07.07.2019

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  • #10838061  | PERMALINK

    wolfgang-doebeling
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    latho

    wolfgang-doebeling Alle Platten von The Clash und von Joe Strummer habe ich auch nicht, „nichts“ ist freilich unangemessen.

    Hast du irgendwo ein Ranking von Strummer solo gepostet?

    Gut möglich, aber ich würde zunächst zur Anschaffung der 3 LPs mit den Mescaleros raten. Sind alle nicht ganz billig, selbst die Reissues schlagen mittlerweile dreistellig zu Buche. Es empfiehlt sich, chronologisch vorzugehen und mit „Rock Art And The X-Ray Style“ zu beginnen. „Global A Go-Go“ ist eine Doppel-LP (woran ich nicht ganz unschuldig bin), „Streetcore“ passte dann wieder auf eine LP bzw. wurde passend gemacht. Sollten Dir die momentan aufgerufenen Preise zu hoch sein, mußt Du Dich eben ein bißchen gedulden. Mit weiteren Reissues ist zu rechnen, eher früher als später.

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    #10838071  | PERMALINK

    wolfgang-doebeling
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    latho

    wolfgang-doebeling

    Dann hast Du wohl nie John Peel gehört, der spielte die LP rauf und runter. Brachte sie auch mit nach Potsdam, als er seine Radio-Eins-Sendung, „Peel“, dort mal aufzeichnete, und erklärte bei dieser Gelegenheit ausführlich, was genau ihn an dieser LP faszinierte.

    Habe ich nicht, weil ich bis zu deinem Post gar nicht wusste, dass Peel auf Radio eins eine Sendung hatte. Die Ehre, eine Radiosendung zu machen, die ich auch regelmäßig höre, gehört dir (außerdem Thomas Gottschalk vor einigen wenigen Jahren).

    Zu viel der Ehre.

    Aber ja, Peel hatte jahrelang eine Show auf Radio Eins und davor schon auf Radio 4U. Seinerzeit wurde „Roots“ live gesendet und da „Peel“ nach „Roots“ kam, oblag es mir, an den verehrten Kollegen zu übergeben.

    zuletzt geändert von wolfgang-doebeling

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    #10838079  | PERMALINK

    mikko
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    Moderator / Juontaja

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    Wobei „Peel“ in aller Regel nicht live war. Er schickte meist ein DAT Band mit der in London oder jedenfalls in einem BBC Studio aufgenommenen Sendung.

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    Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 11. Juli 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist nach der Sommerpause voraussichtlich am Dienstag, 20. August 2019 von 20 - 21 Uhr mit den Singles des Jahres 1984, Teil 1!
    #10838329  | PERMALINK

    latho
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    Beiträge: 30,282

    wolfgang-doebeling
    Gut möglich, aber ich würde zunächst zur Anschaffung der 3 LPs mit den Mescaleros raten. Sind alle nicht ganz billig, selbst die Reissues schlagen mittlerweile dreistellig zu Buche. Es empfiehlt sich, chronologisch vorzugehen und mit „Rock Art And The X-Ray Style“ zu beginnen. „Global A Go-Go“ ist eine Doppel-LP (woran ich nicht ganz unschuldig bin), „Streetcore“ passte dann wieder auf eine LP bzw. wurde passend gemacht. Sollten Dir die momentan aufgerufenen Preise zu hoch sein, mußt Du Dich eben ein bißchen gedulden. Mit weiteren Reissues ist zu rechnen, eher früher als später.

    Danke, wertvoller Tipp! Dann warte ich mal.

    wolfgang-doebeling
    Zu viel der Ehre.
    Aber ja, Peel hatte jahrelang eine Show auf Radio Eins und davor schon auf Radio 4U. Seinerzeit wurde „Roots“ live gesendet und da „Peel“ nach „Roots“ kam, oblag es mir, an den verehrten Kollegen zu übergeben.

    Wie muss man sich das vorstellen? Hast du ihm die Hinterzimmer-Tür des Plattenspielerraums aufgehalten, wenn er mit seinen ankam?

    zuletzt geändert von latho

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #10838979  | PERMALINK

    wolfgang-doebeling
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    Nein, er persönlich tauchte ja nur höchst selten auf. Ich habe halt seine Show angekündigt/angepriesen, zuweilen mit Worten, die mir keine Freunde unter den Kollegen einbrachten (von wegen: wenn Sie nur eine Sendung auf Radio 4U hören, lassen Sie es „Peel“ sein. Oder auch: die einzige Sendung auf Radio Eins, die ich mir nie entgehen lasse. Oder…you get the picture.

