Startseite › Foren › Kulturgut › Das musikalische Philosophicum › Was ist ein "Klassiker"
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Originally posted by Amadeus@24 Apr 2004, 09:54
Warum so negativ?Ich denke wir begehen einen Fehler, wenn wir Popmusik nach solchen Normen bewerten wie die klassische Musik/Literaturkritik die „Ilias“, die Stücke Aristophanes, Dantes „Göttliche Komödie“, „Die Kunst der Fuge“ oder Beethovens Quartette – kurz, die Ruhmeshallen der hohen Kultur – und CD´s/Platten von Pop/Rockmusikern ( Dylan, Young, Springsteen) zu „Klassikern“ erklären. ( Popmusik lebt nun einmal von Spontaneität und Gegenwart!) Und man betrügt sich selbst , wenn man nur dem Stil der hohen Kultur Achtung bezeigt, was man auch sonst im geheimen tun oder fühlen mag.
Gewöhnlich schätzen wir ( klassische Musik/Literaturkritik) ein Kunstwerk wegen der Bedeutung und Würde dessen, was es vollbringt. Wir schätzen es, weil es erfolgreich ist – im Hinblick auf das, was es ist, und vermutlich im Hinblick auf die Erfüllung der Absichten, die ihm zugrunde liegen. Wir setzen eine korrekte Beziehung zwischen Absicht und Ausführung voraus und bewerten das Kunstwerk nach den hehren Normen der hohen Kultur: Wahrheit, Schönheit, Ernsthaftigkeit.
Jedoch: Es gibt eine Art von Ernsthaftigkeit, deren Kennzeichen Qual, Grausamkeit und Wahnsinn ist. Hier akzeptieren wir die Verschiedenheit von Intention und Resultat. Man denke an Bosch, Kurt Cobain, Janis Joplin, Leonard Cohen, Sade, Rimbaud, Jarry, Kafka, Artaud, an die Mehrzahl der Kunstwerke des 20. Jahrhunderts, das heißt an eine Kunst, deren Ziel nicht die Schaffung von Harmonien („Klassikern“) ist, sondern die Überdehnung des Mediums und die Einführung immer zerstörerischer und unlösbarer Probleme. Diese Erlebnisweise beharrt auf dem Prinzip, daß ein OEuvre im alten Sinne nicht möglich ist. Nur „Fragmente“ sind möglich… Eindeutig finden hier andere Normen Anwendung, als sie in der traditionellen hohen Kultur üblich waren. Etwas ist gut, nicht weil es vollendet ist, sondern weil damit eine neue Wahrheit über die Situation des Menschen, eine neue Erfahrung dessen, was es heißt, ein Mensch zu sein – kurz, eine neue, gültige Erlebnisweise aufgezeigt wird.
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Originally posted by desire@24 Apr 2004, 16:43
das heißt an eine Kunst, deren Ziel nicht die Schaffung von Harmonien („Klassikern“) ist, sondern die Überdehnung des Mediums und die Einführung immer zerstörerischer und unlösbarer Probleme. Diese Erlebnisweise beharrt auf dem Prinzip, daß ein OEuvre im alten Sinne nicht möglich ist. Nur „Fragmente“ sind möglich… Eindeutig finden hier andere Normen Anwendung, als sie in der traditionellen hohen Kultur üblich waren. Etwas ist gut, nicht weil es vollendet ist, sondern weil damit eine neue Wahrheit über die Situation des Menschen, eine neue Erfahrung dessen, was es heißt, ein Mensch zu sein – kurz, eine neue, gültige Erlebnisweise aufgezeigt wird.sorry, das zerrissen-suchende soll was neues sein!!!!???
probleme haben auch schon vogelweide, grimmelshausen, bach, mozart, goethe, beethoven etc gehabt. und sie künstlerisch umzusetzen gewusst.
mannomann. was hast du denn für einen kunst/kultur/klassikbegriff? will hier nicht oberlehrerhaft wirken. aber das war einfach quatsch!!--
FAVOURITESOriginally posted by Jan Wölfer@24 Apr 2004, 12:27
Sorry, aber wenn das für Dich so ist, dann tust Du mir leid.
Lebe jetzt. Liebe jetzt. Genieß den Augenblick. Würdige den Moment.
Nicht erst später sagen, früher war das und das toll und sich dann mit Hilfe von Klassikern dieses Feeling wiederbesorgen (bzw. es zu versuchen).
