Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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Elmo Hope – The Last Sessions | Die letzten Sessions von Elmo Hope – März 1966 mit John Ore und Philly Joe Jones sowie Mai 1965 Clifford Jarvis statt Jones – gibt es mit vielen Covern … 1977 erschienen sie  zum ersten Mal bei Inner City, in Japan später bei RCA und Specialty, wo sie auch wieder auf CD erschienen. Ich habe auch diese Aufnahmen (minus zwei Alternate Takes verglichen mit den Specialty-CDs) nur in der billigen 4-CD-Box mit allen Trio-Aufnahmen von Hope und weiss gar nicht, ob ich sie schon mal komplett angehört habe. Das ist alles in allem leider wirklich ein recht trauriger Abgesang, der vergangene Fähigkeiten nur noch erahnen lässt. Die Stücke sind viel zu lang (im März dauern drei um die zehn Minuten, im Mai diverse um die acht) und der Sound der Aufnahmen ist auch bescheiden. Jones ist viel zu laut und zu lärmig, das Klavier klingt dünn und schief und niemand hat einen guten Tag dünkt mich, das fliegt in alle Richtungen davon … nur Ore walkt unbeirrt durch alles hindurch – was bleibt ihm auch anderes, ausser den Bass einzupacken und nach Hause zu gehen? Manchmal sind die Voicings immer noch sehr toll, der Drive ist zwischendurch auch da – aber dann scheppert Jones mit unsicherem Beat drein und deckt alles zu … schade. Die Ballade „Pam“ wirkt besonders verloren – und ist nach nicht einmal drei Minuten auch schon wieder vorbei. Clifford Jarvis pflegt zwar einen weniger lärmigen Stil, aber geht eher noch freier mit Time um, spielt noch losere Fills und Kommentare. Das passt dennoch etwas besser, und auch der Sound ist ausgewogener – und Hopes Spiel vielleicht auch. Es gibt weniger Ausschläge nach oben und nach unten, manches wirkt recht uninspiriert auf mich. Es gib zu viele langsame Blues, die Ballade „Grammy“ ist zwar viel länger, aber nicht besser. Dafür klingt Hope in „A Kiss for My Love“ und in den Stücken mit Latin-Beats und Riffs (z.B. „Something for Kenny“) ziemlich gut – da ist bestimmt auch der andere Drummer hilfreich.

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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba