Female Voices in Jazz (war: 25 feine Damenstimmen)

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  • #5308197  | PERMALINK

    uncle-meat

    Registriert seit: 27.06.2005

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    Seit Jahren eine meiner Favoritinen : Julia Lee , war sie in den 40er noch ein Star , ist sie heute völlig zu unrecht fast gänzlich in Vergessenheit geraten.
    Insbesondere ihr „Lotus Blossom“, hier (Hörprobe vom Original CD2 Nr.22) http://www.emusic.com/album/10746/10746752.htmlist für mich immer noch einer der schönsten Songs die ich kenne.

    --

    Nous vivons médiocres, aujourd'hui, quand de telles leçons musicales nous sont données par les jeunes gens du passé. Merci Frank!!
    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #5308199  | PERMALINK

    asdfjkloe

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    Teil 15 : Billie Holiday

    Die Geschichte der am 7.4.1915 geborenen Eleanora Fagan Gough ist sicher eine buchfüllende Angelegenheit und wäre hier eine seitenlange Kurzbiografie.

    Daher hier nur kurz umrissen, teils stichwortartig, einige Fakten und Stationen dieser bemerkenswerten Sängerinnen, für viele eine der größten Jazzsängerinnen überhaupt.

    Billie’s Stimme war eigentlich keine Stimme, sie war ein Instrument.

    1927 Umzug nach New Jersey und New York(Brooklyn).

    Erste Tätigkeit nicht als Sängerin, sondern als Prostituierte, um für sich und ihre Mutter den Lebensunterhalt zu verdienen.

    Erste Auftritte als Sängerin dann ab etwa 1930 in New Yorker Clubs.

    1933 erste Erwähnung durch John Hammond und bald darauf erste Demoaufnahmen im Columbia-Studio. („Your Mother’s Son-In-Law“)

    1935 Debüt im Apollo-Theater.

    Im gleichen Jahr weitere Plattenaufnahmen, hier mit Teddy Wilson.

    Zusammenarbeit mit Lester Young („Pres“,der sie „Lady Day“ nannte), Artie Shaw.

    Weitere Aufnahmen für Columbia, dann 1944 für Decca. In diese Zeit fällt auch die erste Aufnahme eines ihrer großen „Hits“, „Strange fruit“, für damalige Zeiten ein mutiger Schlag gegen den in den Südstaaten praktizierten Rassismus.

    Gleichzeitig erste Auswirkungen heftigen Drogenkonsums.(Alkohol, Marihuana, Opium, Heroin)

    Damit verbunden kam es zu Gefängnisaufenthalten.

    1947 eine kleine Rolle mit Louis Armstrong in dem Film „New Orleans“, als Zimmermädchen.

    Auftrittsverbote durch die Verurteilung wegen der Drogen.

    Ab ca. 1952 begann sie für Norman Granz, den Inhaber von VERVE Records, aufzunehmen.
    Auch hier, wie in den Jahren zuvor, immer wieder mit Spitzenmusikern, Ben Webster war wieder dabei, Oscar Peterson, Harry Edison u.v.a..

    1954 große Europatournee mit großem Erfolg.

    Rückkehr zu Columbia/CBS, 1957 der letzte größere Auftritt in der CBS-Show „The Sound of Jazz“, mit dabei Ben Webster, Lester Young, Coleman Hawkins, die drei großen Tenoristen.

    Die letzte Schallplatte erscheint, „Lady in Satin“, satt mit Streichern versehen.(Ray Ellis)

    Weitere , kurze Auftritte in Europa, dann immer wieder Zusammenbrüche infolge der angegriffenen Organe.(Leber und Herz)

    Am 17.7.1959 starb Billie Holiday, noch immer unter ständigem Heroineinfluß.

    Billie hatte ihre persönliche Tragik stets in ihre Musik einfließen lassen können.

    Man kann den ständigen Kampf um Liebe, um Ansehen, Geld, Krankheit aus ihrer Stimme, aus der Stimmung heraushören, das war reines Bluesfeeling.

