jazz in den 1990ern

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  • #11792165  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

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    atom
    5. Tortoise w/ Chicaco Underground Quartet & Fred Anderson – Frankfurt | Sendesaal, 23.10.1999

    krass, da warst du live dabei? ich kenne nur den mitschnitt. und archie shepp in minden war mit welcher band?

    schöne idee mit der mindmap. finde ich alles sehr einleuchtend, es gibt allerdings auch ein paar weiße flecken bei mir, offering z.b. sagte mir zunächst gar nichts.

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    #11792181  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

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    An das Jazzfest ’99 in Frankfurt habe ich nur sehr wage Erinnerungen, Lester Bowie hat mich damals zum Beispiel eher enttäuscht aber Tortoise fand ich im Kontext mit Anderson sehr toll. Shepp hat 1997 im Quartett mit Richard Clements, Wayne Dockerey und Stve McCraven gespielt, das musste ich aber gerade im Programmheft nachlesen, da mir das nicht mehr präsent war. Shepp selbst war aber ein echtes Erlebnis, mürrisch und on fire.

    Die Mindmap werde ich bei Gelegenheit noch erweitern und evtl. noch chronologisch anornen. Mal schauen, tolle Spielerei jedenfalls.

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    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
    #11792191  | PERMALINK

    nicht_vom_forum

    Registriert seit: 18.01.2009

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    Da ich erst in den späten 90ern mit Jazz anfing und mit den Klassikern der 50er/60er erstmal beschäftigt war[1], folgende etwas ketzerische Frage in die Runde: Was würdet ihr denn als prägende und stilistisch neue Künstler und Alben aus den 90ern sehen?

    Die meisten der im Thread bisher aufgeführten Musiker waren in den 90ern ja schon rund 2 Jahrzehnte aktiv. Mir würde jedenfalls spontan fast nur das Coleman-/M-Base-Umfeld einfallen (wie gesagt: Primär wohl aus Unkenntnis).

    [1] gefolgt von einem Fokus auf dem, was sich aus der Kölner Szene dieses Jahrtausends so alles ableiten und erschließen lässt, wenn man die musikalischen Kreise sukzessive erweitert.

    --

    Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away.  Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dick
    #11792217  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 10,234

    nicht_vom_forumWas würdet ihr denn als prägende und stilistisch neue Künstler und Alben aus den 90ern sehen?

    das finde ich auch eine der interessantesten fragen, die man am ende hier vielleicht ein bisschen beantworten kann. ein paar namen sind schon gefallen: mehldau, mseleku, blade, die ecke byron/caine/douglas, iyer & moran, tethered moon als band, ganz sicher die fusionen mit hiphop & dj culture… mir scheint das spannendste, auch als reaktion auf den neuen traditionsbegriff der 80er, die vielen neuen perspektive auf jazzgeschichte – ob man nun freddie hubbard sampelt, charles gayle & jimmy scott von der straße holt oder betagte sängerinnen reanimiert… aus ersterem entstand ja dann auch sowas, dass jazzer später hiphop oder techno wieder ins akustische repertoire übertrugen. aber ich finde, wir sollten das vielleicht nochmal in einem monat diskutieren.

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    #11792227  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 20,687

    Sehr gute und wichtige Frage und möglicherweise eine gute Idee, später nochmal darauf zu schauen. Manche Strömung begann ja bereits in den 80er (Free Funk, Club Jazz, Jazz Rap, etc.) und wurde erst in den 90ern prägender. Ich würde zu den genannten Beispielen unbedingt noch Masada (und evtl. andere Zorn-Projekte) erwähnen wollen.

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    #11792243  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 10,234

    atomIch würde zu den genannten Beispielen unbedingt noch Masada (und evtl. andere Zorn-Projekte) erwähnen wollen.

    ja, das radical jewish culture manifest ist von 1992, von da aus gab es ja einige weitere vektoren (gainsbourg/bacharach-cover usw.). und ulmers music revelation ensemble fand ich – obwohl es auch eine idee aus den 80ern war – in den 90ern konzeptionell und vom sound her ohne vergleich (und hatte in den nullern dann in the thing einen nachfolger).

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    #11792257  | PERMALINK

    lotterlotta
    Schaffnerlos

    Registriert seit: 09.04.2005

    Beiträge: 3,662

    Für mich stechen aus den 90ern da drei Acts besonders hervor, wobei das was dort gemacht wurde nicht unbedingt neu war.

    Zum einen Rabih Abou-Khalil mit diversen Besetzungen der arabische Musik noch mehr mit dem Jazz verband als zum Beispiel solche Altvorderen wie Ahmed Abdul Mhalik oder Yuseef Lateef, habe ihn mehrfach live erlebt und rückblickend ist seine Scheibe Blue Camel eines seiner, wenn nicht sogar das beste Album was er je aufgenommen hat.Gut er war auch schon in den 80ern bekannt, so richtig in den Fokus der Öffentlichkeit trat er aber erst in den 90ern! Ebenfalls aus der Richtung kommend, aber noch mehr im arabischen fußend muss hier Anouar Brahem genannnt werden, der im0 wesntlich lyrischer im musikalischen Ansatz daher kommt. Hier sind das Debut Barzakh und der Zweitling “ conte de l’incroyable amour“ sehr zu empfehlen.

    Dann natürlich E.S.T., die zwar von einigen Puristen unter den Jazz-Liebhabern nicht unbedingt geliebt werden! Wichtig und auch gut sind sie in den 90ern allemal, vor allem ihre Live-Performance zog ein neues und junges Publikum zum Jazz weil es rockte(ohne Fusion zu sein). Ich betrachte sie als Türöffner für alle heute hippen Jazzmusiker die tanz-/abrockbaren Jazz live darbieten….als Einstieg bietet sich hier ihre“ Live 1995″ an und zum Vergleich dazu ihr erstes Studioalbum „When everyone has gone“….

    Hier die für mich heute noch wichtigsten 90er Jazz-Scheiben in loser Reihenfolge und ohne Wertung und Anspruch auf Vollständigkeit!

    Khalil- Blue Camel

    Brahem – Conte de l’incroyable amour ; Thimar

    Keith Jarrett Trio- at the blue note complete recordings

    E.S.T.- Winter in Venice; from Gagarin’s point of view; Live 1995

    Ornette Coleman – Colors

    Steve Coleman/Strata institute/M-Base collective- div.

    Kjetil Björnstadt/David Darling- The sea I + II

    Abercrombie/Surman- November

    Sidsel Endresen – so I write, duplex ride

    Jan Garbarek- Twelf moons; I took up the runes

    Bunky Green- Healing the pain

    Charlie Haden- Montreal Box set ; alle Quartet West-Alben

    Kronos Quartet- pieces of Africa

    Nils Landgren/Tomasz Stanko- Gotland

    Tomasz Stanko- Litania ; Leosia

    Charles Lloyd- canto; voice in the night

    Gani Mirzo- Totico

    Bheki Mseleku- star seeding. timelessness, beauty of sunrise

    Bobo Stenson- serenity

    John Surman- Road to Saint Ives

    Horace Tabscott- the dark tree

    Henr Texier Azur Quartet- an indian’s week

    Bugge Wesseltoft- sharing

    Kenny Wheeler Quintet- the widow in the window

    Es fehlen bestimmt noch diverse Nachkäufe auf Vinyl. Die 90er sind bei mir mit ca. 300 Scheiben im Jazzbereich vertreten, Jazz wurde in dem Jahrzehnt zur wichtigsten Musik, fing aber schon verstärkt in den 80ern an, zarte Ausflüge ins Genre aber schon mitte der 70er als Pubertier ;-)

    --

    Hat Zappa und Bob Marley noch live erlebt!  
    #11792259  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 10,234

    ja, E.S.T. müssen hier unbedingt genannt werden.

    --

    #11792263  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 12,100

    stimmt, Bobo Stenson hatt ich in meiner ECM Liste neulich vergessen… was ich damals mal live gehoert hab, WDR Funkhauskonzert, war die Band von North Story von Mischa Alperin… bin dem, und auch dem Moscow Art Trio von Alperin dann nie mehr nachgegangen, aber das war ein tolles Konzert… neben EST koennt man vielleicht noch Medeski, Martin & Wood stellen, die hatten eine aehnliche Rolle wie was lotterlotta gerade ueber EST geschrieben hat…