Das erstmalige Hören von Musik ist für meist der viel bedeutendere Moment als das wiederholte. Don't get me wrong – ich höre und liebe ganz viel alte Musik. Aber an Deinem Zitat möchte ich mich reiben!
Mein Spruch ist (zum Glück) nicht meine Lebenseinstellung. Wäre es so gemeint, wie du es verstanden hast, würde ich mir selbst leid tun müssen. Auch für mich ist das jetzt wichtiger als das gestern. Die Bedeutung des jetzt nimmt sogar zu, wenn du älter wirst, zumindest ist dies bei mir so.
Was ich meinte war darauf bezogen, dass das was wir heute erleben, Auswirkungen auf die Zukunft haben kann, deren Bedeutung wir jetzt noch nicht erkennen. Es kann keine aktuellen Klassiker geben, weil die Wirkung Zeit braucht, um sich zu entfalten.
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Keep on Rocking!@desire: ich würde das nicht überinterpretieren. Der Begriff „Klassiker“ wird in unserer Sprache öfters zweckentfremded, wenn man seine ursprüngliche Bedeutung bezogen auf Kultur und Kunst zugrunde legt.
So wird im Fussball von „Klassikern“ geredet, wenn z.B. Bayern gegen Real spielt. Es gibt sogenannte „Rock Classics“. Mag sein, dass der Begriff inflationär benutzt wird. Mag aber auch sein, dass der Begriff „Klassiker“ im Zusammenhang mit Rockmusik anders zu sehen ist als im Lexikon nachzulesen.--
Keep on Rocking!Originally posted by beatlebum@24 Apr 2004, 12:36
@JanDeine Aussage wird von dem klassischen Grass Roots Song: „Let's Live for Today“ gestützt.
Der im Original übrigens von The Rokes ist und „Piangi Con Me“ heisst (zu deutsch: Weine mit mir). ;)
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Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!Das ist mir schon klar, Amadeus. “ Das musikalische Philosophicum“ – ist wohl eher ein leeres Versprechen , nicht? Egal. B)
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Originally posted by desire@24 Apr 2004, 18:44
Das ist mir schon klar, Amadeus. “ Das musikalische Philosophicum“ – ist wohl eher ein leeres Versprechen , nicht? Egal. B)ooch, das würd' ich nicht unbedingt sagen.
Man kann's aber auch übertreiben. Ich bin da ähnlicher Ansicht wie Otis.
Der Begriff „Klassiker“ im Zusammenhang mit Rockmusik ist doch schließlich was anderes als der Klassikerbegriff der Antike oder auch der der so gennanten ernsten Musik. <_<--
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sorry, das zerrissen-suchende soll was neues sein!!!!???
probleme haben auch schon vogelweide, grimmelshausen, bach, mozart, goethe, beethoven etc gehabt. und sie künstlerisch umzusetzen gewusst.
mannomann. was hast du denn für einen kunst/kultur/klassikbegriff? will hier nicht oberlehrerhaft wirken. aber das war einfach quatsch!!Du hast mich eher nicht verstanden, denke ich. :( Vernünftige Gegenargumente gibts ja schließlich auch nicht von dir. Ich habe indessen nie behauptet, im Besitz ewiger Wahrheiten zu sein. Das mit dem „zerrissen- suchende“ ist eine Erfindung von dir, nicht mehr. Sorry. ( Nimms mir nicht übel!) ;)
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Originally posted by desire@24 Apr 2004, 16:43
Wir setzen eine korrekte Beziehung zwischen Absicht und Ausführung voraus und bewerten das Kunstwerk nach den hehren Normen der hohen Kultur: Wahrheit, Schönheit, Ernsthaftigkeit.Jedoch: Es gibt eine Art von Ernsthaftigkeit, deren Kennzeichen Qual, Grausamkeit und Wahnsinn ist. Hier akzeptieren wir die Verschiedenheit von Intention und Resultat. Man denke an Bosch, Kurt Cobain, Janis Joplin, Leonard Cohen, Sade, Rimbaud, Jarry, Kafka, Artaud, an die Mehrzahl der Kunstwerke des 20. Jahrhunderts, das heißt an eine Kunst, deren Ziel nicht die Schaffung von Harmonien („Klassikern“) ist, sondern die Überdehnung des Mediums und die Einführung immer zerstörerischer und unlösbarer Probleme. Diese Erlebnisweise beharrt auf dem Prinzip, daß ein OEuvre im alten Sinne nicht möglich ist. Nur „Fragmente“ sind möglich… Eindeutig finden hier andere Normen Anwendung, als sie in der traditionellen hohen Kultur üblich waren. Etwas ist gut, nicht weil es vollendet ist, sondern weil damit eine neue Wahrheit über die Situation des Menschen, eine neue Erfahrung dessen, was es heißt, ein Mensch zu sein – kurz, eine neue, gültige Erlebnisweise aufgezeigt wird.
