Art Pepper (1925-1982)

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    gypsy-tail-wind
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    Es gibt hier noch keinen Thread über diesen grossen Saxophonisten, also start ich doch mal einen. Pepper gehört hier zu den absoluten Favoriten!

    Eine Online-Diskographie gibt’s hier und auch auf jazzdisco.org (sehen identisch aus, früher war auf der Blooms-Seite eine andere, glaub ich… jazzdisco ist ja auch nicht sehr verlässlich…)
    Zudem gibt’s diesen etwas unübersichtlichen Blog mit vielen Cover-Abbildungen.

    Pepper hat in den späten 40ern bei Stan Kenton gespielt aber auch schon früh auf Small Group Sessions mitgewirkt (z.B. auf der lustigen Babs Gonzalez Capitol-Session mit J.J. Johnson, Wynton Kelly, Jackie Mills u.a.). 1949 hat er auch an einer tollen Mingus-Session mitgewirkt, die auf der Uptown-CD (Pflichtkauf für alle, die an kalifornischem Jazz oder Mingus interessiert sind! Drei Sterne hat allein das Booklet verdient, für die Musik gibt’s meiner Meinung nach mindestens vier!)
    1951 folgte die berühmte Shorty Rogers Capitol-Session und 1951-53 folgten weitere typische West Coast Aufnahmen mit Shelly Manne, Howard Rumsey, und Rogers, im Surf Club in Hollywood wurden dann 1952 mit Hampton Hawes am Piano die ersten Pepper-Aufnahmen gemacht (veröffentlicht allerdings erst viel später auf Xanadu und auf diversen Boots). Mit Hawes ging er auch 1952 ein erstes Mal als Leader ins Studio, 1953 dann mit Russ Freeman, beide Male für Discovery (später von Savoy wiederveröffentlicht, diese Sessions sind ein diskographisches Chaos). Von 1953 stammen auch die Live-Aufnahmen im Quartett mit Sonny Clark (der ja in diesen Jahren in Kalifornien war und auf einigen Aufnahmen zu hören ist, etwa mit Howard Rumseys Lighthouse All Stars). Die dritte und letzte Discovery Session (die einzige zwischen April 1953 und Juli 1956) fand dann im August 1954 statt, mit Jack Montrose (ts) und dem Pianisten Claude Williamson. (Die Master Takes und ein paar Alternates von den drei Sessions gab’s bei Savoy und nur die Masters gibt’s bei Definitive, in Japan gab’s auch mal eine Doppel-CD mit tonnenweise Alternate Takes.)
    Das würde ich mal so unter dem Strich das Frühwerk nennen, das einen stark von Parker geprägten Altsaxophonisten zeigt, der manchmal schon mit einer ungeschützten Emotionalität spielte.

