Das Baritonsaxophon im Jazz

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  • #77153  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Harry Carney (Photo: Gjon Mili)

    Harry Carney war 16, als seine Eltern ihm 1926 erlaubten, in Duke Ellingtons Orchester einzutreten – bis Ellington 1974 starb, blieb er seinem Meister treu, und verstarb nur fünf Monate später ebenfalls. Sein Sound blieb unvergleichlich, sein Spiel machte ihn quasi zum Coleman Hawkins des Baritonsaxophons: da war die gleiche Kraft, das Volumen, die Rauheit und die dunklen Klänge des Instrumentes hat er ausgeschöpft wie dies in seiner Zeit kein anderer getan hat.

    When I was first playing the baritone, well, Harry Carney was of course my favorite player, and still is, as far as his ability with the instrument overall, and everything he could do with the instrument.
    ~ Pepper Adams


    Serge Chaloff

    Weitere Wegmarken setzten besonders Serge Chaloff und Pepper Adams, aber auch Gerry Mulligan (der aber einen leichten, oft an ein Tenorsax gemahnenden Stil pflegte und letztlich als Arrangeur und Bandleader wohl wichtiger war denn als Barisaxer). In Europa sind mit Lars Gullin und Ronnie Ross schon recht früh zwei verkannte Giganten unterwegs gewesen.
    Musiker wie Cecil Payne und Sahib Shihab sind bis heute zu wenig bekannt und gewürdigt und der grosse Bob Gordon verstarb leider so früh, dass man ihn heute kaum noch erinnert.


    (Debut-Session, hier gefunden)

    Wie üblich die Liste, mit der Bitte um Ergänzungen… die Sortierung ist etwas beliebig, wofür ich mich schon mal entschuldige, Berendt ist hier nicht sehr hilfreich, er führt nur grad zwei Dutzend Barisaxer (in der alten Ausgabe von 1991, die ich besitze).

    Harry Carney

    Ernie Caceres
    Jack Washington
    Rudy Rutherford
    Serge Chaloff
    Charlie Ventura *
    Leo Parker
    Eddie de Verteuil

    Gerry Mulligan (Sterne)
    Jimmy Giuffre *
    Bob Gordon
    Jack Nimitz
    Turk Mauro

    Gil Mellé *

    Charlie Fowlkes
    Sahib Shihab *
    Cecil Payne
    Pepper Adams
    Danny Bank
    Musa Kaleem (Orlando Wright)
    Tate Houston
    Jerome Richardson *
    Bennie Maupin *
    Joe Daley *
    Leroy „Hog“ Cooper

    Lars Gullin
    Ronnie Ross
    Joe Temperly
    Willie Sanner
    Manfred Schulze
    Helmut Brandt
    Günter Kronberg *
    William Boucaya
    Armand Migiani
    Jay Cameron

    Charles Davis *
    Pat Patrick
    Charles Tyler *

    John Surman *
    Ronnie Beer *
    Willem Breuker *
    Gunter Hampel *
    Friedrich Gulda *
    Peter Brötzmann *
    Werner Lüdi *
    Michel Portal *

    Ronnie Cuber
    Bruce Johnstone
    Roger Rosenberg
    Bob Militello *
    Nick Brignola
    Howard Johnson *

    Anthony Braxton *
    Henry Threadgill *
    Mwata Bowden *
    Dannie Ray Thompson
    Fred Houn
    Hamiet Bluiett
    Alex Harding
    Dale Fielder
    Gary Smulyan
    Scott Robinson
    Tim Berne *
    Briggan Krauss *
    Ken Vandermark *
    James Carter *

    Moacir Santos *
    Seppo Paakkunainen
    Bernd Konrad
    Eckard Koltermann
    Ekkehard Jost
    Julian Arguëlles
    Max Nagl *
    Daunik Lazro
    Mats Gustafsson *
    François Corneloup
    Christophe Monniot *
    Maguelone Vidal *
    Carlo Actis Dato *
    Daniele Cavallanti *
    Herwig Gradischnig *
    Steffen Schorn
    Tony Kofi *
    Luca T. Mai

