Soul Re-issues

Ansicht von 15 Beiträgen - 16 bis 30 (von insgesamt 198)
  • Autor
    Beiträge
  • #9113931  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    bullschuetzSoulpope, Du hast mich am Wickel. Danke für die fulminant überzeugend vorgebrachte Empfehlung.

    Wenn Du auch nur ein wenig mit Southern Soul „am Hut“ hast, steht Dir ein feines Hörerlebnisz bevor ;-)….Dank jedenfalls für Dein Feedback !!

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    Highlights von Rolling-Stone.de
    Werbung
    #9113933  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 47,692

    Zwischenfrage: kann man diese Ace-Compilations auch mit Brown-Bag-Cover haben? ;-)

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #98: Tenor Giants - Paul Gonsalves (1920-1974), 10.3., 22:00; #99: 12.5., 22:00; #100: 9.6., 21:00 (2 Stunden!) | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #13: Bach, Beethoven, Ellington etc., 25.02., 21:00; #14: 28.4., 21:00 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #9113935  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    gypsy tail windZwischenfrage: kann man diese Ace-Compilations auch mit Brown-Bag-Cover haben? ;-)

    Gehn`s Hr. gypsy – lästern`s net, ein wenig Southern Soul Erleuchtung würde Deinem Tag auch mit (noch) mehr Sonne erfüllen ;-)

    Scherz beiseite, viele dieser Soul Reissues sind von den Aspekten Research, Auswahl, Präsentation und Überspielqualität „State of Art“ (ein vergleichbarer Standard würde doch einigen Jazz Reissue Fiermen gut zu Gesicht stehen….) und die Musik ist oft hervorragend….wenn Du bedenkst, wie viel Geld Du für die dort versammelten Singles ausgeben würdest (und ich weiss, wovon ich spreche……) – falls überhaupt erhältlich – so sind diese CD`s gesamtheitlich gesehen…

    GESCHENKE :sonne:

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #9113937  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 47,692

    Das glaube ich gerne – und umso schmerzhafter finde ich die so hässlichen Cover!

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #98: Tenor Giants - Paul Gonsalves (1920-1974), 10.3., 22:00; #99: 12.5., 22:00; #100: 9.6., 21:00 (2 Stunden!) | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #13: Bach, Beethoven, Ellington etc., 25.02., 21:00; #14: 28.4., 21:00 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #9113939  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    gypsy tail windDas glaube ich gerne – und umso schmerzhafter finde ich die so hässlichen Cover!

    Naja der ästhetische Aspekt ist halt ein sehr individueller……manche Coverart ist treffend, andere weniger…..ich war/bin halt ein „Southern Soulster“ und nachdem der Soul Reissue Markt über viele Jahre fast ausschließlich von tanzbarem „Northern Soul“ Stoff dominiert wurde, war ich für jede qualitative Deep Soul Reissue dankbar….auch für jene mit einem Brown-Bag umhüllten…….you have to settle for what you got ;-)

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #9113941  | PERMALINK

    bullschuetz

    Registriert seit: 16.12.2008

    Beiträge: 1,614

    soulpopeWenn Du auch nur ein wenig mit Southern Soul „am Hut“ hast, steht Dir ein feines Hörerlebnisz bevor ;-)….Dank jedenfalls für Dein Feedback !!

    Du kriegst mich mit Soul in jeder Spielart, Southern oder Chicago, von Motown bis Philly, Superhelden und Rares. Ich werde Deine Tipps hier mit Freude verfolgen.

