Neuer Blues?

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  • #53001  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,063

    Mich würde interessieren, ob es nennenswerte zeitgenössische Entwicklungen im Blues gibt – oder ob Bluespeople nicht eher Lordsiegelbewahrer einer vergangenen Kultur sind. Sicher sind Buddy Guy & Kollegen wichtig und bla, aber was gibt es jetzt? Ich meine auch nicht Robillard, sondern Künstler, die gerade auf der Suche sind. Das hat weniger was mit dem Alter, als mit dem Künstlerischen zu tun. Von R. L. Burnside habe ich bis zum Schluss immer wieder interessante Aufnahmen zu hören bekommen, sei es mit der Jon Spencer Dings oder mit Alec Empire (!).

    Zwar gibt auch der Preis der Deutschen Schallplattenkritik quartalsweise Empfehlungen ab, aber ich erkundige mich lieber woanders.

    In den letzten Jahren fielen mir nur das Fat Possum Label mit Slick Ballinger und den Black Keys auf, wobei ich Ballinger wünsche, mal an einen guten Produzenten zu geraten und nicht bei dem traditionellen Zeug stehen zu bleiben. Bei den Black Keys bin ich mal gespannt. „Rubber Factory“ und das aktuelle „Attack & Release“ sind auf jeden Fall bemerkenswert.

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    #6552105  | PERMALINK

    wolfen

    Registriert seit: 01.10.2004

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    Keb`Mo`, Joe Bonamassa, Eric Bibb, Johnny Lang, Joanna Connor, Deborah Coleman, Sue Foley.
    So einmal quer durch den Gemüsegarten.

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    [kicks sagt:] ( schon alleine dass da keine Nüsse drin sind zeigt dass es ein allgemeiner check is )
    #6552107  | PERMALINK

    mick67

    Registriert seit: 15.10.2003

    Beiträge: 76,951

    Popa Chubby kann auch Blues.

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    #6552109  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,063

    :laola0: :lala:

    Na da heißt es einmal La Ola machen, so fix hätte ich nicht mit Antworten gerechnet. Einige haben zwar ihr letztes Album 2006 veröffentlicht, aber so lange ist das ja auch noch nicht her. Jetzt erstmal anhören. Danke für die Anregungen! Melde mich mit Feedback zurück.

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    #6552111  | PERMALINK

    blues-pfaffe

    Registriert seit: 28.09.2003

    Beiträge: 1,350

    Was mir spontan noch einfällt: G. Love & Special Sauce (im Crossover zwischen Blues und HipHop und was auch immer – hab aber länger schon nichts neues mehr von ihm gehört.), Otis Taylor (einer der besten neuen Blueser im akustischen Bereich)

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    #6552113  | PERMALINK

    mosse

    Registriert seit: 16.11.2007

    Beiträge: 279

    Ja, ich bin auch hin und weg wegen der neuen Black Keys-LP. „Psychotic Girl“ (das du im „Neue LP“-Thread erwähnst) gehört momentan zu meinen Favoriten. Ich mag die „ornamentale“ Produktion – zum Beispiel das Klimper-Klavier, das wie aus einem surrealen Western-Saloon entsprungen zu sein scheint. „Oceans and Steams“ gefällt mir ebenso.

    „Loser“ von Beck war ein hervorragendes Beispiel für einen aktualisierten Blues. Kürzlich habe ich mir außerdem eine LP von Jackson Analogue (oder so ähnlich) gekauft – der Versuch, Indie und Blues Rock zu mischen. Bleibt aber insgesamt zu bieder (in meinen Augen). Jedenfalls ist mir kaum ein Song in Erinnerung geblieben. Was ist mit den frühen White Stripes?

    Das Problem scheint zu sein, dass sich die Schwarzen seit den frühen 60ern nicht mehr für Blues (dafür für R&B und Soul) interessieren. Daher ist von dort eigentlich nichts mehr gekommen. Und die weißen Punks (die zweite wichtige Quelle für Fortschritt in der Popmusik) interessieren sich seit 1970 mehr für Hardrock.

