Ella Fitzgerald – The First Lady of Song

Startseite Foren Über Bands, Solokünstler und Genres Eine Frage des Stils Blue Note – das Jazzforum Ella Fitzgerald – The First Lady of Song

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  • #8171727  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Besser gelingt die Live-Aufnahme aus Tokyo, die 1953 im Rahmen einer Jazz at the Philharmonic Tour entstand und später von Norman Granz auf seinem Pablo-Label als JATP in Tokyo – Live at the Nichigeki Theatre 1953 veröffentlicht worden ist. Das kopmlette Set von Ella sowie der Jam mit den All Stars findet sich auch am Anfang der oben abgebildeten schönen Pablo-Anthologie The Concert Years, in der auf vier CDs Live-Aufnahmen von 1953 bis 1983 versammelt sind (von 1953 geht’s da allerdings direkt nach Stockholm 1966, ebenfalls ein mit einiger Verspätung auf Pablo veröffentlichtes Konzert, von dem nur das Set mit Ellington enthalten ist, jenes mit dem Trio fehlt; dann folgen Auszüge von „The Greatest Jazz Concert in the World“ von 1967, auf CD2-4 bewegen wir uns durch die 70er, um schliesslich in der zweiten Hälfte der letzten CD noch Stücke von „Return to Happiness“ zu hören, das 1983 in Tokyo mitgeschnitten wurde).

    Aber hier soll’s nur um die Tracks von 1953 gehen, ein tolles Set von neun Stücken, das mit „On the Sunny Side of the Street“ öffnet und eine entfesselte Ella Fitzgerald zeigt, die in Gegenwart der tollen Band richtiggehend aufblüht, quasi zu einem der guys in the band wird und wilde Improvisationen präsentiert. Pianist Raymond Tunia war damals anscheinend ihr regulärer Begleiter, dazu sind Herb Ellis, Ray Brown und J.C. Heard zu hören. Höhepunkte sind die Scat-Soli in „Lady Be Good“ und „How High the Moon“, aber auch Ellas Version von „Why Don’t You Do Right“ ist toll. In den Balladen („Body and Soul“, „I Got It Bad“) ist sie lyrisch, konzentriert bei der Sache, wird von Tunia aufmerksam begleitet. Auf „My Funny Valentine“ gibt’s ein paar Momente mit Herb Ellis, die fast schon an die künftigen Duos mit Joe Pass denken lassen. Am Ende des Sets steht eine sehr tolle Version von Arnett Cobbs „Smooth Sailing“, die mit ihrer Interpretation von „Airmail Special“ in Newport wohl zu den Höhepunkten solcher Vokal-Adaptionen von Instrumentals gezählt werden muss. Dann folgt die charmante Nonsense-Nummer „Frim Fram Sauce“ zum Abschluss (sie mag manchen vertraut sein, weil Diana Krall sie in den 90ern wieder ausgegraben hat… ja, auch ich hab sie zuerst von Krall gehört). Ella streut noch eine Zeile eines anderen Nonsense-Songs ein, „Two to Tango“ (den Lester Young in der Zeit als Sänger eingespielt hatte – aber die Version erschien auch erst viel später).
    Als zehntes Stück hören wir dann noch „Perdido“, auf dem Oscar Peterson am Piano sitzt und die Bläser der JATP-Truppe dazustossen: Roy Eldridge & Charlie Shavers (t), Bill Harris (tb), Benny Carter & Willie Smith (as) und Ben Webster & Flip Phillips (ts). Ella singt zum Auftakt und fordert dann Ben Webster auf, der zu einem rockenden Tenorsolo ansetzt. Phillips folgt, spielt mit klareren Linien, weniger honkend, weniger intensiv, bis die anderen hinter ihm zu riffen beginnen und er auch einen Gang höher schaltet. Ich wage hier allerdings mal die These, dass auch so eine Wegwerf-Jam-Nummer mit viel crowd pleasing nicht ganz ungeeignet ist, to separate the men from the boys… Phillips bleibt ein (sehr guter) Epigone, Webster ist der grosse alte Meister.

