2018: Jazzgigs, -konzerte & -festivals

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  • #10384847  | PERMALINK

    vorgarten

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    ich finde es schade, dass du bourelly als reserviert empfunden hast, ich kenne sokal und diese band überhaupt nicht und weiß auch gar nicht, wie ich mir die musik vorstellen soll. aber bourelly war nie ein höhepunkt-spieler, obwohl sein hendrix-ton das ja irgendwie nahelegt, aber so richtig eingeordnet kriege ich den auch nie.

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    #10385003  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    vorgartenich finde es schade, dass du bourelly als reserviert empfunden hast, ich kenne sokal und diese band überhaupt nicht und weiß auch gar nicht, wie ich mir die musik vorstellen soll. aber bourelly war nie ein höhepunkt-spieler, obwohl sein hendrix-ton das ja irgendwie nahelegt, aber so richtig eingeordnet kriege ich den auch nie.

    Ich glaub er war auch selbst irgendwie unzufrieden, jedenfalls ging er immer wieder zum Verstärker, drehte was herum, hat öfter nur leise mitgespielt … tat sich wohl etwas schwer damit, in die Musik reinzufinden und wollte auch nicht brachial dagegen anspielen (was er gekonnt hätte, das wurde da und dort klar). Aber irgendwie wirkte auch Depart ein wenig ausgebremst (selbst-ausgebremst) dünkte mich. Bzw. da lief wohl so viel zwischen Studer und Känzig, dass einfach Sokal und Bourelly manchmal etwas draussenbleiben mussten bzw. zu Begleitern wurden, wo man doch von ihnen gerne etwas mehr gehört hätte (sei es im Zusammenspiel der vier, sei es als Solisten). Was ich sagen will: ich glaube es war nicht bloss mein Empfinden und in anderer Laune hätte das anders gewirkt, es lief einfach nicht alles rund auf der Bühne (auch wenn das von wenigstens der halben Band wohl bestritten würde). Ich würde Bourelly jedenfalls gerne gleich noch einmal hören, mit einer Rhythmusgruppe oder mit anderen Leuten bzw. v.a. mit einem anderen Konzept … will dabei aber nicht mal behaupten, die Idee, ihn zu Depart zu holen, sei keine gute gewesen, weil ansatzweise war alles da, was es gebraucht hätte, aber es klappt halt einfach in der Umsetzung nicht immer so ganz … gehört halt auch zum Job, kennen wir ja alle auch, manchmal ist man voller Ideen und guter Vorsätze, aber es kommt dann doch nur Mittelmass heraus, ein anderes Mal ist man müde und gelangweilt und dann fliegen doch die Funken.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #89: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 3: Swing Sessions, 1944-46 - 29.8., 22:00; #90: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 4: Swing Combos und New Orleans Revival, 1949-55 - 10.9., 22:00; #91: Dr. John und das New Orleans-Piano - 14.9., 22:30 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #11: tbd | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10399297  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    David Murray Infinity Quartet feat. Saul Williams – Zürich, Moods – 8. Februar 2018

    David Murray – ts, bcl
    Orrin Evans – p
    Jaribu Shahid – b
    Nasheet Waits – d
    Saul Williams – spoken words

    Nachdem ich David Murray vor knapp zwei Jahren zum ersten Mal live hörte (in einem etwas seltsamen Duo-Set mit Aki Takase – klick), schaffte ich es auch endlich zu einem der Auftritte seines Infinity Quartet feat. Saul Williams. Dessen gesprochene Texte fand ich anfangs recht schwer zu verstehen, Murray war zu Beginn des ersten Sets ebenfalls etwas leise im Mix, doch Balance verbesserte sich rasch und die Gruppe war bis zur Pause definitiv warm. Nasheet Waits war einmal mehr grossartig aufgelegt, mal spielte er ganz simple Patterns, in die sich kleinste Verschiebungen einschlichen, dann die tollsten Rumpel-Grooves, und immer wieder schlicht unfassbares Zeug. Bassist Jaribu Shahid gefiel mir sehr gut, toller Sound, gute Ideen, keiner, der sich vordrängt sondern die Kernkompetenz beherrscht, aber dann doch toll soliert, wenn das mal gefragt ist (dass er zur älteren Generation gehört – Jahrgang 1955, wie auch Murray – begriff ich übrigens erst nach dem Tod von Geri Allen, irgendwie hatte ich ihn vor den Neunzigern gar nie mitgekriegt). Orrin Evans am Klavier war manchmal vielleicht etwas brav, aber doch ein ganzes Stück interessanter und offener als beim Konzert mit Oliver Lake und Tarbaby vor ein paar Jahren (das war damals mein erstes Konzert von Nasheet Waits, glaube ich) – jedenfalls alles in allem überzeugend. Murray selbst in seinem so völlig eigenen Mix aus Webster/Hawkins/Sears/Ayler/Dolphy war klasse, seine Soli verliefen zwar manchmal über längere Phasen in erwartbaren Pfaden, doch sie schlugen auch immer wieder Haken und überraschten. Zur Bassklarinette griff er leider nur einmal im überragenden zweiten Set und spielte dann auch nur ein recht kurzes Solo nebst Begleitung für Saul Williams. Diesen fand ich alles in allem ziemlich überzeugend, auch wenn ich nur die Hälfte seiner Verse verstanden habe. Die Einbettung der gesprochenen, selten gesungenen oder gerappten Texte in die Musik fand ich interessant und gelungen, Williams‘ Haltung passt auch wirklich gut in die Band, die vielleicht ohne ihn da und dort etwas mehr losgelassen und losgespielt hätte, aber er war auf jeden Fall eine Bereicherung. Er hatte ein paar Bücher mit, von denen ich mir am Ende zwei kaufte, bin gespannt darauf, in ihnen demnächst etwas zu blättern.