    1956 folgt – nach einem ersten Jahr im Knast wegen Drogendelikten – dann das zweite Kapitel. Pepper nimmt mit Chet Baker zwei Pacific Jazz Alben auf (eine ausnahmsweise ganz verdienstvolle Lonehill Doppel-CD hat diese gesammelt, davor gab’s ein 3LP Mosaic-Set auf dem noch etwas mehr Musik zu finden ist). Pepper nahm in der Folge sehr viel auf, für Pacific Jazz, Jazz West, Tampa, Intro und Omegatape, und ab November 1956 auch eine Reihe grossartiger Alben für Contemporary. Diese bilden für mich das Herzstück dieser mittleren Periode in Peppers Werk (die bis 1960 dauerte).
    Highlights sind hier schwer zu benennen, da fast alles hervorragend ist, was in diesen fünf Jahren entstand. Die Intro/Omega Sessions wurden als gesammtelte Aladdin-Sessions auf drei Blue Note CDs (Vol 1, Vol 2, Vol 3 – von Vol 3 gibt’s eine Fresh Sound CD mit zwei weiteren Stücken) und mit einer Beigabe auch in einem Mosaic Select aufgelegt. Vor allem Vol. 3 mit dem wunderbaren Carl Perkins am Piano ist toll! Sehr schön ist auch das Tampa-Album The Art Pepper Quartet mit Russ Freeman (das auf Fantasy wiederaufgelegt wurde, auch als OJJCD greifbar ist, mit einigen Bonustracks, das Album selbst war kürzer als eine halbe Stunde).
    Die erste Contemporary Session brachte Pepper mit Warne Marsh und Ted Brown zusammen, zwei Tenoristen der Tristano-Schule, die gemeinsam auch ein paar Quintett-Alben gemacht haben. Die Rhythmusgruppe (Ronnie Ball, Ben Tucker, Jeff Morton) war auch die ihre. Die Musik ist greifbar auf The Way It Was und der Lonehill CD Complete Free Wheeling Sessions (letztere enthält alle Master mit einem Fehler, glaub ich, erstere nur die Hälfte aber mit Alternate Takes).
    Im Jahr darauf folgte Art Pepper Meets the Rhythm Section, das Art Pepper mit der Miles Davis-Rhythmusgruppe zusammenbrachte, Red Garland, Paul Chambers und Philly Joe Jones. Eins der allerschönsten Alben!
    Pepper nahm weiterhin Sideman-Sessions auf, u.a. mit Quincy Jones, Joe Morello, Bill Perkins, John Graas, Dave Pell, Jack Sheldon, Toni Harper, Barney Kessel, Shorty Rogers und Helen Humes. Im August 1957 machte er für Capitol seine eigene Nonett-Session und ab 1959 nahm er mit dem Marty Paich Dek-Tette (teils als Begleitband für Mel Tormé) und dessen Big Band auf. Im März entstand der nächste Klassiker: Art Pepper + Eleven: Modern Jazz Classics, arrangiert von Paich. Hier macht sich Pepper an Bop-Klassiker wie „Move“, „Groovin‘ High“, „Donna Lee“ und „Shaw Nuff“, „Anthropology“, „Walkin'“ und „Airegin“. Pepper steht im Zentrum, Trompeter Jack Sheldon kriegt auch noch ein paar Soli ab (er galt damals als der Mann, den man anstellte, wenn Chet Baker indisponiert war… ist aber in Wahrheit viel besser als das).
    1960 war das letzte Jahr der grossen Blüte Peppers. Erneut nahm er mit der Rhythmusgruppe von Miles Davis ein Album auf. Die bestant mittlerweile aus Wynton Kelly, Chambers und Jimmy Cobb, Pepper zog für einige Stücke den Trompeter Conte Candoli hinzu (auch er ein hervorragender Musiker, der viel zu oft in Big Bands sass und zu wenig zum Spielen kam). Das resultierende Album hiess Gettin‘ Together. Im Oktober folgte Smack Up mit Sheldon, Pete Jolly, Jimmy Bond und Frank Butler, und im November mein allerliebstes Album dieser Jahre, Intensity (mit Dolo Coker, Bond und Butler).

    Danach war Pepper für mehrere Jahre im Gefängnis, mit einem kurzen Intermezzo 1964/65 – es entstand u.a. eine „Jazz Casual“-Sendung mit Frank Strazzeri, die Pepper arg unter Coltrane-Einfluss zeigt (faszinierend ist die Aufnahme jedoch alleweil). Dann war er bis 1968 wieder weg, als er – Intermezzo #2 – auf Buddy Richs Mercy, Mercy u.a. eine wunderbare Interpretation von „Chelsea Bridge“ spielte. 1968 enstand auch eine Live-Aufnahme im Donte’s mit Joe Romano und Strazzeri (die läuft, während ich das hier tippe… sie hat mich zum Pepper-Thread angespornt). 1973 folgte noch ein Album mit der Big Band eines gewissen Mike Vax (weiss jemand irgendwas über dieses Album?), das echte Comeback fand aber erst 1975 statt.