    Auf dem 2CD-Set finden sich neben Ellas Set und dem Jam auch kürzere Sets von Oscar Petersons Trio (mit Ellis und Brown), dem Trio von Gene Krupa (mit Benny Carter und Peterson), das obligate Drum-Solo (Krupa), sowie das Set der All Stars (gleiche Band wie mit Ella auf „Perdido“, Heard an den Drums), die zwei lange Jams spielen („Tokyo Blues“ dauert über 22 Minuten, „Cotton Tail“ unter 13) sowie ein langes, siebenteiliges Balladen-Medley. Aber das wäre mal Thema für einen JATP-Thread!

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    #8171729  | PERMALINK

    alexischicke

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    Wie beurteilst du den Einfluss von Norman Granz auf ihre Karriere?

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    #8171731  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    alexischickeWie beurteilst du den Einfluss von Norman Granz auf ihre Karriere?

    Gross natürlich. Er war ja von 1956 an ihr Manager und hat ihre wichtigsten Alben produziert. Keine Ahnung, ob sie’s ohne ihn je geschafft hätte, so grosse Musik zu machen.

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    #8171733  | PERMALINK

    alexischicke

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    Er hat sie aber wohl ziemlich angetrieben, z.B bei den Hollywood Konzerten von 64 ruft er ihr ständig Lieder zu.

    Bei den Cote D´azuer Konzerte hat er sie wohl auch dazu gedrängt ständig rauszugehen.Duke Ellington war darüber sehr ungehalten.

    Ella war doch schon bei Chick Webb erfolgreich?

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    #8171735  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ja, sie hat nach Webbs Tod sogar die Leitung der Band übernommen und war soweit ich weiss eine der ganz wenigen (die einzige?) Sängerin, die in der Swing-Ära eine Big Band leitete.

    Etwas mehr hab ich im Post zu „Pure Ella“ zu all diesen Dingen geschrieben.

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    #8171737  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Die Arbeit am dritten Album begann kurz nach den Sessions zu „Ella & Louis Again“ (s.o.) und erstreckte sich über gut zwei Monate. Der Approach war kein grundsätzlich anderer: wieder sangen Armstrong und Fitzgerald gute Songs. Der Rahmen wurde von Russell Garcias Arrangements vorgegeben, der dreizehn Songs sowie ein Medley aus drei weiteren Titeln für grosses Orchester arrangierte. Sein wichtigster Beitrag war allerdings die knapp elfminütige Overture, in der der Ton gesetzt wird – und mit der die notwendige Dauer für eine Doppel-LP erreicht wurde. Aufgenommen wurde alles live, der Gesang und das Orchester zusammen im Studio.

    Das Album enthielt lange Liner Notes von Lawrence D. Stewart, in denen der Plot der Oper, die Entstehung sowie die Geschichte ihrer Aufführungen erzählt wird, und vom unglaublichen Erfolg berichten, den die Oper haben sollte. Ihr drittes Revival fand in den frühen 50er Jahren statt, Stewart schreibt:

    It is the third revival of the opera, however, which did more than make the opera seem a classic: it now became an instrument of American foreign policy, the basis of strategy in the cultural cold war, and a universal symbol of the American dream and achievement. Produced by Blevins Davis and Robert Breen, and directed by Mr. Breen, this production opened June 9, 1952 in Dallas, Texas at the State Fair Auditorium. It starred William Warfield as Porgy, Leontyne Price as Bess, and Cab Calloway as Sporting Life; and as the cast was new to the property, so the conception of the opera was also changed. The number of sets was reduced, the stage waits were eliminated, and some songs were moved about in the score. Recitative was restored, and twenty minutes of text and music not incorporated in any previous version was put to use.