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    #10399453  | PERMALINK

    vorgarten

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    gypsy-tail-windMurray selbst in seinem so völlig eigenen Mix aus Webster/Hawkins/Sears/Ayler/Dolphy war klasse, seine Soli verliefen zwar manchmal über längere Phasen in erwartbaren Pfaden, doch sie schlugen auch immer wieder Haken und überraschten.

    vielen dank für den schönen bericht, der mich sehr neugierig auf das projekt macht (gleich das epk zum album angesehen, das ja in knapp einer woche erscheint, dazu noch den porgy&bess-auftritt, den es in der tube gibt). das wirkt alles sehr stimmig auf mich. williams ist ja ziemlich deep, wobei ich manchmal nicht weiß, ob das nur attitüde ist und er nicht auch folgerichtig nie so richtig groß geworden ist. orrin evans dagegen einer dieser vielen guten mainstream-pianisten (der viel jüngere vorgänger lafayette gilchrist hatte mich live sehr überzeugt, aber er ist irgendwie wieder verschwunden), die es schon immer irgendwie bringen, ich habe ihn mal mit sanders gesehen, das war ziemlich gut.

    meine schönste live-erinnerung an murray war ein auftritt in den 90ern im dortmunder domicil, mit fred hopkins, john hicks und ronnie burrage, das war ziemlich energetischer mainstream, in dem murray und hicks aber in jedem solo über sich hinauswuchsen.

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    #10401289  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ein Nachtrag noch, weil er wohl auch aufschlussreich ist im Hinblick auf das, was mich beim Duo mit Aki Takase störte: Murray spielt voraus oder phrasiert extrem auf den Punkt … seine Art, zu swingen ist ziemlich gegenläufig mit meinem eigenen Gefühl für Time. Das gibt Reibungen und irritiert … und wenn die Begleiter dann dasselbe machen (Takase permanent, manchmal auch Nasheet Waits), dann kann das eine Art Vorwärtsstraucheln bewirken, das irgendwie den Swing völlig rausnimmt aus dem Ganzen (was gerade bei Takase, wo ja Stride angesagt war, zum Problem wurde).

    Und schon klar: das ist extrem persönlich, da gibt es kein Richtig oder Falsch … und wenn Murray mal in Fahrt ist, erübrigt sich das alles auch rasch. Aber am Anfang des ersten Sets hatte ich damit Mühe und verstand auch, woran es wohl liegt (beim Set mit Takase – da gab es nur eines, aber ein relativ langes – hatte ich das nicht gemerkt, aber rutschte öfter unwohl auf dem Stuhl hin und her).

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    #10401325  | PERMALINK

    vorgarten

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    ich weiß genau, was du meinst. murrays spiel hat eine große schwere, und wer er die in bewegung setzt, rollt sie erstmal über alles hinweg, er verschmiert alles und braucht dann ein festes gefüge, damit es spannend bleibt. murray könnte die tollsten soli über starre pop-beats spielen, aber oft ergibt sich das tolle erst im wechselspiel ebenso störrischen drummern (cyrille geht super mit ihm zusammen). was ich aber immer einzigartig an ihm finde, ist sein sinn für dramatik – seine soli heben ja manchmal ab, dass man fast angst um ihn bekommt – all das aber früher mehr als heute, fürchte ich.

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    #10401363  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Ja, das mit dem Abheben ist schon so … dass er nicht mehr so völlig „durchknallt“ wie früher (ich kenne das ja leider nur von Aufnahmen, mit Hicks und Hopkins hätte ich ihn natürlich enorm gerne mal live gesehen!) kommt mir persönlich wohl gar nicht so ungelegen, er wirkt dafür irgendwie noch schwergewichtiger und noch geerdeter – das Gesamtpaket finde ich jedenfalls auch heute noch äusserst attraktiv … mit Nasheet Waits ging es zudem die meiste Zeit auch super, ich fand ihn ja überhaupt wieder beeindruckend.

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    #10401373  | PERMALINK

    vorgarten

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    gypsy-tail-wind… mit Nasheet Waits ging es zudem die meiste Zeit auch super, ich fand ihn ja überhaupt wieder beeindruckend.

    kann ich mir vorstellen. in meiner top 5 aktueller drummer hat er schon lange einen stammplatz.

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    #10407653  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    SHIJIN: Jacques Schwarz-Bart, Malcolm Braff, Laurent David, Stéphane Galland – Moods, Zürich – 18.02.2018

    Jacques Schwarz-Bart – tenor sax
    Malcolm Braff – piano, rhodes, synth
    Laurent David – electric bass
    Stéphane Galland – drums
     
    Gestern Abend gab es den zweitletzten Termin des intensiven Jazzwinters im Moods (morgen folgt noch Tim Berne, so die über mir schwebende Erkältung mich nicht doch noch holt) … Malcolm Braff spielte im letzten Januar mit seinem Trio ein grossartiges Konzert im Moods. Dass er daran anknüpfen würde, wagte ich nicht zu hoffen, auch weil es sich beim neuen Projekt um ein Kollektiv handelt – es nennt sich Shi Jin (nach einer Figur der klassischen chinesischen Literatur) und Laurent David scheint am ehesten der Kopf zu sein … oder besser: der Bauch. Er sagte die Musiker an und sein Bass stand im Zentrum des Sounds, der oft ziemlich kompakt daherkam, so dass Braffs Cluster und Riffs mit dem Bass verschmolzen, während Galland (der Drummer von Aka Moon, mit denen ich mich auch mal etwas genauer befassen sollte) den Fluss der Zeit in aberwitzige Einheiten unterteilte – er beherrscht zum Beispiel das Kunststück, bei gleichbleibendem Tempo eine allmähliche, also stufenlose Beschleunigung zu suggerrieren … wie viele „Einheiten“ sind dazu nötig? Wohl weniger als die gut 20 Bilder im Kino, aber dennoch: faszinierend!

    Schwarz-Bart war dabei für mich das schwächste Glied der Kette, er verlor sich oft in Linien, die stark nach Übungsbuch klangen und an denen wenig Ansprechendes war, eher wirkten sie kühl und geschliffen – ein klassisches Problem der ganzen 90er-Mainstream-Leute, zu denen er wohl auch zu zählen ist. Wenn er dann aber in den Groove reinfand und auf diesem Ritt, ging es auch mit ihm ziemlich ab, und die schon in den leeren Läufen bewiesene technische Brillanz verhalf ihm dann schon zu ein paar sehr tollen Momenten. Im zweiten Set spielte er bei einem der Stücke ein langes Solo-Intro, für das vom Mischpult her ein Delay/Echo ergänzt wurde, so dass phasenwesie der Eindruck entstand, ein ganzer Saxophonchor stünde auf der Bühne. Sein Mikro hatte er übrigens irgendwo beim S-Bogen fixiert – ich hatte ja zunächst gehofft, dass er vielleicht noch mit ein paar Varitone-Effekten oder sowas auffahren würde.