    Living Legend hiess passenderweise das erste Album, das sein altes Label Contemporary mit ihm einspielte, mit Hampton Hawes, Charlie Haden und Shelly Manne stand Pepper eine hervorragende Band zur Seite. Das Album enthält bereits einige der Stücke, die Pepper in den ihm vebleibenden Jahren hunderte Male spielen würde: „Ophelia“, „Here’s that Rainy Day“, „Samba Mom Mom“. Im Juli 1976 entstand ein schönes Album mit Art Farmer, On the Road, und dann folgte sein zweites Album seit dem Comeback, The Trip. Spätestens jetzt wird klar: Pepper is back! Mit George Cables, David Williams und Elvin Jones entsteht ein sehr starkes Album, Peppers Emotionalität ist zu diesem Zeitpunkt kaum mehr zu bremsen, mit roher Kraft strömte alles aus ihm, er brannte förmlich, in jedem Solo, auf jedem Album, jeder Live-Aufnahme, die in den folgenden Jahren entstand. Cables blieb für eine Weile sein Pianist, auch auf dem nächsten Album, No Limit (mit Tony Dumas und Carl Burnett).
    Im Juli 1977 wurde Pepper dann an vier aufeinanderfolgenden Abenden im Village Vanguard mitgeschnitten. Er spielte mit Cables, Elvin Jones und dem eben aus der Tschechoslowakei angekommenen Jiri „George“ Mraz. Die Musik erschien auf drei Alben (Friday, Saturday, Sunday Night at the Village Vanguard), einem Supplement (More from…), und dann auch in einer grossartigen 9CD-Box – ein Dokument, wie es Miles Davis‘ Plugged Nickel-Box oder Cellar Door Sessions darstellen… oder Ellingtons Fargo Konzert oder Newport 1956.
    Pepper tourte auch in Japan (zum ersten Mal im April 1977 mit Cal Tjaders Band), mit Milcho Leviev stiess ein weiterer Osteuropäischer Auswanderer in seine Band – man kann sein überschäumendes Spiel auf zahlreichen Bootlegs hören oder auf einer Live-Aufnahme aus Yamagata (zuerst auf Trio, dann auf diversen anderen Edition, u.a. auf zwei Stroyville CDs).

    Im Dezember 1978 nahm Pepper zum ersten Mal für sein neues Label, Galaxy, auf. Es entstanden in der Folge über ein Dutzend toller Alben, u.a. mit Stanley Cowell, Hank Jones, George Cables, Tommy Flanagan, Cecil McBee, Ron Carter, Charlie Haden, Red Mitchell, Al Foster, Billy Higgins, sowie ein Album mit Streichern (arr. Jimmy Bond und Bill Holman).
    Daneben machte Pepper mit einem speziellen Deal eine Reihe von „Sideman“-Alben für das Japanische Atlas-Label, deren nominelle Leader Sonny Stitt, Lee Konitz, Pete Jolly, Jack Sheldon oder Bill Watrous waren. Sie wurden vor ein paar Jahren gesammelt unter dem Titel The Hollywood All-Star Sessions neu aufgelegt und zeigen meist einen etwas relaxteren Pepper, was wohl auch dran liegen mag, dass er meist (im Gegensatz zu den Galaxy-Alben und Live-Tourneen) einen zweiten Bläser neben sich hatte und auch auf alte Gefährten aus den 50ern traf, etwa Sheldon und Jolly, aber auch Shelly Manne, Russ Freeman, Monte Budwig, Lou Levy oder Bob Cooper.
    Auch absolvierte Pepper hie und da ein richtiger Sideman-Auftritt, etwa mit Elvin Jones, Richie Cole und Freddie Hubbard. In Copenhagen traf er 1981 auf den Bebop-Giganten Duke Jordan, das resultierende Doppelalbum In Copenhagen 1981 ist nicht nur wegen Jordan an sich spannend, sondern auch weil Pepper zur Abwechslung alte Bop-Stücke und Standards spielt (Jordan war mit seinem üblichen Repertoire nicht vertraut und wäre wohl auch kaum der richtige Pianist für die langen Vamp-Grooves und Latin-Nummern gewesen). Später im selben Jahr entstand zudem eine Live-Aufnahme anlässlich eines Konzerts mit Zoot Sims (unverständlicherweise liessen die Produzenten dabei die Trio-Features von Victor Feldman weg, obwohl auf der CD genügend Platz vorhanden gewesen wäre… find ich sehr, sehr schade!).
    Die allerletzten Studio-Aufnahmen entstanden im Mai 1982 dann wieder mit George Cables, im Duo. Tête-à-Tète und Goin‘ Home zählen zu den ruhigsten, schönsten und berührendsten Aufnamen aus Peppers riesigem Werk.

    Dies mal als groben Abriss… Details zu den Galaxy-Alben folgen wann immer ich sie mal wieder hören werde. Habe sie in der 15CD-Box und kann daher aus der Distanz nichts zu einzelnen Aufnahmen schreiben.

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    #7711993  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ich hab anscheinend doppelt gepostet und der etwas längere Post ist jetzt gelöscht worden – entschuldigung.