    Diese Stimmung und den Jazz trug sie in die Welt der populären Musik und wurde vielleicht auch so zu einer der großen Pop-Sängerinnen der damaligen Zeit, zumal sie auch in ihrem Repertoire Stücke der sog. „Tin Pan Alley-Tradition“ aufnahm.

    Wer sich musikalisch einen Einsteiger – Überblick verschaffen möchte, tut gut daran, sich jeweils einen Sampler aus der CBS-, aus der DECCA- und der VERVE-Phase anzuschaffen.

    Auswahl gibt es zwischenzeitlich reichlich.(God bless the child – The very best of Billie Holiday – CBS —The Billie Holiday Story – DECCA —The best of the VERVE years – VERVE, als Beispiele)

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    #5308201  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 5,915

    Teil 16 : Lena Horne

    Geboren am 30.6.1917(in New York) war/ist Lena Mary Calhoun Horne ein wahres Showtalent.

    Ihre Karriere umfasst Schallplattenaufnahmen im Zeitraum von 1936 – 2000, Shows am Broadway, Auftritte in Nachtclubs und Shows in Radio und Fernsehen.

    Aus einer gebildeten , „upper.middle-class“-New Yorker Familie stammend, genoß sie eine gute Ausbildung, nahm Tanzstunden und im Alter von 16 Jahren konnte sie bereits als Chorsängerin im legendären „Cotton Club“ auftreten.

    Sie nahm nun intensiv Gesangsunterricht, wurde 1934 entdeckt, was zu ersten Auftritten am Broadway führte und den ersten Schallplattenaufnahmen 1936.
    Musicalproduktionen folgten und 1941 schloß sie sich dem Orchester von Charlie Barnet an, mit weiteren Plattenaufnahmen.
    Im gleichen Jahr gab es dann auch ihre ersten Soloaufnahmen.

    Rollen in Spielfilmen folgten(Panama Hattie, Stormy Weather und viele mehr…) sowie Theaterauftritte.

    Musikalisch bewegte sie sich vornehmlich im Jazzumfeld, mit Musikern wie Teddy Wilson, Artie Shaw…, obgleich sie sich sogar im Jahre 1971 mit Songs von Paul McCartney, Elton John oder Leon Russell beschäftigte, auf dem Album Nature’s Baby“.

    Zwar hatte sie 1980, immerhin im Alter von 63, ihren Ruhestand angekündigt, aber daraus wurde nichts.

    So initierte sie als nächstes eine „One man, äh, ,woman(!)-show“ am Broadway, „“The Lady and her music“, von 1981 bis 1982.
    Plattenaufnahmen erfolgten auch weiter regelmäßig, Auftritte auf Jazzfestivals – das volle Programm!

    Insofern ein erfülltes Leben, und mittlerweile soll sich die Dame dann auch etwas zurückgezogen haben.

    Einige Plattentipps, hier : Kompilationen:

    „Stormy Weather – The Legendary Lena 1941-1958”
    “The classic Lena Horne”
    “The young star”
    oder, wer es etwas “schmusiger” möchte:
    „Love Songs“

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    #5308203  | PERMALINK

    vega4

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    @asdfjklö: Schön das es hier weitergeht! Wieder ein sehr schöner Text über eine mir völlig unbekannten Lena Horne. Werde mich wegen einer Kompilation umsehen

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    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5308205  | PERMALINK

    asdfjkloe

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    Teil 17 : Sarah Vaughan

    S.V. lebte vom 27.3.1924 – 3.4.1990.

