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  • #1024033  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 6,894

    BAD NEWS REUNION -Two steps forward
    Wenn behauptet wird, die Veröffentlichung “Second Winter” von Johnny Winter sei die einzige 3 – seitige LP gewesen, dann ist das so nicht richtig. Es gibt wahrscheinlich noch mehr davon, und mit Sicherheit ist es diese hier, diese 1981 erschienene Platte von Bad News Reunion auf LINE als dreiseitig bespielte Doppel-LP.
    Vom rührigen Label SIREENA RECORDS ist die längst überfällige CD , angereichert mit 5 Live- bzw. Demo-Bonustracks, 2003 wieder auf den Markt gebracht worden, und das ist auch gut so.

    Die Band Bad News Reunion aus Hamburg wurde im Jahr 1978 gegründet und etablierte sich schnell als Rockband mit Blues- und Popanteilen, aber
    wer kennt sie denn noch, diese “berühmteste deutsche Westcoast-Band“ aus Hamburg?

    Diese Platte wurde in folgender Besetzung eingespielt:

    Michael Schlüter (lead & harmony vocals, guitars)
    Abraham „Abi“ Wallenstein (guitars, vocals, harmony vocals)
    Karsten Hoock (guitars)
    Tom Garn (bass)
    Jochen Brückner (guitars, harmony vocals)
    Peter Urban (piano, organ, vocals)
    Holger Zülck (drums)

    Ein Name dürfte Einigen möglicherweise auffallen in einem anderen Zusammenhang, genau – Peter Urban, denn er ist es, der heute immer noch den “Eurovision Song Contest“ auf deutsch kommentiert!

    Die Formation zählte seinerzeit zu Deutschlands besten, aber auch irgendwie stets unbekannten, unterbewertetsten Rockbands, die sich einem leicht-locker-flockigen Sound, vergleichbar mit der amerikanischen Westcoast-Szene, angereichert mit Spuren der Allman Brothers, Jackson Browne und ähnlichen Bands und Musikern, verschrieben hatte.

    Vielleicht waren sie ja damals mit ihrem Sound auch nur zur falschen Zeit am falschen Ort!?

    Dieses jedenfalls war das dritte Album, der Sound hatte sich ein wenig verdichtet und verfeinert und leicht rockende Uptempo-Songs wechseln sich ab mit wirklich wunderschönen Balladen, allen voran insbesondere “On a rainy day“ und “The hands of time“ sowie “Our old song“, aber auch einige Blueselemente fehlen nicht (“Breakaway Blues“, “Sugar Mama“)

    Von insgesamt 18 Stücken sind 14 Eigenkompositionen, und das spricht durchaus für den eigenständigen Charakter der Band.

    Insgesamt treffen wir auf eine sehr positiv ansprechende und anspruchsvolle Musik, die vielleicht jetzt endlich einmal einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden kann.
    (und – wen es noch interessiert – gemastert wurde die CD von Eroc)

    Hier die Songs der CD:

    01:When the going gets too tough (4:07)
    02:On a rainy day (4:01)
    03:No second chance (3:54)
    04:Our old song (6:08)
    05:It take a lot to laugh, it takes a train to cry (2:45)
    06:Without lies (3:14)
    07:The hands of time (4:34)
    08:Two steps forward (3.37)
    09:Breakaway blues (3:58)
    10:Brown eyed lies (3:44)
    11:4: 15 a. m. (1:23)
    12:Night shivers (5:50)
    13:Sugar mama (8:26)

    Bonus Tracks:

    14:Muddy Water (live) (4:46)
    15:Revival (live) (3:40)
    16:Water in my eyes (live) (2:42)
    17:The hands of time (demo) (2:57)
    18:Two steps forward (demo) (3:35)

    Mir bleibt dann noch die Hoffnung auf Good News in Form einer Bad News Reunion-Reunion….

    --

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    #1024035  | PERMALINK

    whole-lotta-pete

    Registriert seit: 19.05.2003

    Beiträge: 17,435

    Angenehm, dass sich noch mehr Reviews hier sammeln. asdfgjklö…magst du vielleicht erklärt kriegen, wie man Bilder einfügt? Angehängte Grafiken sind nicht der Bringer, aber besser als nix.