    <i>* Multi-Instrumentalisten</i>


    Gerry Mulligan in David X. Youngs Loft, vorne vermutlich Zoot Sims

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    #8113525  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Beiträge: 61,834

    http://jazzprofiles.blogspot.com/2009/05/pepper-adams-part-1.html
    http://jazzprofiles.blogspot.com/2009/06/pepper-adams-part-2.html

    http://jazzprofiles.blogspot.com/2010/07/gary-smulyan.html

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    #8113527  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,795

    zu pat patrick gibt es einen schönen wissenschaftlichen aufsatz:
    http://www.jmu.edu/mwa/docs/2010/2010Smith.pdf

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    #8113529  | PERMALINK

    arnaoutchot

    Registriert seit: 29.12.2006

    Beiträge: 89

    Gute Zusammenstellung, danke. Gibt es so was auch für Bass-Saxophon ? Einige der genannten spielen ja auch Bass-Sax (Carter, Vandermark, Brötzmann ).

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    #8113531  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 61,834

    arnaoutchotGute Zusammenstellung, danke. Gibt es so was auch für Bass-Saxophon ? Einige der genannten spielen ja auch Bass-Sax (Carter, Vandermark, Brötzmann ).

    Hab ich nie versucht… es gibt da ja kaum jemand, der das als Hauptinstrument gespielt hat (nicht mal Adrian Rollini, der spielte auch Tenor). Zudem gibt’s da meines Wissens auch verschiedene Instrumente, z.B. das Tubax, das es in Es (Kontrabass), Bb und C (Subkontrabass) gibt. Diese Tieftöner sind manchmal faszinierend, gibt’s bei Flöten (Matthias Ziegler etwa) und Klarinetten auch… aber im Gegensatz zum Barisax (das ich auch selbst ein wenig spiele) bin ich der Faszination der ganz tiefen Instrumente nie erlegen… wenn Du oder sonst jemand einen solchen Thread starten mag, sehr gerne – ich würde vorschlagen, das auf die ganzen Reeds/Woodwinds (inkl. Flöten) auszuweiten.

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    #8113533  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

    Beiträge: 1,737

    Ich habe das Folgende mal aus dem bft-Thread geholt, damit hier weiter diskutiert werden kann:

    gypsy tail wind
    Um nur mal die Extreme zu nennen:
    Carney ist der Hawkins des Bari (im Sound wie in der Bedeutung!)
    Mulligan ist das Fliegengewicht (im Sound, nicht in der Bedeutung!)
    Adams ist der aggressivste, härteste, „schärfste“, sein Übername war nicht zufällig „the knife“!
    Chaloff ist weich, lyrisch, üppig (Adams mochte ihn gar nicht, aber Adams mochte ja ausser sich, sich, sich und sich… und Carney eh keine Barisaxer)

    Dazwischen gibt’s natürlich Schattierungen, es gibt Cecil Payne, Shahib Shihab (beide find ich recht schwer zu fassen, aber Shihab fasziniert mich enorm mit seiner völlig zeitlosen Musik), auch Jerome Richardson, später Ronnie Cuber, heute ganz besonders Gary Smulyan… und es gab um Mulligan andere Pres-Leute wie Bob Gordon (gross! aber viel zu früh tot), Med Flory, Jimmy Giuffre (der am Bari aber auch einiges zupackender spielt als Mulligan, eigentlich überhaupt zupackender als die meisten Westküsten-Saxer, auch am Tenor).

    Weiteres natürlich gerne im Barisax-Thread oder sonstwo!

    Die Leute, die Du nennst, kenne ich alle, allerdings mehr oder weniger gut. Trotzdem war das Baritonsax nie derart in meinem Fokus, dass ich auf die Personalstile geachtet hätte. Und das obwohl mir die Klangfarbe sehr gut gefällt, eigentlich sogar besser als die des Alts, das ich teilweise kreischender und spitzer empfinde, auch wenn es da bedeutende Unterschiede gibt.