    Wie viele andere, später berühmt gewordene Künstler, begann ihre Laufbahn als Kind in der Kirche, beim Gospelgesang. Später erhielt sie noch eine Klavierausbildung.
    Das erste Engagement ergab sich in der Bigband von Earl Hines, mit ersten Aufnahmen aus 1943 und 1944.
    Es folgte eine Zusammenarbeit mit dem Sänger und Orchesterleiter Billy Eckstine.
    Durch das grassierende Bebop-Fieber angesteckt, erstarkte das Interesse an dieser Musik.
    Dieses schlug sich sicher auch in ihrem Vokalstil nieder, verwendete sie doch fortan bestimmte Phrasierungen dieser Richtung.
    Nach einer Zusammenarbeit mit John Kirby startete sie letztlich 1946 ihre Solokarriere.
    Hier arbeitete sie mit vielen Größen des Jazz zusammen, Gillespie, Miles Davis, Charlie Parker, Clifford Brown u.a.)
    Aber nicht nur Jazz, sondern auch populäres Liedgut verarbeitete Vaughan, insbesondere in den 50erJahren.
    Bis etwa 1982 nahm sie regelmäßig Schallplatten für verschiedene Firmen auf, u.a. Mercury, Columbia, Roulette und zuletzt für Pablo.
    Neben der erwähnten starken Bebop-Prägung des Gesanges fiel „Sassy“ dadurch auf, daß sie eine sehr flexible, äußerst kraftvolle und ausdrucksvolle Stimme mit einem hervorragenden Vibrato zur Schau stellte. Egal, was sie sang, klang einfach gut!
    So war es nicht verwunderlich, daß sie noch heute in einem Atemzug mit Billie Holiday und Ella Fitzgerald genannt wird, wenn es um die besten Sängerinnen des Jazz geht.

    Für einen guten Überblick – wer sich denn erst einmal mit Samplern begnügen möchte – empfehle ich folgende Veröffentlichungen:

    Columbia Years 1949 – 1953
    Quiet now : Dreamsville (Kollektion ruhiger Songs)
    Interlude (auf NAXOS) 1944-1947
    Sarah Vaughan on Mercury
    Verve Jazz Masters

    Ansonsten, sicher nicht nur für mich eine unverzichtbare Scheibe ist die Zusammenarbeit mit Clifford Brown, dokumentiert auf „Sarah Vaughan with Clifford Brown“, aus dem Jahre 1954!

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    #5308207  | PERMALINK

    vega4

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    @asdfjklö: Oh, Sarah Vaughan… Einer der besten Sängerinnen forever!!! Kennst du vielleicht die Live Platte „Sassy swings the tivoli“ von 1963? Eine der schönsten Livealben die es meiner Meinung gibt…

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    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5308209  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

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    Vega4@asdfjklö: Oh, Sarah Vaughan… Einer der besten Sängerinnen forever!!! Kennst du vielleicht die Live Platte „Sassy swings the tivoli“ von 1963? Eine der schönsten Livealben die es meiner Meinung gibt…

    Nein, diese Platte werde ich wohl noch kennen lernen müssen!

    Aber nun zu :

    TEIL 18 : Eartha Kitt

    Eartha Kitt und „feine Damenstimmen“???

    Na ja, nicht so ganz sicher, denn „Catwoman“ schnurrte“ oft mehr als sie sang…
    Neben der kehligen Stimme baute sie auch ein ganz bestimmtes „Vamp-Image“ auf.

    So oder so, Eartha Mae Kitt wurde am 17.1.1927 geboren(Achtung – bald 80.Geburtstag!).
    Vom Land(South Carolina) siedelte sie im Alter von 8 nach Harlem, N.Y., über.
    Nach Tanz- und Klavierstunden und einer begonnenen Ausbildung an der High School für bildende Künste musste sie diese abbrechen und kam bei einer Tanzschule unter, mit Tourneen in Amerika und Europa. Eartha war 16 und wurde in Paris von einem Nachtclubbesitzer als Sängerin entdeckt.
    Erste schauspielerische Erfahrungen ergaben sich durch einen Kontakt zu Orson Welles.