    Hier das, was abhanden kam:

    Laurie Peppers Website – sie veröffentlicht seit einiger Zeit eine Reihe mit Live-Aufnahmen (sie laufen unter dem Label Widow’s Choice und sind bei CDBaby zu kaufen)

    Ein Interview, das Les Tompkins 1979 mit Art (und Laurie im Hintergrund) geführt hat.

    Dann noch der Hinweis auf das Buch „Straight Life“, das Art mit Laurie zusammen geschrieben hat – ich habe es noch nicht gelesen, aber nach allem, was ich gehört habe, ist es äusserst lesenswert.

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    #7711995  | PERMALINK

    thelonica

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    Charmant finde ich ja Laurie Pepper’s collagenartige Filmclips und ihre spätere kreative Entwicklung. Was das Filmemachen angeht,
    hat sie ganz eigene Vorstellungen, die so ein bisschen in die Richtung von Michel Gondry gehen, aber dennoch einzigartig sind.
    Vor allem sind die Cips ein „krasser“ Gegenentwurf zum eher heftigen Buch.

    --

    #7711997  | PERMALINK

    sommer
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    gypsy tail windIch hab anscheinend doppelt gepostet und der etwas längere Post ist jetzt gelöscht worden – entschuldigung.

    Sorry, ich bin nicht davon ausgegangen, dass sich beide Threads unterschieden haben und bei Dir ein technisches Problem vorlag. Auf den ersten Blick sahen beide Posts gleich aus.

    #7711999  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    SommerSorry, ich bin nicht davon ausgegangen, dass sich beide Threads unterschieden haben und bei Dir ein technisches Problem vorlag. Auf den ersten Blick sahen beide Posts gleich aus.

    Kein Problem – meine Verbindung hat ab und zu Hänger und ich hab gar nicht mitgekriegt, dass ich doppelt gepostet hatte. Der Unterschied der beiden Posts war sowieso minim.

    THELONICACharmant finde ich ja Laurie Pepper’s collagenartige Filmclips und ihre spätere kreative Entwicklung. Was das Filmemachen angeht,
    hat sie ganz eigene Vorstellungen, die so ein bisschen in die Richtung von Michel Gondry gehen, aber dennoch einzigartig sind.
    Vor allem sind die Cips ein krasser Gegenentwurf zum Buch.

    Kenn ich noch gar nicht, muss ich mal anschauen (youtube nehm ich an?)

    --

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    #7712001  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    gypsy tail windKenn ich noch gar nicht, muss ich mal anschauen (youtube nehm ich an?)

    auf ihrer homepage sind jedenfalls welche, sehr schön sind die, hatt ich ganz vergessen… (glaub es sind auch mehr geworden seit ich das letzte Mal geguckt hab…)

    hab mich hier schon von gelegentlich zu dem Buch geäußert, hier etwa, bin etwas zwiegespalten, aber schlecht ist es sicherlich nicht… wie schon dort erwähnt, was angeblich unglaublich toll sein soll, ist die Autobiografie von Hampton Hawes… hier laufen jetzt diese Hawes/Pepper Xanadu Aufnahmen, hübsch, aber ich glaub meine Favoriten bleiben ganz klar die Sachen um 1960, Intensity und Smack Up, die sind so schön düster, die Sachen davor sind mir irgendwie harmlos (auch die viel gelobten, Meet the Rhythm Section und Plus Eleven), zu den späteren Coltrane-beeinflussten Sachen fehlt mir noch der Zugang…

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    .
    #7712003  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Coltrane-beeinflusst ist ja eigentlich schon ein wenig „Intensity“ (wohl mein allerliebstes, wenn ich ein einziges Album bestimmen müsste), und dann v.a. die Sachen von 1964. Der Live-Mitschnitt von 1968 ist diesbezüglich schon wieder unproblematisch, da klingt Pepper toll! Danach, ab 1975, denke ich nicht, dass noch allzuviel von Coltrane in Peppers Spiel steckt, bzw. dass er das bis dahin längst zu seinem eigenen Stil verarbeitet hatte.

    Die Filme schau ich mir nachher mal an, danke!

