Das Piano-Trio im Jazz

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  • #12573081  | PERMALINK

    vorgarten

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    feldman, budwig, manne, together again (1978)

    das album klingt gut und hat überhaupt ein guten vibe, ohne viel zu riskieren. feldman spielt mit soul und gefühl, technisch virtuos, aber ohne seine begleiter in den schatten zu stellen. macht spaß.

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    #12573089  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    Das Kenny Drew lief hier die Wochen öfter, das ist im erweiterten Kreis, genau wie Etudes mit Geri Allen… Aber jetzt gerade läuft wieder Here and Now von Hampton Hawes, und das erreicht mich doch sehr viel direkter als fast alle anderen Pianisten… Und dabei ist das noch ein Album, das bei mir zuletzt noch etwas wachsen musste…

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    #12573107  | PERMALINK

    vorgarten

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    ruiz, jami, solder, new york hilton (1978)

    wahrscheinlich wurde ruiz direkt von seiner lehrerin mary lou williams bei steeplechase abgeliefert, das debüt PIANO MAN (auch im trio) wurde da schon 1975 aufgenommen (wie FREE SPIRITS), ich kenne es leider nicht. hier legt er mit zwei freunden nach, und obwohl das kein favoritenalbum wird, stimmt hier doch eine menge. der weg vom blues zum spiritual jazz ist kurz, und wenn mal kurz die latin-tradition aufscheint, sitzt das perfekt. im zentrum steht ein wildes solostück (african ripples von fats waller), das zwischen stride und freien drahtbearbeitungen balanciert, was aber ein bisschen die frage aufwirft, warum sowas hier im trio nicht geht. also hat man nur ein weiteres schönes, energetisches, klassisches klaviertrioalbum.

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    #12573119  | PERMALINK

    vorgarten

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    flanagan, mraz, kay, tommy flanagan plays the music of harold arlen (1978)

    helen merrill produziert und haucht den closer, davor kann man studieren, wie man ein klassisches jazzformat über die zeit rettet. ich mag ja david baker auch sehr, aber das große problem ist natürlich, dass er für den besonderen punch dem schlagzeug die lauft entzieht, was keine gute voraussetzung ist, um connie kay aufzunehmen. auf der anderen seite profitiert der pianist vom vollen klang seines instruments, das hätte es bei van gelder nie gegeben. kann man sehr gut hören, ist aber nicht so die kategorie „kann ohne das nicht leben“.

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    #12573199  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    John Wright – Mr. Soul | Letzte Runde mit John Wright, dem Herrn Soul eben, aber nicht von dern aufgepropften Sorte, sondern dem Original – wobei Joe Goldberg hier durch Tom Wilson als Liner-Notes-Texter abgelöst wurde, der „some kindredness in style to Phineas Newborn Jr.“ hört – was ich bei diesem Album nachvollziehen kann (Arpeggien, Oktavdoppelungen … aber Wright spielt doch deutlich weniger Töne). 10. April 1962 bei RVG mit Wendell Marshall und dem immer wieder tollen, viel zu selten zu hörenden Walter Perkins eingespielt, präsentiert das Album acht Stücke, zum Einstieg „Our Waltz“ von David Rose, dann „Blue Prelude“ von Gordon Jenkins und mit „What’s New“ den einzigen richtigen Standard, der zum grossen Trip wird, eine Ballade, die allmählich intensiver wird, hintenraus etwas funky, aber immer understated. Für das ganze Album hätte wohl die Moodsville Reihe von Prestige auch ganz gut gepasst, aber das wäre ein Re-Framing von Wright gewesen, das vermutlich niemand gewollt hätte. Seite 1 endet mit „Everything’s Gonna Work Out Fine“ (ich glaub, das ist der Ike & Tina-Song, aber bin mir grad nicht sicher) – und damit sind wir dann im Soul-Gebiet angekommen, dem auch Seite 2 mit den Originals gewidmet ist. Den Titeltrack, einen langsamen Blues, hat angeblich Esmond Edwards beigesteuert. Das skizzenhaft kurze „Shake“, den längeren „Strut“ mit einem sich ständig bewegenden Fundament (synkopisches Bass-Riff, Drum-Rolls) und „Now Hang in There“ im funky mittelschnellen Tempo stammen von Wright.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
    #12573205  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Vince Guaraldi Trio – Jazz Impressions Of Black Orpheus | Acht Tage später am anderen Ende des Landes: Vince Guaraldi spielt die Musik des wunderbaren poetischen Meisterwerks „Orfeu negro“ von Marcel Camus, komponiert von Luiz Bonfá und Antonio Carlos Jobim. Mit dabei sind Monty Budwig am Bass und dem englischen Drummer Colin Bailey. Hipster Ralph Gleason schreibt die Liner Notes. Unterschiedlicher als das Wright-Trio könnte das kaum sein. Worte braucht es dazu eigentlich keine, Guaraldi hat mit Cal Tjader allerlei lateinamerikanische Rhythmen erprobt und hat das im Griff, Bailey mit seinem leichten und doch entschiedenen Spiel ebenfalls, und Budwig hab ich in der „kann eh alles/Profi“-Schublade abgelegt, wobei er mich nie aufhorchen lässt. Die nötigen „in 2“-Riffs hat er jedenfalls drauf, egal ob in schnellen Samba- oder in langsamen Proto-Bossa-Stücken. Der Hit des Albums war aber der Ohrwurm „Cast Your Fate in the Wind“, der auf dem Cover auch eher wie der Albumtitel aussieht, ein Stück von Guaraldi, wie auch „Alma-Ville“ (ein rollender „in the pocket“-Groove mit funky Touches), dazwischen gibt es auf der B-Seite „Moon River“ und als Closer noch Buddy Johnsons tolles „Since I Fell for You“ (und da denk ich, ich hätte doch mehr Red Garland hervorsuchen sollen). Das Originalcover, vor dem Hit, hatte die Textpriorisierung noch andersrum:

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    #12573219  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Clare Fischer – First Time Out | Meinen Post zum ersten Clare Fischer Album hat das Forum leider gerade verschluckt und ich hatte ihn nicht kopiert. Hatte das Stück für Stück beschrieben und mehr … Jedenfalls finde ich das schon super, aber auch etwas verhalten, es wirkt zwischen den Evans- und Bley-Anleihen manchmal fast etwas gedämpft. Dass die drei echt super sind (beim Drummer bin ich mir nicht ganz sicher), wie Hardy in den Liner Notes schreibt, glaub ich sofort, das Album klingt nie forciert, aber auch nicht wirklich lässig. Gary Peacock ist super, hat mehr Gewicht und Wucht als LaFaro, kann aber ähnlich beweglich sein. Den 3/4-Opener von Ed Shaughnessy, „Nigerian Walk“, finde ich neben dem Opener der B-Seite, „Free Too Long“, ein Highlight. In letzterem gab es keine Absprachen zu Tonart oder Changes und den drei gelingt es, fliessend Tempi und mehr zu wechseln, Gene Stone spielt eher Puls als Beat, Fischer steigt in unterschiedlichen Tempi wieder ein, Peacock ist super stabil und dennoch immer in Bewegung … das ist schon sehr toll und dass Hardy da eine neue Generation von Jazzmusikern heraufbeschwört, die – wenn sie das spielen, was sie wirklich wollen – nicht gut mit den anderen zusammenpassen würden, kann ich schon nachvollziehen. Jetzt hab ich natürlich drei Viertel vergessen, aber so ist das halt, wenn ich einfach ausgeloggt werde (ja, der Haken war gesetzt, klar doch, sonst wird man ja täglich ausgeloggt). Aufgenommen wurde das Album an zwei Tagen zwischen den Daten, an denen die zwei vorhin schon gehörten entstanden sind.