    --

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    #1024037  | PERMALINK

    hal-croves
    אור

    Registriert seit: 05.09.2012

    Beiträge: 4,617

    SokratesBei mir kommt DP auf ****, die folgende „Anothers Man’s World“ fand ich noch einen Tick stärker.

    Hm. Mittlerweile ist das Album bei mir angekommen, ich hab’s mir angehört und kann damit nicht viel anfangen. Nicht nur ist es vom Temperament her gegenüber Dumb Poet stark zurückgenommen; auch das kompositorische Niveau überzeugt mich nicht wirklich. Ehrlich gesagt empfinde ich es als nicht stimmig, streckenweise nervig, gelegentlich auch langweilig. Mehr als **1/2 ist für mich nicht drin.

    --

    "Edle, freie Unbefangenheit bei Allem. ... Alle übrigen Vollkommenheiten sind der Schmuck unsrer Natur; sie aber ist der der Vollkommenheiten selbst. ... Sie ist mehr als Leichtigkeit, sie geht bis zur Kühnheit: sie setzt Ungezwungenheit voraus und fügt Vollkommenheit hinzu. Ohne sie ist alle Schönheit todt, alle Grazie ungeschickt: sie ist überschwenglich, geht über Tapferkeit, über Klugheit, über Vorsicht, ja über Majestät." (Baltasar Gracián) =>mehr<=
    #1024039  | PERMALINK

    sokrates
    Bound By Beauty

    Registriert seit: 18.01.2003

    Beiträge: 19,111

    Hal CrovesHm. Mittlerweile ist das Album bei mir angekommen, ich hab’s mir angehört und kann damit nicht viel anfangen. Nicht nur ist es vom Temperament her gegenüber Dumb Poet stark zurückgenommen; auch das kompositorische Niveau überzeugt mich nicht wirklich. Ehrlich gesagt empfinde ich es als nicht stimmig, streckenweise nervig, gelegentlich auch langweilig. Mehr als **1/2 ist für mich nicht drin.

    Guten Morgen, Hal,

    tut mir leid, dass Du enttäuscht bist. Deine Entscheidung war allerdings risikoreich, denn

    • Du bist mit hohen Erwartungen an die Platte gegangen („Dumb Poet“ erhielt von Dir die Höchstwertung, dagegen hat es ein Nachfolgealbum naturgemäß schwer, zumal wenn es stilistisch keine 1:1-Fortsetzung ist.)
    • Du warst vermutlich von der Resonanz hier im Thread euphorisiert, was die Vorfreude nochmals erhöht hat
    • Du hast Dich anscheinend spontan entschieden
    • Käufe auf Basis singulärer Empfehlungen können schnell in die Hose gehen. Die Trefferquote erhöht sich schlagartig, wenn man weiß, ob man mit dem Empfehlungsgeber noch mehr gemeinsam hat. Ich bin z.B. kein Lena-Fan, da unterscheiden wir uns, und wer weiß, wo noch.

    Ich kaufte mein DP-Exemplar damals wenige Wochen nach Erscheinen von einem guten Freund, dem die Platte zu konventionell war. Daran kannst Du sehen, wie unterschiedlich die Meinungen sein können. (Nicht, dass das eine neue Erkenntnis wäre.) Allerdings ist „Another Man’s World“ nicht so schlecht, wie Du sie derzeit klingen lässt; ich nehme an und hoffe sehr, dass sie mit der Zeit bei Dir steigt.

    --

    „Weniger, aber besser.“ D. Rams
    #1024041  | PERMALINK

    hal-croves
    אור

    Registriert seit: 05.09.2012

    Beiträge: 4,617

    @sokrates: Danke für Deine ausführliche Antwort. :-)

    Allerdings war ich durchaus nicht mit der Erwartung an „Another Man’s World“ herangegangen, eine Art Dumb Poet Vol. II zu hören; im Gegenteil hätte mich das wohl tatsächlich enttäuscht, denn dem Rams-Zitat in Deiner Signatur kann ich uneingeschränkt zustimmen. Vielmehr war ich, was das Stilistische betrifft, vollkommen erwartungsfrei, dafür aber um so neugieriger. Was mich dann wirklich ernüchtert hat, war das Unstimmige daran; zumindest kann ich subjektiv sagen, dass ich bis jetzt keinen substanziellen Kern finden konnte, der das Album prägt – außer dass es wesentlich ruhiger ist als DP, was zugegebenermaßen mein Urteil beeinflusst. Aber ich will es mit etwas Abstand gerne noch mal hören.

