Ich höre gerade … Jazz!

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  • #12280355  | PERMALINK

    vorgarten

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    danke für den hinweis, in die jazz thing habe ich auch seit jahren nicht mehr reingeschaut. joel ross in bremen, köln, frankfurt, aber nicht in berlin, mein pech, aber ich habe ihn hier ja auch schonmal sehen können. im tagesspiegel am donnerstag ein interview mit david friedman, der einerseits darauf hinweist, dass die jüngeren kolleg*innen wie ross sich wieder auf die zwei-schlegel-spielweise reduziert haben, gleichzeitig aber meckert, dass das vibraphon für ross ja wohl „nur noch mittel zum zweck“ sei…

    „send in the clowns“ von bucky pizarelli: sehr schön!

    (kampf dem solipsismus ;-) )

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    #12280365  | PERMALINK

    vorgarten

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    gypsy-tail-windEin Sommerhörprojekt (so ab Juli, wenn die Konzertsaison durch ist) wäre vielleicht was … aber ohne Streaming bin ich bei CTI wohl ziemlich raus, bei Muse wäre es etwas besser … aber auch nicht so, dass es ohne YT ginge. M-Base fände ich spannend, aber da würde ich wohl einfach überrollt und drum eh nur an der Seitenlinie stehen. Ich hab – das habt ihr ja alle längst gemerkt – bei solchen Dingen oft mein eigenes Tempo und bleibe länger an was hängen oder greife es später wieder auf, wenn ihr alle schon wieder fort seid (was ich beim Vocaljazz auch etwas frustrierend fand).

    danke für die rückmeldung, war mir eh klar, dass ich mir keine großen hoffnungen machen sollte ;-) danke auf jeden fall auch für den hinweis auf deine frust-erfahrung, das war mir nicht so aufgefallen. ich habe meinerseits nicht die mittel und den platz, um mir zu solch einem thema dann 200 cds zu kaufen, aber andererseits auch nichts gegen streaming – ich glaube, letztlich ist da meine aufmerksamkeit nur zu den songkomponist*innen gewandert, aber eigentlich fühle ich mich durchaus noch drin im vokaljazz-thema.

    was m-base angeht, denke ich nicht, dass du da überrollt würdest. ich z.b. würde mich ziemlich neu darauf einlassen, nachdem ich das jahrelang nicht mehr gehört habe, viele cds auch wieder verkauft – so viele alben gibt es da auch gar nicht, und einiges spielte ja schon beim thema 90er eine rolle. was mich erst seit kürzerer zeit interessiert, ist die entstehungszeit und die verbindungen zum jazz der 80er im allgemeinen, so hab ich das ja damals nicht gehört.

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    #12280381  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Na ja, Frust ist vielleicht etwas hoch gegriffen … ich hab einfach bei solchen Projekten immer das Bedürfnis, das alles irgendwann wieder zu hören, nochmal zu hören … das geht dann halt oft ein paar Jahre und so lange ist das irgendwie „offen“.

    Vielleicht müsste man bei solchen Dingen – ging mir vor hin schon durch den Kopf, aber so offen sollte man über sowas ja an sich nicht reden – halt nicht nur Gedanken/Eindrücke sondern auch die Musik selbst teilen können (was natürlich beim Streaming hinfällig ist, so das Zeug da zur Verfügung steht). Mein Problem mit dem Streaming ist übrigens kein grundsätzliches (abgesehen davon, dass mir die ökologischen Implikationen nach wie vor unklar sind, aber da sind Netflix et al, die ganze Kryptokacke und der anrollende KI-Boom vermutlich tausendmal heftiger), eher einfach ein Fass, das ich nicht auch noch aufmachen will – was dann halt bei so einem gemeinsamen Projekt schon mal im Weg stehen kann.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #152: Enja Records 1971-1973 – 14.05., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
    #12280391  | PERMALINK

    vorgarten

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    letzteres verstehe ich total. und musik teilen finde ich eine super idee. man könnte ja auch mit einem m-base-bft (ohne lösungsaufgabe) anfangen, und mit einem john-zorn-downtown-nyc-bft natürlich (die verbindungen kenne ich z.b. auch nicht – da gibt es ja andere spezialisten hier, redbeans, icculus, friedrich) – oder einfach mit playlisten aus new-york-jazz mitte der 80er… und dann noch das machen, worüber wir hier nicht offen schreiben… aber das ist alles illusorisch, weil hier kaum jemand so hört, und das ist ja auch total ok.

    aber das thema finde ich gerade total spannend. weiß gar nicht, ob es dazu literatur gibt, vielleicht sollte ich endlich mal iyers doktorarbeit lesen… überhaupt bräuchte es eine m-base-geschichte, die nicht von steve coleman oder seinen fans geschrieben wurde.