    Barry Harris Trio – Chasin‘ the Bird | Runde drei von Barry Harris auf Riverside, Mai 1962 in den Plaza Sound Studios mit Bob Cranshaw und Clifford Jarvis und einer Hommage an Charlie Parker zum Aufklang mit dem kontrapunktischen Titelstück. Dann ein Latin-Romp über „The Breeze and I“, Harris‘ „Around the Corner“ mit sehr viel Bud Powell im Mix … und während der Bass im Direktvergleich sehr konventionell wirkt (aber die richtigen Töne spielt beim Walken), sind die Drums frisch und knackig und kommentieren ständig – etwas, was bei Fischer vielleicht wegen all der Evans-Anleihen (das Album fällt insgesamt irgendwo zwischen „Portait“ und „Explorations“, was seine Wärme und Farbigkeit angeht – und eine Elegie für Scotty gibt es auch, mit Orgelpunktbass und klagend-singendem Klavier). Für die Solo-Passagen am Anfang und Ende der Ballade „Just As Though You Were Here“ verweist Ira Gitler zu recht auf Art Tatum als Inspirationsquelle – den Harris natürlich auch via Tatum, hier aber zusätzlich ganz direkt, im Rücken habe. Mit dem rasanten „Indiana“ endet Seite 1. „Stay Right with It“ von Harris, der Opener der B-Seite und erinnert wieder stark an die Powell-Aufnahmen von ca. 1955/56. Danach ist Monks „‚Round Midnight“ zu hören und Harris klingt auch hier mehr nach Powell denn nach dem Komponisten, streut aber ein paar dieser absteigenden Läufe ein, wie Monk sie so gerne spielte (Ganztöne, glaub ich?), während Jarvis seine Beherrschung des Spiels mit Besen unter Beweis stellen kann – inklusive Latin-Passagen. „Bish, Bash, Bosh“ ist das dritte und letzte Stück von Harris im Programm, mit einem moderneren Groove als die zwei davor und tollen Drums – aber Ira Gitler merkt in den Liner Notes, dass Harris eine Passage aus Powells Coda zu „Yesterdays“ enthalte. Als Closer gibt es „The Way You Look Tonight“, mit Powell-Läufen zwischen den Phrasen, mittelschnellem Tempo, tollen Drums schon im Thema und ein paar Runden Fours später. Das Album ist weniger besonders als das von Fischer (will das auch nicht sein) … zupackender, und wirkt irgendwie trotz deutlich konventionellerem Material eben doch fast etwas frischer.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
    #12573245  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Clare Fischer – Surging Ahead | Auch Clare Fischers zweites Album beginnt mit einem Stück von Charlie Parker, „Billie’s Bounce“. Auf diesem und dem Rest der A-Seite ist Fischer mit Albert Stinson (entdeckt von Charles Lloyd, den Hardy in den Liners zum Debut auch zu den neuen Leuten der kalifornischen Jazzszene zählt) und Colin Bailey zu hören, aufgenommen am 13. März 1963, während die B-Seite am 6. Februar mit Ralph Pena und Larry Bunker aufgenommen wurde – und noch ein Stück von den ersten Sessions mit Peacock und Stone enthält, den Closer „Without a Song“. Fürs Mosaic Select „The Pacific Jazz Piano Trios“ wurden noch drei weitere Stücke ausgegraben, eine unbegleitete Version von „The Thrill Is Gone“ vom Februar 1963 sowie „Lennie’s Pennies“ und „All the Things You Are“ vom März – zusammen genug für eine dritte Plattenseite. Und dass auf dem Weg noch ganz direkt Lennie Tristano ins Bild rutscht, passt sehr gut, denn beim freien Stück auf dem Erstling dachte ich auch schon an die freien Experimente, die Tristano bei seiner Capitol-Session in den Vierzigern unternommen hatte, über 12 Jahre früher. Nach dem Opener gibt es „Way Down East“ von Larry Adler – das Stück wurde mit „Strayhorn“, dem Opener der B-Seite, auch als Single herausgebracht und ist eine Art Mood-Romp. „Satin Doll“ – lang und sehr toll – und „This Can’t Be Love“ folgen, dann die zwei Bonustracks, und vielleicht ist diese Session – dank dem tollen, dunklen Bass von Stinson und den hellen und durchaus markanten Drums von Bailey – die beste dieser frühen Fischer-Sessions? Der Schleier ist hier jedenfalls gelüftet, der Vorhang geöffnet, das Licht strömt herein – dass das Interplay nicht mehr so sehr am Vorbild Evans angelehnt ist, scheint dem Pianisten gut zu tun. Seite B ist die etwas früher eingespielte mit der eingespielten Westküstenrhythmusgruppe, etwas weniger gelungen finde ich, auch wenn die Walzer-Hommage „Strayhorn“ von Fischer ein toller Einstieg ist und er im direkt folgenden „Things Ain’t What They Used to Be“ interessante minimale Veränderungen an den Voicings vornimmt und dann ein swingendes Solo spielt. Im „Davenport Blues“ von Bix Beiderbecke wird es nach dem Intro, das von der Stimmung her ein wenig an die Giuffre 3 mit demselben Bassisten erinnert, für die Verhältnisse geradezu funky – und Fischer kriegt das sehr gut hin, auch die Verdichtungen nach dem schönen Bass-Solo mit immer mehr Block-Akkorden, mit Tremolos zum Flirren gebracht.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
    #12573265  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Don Friedman Trio – Circle Waltz | Nachdem ich gerade den Drummer des neuen Evans-Trios gehört habe, ist hier – Mai 1962, Plaza Sound, Riverside – der Bassist dabei, wie auch schon auf dem ersten Album von Friedman, als er noch nicht mit Evans spielte. Chuck Israels erweist sich als sehr beweglich und passt auch überraschend gut zu Pete La Roca, der eine aktivere Rolle einnimmt als die anderen Drummer, die ich heute morgen gehört habe – und das empfinde ich gerade als sehr erfrischend. Evans ist klar, aber auch und Tristano fliesst hier wieder ein – vielleicht als channele Friedman neben dem aktuellen Evans auch noch den jungen von 1956-58 oder so. Es gibt neben vier Originals vom Leader hier auch vier Standards und da wird die Ähnlichkeit zu Evans eher noch frappierender: „I Hear a Rhapsody“, „So in Love“ und Brubecks „In Your Own Sweet Way“. Je länger ich das höre, desto toller finde ich das Album – und desto seltener denke ich an Evans. Gerade in den Balladen geht Friedman andere Wege, klingt wärmer, spielt etwas üppiger und vor allem findet er andere Akkorde – sein „Loves Parting“ ist für meine Ohren ein Highlight des Albums.

