Lesefrüchte

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  • #10937395  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

    Registriert seit: 14.09.2018

    Beiträge: 4,023

    Ruprecht, der Engländer. :heart:

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    Come with uncle and hear all proper! Hear angel trumpets and devil trombones. You are invited.
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    #10937815  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 79,163

    cleetusLouis III died on 5 August 882, aged around 18, at Saint-Denis in the centre of his realm. Whilst mounting his horse to pursue a girl who was running to seek refuge in her father’s house he hit his head on the lintel of a low door and fell, fracturing his skull.

    Und trotz dieses denkwürdigen Abgangs und seines Sieges über die Wikinger, der sogar im althochdeutschen „Ludwigslied“ verewigt wurde, hat er es noch nicht mal zu einem ordentlichen Beinamen gebracht wie sein Vater Ludwig der Stammler und sein Bruder Karl der Einfältige … Mir gefällt auch, dass der Autor des englischen Wiki-Artikels sich die Mühe gemacht hat nachzuzählen, dass Ludwig „the 33rd Great grand uncle of Queen Elizabeth II.“ ist.

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    #10966271  | PERMALINK

    stormy-monday
    verdreckter Hilfssheriff

    Registriert seit: 26.12.2007

    Beiträge: 16,650

    #10998345  | PERMALINK

    clasjaz

    Registriert seit: 19.03.2010

    Beiträge: 2,043

    Lektüre heute: Vladimir Jankélévitch, Von der Lüge, Hamburg 2016 [geschrieben 1942], S. 56:

    „Der Ort eines Geistes bleibt unbestimmt, wenn man von ihm sagt, er sei entweder im Wahren oder im Falschen; unser komplizierter Geist, die tausend Nuancen der Empfindlichkeit, der Koketterie und der schamhaften Ambivalenz gehen nicht auf im polaren Gegensatz von Wahrheit und Irrtum. Wer würde leugnen, dass man unrecht und dabei recht haben kann? Zwei leidenschaftliche Bewusstseine, zwei Personen treten in Beziehung zueinander, und schon spannen sich von der einen zur anderen die unentwirrbaren Fäden der Lüge, der Eigenliebe und der Eitelkeit; alles verstrickt sich: Das Gleiche wird zum anderen und das Gegenteil zum eigenen Gegenteil; die Worte haben keinen Sinn mehr, noch das Prinzip der Identität und selbst der kühlste Kopf, benebelt vom Wind des Wahnsinns, von diesem Genie der Verwirrung, weiß nicht mehr, was er denkt. Daher rührt die Schwierigkeit, eine klare und eindeutige Aussage worüber auch immer zu erhalten. Die Evidenz ist nicht länger unbestritten und selbst unsere Überzeugung wird nicht nur von den Spuren unseres Begehrens geprägt, sondern auch von denen des Glaubens, den wir anderen unterstellen oder den uns andere unterstellen.“

    Und S. 103, wenigstens mit deutlicherem Musik-Bezug:

    „Ohne Zweifel inszeniert auch der Opernsterbende die Umstände und Präliminarien seines Hinscheidens, jedoch nicht den Moment des Sterbens selbst; die ‚letzten Augenblicke‘, wie man würdevoll sagt, nicht aber den großen Sprung ins Leere. Diesen Sprung, der immer schweigend ist. Wie beim Tod der Melisande – niemand hat etwas gesehen noch gehört. So ist auch in der Erzählung des Phädon [Platos] der erhabene Tod des Sokrates, dieser Tod, göttlich gerade, weil so prosaisch. Er spricht keine historischen Worte, sondern er sagt: Opfert Äskulap einen Hahn – so wie er auch hätte sagen können, vergesst nicht, den Briefträger zu bezahlen. Abgesehen davon, dass ein Tod, selbst ein pathetischer, ein würdevoller Protest gegen die Verkommenheit und Lüge der Menschen sein kann und dass auch die hochtrabende Ausdrucksweise einen tiefen Ernst aufweisen kann. Andererseits ist der Tod nicht nur der Eingriff, das reine Fremde, noch einzig die totale Tragödie: Er ist auch die Isolierung der Selbstheit, er löst ihre sämtlichen Verbindungen zur Welt, das heißt zur Fiktion auf; er lässt sie allein, nackt, hilflos, nicht einmal in der Lage, sich als etwas auszugeben …

    Tu descends là-bas seulette / Dans le froid royaume des morts.“

    [Du steigst mutterseelenallein dort hinab / Ins kalte Reich der Toten. – Pierre Ronsard, „À son âme“]

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    #11482633  | PERMALINK

    clasjaz

    Registriert seit: 19.03.2010

    Beiträge: 2,043

    Könnt’s auch unter „Druckfrisch“ einstellen, aber keine Ehre dem Typen dort.

    Also:

    „Es handelt sich um einen Kulturkampf. Die aus den USA stammende Welle der cancel culture hat bizarre Ausmaße angenommen. Ästhetik und Klarheit der deutschen Sprache gehen im Trommelfeuer der Identitäts-Eiferer und Sprachverächter unter. Ihnen ist die vollkommene Schönheit eines Heine-Gedichts oder eines Prosatextes von Thomas Mann vollkommen gleichgültig. Auch die Warnungen der Betroffenen verhallen ungehört: »Wenn man von Jüdinnen und Juden, kurz Jüd*innen, sprechen muss, weil das Wort Juden als Sammelbegriff unzulässig geworden ist, dann bekommen Leute wie ich auf neue Weise einen Stern verpasst«, so Ellen Presser, die Leiterin des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.“

    Von hier.

    Da geht althergebrachte Kulturkämpferei etwas durcheinander, Chomskys, allerdings eigenartige Tiefengrammatik – obwohl die völlig bei Humboldt ist, den der Autor, Götze, ständig gegen Chomsky verteidigt. Nicht wichtig, insgeheim finde ich den Artikel für etliche Worte lesenswert, obwohl ich das Gefühl habe, ständig hinterher- und beikommen zu müssen, und was das generische Maskinulum ist, haben schon Hundert Leute erklärt. Und Hundert Leute haben gesagt, das sei nicht wichtig.

    Find’s ungelenk die wichtigste Stimme am Ende zu nennen: die von Presser.

    Und erst wenn es keine Betroffenen mehr – ai, Betroff*innen – mehr gibt. Usw. Das alte Lied.

    Über die „vollkommene Schönheit“ eines Gedichts von Heine: Diese Schlichtheit des Autors hat mich erstaunt. Heine ist ja grad nicht schön, weshalb Schumann Heine mochte, usw.

    --

    #11626587  | PERMALINK

    Anonym
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    #11714461  | PERMALINK

    stormy-monday
    verdreckter Hilfssheriff

    Registriert seit: 26.12.2007

    Beiträge: 16,650

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