    --

    .
    #11792319  | PERMALINK

    lotterlotta
    Schaffnerlos

    Registriert seit: 09.04.2005

    Beiträge: 3,662

    redbeansandricestimmt, Bobo Stenson hatt ich in meiner ECM Liste neulich vergessen… was ich damals mal live gehoert hab, WDR Funkhauskonzert, war die Band von North Story von Mischa Alperin… bin dem, und auch dem Moscow Art Trio von Alperin dann nie mehr nachgegangen, aber das war ein tolles Konzert… neben EST koennt man vielleicht noch Medeski, Martin & Wood stellen, die hatten eine aehnliche Rolle wie was lotterlotta gerade ueber EST geschrieben hat…

    mit Medeski&Co hast du sicherlich recht. An E.S.T. entzündeten sich aber in den USA die Emotionen der dort etablierten Jazzer, welche kaum Wertschätzung erhielten, E.S.T. aber die größeren Hallen füllten! Hier regte sich vor allem wieder ein gewisser Herr Marsalis mächtig auf, wenn ich das recht in Erinnerung habe….

    --

    Hat Zappa und Bob Marley noch live erlebt!  
    #11792627  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

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    Ich hol mal wieder was aus dem Hörfaden hier rüber, weil es ums Fazit ging:

    vorgartenso ein erstes fazit wäre: leute wie betty carter oder shirley horn hatten vielleicht nicht viele alben in den 80ern aufgenommen, aber sie hatten bands, feste engagements, waren es gewohnt, mit anderen musikern zu interagieren, als in den 90ern das neue interesse an ihnen aukam. lincoln und scott dagegn haben eher im stillen an ihrer unverwechselbarkeit gearbeitet, ohne feste basis – und trafen dann plötzlich auf passende musiker und settings und mussten erstmal neu lernen, wie man mit einer band kommuniziert.

    redbeansandriceDas Fazit hatte ich neulich auch irgendwo im Zusammenhang mit den 80ern und 90ern… Alben auf großen Labels herauszubringen ging schon irgendwie Hand in Hand mit Erfolg… Aber überhaupt nicht so sehr wie man denken könnte, so viel Musik findet „regional“ statt, und die Leute die sie machen, leben auch nicht (viel) schlechter oder anders… Wahrscheinlich ist das jetzt noch viel wahrer als damals

    Das leuchtet mir ein … es kann aber – zu pauschal befolgt, was bei uns ja eh nicht der Fall ist, denke ich – dazu führen, dass der Blick auf Kataloge der Label „dazwischen“ verstellt bleibt. In den kommerziell dunklen, angeblich so quellenarmen Jahren des Jazzmittelalters, oder wie die Puristen das sehen (so 1965 bis 1985 wohl?) gab es bei Steeplechase, Muse, Bee Hive oder in Europa bei den – teils deutlich breiter aufgestellten – Red, Black Saint/Soul Note, Enja und anderswo viele exzellente Alben, die teils selbst ähnlich retro waren wie das, was ab 1985 abgefeiert wurde (Marsalis, nicht Blythe – dass Columbia dem so lange ein Forum bot, ist da aber auch eine grosse Ausnahme), aber Leute wie Sonny Stitt oder Barry Harris waren halt selbst schon dabei „damals“ – und jemand wie Woody Shaw ja auch noch knapp, von Joe Henderson ganz zu schwiegen. Also: das Fazit ist halt – vermutlich mit ein paar wenigen Ausnahmen? – nur für die wenigen relevant, die dann tatsächlich bei einem der grossen Label unterkamen.

    Wer waren diese Label denn, und wer landete dort alles (so richtig mit mehreren Alben – ab drei gezählt):

    Verve/Gitanes/PolyGram/Antilles/EmArcy/Birdology/Impulse/MCA/GRP: Randy Weston, Teddy Edwards, Stan Getz, J.J. Johnson, Johnny Griffin, Lou Levy, Shirley Horn, Betty Carter, Abbey Lincoln, Hank Jones, Joe Williams, McCoy Tyner, Charlie Haden, Ornette Coleman, Ron Carter, Wayne Shorter, Jack DeJohnette, Kenny Barron, Chick Corea, George Benson, Tom Scott, Frank Morgan, Joe Henderson, Herbie Hancock, John McLaughlin, Helen Merrill, Al Jarreau, Howard Johnson, Bheki Mseleku, Graham Haynes, Diana Krall, Rodney Kendrick, Christian McBride, Roy Hargrove, Javon Jackson, Stephen Scott, Danilo Perez, John Scofield (nach langer Zeit bei Blue Note, inzwischen scheint er ja bei ECM zu sein), Vienna Art Orchestra (ich lass sonst die lokalen Ableger von Blue Note usw. raus, aber das ist doch eine bemerkenswert stabile Zusammenarbeit mit grosser Ausstrahlung), Yosuke Yamashita (Jam Rice)