    Von Carney kenne ich nicht allzuviel, da insbesondere Ellington noch zu viele schwarze Flecken auf meiner Jazz-Landkarte ausmacht (dazu vielleicht auch mehr, demnächst im Big Band-Thread, um Deine andere Frage vorwegzunehmen). Faszinierend finde ich jedoch die emotionale Nähe zwischen Carney und dem Duke und wer weiß, was aus Ellington geworden wäre, oder welchen Stellenwert er heute überhaupt hätte, hätte er nicht Musiker wie Gonsalves, Hodges, oder eben Carney gehabt.

    Auch Mulligan ordne ich weniger als herausragenden Baritonsaxer ein (was er zweifelsohne ist), sondern als prägenden Musiker und Bandleader, der eine zeitlang den Westcoast Jazz dominieren und prägen durfte und dann den Weg für Bands ohne Akkordinstrument geebnet hatte. Das zeigt auch schon seine Bedeutung als Arrangeur und ‚Klangkünstler‘, denn in diesem Rahmen sehe ich eigentlich seine Hauptbedeutung, gerade auch im Gegensatz zu anderen Kollegen. Interessant finde ich übrigens seinen etwas veränderten Ton in den Aufnahmen mit Ben Webster. Durch dessen weichen, gutmütigen Klang klingt Mulligan scharf, schneidend und aggressiver.

    Mit Pepper Adams hast Du natürlich Recht. Ich habe mir gestern noch eine Milestone-Aufnahme zusammen mit Thad Jones angehört und da kommt der ‚approach‘ schon gut zum Tragen. Als Post-Bop-Saxer ist er vielleicht der klassischte Hardbop-Baritonsaxer, der von Dir genannten. Wenn ich im Kopf überschlage, wo er überall dabei war, dann ist das schon eine beeindruckende Menge an Aufnahmen, gerade auch was die Bandbreite der Leute anbelangt, mit denen er gespielt hat. Kennst Du das Album zusammen mit Hubbard, Pearson und Willie Nelson, welches mit unterschiedlichen Namen vermarktet wurde?

    Chaloff ist auch noch ein blinder Fleck bei mir, auch wenn ich ihn wegen der Vielseitig- und Ernsthaftigkeit sehr zu schätzen gelernt habe. „Blue Serge“ ist natürlich einer der kleinen, großen Klassiker und auch „Fabel of Mabel“ mag ich sehr, wegen der offenen, aber irgendwie auch konzentrierten Anlage der Musik.

    Sahib Shihab mag ich darüber hinaus auch sehr, sehr gerne, gerade was seine Leaderalben betrifft. Die Session mit dem dänischen Jazz Orchester ist ein großartiges Stück Musik, das ich aber zu lange nicht mehr gehört habe. Auch „Summer Dawn“ mag ich sehr gerne. Shihab sehe ich ein bißchen, wie einen etwas gemäßigteren Yusef Lateef an, dem aber auch die Ausdrucksfähigkeit der unterschiedlichen Instrumente sehr wichtig ist, wie auch die künstlerische Freiheit, die er damit erreichen kann. Auch Roland Kirk ist da nicht weit entfernt, da er in einer ähnlichen Weise die Instrumente spielt und damit oft sehr perkussiv klingt.
    Aber auch hier gibt es noch viel zu entdecken, leider ist das nicht immer einfach zu finden.

    Von Cecil Payne kenne ich darüber hinaus auch noch ein bißchen was, aber vielleicht am wenigsten von allen.

    --

    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
    #8113535  | PERMALINK

    thelonica

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    Auf Riverside gab es eine kleine Reihe von Alben mit Baritonsaxophon, allerdings meist mehr im Hintergrund zu hören. Entstanden sind die so in der Zeit von 1959-62. Ich finde es jedenfalls erwähnenswert, dass man damals das Baritonsaxophon bei diesen modernen Sessions überhaupt eingesetzt hat. Sicherlich wollte man auch reichlich Alben verkaufen, strebte vielleicht einen etwas kommerzielleren Sound in Richtung Big Bands an, denn mit den anderen Labels stand man schließlich im Wettbewerb. Hier stimmt allerdings auch die Qualität der Musik…(nebenbei entstand auch ein weiterer Stil, der durch die Arrangeure geprägt wurde)
    Wen Pat Patrick ausserhalb des Arkestras interessiert, hat z.B. die Möglichkeit zur Africa/Brass zu greifen, oder er probiert mal eines dieser Riverside-Alben.

