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AutorBeiträge
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peterson, allen, okon essiet/bowler, triangular (1988)
hier ist klar monk die referenz und der zugang schon ein bisschen junglöwenhaft. ich mag das überraschende rumpel-spiel von peterson ja sehr gerne, aber hier wird es auf dauer etwas eintönig und lässt vor allem geri allen wenig raum für alternativen. sie greift den ball auf, spielt so schräg wie eingefordert, zeigt dabei aber nur ein paar ihrer facetten. der alte gassenhauer „just you, just me“ ist ganz interessant, weil bass (nur hier: phil bowler) und schlagzeug in verschiedenen metren spielen, aber in einzeldosen ist das eigentlich alles interessant.
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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jimmydean
soulpope Don Pullen „New Beginnings“ (Blue Note) 1988 …. der Groove, eine schwer erkennbare „Komposition“ und das folgend einsetzende Hämmern und Clustern (verzweifelte Hilferufe ?), bei Letzterem werden Erinnerungen an die „Geräusche“ von Keith Jarrett wach …. wie ein roter Faden zieht sich diese Struktur (welche als Teil des Gesamtkonzeptes mit George Adams durchaus passte) durch dieses Album …. Gary Peacock und Tony Williams halten so gut es geht dagegen, zu einem in sich geschlossenen Piano Trio wird es dadurch noch weniger …. btw das Nachfolgealbum „Random Thoughts“ bleibt bezüglich Don Pullen eher unverändert, insgesamt wissen überraschenderweise James Genus (b) und Lewis Nash (dr) damit besser bzw integrativer umzugehen ….
„random thoughts“ war bei mir auch in der engeren auswahl, „new beginnings“ kenne ich noch nicht, muss ich mal nachhören…
Wäre an Deinen Eindrücken interessiert ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Ich versuche, hier alles zu lesen, nehme Anregungen mit (auch immer noch von Iverson) und hoffe, dass ich bis Ende Januar vielleicht auch eine Liste besonders ans Herz gehender Favoriten habe (fundiert wird sie nicht, nur eine Mischung aus alten Favoriten und Neuentdeckungen) – falls es das Forum dann noch gibt.
Heute früh läuft mal „Changeless“, dafür muss man sicher in aufmerksamerer Stimmung (oder Gesellschaft, hier wird mit Spielzeug geklappert) sein als ich gerade, stehe da noch ein wenig vor einem Rätsel.
Gestern war „Live In Tokyo“ von Barry Harris dran. Auch rätselhaft, v.a. vom Timing (gleich im ersten Track „A Soft Spot“ klingt es, als würden sowohl Harris als auch Leroy Williams versuchen, einander davon zu spielen), aber sofort begeisternd: Die Balladen! Und „Dance Of The Infidels“! Mal schauen, ob ich in den nächsten Wochen „Preminado“ noch ins Haus bekomme, die würde ich für die Umfrage auch sehr gern hören.
Froh bin ich auch über die Entdeckung von Joanne Brackeens „Snooze“, das ist eine Platte, die wie keine andere klingt, die ich kenne.
Danke an alle für die vielen lesenswerten Beiträge, immer ein Vergnügen hier
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God told me to do it.
Bill Evans Trio – Bill Evans at Town Hall (Volume One) | Ein Konzert aus New York vom 21. Februar 1966 mit Chuck Israels und Arnold Wise (der schon in den Fünfzigern mit Steve Kuhn gespielt hatte) – fünf Stücke landeten auf der LP, „I Should Care“, „Spring Is Here“, „Who Can I Turn To“ und „Make Someone Happy“ im Trio, dann als Closer das lange Medley „Solo – In Memory of My Father“ (auf einen „Prologue“ folgen „Story Line“, „Turn Out the Stars“ und ein „Epilogue“). Auf einer „Best of Bill Evans“-Platte erschienen später noch „Beautiful Love“ und „My Foolish Heart“, auf CD-Reissues des Town Hall-Albums auch noch „One for Helen“, insgesamt sind das 53 Minuten Musik – und die gehören zum besseren von Evans aus der Zeit. Mich dünkt sein Spiel engagierter aber auch zarter, vielschichtiger als auf dem Vorgänger-Album „Trio 65“. Israels macht längst (schon im Trident) einen exzellenten Job und Wise hat einen etwas zupackenderen Approach als Bunker, der vielleicht auch damit zu tun hat, wie Evans hier agiert. Mein Highlight hier ist neben dem Solo-Medley „Spring Is Here“, aber auch Bricusse/Newleys Pop-Song ist super – da spielt Evans lange Passagen mit Block-Akkorden, die so typisch Evans sind, wie man es sich nur vorstellen kann. Da braucht man einen halben Takt, um ihn zu erkennen – oder tatsächlich nur einen einzigen Akkord.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbagypsy-tail-windIch hab mal mit dem Anlegen eines Indexes im ersten Post angefangen. Geht ab Seite 3 los und ich bin bei Seite 8 … gibt einen Tag Arbeit oder so, es wird also dauern.