    Nach Rückkehr in die USA bestritt sie zahlreiche Auftritte in der Nachtclub-Szene New York’s.
    Dieses führte zur Veröffentlichung einer ersten Schallplatte, das war 1953 „RCA Victor presents Eartha Kitt“.
    Weitere erfolgreiche Alben folgten und ebenso erfolgreich gab es Rollen in Spielfilmen, so zusammen mit Sammy Davis Jr. oder Nat King Cole.
    1967 kam es dann zur Übernahme der Rolle der „Catwoman“ in der TV-Serie „Batman“.
    1968 gab es einen folgenschweren Vorfall, als Eartha Kitt sich anlässlich eines Besuches im „Weißen Haus“ „abfällig“ über den Vietnam-Krieg äußerte. Sie wurde zur Zielscheibe von CIA und FBI, so daß sie aufgrund fehlender Auftrittsmöglichkeiten nach Europa übersiedeln musste.
    Erst im Jahre 1978 kehrte sie in das Heimatland zurück.
    Nachdem Präsident Jimmy Carter sie persönlich willkommen hieß, war sie rehabilitiert.
    Sie arbeitete weiterhin in Clubs, drehte Filme und nahm regelmäßig Schallplatten auf.
    Auf jeden Fall ist Eartha eine sehr vielseitige Künstlerin, die noch heute aktiv ist.

    Die aus meiner Sicht schönsten Plattenaufnahmen fallen jedoch in die 50erJahre und sind perfekt dokumentiert auf dem Sampler „Purr-Fect:Greatest Hits“. (1952-1957)
    Wer es preiswert (und gut) möchte, der möge einsteigen mit „Heavenly Eartha“, auch die 50er-Periode abdeckend.

    --

    #5308211  | PERMALINK

    vega4

    Registriert seit: 29.01.2003

    Beiträge: 8,667

    @asdfjklö: Ich kenne leider nur Aufnahmen nach den 50er von ihr. Also entging mir scheinbar ihre beste Phase…. Werde mich mal umsehen!

    --

    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5308213  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

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    Teil 19 : Rosemary Clooney

    Gleich vorweg, ja – sie sind verwandt! George Clooney war der Neffe!

    Tante Rosemary wurde am 23.5.1928 geboren und verstarb am 29.6.2002.
    Nicht mit Reichtum gesegnet , verbrachte sie ihre Kindheit mit den jüngeren Geschwistern Betty und Nick, die Mutter ständig beruflich unterwegs, der Vater Alkoholiker.
    So verließ die Mutter alle und hinterließ die 13jährige ihrem Schicksal, bis dann, nach einer Weile, auch der Vater entschwand.
    Die Kinder schlugen sich durch, und die Zeiten besserten sich, als Rosy und Betty einen Gesangswettbewerb gewannen und, von einer Radiostation angestellt, etwas Geld verdienten.
    Erster professioneller Kontakt dann mit dem Orchester von Tony Pastor und die CLOONEY SISTERS hatten einen neuen festen Job als Sängerinnen.
    Das war 1945, und 1948 mußte Rosy allein weiter machen, da Betty sich wieder der Arbeit beim Radiosender widmete.
    1949 strebte Rosemary dann eine Solokarriere an und machte sich auf den Weg nach New York City.
    Dort gab es den ersten Plattenvertrag bei Columbia Records.
    Plattenaufnahmen erfolgten und Clooney stieg ebenfalls in das Filmgeschäft ein.
    Hier lernte sie auch den ersten Mann, Jose Ferrer, kennen.
    1956 und 1957 leitete sie ihre eigene erfolgreiche TV-Show, „The Rosemary Clooney Show“.
    Beruflicher und privater Stress führte dann zu ersten Kontakten mit diversen Drogen.
    Schon bald war ihre Karriere wieder beendet und sie musste sich oft genug mit Gelegenheitsjobs durchschlagen, und sei es in der Fernsehwerbung.
    Erst 1976 kam es durch Unterstützung des alten Freundes Bing Crosby zu einem Comeback.
    Es kam zu weiteren Plattenaufnahmen.
    Ich letzter öffentlicher Auftritt war dann im Dezember 2001.
    Eine schwere Lungenkrebserkrankung zwang sie zur Aufgabe und am 29.6.2002 starb sie dann

    Eine lange Karriere brachte immerhin 13 Hits in den 50ern.
    Sie improvisierte weniger als andere Sängerinnen, sie „klebte“ mehr an der Melodie und konnte diese wundervoll ausgestalten mit ihrer weichen, sehr gefühlvollen und ausdrucksstarken Stimme, Ihre Quellen waren Jazz, aber auch Popstücke waren im Repertoire.