    --

    #9113943  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 47,692

    soulpopeNaja der ästhetische Aspekt ist halt ein sehr individueller……manche Coverart ist treffend, andere weniger…..ich war/bin halt ein „Southern Soulster“ und nachdem der Soul Reissue Markt über viele Jahre fast ausschließlich von tanzbarem „Northern Soul“ Stoff dominiert wurde, war ich für jede qualitative Deep Soul Reissue dankbar….auch für jene mit einem Brown-Bag umhüllten…….you have to settle for what you got ;-)

    Was die Vorliebe für Southern Soul betrifft, bin ich zu 100% bei Dir! Aber natürlich viel weniger tief in der Materie … und nicht so sehr vom Reissue-Mangel geschädigt, als dass das Auge von diesen Ace-Covern nicht stets auf neue beleidigt würde. Ich begreife das einfach nicht, warum gewisse Label sich so grosse Mühe geben, ihre CDs hässlich aussehen zu lassen ;-)

    Kleine Frage zu den „Kaufen, solange noch vorhanden – not to be missed“ – besteht da begründeter Verdacht, dass die bald verschwinden, oder sind das einfach besonders warme Empfehlungen?

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #98: Tenor Giants - Paul Gonsalves (1920-1974), 10.3., 22:00; #99: 12.5., 22:00; #100: 9.6., 21:00 (2 Stunden!) | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #13: Bach, Beethoven, Ellington etc., 25.02., 21:00; #14: 28.4., 21:00 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #9113945  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    gypsy tail windKleine Frage zu den „Kaufen, solange noch vorhanden – not to be missed“ – besteht da begründeter Verdacht, dass die bald verschwinden, oder sind das einfach besonders warme Empfehlungen?

    Wohl eine Mischung aus Beidem

    Ich empfehle nur wohinter ich 100%ig stehe
    und
    „solange noch vorhanden“ bedeutet im Einzelfall :

    „3000 Volt of Stax“ ist besonders gefährdet, denn da hat ACE die Stax Rechte nur mehr sehr stark eingeschränkt, daher nur mehr Restexemplare (2 CD`s der 6 CD-Reihe gibt`s gar nicht mehr….),
    auch bei den Rechten mit King ist das ein zeitlich begrenzter Deal (wird nicht mehr nachproduziert, laut meinem ACE Intimus nur mehr geringe Bestände)…..
    und Garry Cape`s Soulscape Unternehmung schrammt aktuell zum x-ten mal am wirtschaftlichen Niemandsland entlang….

    aber ziemlich sicher scheint der ACE Vertrag mit Goldwax…

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #9113947  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    Subtopic : Kaufen, solange noch vorhanden – not to be missed (6)

    Quiet Elegance „The Hi Single Collection“ (Hi) Japanes LIMITED Edition 2013

    Ich las mal eine Besprechung in den frühen 80ern und die begann mit den Worten „When the Quiet Elegance were good, they were unbeatable…“ Frankie Gearing und Mildred Vaney, beide vormals Sängerinnen der Glories und Louis Reeves, bis 1971 Mitglied von Martha and The Vandellas, taten sich Ende 1971 zusammen und tourten mit den Temptations und den Spinners.

    Während eines Auftrittes im Memphis Auditorium in 1972 hörte sie ein gewisser Willie Mitchell und offerierte ihnen einen Vertrag bei seinem Label HI Records.

    Bereits auf ihrer ersten Single klickte es gewalting. Die tiefe Ballade „I`m afraid of losing you“ brannte von der ersten Spielsekunde, eingebettet in den typischen HI-Sound mit Gitarristen Tennie Hodges und den gerade noch zurückhaltenden Memphis Hörnern, Frankie in den erdigen Lead Vocals und mit Mildred+Louis im Chorus. Die B-Side „Do you love me“ mit mehr von diesem Stoff rundete diesen Knaller ab. Weitere Singles förderten unter anderem das von Stax Songstress Betty Crutcher geschriebene, röhrende „Mama said“, das emotional bekennende „I need love“, ein propellerhaftes „Love will make you feel better“, das country-soul gefärbte „Will you be my Man in the Morning“ mit vielen einfühlsamen Gesangsinjektionen von Frankie…..

    Der Schlagobers auf dem schon extrem leckeren Kuchen war die Interpretation von „You`ve got my mind messed up“, dem durch James Carr inthronisierten Deep Soul Klassiker – Quiet Elegance singen dies im schwebenden Zeitluppentempo, und die scheinbar zurückhaltenden Vocals steigern noch die erotische Grundstimmung „I go to bed boy, and I just can`t sleep. Sit down at the table, oooh Lord, and I just can`t eat“… Einsamkeit, Schmerz, Verlangen und Unglücklichsein waren nie (er)hörbarer…..