    So brilliant was this production that it ran for four years, making two tours to the United States, three European tours, and one tour of South America. When it opened in Berlin on September 16, 1952, there were twenty-one curtain calls. When it opened in Venice on September 22, 1954, the audience threw flowers on the stage. When it opened in Leningrad December 26, 1955, even Truman Capote was along to take notes! Both Presidents Truman and Eisenhower gave the show their unqualified blessings, and by the time Porgy and Bess struck its sets for the last time on June 3, 1956 in Amsterdam the opera had become a legend instead of a production.

    ~ Lawrence D. Stewart, Liner Notes für „Porgy and Bess“, Verve MGVS 6040-2

    Auf Russ Garcias fast elfminütige Suite, in der ein paar der schönsten Themen („Summertime“, „I Got Plenty O‘ Nuttin'“, „Bess, You Is My Woman Now“, „It Ain’t Necessarily So“ und „I Wants to Stay Here“) der Oper verwendet werden, folgt eine ganz kurze Atempause, in der das Orchester bloss kurz Luft zu holen scheint. Dann setzt es wieder ein, legt einen feinen Teppich, und dann überstrahlt die Trompete von Louis Armstrong alles – er bläst das Thema von „Summertime“. Es folgt Ella Fitzgerald mit der ersten Strophe und dann Armstrong mit der zweiten, mit seiner Raspelstimme. Ein Stück voller Gänsehaut-Momente… hinter ihm shaken die Posaunen, er singt auch hier wieder so, wie er Trompete spielt, braucht Wörter und Silben wie Töne, singt Phrasen, die nicht unbedingt mit dem Sinn des Textes korrespondieren. Dann setzt Ella wieder ein, während Armstrong hinter ihr eine improvisierte zweite Stimme singt, mit Fetzen des Textes, Scat-Phrasen, oh yeah-Einwürfen und Echos – wunderbar!
    Es folgt Ella mit „I Wants to Stay Here“ (besser bekannt als „I Loves You, Porgy“), das im Rubato beginnt, mit viel Streichern. Dann der Wechsel ins Tempo mit perlenden Piano-Einwürfen – zwischendurch brechen Piano und das Orchester weg und lassen Ella mit den Streichern allein, nach der zeiten Runde folgt eine Passage in schnellerem Tempo. Ella singt eindrücklich, formt ihre Stimme, variiert den Ausdruck.
    Der Ton bleibt nachdenklich in Ellas getragener Version von „My Man’s Gone Now“ – damit begann die zweite Seite des Albums. Das Tempo steigert sich und die Stimmung wird fröhlicher in „I Got Plenty O‘ Nuttin'“, was Armstrong mit einem Chorus auf der Trompete öffnet, bevor zuerst er und dann Ella ihre Strophen singen. Gershwin hat das Stück einen „banjo song“ genannt. Den Es folgt der „Buzzard Song“ – er wurde ursprünglich aus der Oper gestrichen, weil er so anspruchsvoll ist und zwischen zwei schon recht schwierigen Nummern stand, „I Got Plenty O‘ Nuttin'“ und „Bess, You Is My Woman Now“. Hier singt Ella (obwohl der Song eigentlich für Porgy geschrieben wurde). Sie ist der schwierigen Rolle gewachsen, die Stimmung ist trotz der anspruchsvollen Musik getragen, Ella klagt wie in „My Man’s Gone Now“, lacht und schreit.
    In „Bess You Is My Woman Now“ singt Armstrong über die gewonnene Liebe, die Musik greift auf einen Song aus dem ersten Akt zurück, in dem Porgy über seine Einsamkeit klagte. Ella gibt ihm Antwort, dann treten die beiden wieder in den Dialog, nachdenkliche Passage wechseln sich mit fröhlicheren ab. Damit endete die erste LP.