Klasse, vielen Dank! Ich hatte auch mal angefangen, die Idee dann aber nach ein paar Seiten verworfen.
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Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...Gerade fertig geworden … falls was falsch verlinkt ist oder falsch einsortiert, lieber per PN als hier melden bitte (und @atom bitte direkt selbst editieren, wenn Du Fehler findest!). Alben, die keine (halben) Trio-Alben sind, habe ich nicht aufgenommen (i.e. Charlie Haden Quartet West), bin vielleicht nicht immer konsequent mit einzeiligen Posts/Reaktionen umgegangen (wenn da nur steht „hab ich auch“ oder „höre ich noch“ hab ich das nicht aufgenommen). Und definitiv nicht konsequent war ich Umgang mit Sidemen, die auf dem Cover genannt werden … war schon schwer genug, zu entscheiden, wie die Titel jeweils genau lauten bzw. wie man einen Künstler*inennamen an den Anfang bringt, wenn es an sich nur einen Albumtitel gibt (wollte nicht alles noch bei Discogs nachgucken für Backcover- und Label-Beschriftungen sonst wär ich noch bis nächste Woche dran gewesen).
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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Marilyn Crispell Gary Peacock Paul Motian „You’ve Left Me“ (ECM) 1997 …. eine ungemein subtile Hommage an die Arbeiten von Annette Peacock …. obgleich zahlreicher interessanter Eindrücke behält die Musik den Hörer auf Distanz, als ob die Entfernung nah genug wäre …. Gary Peacock und Paul Motian agieren (zu) mannschaftsdienlich ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Abgesehen davon, dass es hier um eine Frauschaft geht, der gedient wird, finde ich das überhaupt nicht … für meine Ohren ein perfektes Album!
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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gypsy-tail-wind Abgesehen davon, dass es hier um eine Frauschaft geht, der gedient wird, finde ich das überhaupt nicht … für meine Ohren ein perfektes Album!
Ich bin einfach zu alt für das Gendern und die Mannschaft ist ja eh feminin
…. sonst gilt wie immer „different strokes for different folks“ ….--
"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)



Elmo Hope – The Last Sessions | Die letzten Sessions von Elmo Hope – März 1966 mit John Ore und Philly Joe Jones sowie Mai 1965 Clifford Jarvis statt Jones – gibt es mit vielen Covern … 1977 erschienen sie zum ersten Mal bei Inner City, in Japan später bei RCA und Specialty, wo sie auch wieder auf CD erschienen. Ich habe auch diese Aufnahmen (minus zwei Alternate Takes verglichen mit den Specialty-CDs) nur in der billigen 4-CD-Box mit allen Trio-Aufnahmen von Hope und weiss gar nicht, ob ich sie schon mal komplett angehört habe. Das ist alles in allem leider wirklich ein recht trauriger Abgesang, der vergangene Fähigkeiten nur noch erahnen lässt. Die Stücke sind viel zu lang (im März dauern drei um die zehn Minuten, im Mai diverse um die acht) und der Sound der Aufnahmen ist auch bescheiden. Jones ist viel zu laut und zu lärmig, das Klavier klingt dünn und schief und niemand hat einen guten Tag dünkt mich, das fliegt in alle Richtungen davon … nur Ore walkt unbeirrt durch alles hindurch – was bleibt ihm auch anderes, ausser den Bass einzupacken und nach Hause zu gehen? Manchmal sind die Voicings immer noch sehr toll, der Drive ist zwischendurch auch da – aber dann scheppert Jones mit unsicherem Beat drein und deckt alles zu … schade. Die Ballade „Pam“ wirkt besonders verloren – und ist nach nicht einmal drei Minuten auch schon wieder vorbei. Clifford Jarvis pflegt zwar einen weniger lärmigen Stil, aber geht eher noch freier mit Time um, spielt noch losere Fills und Kommentare. Das passt dennoch etwas besser, und auch der Sound ist ausgewogener – und Hopes Spiel vielleicht auch. Es gibt weniger Ausschläge nach oben und nach unten, manches wirkt recht uninspiriert auf mich. Es gib zu viele langsame Blues, die Ballade „Grammy“ ist zwar viel länger, aber nicht besser. Dafür klingt Hope in „A Kiss for My Love“ und in den Stücken mit Latin-Beats und Riffs (z.B. „Something for Kenny“) ziemlich gut – da ist bestimmt auch der andere Drummer hilfreich.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