    Braff hatte wie letztes Jahr neben dem Flügel sein Rhodes aufgebaut, auf dem Rhodes lag noch ein kleiner Synthesizer, auf dem Flügel stand ein Notebook, darum herum ganz viele Verkabelungen, mit denen vor allem der Flügel noch weiter verfremdet werden konnte. Manchmal griff er auch direkt in die Saiten oder präparierte diese, ein anderes Mal loopte er einen scheppernden Echo-Effekt dazu. Wenn David mit seinem grummelnden Bass der Bauch der Gruppe ist, dann Galland an den Trommeln wohl das Hirn. MIt zwei Snares und zwei Stehtoms und auch sonst einem eher üppigen Set ging er nie klangmalerisch zur Sache, eher war sein Spiel klar, strukturiert, immer wieder von rabiater Direktheit – und die Becken und Trommeln waren offensichtlich genau aufeinander abgestimmt.

    Im zweiten Set schaltete die Band einen Gang hoch, auch wenn Schwarz-Bart erst wieder warmlaufen musste. Braff kriegte etwas mehr Raum, sein Spiel beeindruckte wie immer mit Melodiefetzen, Riffs und Verdichtungen, aber es ist bei ihm immer auch Raum für fast schon schwelgerische Momente, die er dann mit Repetition und kleinen Verschiebungen selbst wieder unterläuft. Afrikanische (Braff) und karibische (Schwarz-Bart) Einflüsse kamen zum Vorschein, doch viel stärker dürfte – über Galland und David – die Verwurzelung in verschiedenen Spielarten des Rock sein (Prog, Post, was weiss ich, das ist ja alles nicht mein Spezialgebiet).

    Eine tolle Zugabe gab es am Ende auch noch; das Publikum war zwar nicht sehr zahlreich, aber mit dem Gebotenen hörbar zufrieden.
     

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #89: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 3: Swing Sessions, 1944-46 - 29.8., 22:00; #90: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 4: Swing Combos und New Orleans Revival, 1949-55 - 10.9., 22:00; #91: Dr. John und das New Orleans-Piano - 14.9., 22:30 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #11: tbd | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10409261  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Tim Berne-Marc Ducret-Tom Rainey „Big Satan“ – Moods, Zurich – 20.02.2018

    Tim Berne – alto saxophone
    Marc Ducret – guitar
    Tom Rainey – drums

    Ziemlich laut wurde es gestern, und doch wurde in vielerlei Hinsicht viel differenzierter musiziert als zwei Tage davor (wo vermutlich nur Braff auf einem musikalisch ähnlichen Level war, auch wenn David/Galland ihre Sache super machten). Berne im Schlabbershirt und mit launigen Ansagen stand vorne in der Mitte der Bühne, Ducret ihm gegen über (mit zwei Pedalen am Boden, von denen ich ihn aber nur das eine betatigen sah, das andere war wohl nur zwischengeschaltet) und dahinter Rainey. Dass auch beim dreizehnten Konzert noch in die Noten schauten, war bei der Musik nicht weiter verwunderlich (ist aber heute ja generell nicht selten der Fall: David Murray oder FLY hatten jüngst auch Noten mit und konsultierten sie einigermassen regelmässig).

    Ich kriege die Musik von Berne nach wie vor nicht recht zu fassen, das Konzert macht da auch keinen grundlegenden Unterschied. Es half aber sehr dabei, die Intensität richtig einschätzen zu können, die auf den Aufnahmen für mein Empfinden oft nicht richtig wahrnehmbare Dynamik zu hören. Berne ist kein grosser Virtuose, doch er spielt seine Musik mit kraftvollem Ton und viel Überzeugungskraft, Ducret und Rainey sind dafür sehr gute Partner, deren Beiträge für das Ganze natürlich gerade so zentral sind wie Bernes. Die Musik stammte von Ducret und Berne, wie organisch sie ist, wurde manchmal klar, wenn Ducret oder Berne aussetzten, besonders wenn Berne mal alleine mit Rainey spielte – was nicht zu einem Schaulaufen wurde (wie man es zwei Tage davor mit Schwarz-Bart und Galland hören konnte) sondern einfach als Variante im Klangstrom, als Abwechslung und Erweiterung der klanglichen Palette. Diese lebte stark von Ducrets Gitarrenspiel, das zwischen konventionellen Linien, kantigen Einwürfen, schroffen Clustern und dem Nachforschern verschiedenster Klänge hin und herwechselte. Sein Ton ist scharf und durchdringend aber auch ziemlich warm, was in diesem Trio durchaus nötig war, denn Wärme ist nun nichts, was Berne am Saxophon im Übermass erzeugen würde. Rainey beeindruckte mal wieder mit fein ziseliertem Spiel, das aber auch ordnetlich laut werden konnte – und an ein paar Stellen sogar swingte. Seine kaum nachklingenden Becken fügen sich nahtlos ein zwischen die Trommeln, die er mit unterschiedlichsten Sticks (und Mallets) bearbeitet.

    Je weiter der Abend gedieh desto unwichtiger (aber dennoch auch: desto besser, mitreissender) wurden einzelne Beiträge, desto grösser wurde der Flow. Die Pause war fast nur ein längeres Luftholen, die Stücke ergaben ein stimmiges Ganzes. Als Zugabe („If you don’t have anything better to do“, meinte Berne) gab es dann ein kurzes Lullaby – auch das als Ausklang sehr stimmig.

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    #10414743  | PERMALINK

    h8g7f6

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    Am Samstag, 10.3 Chris Potter im Domicil in Dortmund. Ich fahre vermutlich ab Düsseldorf mit dem PKW und habe Platz im Auto. Interessenten?

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    #10414753  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    h8g7f6Am Samstag, 10.3 Chris Potter im Domicil in Dortmund. Ich fahre vermutlich ab Düsseldorf mit dem PKW und habe Platz im Auto. Interessenten?

