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herzlich willkommen zum wahrscheinlich letzten bft des jahres 2016. ich habe 16 stücke ausgewählt, die ich mag (vor allem ihren sound und die haltung dahinter, es ging mir weniger um tolle soli oder große individualisten). aufgenommen ist das alles von mitte der 60er bis 2015, wobei ich diesmal weniger aktuelles dabei habe als sonst. am rande werden einige kontexte gestreift, die in diesem jahr hier thema waren.
die regeln sind so wie immer: einfach frei von der leber weg was dazu schreiben, vielleicht ein wenig versuchen, herauszufinden, um was es sich handelt – und bei erfolg bitte erstmal nichts konkretes verraten.
gypsy und redbeans werden ganz sicher einiges kennen, soulpope, wenn er mitmacht, wahrscheinlich noch mehr – aber darum geht es ja erst mal nicht.
ich bin gespannt, was euch dazu so einfällt. aufgelöst wird kurz vor weihnachten.
ach so, auch das ein üblicher hinweis: wer mithören oder -schreiben möchte, aber noch keinen link bekommen hat, bitte einfach anfragen.
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WerbungLäuft gerade … #6 ist der erste, den ich definitiv kenne … bis dahin macht das aber schon mal ordentlich Spass, von der Lounge zu orange-pinken Kleidern ist da alles drin
Der Saxer auf #6 ist grossartig (vom Trompeter brauchen wir nicht zu reden, ich verabscheue „Kult“, aber der Mann ist trotzdem Kult) – ein Rätsel, dass der sonst nichts gemacht hat. Das Album steht hier schon 20 Jahre im Regal, ein Zufallskauf kurz nachdem ich das Label über seine wichtigsten Alben entdeckt hatte – und sofort viel Liebe, obwohl man natürlich schon die Schwächen raushört (Soli, die in der Mitte zerfallen und nur noch ausfransen und sowas – ich leide dann irgendwie mit und hoffe, die kriegen nochmal die Kurve … ähnlich wie bei der „Friday the 13th“-Session, doch ich will nicht zuviel verraten, pardon falls ich das schon hab).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #162: Neuentdeckungen aus dem Katalog von CTI Records, 8.4., 22:00; # 163: 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaOkay, der erste Durchgang ist vorbei, noch keine Notizen gemacht, nicht mal geguckt, welcher Track jeweils grad läuft … erkannt habe ich neben #6 nur noch den offensichtlichsten aller Tracks, jenen mit Gesang (nicht Krog natürlich) … nicht die Art Stimme, die mich persönlich anspricht, aber schon verdammt cool. Überhaupt sind da einige tolle 70er-Grooves dabei, E-Pianos, Bässe (und zum Glück Leute, die noch wussten, wie man diese aufnimmt) … ziemlich entspannter Mix, alles in allem, als erstes Fazit würde ich sagen zu wengistens drei Vierteln nicht so ganz mein Gebiet, aber umso interessanter wird es, genauer hinzuhören und dazu ein paar Gedanken zu notieren (kann aber noch etwas dauern, morgen komme ich nicht dazu und die nächste StoneFM-Sendung ist auch nur noch eine gute Woche weg und ich habe noch keinen Plan).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #162: Neuentdeckungen aus dem Katalog von CTI Records, 8.4., 22:00; # 163: 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbazu drei vierteln nicht dein gebiet?? das macht es natürlich umso spannender ;) aber ein genaues hinhören lohnt sich trotz der scheinbar sich selbst genügenden grooves.
und #6 kenne ich erst seit diesem jahr, es ist ja auch noch nicht mal zur zeit der aufnahme herausgekommen, unfassbar. es hat ja quasi eine prä-loft-atmosphäre, wie die sun-ra-aufnahmen der zeit, und trotzdem atmet alles und hat luft…
aber ich war mir natürlich sicher, dass du das (und #4) kennst.und die singende dame kann man wahrcsheinlich furchtbar leicht googeln.
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So, ich habe jetzt alle Titel mal angespielt, erste Erkenntniss, ich kenne nichts davon. Viele Tttel nach meinem Eindruck auch neueren Datums. Werde mir alle Titel mal in Ruhe anhören. Nur bei Titel #1 kann ich gleich sagen, nicht meins. Hört sich an, als ob da Jemand noch an seinem Instrument übt. Bin aber auch nicht so der Soloinstrument Hörer, ist bei den Soloaufnahmen von z.B. Albert Mangelsdorff, den ich sehr mag, auch nicht anders. Ewig lange nur Trombone geht auch nicht, mir zu anstrengend.