Paul Bley with Gary Peacock | Die zwei ECM-Trios von Bley sind mir grad in die Finger gefallen und drum läuft das jetzt doch auch wieder. Eine Session von 1963 mit Paul Motian und eine von 1968 mit Billy Elgart (von der zwei weitere Stücke auf „Turning Point“ landete, dem Album, das Trio-Stücke mit einer Quartett-Session mit John Gilmore mischte). Das beginnt mit Ornette Colemans „Blues“ beschwingt, findet danach in Bleys „Getting Started“ zu sich, schweift im zweiten Ornette-Stück mit hervorragendem Peacock in freieres Bill Evans Trio-Gebiet ab. Die erste Seite schliess mit dem Jerome Kern-Klassiker „Long Ago and Far Away“ (wer wann das Standards-Album erfunden hat ist ja eine Frage, die hier auch schon aufgeworfen wurde … Bley war das nicht, aber die Frage spukt mir im Kopf herum – ist das erst als Retro-Konzept relevant? Denn es gibt ja schon um 1960 herum diverse Alben, die sonst einigermassen ins Bild passen – erst recht, wenn man das gelegentliche Original verzeiht, was man ja fast muss, weil es das auch bei Jarrett/Peacock/DeJohnette gibt). Mit Peacocks „Moor“ öffnet die zweite Seite und endet das Segment von 1963. Ich höre die Session als sehr avanciert im Vergleich mit allen anderen Trios der Zeit (besonders dem von Evans, aber auch Don Friedman, Clare Fischer, Denny Zeitlin …) – aber mag andere Sessions von Bley aus den Sechzigern etwas lieber („Footloose“, dann natürlich „Closer“, ich denke auch „Touching“).
Das 1968er-Segment mit Billy Elgart am Schlagzeug ist dann kürzer, es gibt noch drei Stücke (alle acht dauern zwischen dreieinhalb und viereinhalb Minuten, nur der Closer, „Albert’s Love Theme“ von Annette Peacock, fast fünf. Peacock hat auch „Gary“ komponiert, das erste der 1968er-Stücke. Dazwischen ist Bleys eigenes „Big Foot“ zu hören – eine Uptempo-Nummer mit Ornette-Einschlag. Carla fehlt hier für einmal ganz – was vielleicht insofern interessant ist, als dass es Bley auch ohne ihr Material an tollen Ideen mangelt. In den Peacock-Stücken kriegen wir mehr vom kargen Minimalismus, der im Vorjahr die Sessions für „Ballads“ prägte (das kann ich ja noch in mein reguläres Programm einsortieren, es sind noch ca. zehn Alben von 1966 dran, März und Juli 1967 ist als noch was weg). Bley produzierte damals ja regelmässig auf eigene Faust und vertickte das Zeug dann an Label, die Interesse hatten – drum hat er zwei ECM-Alben gemacht, bevor es das Label überhaupt hab.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbasoulpope
jimmydean
soulpope Don Pullen „New Beginnings“ (Blue Note) 1988 …. der Groove, eine schwer erkennbare „Komposition“ und das folgend einsetzende Hämmern und Clustern (verzweifelte Hilferufe ?), bei Letzterem werden Erinnerungen an die „Geräusche“ von Keith Jarrett wach …. wie ein roter Faden zieht sich diese Struktur (welche als Teil des Gesamtkonzeptes mit George Adams durchaus passte) durch dieses Album …. Gary Peacock und Tony Williams halten so gut es geht dagegen, zu einem in sich geschlossenen Piano Trio wird es dadurch noch weniger …. btw das Nachfolgealbum „Random Thoughts“ bleibt bezüglich Don Pullen eher unverändert, insgesamt wissen überraschenderweise James Genus (b) und Lewis Nash (dr) damit besser bzw integrativer umzugehen ….
