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Welche Alben waren Eure Höhepunkte in der Sparte Electronica im Jahr 2016?
Ich selbst lese keine Musikmagazine und bin deswegen nicht auf dem Laufenden. Wenn ich mir die Bestenlisten der einschlägigen Pop-Magazine anschaue sehe ich da viel gut abgehangenes von Radiohead über A Tribe Called Quest, Nick Cave, Iggy und Bowie bis zu Leonard Cohen – teils Helden meiner längst verflossen Jugend. Dazu ein bisschen zeitgenössischer Hip Hop und R&B, Indie etc. ff. Zugegeben kenne ich auch das meiste davon nicht.
Spielt da Electronica überhaupt ein Rolle? Sicher sind das keine Blätter, die auf Electronica spezialisiert sind. Aber ist Electronica vielleicht auch schon Schnee von gestern? Im Mainstream absorbiert? Oder nur ein special interest für ein paar Nerds?
Allmusic hat hier einige Favourite Electronic Albums 2016 zusammengestellt. Ich kenne kaum was davon, die Liste macht mich aber neugierig.
Also: Her mit Euren Favoriten, gern mit einem Dreizeiler als Erläuterung!
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)Highlights von Rolling-Stone.deNeu auf Disney+: Die Film- und Serien-Highlights im April
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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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Von der Liste kenne ich drei Platten relativ gut
Underworld -Barbara Barbara, We Face a Shining Future
Für die Verhältnisse von Underworld ist das Album mellow. Die Herren sind aber über 60, da darf man es etwas ruhiger angehen lassen. In meine Jahres Top Ten haben sie es dennoch geschafft, ich höre hier wenigstens 2-3 Hits (die natürlich keine wurden).
Ulrich Schnauss – No Further Ahead Than Today
Nichts neues beim Shoegaze-Elektroniker. Zum Glück, wie ich finde. Man muss zu diesem wall of sound natürlich einen Zugang finden.
Mark Pritchard – Under the Sun
Findet sich in einigen Jahreslisten. Ich finde das Album mit Ausnahme des Thom York Songs ziemlich langweilig.
Ansonsten:
Nonkeen – The Gamble
Ein weiteres Projekt von Nils Frahm, mit dem er sich von seiner Kernkompetenz entfernt und sich mit angeblich alten Schulfreunden elektronischen Spielereien mit Kraut-Einflüssen widmet. Finde ich persönlich ganz gelungen, den hastig hinterher geworfenen Reste-Verwerter „Oddments of the Gamble“ hätte es aus meiner Sicht nicht benötigt.
Stimming – Alpe Luisa
Eher Club, denn Electronica. Würde ich mir zu Hause selten auflegen, ist mir aber 2016 positiv im Gedächtnis geblieben.
Christian Löffler – Mare
Schrammt für mich mit den Vocals mitunter haarscharf am Kitsch vorbei. Hält bei mir auch auf Albumlänge nicht die Spannung, http://www.christian-loeffler.net
Die neuen Alben von Pantha du Prince und Moderat kennst du mit Sicherheit. Ferner sind mir noch die aktuellen Compilations von Pampa und Kompakt positiv aufgefallen bzw. finden sich in meinem Schrank.
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Aus der Bestenliste kenne ich leider nichts. Bei mir ist es nicht so, dass ich Electronica bewusst als Genre höre, sondern ich bin damit aufgewachsen, dass Pop-Musik eben genausogut elektronisch sein kann wie akkustisch. Wenn es um rein elektronische Pop-Alben geht, dann sind 2016 sicher Kero Kero Bonito mit „Bonito Generation“ an erster Stelle zu nennen. Die drei Briten mixen PC-Sounds, J-Pop und 90s-Dancefloor-Anleihen in frischer und liebenswerter Weise. Das Album mit seinen Geschichten vom Erwachsenwerden ist super cute und eingängig.