    Warner: Miles Davis, James Moody, Jimmy Scott, George Benson, David Sanborn, Brad Mehldau, Mark Turner, Kurt Rosenwinkel, Joshua Redman, Kenny Garrett, Kevin Mahogany + Nonesuch: Bill Frisell, Fred Hersch

    Columbia: Herbie Hancock, Wynton & Branford Marsalis, Henry Threadgill, Arthur Blythe, Paquito d’Rivera, Harry Connick Jr., Bobby McFerrin (Sony Classical), Marcus Roberts, James Carter, Joey DeFrancesco, Marlon Jordan, Dirty Dozen Brass Band, The Bad Plus + David Murray (DIW), David S. Ware (DIW)

    EMI/Capitol/Blue Note: Jimmy Smith, Stanley Turrentine, Kenny Burrell, Andrew Hill, Tony Williams, Bob Dorough, Mose Allison, McCoy Tyner, Ron Carter, Pat Martino, Chucho Valdés, Joe Lovano, Sonny Fortune, Don Pullen, John Scofield, Bobby McFerrin, Renee Rosnes, Geri Allen, James Newton, Kevin Eubanks, Cassandra Wilson, Greg Osby, Jason Moran, Ralph Peterson Jr., Bill Charlap (auch Alben für RCA und Impulse), Rick Margitza, Holly Cole, Bob Belden, Eliane Elias, Benny Green, Jacky Terrasson + und, falls „Somethin‘ Else“ mitgerechnet werden darf: Jackie McLean, Junko Onishi

    RCA/Novus/BMG/Bluebird:
    James Moody, Henry Threadgill, Steve Lacy, Tom Harrell, Dave Douglas, Steve Coleman

    Muss man Fantasy/Milestone noch dazu zählen? Kann man, denke ich, ist aber nicht so super ergiebig: Jimmy Scott, Freddy Cole, Sonny Rollins (für den Lauf dort nie aufhörte), Jimmy Smith, Hank Crawford

    Ravi Coltrane ist der erste, der mir hier einfällt, der nirgendwo ganz reinpasst: 2 x BMG/RCA, 1 x Blue Note (und 1 x fürs kurzzeitig ebenfalls wiederbelebte Savoy). Von den Veteranen waren z.B. Lee Konitz bei Verve, Blue Note und BMG oder John Lewis bei Verve und Warner/Atlantic. Sam Rivers hat zwei Big Band-Alben für RCA produzieren können, aber ich nahm oben drei Alben als Mindestanforderung (drum fehlt auch Mark Shim bei Blue Note, obwohl es mit dem All-Stars-Album drei wären).

    Mögt ihr die Listen ergänzen? Fehlt sicher noch ordentlich was (v.a. bei Columbia und Warner, vermutlich). Was schon in den 80ern zu Ende war wird fehlen, weil ich meine 90er-Liste als Basis nahm, und was erst in den 00ern anfing gehört nicht dazu (auch wenn Impulse erst in den 10ern wieder kam, aber Kenny Barron oder Charlie Haden waren halt z.B. auch davor schon bei Universal-Labeln und das ist ja schon eien Fortsetzung – und als reines Etikett gab’s Impulse ja auch bis in die frühen 90er als Teil von GRP/MCA).

    Die Bunky Green aus der Liste von @lotterlotta hätte wohl in meine Longlist gedürft, aber die ist schon 1989 aufgenommen worden (Jahresende), erschien dann wohl 1990 – ich hatte sie daher nicht auf dem Schirm (meine Liste, die nur Bestandesaufnahme ist und kein Rating/Ranking/Hörtagebuch oder Abspieldaten umfasst, ist nach Aufnahmejahr geführt, weil da halt auch ganz viel Compilations mit altem Jazz drin sind, und wann die Chronological Classics-CD herauskam ist für mich von relativ wenig Interesse).

