Die beste Version von … "Summertime" und anderen Stücken

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  • #11608535  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

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    das mit Invitation ist in der Tat interessant… wiki hat ja auch eine laengere Liste mit Versionen… und die von George Wallington (1953) ist ja irgendwie im Geiste noch recht nah am urspruenglichen Soundtrack

    und ich vermute, dass das gleiche fuer die andere 1953er Version von Les Brown gilt (von ihm find ich gerade nur eine spaetere)… die beiden 1956er Versionen von John Young und Cal Tjader (die erste, die ich kannte) gehen dann schon sehr viel mehr in in Richtung von dem, was man heute so kennt

    bzw
    https://www.youtube.com/watch?v=nSSlKgNbR7o

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    #11608539  | PERMALINK

    vorgarten

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    danke, ja, gioia erwähnt ausdrücklich wallington und brown als diejenigen, die die hauptarbeit bei der transformation der komposition zum jazzstandard geleistet hätten. interessant auch, dass es erst ab 1958 namhafte vokalversionen gab, und vielleicht erst von dort aus die modernen interpretationen von coltrane, MJQ, joe henderson…

    ich wüsst ja gerne mal, wer von den jazzmusiker*innen tatsächlich oft ins kino ging und sich dort inspirationen holte. von shorter weiß man es, aber sonst?

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    #11609491  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,242

    Für „Invitation“ vom Milt Jackson Sextet hat das wohl Kenny Dorham arrangiert. Finde schon das Intro ziemlich beeindruckend. Es lassen sich sicher viele Connections zu Filmen finden, John Lewis hat ja auch ein paar Scores komponiert. Die Version von Wallington für Norgran (Norman Granz) ist sehr interessant. Nicht direkt im Zusammenhang mit „Invitation“ ist mir Joe Lipman aufgefallen, der ein paar sehr interessant Credits hat, da wären  Verbindungen zu Les Brown, Jimmy Dorsey, Glenn Miller, Sarah Vaughan/Billy Eckstine, Charlie Parker. Hier ist auch der Abschnitt The Be Bop Era interessant, siehe Charlie Parker With Strings.

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    #11609687  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,242

     „Wer von den jazzmusiker*innen tatsächlich oft ins kino ging und sich dort inspirationen holte.“

    Möglicherweise sind es einige. Benny Golson könnte ich mir vorstellen (da gibt es wieder eine Verbindung zu Tadd Dameron), Yusef Lateef (Eastern Sounds), Ramsey Lewis (The Movie Album, Bossa Nova), Dexter Gordon (?), Mal Waldron (?)…von Golson gibt es das Stück „Out Of The Past“ (auch ein Filmtitel), er hat ein Cameo in „Terminal“ und ich fand das Blue Mitchell Album „Smooth As the Wind“ gut (mit Dameron u. Lookofsky)…

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    #11609691  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 10,944

    ich hab irgendwie das Gefuehl, dass die damals alle staendig im Kino waren, die Menschen von frueher, und die Jazzmusiker sowieso (aber ich bin hier auch glaub ich der einzige, der so gut wie keinen Bezug zu Kino und Filmen hat)

    die 1953er Version von Brown find ich uebrigens wirklich schoen… der gleiche youtube Kanal hat uebrigens playlists zu diversen Standards, darunter Invitation, link und auf den ersten Blick auch ganz gute Texte

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    #11609709  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 8,741

    redbeansandriceder gleiche youtube Kanal hat uebrigens playlists zu diversen Standards, darunter Invitation, link und auf den ersten Blick auch ganz gute Texte

    sehr schön, vielen dank!

    falls jemand lust auf knapp über 100 versionen von frank-loesser-songs hat, da habe ich selbst eine playlist angelegt. wollte eigentlich mal einen bft daraus machen, aber naja.