    The Big-Soul Band (Charlie/Charles Davis)
    Really Big! (Pat Patrick)
    That’s Right! (Tate Houston)
    The Soul Society (Charles Davis)
    The Chant (Tate Houston)
    Down Home (Pat Patrick)
    A Sure Thing (Pepper Adams/Pat Patrick)
    Big Bags (Tate Houston)

    --

    #8113537  | PERMALINK

    katharsis

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    Da ließe sich auch noch Lateef’s „The Centaur and the Phoenix“ anführen, auch mit Tate Houston.

    Die Alben von und mit Sam Jones habe ich und schätze sie zugegebenermaßen sehr. Die Beteiligungen der Baritonsaxer haben sich dagegen nicht sonderlich in mein Gedächntnis gebrannt, werde ich nachholen.
    Ansonsten hast Du genau jene Alben genannt, die ich nicht kenne. :-)

    --

    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
    #8113539  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

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    Ich hab diese Alben nie als Gruppe verstanden oder als mit einer bestimmten Absicht verbunden… aber das macht schon einigermassen Sinn.

    Wenn man so überlegt, in den Prestige Jams gab’s manchmal Pepper Adams, selten auch Jerome Richardson am Bari, bei Blue Note gibt’s ein Album von Curtis Fuller mit Tate Houston, aber nur im Quintett (wie auch die diversen Alben von der Band mit Donald Byrd und Pepper Adams).

    Die beiden Leo Parker-Alben auf Blue Note scheinen mir in diesem Kontext allerdings interessant, denn sie zeigen möglicherweise die Herkunft der mittelgrossen Bands an, die Riverside damals hin und wieder produzierte. Parker hatte zuvor u.a. mit Illinois Jacquet gespielt, der wie James Moody und diverse eher dem R&B zuzurechnende Saxophonisten eine Band mit vier oder fünf Bläsern plus Rhythmusgruppe leitete. Das ist eine ältere Traditionslinie, auf die Riverside sich wohl auch bezogen hat.

    --

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    #8113541  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

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    katharsis Die Beteiligungen der Baritonsaxer haben sich dagegen nicht sonderlich in mein Gedächntnis gebrannt, werde ich nachholen.

    Da geht es ja größtenteils ums Ensemblespiel, teilweise ist das wohl eher „Arranger-Jazz“ . Ich glaube aber allerdings, dass all diese Alben ohne Bariton nicht so richtig funktionieren oder schlechter klingen würden. Mehr dazu gerne später.

    --

    #8113543  | PERMALINK

    katharsis

    Registriert seit: 05.11.2005

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    gypsy tail wind
    Die beiden Leo Parker-Alben auf Blue Note scheinen mir in diesem Kontext allerdings interessant, denn sie zeigen möglicherweise die Herkunft der mittelgrossen Bands an, die Riverside damals hin und wieder produzierte. Parker hatte zuvor u.a. mit Illinois Jacquet gespielt, der wie James Moody und diverse eher dem R&B zuzurechnende Saxophonisten eine Band mit vier oder fünf Bläsern plus Rhythmusgruppe leitete. Das ist eine ältere Traditionslinie, auf die Riverside sich wohl auch bezogen hat.

    Das sehe ich auch so, an Parker habe ich nur nicht gedacht. „Let me tell you ‚bout it“ stellt alleine schon wegen der Besetzung ein tolles Blue Note-Album dar, und eben weil der Leader ein Baritonspieler ist. „Rollin‘ with Leo“ steht dem in nichts nach, nur dass es eben wieder Opfer der Veröffentlichungspolitik wurde. Sehr schade, auch wegen Dave Burns.