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    #12280425  | PERMALINK

    vorgarten

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    defunkt, defunkt (1980)

    die band ist eine bildungslücke meinerseits, obwohl da so viel zusammenläuft, was ich kenne und super finde. punk, loftjazz, funk natürlich, aacm, ny-downtown, und mit kelvyn bell schon ein m-base-mitgründer, dessen spiel hier auch gleichzeitig funktional und innovativ ist. absurder bläsersatz aus joseph bowie, dem bruder byron und ted daniel (!), bass/schlagzeug hier noch melvin gibbs und ronnie burrage.

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    #12280431  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    mein Impuls gerade war ja „Musik, die in Iyer’s Doktorarbeit vorkommt“, link, letzte Seite, aber das scheint nicht viel Freiraum zu geben…

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    #12280439  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Vorhin noch zwei Alben von Buddy Rich auf Groove Merchant – das erste eine schöne, etwas ereignisarme Soul-Jazz-Session, bei der die einzelnen Teile mehr versprechen als das Ganze (oder auch nicht, Ansichtssache): Illinois Jacquet, Jimmy McGriff (einer der schrägsten Typos von Bruynickx hier: er schreibt „Jimmy Giuffre (org)“), George Freeman, Bob Cranshaw und irgendwo auch noch Kenny Barron (elp). Das Big Band-Album ist weniger gut als das, mit dem die Phase bei Groove Merchant beginnt, finde ich. Es gibt (Rock-)Musical (ein langes, recht strikt durcharrangiertes „Tommy“-Medley arr. Mike Longo und eins mit Musik von „West Side Story“ arr. Bill Reddie), ein paar eher poppige Stücke („On Broadway“ arr. Dave Marowitz, so ein unswingendes Stück wie „As Time Goes By“, das Illinois Jacquet oben mal rasch zitiert, „Pieces of Dream“ arr. David Berger und „Ease On Down the Road“ arr. David Berger). Das alles hat seine Momente, aber wirklich gut ist der Opener „Three Day Sucker“ (comp./arr. Bruce Lofgren), in dem Steve Marcus am verstärkten und verfremdeten (Miles Wah-Wah-Pedal-Trompete oder Don Ellis lassen grüssen) Sopransax ein irres Solo spielt. Die Rhythmusgruppe wird durch die Gitarren von Cornell Dupree, Wayne Wright und Cliff Morris verstärkt (wie üblich ohne Infos, wer wann mitspielt, das war Sonny Lester ja stets egal). Bob Mintzer ist im Bernstein-Medley und sonstwo zu hören, die anderen Solisten sind weniger bekannt, was aber nicht viel mit dem mässigeren Erfolg des Albums zu tun haben dürfte.

    Ganz oben auf dem 90er-Stapel liegt seit längerem die erst kurz davor gekaufte „Music for Six Musicians“ von Don Byron. Vermag mich bisher nicht so wirklich zu fesseln, ohne dass ich sagen könnte, woran es liegt … aber ich bleibe dran :-)

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    #12280443  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    vorgarten
    defunkt, defunkt (1980) die band ist eine bildungslücke meinerseits, obwohl da so viel zusammenläuft, was ich kenne und super finde. punk, loftjazz, funk natürlich, aacm, ny-downtown, und mit kelvyn bell schon ein m-base-mitgründer, dessen spiel hier auch gleichzeitig funktional und innovativ ist. absurder bläsersatz aus joseph bowie, dem bruder byron und ted daniel (!), bass/schlagzeug hier noch melvin gibbs und ronnie burrage.

    Die Band spielte in einer viel späteren Inkarnation bei mir schon eine gewisse Rolle in der musikalischen Sozialisierung … „Live & Reunified“ (rec. 1991) war das Album, das bei uns in der Schule so Anfang/Mitte der 90er die Runde machte, Kelvyn Bell, Melvin Gibbs und auch der damals von Living Colour schon bekannte Vernon Reid tauchen da als Gäste wieder auf, und Kim Clarke ist am Bass dabei. Hab ich irgendwann die letzten Jahre nachgekauft (war damals nicht meine CD, aber eine von einem Dutzend oder so, die u.a. auf Klassenfahrt nonstop liefen, brauchte ich daher nie selbst zu kaufen).

    Die 1980er-Fäden klingen interessant … aber ich hab (aus den oben genannten Gründen plus den Aspekten, die Du ja noch erwähnt hast: Geld und Platz) etwas Angst, mich in sowas zu sehr vertiefen.