    --

    #11609713  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 59,494

    Cool, danke! :good:

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #125: Intakt Records, 2021 - 14.12., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #11609717  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 8,741

    wobei man bei loesser noch mal unterteilen müsste in eigene kompositionen und die sachen, für die er „nur“ den text geschrieben hat (let’s get lost, i hear music u.v.a.), zumindest macht das bei den instrumentalversionen sinn ;-)

    wobei – war ja auch schon die frage: spielen musiker*innen nicht auch den text mit? – und wie genau arbeiten solchen musik/text-gespanne eigentlich zusammen, vor allem, wenn der texter auch komponieren kann?

    --

    #11609787  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 10,944

    vorgartenwobei man bei loesser noch mal unterteilen müsste in eigene kompositionen und die sachen, für die er „nur“ den text geschrieben hat (let’s get lost, i hear music u.v.a.), zumindest macht das bei den instrumentalversionen sinn wobei – war ja auch schon die frage: spielen musiker*innen nicht auch den text mit? – und wie genau arbeiten solchen musik/text-gespanne eigentlich zusammen, vor allem, wenn der texter auch komponieren kann?

     

    sowas wie hier liest man oft denk ich

    The farther back you go, you discover that older musicians were more aware of words and how words impact the tune you’re playing. The older guys will be able to sing the lyrics of the standard they are playing.

    in diesem Fall sagt das Charles McPherson – aber ich hab neulich auch irgendwo gelesen, dass Sonny Stitt – von dem ich das echt nicht gedacht haette – alle Texte perfekt konnte…

    was diese Teams betrifft, bild ich mir ein gelesen zu haben, dass traditionell bei dieser Musik erst die Melodie geschrieben wurde, dann die Harmonien und dann der Text… aber so pauschal kann das eigentlich gar nicht stimmen :)

    --

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    #11609819  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

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    Ohne das belegen zu können, aber ich würde mal annehmen, dass die Generation von Stitt, Ammons, Getz usw. noch alle Texte kannte. Bei den etwas jüngeren (so die Leute am Ende von Bebop und am Anfang von Hardbop) würd ich da meine Hand nicht mehr ins Feuer legen. Aber bei einem Coltrane (der ja eh älter war) liegt es nahe, der hat ja viele Sachen ausgegraben, vom Debutalbum an schon: „Violets for Your Furs“ und „While My Lady Sleeps“ … und was „Time Was“ genau ist, weiss ich auch nicht:

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    #11609911  | PERMALINK

    thelonica

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    Beiträge: 3,242

    Da wäre es sinnvoll, die Rolle von Red Garland bei Miles mal genauer zu beleuchten. War es nicht auch Garland, der Miles vorschlug welche Balladen er spielen könnte? Und wie sehr hat die Zusammenarbeit mit Dameron oder Garland vielleicht auf Coltrane abgefärbt?

    As noted above, Jamal’s song choices were important for Miles, but Red himself was also an important source of repertoire. Red knew the tunes, bringing several pieces to Miles Davis’s or John Coltrane’s attention, including “If I Was a Bell.” In his autobiography, Miles declares, “Red Garland used to tell me what ballads he wanted to play, not the other way around.”

    von hier

    --

    #11609963  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,242

    redbeansandricdie 1953er Version von Brown find ich uebrigens wirklich schoen… der gleiche youtube Kanal hat uebrigens playlists zu diversen Standards, darunter Invitation, link und auf den ersten Blick auch ganz gute Texte

    Die Version ist toll! Der Gitarrist Trefoni Rizzi taucht bei Les Brown und Si Zentner auf, Zentner gehörte zum music department für den Film „Invitation“ von 1952 (Wally Heglin, Robert Franklyn u. Rugolo uncredited als orchestrator). Bei „A Life of Her Own“ (1950) war Zentner auch schon im music department.

