Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

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  • #12312903  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 37,107

    pheebee

    herr-rossiKann sich sonst noch jemand daran erinnern?

    Ja natürlich. Schmähgesänge dieser Art, geschmacklose Judenwitze oder ähnliches über Türken, Italiener, Griechen etc., alles das gab es an Schulen, auf Parties, auf Sportplätzen usw. Manche fanden das cool. Andere meinten es ernst damit. Große Aufregung (bei Erwachsenen) habe ich nicht erlebt, man ließ es über sich ergehen und es hörte dann irgendwann auch auf. Ok, in der Schule durfte das kein Lehrer mitbekommen, dann hätte es Ärger gegeben.

    Das kommt erst dann, wenn diese Leute zB stellvertretender Ministerpräsident in Bayern werden…

    Ich meinte das spezifisch: Wann wurde L’Amour Toujours der Nazi-Spruch untergejubelt? Und kommt da noch was nach, bzw kann man das irgendwo erahnen. Man kann ja nicht ständig Lieder nicht spielen.

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
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    #12312919  | PERMALINK

    dengel

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 75,388

    herr-rossi

    lathoMich würde mal interessieren, in welchen Echo-Kammern das passiert, also das Mitgröhlen von ausländerfeindlichen Parolen zu belanglosen Party-Hits.

    Ganz neu ist das Phänomen nicht. In meiner Schulzeit Ende der 70er fanden es einige witzig, auf den Refrain von Boney M’s „Belfast“ die Zeilen „wenn der Hit### mit den Ju### durch die Ga##### rast“ zu singen … (Ich möchte an dieser Stelle keine googelbare Fundstelle liefern.)

    An den kann ich mich noch erinnern. Wurde damals beim Derby im Münchener Olympiastadion in der Südkurve gesungen. Nur wurden die „Ju###“ durch“Sechzger“ ersetzt. Auf Nachfrage auf der Rückfahrt im Bus unseres örtlichen Bayern-Fanklubs gab es die Antwort: „Ist doch nur alles Spaß“.

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    #12312921  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 85,569

    latho
    Ich meinte das spezifisch: Wann wurde L’Amour Toujours der Nazi-Spruch untergejubelt? Und kommt da noch was nach, bzw kann man das irgendwo erahnen. Man kann ja nicht ständig Lieder nicht spielen.

    Ob bei „L’amour …“ oder seinerzeit bei „Belfast“ – der Song muss sehr bekannt und im öffentlichen Raum dauerhaft präsent sein, und dann muss irgendwem auffallen, dass eine bestimmte Formulierung genau auf die Melodie passt, und im besten/schlechtesten Fall geht das dann „viral“. Das ist ein altbekanntes Prinzip. Fussballstadiongesänge funktionieren meines Wissens genauso.

    Und dann gibt es noch die Adlibs, du hattest das Beispiel „Who the fuck is Alice“ genannt, und an „Gloryland“ erinnert sich eine ganze Generation wahrscheinlich nur wegen des notorischen „Eukalyptusbonbon“ …

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    #12312923  | PERMALINK

    zappa1
    Yellow Shark

    Registriert seit: 08.07.2002

    Beiträge: 87,060

    herr-rossi

    latho
    Ich meinte das spezifisch: Wann wurde L’Amour Toujours der Nazi-Spruch untergejubelt? Und kommt da noch was nach, bzw kann man das irgendwo erahnen. Man kann ja nicht ständig Lieder nicht spielen.

    Ob bei „L’amour …“ oder seinerzeit bei „Belfast“ – der Song muss sehr bekannt und im öffentlichen Raum dauerhaft präsent sein, und dann muss irgendwem auffallen, dass eine bestimmte Formulierung genau auf die Melodie passt, und im besten/schlechtesten Fall geht das dann „viral“. Das ist ein altbekanntes Prinzip. Fussballstadiongesänge funktionieren meines Wissens genauso.
    Und dann gibt es noch die Ad Libs, du hattest das Beispiel „Who the fuck is Alice“ genannt, und an „Gloryland“ erinnert sich eine ganze Generation wahrscheinlich nur wegen des notorischen „Eukalyptusbonbon“ …

    Das mit dem „Eukalyptusbonbon“ war aber beim „schönen Westerwald“. „Gloryland“ wurde zu „Ja mir san mim Radl dó“.

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    „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“ (Goethe) "Allerhand Durcheinand #100, 04.06.2024, 22:00 Uhr https://www.radiostonefm.de/naechste-sendungen/8993-240606-allerhand-durcheinand-102  
    #12312925  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 85,569

    zappa1Das mit dem „Eukalyptusbonbon“ war aber beim „schönen Westerwald“.

    Stimmt, jetzt wo du’s sagst. Ich hatte das in Verbindung mit „Gloryland“ im Kopf. Die „Radl“-Version kenne ich natürlich auch. Die Muster solcher populären Adaptionen sind jedenfalls altbekannt.

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    #12312949  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 37,107

    herr-rossi

    latho
    Ich meinte das spezifisch: Wann wurde L’Amour Toujours der Nazi-Spruch untergejubelt? Und kommt da noch was nach, bzw kann man das irgendwo erahnen. Man kann ja nicht ständig Lieder nicht spielen.