Es gibt eine Menge überschwenglicher Rezensionen im Netz, hier ist eine davon: The Daily: „Each track features multiple creative synth melodies and textures, and all these instrumentals feel complete when paired with Perry’s vocals, which are somehow simultaneously expressive and deadpan. Whether she is rapping in Japanese or singing about taking selfies, she perfectly complements the geniusly concocted beats.“ Sicher nicht jedermanns Sache, Songbird würde ich es z. B. nicht empfehlen, Dir kann ich es nicht einschätzen @friedrich. Sarah says: Try me.:)
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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
songbird
Ulrich Schnauss – No Further Ahead Than Today
Nichts neues beim Shoegaze-Elektroniker. Zum Glück, wie ich finde. Man muss zu diesem wall of sound natürlich einen Zugang finden.achja, den wollte ich auch mal wieder suchen, beim letzten Versuch war da noch keiner…
Über den Sommer habe ich Ital Tek „Hollowed“ sehr gemocht und häufiger gehört. Recht düsterer Dubstep mit einem Hang zum Ambient, trotzdem immer fordernd. Weniger Drum-orientiert als frühere mir bekannte Stücke. Hat was von Blade Runner Soundtrack für die Zukunft…
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Ulrich Schnauss ist übrigens Kieler!
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How does it feel to be one of the beautiful people?Erstaunliche Liste von allmusic. Habe einige Electronica-Alben aus 2016. Aber nicht eins aus der Liste. Bin gerade dabei, meine Jahresbestenliste(all genres considered) auszuarbeiten. Wenn ich damit fertig bin, komme ich gerne auf Deine Frage zurück.
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Meine nächste Sendung auf Radio Stone FM: 27.03.2025, 21:00 Uhr - My Mixtape #160 - Alternative Pleasures Schwache Menschen rächen, starke Menschen vergeben, intelligente Menschen ignorieren - Albert EinsteinRomare – Love Songs: Part Two (Ninja)
Marquis Hawkes – Social Housing (Houndstooth)
Jay Daniel – Broken Knowz (Technicolour)
Steven Julien – Fallen (Apron)
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ich habe viel weniger elektronik gehört als in den jahren zuvor, obwohl ich nicht unbedingt weniger in clubs gegangen bin (eigentlich nur in einen). von der allmusic-liste habe ich immerhin die junior boys und jessy lanza (die ja auch irgendwie zusammengehören) sehr hoch in meinen jahrescharts, bin damit aber auch ziemlich allein. (ich finde beides auch eher pop, mit junior boys gibt es eine spezifisch queere identifikation, ich weiß nicht, wie verallgemeinerbar die ist.)
andy stott, trentemoller, james blake haben mich eher enttäuscht.
eine relevantere liste als allmusic wäre hier zu finden (da sind wir aber in bereichen, in denen alben nicht unbedingt das adäquate format sind): https://www.residentadvisor.net/features/2859
davon finde ich yves tumor großartig, kyle hall ok, jessy lanza super, nicolas jaar schwierig, radiohead und omar-s sehr toll, den rest kenne ich nicht. daneben mochte ich bibios A MINERAL LOVE noch ganz gerne. allgemein ist aber auch dort der tenor: kein wirklich toller jahrgang.
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Dank an alle für die Rückläufe!
Ich habe in einiges von der allmusic-Liste mal reingehört. Ein buntes Potpourri verschiedenster Musik, die eigentlich nur verbindet, dass sie mehr oder weniger elektronisch erzeugt wurde. Ansonsten sind stilistische Ähnlichkeiten eigentlich nicht auszumachen. Das geht von Ambient über Easy Listening, Elektro-Pop und Techno bis zu einem Album, das ausschließlich aus den verfremdeten Geräuschen einer Waschmaschine zusammengebaut ist. Insofern ist der Begriff Electronica tatsächlich etwas unscharf. In den 90ern, als die elektronische Popmusik den Durchbruch hatte, war das noch übersichtlicher und leichter abzugrenzen. Inzwischen mischt sich alles mit allem.