    --

    "Edle, freie Unbefangenheit bei Allem. ... Alle übrigen Vollkommenheiten sind der Schmuck unsrer Natur; sie aber ist der der Vollkommenheiten selbst. ... Sie ist mehr als Leichtigkeit, sie geht bis zur Kühnheit: sie setzt Ungezwungenheit voraus und fügt Vollkommenheit hinzu. Ohne sie ist alle Schönheit todt, alle Grazie ungeschickt: sie ist überschwenglich, geht über Tapferkeit, über Klugheit, über Vorsicht, ja über Majestät." (Baltasar Gracián) =>mehr<=
    #1024043  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 36,854

    Black Sabbath – Forbidden (1995)

    Nein, man muss gewiss nicht immer dahin wo es wehtut. Schon gar nicht, wenn es genügend Alternativen gibt und im konkreten Fall seit neuestem sogar eine mehr. Man muss sich Forbidden auch nicht anhören, um die Klasse von 13 zu erkennen und die Erleichterung darüber zu verstehen. Vielleicht ist es die Hoffnung, nach all den Jahren doch noch irgend etwas Hörenswertes zu entdecken, dass ich es immer wieder mal auflege. Aber nein, das Album ist so schlecht wie eh und je, zeigt eine Band, die nicht am Abgrund steht sondern schon einen Schritt weiter ist. Ein musikalischer Offenbarungseid und dabei standen die Aussichten ursprünglich gar nicht so schlecht, denn nach dem Ende der Cross Purposes Tour sollte sich neben Geezer Butler auch noch Bill Ward zur Band gesellen. Da man sich aber nicht einig wurde und am Ende sogar Butler absprang, reaktivierte Tony Iommi kurzerhand die Besetzung von Tyr. Keine gute Idee, denn bis dato war eben jenes Tyr das schwächste aller Sabbath Alben. Hinzu kam, dass sowohl Cozy Powell als auch Neil Murray noch anderweitig verpflichtet waren und sich die Band somit nie gemeinsam im Studio traf. Des Weiterem muss man sich noch fragen, warum Iommi die Produktion ausgerechnet Ernie C überließ, der letztlich auf ganzer Linie versagte, was man an dem sehr flach und undynamisch klingende Ergebnis sehr gut feststellen kann. Kein Black Sabbath Album klingt noch weniger nach Black Sabbath als Forbidden. Aber auch das Songwriting ist bestenfalls durchschnittlich, was wohl vor allem am stärkeren Einfluss von Sänger Tony Martin liegen dürfte: eine Mischung aus zahnlosen Rockern und sülzigen Balladen. Es fehlt schlicht und ergreifend das ausgleichende Korrektiv in Form eines Geezer Butler, das dem Vorgänger Cross Purposes einige erinnerungswürdige Momente bescherte. So aber brachte Ernie C seinen Bodycount Kumpel Ice-T mit, der auf Illusion Of Power ein paar Raps beisteuern durfte. Nun ist Rap so ziemlich das letzte, das man auf einem Black Sabbath Album erwarten würde, bei dieser Parodie eines Sabbath Songs konnte das aber auch nicht mehr viel ruinieren. Das war im Grunde das einzig erwähnenswerte an diesem Album und spricht es nicht Bände, wenn es über ein Album nicht viel mehr zu erwähnen gibt, als dass ein an sich schon schwacher Song mit einem sinnlosen Rap ausgestattet wurde?
    Die Band selbst war mit dem Ergebnis auch nicht zufrieden, so bemerkte Sänger Tony Martin später in einem Interview, dass das Album wohl nur veröffentlicht wurde, um den Vertrag mit I.R.S. zu erfüllen und die Reunion mit Ozzy Osbourne schon längst geplante Sache war. Man ist geneigt, Tony Martin hier zuzustimmen, allerdings hatte Tony Iommi wohl vor ein paar Jahren mal geplant, einen Remix von dem Album anzufertigen bzw. anfertigen zu lassen und es dann als Deluxe Edition neu zu veröffentlichen. Vermutlich haben die Arbeiten am neuen Album dafür gesorgt, dass diese Pläne erst einmal auf Eis gelegt wurden und da dürfen sie für meinen Geschmack auch gerne bleiben. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man an diesem Album groß noch etwas retten kann, auch dann nicht, wenn es plötzlich gut klingen würde. Abgerundet wird dieses Album dann noch durch sein scheußliches Artwork, dass die Band beim Aufklappen brennend im Fegefeuer zeigt. Unwürdig in jeder Hinsicht.