    Einen schönen Überblick kann man bekommen mit solchen Veröffentlichungen wie:

    16 Most Requested Songs (Sony/Columbia)
    The Girl Singer (Bluebird)
    The best of the CONCORD years (Concord)
    The Essential (Sony/Columbia)

    --

    #5308215  | PERMALINK

    vega4

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    Beiträge: 8,667

    „The Essential“ habe ich von ihr. Muss sie mir dieses Wochenende wieder mal anhören. Sind auf jeden Fall sehr schöne Songs oben.

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    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5308217  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

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    TEIL 20 : Aretha Franklin

    Die „Queen of Soul“ näher vorzustellen, auch das hieße „Eulen nach Athen zu tragen“.

    Daher hier an dieser Stelle nur der Hinweis, daß es vor ATLANTIC und der Soul-Ära (1967) auch noch eine andere Aretha gab, die aufgrund ihres jazzmäßigen Vortrags den Weg auf meinen Sampler fand.

    Die Tochter des Reverend C.L.Franklin wurde am 25.3.1942 in Memphis geboren. Schon früh war sie als Mitglied von Gospelchören mit dem Gesang in Berührung gekommen.
    Bereits im Alter von 14 Jahren nahm sie erstmals im Studio auf, Gospel natürlich.

    1961 unterzeichnete Aretha dann ihren Plattenvertrag bei COLUMBIA.
    Auch hier schon wieder war es der unermüdliche John Hammond(Billie Holiday, Bob Dylan, Stevie Ray Vaughan), der die Sängerin „an Land zog“.
    Rhythm’n’Blues, Pop und eben auch Jazz, das war es, was Aretha aufnahm.

    Die Jazz- Aufnahmen waren jedoch stets überschattet von dem Versuch, erfolgreiche Hits herauszubringen.

    Die Sängerin mit dieser ungeheuer kraftvollen und ausdrucksvollen Stimme konnte beweisen, daß sie auch Jazzstandards auf ihre ganz besonders eigene Weise interpretieren und sich zu eigen machen konnte.

    Ein komprimiertes Hörvergnügen bietet hier u.a. die Zusammenstellung „Jazz Moods – ‚Round Midnight“, mit 14 wunderschönen Songs, zwischen 1962 und 1969 aufgenommen, also auch bereits aus der ATLANTIC-Zeit.

    Oder : „This is Jazz“ von SONY, mit 17 Stücken.

    Oder, wer sich einen umfassenden Überblick über die COLUMBIA-Zeit verpassen will, möge das tun mit „The Queen in waiting“, einer sehr gut bestückten Doppel-CD.

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    #5308219  | PERMALINK

    siendra

    Registriert seit: 15.06.2007

    Beiträge: 6

    ohje ja da sagst du was :The Queen in waiting liegt unter meinem bett, auf meinem nachttischchen und im ipod unter meinem kissen, ohne kann ich einfach nicht.
    Amazing Grace, ich weiß nicht auf welcher platte das drauf ist aber es gibt eine live-aufnahme davon ( ich suche sie jetzt in meinem chaos nicht ) und die hat es echt in sich. meine güte, wenn diese frau etwas kann, dann ist es singen.
    *schnatter* ich trage nichts produktives bei aber ich hatte einfach das bedürfnis auch mal etwas zu ihr zu sagen.
    was mich nur leider immer wieder aufregt ( und damit werde ich mir jetzt sicher viele feinde machen) sind die ton-qualitäten. bis auf einen namen sind mir alle frauen in deiner liste geläufig und sie singen auf jeden fall gut aber dieses rauschen und knistern bei frühen aufnahmen- das macht mich echt fertig (grund: ich höre grundsätzlich nur über kopfhörer musik um häusliche musikalische indifferenzen vorzubeugen und dadurch stört das echt übel. )

