Der letzte Film, den ich gesehen habe (Vol. II)

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  • #11012469  | PERMALINK

    fifteenjugglers
    war mit Benno Fürmann in Afghanistan

    Registriert seit: 08.07.2002

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    In den letzten Tagen (Erst- und Zweitsichtungen):

    Another Earth (Mike Cahill, USA 2011)
    The Farewell (Lulu Wang, USA 2019)
    Minority Report (Steven Spielberg, USA 2002)
    Nights And Weekends (Joe Swanberg und Greta Gerwig, USA 2008)
    Inland Empire (David Lynch, Frankreich/Polen/USA 2006)
    35 rhums (Claire Denis, Frankreich/Deutschland 2008)

    Klarer Favorit ist „35 rhums“ – was für ein wunderschöner und gleichzeitig trauriger Film. Up there with Ozu and the rest. Relative Enttäuschung: „Nights And Weekends“. Zwar gut, aber nach dem Forumshype hatte ich mir mehr davon versprochen.

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    "Don't reach out for me," she said "Can't you see I'm drownin' too?"
    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #11012525  | PERMALINK

    motoerwolf

    Registriert seit: 25.10.2006

    Beiträge: 4,743

    21 Bridges (Brian Kirk, 2019)

    21 Bridges kommt geradezu retro daher. Er ist ein klassischer Copfilm, reduziert auf das Wesentliche, recht schnörkellos erzählt und ohne doppelten Boden. Den einzigen „Plottwist“ nicht zu erkennen ist quasi unmöglich, wenn man jemals einen Film gesehen hat. Seine Spannung bezieht der Film nicht zuletzt daraus, dass sowohl jeweils einer der beiden Chefermittler als auch der beiden Copkiller Sympathien beim Zuschauer wecken. Während die Situation immer weiter eskaliert wünscht man beiden, dass sie einigermaßen unbeschadet aus der Nummer herauszukommen. Daran glauben kann man aber schon früh nicht mehr.
    Flucht und Verfolgung sind daneben stark in Szene gesetzt, wozu das nächtliche Großstadtsetting erheblich beiträgt. In der Jagd nach den Killern liegt allerdings auch der größte Schwachpunkt des Film. Wer den Trailer kennt weiß, woher 21 Bridges seinen Titel hat. Um das Entkommen der Mörder unmöglich zu machen wird nämlich Manhattan komplett abgeriegelt, alle Brücken und Tunnel gesperrt und die ‚Insel mit Cops geflutet“. Der Vorgang wird auch schön gezeigt. Nur leider spielt das danach kaum noch eine Rolle. Das ist zwar folgerichtig, da der lockdown natürlich nicht im geheimen vonstatten geht und die Killer nicht so dumm sind, in eine der Absperrungen zu laufen. Dennoch erwartet man als Zuschauer, dass die titelgebenden Brücken irgendwie eine Rolle spielen würden. Aber wirklich schlimm ist es nicht, dass es dann anders kommt. Denn dafür bietet der Film andere Vorzüge. So ist nicht nur atmosphärisch dicht, er ist auch ziemlich hart, sogar so sehr, dass er dafür schon kritisiert wurde. Was Unfug ist. Wer so etwas nicht sehen will soll halt Lassie gucken. Die Gewalt wirkt jedenfalls nicht aufgesetzt, sie gehört zur Geschichte dazu und und gerade das Initiale Massaker stößt die Story ja erst an. Was ich ebenfalls positiv finde ist das Fehlen von übertriebenen (CGI-) Effekten und launigen, coolen Sprüchen. Damit wirkt der Film fast schon ein wenig aus der Zeit gefallen. Er könnte so fast 1:1 auch aus den Neunzigern stammen. Zu guter Letzt kann ich sogar dem irreführenden Titel etwas abgewinnen. Denn solange New York keine weiteren Brücken baut lädt der Titel nicht zu Fortsetzungen ein. Ich fände es wirklich erfrischend mal einen Actionfilm zu sehen, der nicht Teil eines Franchises ist bzw wird.

    8,5/10

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    And all the pigeons adore me and peck at my feet Oh the fame, the fame, the fame
    #11012747  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

    Registriert seit: 14.09.2018

    Beiträge: 1,847

    Was haben wir hier? Das Offensichtlichste aus Star Wars und Star Trek, dumbed-down Dune, Passierschein A 38, Space Night mit pompöser und überdramatischer Soundtrackmusik und weil es von den Typen von Matrix kommt, die Idee der Menschheit als ausbeutbare Ressource plus pseudo-wissenschaftlichen mumbo-jumbo. Im Ganzen, die Antwort eines Zehnjährigen auf die Frage, wie er sich das perfekte Videospiel vorstelle. Wobei dieser sicherlich die dämliche Lovestory ausgespart hätte. Ich bin zu alt für diesen Scheiß.