    --

    Wann kommt Horst Lichter mit dem Händlerkärtchen und knallt mich ab?
    #1024045  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Ice-T zu featuren ergibt vielleicht Sinn, wenn man weiß, dass er auf seinem „O.G. Original Gangster“-Album im Track „Midnight“ neben den Drums aus Led Zeppelins „When The Levee Breaks“ auch Sabbath’s „Black Sabbath“ prominent gesamplet hat. Ich kann’s mir aber auch nicht wirklich vorstellen. Rap/Rock-Crossover ist schon sehr gruselig.

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    #1024047  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 36,854

    Das mit Ice-T war sicher Ernie C’s Idee, wobei ich nichts gegen Ice-T habe und Midinight ist auch ganz ok. Bei Illusion Of Power ist halt der Song an sich schon sehr schwach, da wirken die Raps dann umso lächerlicher. Warum man gerade Ernie C als Produzent gewählt hat, konnte ich nicht herausfinden.

    Wer das Album noch nicht kennt und einigermaßen leidensfähig ist, kann es sich hier übrigens ins einer vollen Pracht anhören.

    --

    Wann kommt Horst Lichter mit dem Händlerkärtchen und knallt mich ab?
    #1024049  | PERMALINK

    hal-croves
    אור

    Registriert seit: 05.09.2012

    Beiträge: 4,617

    Maldita Vecindad y los hijos del Quinto Patio – El Circo (1991)

    Mariachi meets Postpunk – auf diese Kurzformel könnte man hilfsweise dieses originelle und abwechslungsreiche, für mitteleuropäische Ohren zunächst schwer einzuordnende Album bringen. Die mexikanische Band war mir in den frühen Neunziger Jahren durch einen Konzertmitschnitt im damaligen 1Plus aufgefallen; sie bot einen extrem physischen und energischen Auftritt, für den der Fernsehschirm viel zu klein war und der unmittelbar zum Tanzen aufforderte. Besonders ist mir der Saxophonist, in den Credits sinnigerweise „Sax“ genannt, erinnerlich geblieben: ein riesenhafter Indianer, der als einer von ganz wenigen imstande war, zwei Saxophone gleichzeitig zu spielen. Auch Sänger Roco glänzte durch enorme physische Präsenz sowie enorme Mengen Schweiß.

    Das Album, El Circo genannt, enthält viel von dieser gewaltigen physischen Energie, die die Band auf der Bühne verströmt, ist zudem aber auch stilistisch und konzeptuell interessant. Zwischen dem punkig-aggressiven „Pachuco“, dem romantisch-sanften „Kumbala“, dem funkigen „Crudelia“ und dem fröhlich-poppigen Ska-Brüller „Querida“ ist noch reichlich Platz für viele Gimmicks, Poesie und Experimente. Und das alles ist wirklich außerordentlich gewitzt und stimmig arrangiert und von der Abfolge der Tracks in einen tollen Flow gefügt, so dass es großen Spaß macht, das Album von Anfang bis Ende durchzuhören. Wenn man will, kann man da und dort einen etwas konventionellen Gitarreneinsatz bemerken, aber um das kritikabel zu finden, müsste man schon ein reichlich teutonischer Oberlehrer sein.