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    #7712005  | PERMALINK

    redbeansandrice

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    der Vorwurf ist eigentlich auch nicht, dass der Stil epigonal ist, sondern, dass ich den älteren schöner finde…

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    #7712007  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Den von 1960 vs. den von 1975-82?
    Mir geht’s so, dass ich den von 75-82 am besten mag, knapp gefolgt von 1960.
    Und 1956-1960 sehe ich als eine ziemliche Entwicklung und ich mag 1960 einiges besser als 1956. Aber 1956 mag ich im Vergleich zu den richtig frühen Sessions auch schon einiges besser… also in kürze: je älter Pepper, desto besser mag ich die Musik, so ungefähr.

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    #7712009  | PERMALINK

    thelonica

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    redbeansandrice

    hab mich hier schon von gelegentlich zu dem Buch geäußert, hier etwa, bin etwas zwiegespalten, aber schlecht ist es sicherlich nicht… wie schon dort erwähnt, was angeblich unglaublich toll sein soll, ist die Autobiografie von Hampton Hawes….

    Ich habe beide Bücher gelesen. „Straight Life“ sogar 2 x, habe es dann aber dieses Jahr gegen „Orphans“ von Tom Waits getauscht, einfach so.

    Das sehr lesenswerte Buch über/von Hampton Hawes hat mich in jungen Jahren besonders fasziniert, aber die Zeiten haben sich geändert. Heute wäre ich da skeptischer, auch offener für ganz andere Lebensgeschichten und Thematiken.

    --

    #7712011  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Die Filmchen sind ziemlich kauzig… passt aber zu meinem Bild von Laurie, sehr sympathisch, ein wenig inkonsequent und fusslig (Art Pepper AT Stuttgart, und dass sie nachgefragt hatte, ob jemand mehr Angaben habe dazu hat sie dann auch vergessen bis es dafür zu spät war…) aber sympathisch… auch, wie sie sich geäussert hat zu ihrem Meinungsumschwung, was die Trader betrifft (ich hab wohl mindestens 40 Live-CDRs von Pepper, v.a. aus den Jahren 1977-81). Das zeigt durchaus auch eine gewisse menschliche Grösse, die der Vergleichsfigur Sue Mingus hie und da abzugehen scheint.

    Ich beziehe mich auf diesen Artikel von Marc Myers (JazzWax), der im Mai auf der Wall Street Journal Website erschien.
    Laurie Pepper hat sich dazu hier selbst geäussert.

    Zudem gab’s vor ein paar Jahren schon einen NY Times Artikel über Sue Mingus und Laurie Pepper.

    Zudem gibt’s hier ein paar Statements von Laurie Pepper über Arts Musikgeschmack, von den Beach Boys und Earth Wind & Fire zu Miles und Joni Mitchell…

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    #7712013  | PERMALINK

    tejazz

    Registriert seit: 25.08.2010

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    Hallo!

    Ich verfolge die meisten Themen hier schon seit dem Frühjahr und meine nun, hier auch etwas mitzumischen zu müssen/können.
    Übermäßig viel wird nicht von mir kommen, da meine Bandbreite beim Jazz vom 40-er Jahre Bebop über Cool, Hardbop und immer auch mal Swing mit möglichst kleinen Besetzungen bis Anfang der 60-er Jahre reicht. Musik „alter Helden“ wie Getz, Pepper oder Hank Jones werden auch weiter gehört und gesammelt. Aber es wird nicht moderner.
    Ich bin damit zeitlich gut ausgelastet, zumal Familie, Freunde und Beruf sowie Bücher und Filme auch noch ihren Tribut fordern.
    Wenn es dann paßt, werde ich dann ab und an von mir hören lassen.

    Zu Art Pepper, der mir nun ganz gut liegt, fällt mir noch eine recht interessante LP von 1978 ein. AMONG FRIENDS, mit Russ Freemen, Bob Magnusson und Frank Butler wurde kurz vor Beginn der GALAXY-Zeit aufgenommen. Das Label weiß ich nicht, ich meine es war Interplay. Meine LP stammt aus Japan, da ist das ursprüngliche Label nicht immer ersichtlich.

    Für mich war die Mitwirkung von Russ Freeman der Auslöser zum Kauf. Ich meinte eigentlich, mit seinen „klassischen“ Aufnahmen der 50-er/60-er, einigen Contemporary’s der 70-er und den Galaxy-Aufnahmen gut bedient zu sein und es dabei belassen zu können.
    Aber die Platte ist ein klarer Gewinn, mit Ausnahme des Titelstücks interpretiert er Klassiker wie ‘Round Midnight , I’ll Remember April und Besame Mucho (den ich sonst eher meide).

