehen kann.

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    #10574908  | PERMALINK

    bullitt

    Registriert seit: 06.01.2003

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    Du hast wirklich Cashs gesamte LP-Diskografie im Regal stehen? Alle Achtung. Aber wenn du auf Compilations verzichtest, wie hörst du denn dann sine Sun-Phase?

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    #10575163  | PERMALINK

    krostitz

    Registriert seit: 08.12.2014

    Beiträge: 591

    bullittDu hast wirklich Cashs gesamte LP-Diskografie im Regal stehen? Alle Achtung. Aber wenn du auf Compilations verzichtest, wie hörst du denn dann sine Sun-Phase?

    Das wäre zu schön, dem ist aber leider nicht so. Alle LP´s besitze ich nicht. Das würde vermutlich auch den finanziellen Rahmen sprengen. Gerade bei den Platten, die nie nachgepresst worden sind. Da hab ich mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt, sorry. Eigentlich wollte ich damit sagen, dass man gar nicht alle Cash-Alben auf einem Format bekommt. Oftmals kann man zwischen Vinyl und CD wählen, manchmal gibt es aber auch nur eins von beiden. SUN-Sachen höre ich über die regulären Alben?

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    #10575299  | PERMALINK

    bullitt

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    Beiträge: 19,627

    Sorry, nee, hatte ich schon so verstanden. Aber du hast alles als CD oder LP vorliegen? Sind sämtliche SUN-Aufnahmen nochmal auf regulären Alben veröffentlicht worden? Das sind doch dann Compilations, oder?

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    #10575311  | PERMALINK

    krostitz

    Registriert seit: 08.12.2014

    Beiträge: 591

    Bei Cash dürfte ich komplett sein, wenn ich mich nicht irre. Irgendwie versteh ich nur nicht, was Du mit den Sun-Alben meinst. Ich beziehe mich da eigentlich hierauf. Gut, da kann man sich jetzt sicher streiten, ob das reguläre Alben und/oder Compilations sind. Da unterscheide ich auch nicht, da es für mich offizielle Veröffentlichungen des Labels sind. Ich mache nur eine Bogen um diese unzähligen „Best of´s“-Compilations von sonst woher, weil das zum einen sehr unübersichtlich ist, ausserdem meist eher bescheidene Qualität und zu guter Letzt im Grunde immer die gleichen Songs drauf sind.

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    Es gibt Tage, da verliert man und es gibt Tage, da gewinnen die Anderen
    #10575335  | PERMALINK

    latho
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    Vielleicht ist eine Compilation der Singles auf LP gemeint. Da habe ich eine, diese hier, die finde ich ganz gut (der Inhalt ist natürlich genial).

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #10575339  | PERMALINK

    bullitt

    Registriert seit: 06.01.2003

    Beiträge: 19,627

    krostitzBei Cash dürfte ich komplett sein, wenn ich mich nicht irre. Irgendwie versteh ich nur nicht, was Du mit den Sun-Alben meinst. Ich beziehe mich da eigentlich hierauf. Gut, da kann man sich jetzt sicher streiten, ob das reguläre Alben und/oder Compilations sind. Da unterscheide ich auch nicht, da es für mich offizielle Veröffentlichungen des Labels sind.

    Ich meine eher die Sun-Singles, die unten gelistet sind. In seiner aktiven Zeit bei Sun hat Cash ja nun mal hauptsächlich Singles veröffentlicht. Der Wust an den Alben, die Sun nach Cashs Abgang da veröffentlicht hat, ist ja kaum zu überschauen. Was braucht man da, um den frühen Output komplett zu haben, ohne auf neuere Compilations zurückzugreifen.

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    #10575353  | PERMALINK

    bullitt

    Registriert seit: 06.01.2003

    Beiträge: 19,627

    @latho Ich habe da auch diverse Compis als CD und mir neulich diese hier auf Vinyl zugelegt, allerdings noch nicht ausgepackt und gehört. Kann also noch nichts zu Sound und Aufmachung sagen.

    zuletzt geändert von bullitt

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    #10577251  | PERMALINK

    krostitz

    Registriert seit: 08.12.2014

    Beiträge: 591

    bullitt

    krostitzBei Cash dürfte ich komplett sein, wenn ich mich nicht irre. Irgendwie versteh ich nur nicht, was Du mit den Sun-Alben meinst. Ich beziehe mich da eigentlich hierauf. Gut, da kann man sich jetzt sicher streiten, ob das reguläre Alben und/oder Compilations sind. Da unterscheide ich auch nicht, da es für mich offizielle Veröffentlichungen des Labels sind.

    Ich meine eher die Sun-Singles, die unten gelistet sind. In seiner aktiven Zeit bei Sun hat Cash ja nun mal hauptsächlich Singles veröffentlicht. Der Wust an den Alben, die Sun nach Cashs Abgang da veröffentlicht hat, ist ja kaum zu überschauen. Was braucht man da, um den frühen Output komplett zu haben, ohne auf neuere Compilations zurückzugreifen.

    Also wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich immer noch nicht, was Du meinst. Die Singels sind doch auf den Alben wie zum Beispiel with his hot and blue guitar, sings the songs that made him famous oder Greatest! vertreten. Die SUN-Veröffentlichungen sind in meinen Augen noch recht übersichtlich. Zumindest im Vergleich zu heute. Da wird der Markt ja regelrecht überschwämmt und man verliert total den Überblick. Deshalb lasse ich solche Compilations, wie Du und @latho gepostet haben, in der Regel stehen. Ganz ganz selten ist vielleicht mal ein Song drauf, den man noch nicht auf so einer Platte drauf hatte. Aber im Normalfall gleichen sich die Tracklisten meist zu 99%. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass SUN dazumal alles von Johnny Cash veröffentlicht hat, nach dem er bei Columbia den großen Durchbruch hatte. Also eigentlich braucht man sich da nur an diesen Veröffentlichungen zu halten und kann das ganze andere Zeug von irgendwelchen XYZ-Labels getrost stehen lassen. Das ist jedes Mal nur alter Wein in neuen Schläuchen. Von den SUN-Sachen sind in den letzten Jahren viele Nachpressungen in Vinyl und CD herausgekommen, nach dem diese Zeit lange vernachlässigt wurde.

     

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    #10577423  | PERMALINK

    latho
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    Auf den LPs sind nicht alle Singles, die Versionen auf den Compilations sind manchmal fragwürdig.

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    #10577875  | PERMALINK

    bullitt

    Registriert seit: 06.01.2003

    Beiträge: 19,627

    @krostitz Was latho sagt, auf den beiden LPs, die Sun noch regulär mit Cash veröffentlichte, als der noch beim Label war, beinhaltet nicht alle Singles nebst B-Seiten. Man ist da also quasi zwangsläufig auf Compilations angewiesen, wen man nicht die Singles selbst nachkaufen will, was vermutlich kaum realistisch wäre. Ist dann halt nur die Frage, mit welchen man am besten beraten ist.

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