    Den Auftakt der zweiten Hälfte mach „It Ain’t Necessarily So“, einer der tollsten Songs von Gershwin und einer, den viele Jazz sich vorgeknöpft haben. Über das düster-rumorende Intro spielt Armstrong singende Trompete, bläst dann die Melodie über eine reduzierte Begleitung. Er soliert weiter, auch über ein kurzes Intermezzo in double time, dann singt Ella die erste Strophe – Ira Gershwins Text baut auf der Struktur von Limericks auf und ist wohl einer seiner besten. Das Tempo zieht wieder an und Ella singt ein kurzes Scat-Solo, während dem das Tempo reduziert wird, worauf Louis die zweite Strophe (über Jonas im Walfischbauch) singt. Auch er scatted dann über das schnelle Tempo, bevor Ella wieder im ursprünglichen Tempo singt.
    „What You Want wid Bess?“ ist ein Song ohne Reime, ein paar Linien aus DuBose Heywards Libretto, die vertont wurden. Die musikalische Struktur ist allerdings stark und die Abwesenheit von Reimen fällt kaum auf. Das kurze Stück gehört ganz Ella.
    In „A Woman I a Sometime Thing“ tauchen erstmals die Reise-Bilder auf („lissen to yo‘ dadddy warn you, ‚fore you start a-traveling“), die am Ende in „Oh Lawd, I’m on My Way“ kulminieren. Armstrong singt mit Gusto über die peppige Begleitung des Orchesters und spielt dann ein schönes Trompetensolo, in dem er Nahe an der Melodie bleibt, ein paar tolle rhythmische Ideen einstreut, stets getragen von der guten Rhythmusgruppe (schade, dass das ganze Orchester anonym ist… nähme mich schon wunder, welche LA-Cracks hier spielen!).
    Die dritte Seite endet mit einer zweiten Miniatur von Ella, „Oh, Doctor Jesus“, in dem sie über summende Streicher den Text halb singt, halb spricht.
    Es folgt ein dreiteiliges Medley: Ella singt „Here Comes de Honey Man“ über eine charmante Orchesterbegleitung, dann folgt Louis mit „Crab Man“, bevor Ella mit „Oh, Dey’s So Fresh and Fine“ endet – das Stück imitiert die Gesänge von Fisch- und Gemüsehändlern, im dritten Stück singt Ella zwar nur über Erdbeeren, aber es gibt einen kurzen Moment, in dem das nach einem Gospel klingt! Als Outro dient ein Motiv aus „Bess You Is My Woman Now“.
    Die letzten drei Stücke gehören ganz Louis Armstrong. Zuerst singt er das aufgestellte „There’s a Boat Dat’s Leavin‘ Soon for New York“ und spielt dann das letzte Trompetensolo des Albums, wieder verspielt und zugleich nachdenklich und fröhlich. Es folgt das klagende „Bess, Oh Where’s My Bess“ und zum Abschluss „Oh Lawd, I’m on My Way“. Die Oper kriegt mit dem Stück einen quasi-optimistischen Abschluss, Armstrong wird von den Judd Conlon Singers begleitet.

    Ella & Louis‘ Album war die erste Jazz-Version der Oper, die eingespielt wurde, aber bei weitem nicht die erste, die veröffentlicht wurde. Sie war auch nicht als Konkurrenz zum MGM-Film oder als Versuch von diesem zu profitieren entstanden, die zweijährige Arbeit am Film begann erst gerade, als Granz schon im Studio stand. Da Album erschien erst im April 1959 und bis dahin waren mindestens zehn andere Alben mit Musik von Gershwins Oper erschienen, darunter mehrere Jazz-Versionen.

    Every night when I finished doing something I would go back and see Ira Gershwin. Ira and I would play it, and he was overwhelmed by the poignance of Louis’s voice, the quality when he was singing, „Bess, O Bess, Where’s My Bess?“ I mean, it was to cry, it was marvelous; I [knew] Louis would be fantastic for this album.

    ~ Norman Granz on recording „Porgy & Bess“

    Das Granz-Zitat ist William Ruhlmanns Liner Notes zum 3CD-Set entnommen.

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    #8171739  | PERMALINK

    alexischicke

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    Ein Sänger hat in einem großem Orchestra nicht die selbe Freiheit wie bei ein Instrumentalist. Der Sänger ist oft eingeengt, kann aber in der Tat großartiges vollbringen.Das beste Beispiel dafür ist der Jazzsänger Frank Sinatra.

