Who’s Gladys Thompson, anyway? (Auf der Suche nach Chuck Thompson, Jazz-Drummer)

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  • #11104263  | PERMALINK

    dietmar_

    Registriert seit: 29.10.2013

    Beiträge: 764

    Findet jemand eine einigermaßen vollständige Discographie des Schlagzeugers Chuck Thompson?

    Laut deutschsprachiger Wikipedia 1926 geboren, ein Todesdatum gibt es nicht. Aufnahmen lassen sich nur bis in die 50er Jahre finden.

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    #11105449  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    dietmar_
    Findet jemand eine einigermaßen vollständige Discographie des Schlagzeugers Chuck Thompson?

    Laut deutschsprachiger Wikipedia 1926 geboren, ein Todesdatum gibt es nicht. Aufnahmen lassen sich nur bis in die 50er Jahre finden.

    @dietmar_ – das wäre eine klassische Frage für @redbeansandrice :bye:

    Thompson war vor Larance Marable und Frank Butler vielleicht der bestbeschäftigte afro-amerikanische Drummer in Kalifornien, von den späten Vierzigern bis in die mittleren Fünfziger gibt es viele Aufnahmen, mit der älteren Leuten wie Eroll Garner, Wardell Gray und Dexter Gordon (da ist Thompson auf dem bekifften 1955er-Album), Sonny Criss, er taucht beim frühen Mingus auf (die Debut-CD) … und dann natürlich die grossartigen Trio-Aufnahmen mit Hampton Hawes (in den Kontext gehört auch das Album mit Red Mithell auf Bethlehem, da kommen Conte Candoli und Joe Maini zum Trio dazu), aber die Spur scheint sich dann 1955/56 zu verlieren.

    Gerade ins Mingus-Booklet von Uptown geschaut – Thompson spielt nur auf einer Session (1 Single/2 Tracks) und es gibt keine Biographie – aber immerhin ein Foto auf S. 37.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals und Comebacks in den 90ern - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #11105509  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 11,590

    ist schon krass, wie Thompson Mitte der 50er einfach verschwunden ist, also, ich find wirklich fast nichts… wikipedia legt eine Spur nach San Francisco, und da findet sich zB das hier, kurze Erwaehnung auf p.77, geschrieben von Max Hartstein, einem Bassisten, der zB mit Brew Moore in SF aus den 50ern auftaucht… an sich gibt es einige Buecher, wo was drin stehen sollte, Ted Gioia und Robert Gordon ueber West Coast Jazz, Isoardi (s. hier, da steht ein bisschen was), St Quentin Jazz Band (guck ich nachher mal), die AUtobigrafien von Hampton Hawes und Roy Porter (bei dem ein bisschen was steht, vor allem der Hinweis auf San Francisco…)… so richtig scheint keiner zu wissen, wie es ausging, wahrscheinlich nicht gut

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    #11105765  | PERMALINK

    imernst

    Registriert seit: 16.08.2019

    Beiträge: 403

    redbeansandriceist schon krass, wie Thompson Mitte der 50er einfach verschwunden ist, also, ich find wirklich fast nichts… wikipedia legt eine Spur nach San Francisco, und da findet sich zB das hier, kurze Erwaehnung auf p.77, geschrieben von Max Hartstein, einem Bassisten, der zB mit Brew Moore in SF aus den 50ern auftaucht… an sich gibt es einige Buecher, wo was drin stehen sollte, Ted Gioia und Robert Gordon ueber West Coast Jazz, Isoardi (s. hier, da steht ein bisschen was), St Quentin Jazz Band (guck ich nachher mal), die AUtobigrafien von Hampton Hawes und Roy Porter (bei dem ein bisschen was steht, vor allem der Hinweis auf San Francisco…)… so richtig scheint keiner zu wissen, wie es ausging, wahrscheinlich nicht gut

     

    Es gibt noch eine Aufnahme vom 25 November 1957 die ursprünglich auf einer LP des Labels Calliope veröffentlicht wurde. Discogs Die drei Titel (Easy Livin‘, Willow Weep for Me und Wailing for Joe) wurden dann später von Fresh Sound auf Vinyl wieder zugägnlich gemacht.

    Und in Jahre 2000 gab es auch eine CD von Jazz Factory (Bootleg Label?).

     

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    #11105847  | PERMALINK

    dietmar_

    Registriert seit: 29.10.2013

    Beiträge: 764

    Danke für eure Antworten. Ein Mysterium. Meine unbelegte Vermutung ist auch, dass Drogen ihn komplett aus der Spur geworfen haben? Trotzdem erstaunlich, dass es nicht einmal eine Todesmeldung gibt.

    Ich bin aktuell nur mit dem Telefon im Netz, daher eine kurze Wasserstandsmeldung. Schaue mir aber gerne alsbald eure Hinweise an.  :bye:

    --

    #11105869  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Beiträge: 61,507

    imernst
    … CD von Jazz Factory (Bootleg Label?).