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    #12280447  | PERMALINK

    vorgarten

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    gypsy-tail-wind

    Ganz oben auf dem 90er-Stapel liegt seit längerem die erst kurz davor gekaufte „Music for Six Musicians“ von Don Byron. Vermag mich bisher nicht so wirklich zu fesseln, ohne dass ich sagen könnte, woran es liegt … aber ich bleibe dran

    hab die band (ohne haynes) damals live gesehen, das konzert dauerte fast 4 stunden, weil sie solch einen spaß damit hatten, das war präzise und spielerisch gleichzeitig, auch ein bsisschen gaga, immer noch so top 10 meiner konzerterlebnisse. und ich verstehe immer noch nicht, warum nach diesem album niemand bis heute edsel gomez (den pianisten) kennt.

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    #12280451  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Der fiel mir tatsächlich mehrfach positiv auf, ja! Kenne ihn sonst glaub ich gar nicht? Nachher mal gucken.

    EDIT: von „Travesía“ von David Sanchez kenne ich ihn noch (nebst einem weiteren, späteren von Don Byron) … aber das Album lief schon eine Ewigkeit nicht mehr.

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    #12280471  | PERMALINK

    stardog

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    The Tony Williams Lifetime – Turn It Over

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    #12280487  | PERMALINK

    atom
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    vorgarten

    gypsy-tail-wind gehört ja auch zum Schönen am Forum, dass solche Dinge immer mal wieder auftauchen, die Wege sich kreuzen auch da, wo wir eher solipsistisch unterwegs sind

    ja, der solipsismus ist gerade mal wieder dominant. ich habe mich gefragt, ob man nochmal ein kollektives hörprojekt in angriff nehmen sollte, das führt ja doch auch immer wieder zu großen neuentdeckungen (bei einigen). hat aber auch damit zu tun, dass ich gerade nicht weiß, was ich hören soll
    ich mochte ja songbook-streifzüge sehr gerne, weil das nochmal einen ganz neuen blick auf jazz ermöglicht und man manchmal ganz unwahrscheinliche ohrwürmer bekommt. aber da hört man eher song- oder trackweise, selten ganze alben. nach meinen ausflügen zu den genialischen außenseitern (loesser & wilder) wäre in der logik hoagy carmichael dran, aber vielleicht machen gerade leute aus der 3. reihe spaß, jemand wie vernon duke zum beispiel.
    was hier ja gut funktioniert hat, waren die labelexkursionen (blue note und ecm), aber was gäbe es da, was die 4-5 leute hier geleichermaßen interessieren würde, und vielleicht noch ein paar mehr außerhalb der jazzfraktion dazu? concord vielleicht muse? CTI?
    ich fänd ja auch einen frischen blick auf m-base sehr spannend, zumal @atom und @lotterlotta da immer wieder mal was auskramen gerade.

    Ich wäre sehr an einer neuen Umfrage interessiert, bin da auch relativ offen für Themen. Gern etwas bereits „erarbeitetes“ wie „Jazz Alben der 90er“ oder „Vocal Jazz“, bin da aber auch offen für Neues wie M-Base oder Label wie Prestige, Verve oder Muse. Vielleicht können wir ja dazu mal diesen Thread bemühen.

    --

    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
    #12280673  | PERMALINK

    thelonica

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    Enja fände ich ebenfalls spannend, weil wohl fast jeder eine etwas andere Perspektive hat.

    --

    #12280685  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    Lee Morgan – Lee-way

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    #12280687  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Beiträge: 67,292

    Enja finde ich eine gute Idee! Grosses Thema, aber da ist ja bis in die Gegenwart hinein viel zu holen (zumindest war das bei Winkelmann bis zu seinem Tod noch so … wie’s um die Weber-Schiene steht, verstehe ich nicht, wie Yellow Bird da dring steht auch nicht … kann das jemand aus Deutschland auflösen, nehme an, das ist dort unter Jazzkreisen Allgemeinwissen?
    https://www.facebook.com/ENJARECORDS/
    https://enjayellowbirdrecords.bandcamp.com/music
    Und Trivia: European New Jazz, oder? Drum spreche ich das Englisch aus … ohne wirklich sicher zu sein … wie sagen denn die Deutschen das (nicht unbedingt die, die „iattzz“ sagen, die anderen ;-) ).

    Die Byron-CD lief gestern noch mal – kann mir sehr gut vorstellen, dass das live ein immenses Vergnügen ist. Auf CD finde ich es irgendwie etwas kühl – auch wenn Haynes mal funky wird oder das Piano in afro-cubanische Vamps fällt: für meine Ohren klingt das alles etwas distanziert. Aber vielleicht ist das gerade das (postmoderne) Konzept, dass alles auch irgendwie gebrochen ist? Den öffnenden gesprochenen Text über den „white history month“ finde ich ziemlich bemerkenswert – die Debatten sind ja leider seit 2020 wieder nach oben gespült worden. Wieder? Ich weiss nicht, ob sie 1995, als das Album erschien, auch schon geführt wurden? Aber selbt wenn, wohl kaum in der abgründigen Hässlichkeit der letzten Jahre.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #152: Enja Records 1971-1973 – 14.05., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
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