    Nicht am Weg und bin dann im Tirol am Artacts … aber mit wem spielt er denn? Wünsche viel Vergnügen, habe ihn seit 15 Jahren oder so („Damaged in Transit“-Tour von Steve Swallow) nicht mehr live gesehen.

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    #10414769  | PERMALINK

    h8g7f6

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    Schade Flurin, mit Dir wäre ich gerne mal zu einem Konzert. :-) Kommt Zeit…

    Chris Potter „Underground Quartet“

    Chris Potter sax
    Adam Rogers guit
    Fima Ephron electric bass
    Dan Weiss drums

    Ich kenne aus diesem Line-Up außer Adam Rogers, der auf „Follow The Red Line“ zu hören ist, zwar niemanden, aber kurze Recherche zeigt, daß das natürlich keine unbeschriebenen Blätter sind.

    Deren Projekte heißen „Bloody Pandas“ und „Screaming Headless Torsos“. Scheinen also recht gewalttätige Menschen zu sein.

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    #10414791  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Okay, Dan Weiss hab ich mal live gehört (mit dem Trio von Rudresh Mahanthappa) – den fand ich ziemlich toll … er hatte seine Tabla-Trommeln mit dabei und sein Kit irgendwie seltsam eingerichtet, so dass er halb am Boden halb auf dem Hocker sass und auch alles aufs Mal spielen konnte … ist zu lange her, als dass ich mich genau erinnern kann, wie das aussah, aber ich hab ihn danach angesprochen und gefragt, wie es komme, dass er richtig gut (und vor allem: richtig) Tabla spielen kann – manche Jazz/World-Trommler scheinen da eher autodidaktisch vorzugehen als die klassische Spieltechnik zu erlernen, aber er hat es tatsächlich vor Ort gelernt, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht.

    Rogers kenne ich nur gelegentlich als Sideman, aber da blieb bisher nichts hängen, Ephron kenne ich gar nicht … aber das muss nichts heissen, die Gruppe ist ja schon eine Weile unterwegs, das ist sicher interessant.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #89: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 3: Swing Sessions, 1944-46 - 29.8., 22:00; #90: Blue Note Records: Die frühen Jahre, Teil 4: Swing Combos und New Orleans Revival, 1949-55 - 10.9., 22:00; #91: Dr. John und das New Orleans-Piano - 14.9., 22:30 | Slow Drive to South Africa, #5: tba | No Problem Saloon, #11: tbd | Konzertkritiken und mehr: ubu's notizen
    #10431317  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    artacts ’18
    Festival for Jazz and Improvised Music

    March 9-11, 2018 – Alte Gerberei, St. Johann in Tirol
     
    Mein erster Besuch beim Artacts in der reichlich seltsamen aber durchaus freundlichen Gegend namens Tirol … alles in allem hat sich das sehr gelohnt, die Stimmung beim Festival passt, die Alte Gerberei ist von der Grösse her perfekt geeignet – war auch stets gut gefüllt … das Drumherum im Wintersportort war Anfang März zu ertragen, aber etwas später im Jahr würde ich da eher noch lieber hinfahren, am besten wenn die Skifahrer weg und die Wanderer noch nicht da sind. Durchkommerzialisierte und verramschte Bergwelten sind gar nicht Meins (ist hierzulande ja das gleiche).

    Was ich etwas problematisch fand: es gab im Abendprogramm jeweils vier Bands, das ist etwas viel, zumal die Blöcke von 19 Uhr bis ungefähr Mitternacht dauern, Abendessen hätte man nebenan was kleines haben können, aber das ging nicht, ohne ein Konzert zu verpassen. Also Mittagessen und Abends Bier und ein Sandwich an der Bar in der Gerberei. Kann man schon so machen, aber ich wünschte mir, dass die Konzerte etwas mehr über den Tag – und nach Möglichkeit den Ort (die Barockkirche im Zentrum!) – verteilt würden. Ich liess allerdings ein paar dezentrale sonntagnachmittägliche Sachen aus (ein Konzert, das Melvyn Poore mit Kindern einstudiert hatte, eine Klanginstallation von Elisabeth Flunger), einfach weil es zuviel wurde und ich auch nochmal richtig essen wollte an dem Tag … so perfekt wie ich es vom Météo in Mulhouse kenne ist das mit den Abläufen also nicht, aber das ist eine kleine Kritik angesichts des hochkarätigen Programmes.
     
    DO, 8. März

    Die ganz grossen Kracher fehlten mir am Ende wohl, aber es gab eine ganze Menge sehr schöner Konzerte. Los ging es am Donnerstagabend mit einer Ausstellungseröffnung: zum dritten Mal wurde eine Photo-Ausstellung mit Bildern gezeigt, die auch bei früheren Ausgaben des Festivals gemacht wurden. Dieses Mal war es die slowenische Photographin Petra Cvelbar, die im Mittelpunkt stand. Ken Vandermark zog durch das kleine Ortsmuseum im Zentrum und in der Ecke standen ein Tenorsaxophon und eine Klarinette – es gab also unverhofft und unangekündigt auch an dem Abend schon etwas Live-Musik. Mette Rasmussen und Dieb13 waren auch schon da, Rasmussen lauschte konzentriert. Nach dem Konzert tauchte auch Jaimie Branch noch auf. Vandermark erzählte – es ging ja um Photos – erstmal die Story, wie er den Vater seines Kollegen Erik Friedlander kennengelernt hat, ohne zu begreifen, dass es sich bei ihm um DEN Lee Friedlander handelt, einen der grössten Jazz- und Musikphotographen aller Zeiten. Er spielte ein erstes Stück an der Klarinette für Lee mit Zirkuläratmung und Tönen, die hart an der Schmerzgrenze vorbeischrammten. Ein paar Bussi-Bussi-Gäste verzogen sich denn auch beim Applaus gleich ins Nebenzimmer, wo das Buffet und die Alkoholika bereit standen. Vandermark griff zum Tenor, honkte sich durch eine wilde Nummer, dann wechselte er für einen ruhigeren Moment wieder zur Klarinette und schloss mit Aylers „Love Cry“ am Tenor. Ein sehr stimmiger Auftakt … auf den Apéro verzichtete ich dann, es ging gleich ab ins Braustüberl der lokalen Huberbräu und gab ein ordentliches Nachtessen.
     