    Die vorliegende Kompilation versammelt alle HI Singles und weitere Qualitätsfundstücke aus den Hi-Studio Beständen. In 1977 lösten sich Quiet Elegance auf, denn Southern Soul stand nicht mehr auf der Menükarte vieler Musikfans. Die Sängerinnen gingen eigene Wege, nur Frankie Gearing sollte noch einmal nachhalting auf sich aufmerksam machen….aber davon (vielleicht) ein anderes Mal….

    Ich war wirklich überrascht, daß diese Kollektion aktuell regulär gar nicht mehr bzw sekundär zu dreistelligen (!!!) Europreisen angeboten wird …….um so schöner jetzt die Chance, dies aktuell als Limited Edition aus Japan erwerben zu können, zB hier

    http://www.ebay.com/itm/QUIET-ELEGANCE-COMPLETE-SINGLE-COLLECTION-JAPAN-CD-E00/271412446635?_trksid=p2047675.c100011.m1850&_trkparms=aid%3D222006%26algo%3DSIC.FITP%26ao%3D1%26asc%3D20140107083349%26meid%3D5271966589490153491%26pid%3D100011%26prg%3D20140107083349%26rk%3D0%26rkt%3D10%26sd%3D271350560961#ht_4212wt_1707

    Ein verlässlicher Verkäufer der Originalware anbietet – die CD kostet inkl. Transport etwa 25 Euro………(fast) geschenkt……und nein, ich bin nicht an diesem Laden beteiligt ;-)

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #9113949  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    Subtopic : Kaufen, solange noch vorhanden – not to be missed (7)

    Charles Smith „Ashes to Ashes “ (Soulscape) 2010

    John Richbourg war einer jener Disc Jockeys bei dem Kult Radiosender WLAC, der insbesondere ab den 60er Jahren besonders viel schwarze Musik auflegte und damit zu deren Popularisierung beitrug. Mit diesem Interesse ausgestattet begann er selbst bald als Produzent zu arbeiten und gründetet subsequent das Musiklabel Rich und später Sound Stage Seven und Sevent Seven.

    Große Stücke setzte Richbourg auf Charles Smith und ab 1972 veröffentlichte er vier Singles, welche alle zu Meisterwerken des Southern Soul gerieten. Aufgenommen wurde diese Epen in Muscle Shoals und mit dieser Trademark war programmtisch der Tisch bereits gedeckt.

    Die erste Singleveröffentlichung zeigte als A-Side (!!) die abgrundtiefe Ballade „My great Loss“ und als B-Side eine weiteres Schmerzwerk, die Vietnam Ballade „Glad to be Home“. Wenn man Richbourg`s Expertise bedenkt und dies mit der Tatsache in Verbindung setzt, die erste Veröffentlichung eines Sängers ohne tanzbarem Material auszustatten, belegt das seine tiefen Überzeugung bezüglich Smith`s Meriten…….Als wäre das Kuriosum der Singletitelauswahl nicht schon groß genug, so bestand offenbar in den Grits`n Gravy Gebieten des Südens enormer Bedarf nach diesem Stoff und die Singel verkaufte sich 350.000mal und wurde Richbourg`s größter kommerzieller Erfolg…..wohl eines der Beispiel wo sich ein solcher mit höchstem musikalischen Anspruch nicht ausschließt…

    Charles Smith setzte den künslerischen Weg konsequent fort, und die Tränen vieler Ozeane wurden abgeschöpft, um das in Selbstmitleid versinkende „I`m useless“ und das ausweglose Verfallen von „Why can`t I cry“ zu gebären. Das Smith auch in höherem Tempo Meisterklassen geben konnte, belegen Songs wie „It`s getting harder to get by“ und das funkige „Full Time Fool“…..