    --

    #11610431  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,242

    „Violet For Your Furs“ war defintiv noch in der Luft als Coltrane das aufgenommen hat, etwas davor gab es den Song auf „Songs For Young Lovers“ (Capitol Records) von Sinatra. Interessant sind die Writing credits von Matt Dennis auf Discogs. Da kann man quasi ablesen wann Erroll Garner, Charlie Parker, Bud Powell, Art Pepper, Kenny Drew, Ahmad Jamal, Billy Taylor, Jimmy Raney, Sinatra, Red Garland, Dave Pell, Coltrane, wieder Sinatra, Carmen McRae, Kenny Dorham, Chet Baker, Billie Holiday (Lady In Satin) die Stücke von Matt Dennis aufgenommen hatten, wann Versionen mit Gesang aufgenommen wurden. Das ist super interessant, weil Erroll Garner da sehr früh auftaucht, Jamal auch und Red Garland müsste man sich wirklich mal genauer anschauen. Garland spielt Piano auf „Violet For Your Furs“ und „Time Was“ vom Coltrane Album. „Time Was“ taucht auch bei Bud Powell auf, Nelson Riddle hatte es auf einem Album und bei Jimmy Dorsey Anfang der 40er auf einer 10″. „What Can I Say, Dear“ auf Groovy (Red Garland Trio) könnte man auch nachschauen. Es gibt diverse Versionen. Garland und Coltrane haben schon spannende Sachen gemacht und das wurde ja gut dokumentiert.

    zuletzt geändert von thelonica

    --

    #11610549  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,242

    Wie Repertoire (wahrscheinlich auch viel Klassik) zum Musiker kam erzählt Ahmad Jamal hier ganz toll. Die Entwicklung bei Garner war ja ganz anders, aber Garner war/ist auch wichtig bei Jamal, ebenso Strayhorn u.a..

    My aunt from North Carolina sent me huge amounts of sheet music that I could draw from. I was working with guys in their sixties, and they were astounded because I knew all these sounds. That’s how I got so much work, or enough to start buying my clothes instead of relying on my Mom and Pop to do it.”

    “Pittsburgh trained me to work in every configuration. It was a tough town, a critical place. If you didn’t know what you were doing, you were going to be turned down there. We studied Bach and Tatum, Beethoven and Basie; there was no separation. I played with a lot of singers. I played with Eddie Jefferson when he was a tap dancer. I did a lot of big band work with Will Hitchcock, Joe Westray and Jerry Elliott, all good leaders. I worked duo jobs in Uniontown with saxophonist Carl Otter. Later, I worked with the Caldwells, a song-and-dance team who held the instruments, didn’t play them, so you had to be the bassist, the guitarist, the whole nine yards. This training creates the whole musician.”

    Jamal devoured music. He collected 78s by Jimmie Lunceford and Count Basie, by Pittsburgher Erroll Garner with Boyd Raeburn and Georgie Auld, and early bebop anthems like “Salt Peanuts.” He heard the Fritz Reiner-conducted Pittsburgh Symphony at school assemblies, caught Basie and Gillespie at the Pittsburgh Savoy Ballroom, and attended concerts by Ellington and Cootie Williams at the Stanley Theater, the latter show featuring a 20-year-old Bud Powell. Later in the ’40s, Jamal—an avid student of the trio approaches of Tatum, Teddy Wilson, Nat Cole and Garner—would begin to incorporate Powell’s progressive harmonic conception into his vocabulary, applying his investigations at jam sessions with Pittsburgh’s finest at the union hall. https://tedpanken.wordpress.com/tag/ahmad-jamal/

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    #11611469  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,242

    Für die LP „Ahmad Jamal At The Penthouse“ wurde „Tangerine“ (Schertzinger-Mercer) aufgenommen. Da gibt es eine Version (1942) von Jimmy Dorsey und seiner Band, die wohl von Joe Lipman (s.o.) arrangiert wurde. Auf der B-Seite ist „Ev’rything I Love“ geschrieben von Cole Porter. Jimmy Dorsey und seine Band sind in dem Film „The Fleet’s In“ zu sehen. Für die Jamal Platte hatte Joe Kennedy „Tangerine“ arrangiert, obwohl ich mir gut vorstellen könnte, dass beide daran gearbeitet haben. Möglich wäre ja, dass Jamal das Stück gezielt ausgesucht hatte.

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