„random thoughts“ war bei mir auch in der engeren auswahl, „new beginnings“ kenne ich noch nicht, muss ich mal nachhören…
Wäre an Deinen Eindrücken interessiert ….
also nach erstmaligem hören ist der eindruck gemischt… der erste track „jane’s delight“ ist sehr gut, aber dann geht mir das ganze etwas zu sehr in richtung avantgarde… derzeit würde ich „new beginnings“ doch deutlich hinter „random thoughts“ einordnen
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i don't care about the girls, i don't wanna see the world, i don't care if i'm all alone, as long as i can listen to the Ramones (the dubrovniks)

Hampton Hawes Trio – The Seance / Hampton Hawes – I’m All Smiles | Hampton Hawes, Red Mitchell und Donald Bailey live am 30. April un 1. Mai 1966 im Mitchell’s Studio Club in Los Angeles. Im Club (kein Bezug zum Bassisten) hatte es davor nie Live-Musik gegeben, zum Zeitpunkt der Aufnahmen spielte das Trio laut Hawes‘ Liners zu „The Seance“ (auf den 17. Oktober 1969 datiert, wohl kurz vor das Album herauskam) seit neun Monaten dort. Er erzählt auch, wie er 1956 zusammen mit Mitchell erstmals Bailey gehört habe: Jimmy Smith sorgte damals für Aufsehen und die beiden gingen ihn anhören. Schon da habe er beschlossen, Bailey irgendwann in sein Trio zu holen. Acht Jahre später sei der dann nach L.A. gezogen und so klappte das irgendwann auch tatsächlich. Hier klappt auch musikalisch so ziemlich alles, der spontane, dem Album den Titel leihende Blues zum Einstieg ist jedenfalls schon mal sehr gut, danach gibt es Rollins‘ „Oleo“ – ein Stück, das das Trio laut Hawes wenigstens einmal pro Abend spielte und das Bailey den Raum für ein längeres Solo gibt: „Donald, to me, is the most underrated drummer today, and is long overdue for recognition“ – die Folge der Dünkel gegenüber Orgeljazz. In „Easy Street“ ist dann zu hören, wie tight das Trio auch in ausgestecktem Territorium ist. Der Bass wird ins Arrangement eingebunden, die Drums sind sehr eigenwillig in ihren Kommentaren. Teil zwei beginnt wieder mit einem Original, das nach einem eigenartigen Intro – einem Paso doble? – für die Soli in einen Blues wechselt. Bailey ist superb hier mit seinem präzisen Spiel auf der Snare, im Thema und auch danach hinter Hawes‘ Solo, in dem ich ein paar Mal an Jarrett später im Standards Trio denken muss (dass dieser/dieses nicht aus dem luftleeren Raum fiel ist eine meiner Erkenntnisse der letzten Wochen – war ja eigentlich schon klar, aber nachgehorcht hab ich da halt bisher nie). Dann folgt gebündelt das Balladensegment, es gibt „For Heaven’s Sake“ und „My Romance“. Das erste Stück habe er bei Billie Holiday zuerst gehört und seit damals spielen wollen – er ändert hier kaum was, schreibt er, das Stück sei „so complete harmonically“, dass er kaum was dran gemacht habe, nur nach den besten Voicings gesucht und „a few substitutes added just flavor“. „My Romance“ kommt dann im mittelschnellen Bill-Evans-Bounce-Tempo daher (das Jarrett auch wieder pflegte), der Bass in Zwei, die Drums im Thema fast still. Fast zehn Minuten dauert das Stück und zeigt nochmal, wie entspannt das Trio in diesem Rahmen agierte. Fast etwas zu entspannt vielleicht, als dass daraus ein wirklich hervorragendes Album hätte werden können? Ich geniesse das als Dokument sehr, aber da und dort scheint es etwas an Fokus zu mangeln?