Was mir auch auffällt: jede Menge Retrosounds. Elektronica hat inzwischen auch schon eine lange Geschichte.
@songbird: Auch wenn man keine Magazine und Blogs liest und kein Radio hört, war es in Berlin nicht zu übersehen, dass Moderat 2016 ein neues Album veröffentlicht haben: Die halbe Stadt war mit Werbung dafür zuplakatiert. Ich persönlich kann damit nicht so viel anfangen. Ein crossover von Club und Popsong, der dadurch sicher ein breites Publikum erreicht. Mir persönlich aber gerade dadurch etwas zu – tja – gefällig. Von Pantha Du Prince kenne ich nur ein älteres Album (The Bliss), das mir ganz gut gefällt.
Ulrich Schnauss: Was ist das denn? Himmlischer Wohlklang, postmoderne Ironie oder einfach nur Kitsch?
Stimming – Alpe Lusia: Soundschnipseln nach zu urteilen, ist das raffinierter minimalistischer Techno goes Landschaftsmalerei, der offenbar unter außergewöhnlichen Bedingungen entstand und der mir gut gefallen könnte. Habe ich mir mal notiert.
@herr-rossi: Kero Kero Bonito sind sicher Elektro Pop der süßesten und buntesten Sorte. Mir gefällt dieses Spiel mit den billigen Sythiesounds und den süßen Melodien gut, auch wenn ich glaube, dass ich diese grelle Fröhlichkeit auf Albumlänge nicht durchhalte. „Bounce, bounce, bounce …“
@elmo-ziller: Dann wäre Ital Tek der Vangelis der Gegenwart.
@spiderland77: Jay Daniel hört sich in Soundschnipseln toll an, auf Albumlänge finde die Platte leider etwas enttäuschend. Im Prinzip ist das reizvoll mit der handgemachten Perkussion und den Synthie-Einsprengseln. Aber irgendwas fehlt. Hört sich ein bisschen so an, als seien das backing tracks, bei denen aber noch der Höhepunkt fehlt.
Steven Julien – Fallen könnte mir gefallen. Das Album ist als CD in D-Land aber offenbar nur schwer zu bekommen.
@vorgarten. Danke für die Liste von Resident Advisor. Ich hatte den Poll dort nicht gefunden. Es gibt auch noch andere Polls (Top Re-Issues, Top Tracks, Top-Compilations…), die man über die Suchfunktion findet.
Ich kenne nichts von der Liste, nur der Name Autechre sagt mir was. Das sind im elektronischen Bereich ja schon Veteranen. Deine Tipps müsste ich erst noch querhören, aber so richtig begeistert lesen sich Deine Schilderungen eigentlich auch wieder nicht. Von Bibio habe ich drei ältere Alben (Abivalence Avenue, Mind Bokeh und Silver Wilkinson) die alle gut bis sehr gut sind, in sich jeweils sehr vielfältig, aber darin wiederum auch einander recht ähnlich. Dass Bibio 2016 ein neues Album veröffentlicht hat, ist an mir völlig vorbei gegangen.
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)Die einzige elektronische Neuerscheinung, die ich 2016 gekauft habe ist
Paradoxerweise spielen Elektro Guzzi aber nicht mal auf elektronischen Instrumenten sondern in der Besetzung guitar, bass, drums. Der Liveauftritt von EG in der Berghain Kantine war für mich ebenfalls ein Erlebnis.
Vor ein paar Tagen frisch erworben:
Musste ich aus alter Treue einfach haben. Oval / Markus Popp hat vor 20 Jahren mein musikalisches Koordinatensystem total verschoben. Eigentlich also auch schon ein Elektronikveteran, dessen Musik mit ihren völlig fragmentierten Samples aber nach wie vor neben der Spur gängiger Popmusik läuft. Die Marke Oval ist auf Popp immer noch klar wiederzuerkennen, aber dennoch klingt die Platte frisch und für Oval-Verhältnisse sogar – äh … – poppig, verspielt und heiter.