     
    FR, 9. März
     
    Flunger/Berghammer/Vicard & Gnigler

    Thomas Berghammer, t; Elisabeth Flunger, perc; Alessandro Vicard, b; Jakob Gnigler, ts

    Den Einstieg ins eigentliche Festivalprogramm machte dann ein österreichisch-italienisches Quartett mit einem jungen österreichischen Gast am Saxophon. Ziemlich harmlose freie Improvisation war das Ergebnis, Rokoko-Impro irgendwie, voller Schnörkel, die keinem weh tun. Da war leider gar nichts Dringliches oder Packendes, keine Überaschung und schon gar keine Zumutung. Am besten fand ich wohl die lauteren (das fiel mit „intensiv“ leider völlig zusammen, echte Steigerungen gab es in dem Set keine) Momente, in denen die Bläser sich nahezu konventioneller Tonerzeugung hingaben und sowohl Berghammer wie auch Gnigler mit ihrem schönen Ton glänzen konnten. Flungers Spiel mit diversen objets trouvés, ausgelegt auf einem Tisch, war reichlich eindimensional. Das ganze am Ende fast sowas wie eine freie musique d’ameublement. Also für mich leider gar kein Einstieg nach Mass.
     
    Branch/Rempis/Haker Falten/Ostvang

    Jaimie Branch, t; Dave Rempis, as; Ingebrigt Haker Falten, b; Tollef Ostvang, d

    Umso grösser dann die Hoffnung und Vorfreude auf die zweite Gruppe des Abends, erneut ein Quartett in derselben Besetzung. Doch hier trug man Karohemden und Bart, Baseball-Cap und viel Attitüde … Ostvang hatte ich noch nie gehört, er gefiel mir sehr gut – ein feines, präzises und doch sehr packendes Spiel. Haker-Flaten am Kontrabass war einmal mehr super, die grosse Überraschung war für mich aber Dave Rempis, den ich noch nie live erlebt hatte und von dem ich neben wenigen älteren Aufnahmen der Vandermark 5 auch keine Aufnahmen kannte. Sein Spiel, das die Linie fortführt, die von Charlie Parker bis zu Jimmy Lyons geht, war sehr beeindruckend. Neben diesen drei hochkarätigen Schwergewichten hatte Jaimie Branch – auf die ich mich sehr freute – einen ziemlich schweren Stand. Das fing einmal damit an, dass ihr Ton ziemlich uncharismatisch war, ging weiter mit ziemlich langweiligen Ideen bzw. einem recht deutlich auf „schlaue“ Effekte ausgelegten Spiel, in dem keine Bögen entstanden. Da war ein deutlicher Überschuss an Attitüde, ein Missverhältnis zwischen dem Auftreten und dem, was musikalisch geliefert wurde. Am Ende war die Trompete für mich nur eine erfreuliche Klangfarbe im Ganzen, das dennoch ziemlich überzeugend war.
     
    Massaria/Gasser

    Andrea Massaria, g; Clementine Gasser, vc

    Als nächste gab es wieder etwas Experimentelleres, ein Cello-Gitarren-Duo nämlich, bei dem ich überhaupt keine Erwartungen hatte. Leider spielte Massaria bis auf die letzten Minuten mit einem Plastic-Gitarrenorgel-Sound (ohne Leslie geht das ja eh nicht …) verschwurbelte Linien … Gasser fand ich dagegeben ziemlich interessant, auch als Performerin, die auf der Bühne mit ihrem Instrument eine intenstive Beziehung pflegt. Das Cello wurde gestrichen und gestreichelt, geschlagen, gezupft, der Schrammelton hellte sich kurz auf, Gasser liess das Instrument für kurze Passagen singen … aber am Ende geschah da irgendwie fast noch weniger als beim ersten Set.
     
    Shelter

    Ken Vandermark, ts, cl; Nate Wooley, t; Jasper Stadhouders, g, elb; Steve Heather, d, crackle-box

    Den Abschluss des Abends machte dann wieder Ken Vandermark, der quasi als Artist in Residence dieser Ausgabe des artact fungierte (bei der Photo-Ausstellung sprach er übrigens auch ein paar Worte und verfasste fürs Programmheft einen kurzen Text über Cvelbar und ihr Werk). Nate Wooley ist ebenfalls kein Charismatiker, aber ihm scheint an der Trompete zu gelingen, was immer er will – der Kontrast zu Branch hätte kaum grösser sein können. Wooley setzte seine Mittel einmal mehr gekonnt ein, seine Partnerschaft mit Vandermark hatte mich ja vor zwei Jahren schon ziemlich überzeugt. Stadhouders kannte ich davor noch nicht, Steve Heather einmal mit dem Trio Booklet mit Tobias Delius und Joe Williamson (s.u.) gehört. Dass Heather ein grossartiger Drummer ist, war mir also immerhin bekannt, wie variantenreich er in einem so anderen Kontext spielen wurde, war aber dennoch eine feine Überraschung. Stadhouders ist ein Spezialist für Feedbacks, die er äusserst gekonnt erzeugte und in die Musik des Quartetts einfügte. Wenn er zwischendurch zur Bassgitarre griff, lag die Gitarre manchmal noch am Boden vor den Verstärkern und rauschte oder schrie leise weiter, er ging kurz hin und griff in die Saiten und stiess neue Klangkaskaden los, die er am Bass gleich wieder aufgriff und fortspinnte. Nicht zuletzt fand ich auch Vandermark wieder ziemlich stark. Die Klarrinette setzte er nur zwischendurch und eher für Effekte ein, hauptsächlich spielte er sein kantiges Tenor mit dem grossen Ton, der manchmal etwas gar unbehende wirkt, aber in einem solchen Kontext ordentlich Dampf macht. Das war alles enorm druckvoll und ein toller Abschluss des alles in allem etwas gemischten Abends.
     

     
    SA, 10. März
     
    Joe Williamson Solo

    Joe Williamson, b

    Am Samstag gab ich mir fast das volle Programm … los ging es um halb vier in der St. Nikolaus-Kirche, Weitau, etwas über einen Kilometer von der Alten Gerberei die Innsbrucker Strasse lang. Der Rahmen in der kitschigen Stuck-Kirche war irgendwie witzig, aber die Kälte schlich sich innert weniger Minuten in die Knochen. Williamson liess sich nicht aus der Ruhe bringen, spielte zwei längere Improvisationen mit dem Bogen und dann eine kürzere, bei der er seinen Kontrabass zupfte. Es gab da und dort Drone-Effekte aber vor allem ruhige, recht stimmige Musik. Als mich das am Ende nicht wirklich packte, wusste ich nicht, ob das der mangelnden Aufmerksamkeit unter den Umständen geschuldet war oder auch der Musik.