    Ja, klar (Definitive).

    imernst
    Es gibt noch eine Aufnahme vom 25 November 1957 die ursprünglich auf einer LP des Labels Calliope veröffentlicht wurde. Discogs Die drei Titel (Easy Livin‘, Willow Weep for Me und Wailing for Joe) wurden dann später von Fresh Sound auf Vinyl wieder zugägnlich gemacht.

    Auch Bootleg … aber klar, ohne solche Ausgaben und ihre Neuauflagen durch andere Piraten (da gehört ja Fresh Sound wenigstens halb auch dazu) könnten wir das alles nicht hören. Aber das 1957er-Datum würde ich gerne mal von seriöser Seite bestätigt haben, 1956 war dann ja Bruz Freeman bei Hawes, wenn mich nicht alles täuscht, ob Thompson 1957 wirklich nochmal auftauchte oder die Bootlegger schlicht ein falsches Datum draufgepappt haben, werden wir wohl nie erfahren.

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    #11105901  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 11,590

    In Roy Porters Autobiografie von 1991 liest es sich tendentiell so, als haette Thompson aehnliche Probleme wie Porter gehabt (also Drogen) und wuerde in SF wohnen… vom Kontext her bekommt man den Eindruck, sie waeren noch locker in Kontakt und Thompson wuerde noch leben… aber man sollte die Passage sicherlich nicht auf die Goldwage legen, genausowenig wie irgendwas anderes in dem Buch… aber letztlich deutet das fehlende Todesdatum darauf hin, dass er jenseits des Rampenlichts noch eine Weile gelebt hat – wenn er jetzt zB 1962 gestorben waer, wuerd das wahrscheinlich irgendwo stehen…

    was den 25. November 1957 betrifft: das Datum ist ziemlich sicher, das ist diese Stars of Jazz Fernsehsendung, und die Besetzung steht so auch in James Harrods Buch… leider hat Harrod seine Blogs zu Calliope und Stars of Jazz leergeraeumt, weil es jetzt ein Buch gibt… aber ich wuerde davon ausgehen, dass das so passt, weil er ja Zugang zu den ganzen Studioprotokollen etc hatte

    edit: hier sind die Sachen zu der Session archiviert

    edit: und hier ist was Porter schreibt, habe nochmal kritisch geschaut und wuerde sagen, dass es sich zeitlich ueberhaupt nicht einordnen laesst, von den snippets auf google books her (also: ich denke eher, dass es hier um die spaeten 50er geht als um die fruehen 40er, aber ganz so klar wie ich dachte ist es nicht…)

    Chuck Thompson, the drummer, was a hell of a musician that came up from Los Angeles to San Francisco about the same time as I did. Chuck is the drummer who’s featured on the recording called The Chase with Dexter Gordon and Wardell Gray. When I got busted Chuck was still in San Francisco too. Then eventually he had to go through the same things that I did. Eventually eberybody that messed with heroin had to pay their dues.

    wo ich morgen wirklich nochmal nachlesen muss, ist in Raise up off me

    --

    .
    #11106049  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 61,507

    Danke, war mir nicht bewusst, dass das eine „Stars of Jazz“-Sendung ist, hab die Session glaub ich noch nie gehört (schönes Beispiel fürs unseriöse Arbeiten von Fresh Sound … hat sich zugegebenermaßen später gebessert).

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    #11107031  | PERMALINK

    dietmar_

    Registriert seit: 29.10.2013

    Beiträge: 764

    @gypsy-tail-wind
    @redbeansandrice
    @imernst

    Bitte entschuldigt die späte Reaktion auf eure Antworten, zur Zeit ist es hier ein bisschen kompliziert mit Netz und Hardware. Nochmals Danke für die interessanten, wenn auch erwartbar geringen Informationen. Als hätte sich ein Loch im Boden aufgetan und weg war er.

    Chuck Thompson, ein Schlagzeuger der immer mal wieder auftaucht in meinem Bewusstsein, Wesentliches habt ihr genannt. Interessant finde ich, dass es einen deutschsprachigen, aber keinen englischsprachigen Wikipedia-Eintrag gibt, 6 Zeilen Text plus 7 Hinweise „Auswahldiskographie“: Mingus, Gordon, Gray, Garner, Kessel, Criss, Hawes, das ist recht überschaubar. Das Meiste davon ist hier wohl vorhanden. Ihr erwähnt noch Aufnahmen mit Red Mitchell.

    Ach, redbeansandrice, auf Seite 77 des PDFs noch auf page seventyseven finde ich Hinweise zu CT. Bin ich blind oder ist es vielleicht eine andere Seite?

    „But Sonny Clark, piano player, Chuck Thompson, drummer, Roy Porter, drummer, all these guys I knew started out with marijuana and then went to the needle“, Clora Bryant, interviewed by Stephen L. Isoardi, ist da schon deutlich. Aber das war fast der übliche Weg us-amerikanischer Jazzmusiker in den 1950er Jahren. Bryant kenne ich nur ein bisschen von den International Sweethearts of Rhythm.