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    Come with uncle and hear all proper! Hear angel trumpets and devil trombones. You are invited.
    #11013027  | PERMALINK

    motoerwolf

    Registriert seit: 25.10.2006

    Beiträge: 4,743

    Fuzzy und die Christel von der Post (Oath of Vengeance, Sam Newfield, 1944)

    Typischer Film der Fuzzy-Reihe. Viele hier werden sich sicher an ihn erinnern, da er einer der Western von Gestern-Stars war. Natürlich muss man den Humor der Entstehungszeit mögen, um solche Filme zu genießen. Alles daran ist naiv, viel basiert auf Körperlichkeit. Das fängt mit dem Aussehen Fuzzys an und hört mit seinen Bewegungen auf, seinem Kampf- und Laufstil. Stets hat er das Herz am rechten Fleck, seine Handlungen führen aber immer eher zufällig zum Erfolg. Die ganze Rolle ist eigentlich als typischer Sidekick angelegt. „Der komische Alte“ kommt in zahllosen Western (-reihen) vor, aber mir ist keiner außer Fuzzy bekannt, der dem ebenfalls stets vorhandenen dynamischen und gutaussehenden Helden so vollständig den Rang abgelaufen hat.
    Für die Dauer des Filmes ist das alles recht unterhaltsam. In Erinnerung bleiben wird aber nur die Figur des Fuzzy, die Handlung des Films ist letztlich egal und austauschbar. Der deutsche Titel ist an Dämlichkeit kaum zu übertreffen. Zwar gibt es im Film eine Postbeamtin, die spielt jedoch nur eine Nebenrolle und heißt nicht Christel. Die Anspielung auf den deutschen Heimatfilm ist daher in meinen Augen einfach nur blöd.

    6/10

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    #11013149  | PERMALINK

    thesidewinder

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    Beiträge: 2,226

    pfingstluemmel Was haben wir hier? Das Offensichtlichste aus Star Wars und Star Trek, dumbed-down Dune, Passierschein A 38, Space Night mit pompöser und überdramatischer Soundtrackmusik und weil es von den Typen von Matrix kommt, die Idee der Menschheit als ausbeutbare Ressource plus pseudo-wissenschaftlichen mumbo-jumbo. Im Ganzen, die Antwort eines Zehnjährigen auf die Frage, wie er sich das perfekte Videospiel vorstelle. Wobei dieser sicherlich die dämliche Lovestory ausgespart hätte. Ich bin zu alt für diesen Scheiß.

    Der famose Honest Trailer sagt eigentlich schon alles was man zu diesem Schrott wissen muss.

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    #11013189  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

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    Ja, der fasst das sehr gut zusammen, thesidewinder. :good:

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    #11014443  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Biomasse

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    gestern im kino:

    parasite (bong joon-ho, korea 2019)

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM - Corona-Extraprogramm im April und Mai: gypsy goes jazz, #99: The Real McCoy - McCoy Tyner (1938-2020), 14.4., 22:00; #100: The Gentle Giant: Yusef Lateef (1920-2013), 12.5., 21:00 (2 Stunden!); #101: 9.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #5: The Pain and Joy of ZA Jazz, 23.4., 22:00 | No Problem Saloon, #14: Funky Longtracks, 11.4., 20:30; #15: 28.4., 21:00
    #11014541  | PERMALINK

    stormy-monday
    S&D&RnR

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    Beiträge: 11,790

    Und, Gypsy, wie fandest Du ihn? Steht auf meinem Zettel.

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    Plow and dig my earth!
    #11014737  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 48,521

    Ziemlich gut @stormy-monday! War heute morgen auf einem Gerät von dieser depperten Most-Firma, da kommen Grossbuchstaben nicht mal am Satzanfang automatisch hin und die Tastatur lässt überhaupt zu wünschen übrig, also blieb ich klein und knapp. Der Film ist ziemlich durchgeknallt, reflextiert sich immer wieder mal selbst, macht zwischendurch immer wieder riesigen Spass, findet Bilder zwischen Eleganz und Prägnanz. Der Film wirkt dabei aber wie aus einem Guss, auch wenn er – ganz wie sein Plot – immer wieder auszuufern droht.

