Bill Frisell

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  • #10644143  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

    Registriert seit: 09.11.2002

    Beiträge: 21,741

    vorgarten auch wenn er natürlich nach belieben noise anknipsen kann, ist frisell eine gewisse gemütlichkeit (und eine selige verschaltung mit seinen apparaturen) schon immer eigen gewesen, finde ich.

    Ja. Zeitgleich spielte er ja z.B. auch hier:

    Aber eben auch – und das finde ich, gerade später verdichet zum Trio mit Motian und Lovano, sehr toll:

     

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    #10644203  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 10,231

    die bass-desires-band war mein erstkontakt mit frisell (zeitgleich zu ein paar zorn-sachen). damals war ich fest davon überzeugt, dass frisell postmodern spielt und nichts davon ernstmeint, und ich hatte großes mitleid mit dem gitarrenarbeiter scofield (hab aber insgeheim auch in den scofield-soli auch nur auf frisells begleitung gehört). mittlerweile denke ich, dass frisell wirklich sentimental ist und scofield nur ein poser.

    völlig überraschend kam vor ein paar jahren diese entdeckung: frisell mit steve coleman (und branford marsalis):

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    #10645269  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,338

    Na, man könnte aber auch ganz andere Beispiele finden, wo es richtig kracht. Ab ca. 1:40 werden hier Zeit und Raum aus den Angeln gehoben:

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    "I said a hip-hop, the hippie, the hippie / To the hip, hip-hop and you don't stop the rockin' / To the bang-bang boogie, say up jump the boogie / To the rhythm of the boogie, the beat" (The Sugarhill Gang)
    #10645421  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,338

    Ooops, kleines Versehen. ;-)

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    "I said a hip-hop, the hippie, the hippie / To the hip, hip-hop and you don't stop the rockin' / To the bang-bang boogie, say up jump the boogie / To the rhythm of the boogie, the beat" (The Sugarhill Gang)
    #11208047  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,338

    Flohmarkt, in der „Jede CD nur € 2,00-Kiste“ zwischen Milli Vanilli und den Flippers gefunden.

    Bill Frisell – Disfarmer (2009)

    Man zeigte sich hier gelegentlich enttäuscht davon, dass Bill Frisell in den letzten Jahren etwas gemütlich geworden ist. Das ist nicht von der Hand zu weisen und so sehr mich BF früher fasziniert hatte, so hatte ich seit fast 10 Jahren auch nicht mehr das Bedürfnis, eine neue BF-Platte zu kaufen, mit Ausnahme von „Music Is“ von 2018. Die finde ich auch sehr gut, wenngleich auch nicht sehr überraschend. Da rekapituliert BF sich halt selbst. Aber was erwarte ich von einem Musiker, der schon längst im Rentenalter ist und dessen wilde Jahre lange zurückliegen?

    Bei einem Schnäppchen für € 2,00 konnte ich dann aber doch nicht Nein sagen.

    Disfarmer ist der Soundtrack zu einer Retrospektive und Filmdoku über den geheimnisvollen amerikanischen Fotografen Mike Disfarmer, der in den 20er – 50er Jahren in seinem Heimatort, einem Kaff in Arkansas, unzählige Porträtaufnahmen von ganz gewöhnlichen Menschen machte. Völlig lakonisch aber ganz genau, so wie sie eben aussahen. Erst in den 70er Jahren wurden diese Aufnahmen „entdeckt“ – heute betrachtet man sie als ein Kulturerbe zwischen Archäologie, Folklore und Kunst.

    Bill Frisells Soundtrack (mit git, steel guitar + mandolin, violin und bass) besteht aus – ich sag mal: 26 musikalischen Athmosphären. Das bedient sich aus dem Fundus von Country und Folk, eine der wenigen Fremdkompositionen „That‘s All Right, Mama“ kratzt auch mal am frühen Rock‘n‘Roll. Das klingt nostalgisch, mal naiv, mal komisch, mal verträumt, mal tieftraurig, mal unheimlich und bitter – wohl so, wie die Menschen waren, die Disfarmer fotografierte. Man bekommt ein Gefühl von ihrer kleinen Welt und großen Träumen, dem Staub von Arkansas, den kauzigen Nachbarn, den gruseligen Verwandten, der Hornhaut an ihren Händen und dem Bedürfnis, am Freitagabend einen draufzumachen und am nächsten Tag bitterlich bereuend verkatert aufzuwachen.

    Keine Musik, die sich aufdrängt. Das soll sie wohl auch nicht als Begleitung der Retrospektive. Habe ich in den letzen Wochen gerne nebenher gehört. Aber dann und wann gibt es Momente, wo ich aufhorche und denke „Puuh, das ist lustig, das ist tieftraurig und das ist unheimlich schön!“

    Auch Disfarmer ist bei Bill Frisell nicht überraschend. Eher reif, würde ich sagen, und das passt dann ja auch für einen Mann im Rentenalter – auch wenn er 2009 noch etwas davor stand.

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    "I said a hip-hop, the hippie, the hippie / To the hip, hip-hop and you don't stop the rockin' / To the bang-bang boogie, say up jump the boogie / To the rhythm of the boogie, the beat" (The Sugarhill Gang)
    #11590699  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,338

    Morgen, am Donnerstag, dem 30.09.2021, tritt Bill Frisell mit seinem aktuellen Trio im Institut Francais in Berlin auf. Ich werde das mal wieder verpassen, da das meines Wissens schon ausverkauft ist und auch die Hemmschwelle bei Ü-40 Euro etwas hoch gewesen wäre.

    Ein Kollege von mir erwähnte das beiläufig in der Teeküche. Er selbst ist ebenfalls Musiker – wenn auch nicht professionell – und schwärmte von der „Musikalität“ Bill Frisells. Darüber musste ich grübeln …

    Kenne das Album mit dem Trio nicht (bin ja eh nicht mehr so ganz auf dem Laufenden) aber habe mal BFs letztes Soloalbum aufgelegt.

    Hier etwas hochmusikalischer Noise. 60 Sekunden Klang-, Raum- und Zeitverschiebung:

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