welche argumente möchtest du wozu hören?
das wichtigste habe ich genannt. dass o.a. herren (und natürlich nicht nur die) sehr wohl „die Einführung immer zerstörerischer und unlösbarer Probleme“ in die musik/kunst… vorgenommen haben.für mich (und nicht nur für mich) gibt es „keine traditionelle hohe kultur“ und keine abstrakte schönheit.
schönheit ist ohnehin ein begriff, den ich mir gern verkneife. nur schön, ist irgendwie nur dumm und mit sicherheit für mich keine große kunst.
vollkommenheit ist nicht schönheit!
so können oberflächlich gesehen „unschöne“ werke durchaus einen hohen grad der künstlerischen vollkommenheit (nicht vollendetheit, was ist denn das für ein wort?!?!) haben, was man dann vielleicht „ästhetische schönheit“ nennen könnte.mich ärgert, wenn „klassische“ traditionelle hohe kultur nur noch als schön begriffen wird. um zu erkennen, dass zb und gerade mozart, der rokoko-schönling in person für viele, in seiner musik in oft recht vollkommener form einen ausdruck für die „immer zerstörerischen und unlösbaren Probleme“ gefunden hat, muss man sich natürlich ein bisschen mit ihm beschäftigen. das trifft sicher auch auf viele andere zu.
um es auf den punkt zubringen: ein kunstwerk, welches nur schön ist, ist für mich keins. weil es eben nicht ein irgendwie gearteter künstlerischer ausdruck realer wahrheit ist, welche nun mal nicht nur schön!!
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FAVOURITESmacht doch mal einer irgendwo n thread auf wie „die größten klassiker“ oder so… :D (aber bestimmt gibt es den mal wieder schon *g*)
ach und „hey baby“ wird bei jedem galaxy spiel rauf und runter gespielt…..
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Signaturen sind was für Angeber....Naja bei nem Thread „Die Größten Klassiker“ werden sich wohl mal wieder die Beatles mit den Rolling Stones die ersten 30 Ränge teilen und danach kommt Bob Dylan Hand in Hand mit Neil Young also glaub ich dass wir uns das sparen können
aber eine interessanter Frage ist , wie alt muß ein Klassiker sein um als Klassiker zu gelten!!!
Ich glaube ein Klassiker ist ein Song der einen mit etwas aus der Vergangenheit verbindet!!!Ein Song der einen sofort an etwas erinnert sobald man ihn hört!!!
und desto mehr Menschen sich bei diesem Song an das gleiche erinnert fühlen desto höher ist die Chance dass daraus ein Klassiker wird--
If I'm Wrong, I'm Right Where I BelongDruckt Brockhaus bestimmt als zukünftige Version von „Rockklassiker“ in seinen Lexika ab. :D
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If you try acting sad, you'll only make me glad.Originally posted by Blackbird@29 Apr 2004, 12:30
Ich glaube ein Klassiker ist ein Song der einen mit etwas aus der Vergangenheit verbindet!!!Ein Song der einen sofort an etwas erinnert sobald man ihn hört!!!
und desto mehr Menschen sich bei diesem Song an das gleiche erinnert fühlen desto höher ist die Chance dass daraus ein Klassiker wirdvielleicht eher ein song, der schon ziemlich alt ist, der aber sogar heute noch ab und zu im radio gespielt wird, weil er immer noch gerne gehört wird.
ich benutze das wort „klassiker“ gerne, aber das muss dann schon n dolles ding sein :)--
Signaturen sind was für Angeber....Originally posted by Jan Wölfer+22 Apr 2004, 22:42–>
QUOTE (Jan Wölfer @ 22 Apr 2004, 22:42) Originally posted by Zappa1@23 Apr 2004, 20:47
irgendwie gehn die einfach nicht mehr.
(rein subjektiv/objektiv)
:)Franz, sehe ich das richtig, dass wir uns in Fichtenberg beim Bobfest treffen? Für diesen Spruch muss ich dir nämlich ein Stuttgarter Hofbräu ausgeben. :D :lol:
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Wenn wir schon alles falsch machen, dann wenigstens richtig.- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.