Aber es sind einige Titel dabei, die schonmal neugierig machen.
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wolle62So, ich habe jetzt alle Titel mal angespielt, erste Erkenntniss, ich kenne nichts davon. Viele Tttel nach meinem Eindruck auch neueren Datums. Werde mir alle Titel mal in Ruhe anhören. Nur bei Titel #1 kann ich gleich sagen, nicht meins. Hört sich an, als ob da Jemand noch an seinem Instrument übt. Bin aber auch nicht so der Soloinstrument Hörer, ist bei den Soloaufnahmen von z.B. Albert Mangelsdorff, den ich sehr mag, auch nicht anders. Ewig lange nur Trombone geht auch nicht, mir zu anstrengend.
Aber es sind einige Titel dabei, die schonmal neugierig machen.viele dank für diese erste rückmeldung! nur drei stücke sind vergleichsweise neu (aus den letzten 10 jahren). was #1 angeht, kann ich das nachvollziehen, mich interessiert bei sowas wie saxofon solo auch eher, was jemandem dazu einfällt, um das interessant zu machen, hier mag ich das. aber es ist auch ein etwas anders gelagertes anliegen, diese stimme hier in einem 2016-bft dabei zu haben – und außerdem wäre die frage, ob man nicht trotz der ganzen schrägheiten erkennen könnte, was hier eigentlich gespielt wird?
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Ich denke auch, wenn es jetzt nicht so meins war, Jemand mit einem guten Titelgedächtnis im Jazz weiss sicherleich welches Stück hier impovisiert wird, mir kam die Melodie jedenfalls bekannt vor.
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wolle62Ich denke auch, wenn es jetzt nicht so meins war, Jemand mit einem guten Titelgedächtnis im Jazz weiss sicherleich welches Stück hier impovisiert wird, mir kam die Melodie jedenfalls bekannt vor.
Mir auch, aber drauf gekommen bin ich beim ersten Hören noch nicht. Auch nicht auf #4 aber ich war mehrmals abgelenkt und nebenbei mit Anderem beschäftigt. Das mit den drei Vierteln ist auch nur ein erster Eindruck – und selbstverständlich kein Werturteil.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #162: Neuentdeckungen aus dem Katalog von CTI Records, 8.4., 22:00; # 163: 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaDer Titel #2 scheint als Gegenstück zum Ersten gedacht zu sein. Ich kenn es zwar trotzdem nicht, mir fällt hier zunächst mal der Begriff „Ganz Nett“ ein. Das tut keinem weh, kann man gut am Sonntag Nachmittag zum Kaffee hören. Scheint eine ältere Aufnahme, bisschen Swing mit Latineinfluss, Big Band so Ende der 50er Jahre?
Für mich, der eher über den Hard Bob der 60er Jahre zum Jazz grkommen ist, klingt es für mich etwas gefällig, aber nicht umbedingt schlecht.
zuletzt geändert von wolle62--
wolle62Der Titel #2 scheint als Gegenstück zum Ersten gedacht zu sein. Ich kenn es zwar trotzdem nicht, mir fällt hier zunächst mal der Begriff „Ganz Nett“ ein. Das tut keinem weh, kann man gut am Sonntag Nachmittag zum Kaffee hören. Scheint eine ältere Aufnahme, bisschen Swing mit Latineinfluss, Big Band so Ende der 50er Jahre?
zwischen #1 und #2 gab es ursprünglich mal ein scharnierstück, das aber leider 9 minuten lang war und viele hier daran gehindert hätte, überhaupt weiterzuhören. der bruch ist jetzt zugegebenermaßen etwas spürbarer, aber #1 ist ja nur eine art intro.
weh tut #2 wohl niemandem, die aufnahme ist aber etwas jünger als du vermutest. und eher ein quintett mit gast und aufgefüllter brass-section (wahrscheinlich im overdub).
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hier sind mal meine ersten neun (sollten eigentlich acht werden, aber das neunte ging schnell)… hab schon dreimal gehoert, auch in der ersten Haelfte ist einiges tolles dabei, aber richtig fantastisch wird es hinten raus… davon bald mehr… vielen Dank!