Und dann bin ich beim Stöbern noch über
Roman Flügel – All The Right Noises
gestolpert, was mich sehr neugierig gemacht hat. Aber eigentlich kann ich da noch gar nichts Kompetentes zu sagen, denn die CD ist noch in der Post. Bin gespannt.
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
ja, das Roman Flügel Album ist auch sehr ok!
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friedrichKero Kero Bonito sind sicher Elektro Pop der süßesten und buntesten Sorte. Mir gefällt dieses Spiel mit den billigen Sythiesounds und den süßen melodien gut, auch wenn ich glaube, dass ich diese Fröhlichkeit auf Albumlänge nicht durchhalte.
Ich bin in der Hinsicht zugegeben tougher than (most) of the rest, ich kann es sehr gut am Stück hören.;-) Das Album hat aber auch ruhigere Momente.
(Leicht off topic: Ganz anderer Art ist übrigens mein Lieblingsalbum der letzten Jahren, Arcadia, eine elegische Laptop-Produktion von Caroline Polachek (Chairlift) unter dem Projektnamen Ramona Lisa. Ist schon von 2014, ich nutze aber weiterhin jede Gelegenheit, es anzupreisen. Falls es Dir also bislang entgangen sein sollte … )
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friedrichDeine Tipps müsste ich erst noch querhören, aber so richtig begeistert lesen sich Deine Schilderungen eigentlich auch wieder nicht.
klar, „großartig“, „super“ und „toll“ sind natürlich nicht als empfehlungen gemeint
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vorgarten
friedrichDeine Tipps müsste ich erst noch querhören, aber so richtig begeistert lesen sich Deine Schilderungen eigentlich auch wieder nicht.
klar, „großartig“, „super“ und „toll“ sind natürlich nicht als empfehlungen gemeint ?
@vorgarten: „bin damit aber auch ziemlich allein“, „eher enttäuscht“, „schwierig“, „ok“, „mochte ich (…) noch ganz gerne“, „kein wirklich toller jahrgang“ – das hört sich dann wiederum nicht so begeistert an.
In Deine Empfehlungen habe ich teils etwas reingehört, zündet bei mir gegenwärtig aber nicht so recht. Insgesamt scheint eine babylonische Sprachverwirrung zu herrschen. Wenig, auf das viele sich einigen können, auch vieles, dass sich so anhört, als stammt es aus einer anderen Zeit. Muss nicht schlecht sein, macht die Orientierung aber schwierig.
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„Etwas ist da, was jenseits der Bedeutung der Worte, ihrer Form und selbst des Stils der Ausführung liegt: etwas, was direkt der Körper des Sängers ist, und mit ein- und derselben Bewegung aus der Tiefe der Stimmhöhlen, der Muskeln, der Schleimhäute, der Knorpel einem zu Ohren kommt, als wenn ein und dieselbe Haut das innere Fleisch des Ausführenden und die Musik, die er singt, überspannen würde.“ (Roland Barthes: Die Rauheit der Stimme)friedrichInsgesamt scheint eine babylonische Sprachverwirrung zu herrschen. Wenig, auf das viele sich einigen können. Muss nicht schlecht sein, macht die Orientierung aber schwierig.
das war wohl immer schon so. ist bei einem solchen oberbegriff, der nicht wirklich eine „musiksparte“ bezeichnet, auch kein wunder. stockhausen, techno, synthpop und alles was man sonst nicht genauer kategorisieren kann, fallen da rein, zumindest bei allmusic und anderen seiten, die nicht wirklich kuratieren & reflektieren, sondern nur taggen. suchst du was innovatives oder etwas, was dem ähnelt, was dir bisher gefallen hat?
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Schlagwörter: Electronica Favoriten Bestenliste 2016
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