    THELONICADa geht es ja größtenteils ums Ensemblespiel, teilweise ist das wohl eher „Arranger-Jazz“ . Ich glaube aber allerdings, dass diese Alben ohne Bariton nicht so richtig funktionieren würden. Mehr dazu gerne später.

    Ja, das stimmt. Gerade Sam Jones ging es ja darum, seine ‚Society‘ vorzustellen, die ja gerade als eine Art „Frat Pack“ funktioniert. Dumm nur, dass ich da meist nur auf sein Cello höre. :lol:

    --

    "There is a wealth of musical richness in the air if we will only pay attention." Grachan Moncur III
    #8113545  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

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    gypsy tail wind Das ist eine ältere Traditionslinie, auf die Riverside sich wohl auch bezogen hat.

    Guter Gedanke, oder ist die Idee mehr den Arrangeuren zuzuschreiben? Moody hatte tatsächlich schon vorher größere Besetzungen, oft mit Bariton als Ergänzung. Und natürlich klingt das dann gleich ganz anders. Passte außerdem sehr gut zu Moodys Spiel, als feiner Kontrast.

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    #8113547  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Biomasse

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    THELONICAGuter Gedanke, oder ist die Idee mehr den Arrangeuren zuzuschreiben? Moody hatte tatsächlich schon vorher größere Besetzungen, oft mit Bariton als Ergänzung. Und natürlich klingt das dann gleich ganz anders. Passte außerdem sehr gut zu Moodys Spiel, als feiner Kontrast.

    Es ist wohl beides… in der alten Schule ist es die der herumziehenden little big band, die Jacquet quasi exemplifiziert, die Moody in den Bebop übertragen hat. Meistens mit Trompete, Posaune, Tenor- und Barisax, manchmal zwei Trompeten, manchmal noch ein Altsax dazu.
    Die Arrangeure kommen dann – so meine Vermutung – erst in den 50ern stärker als prägende Figuren ins Spiel. Die Riverside-Scheiben, die Du nennst, sind bestimmt stark von den Arrangements her geprägt! Allerdings kann man wohl bei den betreffenden Arrangeuren wiederum eine Vertrautheit mit diesen früheren Bands voraussetzen und davon ausgehen, dass sie quasi den Versuch unternahmen, den Sound in die Hardbop-Zeit, den Hardbop-Stil zu übersetzen.

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    #8113549  | PERMALINK

    alexischicke

    Registriert seit: 09.06.2010

    Beiträge: 1,776

    Die einzigen Baritonsaxer die ich habe sind Gerry Mulligan und Harry Carney.

    Muilligan gefällt mir sehr gut mein Favouriten sind die Concert Band Session, hier spielt er ohne Klavier! und das wunderschöne Album „Jeru“.

    --

    #8113551  | PERMALINK

    deleted_user

    Registriert seit: 20.06.2016

    Beiträge: 7,399

    Zu Pepper Adams:

    Ich kenne nur ein Album mit ihm, und zwar Lee Morgan’s „The Cooker“ von 1957.
    Dort ist mir (als Laie) sein Baritonspiel eher negativ aufgefallen, da seine Solos oft sehr hektisch rüberkommen und so den schönen Groove der Stücke etwas stören. Ob das ein künstlerischer Kontrastpunkt sein soll, oder er einfach nur sein Können zur Schau stellen wollte… ich glaube eher zweiteres.
    Wenn ihr oben seinen Stil mit „agressiv“ und „scharf“ beschreibt, wird mir auch klar, dass Adams wohl immer so klingt, trotzdem möchte mir dieser Stil auf „The Cooker“ einfach nicht gefallen. Vielleicht hätte er sich hier anders einfügen sollen… oder vielleicht auch nicht und ich höre nur die Intention nicht, die dahintersteckt.
    Leider habe ich auch keine Vergleichsmöglichkeit zu einem anderen Bariton, so weit ich weiß, ist „The Cooker“ das einzige Album mit diesem Instrument, das mir bekannt ist.

    Hört das jemand ähnlich?
    Oder kann mir jemand einen Wink geben, damit ich besser verstehen und hören kann, was da am Bariton passiert?

    --

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