#1
obwohl es viel gepflegter ist, ist das ohne Ayler nicht denkbar… und das find ich glaub ich fast das interessanteste an dem Track… ich kann das auf mich wirken lassen, das geht auch immer mal fuer 30 Sekunden ganz gut… aber dass das hier fuer mich so richtig funktioniert, kann ich nicht sagen…#2
erste Reaktion ist Suedafrika, schon witzig, dass das zumindest bei mir so eine klare Schublade ist… dass gypsy sagt, er kennt es nicht, verbluefft von dem her ein wenig… das tut nicht weh, aber ein wenig mehr koennt schon passieren…#3
Klar das erste Highlight, sehr gespannt, was das ist – koennte gut irgendwas sein, was „man“ normal nie hoeren wuerd… los geht es auch wieder mit suedafrikanisch angehauchtem Groove, das wird dann umgeleitet, rund um Minute 1 zeigt man, dass man Sketches of Spain gehoert hat, eine Geige taucht auf – so ist man auf das pastorale Geige/Floete Duett besser vorbereitet… es setzt wieder Groove ein, der mich ganz dunkel an Morricone erinnert, weiss nicht genau warum… ist einfach alles drin… wenn sie das ueberzeugend auf Albenlaenge durchhalten…#4
ist so ein bisschen das selbe in gruen wie #2, und irgendwie bild ich mir ein, ich muesst das kennen, ein robuster, R&B maessiger Tenorist, eindeutig zeitlich schon ein wenig nach Hawkins und Webster… Illinois Jacquet, Al Sears… waeren so Namen gewesen… dazu eine Trompete oder Posaune, die eindeutig Ellington imitiert (was auf der kurzen Distanz allerdings noch quasi jeder kann, sind ja immer nur ein paar Toene)… ich glaub aehnliche Musik ist auch zB in Frankreich gerne gemacht worden (zumal ja alles von nach Mitte der 60er sein soll)#5
die Rhythmusgruppe gefaellt mir super, alle drei davon, Klaviersolo und Basssolo sind spitze, Schlagzeugsolo ist auch ok. Extra Lob dafuer, dass man das alles in 3 Minuten gepackt hat… einzig den etwas quaekigen Altisten find ich naja, etwas zu quaekig und unruhig#6
das Stueck kennt man, haett ich jetzt als Bop oder Hard Bop Standard einsortiert, aber komm absolut nicht drauf… und generell scheint das hier eine etwas spaetere Version zu sein, aus einer Zeit, als man sich nicht mehr soo viel muehe gegeben hat, dass alles schoen gepflegt klingt… Die Solisten sind dann aber doch wieder nicht soo progressiv, dass sie nicht in die richtige Hard Bop Zeit gepasst haetten… also, der Tenorist spielt schon eindeutig Bebop-Phrasen und so… der Pianist irritiert noch am meisten, sehr sparsam, sehr schlicht – so spielt kein richtiger Bopper…
#7
glaub nicht, dass ich das kenne, aber wenn ich raten muesste, wuerd ich sagen, das ist irgendwie Togashi zusammen mit den ueblichen Verdaechtigen (Watanabe an der Floete … und so) … wenn das aus einer ganz anderen Ecke kommt, ist das interessant fuer mich, weil ich vor Togashi eigentlich kaum Musik in dem Stil kannte, die fuer mich funktioniert hat… hinten raus wird es dann so kitschig, dass es fast ein Watanabe Album sein koennte…
#8
genau mein Ding, und eine prima Fortsetzung des letzten Tracks… Auch das wieder Musik, die davon lebt, dass der Schlagzeuger sie lebendig haelt, die Trompete steht in der Mitte rum, Bass und Gitarre machen ein angenehmes Flirren… dass dann nach vier Minuten quasi ein Stueck im Stueck einsetzt hatt ich gestern beim Durchlaufen lassen gar nicht mitbekommen… ich mag beide…
#9
sowas hat fuer mich noch nie funktioniert, und funktioniert auch hier nicht… in der Tat findet man das schlagartig, wenn man Maiden Voyage Vocal Version googlet… interessant, aber ich bin bei der Singerei draussen…
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.und der Rest:
#10
Epiano… der Groove gefaellt, vom Sound her kann man mit der Besetzung auch nicht viel falsch machen, zumal der Bass echt gut klingt… fuer die tollen Einfaelle des Pianisten wuerd ich das jetzt nicht hoeren wollen, allerdings kann man wohl auch argumentieren, dass fuer wirkliche Solohoehenfluege in dieser Musik kein Platz ist… nichtsdestotrotz – eine kleine Spur zu langweilig find ichs…
#11
das hier ist zum Beispiel viel interessanter… erinnert mich stark an den Jazz meiner Jugend, also so ca 1997, David Torn, Jean Paul Bourelly, die Zeit als so stark verzerrte Gitarren im Jazz recht hauefig zu hoeren waren… allerdings ist Torn zB doch ein gutes Stueck synthetischer – und die Aufnahme damit vermutlich auch etwas aelter
#12
diese Art wie der Bass hier fuehrt erinnert mich ja spontan an Weather Report, aber vllt noch geschmackvoller. Jedenfalls auch eine Art Musik, die ich ganz frueher noch mehr gehoert hab, als jetzt… das kann eigentlich genausogut neu wie alt sein… find ich klasse!