     
    Ken Vandermark & Terrie Hessels

    Ken Vandermark, ts, cl; Terrie Hessels, g

    Nach der Kälte in der Kirche ging es nebenan mit einem Duo weiter, in dem wieder Ken Vandermark zu hören war. In der Galerie der LLA – mit toller Felskulisse hinter den Fenstern und wieder an der Wärme – spielte er im Duo mit Terrie Hessels, auch bekannt als Terrie Ex. Das Set geriet sehr intenstiv. Wenn die beiden momentelang aneinander vorbeispielten, machte das nichts, denn bald fanden sie sich wieder im Ringkampf oder auch im scherzhaften Austausch. Hessels schlitterte über den glatten Boden, es war nicht ganz klar, ob er selbst das zu zähmende Raubtier ist, oder ob er gegen sein Instrument kämpfte, das wild heulte, störrische Klangkaskaden ausspuckte und schon einmal gegen den Boden, die Wände oder eine Metallstrebe vor den Fenstern gepresst wurde. Vandermark griff hier wieder etwas öfter und ausgiebiger zur Klarinette, blies sie so intensiv, bis der Ton brach und aufsplitterte, liess sie anderswo mit Zirkuläratmung und variablen Tonhöhen fast wie ein Didgeridoo klingen … guter Stoff! Mit dem Set kam ich im Festival so richtig an – gerne mehr davon!
     
    Mette Rasmussen Solo

    Mette Rasmussen, as

    Das Mehr kam umgehend … um 19 Uhr ging es in der Alten Gerberei weiter und das erste der vier abendlichen Sets war vielleicht mein Highlight des ganzen Festivals. Auch darauf, Mette Rasmussen wiederzuhören (ein erstes Mal konnte ich sie beim Météo in Mulhouse letzten Sommer hören), hatte ich mich im Vorfeld sehr gefreut. Dass Rasmussen im Gegensatz zu Branch die Erwartungen mehr denn erfüllen konnte, freute mich denn ebensosehr. Sie lotet ihr Instrument aus, neben leise und sehr melodiöse, fast liedhafte Passagen stellt sie laute Klangkaskaden, sich überschlagende Töne, wilde Multiphonics … was immer sie macht, ist ins musikalische Geschehen eingebettet, wird nie zum Selbstzweck. Bei aller Breite ist Rasmussens Spiel aber stets unmittelbar, direkt, zupackend – und ihr Auftreten absolut unprätentiös: sie kommt nach vorn, stellt sich hin, spielt, sagt ein paar Worte und geht wieder. Zum Abschluss spielte sie ihre Version von Jimi Hendrix‘ famosem „Star-Spangled Banner“, wird dann aber noch nicht von der Bühne gelassen und muss nochmal ran. Grossartig!
     
    Life and Other Transient Storms

    Susana Santos Silva, t; Lotte Anker, ts, as, ss; Sten Sandell, p; Torbjörn Zetterberg, b; Jon Fält, d

    Das nächste Highlight folgte sogleich … diesmal kam das klassische Jazz-Set des Abends von einem europäischen Quintett und fiel nicht nur wegen des Pianos deutlich anders aus als Rempis et al. am Vorabend. Wie hier mit Stimmungen umgegangen wurde, weite Bögen gespannt wurden, in denen für alle fünf Musikerinnen und Musiker viel Raum blieb, gefiel mir sehr. Das hatte für meine Ohren etwas ziemlich Zwingendes und Bezwingendes. Die Vorfreude auf Susana Santos Silva war gerade so gross gewesen wie jene auf Branch, Rasmussen und Hawkins/Mitchener (s.u.) und sie gefiel mit ihrem schlanken Spiel, stilvoll-reduziert wie ihr ganzes Auftreten – ihre Präsenz ist gewissermassen eine der Weg-, der Auslassung. Die Gruppe sorgte auch für Abwechslung, indem die Besetzung passagenweise verändert wurde: mal spielten nur die Bläser, mal nur die Rhythmusgruppe, mal griff Sandell ins Innere des Flügels, dann legte er Gegenstände auf die Saiten und dann wieder spielte er ihn ganz konventionell. Lotte Anker – noch eine Musikerin, die ich erst ab CD kannte (das gilt hier für alle fünf) – spielte zuerst Sopransaxophon, wechselte dann aufs Tenor, schliesslich aufs Alt, um am Ende wieder beim Sopran zu landen. Auf allen dreien war sie gut. Das wirkte alles sehr fokussiert und sehr konzentriert – selbst wenn Fält eine platte Bennink-Nummer abzog und nach einige Minuten im Set noch rasch die Schuhe wechselte oder über längere Zeit kleine Gegenstände bereitlegte, bloss um sie dann ungenutzt wieder wegzuwischen.


     
    Mallaun/Harnik/Poore

    Martin Mallaun, zither; Elisabeth Harnik, p; Melvyn Poore, tuba

    Was konnte nach diesen drei tollen Sets denn noch folgen? An diesem Abend leider nicht mehr allzu viel. Das folgende Trio spielte war feine Musik, aber von der Programmierung passte das nach den zwei Sets davor einfach nicht so recht – die richtige Musik zur falschen Zeit (und einmal mehr wurde mir bewusst, wie geschickt man beim Météo in Mulhouse diesbezüglich agiert, dort ist jeder Abend in sich stimmig und perfekt abgestimmt). Harnik spielte zunächst eine traditionelle (?) Zither, der er jedoch nur gedämpfte und verfremdete Töne entlockte. Später wechselte er zu einem verstärkten Instrument, das er dann erstaunlich konventionell bearbeitete, Melodien und Akkorde spielte, wie man sie so ähnlich auch auf einer Gitarre erzeugen könnte. Klanglich war das mit dem Piano von Harnik und der Tuba von Poore sehr attraktiv und auch ziemlich farbenprächtig. Harnik spielte den Flügel teils auch wieder im Inneren, schlug die Saiten mit Schlegeln an, benutzte diverse Gegenstände, hämmerte Cluster auch schon mal mit dem Ellbogen raus. Poore sass in der Mitte mit seiner Tuba und spielte später auch ein umgebautes Euphonium (?), das einen zweiten Trichter hat, den er mit einem Harmon Mute stopfte. So konnte er zwei Klänge zugleich erzeugen, einen offenen und einen gedämpften Ton. Das wusste er musikalisch durchaus einzusetzen, ein reiner gimmick war das nicht. Aber eben: diese Gruppe hätte besser an den Anfang des Abends gepasst – oder vielleicht auch als Entspannungsmoment zwischen Rasmussen und das Quintett – bin ich froh, muss ich keine Festivalabende programmieren!
     