    Am besten für freie Improvisationen ist ein kleinere Besetzung.Bei Ella war es vorallem Joe Pass.

    Diese Platte solltet ihr euch mal merken: http://www.amazon.de/Original-Jazz-Classics-Ella-Fitzgerald/dp/B00004Z3ZK/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1324138251&sr=8-1

    Ella hatte zu dem Zeitpunkt eine rechte dunklere und tiefe Stimme kein Vergleich zu ihren frühen mädchenhaften Aufnahmen. Hier kllingt bluesig ja fast dreckig. Joe Pass hält sich hier stark im Hintergrund und überlasst Ella die Regie.

    Die Auswahl reicht von Samba „One note Samba“ bis Country „Tennesse Waltz“. Ella spielt hier mit Melodie und Rhytmik, gleich zu Anfang präsentiert sie uns „Nothin but the Blues“ wie Billie Holiday.Ella zieht die Melodie lang und shnippt den Vers mit.Bei „Tis Autmmn“ improviert spotan einen Chorus in der Mitte, dies klingt wie eine Rhytmusgruppe,Beim Tenesse Waltz macht sie Pausen und bringt dies harmonsisch recht schwierige Stück sehr gut und jazzig über die Bühne. Bei „Rain“ imitiert sie Regentropfen mit viel Soul und Gefühl. Pass passt sich Ella immer an und ändert spontan die Melodie.

    Holt euch einen Glühwein und legt die Platte auf! Das ist etwas für Liebhaber von Croonern und schöner Gitarrenmusik.

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    #8171741  | PERMALINK

    alexischicke

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    Habe heute Ella in Japan 64 gehört toll toll!!

    Ella in Bestform!

    Roy Eldridge wirkt auf den Aufnahmen leider etwas verloren.

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    #8171743  | PERMALINK

    august-ramone
    Ich habe fertig!

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    gypsy tail wind

    In den frühen 50ern ging’s bei Decca weiter wie gehabt: grosse Bands, Streicher, Chöre auf kommerziellen Balladen… erst vier Jahre später, im März 1954, traf Ella erneut mit Larkins zusammen. Das Ergebnis war Songs in a Mellow Mood, eine 12″-LP, auf der ein Dutzend tolle Songs verammelt sind: alte show tunes („People Will Say We’re in Love“ von Rodgers/Hammerstein, Cole Porters „My Heart Belongs to Daddy“), Pop-Balladen aus den 30ern („Please Be Kind“, „Until the Real Thing Comes Along“, Hoagy Carmichaels „Star Dust“), ebenso ein weiteres Gershwin-Stück, „Nice Work if You Can Get It“). Ella ist mitterweile selbstbewusster und geübter im Umgang mit solchem Material, sie lässt sich mehr Zeit, singt „People Will Say…“ als schnellen Romp, ihre rhythmische Virtuosität ist aber auch auf dem verträumten „Please Be Kind“ (shoot me but I love that song!) und dem sehr langsamen „My Heart Belongs to Daddy“ zu hören, in dem sie verführerich hinter dem Beat singt. Die grössten Freiheiten nimmt sie sich aber in „Makin‘ Whoopee“ und „Star Dust“, in denen sie ihre zweiten Chorusse völlig umändert – die aber mit einer Selbstverständlichkeit präsentiert, dass man meinen würde, sie seien genau so komponiert worden. Ellas Version von „What Is There to Say?“ grenzt an Perfektion. Ellis Larkins ist auch hier wieder der perfekte Begleiter, der zugleich einfühlsam aber auch antreibend, relaxed und hart swingend spielt. Das ist komplette Musik, all music.