    Bei dieser ausserirdischen Qualität der veröffentlichten Songs war klar, daß die „lost in the can“ Aufnahmen wahre Schätze sein würden und dies wird durch Titel wie „Walk Slow“, das tief im Gospel verweilende „Reach that Mountain“ und der ungeschminkte Country Soul von „Two Pillows“ mehr als bestätigt …

    Das war`s……….STOP…… eine Wahnsinnsinterpretation von „The only Time you say you love me“ (die große Performance dieses Stückes der Souldiva Bettye Swann verblasst dagegen in Sekunden….), in welcher Charles Smith noch einmal ALLES in die Waagschale wirft…….beyond believe, let me get a witness !!!!!!

    Richbourg musste 1974 die Alleinverantwortung seiner Label abgeben…….keine neuen Veröffentlichungen in Konnex mit dem schon in anderen Geschichten beschriebenen Verfall des Southern Soul lies eine der größten Stimmen des Deep Souther Soul (und bei dieser Auswahl bin ich äußerst pingelig) in die Kategorie „Lost in the Shadows“ verfallen…..

    Diese Kompilation (ohne Aufpreis ausgestattet mit den wissenschaftlichen Annotationen des Deepsoulpastes John Ridley) ist aktuell (noch) erhältlich, ich habe aber in einer Vorpost schon auf die wirtschaftlichen Kalamitäten des veröffentlichenden Labels hingewiesen……….so oder so uneingeschränkter KAUFBEFEHL !!!!

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #9113951  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    aquoiboniste

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 47,692

    soulpopeWohl eine Mischung aus Beidem

    Ich empfehle nur wohinter ich 100%ig stehe
    und
    „solange noch vorhanden“ bedeutet im Einzelfall :

    Danke für die Klärung und das Insider-Wissen … ist mir momentan ein etwas zu weites Feld, leider, das zu beackern ich jetzt einfach nicht auch noch hinkriege, aber nach dem einen oder anderen versuche ich mich doch mal umzusehen!

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #98: Tenor Giants - Paul Gonsalves (1920-1974), 10.3., 22:00; #99: 12.5., 22:00; #100: 9.6., 21:00 (2 Stunden!) | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #13: Bach, Beethoven, Ellington etc., 25.02., 21:00; #14: 28.4., 21:00 | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #9113953  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    gypsy tail windDanke für die Klärung und das Insider-Wissen … ist mir momentan ein etwas zu weites Feld, leider, das zu beackern ich jetzt einfach nicht auch noch hinkriege, aber nach dem einen oder anderen versuche ich mich doch mal umzusehen!

    Natürlich bist Du (wie auch ich) in vielen anderen Stilrichtungen mächtig unterwegs und das ist speziell genug – aber kaufe Dir bei Gelegenheit einfach eine der hier empfohlenen CD`s (Charles Smith !!!…ich hörte dies heute am Morgen und krieg`s nicht mehr aus meinem Systen hinaus)……..wird Dir sicher (auch) gut tun….und falls nicht – Du kennst meine Adresse…..der Jurist in mir fragt : ist dies eine „Money back“ Garantie ;-) ??

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #9113955  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    Dear Soul nuts,

    nachdem ich mich hier bereits als unbelehrbares Landei des Southern Soul zu erkennen gegeben habe und dies in meinen individuellen Beiträgen belegt wird, wäre es fein, wenn andere Erleuchtete hier (auch) Beiträge posten könnten, welche Soul repräsentieren, dessen Ursprung nördlich der Mason-Dixon Linie gelegen ist……….freue mich jedenfalls darauf…..selbstredend wären aber auch alternative Sichtweisen auf die musikalischen Früchte des Südens fein…..