    Eher schon mag man es bedauerlich finden, dass die einzelnen Songs nicht allzu sehr hervorzustechen vermögen. So prima das Album als ganzes funktioniert, fließt es doch trotz der vielen lobenswerten musikalischen Widerhaken recht gleichmäßig ab. Irgendwie fehlen den einzelnen Songs hervorstechende individuelle Eigenheiten, die sie aus dem Album herausheben, und lassen es durchaus zu meinem Bedauern ein wenig zu sehr als Genrewerk erscheinen. Vielleicht zeigt sich hieran, dass Maldita Vecindad… doch in erster Linie eine Liveband ist, die mit ihrer bemerkenswerten Qualität verdientermaßen zu einem Plattenvertrag gekommen ist, im Studio aber (zumindest mit diesem, ihrem zweiten Album) noch keine eigene Sprache gefunden hat. Diese Einschränkung ist aber vergleichsweise geringfügig gegenüber den vielen positiven Merkmalen, die „El Circo“ aufweist. Alles in allem kann ich auch nach 20 Jahren, die es mittlerweile in meinem CD-Regal verbringt, immer noch erfreut „Bravo“ dazu sagen.

    Tracklist:
    1. „Pachuco“ 3:14
    2. „Un Poco de Sangre“ 4:00
    3. „Toño“ 3:30
    4. „Solín“ 3:11
    5. „Kumbala“ 4:27
    6. „Un Gran Circo“ 4:11
    7. „Pata de Perro“ 3:29
    8. „Crudelia“ 2:42
    9. „Mare“ 3:38
    10. „Otra“ 0:17
    11. „Querida“ 3:29

    ****

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    "Edle, freie Unbefangenheit bei Allem. ... Alle übrigen Vollkommenheiten sind der Schmuck unsrer Natur; sie aber ist der der Vollkommenheiten selbst. ... Sie ist mehr als Leichtigkeit, sie geht bis zur Kühnheit: sie setzt Ungezwungenheit voraus und fügt Vollkommenheit hinzu. Ohne sie ist alle Schönheit todt, alle Grazie ungeschickt: sie ist überschwenglich, geht über Tapferkeit, über Klugheit, über Vorsicht, ja über Majestät." (Baltasar Gracián) =>mehr<=
    #1024051  | PERMALINK

    sokrates
    Bound By Beauty

    Registriert seit: 18.01.2003

    Beiträge: 19,111

    Hal Croves@Sokrates: Danke für Deine ausführliche Antwort. :-)

    Allerdings war ich durchaus nicht mit der Erwartung an „Another Man’s World“ herangegangen, eine Art Dumb Poet Vol. II zu hören; im Gegenteil hätte mich das wohl tatsächlich enttäuscht, denn dem Rams-Zitat in Deiner Signatur kann ich uneingeschränkt zustimmen. Vielmehr war ich, was das Stilistische betrifft, vollkommen erwartungsfrei, dafür aber um so neugieriger. Was mich dann wirklich ernüchtert hat, war das Unstimmige daran; zumindest kann ich subjektiv sagen, dass ich bis jetzt keinen substanziellen Kern finden konnte, der das Album prägt – außer dass es wesentlich ruhiger ist als DP, was zugegebenermaßen mein Urteil beeinflusst. Aber ich will es mit etwas Abstand gerne noch mal hören.

    Tja, also, Hal, ich habe nun beide Platten nochmal wieder gehört, um mich zu vergewissern. Zwei Dinge verstehe ich nicht an Deinem Post:

    1. Die schwierigere Frage zuerst: Inwiefern ist die Platte unstimmig? Was verbindest Du mit dem Begriff?
    2. Inwiefern ist sie ruhiger?

    Das erste Stück hat zwar keinen klassischen, regelmäßigen Off-Beat, aber immerhin ein mächtiges Schlagzeug; daran schließen sich drei Upbeat-Songs an – mir ist nicht klar, was Du mit ruhiger meinst. Das erste ruhigere Stück ist das fünfte, „Bad Seed“ , doch auch das erhält gegen Ende noch einen mächtigen Rhythmus. Umgekehrt ist doch mit „So much here“ z.B. auch ein ruhiges Stück auf „Dumb Poet“, und richtig rocken tut auf dem Album nichts. Stilistisch würde ich sagen, AMW hat in den Arrangements mehr folkige Elemente, schließt aber kompositorisch nahtlos an.