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    #12573279  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"

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    Jerry Gonzalez „Agueybana Zemi“ (American Clave) 1980 .. nachdem Hilton Ruiz anfänglich als McCoy Tyner Epigone ein eher Suchender war, kam folglich mit der Einberufung in das puertorikanische „All-Star Team“ von Jerry Gonzalez eine sich verdichtende stilistische Neu-/Umorientierung bezüglich der eigenen Wurzeln .. und hier im wunderbaren Mittelteil ab Minute 04.00 deutlich nachvollziehbar und auch die Interaktion mit Klassebassist Andy Gonzalez natürlich grosses karibisches Kino …. Fun Fact : Hilton Ruiz zog weiter in Richtung einer Solokarriere und wurde im Oktober 1988 vom genialen Bandleader Jerry Gonzalez auf der stellaren Thelonious Monk Hommage „Rumba Para Monk“ durch Pianisten Larry Willis ersetzt …. das sicher eine Sternstunde seiner Karriere …. btw was selbst dem Forum Säulenheiligen Ethan Iverson auffiel ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #12573281  | PERMALINK

    vorgarten

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    friedman ist schon ein ziemlich toller pianist, der sich auch ziemlich viele zugänge und ansätze draufgeschafft hat, find ich. das album, das ich gestern gehört habe, hatte kaum noch was mit bill evans zu tun.

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    #12573291  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Bill Evans Trio – Moon Beams / How My Heart Sings | Chuck Israels erwies sich ab Ende 1961 als der Bassist, mit dem Evans nach dem Schock von LaFaros Tod weitermachen konnte. Eine erste Session im Studio fand im April 1962 statt – vier Solo-Stücke für ein danach abgebrochenes Projekt (Solo-Album) waren das Ergebnis, darunter „Danny Boy“ und „In Your Own Sweet Way“. Im Mai und Juni ging Evans dann gleich dreimal mit Trio ins Studio – nach wie vor Paul Motian am Schlagzeug, Larry Bunker tritt irgendwann 1963 ins Bild. Keepnews wollte ein Balladen-Album machen, ging aber davon aus, dass die Sessions für Evans schwierig würden und beschloss, auch ein Album mit schnelleren Stücken einzuspielen und die Sessions zu vermischen. Der Plan ging wohl auf, denn die Alben sind ziemlich gut geworden. Drei Masters bei der ersten Session („How My Heart Sings“ von Earl Zindars, eine toll loopende Version von „Summertime“ und „If You Could See Me Now“ von Tadd Dameron, mit dem Evans kurz davor aufgenommen hatte), fünf Eigenkompositionen beim zweiten Termin („Walking Up“, „Very Early“, „Show-Type Tune“, „Re: Person I Knew“ und „34 Skiddoo“) und ganze acht Standards beim dritten („Polkadots and Moonbeams“, „I Should Care“, „I Fall in Love Too Easily“, „Ev’rything I Love“, „In Love in Vain“, „Stairway to the Stars“, zwei Takes von „In Your Own Sweet Way“ und „It Might as Well Be Spring“). Wenn ich die Stücke nenne dann auch, weil viele dabei sind, die künftig zum Kernrepertoire von Evans gehören sollten – äusserst produktive und auch für die Zukunft prägende Aufnahmen also.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
    #12573293  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    vorgarten
    friedman ist schon ein ziemlich toller pianist, der sich auch ziemlich viele zugänge und ansätze draufgeschafft hat, find ich. das album, das ich gestern gehört habe, hatte kaum noch was mit bill evans zu tun.

    Welches hast Du denn gestern angehört? Und ja, ich mag ihn sehr … aber ich mag ihn später nochmal deutlich lieber als in den Sechzigern. Wobei „Circle Waltz“ da echt soll ist. „Flashback“ ist demnächst auch an der Reihe, davor nochmal Mance, Newborn und John Young. Und dazu beliebig viel Evans – aber ich glaub, das bleibt ein künftiges Projekt, auch wenn mir das Wiederhören schon viel Freude bereitet.

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    #12573297  | PERMALINK

    vorgarten

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    HOPE FOR TOMORROW, allerdings nur in auszügen, man kann das nicht vollständig streamen.

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    #12573299  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Das kenn ich nicht… aber was von den Progressive-Aufnahmen kurz danach (eins det Alben und die Compilation „Invitation“), sowie ein Steeplechase-Album aus den Neunzigern.

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