Runde zwei wurde 1972 nachgelegt (Hawes‘ Liner Notes sind auf den 12. Oktober 1972 datiert) … Top-20-Material bei @vorgarten, neu für mich (von „The Seance“ hatte ich schon eine Behelfsausgabe, gekauft habe ich beide erst in den letzten Jahren, als es hier um Bailey bei Hawes ging und ich mal Lücken schliessen wollte, „Here and Now“ und „High in the Sky“ kamen auch damals in die Sammlung – „I’m All Smiles“ hatte der Vorbesitzer für AUS$ 19.95 im Virgin an der Pitt Street in Sydney gekauft, am 16. Dezember 1991, wie ich einer kleinen Etikette entnehme, die vorn auf der Hülle klebt, und em Preisaufkleber auf der Rückseite). Das Titelstück, mit dem das Album öffnet, habe Chuck Israels bei den Aufnahmen zu „Here and Now“ ins Studio mitgebracht – Hawes suchte damals nach neuem Material, das Stück spielten sie dann aber nicht ein, Hawes musste erst einen Weg finden, es so anzupassen, dass es ihm lag. Und ja, ich bin hier auch begeistert – ein tolles Album, auf dem alles stimmt: das Material ist toll, das Trio erklimmt mal zu mal irre Höhen, der mangelnde Fokus ist höchstes im Blues ein (Rand-)Thema – und der steht hier nicht am Anfang sondern am Ende. Dass das „second helping“ besser ist als die erste Auswahl zeigt vielleicht, dass Künstler nicht immer die (ihre) besten Redaktoren sind. Bailey ist auf „Manha de Carnaval“ wirklich klasse – und gerade so gut ist seine Trommel-mit-Filzschlägeln-Begleitung in „Spring Is Here“, wo Mitchell so dialogisch unterwegs ist, wie das aus dem Evans Trio bekannt ist – Hawes‘ wichtigster Sideman gegen Ende der gemeinsamen Zeit. Hawes schreibt zur Wahl von „Spring Is Here“, dass er zwischen drei Takes wählen konnte und fügt eine Beobachtung an, die sein Verständnis von Musik auf den Punkt bringt: „This particular take was selected out of three of the same tune because we felt it was the best feeling-wise. To me feeling is paramount; technique is secondary, although important.“
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbasehr schön, freut mich, dass vor allem I’M ALL SMILES gezündet hat.
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jimmydean
soulpope Don Pullen „New Beginnings“ (Blue Note) 1988 …. der Groove, eine schwer erkennbare „Komposition“ und das folgend einsetzende Hämmern und Clustern (verzweifelte Hilferufe ?), bei Letzterem werden Erinnerungen an die „Geräusche“ von Keith Jarrett wach …. wie ein roter Faden zieht sich diese Struktur (welche als Teil des Gesamtkonzeptes mit George Adams durchaus passte) durch dieses Album …. Gary Peacock und Tony Williams halten so gut es geht dagegen, zu einem in sich geschlossenen Piano Trio wird es dadurch noch weniger …. btw das Nachfolgealbum „Random Thoughts“ bleibt bezüglich Don Pullen eher unverändert, insgesamt wissen überraschenderweise James Genus (b) und Lewis Nash (dr) damit besser bzw integrativer umzugehen ….
„random thoughts“ war bei mir auch in der engeren auswahl, „new beginnings“ kenne ich noch nicht, muss ich mal nachhören…
Wäre an Deinen Eindrücken interessiert ….
also nach erstmaligem hören ist der eindruck gemischt… der erste track „jane’s delight“ ist sehr gut, aber dann geht mir das ganze etwas zu sehr in richtung avantgarde… derzeit würde ich „new beginnings“ doch deutlich hinter „random thoughts“ einordnen
Dank für Dein Feedback …. es ist interessant, hier unterschiedliche Impressionen bezüglich einer Aufnahme zu lesen ….
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Schlagwörter: Jazz, Piano, Piano Trio
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