    ich finde deine liste aber prima denn sie fasst im grunde echt alles zusammen was rang und namen hat (obwohl ich, schande über mein haupt, etta james auch bis eben als jazzerin eingestuft hätte *schäm*, ist ja soul ). ziemlich schade das es so „wenig“ richtige jazzerinen gibt denn wenn ich listen durchgehe was heut zu tage alles so als jazz gilt- gruselig:(

    naive frage, hast du denn empfehlungen die sich an franklin anlehnen? ich wühle mich ja mutig durch aber dieses „hilfe, das ist so schön das es mich umhaut“ gefühl wecken in mir irgendwie nur wenige deiner aufgelisteten.

    --

    Musik ist, was gut tut
    #5308221  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 5,915

    Siendra

    ich finde deine liste aber prima denn sie fasst im grunde echt alles zusammen was rang und namen hat (obwohl ich, schande über mein haupt, etta james auch bis eben als jazzerin eingestuft hätte *schäm*, ist ja soul ). ziemlich schade das es so „wenig“ richtige jazzerinen gibt denn wenn ich listen durchgehe was heut zu tage alles so als jazz gilt- gruselig:(

    naive frage, hast du denn empfehlungen die sich an franklin anlehnen? ich wühle mich ja mutig durch aber dieses „hilfe, das ist so schön das es mich umhaut“ gefühl wecken in mir irgendwie nur wenige deiner aufgelisteten.

    Hallo,

    Etta James ist eigentlich keine Soul-Sängerin, eher ist sie als R’n’B- und Bluessängerin einzustufen. Allerdings hat sie auch eine wunderschöne Jazzplatte eingespielt als Widmung an die großartige Billie Holiday..

    Zu Aretha, die ja letztlich durch Soul berühmt wurde, und nur in ihrer Frühzeit auch Jazz interpretierte, gibt es im Jazzbereich insofern nichts ähnliches, eher dann im Soulumfeld.

    Die Soul-Aretha verbreitet insofern ein anderes Feeling als alle bisher aufgelisteten Jazzsängerinnen…

    Bei den alten Aufnahmen muß man im übrigen leider mit klanglichen Abstrichen rechnen, die nicht zu vergleichen sind mit heutigen Aufnahmestandards.

    Einem echten Musikfreund dürfte das allerdings egal sein.

    --

    #5308223  | PERMALINK

    staggerlee

    Registriert seit: 04.02.2007

    Beiträge: 738

    Zu dem guten Beitrag von asfjklö über Helen Merrill möchte ich noch eine kleine Ergänzung machen. Neben den oben genannten hervorragenden Werken (Helen Merrill With Clifford Brown and Gil Evans, The Feeling Is Mutual) kann ich noch a Shade Of Difference von 1968 empfehlen.

    Ebenso wie The Felling is Mutual erhielt damals von Down Beat die Höchstwertung. Die Besetzung ist größer als bei The Feeling Is Mutual, doch nicht minder brilliant: Thad Jones (c), Gary Bartz (as), Hubert Laws (f), Dick Katz (p), Jim Hall (p), Richard Davis (b), Ron Carter (b), Elvin Jones (dr). Gleichberechtigt mit Merill erhalten die Musiker ausreichend Freiraum um weit über dem üblichen Sängerin + Begleitung hinauszugehen. Atemberaubend auch die stilistische Bandbreite: Die CD beinhaltet ebenso Lonely Woman von Coleman! wie auch zwei feine Interpretationen der Rodgers and Hart Titel (ich glaube aus den 30ern) A Lady Must Live und My Funny Valentine. Zusammengehalten wird das Ganze durch die exzellenten Arrangements von Dick Katz und natürlich der einzigartigen Stimme Merrills, die es nie nötig hat vordergründige Virtuosität zu zelebrieren.