    Vom letzten Set Oliwood & Trevor Dunn (Oliver Steidle, d, comp; Frank Gratkowski, as; Kalle Kalima, g; Trevor Dunn, elb) hörte ich dann nur noch von hinten im Saal den Anfang. Der lange Tag und die davor kurze Nacht forderte ihren Tribut. Aber auch musikalisch mochte mich da wenig anzusprechen. Das war mir zu abgekartet, zu hart und irgendwie auch zu leer, trotz (oder wegen?) des vielen Drucks, der da gemacht wurde. Aber gut, der Tag war insgesamt enorm ergiebig und der Besuch des Festivals schon an dem Abend ein Erfolg.
     

     
    SO, 11. März
     
    Am Sonntagnachmittag liess ich wie erwähnt die ersten beiden Sets weg, doch am Mittag ging ich ins Soundcab, eine leere Weihnachtsmarktkabine, die auf dem Hauptplatz im Zentrum stand und in der am Samstag und am Sonntag jeweils drei Musikerinnen bzw. Musiker kurze Solo-Sets für 2-3 Leute spielten. Das erste Solo von Susana Santos Silva dauerte nur sehr kurz, während wir warteten, um fürs zweite reinzugehen. Das dauerte dann wohl drei Minuten und war ziemlich gut – ein kleiner Vorgeschmack auf ihr neues Album, das einen Solo-Auftritt dokumentiert (klick) und das ich am Vorabend schon beim Berliner (?) Laden gekauft hatte, der ein paar Tische mit CDs aufgebaut hatte. In der engen Kabine klang ihr Ton wunderbar, doch sie tat natürlich auch in der kurzen Zeit mehr, als nur konventionelle Töne aneinanderzureihen, fächerte den Ton auf, überblies, gab Stimme bei, nutzte die Hand zum Dämpfen …
     
    Dieb13 & Didi Kern

    Dieb13, tt; Didi Kern, d

    Den Abend in der Gerberei öffnete ein österreichisches Duo: Dieb13 an den Turntables (ein ganzer Tisch voller Plattenspieler und diverser Gerätschaften) und Didi Kern am Schlagzeug. Letzteren hatte ich noch nie gehört, ersteren bei meinem ersten Besuch am Météo mit einem halbwegs überzeugenden DJ-Set bisher auch bloss einmal. Das Duo funktionierte leidlich gut, Kerns Spiel machte Spass und wirkte recht gut mit dem zusammen, was Dieb13 an Klängen erzeugte. Schlüssig war das ganze aber irgendwie nicht – doch egal, der Abend hatte gerade erst begonnen und das war ein guter Auftakt.
     

    Hawkins-Mitchener Quartet

    Alexander Hawkins, p; Elaine Mitchener, voc; Neil Charles, b; Stephen Davis, d

    Die zweite Gruppe sollte dann die Gemüter spalten … viele Jazzhörer_innen tun sich ja mit Gesang schwer. Steht nur eine Performerin auf der Bühne, die sich nicht nur auf Jeanne Lee sondern auch auf Cathy Berberian und überhaupt die Performancekunst bezieht, wird das eher noch kritischer. Mir gefällt ja bekanntlich die Intakt-CD dieses Quartetts – nach ein paar Anläufen –
    inzwischen gut, obendrein freute ich mich sowieso auf das Wiederhören von (und -sehen mit) Alexander Hawkins. Das Set entwickelte sich ziemlich gut, Mitcheners Präsenz fand ich beeindruckend, das Zusammenspiel des Trios hinter und mit ihr sowieso überzeugend. Stephen Davis ist ein toller Drummer, den ich heuer zum ersten Mal live hörte (netterweise erinnerte er sich noch daran, dass Hawkins uns anlässlich des Intakt in London-Festivals kurz vorgestellt hatte, damals war das Quartett gerade im Studio und die beiden schauten am Abend noch im Vortex vorbei). Neil Charles hatte ich schon mit Mulatu Astatke gehört, in dessen Band das Hawkins Trio (mit Tom Skinner am Schlagzeug) mitwirkt – er war für Mitchener auf der Bühne wohl der wichtigste Bezugspunkt, während Hawkins um sie herum, gegen und mit ihr spielte, Kaskaden hereinbrechen liess, Patterns heraushaute – dass er daraus mehrmals zu tollen Soli ansetzte, gehörte zum Erfolg des Sets aber absolut mit dazu.
     
    Da ich mich dazu überwand, in der Pause zu den Musikern hochzugehen – und dort nicht nur von Hawkins sondern auch von Mitchener und Davis wärmstens empfangen wurde – verpasste ich das nächste Set, von dem ich mir nicht allzu viel versprach, Duthoit Agnel/Castelló (Isabelle Duthoit, voc, cl; Sophie Agnel, p; Angélica Castlló, paetzold-fl, tapes, elec). Die „frenchies“ hatten ordentlich Elektronik auf der Bühne, das alles drohte mir zu kapriziös und zu fiepsig zu werden … die paar Minuten, die ich von hinten im Saal hörte, überzeugten mich denn auch nicht sehr. Im Anschluss hörte ich aber von Freunden, das Set sei wohl eines der schönsten des Festivals gewesen (Hawkins/Mitchener überzeugte hingegen aus der betreffenden Runde wiederum nur mich und die Meinungen zu Jaimie Branch gingen auch auseinander; die Geschmäcker …)
     