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #9113957  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    Subtopic : Kaufen, solange noch vorhanden – not to be missed (8)

    Various Artist Kompilation „When a man cries“ (Kent/ACE) 1999

    Als ich in den 80ern bereits so manchem Kleinlabel des Southern Soul nachspürte, stolpert ich eher zufällig über die Kent LP mit dem bezeichnenden Titel „Down to the last Heartbreak“, welche tiefes Material aus den Katalogen der Großstadtlabel Scepter und Wand (bzw Sublabels) vorstellte….deren Linernotes schlossen mit den Worten „This compilation being a proof, that not all of deepest Soul was born south of the Mason-Dixon line…“

    Diese LP öffnete mir ein weiteres mal die Augen, und so war ich schwer begeistert, als in den späten 90ern ACE eine fulminant erweiterte Version auf CD veröffentlichte. Insgesamt 23 Tracks belegen die thematische Vorgabe, wesentlich ist jedoch der Hinweis, daß vielen der hier vorgestellten Songs deren Leben im Süden eingehaucht wurde und diese danach durch Leasingdeals auf Labels des Nordens, hier wie gesagt auf jenen der Scepter-Wand Gruppe, veröffentlicht wurden. Unabhängig von deren Provenienz muss ich festhalten, daß diese Kompilation zu jenen raren Sammlungen gehört, bei denen ALLE Tracks von hoher Güte sind (wie auch meine Empfehlung „not to be missed no. 5“)……….

    Mit der Startnummer 1 und dies zu Recht startet der aus new Orleans stammende Joe Wilson mit der projektnamengebenden Herzensöffnung „When a man cries“. Diese mit knackiger Gitarre und und Hörner ausgestattete, einer von Produktionsgenie Wardell Quezergue trefflich eingesetzten Streichereinheit unterlegte und von Wilson mit seiner ganzen emotionalen Kraft vorgebrachte Ballade wurde 1970 in den MALACO Studios aufgenommen.

    Was mit einem de facto im Superzeitluppentempo in den Raum entlassenen „I just can`t stand to see this tears in your eyes…….“ beginnt entpuppt als sich die Stimme des fantastischen Sängers Lee Jones von den Masqueraders und ist gleichzeig dessen Einstieg in den Schmachtfetzen „Let`s face facts (I got to go)“, aufgenommen 1967 in den American Studios in Memphis….wenn ich hier sage, daß Jones hier MEHR als ein Unentschieden im Vergleich zu der Sichtweise von James Carr auf Goldwax herausholt ist die Messe damit wohl gelesen…

    Ein Streichermeer umhüllt die im Midtempo vorgebracht, verzweifelte Erkenntnisz von Jackie Moore`s „Looser again“ aus 1969, welche im dramatischen (und hier in einem um wertvolle Sekunden im Vergleich zu 45er Version verlängerten) Fade-out ungezügelt ausbricht………..

    Es war wohl schon eine Grundbürde des besonderen Art, Sänger UND Bruder des großen Sam Cooke zu sein, aber L.C Cooke trägt diesen Rucksack im Fall von „Let`do it over“ mit Braveur…..diese von den Allzeitgrößen des Songwritings Dan Penn und Spooner Oldham verfasste Ballade wurde in den American Studios Memphis veredelt und Cooke`s Darbietung kommt ungefiltert „straight fom the church“……

    Ein weiterer Beitrag zum Thema „Das kann echt NOCH impressiver gesungen werden ?!?!“ gelingt Katie Love und deren unglaublich benannten Backgroundsangesgruppe „The Four Shades Of Black“ (Oscarverdacht in der Kategorie „Cover-up Name“ !!) bei ihrer Version von „Hurts so good“ (ja nur die Silbermedaille hier für die grosse Millie Jackson !!). Aufgenommen in Muscle Shoals und produziert von Roger Hawkins und George Soule, deklamiert hier Katie Love mit sich dabei entleerendem Herzen “ „Take my name, scandolise me in the street, anything you do is alright with me, turn right around and make love to me, ooh baby it sure is good to me. You take my pride and throw it up against the wall, you take me in your arms and bounce me like a rubber ball.“……….pure Magie……