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    #11014759  | PERMALINK

    ford-prefect
    Feeling all right in the noise and the light

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    Beiträge: 6,035

    Predator 2 (1990, Regie: Stephen Hopkins) mit Danny Glover und Kevin Peter Hall

    Als Ergänzung der Vollständigkeit halber. Diesmal treibt das Biest von außerhalb sein Unwesen in der Großstadt Los Angeles. Sehr gute und überzeugende Spezial-Effekte, ohne zu künstlich zu wirken, wie das bei heutigen Actionfilmen oft der Fall ist, die ja mittlerweile zu großen Teilen aus dem Rechner kommen, was den Filmen einiges an Charme nimmt. Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten ist ja Predator-Darsteller Kevin Peter Hall an einer HIV-Infektion verstorben :-( Auf YouTube habe ich hinterher dieses Behind-the-Scenes-Material gefunden, das wohl während einer Drehpause damals entstanden ist. Als alternatives Ende des zweiten Teils – hätten diese Szenen durchaus ihren Reiz gehabt :-D

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    "You gotta put your faith in a loud guitar" (God Gave Rock'n'Roll To You - Kiss) 
    #11014975  | PERMALINK

    kurganrs

    Registriert seit: 25.12.2015

    Beiträge: 4,982

    gypsy-tail-wind Ziemlich gut @stormy-monday! War heute morgen auf einem Gerät von dieser depperten Most-Firma, da kommen Großbuchstaben nicht mal am Satzanfang automatisch hin und die Tastatur lässt überhaupt zu wünschen übrig, also blieb ich klein und knapp. Der Film ist ziemlich durchgeknallt, reflektiert sich immer wieder mal selbst, macht zwischendurch immer wieder riesigen Spaß, findet Bilder zwischen Eleganz und Prägnanz. Der Film wirkt dabei aber wie aus einem Guss, auch wenn er – ganz wie sein Plot – immer wieder auszurufen droht.

    Mir hat der Film auch sehr gut gefallen. Es ist kein Jahrhundert Meisterwerk, aber ein sehr, sehr guter Film. Man muss sich auf ihn einlassen. Meine Empfehlung hat er.  :good:
    Ein anderer hat ihn nicht so gut gefunden:
    Trump lästert über Gewinnerfilm „Parasite“
    Der Film Vertreiber hat geantwortet: „Understandable, he can’t read.“  :yahoo:

    --

    #11016435  | PERMALINK

    kurganrs

    Registriert seit: 25.12.2015

    Beiträge: 4,982

    Heute im Kommunalkino:
    Queen & Slim (USA/2019)
    Ganz toller Film, Story gut, Schauspieler gut, Soundtrack gut. Er  geht ein bisschen in Richtung von
    Thelma & Louise.
    Was mir gut gefallen hat, der Film lief als OMU. Wenn man den Originalton hört, hat der Film einen
    ganz anderen Flair. So war es auch bei Parasite.
    9/10

    --

    #11016541  | PERMALINK

    motoerwolf

    Registriert seit: 25.10.2006

    Beiträge: 4,743

    Freut mich, dass dir der Film so gut gefallen hat. Ich war ebenfalls begeistert, habe allerdings die deutsche Fassung gesehen.

    --

    And all the pigeons adore me and peck at my feet Oh the fame, the fame, the fame
    #11016755  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 25,638

    „Blade Runner 2049“ (Denis Villeneuve)      2017 ….

    Als Fan von Philip K. Dick war Ridley Scott`s „Blade Runner“ Verfilmung seit 1982 in mir verwurzelt, weshalb ich mit „Blade Runner 2049“ – um mir womöglich nicht die Magie der Erstlings zu mindern – eher zögerte …. zu Unrecht, denn es gelingt sowohl die Überleitung zwischen beiden Filmen größtenteils vorzüglich und auch 4 Dekaden später zerstört die (Digital)technik nicht die mystische Grundstimmung …. auch Harrison Ford in der Altersrolle berührend und ebenso die Schlußsequenz im Schnee …. Stoff zum Nachdenken jedenfalls ….

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #11016897  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 21,714

    Shadow – Zhang Yimou 9/10


    Beeindruckendes Intrigenspiel, wobei sich Yimou nicht nur auf seine unfehlbare visuelle Kraft verläßt. Hatt anfangs etwas Schwierigkeiten, kam aber dann mit der Geschichte und Hintergründen klar. Eigentlich ein sehr ruhiger Film, bis es zu dem Kampf der 2 Königreiche kommt, der einem den Atem nimmt. Aber auch in seinen ersten 2/3 fand ich die Erzählung mächtig spannend.

    --

    from Monday to Friday, from Friday to Sunday
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