    Einen richtigen Eklat gab es deswegen nicht (wie seinerzeit die Weigerung der kompletten Sportredaktion, „weiter mit dem Kollegen Doebeling zusammenarbeiten“ zu wollen), aber ein paar giftige Blicke mehr als gewöhnlich trafen mich schon. Dazu muß man wissen, daß Peel beim SFB/ORB/RBB keineswegs unumstritten war. Eine auf Englisch moderierte Sendung empfanden etliche Kollegen (und auch Hörer) aus dem Osten als Zumutung. Es gab sogar bei Konzerten peinliche Selbstentblödungen, etwa bei Neil Young, dessen Konzert in Berlin von einem erbosten Zuschauer unterbrochen wurde, der sich allen Ernstes lautstark darüber beschwerte, daß Youngs Ansagen „in Ami-Sprache“ erfolgten, wovon der Beschwerdeführer „kaum ein Wort“ verstünde. Er habe eine teure Eintrittskarte erworben und hätte doch wohl „Anspruch auf eine Übersetzung“ ins Deutsche, denn immerhin: „wo sind wir hier denn eigentlich?!“. Etc. pp.

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    #10839235  | PERMALINK

    latho
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    wolfgang-doebelingNein, er persönlich tauchte ja nur höchst selten auf. Ich habe halt seine Show angekündigt/angepriesen, zuweilen mit Worten, die mir keine Freunde unter den Kollegen einbrachten (von wegen: wenn Sie nur eine Sendung auf Radio 4U hören, lassen Sie es „Peel“ sein. Oder auch: die einzige Sendung auf Radio Eins, die ich mir nie entgehen lasse. Oder…you get the picture.
    Einen richtigen Eklat gab es deswegen nicht (wie seinerzeit die Weigerung der kompletten Sportredaktion, „weiter mit dem Kollegen Doebeling zusammenarbeiten“ zu wollen), aber ein paar giftige Blicke mehr als gewöhnlich trafen mich schon.

    Das ist wahrscheinlich so, wie wenn ich meinem missliebigen Kollegen drohe, nie wieder mit ihm Tennis zu spielen. Oder hast du mit der Sportredaktion zusammengearbeitet.

    wolfgang-doebeling
    Dazu muß man wissen, daß Peel beim SFB/ORB/RBB keineswegs unumstritten war. Eine auf Englisch moderierte Sendung empfanden etliche Kollegen (und auch Hörer) aus dem Osten als Zumutung. Es gab sogar bei Konzerten peinliche Selbstentblödungen, etwa bei Neil Young, dessen Konzert in Berlin von einem erbosten Zuschauer unterbrochen wurde, der sich allen Ernstes lautstark darüber beschwerte, daß Youngs Ansagen „in Ami-Sprache“ erfolgten, wovon der Beschwerdeführer „kaum ein Wort“ verstünde. Er habe eine teure Eintrittskarte erworben und hätte doch wohl „Anspruch auf eine Übersetzung“ ins Deutsche, denn immerhin: „wo sind wir hier denn eigentlich?!“. Etc. pp.

    Tja, das kommt davon, wenn man nur Karat hört. Sie hatten ja nix.

    Was hat es mit Global A Go-go auf sich?

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    #10839523  | PERMALINK

    wolfgang-doebeling
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    latho

    wolfgang-doebelingNein, er persönlich tauchte ja nur höchst selten auf. Ich habe halt seine Show angekündigt/angepriesen, zuweilen mit Worten, die mir keine Freunde unter den Kollegen einbrachten (von wegen: wenn Sie nur eine Sendung auf Radio 4U hören, lassen Sie es „Peel“ sein. Oder auch: die einzige Sendung auf Radio Eins, die ich mir nie entgehen lasse. Oder…you get the picture. Einen richtigen Eklat gab es deswegen nicht (wie seinerzeit die Weigerung der kompletten Sportredaktion, „weiter mit dem Kollegen Doebeling zusammenarbeiten“ zu wollen), aber ein paar giftige Blicke mehr als gewöhnlich trafen mich schon.