    Ken Vandermark Entr’acte

    Ken Vandermark, ts, cl, comp; Mette Rasmussen, as; Nate Wooley, t, elec; Elisabeth Harnik, p; Terrie Hessels, g; Jasper Stadhouders, g, elb; Joe Williamson, b; Steve Heather, d; Didi Kern, d; Dieb13, tt

    Den Abschluss machte dann Ken Vandermark mit seinem neuen Projekt „Entr’acte“, für das er die ganze Woche in St. Johann proben durfte. Das Material bleib allerdings recht knapp, Ausgangspunkte für die nächsten Soli, wobei Dieb13 die meiste Zeit untätig am Rand sass und nur da und dort eingeplante Beiträge zum besten gab. Der Bezug zu René Clairs gleichnamigem Film (oder Saties Musik, die im Gegensatz zum Film im Programmheft allerdings gar nicht erwähnt wird) blieb unklar, dass Vandermark Techniken des Filmes (Zeitlupen, Mehrfachbelichtungen, ungewöhnliche Kamerapositionen etc.) genutzt hätte, kann man nun wirklich nicht behaupten. Im Gegenteil: es ging ziemlich gradlinig und direkt zur Sache, die Musik war laut und intensiv, die Soli überzeugten, die Zähmung und Einbettung des niederländischen Punkers und seiner Gitarre gelang ziemlich erfolgreich, in einer düsteren rockigen Passage in der Mitte kamen die drei halsigen Saiteninstrumente sehr schön zusammen, auch wenn das gerade der Moment im Ganzen war, der mich am wenigsten ansprach. Die doppelten Drums von Heather und Kern waren immer wieder toll – unglaublich, wieviel Druck zwei Drumkits erzeugen können, auch oder gerade wenn sie völlig synchron spielen. Wooley kam vielleicht etwas zu kurz, er spielte ein längeres Solo, in dem er allerdings die Trompete völlig verfremdete, indem er den Ton durch ein paar Effektgeräte jagte. Vandermark glänzte einmal mehr mit zupackendem Tenorsaxophonspiel, Rasmussen bot ihm mühelos die Stirn … und Harnik am Klavier war sehr toll, so intensiv wie zuvor Hawkins, mit Clustern, Ellbogen und dem vollen Post-Taylor-Spiel, wie man es leider in dieser Güte auch heute nur selten zu hören kriegt.
     
    Fazit:

    Ein feines Festival, das ich mit passendem Line-Up gerne wieder einmal besuchen werde, wobei ich nicht annehme, dass es zum Fixpunkt meines Kalenders wird – dazu sind Jahrezeit, Ort und letztlich auch die Tagesgestaltung nicht so ganz mein Fall (und das Essen auch nicht unbedingt … mich zieht es ja schon eher gen Süden, auch wenn die Wahl zwischen braunen Holzköpfen und Grillini wenig erbaulich ist).

    Zudem zwei Kritikpunkt, ein leiser und ein lauter: der leise hat mit der Lautstärke zu tun, die in der Alten Gerberei durch sehr starke Verstärkung ziemlich heftig war. Es klang zwar fast immer hervorragend, aber dass leise Momente (Rasmussen, die tonlos Luft durch das Saxophon bläst oder ohne zu blasen ein paar Klappen drückt) kaum zugelassen bzw. fast schon grotesk verstärkt den Saal füllen, finde ich nicht nötig. Die Kunst, unverstärkt zu spielen, ist heute unter Jazzmusikern ja kaum noch anzutreffen, aber man muss dem ja nicht noch Vorschub leisten (es sei denn, dass die Musiker das explizit wünschen oder aber die Art der Musik das unabdingbar macht, aber das war bei dem Festival nur selten der Fall).

    Die lautere Kritik betrifft die penetrante Filmerei und Klickserei. Diverse Photograph_innen schlichen jeweils während des ganzen Abends vor der Bühne und an den Rändern herum, manche Kamera klickte gerne gerade in leiseren Momenten wiederholt laut drein und manche der Betreffenden bewegten sich auch alles andere als rücksichtsvoll. Zudem wurde von mehreren Leuten alles komplett gefilmt, auf meinen bescheidenen Photos sieht man stets die Filmkamera in der Mitte der ersten Reihe (die sowieso komplett für die Momentfesthalter freigehalten wurde), der Kollege des Herrn sass ab dem zweiten Abend sogar am Rand der Bühne … das finde ich schon ziemlich krass und frage mich, ob das von Veranstaltern wirklich toleriert bzw. erlaubt werden soll, denn das Festival wird ja nicht für die – zumeist wohl obendrein nicht mal Eintritt bezahlenden – Verwerten abgehalten sondern für das Publikum (dem man sonst wenigstens als Angebot zur Güte ein Portfolio mit ein paar Bildern von jedem Konzert anbieten könnte, schliesslich stellen wir denen ja immerhin kein Bein).
     

     
    In Sternen geworfen:
     
    * * * *1/2
    Mette Rasmussen – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 10.3.
    Life and Other Transient Storms (Susana Santos Silva/Lotte Anker/Sten Sandell/Torbjörn Zetterberg/Jon Fält) – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 10.3.
    Shelter (Ken Vandermark/Nate Wooley/Jasper Stadhouders/Steve Heather)- artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 9.3.
    Ken Vandermark & Terrie Hessels – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Galerie der LLA Weitau – 10.3.
    Alexander Hawkins/Elaine Mitchener Quartet – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 11.3.
     
    * * * *
    Ken Vandermark „Entr’acte“ – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 11.3.
    Ken Vandermark – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 8.3.
    Jaimie Branch/Dave Rempis/Ingebrigt Haker Flaten/Tollef Ostvang – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 9.3.
     
    * * *
    Dieb13 & Didi Kern – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 11.3.
    Joe Williamson – artacts ’18, St. Johann in Tirol, St. Nikolaus Kirche, Weitau – 10.3.
    Martin Mallaun/Elisabeth Harnik/Melvyn Poore – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 10.3.
     
    * *1/2
    Elisabeth Flunger/Thomas Berghammer/Alessandro Vicard & Jakob Gnigler – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 9.3.
     
    * *
    Andrea Massaria/Clementine Gasser – artacts ’18, St. Johann in Tirol, Alte Gerberei – 9.3.

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