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #136, 13.12., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: Charlie Haden - The B-Sides (Teil 2), 10.11., 20:00
    #11792649  | PERMALINK

    lotterlotta
    Schaffnerlos

    Registriert seit: 09.04.2005

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    @gypsy-tail-wind

    das ist natürlich ein Problem der Herangehensweise, ich liste streng nach VÖ und da ist die Bunky Green eines der highlights der 90er…von einem der viel zu gering geschätzten Altvorderen des Jazz. Hab ihn ja live beim jazz baltica erlebt, eins meiner schönsten Live-Momente neben Ornette Coleman bei eben diesem Jazz-Festivals, werde ich nie vergessen  wie Coleman Lovano mit missbilligenden Blicken zurück pfiff….

    --

    Hat Zappa und Bob Marley noch live erlebt!  
    #11792681  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 10,234

    vielen dank @gypsy-tail-wind für diese zusammenstellung, das ist ganz wichtige grundlagenarbeit.

    ich würde ja noch muse/ highnote/ savant nennen, obwohl das keine majors waren, aber der stilmix ist ähnlich: veteranen (u.a. sheila jordan & mark murphy, aber die instrumentalisten waren wichtiger, houston person usw.), dann die zwischengeneration (wallace roney, in den 80ern ricky ford), aber in den 90ern z.b. auch m-baser, lonnie plaxico, cindy blackman, die ersten beiden alben von graham haynes).

    mein „zwischenfazit“ war zunächst auf vokaljazz-veteran:innen bezogen, bei denen die frage der produktion offenbar nochmal anders gestellt wird. es ist ja offenbar auch ok, den individuellen gesangsstil wie einen spezialeffekt auszuschneiden, arrangements drüberzulegen etc., das war ja auch schon in den 50ern so. da fällt dann auf, dass carter und horn um 1990 wirkliche band- und soundkonzepte hatten, die sie in lokaler praxis entwickeln konnten.

    --

    #11792707  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Beiträge: 63,046

    Ich hätte da separate Listen vorgeschlagen.

    Muse
    Enja
    Soulnote (Black Saint)
    Steeplechase
    Criss Cross
    Dreyfus
    Label Bleu

    Uptown gehörte noch dazu, aber dort gab es in der Regel ein Album pro Künstler (Sunenblicks – beachtliche – persönliche Trophäensammlung?).
    Red kann ich zu schlecht abschätzen, kam mir wegen Henderson in den Sinn.
    Und ECM wäre dann auch wieder Thema – die Ami-Revivals sind zwar in den 90ern vorbei, aber das ist ja nicht drr einzige Gesichtspunkt.

    Meine Verve-Liste war übrigens aus dem Gedächtnis schon sehr umfangreich, die für Blue Note wuchs dann bei den kurzen Recherchen nochmal erheblich (James Newton und Anthony Davis fehlen noch – hatten die bei BN oder Novus drei oder mehr Alben? Oliver Lake bei Novus?)

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    #11792887  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Hab oben nochmal einiges ergänzt und ein paar Fehler korrigiert (Douglas, Threadgill, Mahogany, Williams, Benson, Sanborn, DeFrancesco … Carter war eh auf Blue Note, das hatte ich gestern nicht mehr geprüft, und bei EmArcy/Verve gab’s auch eine ganze Menge – von der ich glaub ich nur das Duo mit Helen Merrill kenne).

    Da kommt schon sehr viel zusammen – und würde man die Leute mit nur 1-2 Alben noch dazunehmen, wäre es gleich noch viel mehr! Und so ab 2000 fing das allmählich an, alles wieder im Sand zu verlaufen (Columbia, das schon 1971 mal den ganzen Jazz-Roster gefeuert hatte – drum kam natürlich das gerade endlich erschienene Mingus-Album aus dem Ronnie Scott’s damals nicht mehr heraus – stoppte z.B. 2004 alle eigenen Reissue-Aktivitäten – abgesehen von Miles Davis, vor allem seiner Bootleg Series – und damit war der Jazz dort dann wohl endgültig tot). Dann kam die grosse Flurbereinigung, die Aufspaltung von EMI usw. – und für unkommerzielles Zeug war dann bei den Majorn erst recht nicht mehr viel Platz.

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