    Ob bei „L’amour …“ oder seinerzeit bei „Belfast“ – der Song muss sehr bekannt und im öffentlichen Raum dauerhaft präsent sein, und dann muss irgendwem auffallen, dass eine bestimmte Formulierung genau auf die Melodie passt, und im besten/schlechtesten Fall geht das dann „viral“. Das ist ein altbekanntes Prinzip. Fussballstadiongesänge funktionieren meines Wissens genauso.
    Und dann gibt es noch die Adlibs, du hattest das Beispiel „Who the fuck is Alice“ genannt, und an „Gloryland“ erinnert sich eine ganze Generation wahrscheinlich nur wegen des notorischen „Eukalyptusbonbon“ …

    Ja, dieser „Transformationsriemen“ interessiert mich: da gibt es einen Party-Hit, der gut ankommt und gespielt wird, wenn nicht mehr allzu viel nachgedacht wird. Und dann gibt es Videos, in denen grölen irgendwelche Idioten Nazi-Parolen dazu. Passiert diese Transformation in Tiktok, in irgendwelchen Dorfdiskos, auf Youtube? Wer treibt die an, welche Leute erreicht er (mir ist klar, dass das so einfach nicht beantwortbar ist, aber das würde mich schon mal interessieren).

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #12312981  | PERMALINK

    pheebee
    den ganzen Tag unter Wasser und Spaß dabei

    Registriert seit: 20.09.2011

    Beiträge: 34,118

    Vielleicht ödet es die Leute auch einfach nur an und da kommen dann einige auf dumme Ideen, entstellen den Text, schlagen ihn zum Krüppel und vergehen sich am Ende an dem ganzen Lied. Ich habe es schon so oft erlebt, dass zu irgendeinem Partysong irgendein Schwachsinn gegrölt wird. Und dann kommt zusätzlich mit dem steigenden Pegel der Punkt, an dem es nicht einfach nur peinlich sondern elend geschmacklos (und rassistisch) wird.

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    Ever tried. Ever failed. No matter. Try Again. Fail again. Fail better. Samuel Beckett
    #12313017  | PERMALINK

    firecracker

    Registriert seit: 18.01.2003

    Beiträge: 12,662

    TikTok-Fame is the new thing! Song-Auszüge eines „505“-Clips mit eigenen Bildern unterlegt (also nichts, womit die Band zu tun hatte) hat Arctic Monkeys wohl kürzlich noch ein bisschen berühmter gemacht. Nicht wenige Leute kaufen offenbar Tickets fürs Stadionkonzert aufgrund eines viralen TikTok-Videos, das einen kurzen Original-Song-Ausschnitt enthält, der grad den Zeitgeist trifft. (Habe kein TikTok. Hat ein Arctic-Monkeys-Fan in England so erklärt. Erscheint mir schlüssig, also die Erklärung.)

    pheebeeVielleicht ödet es die Leute auch einfach nur an und da kommen dann einige auf dumme Ideen, entstellen den Text, schlagen ihn zum Krüppel und vergehen sich am Ende an dem ganzen Lied. Ich habe es schon so oft erlebt, dass zu irgendeinem Partysong irgendein Schwachsinn gegrölt wird. Und dann kommt zusätzlich mit dem steigenden Pegel der Punkt, an dem es nicht einfach nur peinlich sondern elend geschmacklos (und rassistisch) wird.

    Mit Sexismus bekommst du ja auch nicht mehr so schnell deine 15 Minutes of Fame (alles schon gesehen/erlebt), aber mit rechten Anspielungen (oder gar Eindeutigkeiten) kann man halt noch schocken. Auch grad, wenn man ein Elite-Internat in Schleswig-Holstein oder so besucht und vom Golfen gelangweilt ist.

    stormy-monday

    firecrackerIst das neu, dass die Kommentarfunktion unter dem offiziellen „L’AMOUR TOUJOURS“-Video deaktiviert ist? herr-rossi weiß das doch bestimmt? ;)
    Ich find‘ Scooter besser.

    Boah. Jetzt is aber gut.

    pfingstluemmel

    firecracker

    pfingstluemmelErinnert sich noch jemand an die Zillertaler Türkenjäger?

    Verdrängt. (So allerdings wirklich noch nicht gehört.)

    Deren USP war deutscher Schlager im Rechtsrockgewand. Das ist also kein aktueller Trend, sondern gab’s schon vor 30 Jahren.

    Also die Band selbst hat rechtes Gedankengut unters Volk gebracht. (Wie gut, dass ich immer einen großen Bogen um die gemacht habe.) Der „L’Amour toujours“-DJ kann ja nichts dafür.

    zuletzt geändert von firecracker

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    Dirty, dirty feet from the concert in the grass / I wanted to believe that freedom there could last (Willy Mason)
    #12315785  | PERMALINK

    firecracker

    Registriert seit: 18.01.2003

    Beiträge: 12,662

    Aldi empfiehlt Feel Good Indie. Ich glaube jetzt habe ich alles gesehen.

    Hat es eigentlich nach Shania Twains Come on Over mal wieder ein Album gegeben, dass in drei unterschiedlichen Stil-Varianten (Mit Hang zum Country/Rock/Dance) erschienen ist? Wusste ich bis gestern gar nicht, dass es das gab. Nur dass es unterschiedliche Videos (für den USA- und den europäischen Markt) gab.

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    Dirty, dirty feet from the concert in the grass / I wanted to believe that freedom there could last (Willy Mason)
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