#13
Kirchenorgel (oder so)! Bin sehr gespannt, was das ist… auch das hier mehr was fuer die Atmosphaere, aber Atmosphaere ist ja auch wichtig…
#14
und hier wird man wieder aufgeweckt… funktioniert im Fluss mit den drei vorangegangenen Stuecken ganz hervorragend… falls es im Kontext mit aehnlich nervoesen Stuecken auf seinem Album zu hoeren ist, muesst ich mal sehen, wie gut das geht… ich find jedenfalls nervoese Rhythmen und nervoese Gitarren deutlich charmanter als nervoese ALtsaxophone…#15
irgendwie bild ich mir ja ein, ich haett das schonmal gehoert… ich rate einfach mal Kikuchi#16
Klaviertrio mit einem sehr sparsamen, praezisen Schlagzeug, und noch sparsamerem Klavier… wenn ich so mit den vorherigen Tracks vergleiche, fehlt mir wahrscheinlich ein bisschen Abwechslung im Sound, aber eigentlich auch nicht wirklich… das ist schon ein ziemlich gelungener Ausklang!--
.redbeansandricehier sind mal meine ersten neun (sollten eigentlich acht werden, aber das neunte ging schnell)… hab schon dreimal gehoert, auch in der ersten Haelfte ist einiges tolles dabei, aber richtig fantastisch wird es hinten raus… davon bald mehr… vielen Dank!
danke für deine schnellen und tollen kommentare! freue mich, dass dir gerade die zweite hälfte gefällt, da sind einige unverschämtheiten drin, die ich persönlich sehr mag.
redbeansandrice#1
obwohl es viel gepflegter ist, ist das ohne Ayler nicht denkbar… und das find ich glaub ich fast das interessanteste an dem Track… ich kann das auf mich wirken lassen, das geht auch immer mal fuer 30 Sekunden ganz gut… aber dass das hier fuer mich so richtig funktioniert, kann ich nicht sagen…klar, ayler, folklore und das einen-scheiß-auf-form-und-anstand-geben. es kommt hier noch was dazu, was man wohl seit einiger zeit auch in musikhochschulen lernen kann, da baut sich (auch für mich) schon ein widerspruch auf. auch hier keine idee, was das ausgangsmaterial sein könnte?
redbeansandrice#2
erste Reaktion ist Suedafrika, schon witzig, dass das zumindest bei mir so eine klare Schublade ist… dass gypsy sagt, er kennt es nicht, verbluefft von dem her ein wenig… das tut nicht weh, aber ein wenig mehr koennt schon passieren…nicht südafrika. und natürlich könnte da mehr passieren, vor allem bei einem beteiligten. eine idee, wen wir hier – vom festen spaßrhythmus eingezängt – hören?
redbeansandrice#3
Klar das erste Highlight, sehr gespannt, was das ist – koennte gut irgendwas sein, was „man“ normal nie hoeren wuerd… los geht es auch wieder mit suedafrikanisch angehauchtem Groove, das wird dann umgeleitet, rund um Minute 1 zeigt man, dass man Sketches of Spain gehoert hat, eine Geige taucht auf – so ist man auf das pastorale Geige/Floete Duett besser vorbereitet… es setzt wieder Groove ein, der mich ganz dunkel an Morricone erinnert, weiss nicht genau warum… ist einfach alles drin… wenn sie das ueberzeugend auf Albenlaenge durchhalten…oh ja, da ist eine menge drin. und das geht auch auf albumlänge. ich komme an dem herrn schlecht vorbei, wenn es hier im forum um arrangeure geht – und hier wird für mich auch deutlich warum. ich hätte allerdings auch nichts dagegen, wenn sie hier an einem groove festgehalten hätten. oder zumindest an zweien. morricone finde ich jetzt nicht sooo abwegig, allerdings hat der ja meines wissens nicht ein einziges jazzalbum arrangiert (oder?). aber thema & mittel sind vergleichbar.