    Weiter kommen wir wohl nicht so recht im Verbleib Chuck Thompson, vielleicht ist er einfach in irgendeinem Loch zwischen LA und SF 1956/57/58 krepiert und niemanden war das eine Zeile wert, die anderen „Helden“ hatten mit ihrem eigenen (Über-)Leben genug zu schaffen.
    Ich hatte halt die ganz kleine Hoffnung, dass irgendwer sagt, ja, der lebt seit 40 Jahren in irgendeiner unzugänglichen Wildnis und schnitzt eine Trommel, wenn er eine braucht.

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    #11107057  | PERMALINK

    redbeansandrice

    Registriert seit: 14.08.2009

    Beiträge: 11,590

    sorry, p. 76, die zweite Seite von Kapitel 9, ist aber nur eine kurze Erwaehnung und dann „this story took place in the late 50s and early 60s“. Ist fuer den Moment der einzige halbwegs handfeste Hinweis auf musikalische Aktivitaeten nach einer moeglichen Rueckkehr nach SF. Was mich irritiert, ist, dass er in Don Alberts „A Diary of the Underdogs: Jazz in the 1960’s in San Francisco“ nicht vorkommt… da steht man eigentlich drin, wenn man im San Francisco der 60er vernab von jedem Publikum fantastischen Bebop gespielt hat… in Hampton Hawes „Raise up off me“ hab ich vorhin auch nachgelesen, da steht vor allem drin, dass die Amerikatour des Trios Hawes/Mitchell/Thompson ein ziemliches Disaster war… dass Red Mitchell staendig aufpassen musste, dass die anderen zwei sich nicht voellig kaputtmachten, und dass Hawes und Mitchell in New York dann Thompson ins Krankenhaus gebracht haben, weil es einfach nicht mehr ging und die Tour ohne ihn fortsetzten (bzw, Kenny Burrell als Ersatz anheuerten, first world problems…) die Stars of Jazz Session war dann nochmal spaeter

    an Krepieren in einem Loch vor Mitte der 60er glaub ich eigentlich nicht, das haette irgendwer gewusst… mir schwebt eher so eine Karriere wie bei Jimmy Bunn vor (er war spaeter der Chauffeur von Dorothy Donegan und starb 1997) und er ist dann irgendwann in den 80ern oder 90ern gestorben… wer fragt Ted Gioia? das scheint mir der logische naechste Schritt zu sein (ich kanns machen, es sei denn gypsy will seine neuen twitter skills erproben)

    --

    .
    #11107151  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Beiträge: 61,507

    Mach mal @redbeansandrice, Du steckst da tiefer drin! (Hast Du in Gioias „West Coast Jazz“ auch noch geguckt? Nehme an, dort kommt Thompson nur im Zusammenhang mit den tollen Hawes Trio-Sessions?)

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals und Comebacks in den 90ern - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #11107177  | PERMALINK

    dietmar_

    Registriert seit: 29.10.2013

    Beiträge: 764

    Thompson wäre nicht der Einzige, der drogenbedingt oder/und aus finanzieller Not aus der Szene rutschte und sich mit irgendeinem Brotjob über Wasser hält. Kürzlich hatten wir es hier aus traurigen Gründen noch mit den „Verschollenen“ Henry Grimes oder Giuseppi Logan. Aber immerhin verblieben sie und fielen vor Jahrzehnten nicht in ein zu tiefes Loch oder zumindest gab es – bei Grimes – einige glückliche Fügungen, die ihm spät ein beeindruckendes Comeback ermöglichten.
    In den USA fällt man sehr viel schneller durchs Raster, ohne soziale (oder medizinische) Hilfen. So ist es natürlich denkbar, dass Chuck Thompson noch Jahrzehnte in benachteiligten Verhältnissen lebte, ohne Kontakte, ohne Instrumente, aus der Zeit gefallen.

    Es ist auch nachvollziehbar, dass z. B. ein Red Mitchell, spätestens nach dem er nach Europa ging, nichts mehr von Thompson wusste. Ein Hampton Hawes hatte sicher mit seiner eigenen Situation genug zu tun.

    Wenn irgendwer Ted Gioia fragen mag und kann, wäre das sicher gut. Ich kann aber überhaupt nicht beurteilen, ob das erhellend sein könnte.

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    #11107291  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 20,328

    Was die diskographische (Teil-)Übersicht betrifft, so hast du die Credits-Liste bei Allmusic wahrscheinlich schon gesichtet, @dietmar_?

    --

    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
    #11107293  | PERMALINK

    dietmar_

    Registriert seit: 29.10.2013

    Beiträge: 764

    atomWas die diskographische (Teil-)Übersicht betrifft, so hast du die Credits-Liste bei Allmusic wahrscheinlich schon gesichtet, @dietmar_?

    allmusic überspringe ich meistens, weil ich dort sehr häufig fragwürdige Infos finde. Daher habe ich diese ziemliche große Credits-Liste noch nicht gesehen gehabt. Ich werde sie mir später zuhause genauer ansehen.
    Vielen Dank für diesen Hinweis, @atom .

    --

    #11108289  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 20,328

    Die Seiten von Allmusic besuche ich eigentlich auch nicht mehr, meinen alten Allmusic Guide to Jazz von Ron Wynn nehme ich hingegen gelegentlich noch zur Hand.

    --

    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
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