    Das ist wahrscheinlich so, wie wenn ich meinem missliebigen Kollegen drohe, nie wieder mit ihm Tennis zu spielen. Oder hast du mit der Sportredaktion zusammengearbeitet.

    Ja, da führte kein Weg dran vorbei. War ja alles live und nach dem Nachrichten/Wetter/Verkehrs-Block kam gelegentlich ein Sportreporter in mein Studio und gab irgendwelche Ergebnisse bekannt. Habe ich für gewöhnlich nicht kommentiert, damit er schnell wieder verschwand, aber während einer Fußball-WM kam es dann zu kurzen Wortwechseln. When worlds collide! Eines abends kam der Sportkollege mit der Nachricht, die Deutschen seien soeben aus dem Turnier ausgeschieden, besiegt von den Bulgaren. Tatsächlich sagte er nicht „die Deutschen“, sondern „wir“. „Wir sind draußen, leider“. Ich fragte also: wer sind „wir“ und warum „leider“? Das brachte ihn aus dem Konzept und er geriet etwas ins Stottern. Ob ich das etwa nicht bedauerlich fände, wenn die deutsche Nationalelf sich so früh aus dem Turnier verabschieden müsse. Keineswegs, antwortete ich wahrheitsgemäß. Immerhin rücke damit das Traumfinale Bulgarien gegen Rumänien in greifbare Nähe. Er schaute mich verdattert an, stand auf und verließ grußlos das Studio. Anderntags lag dann das Schreiben der Sportredaktion auf des Redakteurs Schreibtisch: man wolle mit mir nicht mehr „zusammenarbeiten“. Eine „Aussprache“ wurde anberaumt, in deren Verlauf die völlige Unvereinbarkeit der beflissenen Deutschländer-Rhetorik von Reporterseite mit meinen gern zugespitzt unpatriotischen Anmerkungen überdeutlich wurde. Man kam überein, einander bei Live-Sendungen aus dem Weg zu gehen. Was mir natürlich sehr entgegen kam.

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    #10839525  | PERMALINK

    wolfgang-doebeling
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    latho
    Was hat es mit Global A Go-go auf sich?

    Ist eine längere Geschichte, in a nutshell: Joes Label hatte Einwände gegen das Konzept einer Doppel-LP, man wollte lieber auf „Minstrel Boy“ und ein, zwei weitere Tracks verzichten, aus wirtschaftlichen Erwägungen. Es war immerhin die Zeit, als Vinyl-Veröffentlichungen seltener wurden und das Ende der Schallplatte von interessierter Seite herbeigeredet, ja systematisch betrieben wurde. Joe rief damals an und bat mich, mit seinem Label-Manager zu sprechen, um dessen Bedenken zu zerstreuen. Auch Sequencing und Mastering wurden thematisiert. Die Doppel-LP war dann schnell vergriffen, man hätte leicht das Doppelte und Dreifache von „Global A Go-Go“ verkaufen können. Und die Originalpressungen wären heute deutlich günstiger.

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    #10840027  | PERMALINK

    latho
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    wolfgang-doebeling

    latho

    wolfgang-doebelingNein, er persönlich tauchte ja nur höchst selten auf. Ich habe halt seine Show angekündigt/angepriesen, zuweilen mit Worten, die mir keine Freunde unter den Kollegen einbrachten (von wegen: wenn Sie nur eine Sendung auf Radio 4U hören, lassen Sie es „Peel“ sein. Oder auch: die einzige Sendung auf Radio Eins, die ich mir nie entgehen lasse. Oder…you get the picture. Einen richtigen Eklat gab es deswegen nicht (wie seinerzeit die Weigerung der kompletten Sportredaktion, „weiter mit dem Kollegen Doebeling zusammenarbeiten“ zu wollen), aber ein paar giftige Blicke mehr als gewöhnlich trafen mich schon.

    Das ist wahrscheinlich so, wie wenn ich meinem missliebigen Kollegen drohe, nie wieder mit ihm Tennis zu spielen. Oder hast du mit der Sportredaktion zusammengearbeitet.