    Nat Hentoff schrieb im Oktober 1954 in Down Beat: „It’s a song recital that is one of the most rewarding experiences in the history of jazz recording.“ und „The secret of Ella’s alchemy is that the more you hear her, the more surprised you are with each surprise. It’s like a Christmas stocking that’s never empty, that’s always full of new wonder.“

    (Die Down Beat-Zitate sind James Gavins Liner Notes zur CD „Pure Ella“ entnommen.)

    Diese LP habe ich heute auf einem Flohmarkt verworben.

    Decca DL 8068 US mt Werbe- Decca- Inner.

    --

    http://www.radiostonefm.de/ Wenn es um Menschenleben geht, ist es zweitrangig, dass der Dax einbricht und das Bruttoinlandsprodukt schrumpft.
    #8171745  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Oh, sehr schön! Hoffe, sie gefällt Dir!

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    #8171747  | PERMALINK

    august-ramone
    Ich habe fertig!

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    gypsy tail windOh, sehr schön! Hoffe, sie gefällt Dir!

    Habe sie noch nicht gehört, muss wohl erst eine Reinigung durchführen.
    Melde mich anschließend.
    Wurde diese Ausgabe

    Ella Fitzgerald (with Ellis Larkins at the piano) – ELLA Songs in a mellow mood (US Decca DL 8068) Company Inner

    nach 54 nachgepresst? Ev. 1966, allerdings nur in F? Wo liegt die preislich?

    --

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    #8171749  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Keine Ahnung, kenne mich mit Vinyl kaum aus, stell doch die Frage mal im entsprechenden Unterforum, da schauen wohl eher die Leute rein, die diese Frage beantworten könnten!

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    gypsy-tail-wind
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    Vorhin zum ersten Mal „Rhythm Is My Business“ gehört – feine Sache!
    Wohl keins ihrer grossen Alben, aber sehr vergnüglich.

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    #8171753  | PERMALINK

    alexischicke

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    Hab gestern die LP „Live at Carnegie Hall 1973“ gekauft von Columbia. Sicherlich nicht ihr grösstes Album, aber ein sehr schöner Rückblick über ihre Karriere. Dabei wird sie auch von Larkins alleine am Klavier begleitet.

    Zu Ellas Ehren wurde damals sogar eine Chick Webb Reunion Band zusammengestellt! Sie hatte damals ein großartiges Quartett, dass sich ihr immer anpasste!

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    #8171755  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    alexischickeHab gestern die LP „Live at Carnegie Hall 1973“ gekauft von Columbia. Sicherlich nicht ihr grösstes Album, aber ein sehr schöner Rückblick über ihre Karriere. Dabei wird sie auch von Larkins alleine am Klavier begleitet.

    Zu Ellas Ehren wurde damals sogar eine Chick Webb Reunion Band zusammengestellt! Sie hatte damals ein großartiges Quartett, dass sich ihr immer anpasste!

    Die hatte ich auch schon in den Händen, aber am Ende dann doch nie gekauft … sieht wirklich ganz gut aus, schade, dass es nie eine anständige Legacy Edition davon gab!

    Bei amazon.de sind übrigens derzeit einige Ella-Alben in einer „3 CDs für 15€“-Aktion zu haben (ich hab mir einige bestellt, weil ich von ihren Pablos überhaupt noch kaum welche habe):
    Ella & Basie – A Perfect Match
    Ella & Basie – A Classy Pair
    Ella & Pass – Sophisticated Lady
    Ella & Pass – … again (nicht in der Aktion, aber auch billig zu haben)
    Ella & Pass – Take Love Easy
    Ella & Pass – Easy Living (achtung, die kürzere alte CD ist auch in der Aktion)
    Ella & Pass – Speak Love
    Ella & Oscar (Peterson)
    The Intimate Ella
    Ella & Louis – Porgy & Bess
    Pure Ella

    Die letzten beiden habe ich oben schon mal erwähnt, sie sind aus viel früheren Zeiten (1957 bzw. 1950/54, wenn ich mich nicht irre) – aber beide sehr gut. Die Aufnahmen von „Pure Ella“ sind aber in der gorssen Universal Masters Box.

    --

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