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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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Thelonious Monk – Piano Solo
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atom
Friedrich
Gestern:

Keith Jarrett, Gary Peacock, Paul Motian – At The Deer Head Inn (rec. 1992, rel. 1994)
Immer noch meine einzige Keith Jarrett-Platte. Gestern war es in Berlin zwar keine „warm, humid, rainy, foggy, autumn night“, wie Keith Jarrett in den liner notes den 16. September 1992, an dem die Platte eher nebenbei im Deer Head Inn in Pennsylvania aufgenommen wurde, beschreibt. Aber immerhin war es humid and rainy und so konnte ich mich auch klimatisch ein wenig in die Atmosphäre dieser Aufnahme hineinversetzen. Man sitzt den Musikern fast unterm Hemd, hört Keith Jarrett grunzen, die Gläser klingeln und am liebsten mag ich die Stelle ganz am Ende, wenn der letzte Ton verklungen ist, man immer noch den Atem anhält und dann in der Stille hört, wie draußen auf der Landstraße ein Auto vorbeifährt.
vorgartenwirklich ganz toll. allein peacock & motian zusammen – ein traum.
Ich höre seit zwei Tagen kaum etwas anderes und bin extrem begeistert von dieser Aufnahme. Mein persönlicher Höhepunkt ist „You Don’t Know What Love Is“. Wirklich schade, dass dies die einzige Aufnahme dieses Trios ist.
vorgartenja, auch wenn man natürlich in alle richtungen weiterhören kann. peacock & motian haben ja eine tolle gemeinsame diskographie, nicht nur mit bley und evans, eben auch mit kikuchi, crispell…
Da kann ich einhaken:

Tethered Moon – First Meeting (Aufnahme 1990/91, Release 1997)
Masabumi Kikuchi: p; Gary Peacock: b; Paul Motian: dr.
Ich hatte diese Platte früher mal gehabt als ich ein kurz aufbrandendes Interesse an Piano Trios entwickelte. Wenig später hatte ich das aber auch schon wieder satt und dieses Album fiel einer gnadenloses Säuberungswelle zum Opfer. Nachdem vorgarten in einem Blind Fold Test aber ein Stück von Masabumi Kikuchi brachte, das mir ausgezeichnet gefiel, habe ich die Platte noch mal gekauft.
Seit einigen Tage läuft sie immer wieder, ohne dass ich sie wirklich greifen kann. Aber vielleicht liegt das in der Natur dieser Musik. Hier wird Zeit gedehnt und gestaucht, Kikuchi setzt gefühlte Minuten aus um dann eine paar Noten hinterherzuwerfen, frei schwebende traumsequenzartige Passagen werden wieder eingefangen, manchmal scheint das völlig ziellos aus dem Ruder zu laufen und alle drei mehr aneinander vorbei als miteinander zu spielen, es gibt Leerstellen, aber am Ende kommen sie doch immer wieder zusammen. Spröde, verquer, sehr – äh … – sinnlich und wie mir gerade auffällt überhaupt nicht swingend aber umso spannender. Keine einfache Musik, und sie hat mich wohl auch mal in ihrer Sprödigkeit genervt – aber toll!
Edit: Ich kenne die Geschichte dieser Aufnahme nicht. 1990/91 aufgenommen, erst 1997 veröffentlicht, vielleicht mehr eine gemeinsame Probe (heißt ja auch First Meeting), als eine geplante Veröffentlichung. Man meint das hören zu können, wenn man will, denn hier will manches erst noch seine Form finden. Aber vielleicht ist gerade das der Reiz.
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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)Friedrich
Hier wird Zeit gedehnt und gestaucht, Kikuchi setzt gefühlte Minuten aus um dann eine paar Noten hinterherzuwerfen, frei schwebende traumsequenzartige Passagen werden wieder eingefangen, manchmal scheint das völlig ziellos aus dem Ruder zu laufen und alle drei mehr aneinander vorbei als miteinander zu spielen, es gibt Leerstellen, aber am Ende kommen sie doch immer wieder zusammen. Spröde, verquer, sehr – äh … – sinnlich und wie mir gerade auffällt überhaupt nicht swingend aber umso spannender. Keine einfache Musik, und sie hat mich wohl auch mal in ihrer Sprödigkeit genervt – aber toll!wow, das klingt toll. ich kenne von dieser band nur den hendrix- und den piaf-tribute, das klingt aber viel zu sehr nach konzept, eigentlich funktionieren die alben genauso, wie du das first meeting beschreibst. ich weiß auch nicht, wie das geht, sich immer der grenze anzunähern, wo nichts mehr zusammenfindet, aber die drei haben davon definitv eine idee. ich sehe mich mal nach diesem album um.
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ich muss mich nicht mehr danach umschauen, seit ein paar Wochen liegt es hier, stets griffbereit, und den Griff tat ich gerade (zum zweiten oder schon dritten Mal)
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaund…?
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Ich finde Friedrichs Beschreibung passend, das Ding ist sperrig und spröde aber zugleich auch wieder irgendwie das pure Gegenteil und geht runter wie Butter … schwer, passende Worte zu finden! Ich kenne Kikuchi ja noch überhaupt nicht gut, aber er und Motian scheinen perfekte Partner zu sein, beides Musiker, die jegliche Erwartungen unterlaufen, „der Geist der stets verneint“, sowas – und Gary Peacock ist ja sowieso phantastisch.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaok, überzeugt.
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vorgartenwow, das klingt toll. ich kenne von dieser band nur den hendrix- und den piaf-tribute, das klingt aber viel zu sehr nach konzept, eigentlich funktionieren die alben genauso, wie du das first meeting beschreibst. ich weiß auch nicht, wie das geht, sich immer der grenze anzunähern, wo nichts mehr zusammenfindet, aber die drei haben davon definitv eine idee. ich sehe mich mal nach diesem album um.
gypsy tail windIch finde Friedrichs Beschreibung passend, das Ding ist sperrig und spröde aber zugleich auch wieder irgendwie das pure Gegenteil und geht runter wie Butter … schwer, passende Worte zu finden! Ich kenne Kikuchi ja noch überhaupt nicht gut, aber er und Motian scheinen perfekte Partner zu sein, beides Musiker, die jegliche Erwartungen unterlaufen, „der Geist der stets verneint“, sowas – und Gary Peacock ist ja sowieso phantastisch.
Oh, danke für das Lob meiner Beschreibung von Tethered Moon.
Ich finde es auch schwer, dafür Worte zu finden und bin mir nicht ganz sicher. Ich habe die Platte oft so nebenbei gehört und festgestellt, dass sie passagenweise völlig an mir vorbeiging und nichts hängenblieb. Dennoch habe ich sie immer wieder aufgelegt und im Hintergrund dudeln lassen, was wiederum passagenweise gut funktioniert, bis der Schönklang aus dem Ruder läuft und die Musik sich wieder in den Vordergrund drängt. Wenn man mal genauer hinhört gibt es da so einen Wechsel von Spannung und Entspannung, der viel des Reizes der Platte ausmacht, der Wechsel von aus-dem-Ruder-laufen und wieder ins Fahrwasser finden, sich verlieren und wieder finden, die Dynamikveränderungen, Leere und Dichte. So ungefähr. Ich stelle mir das life sehr reizvoll vor, dann das ist ja offenbar auch über weite Strecken frei improvisiert und damit ständige work in progress.
Bin auf weitere Rückmeldungen gespannt.
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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)
soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
Beiträge: 57,351
FriedrichOh, danke für das Lob meiner Beschreibung von Tethered Moon.
Ich finde es auch schwer, dafür Worte zu finden und bin mir nicht ganz sicher. Ich habe die Platte oft so nebenbei gehört und festgestellt, dass sie passagenweise völlig an mir vorbeiging und nichts hängenblieb. Dennoch habe ich sie immer wieder aufgelegt und im Hintergrund dudeln lassen, was wiederum passagenweise gut funktioniert, bis der Schönklang aus dem Ruder läuft und die Musik sich wieder in den Vordergrund drängt. Wenn man mal genauer hinhört gibt es da so einen Wechsel von Spannung und Entspannung, der viel des Reizes der Platte ausmacht, der Wechsel von aus-dem-Ruder-laufen und wieder ins Fahrwasser finden, sich verlieren und wieder finden, die Dynamikveränderungen, Leere und Dichte. So ungefähr. Ich stelle mir das life sehr reizvoll vor, dann das ist ja offenbar auch über weite Strecken frei improvisiert und damit ständige work in progress.
Bin auf weitere Rückmeldungen gespannt.
Interessante Beschreibung – bin an Masabumi Kikuchi (noch ?)nicht wirklich nahegekommen, zuletzt scheiterte eine Neu(ein)ordnung als ich mich am aktuellen Reissue von „East Wind“ versuchte