redbeansandrice#4
ist so ein bisschen das selbe in gruen wie #2, und irgendwie bild ich mir ein, ich muesst das kennen, ein robuster, R&B maessiger Tenorist, eindeutig zeitlich schon ein wenig nach Hawkins und Webster… Illinois Jacquet, Al Sears… waeren so Namen gewesen… dazu eine Trompete oder Posaune, die eindeutig Ellington imitiert (was auf der kurzen Distanz allerdings noch quasi jeder kann, sind ja immer nur ein paar Toene)… ich glaub aehnliche Musik ist auch zB in Frankreich gerne gemacht worden (zumal ja alles von nach Mitte der 60er sein soll)sehr entschieden nicht aus frankreich. sehr entschieden woanders her. hätte schwören können, dass du das kennst. beim trompeter hast du, obwohl das wohl jeder kann, was er da macht, genau ins schwarze getroffen.
redbeansandrice#5
die Rhythmusgruppe gefaellt mir super, alle drei davon, Klaviersolo und Basssolo sind spitze, Schlagzeugsolo ist auch ok. Extra Lob dafuer, dass man das alles in 3 Minuten gepackt hat… einzig den etwas quaekigen Altisten find ich naja, etwas zu quaekig und unruhigdas ist ein quäkiges tenor. und das klaviersolo finde ich auch toll. und so ein stück entsteht wohl, wenn man noch 3 minuten platz hat auf einem album.
redbeansandrice#6
das Stueck kennt man, haett ich jetzt als Bop oder Hard Bop Standard einsortiert, aber komm absolut nicht drauf… und generell scheint das hier eine etwas spaetere Version zu sein, aus einer Zeit, als man sich nicht mehr soo viel muehe gegeben hat, dass alles schoen gepflegt klingt… Die Solisten sind dann aber doch wieder nicht soo progressiv, dass sie nicht in die richtige Hard Bop Zeit gepasst haetten… also, der Tenorist spielt schon eindeutig Bebop-Phrasen und so… der Pianist irritiert noch am meisten, sehr sparsam, sehr schlicht – so spielt kein richtiger Bopper…kein standard. etwas komponieren zu können, was auf anhieb wie ein standard klingt, ist sozusagen das herausragende merkmal des leaders hier. über den tenoristen weiß gypsy (und du vielleicht auch) mehr als ich. ich finde aber auch das klavier am tollsten, weil es sich in der tat von der hardbop-vorlage löst. aber den pianisten kennt absurderweise kein mensch.
redbeansandrice#7
glaub nicht, dass ich das kenne, aber wenn ich raten muesste, wuerd ich sagen, das ist irgendwie Togashi zusammen mit den ueblichen Verdaechtigen (Watanabe an der Floete … und so) … wenn das aus einer ganz anderen Ecke kommt, ist das interessant fuer mich, weil ich vor Togashi eigentlich kaum Musik in dem Stil kannte, die fuer mich funktioniert hat… hinten raus wird es dann so kitschig, dass es fast ein Watanabe Album sein koennte…das hast du völlig falsch zugeordnet ;) aber an den falschen zuordnungen würde ich an anderer stelle festhalten. kitschig finde ich es nicht, im gegenteil, ich finde gerade die entwicklung großartig.
redbeansandrice#8
genau mein Ding, und eine prima Fortsetzung des letzten Tracks… Auch das wieder Musik, die davon lebt, dass der Schlagzeuger sie lebendig haelt, die Trompete steht in der Mitte rum, Bass und Gitarre machen ein angenehmes Flirren… dass dann nach vier Minuten quasi ein Stueck im Stueck einsetzt hatt ich gestern beim Durchlaufen lassen gar nicht mitbekommen… ich mag beide…fortsetzung stimmt. ich mag auch beide stücke ;) und der schlagzeuger ist sowieso großartig.
redbeansandrice#9
sowas hat fuer mich noch nie funktioniert, und funktioniert auch hier nicht… in der Tat findet man das schlagartig, wenn man Maiden Voyage Vocal Version googlet… interessant, aber ich bin bei der Singerei draussen…sorry & nachvollziehbar. ich weiß auch nicht, ob ich die stimme mag, aber in einem dj-set, wo ich das zum ersten mal gehört habe, funktioniert das alles wie etwas, was aus großer tiefe an die glitzernde oberfläche emporgespült wird. ein album der mehrfachfalschen entscheidungen und deswegen wahrscheinlich heute sehr gefragt. es dient hier tatsächlich ein bisschen als überleitung.