    --

    #5308225  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,383

    Ein sehr schöner, aber offenbar leider etwas eingeschlafener Thread. Im JAZZ-Forum tauchte im Zusammenhang mit (ausgerechnet!) Keith Jarrett der Name Anita O’Day auf. Und – schau an! – auch anderen sagt dieser Name etwas.

    asdfjklöTeil 12: Anita O’Day

    Anita Belle Colton wurde 1919 in Chicago geboren. Bislang ist mir nichts darüber bekannt, daß sie nicht mehr unter den Lebenden weilt.

    Weitere Stationen die Bands von Woody Herman und Stan Kenton.

    Etwa 20 LPs auf Verve brachten ihr großen Erfolg, und mit vielen Jazzgrößen wie Jimmy Giuffre, Oscar Peterson, Cal Tjader kam es zur Zusammenarbeit.

    Bis in’s hohe Alter war O’Day noch auf Bühnen aktiv.

    Ich glaube sie ist letztes Jahr gestorben, in ziemlich hohem Alter, was mich etwas erstaunt, wenn man ihren Lebensstil in Betracht zieht. Es war doch mehrals eine Entziehungskur notwendig um Anita O’Day wieder in die Spur zu bringen.

    Wurde hier erwähnt, dass sie als Sängerin der Band von Gene Krupa bekannt wurde? Auch damals fiel sie schon durch ein sehr selbstbewusstes und extrovertiertes Auftreten auf. Also nix „Süßes Fräulein“, die war frech! Legendär ist auch ihre flamboyante Bühnengarderobe mit großen Hüten, langen weißen Handschuhen usw. Eine Lebedame! Gleichzeitig hatte sie aber auch viel Gefühl. Einerseits klingt sie immer etwas übermütig fröhlich, andererseits hört man ihrer Stimme aber auch gleichzeitig den drohenden Absturz, da erinnert sie etwas an Billie Holiday, mit der sie auch ihr teilweise zügelloses, selbstzerstöreirsches verhalten verbindet. „Heroin? Better Than Sex!“ Amy Winehouse ist Kinderkram dagegen!

    Wirklich entdeckenswert. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Platte THE BALLAD OF THE SAD YOUNG MEN von 1961 empfehlen, eine für AO’Ds Verhältnisse fast nachdenkliche Platte, auf der sie zu leicht schrägen, aufwendigen Big Band Arrangements mit manchmal leicht brüchiger Stimme singt, was der Sache einen sehr schönen Reiz verleiht. Als Einstieg eignet sich auch sehr gut der Sampler FINEST HOUR.

    asdfjklöTeil 14 : Helen Merrill

    Geboren am 21.7.1930 in New York als Jelena Ana Milcetic(so auch Titel eines Albums aus 2000),

    Merrill ist bekannt für ihre „warme“ Stimme, mit hohem sensiblen Ausdruck und einer Schönheit, eine Stimme, die oft mit jenen von Peggy Lee und Billie Holiday verglichen wurde.

    HM ist so ziemlich das Gegenteil von Anita O’Day. Es ist eine Frage der Relationen, wie man ihren Gesang beschreibt. „Warm“ könnte man sagen, auch der Klang von Miles Davis auf der Trompete war „warm“, aber im Verhältnis zu Dizzy Gillespie war er „cool“, will sagen: understated und kontrolliert. Das gleiche trifft auf HM zu. Sie ist die Intellektuelle des Jazzgesangs, sich immer ihres Tuns bewusst, nachdenklich, niemals aus der Rolle fallend, fast spröde, dabei aber immer höchst feinsinnig und experimentell.

    Hier schon erwähnt, ich schließe mich an: Empfehlenswert ist die Platte A SHADE OF DIFFERENCE.

    Friedrich

    --

    "I said a hip-hop, the hippie, the hippie / To the hip, hip-hop and you don't stop the rockin' / To the bang-bang boogie, say up jump the boogie / To the rhythm of the boogie, the beat" (The Sugarhill Gang)
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