    Highlights finden sich da wo sie hingehören, zu Beginn und Ende der ersten Seite mit dem Titelsong und „Bad Seed“.Weil das Folkige der Platte mehr Herz, Wärme, Natürlichkeit und Echtheit gibt, liegt sie für mich etwas vor der recht poliert produzierten „Dumb Poet“. Aber diese Wertung ist die klassische Geschmacksfrage. Bleibt die Beschreibung der Phänomen!

    --

    „Weniger, aber besser.“ D. Rams
    #1024053  | PERMALINK

    hal-croves
    אור

    Registriert seit: 05.09.2012

    Beiträge: 4,617

    SokratesTja, also, Hal, ich habe nun beide Platten nochmal wieder gehört, um mich zu vergewissern. Zwei Dinge verstehe ich nicht an Deinem Post:

    1. Die schwierigere Frage zuerst: Inwiefern ist die Platte unstimmig? Was verbindest Du mit dem Begriff?
    2. Inwiefern ist sie ruhiger?

    Ich werde das Album erneut anhören, sobald ich von meiner jetzigen Meinung ganz unbeeinflusst bin. Daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt ganz unabhängig davon zwei kurze Antworten:

    1. Stimmig ist eine Platte für mich dann, wenn sie in mir ein konsistentes Bild bzw. Gefühl erzeugt. Das muss keineswegs monochrom sein, im Gegenteil, ich liebe Vielfalt. Unstimmigkeit bedeutet für mich also soviel wie Inkonsistenz.

    2. An „Dumb Poet“ habe ich das enorme Maß von Leidenschaft hervorgehoben, das es für mich ausstrahlt. Das habe ich bei „Another Man’s World“ nicht wahrgenommen; insofern ist es für mich ruhiger.

    Ich habe allerdings in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal meine Meinung über eine Platte erheblich geändert; es besteht also kein Grund auszuschließen, dass das auch bei „Another Man’s World“ möglich ist.

    --

    "Edle, freie Unbefangenheit bei Allem. ... Alle übrigen Vollkommenheiten sind der Schmuck unsrer Natur; sie aber ist der der Vollkommenheiten selbst. ... Sie ist mehr als Leichtigkeit, sie geht bis zur Kühnheit: sie setzt Ungezwungenheit voraus und fügt Vollkommenheit hinzu. Ohne sie ist alle Schönheit todt, alle Grazie ungeschickt: sie ist überschwenglich, geht über Tapferkeit, über Klugheit, über Vorsicht, ja über Majestät." (Baltasar Gracián) =>mehr<=
    #1024055  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 6,894

    Larry Murray- Sweet Country Suite #

    “Hearts & Flowers” aus Los Angeles war eine von vielen Folk Rock/Country Rock – Bands der Sechziger.
    Larry Murray gehörte der Band an und war verantwortlich für viele ihrer Songs.

    Diese Platte wurde 1970 für das Label Verve aufgenommen, mit einer Riege hochkarätiger Musiker aus den Bereichen Country, Folk und auch Jazz, unter anderem aus den Bands “Swampwater“ und der „Nitty Gritty Dirt Band“.
    Um das Album gleich ’schmackhaft’ zu machen, hier die Besetzungsliste:

    Larry Murray (guitar, vocals)
    Gib Guilbeau (fiddle, vocals)
    John Beland (guitar, vocals)
    Buddy Emmons (pedal steel guitar)
    Thad Maxwell (vocals)
    Stan Pratt (vocals)
    Stephens Lafever (bass)
    Larry Brown (drums, piano)
    John David Souther (drums, guitar)
    Paul Parrish (guitar, piano)
    Dick Rosmini (guitar)
    Jimmy Fadden (harmonica)
    John McEuen (mandolin)
    Bud Shank (flute)
    Eugene Cipriano (English horn)
    Bill Hinshaw (French horn)
    Clydie King (vocals)
    Venetta Fields (vocals)
    Sherlie Matthews (vocals)

    Nun, das Album war seinerzeit zwar nicht sehr erfolgreich, erlangte jedoch im Laufe der Zeit in Insiderkreisen durchaus einen gewissen Kultstatus.