eine gute Scheibe, in welcher Kikuchi zwar Ankerpunkt ist, das Geschehen aber sowohl von den beiden japanischen Hörnern als auch vom Tandem Juni Booth (sehr toll hier) und Eric Gravatt de facto dominiert wird ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)vielleicht kenne ich zuwenig, aber der kikuchi der 70er ist halt noch 100% im tyner-idiom und hat noch nicht seine eigene sprache gefunden. kurz vorher gab es ja das album mit elvin jones, das ich leider nicht kenne. aber vielleicht sind ja tatsächlich friedrichs aufnahmen von 1990 das erste dokument einer für ihn völlig anderen spielhaltung – das müsste man mal überprüfen.
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
Beiträge: 57,351
vorgartenvielleicht kenne ich zuwenig, aber der kikuchi der 70er ist halt noch 100% im tyner-idiom und hat noch nicht seine eigene sprache gefunden. kurz vorher gab es ja das album mit elvin jones, das ich leider nicht kenne. aber vielleicht sind ja tatsächlich friedrichs aufnahmen von 1990 das erste dokument einer für ihn völlig anderen spielhaltung – das müsste man mal überprüfen.
durchaus möglich – denn meiner weiteren Begegnungen (zB „Voices“ mit Gary Peacock und Masahiko Togashi) stammen aus den frühen 70er bis frühen 80ern ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Gestern nach der Messengers-Sendung und dem kurzen Watkins-Austausch mit clasjaz:

Schön fand ich das Album immer schon, aber bisher bedauerte ich stets recht stark, dass Lateef nur Flöte (und ein wenig Oboe) spielt hier, und kein Tenor – aber gestern störte mich das zum ersten Mal nicht mehr.
Danach, und vorhin erneut:

Vermutlich für immer mein liebstes Pike-Album, mit einem exzellent aufspielenden Barry Harris und der Rhythmusgruppe Reggie Workman/Billy Higgins (letzteren kannte Pike wohl schon aus Kalifornien). Wie sich das Ding zwischen Bebop (Charlie Parkers „Cheryl“ und Tadd Damerons „Hot House“ und überhaupt Barry Harris), Hard Bop (Miles‘ „Solar“), zwischen Standards und Originals bewegt, gefällt mir sehr gut, zumal immer ein frischer Wind zu wehen scheint, der – das zeigt nicht nur das Don Cherry-Stück zum Ausklang – Zeichen dafür ist, dass diese Musiker sich durchaus bewusst waren, was um 1960 in der Musik alles abging.
Jetzt ein paar Stunden mit dem Dave Pike Set, leichterer Stoff, aber durchaus unterhaltsam und dank dem formidablen Gespann aus J.A. Rettenbacher/Peter Baumeister auch immer schön geerdet und mit tollem Groove versehen:





Zwischen den letzten beiden fehlt „Album“, keine Ahnung, warum das nicht auch neu aufgelegt wurde, als Universal sich diesen Alben annahm (und das Live-Album an Promising Music lizenierte).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
Beiträge: 57,351
gypsy tail windGestern nach der Messengers-Sendung und dem kurzen Watkins-Austausch mit clasjaz:

Schön fand ich das Album immer schon, aber bisher bedauerte ich stets recht stark, dass Lateef nur Flöte (und ein wenig Oboe) spielt hier, und kein Tenor – aber gestern störte mich das zum ersten Mal nicht mehr.
Ist (und bleibt) für mich die Downside dieses Albums :doh: ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Hans Rettenbacher, der (andere ;-)) Wiener mit Soul statt Schmäh, hat übrigens ein erstaunliches Händchen für Originals, die wie süffige Popsongs klingen – wirlich verblüffend! Man guckt in die Credits und erwartet Bacharach oder Webb oder so jemanden, aber nein: Rettenbacher.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba -
Schlagwörter: Ich höre gerade... Jazz, Tagebuch
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