    Ja, da führte kein Weg dran vorbei. War ja alles live und nach dem Nachrichten/Wetter/Verkehrs-Block kam gelegentlich ein Sportreporter in mein Studio und gab irgendwelche Ergebnisse bekannt. Habe ich für gewöhnlich nicht kommentiert, damit er schnell wieder verschwand, aber während einer Fußball-WM kam es dann zu kurzen Wortwechseln. When worlds collide! Eines abends kam der Sportkollege mit der Nachricht, die Deutschen seien soeben aus dem Turnier ausgeschieden, besiegt von den Bulgaren. Tatsächlich sagte er nicht „die Deutschen“, sondern „wir“. „Wir sind draußen, leider“. Ich fragte also: wer sind „wir“ und warum „leider“? Das brachte ihn aus dem Konzept und er geriet etwas ins Stottern. Ob ich das etwa nicht bedauerlich fände, wenn die deutsche Nationalelf sich so früh aus dem Turnier verabschieden müsse. Keineswegs, antwortete ich wahrheitsgemäß. Immerhin rücke damit das Traumfinale Bulgarien gegen Rumänien in greifbare Nähe. Er schaute mich verdattert an, stand auf und verließ grußlos das Studio. Anderntags lag dann das Schreiben der Sportredaktion auf des Redakteurs Schreibtisch: man wolle mit mir nicht mehr „zusammenarbeiten“. Eine „Aussprache“ wurde anberaumt, in deren Verlauf die völlige Unvereinbarkeit der beflissenen Deutschländer-Rhetorik von Reporterseite mit meinen gern zugespitzt unpatriotischen Anmerkungen überdeutlich wurde. Man kam überein, einander bei Live-Sendungen aus dem Weg zu gehen. Was mir natürlich sehr entgegen kam.

    Ich sehe schon, ich habe damals im Radio einiges verpasst.

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #10840033  | PERMALINK

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    wolfgang-doebeling

    latho
    Was hat es mit Global A Go-go auf sich?

    Ist eine längere Geschichte, in a nutshell: Joes Label hatte Einwände gegen das Konzept einer Doppel-LP, man wollte lieber auf „Minstrel Boy“ und ein, zwei weitere Tracks verzichten, aus wirtschaftlichen Erwägungen. Es war immerhin die Zeit, als Vinyl-Veröffentlichungen seltener wurden und das Ende der Schallplatte von interessierter Seite herbeigeredet, ja systematisch betrieben wurde. Joe rief damals an und bat mich, mit seinem Label-Manager zu sprechen, um dessen Bedenken zu zerstreuen. Auch Sequencing und Mastering wurden thematisiert. Die Doppel-LP war dann schnell vergriffen, man hätte leicht das Doppelte und Dreifache von „Global A Go-Go“ verkaufen können. Und die Originalpressungen wären heute deutlich günstiger.

    Klingt nach Management: Aus Materialgründen (was war das: wenige Pennys?) Platten kürzen. Ich glaube, in der Geschichte der Pop-Musik gibt es mehr Beispiele für Versagen der Geschäftsleute als Positives.

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #10840307  | PERMALINK

    wolfgang-doebeling
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    Und dabei gehörten die Hellcat-Cats noch zu den aufgeklärteren Label-Betreibern seinerzeit, vor knapp 20 Jahren. Kein Vinyl war für diese Jungs keine Option, immerhin. Sie glaubten bloß, eine aufwendige Doppel-LP mit Foldout-Cover ließe sich nicht so gut verkaufen wie eine verschlankte, entsprechend günstigere. Man hatte schlicht Angst, auf Teilen der Auflage sitzenzubleiben, weil einige Vertriebe davor gewarnt hatten. Ich habe mir den Mund fusselig geredet (ein paar andere Gleichgesinnte wohl auch), und Joe blieb in seiner Forderung standhaft. Wie gesagt, die Auflage war dann übervorsichtig niedrig und schnell vergriffen. War eine scheußliche Zeit für unsereiner, die CD-Banausen bestimmten das Tonträger-Geschehen. Inzwischen hat sich der Wind bekanntlich wieder gedreht, viele Veröffentlichungen gibt es ja längst nur noch auf Vinyl oder als Stream. Einerseits erfreulich, andererseits kann das die jahrelange Leidenszeit für Freunde der Schallplatte nicht ungeschehen machen. Neulich war ich Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum Thema, wo ich diese bittere Zeit („the dark ages“ – Neil Young) nochmal kurz rekapitulierte, durchaus echauffiert, bis der Diskussionsleiter mich beschwichtigend unterbrach: „Aber Du hast doch gewonnen, Wolfgang!“. Wie ein Sieg fühlt sich das indes nicht an, eher wie das Erwachen aus einem Alptraum. Nun denn…

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    #10840341  | PERMALINK

    latho
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    wolfgang-doebelingUnd dabei gehörten die Hellcat-Cats noch zu den aufgeklärteren Label-Betreibern seinerzeit, vor knapp 20 Jahren. Kein Vinyl war für diese Jungs keine Option, immerhin. Sie glaubten bloß, eine aufwendige Doppel-LP mit Foldout-Cover ließe sich nicht so gut verkaufen wie eine verschlankte, entsprechend günstigere. Man hatte schlicht Angst, auf Teilen der Auflage sitzenzubleiben, weil einige Vertriebe davor gewarnt hatten. Ich habe mir den Mund fusselig geredet (ein paar andere Gleichgesinnte wohl auch), und Joe blieb in seiner Forderung standhaft. Wie gesagt, die Auflage war dann übervorsichtig niedrig und schnell vergriffen. War eine scheußliche Zeit für unsereiner, die CD-Banausen bestimmten das Tonträger-Geschehen. Inzwischen hat sich der Wind bekanntlich wieder gedreht, viele Veröffentlichungen gibt es ja längst nur noch auf Vinyl oder als Stream. Einerseits erfreulich, andererseits kann das die jahrelange Leidenszeit für Freunde der Schallplatte nicht ungeschehen machen. Neulich war ich Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum Thema, wo ich diese bittere Zeit („the dark ages“ – Neil Young) nochmal kurz rekapitulierte, durchaus echauffiert, bis der Diskussionsleiter mich beschwichtigend unterbrach: „Aber Du hast doch gewonnen, Wolfgang!“. Wie ein Sieg fühlt sich das indes nicht an, eher wie das Erwachen aus einem Alptraum. Nun denn…

    Ich bin seit ca. Mitte der Nuller wieder bei Vinyl und da auch relativ schnell umgeschwenkt, ansatzweise habe ich das noch mitbekommen. Aber die Auswirkungen sieht man ja heute noch, viele Platten aus der Zeit, die nur als CD erschienen sind, sind bis heute nicht auf Vinyl erschienen, vor allem die „kleineren“ Künstler (fiel mir neulich wieder auf, als ich mich für den Output von Nanci Griffith interessierte).
    Ich lebe da durchaus in dem Bewusstsein, dass der Vinyl-Boom auch schnell wieder vorbei sein kann. Dass es heute vor allem Streaming gibt, ist ja der Tatsache geschuldet, dass Tonqualität nicht mehr so interessiert (ich rede vor allem davon, dass die Musik ja heute über Mini-Kopfhörer oder gar Handy-Lautsprecher aufgenommen wird) und dass Streaming so billig ist (v.a. auf Kosten der Künstler).

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    #10840361  | PERMALINK

    wolfgang-doebeling
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    Na ja, derzeit deutet nichts darauf hin, daß der „Vinyl-Boom“ abebbt, die jährlichen Zuwachsraten sind nach wie vor zweistellig. Ein Survey in „Billboard“ hat unlängst ergeben, daß sich die Industrie mittelfristig auf ein duales System aus Streaming und Vinyl einstellt, während Downloads und CDs längerfristig keine Zukunftschancen eingeräumt werden. Und was die Nanci-LPs betrifft: Geduld!

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    #10840479  | PERMALINK

    magicdoor

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    @DJ: Wo liegen die Singles und das Album von „The Action Time“ bei dir? Sterne und ungefähre Platzierung im Ranking interessieren mich.

    Thanks.

    --

    #10840939  | PERMALINK

    latho
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    wolfgang-doebelingNa ja, derzeit deutet nichts darauf hin, daß der „Vinyl-Boom“ abebbt, die jährlichen Zuwachsraten sind nach wie vor zweistellig. Ein Survey in „Billboard“ hat unlängst ergeben, daß sich die Industrie mittelfristig auf ein duales System aus Streaming und Vinyl einstellt, während Downloads und CDs längerfristig keine Zukunftschancen eingeräumt werden. Und was die Nanci-LPs betrifft: Geduld!

    Na, dann hoffe ich das beste.
    @Nanci: Wäre ja schön. Zumal sie bzw ihre Aufnahmen wohl auch von dem „kleinen Malheur“ bei Universal betroffen sind.

    --

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