    Ja und dann gibt es doch noch ursprünglich aus dem Big Apple stammende Produkte – obwohl man hier auf Memphis WETTEN könnte – denn die beiden Produzenten J R Bailey und Johnny Northern hatten schon ein Händchen und via dem großartigen, mit einer rauen Stimme ausgestatteten Sänger J.B Troy zaubern sie 1966 mit „I`m really thankfull“ und „Every man needs a woman“ zwei supertiefe Balladen….ich meiner wirklich SUPER……

    Und falls ich es noch nicht erwähnt habe…..seit dem ersten Hören der Kent LP suchte ich mit Priorität 1 die beiden Singles von Marvin Preyer, welche die von ausserirdischer Qualität ausgestatteten Tiefstballaden „Don`t stop loving me this Time“ und „What can I call my Own“ (wieder nur der 2te Platz hier für James Carr auf Goldwax…..ist ihm sonst so gut wie nie mehr passiert…..). Aufgenommen 1968 in den Lyn-Lou Studios in Memphis hören wir tatsächlich einen kleine Sternstunde des Southern Soul……

    Und zum Schluss noch ein „Teaser“……sollte Interesse bestehen, wer „What can I call my Own“ auf ähnlichem Level – oder noch besser !?!?! – gesungen hat (und damit James Carr……..SHOCK !!!!….auf den dritten Platz verweist)……..mich bite unter dieser Nummer wissen zu lassen….

    PS1 Nur noch RESTBESTÄNDE dieser Kompilation aus 1999 sind verfügbar……time waits for no one….

    PS2 @gypsy : denke dieses Cover mit den traurig-verschreckten Boys in ihren Sonntagsanzügen ist ganz ok, oder ;-) ?

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #9113959  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out So Much"

    Registriert seit: 02.12.2013

    Beiträge: 24,051

    Subtopic : Kaufen, solange noch vorhanden – not to be missed (9)

    „The Broadway Sound Sessions“ Sandra Wright+James Govan (Soulscape) 2007

    „Better late than never“ ist wohl die passende Klammer, welche über die beiden hier in die Sonne geholten Großleistungen von Sandra Wright und James Govan zu spannen ist. Gleichzeitig sind diese beiden Aufnahmen in den sogenannten Broadway Studios (wohl besser gekannt unter Quinvy Studios) entstanden und hier wurde ja mit vielen großen Aufnahmen von Percy Sledge und so manchem „kleineren“ Namen mit großer Stimme die Geschichte des Southern Soul mitverfasst.

    Der Sänger Freddie North, zu diesem Zeitpunk bereits Teil von David Johnson`s Brodway Studios Organisation, hörte Sandra Wright und subsequent reiste Johnson nach Nashville, um sie zu evaluieren. Er war von deren Gesang tief beeindruckt und in 1974 kam es zu einer Aufnahmesession in den Quinvy Studios, deren Ergebnisz schlussendlich bei STAX ercheinen sollte. Die dort Verantwortlichen wollten der LP jjedenfalls eine Singleauskopplung vorschiessen bzw den Markt testen und so wurde auf dem STAX Sublabel mit dem bezeichnenden Namen Gospel Truth Anfang 1975 der im Midtempo vorgebrachte Flammenwerfer „Wounded Woman“ gemeinsam mit dem Qualitätsdancer „Midnight Affair“ auf den Markt geworfen…..

    Allerdings war STAX zu diesem Zeitpunkt bereits in der Nähe des wirtschaftlichen Jordan und die Vermarktungsmöglichkeiten der einstmaligen Soulgroßmacht bereits stark eingeschränkt, trotzdem wurde eine zweite Single mit zwei abgrundtiefen Balladen „Lovin’ You Lovin’ Me“ und “Please Don’t Say Goodbye”, in welchen Sandra Wright stimmlich die gesamte emotionale Tastatur bedient veröffentlicht………ooh LORD.

    Die beiden Balladen und Gospel Truth wurden im ZUge des unrühmlichen STAX Endkapitels weggespült und damit vergessen…….