    Die Besetzung lässt erahnen, dass hier neben der eher folk-rockigen und auch teils psychedelischen Ausrichtung von “Hearts and Flowers“ ein verstärkter Country-Einfluss zum tragen kam. Und so ziehen sich Spuren der damals aktuellen Ausrichtung des Genres Country Rock auch permanent durch die Musik.

    Diese ist überwiegend sehr entspannt im Ausdruck, mit dem typisch sonnigen Westcoast-Feeling, und dort , wo zum Beispiel die “Blackberries“ die Background-Vocals bestreiten, kommt gar etwas Gospelfeeling auf.

    Produziert haben die Platte Larry Murray & Ken Mansfield, und folgende Titel gibt es zu hören:

    01:Headed For The Country (Larry Murray) 3:38
    02:Big Bayou (Gib Guilbeau) 2:18
    03:Country Comfort (Larry Murray) 4:03
    04:Back To The Good Earth (Larry Murray) 2:19
    05:Sweet Country Suite (Larry Murray) 3:01
    06:Dakota (Larry Murray) 2:34
    07:Bugler (Larry Murray) 2:34
    08:When I See Jamie (Jaynie) (Larry Murray) 4:00
    09:Out To Sea (John David Souther) 5:29
    10:Nora’s Boy (Larry Murray)4:38
    11:All I Need Is A Friend (Larry Murray 3:53

    Einigen dürfte wahrscheinlich auch das Stück “Bugler” bekannt sein, u.a. wurde es von den “Byrds“ eingespielt, auf “Farther Along“, aber auch “Big Bayou“ von Guilbeau ist ein oft gespielter Song.

    So können wir einen feinen Mix entspannten Country Rocks der leichten Gangart genießen, nicht die Welt bewegend, aber angenehm hörbar ist es allemal.

    --

    #1024057  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    asdfjklöBAD NEWS REUNION -Two steps forward

    Bevor dir gar keiner antwortet: Ich kenne die Platte nicht, habe die Band aber mal live gesehen und habe sie angenehm in Erinnerung. Das richtige für einen lauen Sommerabend. A.Wallenstein ist immer noch sehr umtriebig, spielt sehr live , auch in Fussgängerzonen.

    --

    #1024059  | PERMALINK

    whole-lotta-pete

    Registriert seit: 19.05.2003

    Beiträge: 17,435

    @sparch: Der Black Sabbath Tiefpunkt ist mit „Forbidden“ definitiv festgelegt, dein Stempel „unwürdig in jeder Hinsicht“ ist eine gute Warnung und ergänzt den Thread um eine weiteren nachvollziehbaren Verriss.

    Fürs Forum wäre es ganz brauchbar, solche Reviews in den jeweiligen Band-Threads zu verlinken, was meinste?

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    #1024061  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 36,854

    Whole Lotta Pete@sparch: Der Black Sabbath Tiefpunkt ist mit „Forbidden“ definitiv festgelegt, dein Stempel „unwürdig in jeder Hinsicht“ ist eine gute Warnung und ergänzt den Thread um eine weiteren nachvollziehbaren Verriss.

    Es gibt allerdings auch Leute, die das Album mögen. Joe Siegler hat auf seiner Page eine sehr ausführliche und auch nachvollziehbare Kritik verfasst.

    Fürs Forum wäre es ganz brauchbar, solche Reviews in den jeweiligen Band-Threads zu verlinken, was meinste?

    Brauchbar ist das sicher, aber insgesamt vermutlich kaum zu stemmen. Da bei Black Sabbath der Ersteller des Bandthreads ich bin, kann ich das da schon machen. Es gibt ja auch noch das Alben- und Singles-Archiv, das Skraggy früher gepflegt hat. Das zu aktualisieren dürfte aber auch kein geringer Aufwand sein.

    --

    Wann kommt Horst Lichter mit dem Händlerkärtchen und knallt mich ab?
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