    Und zu der Galaxy-Box fällt mir noch ein, daß darauf die WINTER MOON-LP enthalten ist, von der mir vor allem das Titelstück in positiver Erinnerung geblieben ist. In dem Fall passen die Streicher meiner Meinung nach exzellent, was von vielen „&/with Strings“-Platten (meiner Meinung nach) nicht zu sagen ist.

    Mir gefallen seine Sachen aus den 50-ern zwar besser, aber das hängt sicher auch mit der Häufigkeit des Hörens zusammen.

    --

    #7712015  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 41,977

    Schön, dass Du Dich zu Wort meldest tejazz. :-)

    Zu Art Pepper kann ich nur wenig beitragen, aber ich habe immerhin die riesige Galaxy-Box, die ja mal für 30 Euro bei Zweitausendeins verraschmt wurde. Ich habe sie mir immerhin einmal komplett angehört und obwohl man so natürlich keine tiefen Eindrücke gewinnen kann, hat sie mir doch gut gefallen. Das war alles sehr konsistent auf gutem Niveau und wurde trotz der riesigen Masse an Musik nie öde oder langweilig.

    --

    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #7712017  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
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    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 48,389

    tejazzZu Art Pepper, der mir nun ganz gut liegt, fällt mir noch eine recht interessante LP von 1978 ein. AMONG FRIENDS, mit Russ Freemen, Bob Magnusson und Frank Butler wurde kurz vor Beginn der GALAXY-Zeit aufgenommen. Das Label weiß ich nicht, ich meine es war Interplay. Meine LP stammt aus Japan, da ist das ursprüngliche Label nicht immer ersichtlich.

    Für mich war die Mitwirkung von Russ Freeman der Auslöser zum Kauf. Ich meinte eigentlich, mit seinen „klassischen“ Aufnahmen der 50-er/60-er, einigen Contemporary’s der 70-er und den Galaxy-Aufnahmen gut bedient zu sein und es dabei belassen zu können.
    Aber die Platte ist ein klarer Gewinn, mit Ausnahme des Titelstücks interpretiert er Klassiker wie ‘Round Midnight , I’ll Remember April und Besame Mucho (den ich sonst eher meide).

    Und zu der Galaxy-Box fällt mir noch ein, daß darauf die WINTER MOON-LP enthalten ist, von der mir vor allem das Titelstück in positiver Erinnerung geblieben ist. In dem Fall passen die Streicher meiner Meinung nach exzellent, was von vielen „&/with Strings“-Platten (meiner Meinung nach) nicht zu sagen ist.

    Mir gefallen seine Sachen aus den 50-ern zwar besser, aber das hängt sicher auch mit der Häufigkeit des Hörens zusammen.

    Willkommen!

    Ja, die „Among Friends“ ist ganz schön, das stimmt! Ich hab sie bloss deswegen nicht extra erwähnt, weil Pepper ja in den letzten paar Jahren so unglaublich viel aufgenommen hat!

    Zu den Streichern hab ich hier eine Diskussion gestartet, die Du wohl auch schon gesehen hast (ich bin ja überhaupt auch erst seit Frühjahr hier aktiv). Wäre natürlich schön, wenn Du dort auch mal gelegentlich was beitragen würdest!

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    #7712019  | PERMALINK

    tejazz

    Registriert seit: 25.08.2010

    Beiträge: 1,100

    Ja, das ist immer ein zweischneidiges Schwert.
    Schön, ein recht geschlossenes Gebiet auf einen Schlag bekommen zu können, aber das muß auch alles gehört werden. Oder sollte.
    Manchmal hört man dann später diese Sachen seltener, weil man sich nicht mehr erinnert, was davon besonders herausragend war oder weil man zu bequem ist, die Box herauszuholen und eine CD zu wählen.
    Bei einer einzelnen LP oder CD ist das oft einfacher. Ein Griff, optischer Gutbefund und los geht es.

    Deshalb kann ich auch mit Ausnahme von Winter Moon wenig über die Box aus dem Bauch heraus sagen. Sie ist einfach richtig gut, aber bei den alten Sachen von ihm kommen über das Bild des Plattencovers eher die Informationen heraus.
    Aber letztendlich gute Musik, das kann man schon mal festhalten.

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