    Die englischen Soulfans machten umgehend ihre Leidenschaft zum Broterwerb, waren im Reissuebereich ab den 80er Jahren führend und so gelang es der Firma DEMON im Jahr 1989 (!!) endlich die gesamte LP von Sandra Wright zu veröffentlichen. Das Licht der Welt erblickten so die Dancer “A Man Can’t Be A Man” und das nur einen Tick langsamere “I’ll Come Running Back”……..noch besser bedient wurden jedoch die Deep Soul Fans, denn „I’m Not Strong Enough To Love You Again“ war der Prototyp einer händeringend in Niedergechlagenheit zerfliessende Country Soul Ballade und “I Come Running Back” schlägt in die idente Kerbe. Das unbestrittene Highlight der bis dato unbekannten Tracks war aber Sandra’s herzzerreissende Version von Luther Ingram’s “I’ll Be Your Shelter (In The Time Of Storm)” mit dem etwas geänderten Titel „I’ll See You Through“. Im Vergleich zum Original in einem wesentlich langsameren Tempo vorgetragen, wirft hier Sandra Wright ALLES in die Waagschale – gebettet auf aus dem Nichts hereingewehten Gitarrenlicks, einem tinkelnden Piano und eingerahmt von sich explosiv steigernden und dann wieder ins Dunkel schwindenden Hörnern……….atemberaubend. Das gesamte Album ist superber Southern Soul und wohl ein letztes lautes HURRA des Genres Southern Country Soul……….

    Ganz anders verlief die Karriere von James Govan, welcher bereits in den frühen 70ern den Ritterschlag des Southern Soul in Form von Aufnahmen im FAME Studio erhielt – trotz Singleveröffentlichungen kam kein nachhaltiger Durchbruch und aus meiner persönlichen Hörweise hat die oft so toll funktionierende FAME Erfolgsformel im Fall von James Govan einfach nicht gepasst.

    Die weiteren Jahre hielt sich James Govan mit seiner Band Stone Blue mit Gigs über Wasser – so war das auch Anfang der 80er, als er mit Tony Joe White kleinräumig tourte und dabei von David Johnson gehört (=erhört) wurde….Johnson versammelte die Creme der Shoals Musiker wie David Hood, Roger Hawkins, Clayton Ivey und die Muscle Shoals Horns und eine denkwürdige Session in den Brodway Studios kam ins Rollen…..

    Schon in den Coverversionen von „You left the Water running“ und Mel&Tim`s „Starting all over again“ legt Govan jedwede Scheue ab und besticht durch kraftvoll lässige Gesangslinien, während die Groover „Jealous Kind“ und „Uphill Climb“ – welche das Tempo bereits gehörig zurückschrauben – das Geschehen meisterhaft zum Downbeat Material überbrücken. So schaltet dann Govan bei den tiefen Balladen noch spürbar einige Gänge höher….„We had it all“ und „Don`t give up the ship“ vexieren zwischen Country Soul und Deepsoul Untiefen, das vom großen George Jackson geschriebene „Help me (I`m in need)“ hebt unglaublich ab und bei Prince Phillip Mitchell`s „Oh what a price (I had to pay)“ durchläuft er in einem 4 Minutenfilm alle emotionalen Tiefen des Erdenlebens und der gospelige Backgroundgesang trägt das Ganze……trotzdem in den Himmel…

    Nur „Uphill Climb“ und „Jealous Kind“ wurden 1983 auf dem kleinen lokalen Envelope Label veröffentlicht, der Rest blieb „in der Kanne“…..für immer……NEIN, 1987 waren wieder einmal die verrückten Engländer am Zug und veröffentlichten die gesamte LP auf dem Charly Label….sicher eine der meinerseits meistgespielten LP`s der folgenden Jahre…….

    Jetzt sind beide LP`Ss NOCH auf der gegenständlichen CD von Garry Cape`s Soulscape Label zu haben…aber das Dunkel beginnt sich bereits wieder zu senken………..TAKE THE CHANCE !!!!

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
Ansicht von 15 Beiträgen - 16 bis 30 (von insgesamt 198)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.