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redbeansandrice
#10
Epiano… der Groove gefaellt, vom Sound her kann man mit der Besetzung auch nicht viel falsch machen, zumal der Bass echt gut klingt… fuer die tollen Einfaelle des Pianisten wuerd ich das jetzt nicht hoeren wollen, allerdings kann man wohl auch argumentieren, dass fuer wirkliche Solohoehenfluege in dieser Musik kein Platz ist… nichtsdestotrotz – eine kleine Spur zu langweilig find ichs…das ist das einzige dj-affine stück auf dem album, der rest ist jazziger und zur hälfte auch akustisch. aber ich finde, dass man schon mal hervorheben muss, wenn etwas so gut funktioniert wie hier (es gab ja massenweise wiederaufgelegte musik dieser art, ganz vieles wahnsinnig langweilig, da finde ich das hier mehrere spuren interessanter). ich hatte gerade bei dir gehofft, dass du den sound hier toll findest, warm undsoweiter. ist ja wohl auch so. das solo ist tatsächlich wenig mehr als am-laufen-halten, aber dieses kleine thema, das immer was andeutet, aber eigentlich nur eine endlosschlaufe produziert, finde ich schon sehr toll ausgeführt (wie solo immer wieder ins thema und thema immer wieder ins solo führt).
redbeansandrice#11
das hier ist zum Beispiel viel interessanter… erinnert mich stark an den Jazz meiner Jugend, also so ca 1997, David Torn, Jean Paul Bourelly, die Zeit als so stark verzerrte Gitarren im Jazz recht hauefig zu hoeren waren… allerdings ist Torn zB doch ein gutes Stueck synthetischer – und die Aufnahme damit vermutlich auch etwas aelterdas ist genau richtig erkannt: weniger synthetisch & älter. torn & bourelly wurden hier erfunden. nicht hendrix, aber fast.
redbeansandrice#12
diese Art wie der Bass hier fuehrt erinnert mich ja spontan an Weather Report, aber vllt noch geschmackvoller. Jedenfalls auch eine Art Musik, die ich ganz frueher noch mehr gehoert hab, als jetzt… das kann eigentlich genausogut neu wie alt sein… find ich klasse!ja, vollkommen zeitlos. und in seiner sanftheit und seinem minimalismus überhaupt nicht langweilig. bin wirklich sehr gespannt, ob das jemand errät.
redbeansandrice#13
Kirchenorgel (oder so)! Bin sehr gespannt, was das ist… auch das hier mehr was fuer die Atmosphaere, aber Atmosphaere ist ja auch wichtig…atmosphäre ist das eine, das andere charakteristikum kann sich hier nicht entfalten. und ja: kirchenorgel!
redbeansandrice#14
und hier wird man wieder aufgeweckt… funktioniert im Fluss mit den drei vorangegangenen Stuecken ganz hervorragend… falls es im Kontext mit aehnlich nervoesen Stuecken auf seinem Album zu hoeren ist, muesst ich mal sehen, wie gut das geht… ich find jedenfalls nervoese Rhythmen und nervoese Gitarren deutlich charmanter als nervoese ALtsaxophone…freut mich sehr! tatsächlich ist das ganze album so und deshalb auch nicht durchhörbar. aber in dieser kürze funktioniert das perfekt. keine idee, wer das ist?
redbeansandrice#15
irgendwie bild ich mir ja ein, ich haett das schonmal gehoert… ich rate einfach mal Kikuchibingo. musste in (m)einem 2016-bft drin sein, und ich habe lange überlegt wie.
redbeansandrice#16
Klaviertrio mit einem sehr sparsamen, praezisen Schlagzeug, und noch sparsamerem Klavier… wenn ich so mit den vorherigen Tracks vergleiche, fehlt mir wahrscheinlich ein bisschen Abwechslung im Sound, aber eigentlich auch nicht wirklich… das ist schon ein ziemlich gelungener Ausklang!sehr schön. habe mich auch irgendwann dagegen entschieden, danach noch was anderes zu setzen.
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ok, mit gypsys tipps oben konnte ich #6 klaeren („dass der sonst nichts gemacht hat“)… hab das Album selber erst ein, zweimal gehoert, aber kenn die Aufnahmen des Stuecks von Don Patterson und Lee Morgan, wobei ich vor allem letztere im Ohr hatte… da stellt sich schnell Standard-Gefuehl ein…
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