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    #6552115  | PERMALINK

    blues-pfaffe

    Registriert seit: 28.09.2003

    Beiträge: 1,350

    Die White Stripes gehören hier ganz sicher erwähnt! Dass sich die Schwarzen nicht mehr für Blues interessieren, ist ein immer wieder gebrachtes Klischee. Taylor hab ich erwähnt, andere hier schon erwähnte Sachen von R.L.Burnside oder den Fat Possum Produktionen von Buddy Guy stammen auch von Farbigen. Diese Liste könnte man endlos fortsetzen. Dass es mit dem Fortschritt in der Popmusik allgemein mies aussieht, ist was anderes. Aber ich zähle nicht zu den Leuten, die den Fortschritt um seiner selbst willen für gut halten.

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    #6552117  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,063

    G. Love? Songschreiber ja, aber doch kein Blues-Musiker!? Und White Stripes hätte ich eher Detroit Garage zugeordnet, obschon ich da nicht beckmessern will. Fortschritt interessiert mich in diesem Fall auch wirklich als Selbstzweck: ob sich da noch was tut.

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    #6552119  | PERMALINK

    mosse

    Registriert seit: 16.11.2007

    Beiträge: 279

    @ Blues-Pfaffe: Ja, ich verstehe. Ich habe nur den Eindruck, dass in anderen Teilen der „schwarzen Musik“ sich in den letzten 30, 40 Jahren etwas mehr getan hat, als im Blues.

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    #6552121  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,063

    Mosse“Loser“ von Beck war ein hervorragendes Beispiel für einen aktualisierten Blues.

    (…) Und die weißen Punks (die zweite wichtige Quelle für Fortschritt in der Popmusik) interessieren sich seit 1970 mehr für Hardrock.

    Becks „One Foot in the Grave“ und „Mellow Gold“ waren für mich auch schöne Beispiele von Lo-Fi-Produktionen, die sehr stark im Blues verhaftet waren. Natürlich aus der Not geboren, aber konsistent! Eine Weiterentwicklung? Vielleicht, wahrscheinlich nicht (außer textlich) – vor allem haben sie diesen Hobo-Charme wieder populär gemacht. Aber zu den USA gehörte er ohnehin immer dazu, seit es Gitarren gibt.

    Punk/Hardrock/New Noise:

    Da fand ich nach AC/DCs Alben mit Bon Scott und Ten Years Afters „Recorded Live“ noch nichts, kann aber noch kommen. Klar gibt es immer wieder relativ unbekannte Bands, die interessanten Blues spielen, aber was entwickelt sich da neu? Zwei Bluesnummern von Jeff Beck, Jon Spencer hier und da. Joan Armatradings „Opportunity“. Ich werde mal ein bisschen mehr R. L. Burnside versuchen und einige aus Wolfs Liste.

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    #6552123  | PERMALINK

    blues-pfaffe

    Registriert seit: 28.09.2003

    Beiträge: 1,350

    G. Love ist nicht wirklich ein Blueser. Aber Scheiben wie „Coast to coast motel“ sind schon deutlich dem Blues-Erbe verpflichtet. Und insofern: das ist Fortschritt.
    Auch noch erwähnenswert: Alvin Youngblood Heart.

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    #6552125  | PERMALINK

    blues-pfaffe

    Registriert seit: 28.09.2003

    Beiträge: 1,350

    Mosse@ Blues-Pfaffe: Ja, ich verstehe. Ich habe nur den Eindruck, dass in anderen Teilen der „schwarzen Musik“ sich in den letzten 30, 40 Jahren etwas mehr getan hat, als im Blues.

    Da hast Du natürlich auch recht. Aber der Blues ist ja nun wirklich seit diversen Jahrzehnten eher eine Minderheitenmusik.

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    #6552127  | PERMALINK

    mosse

    Registriert seit: 16.11.2007

    Beiträge: 279

    @kingberzerk: Und die Verbindung bei „Loser“ – also dem Song – mit Rap auf einem HipHop-Rhythmus?

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    #6552129  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,063

    Eine Kollege von mir meinte gerade, bei Zweitausendeins seien schöne Aufnahmen von African Blues erschienen. Ali Farka Touré war ja auch schon wieder ein Schritt nach vorn. Bin gespannt!

    Mosse: ja stimmt°

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    #6552131  | PERMALINK

    blues-pfaffe

    Registriert seit: 28.09.2003

    Beiträge: 1,350

    kingberzerkEine Kollege von mir meinte gerade, bei Zweitausendeins seien schöne Aufnahmen von African Blues erschienen. Ali Farka Touré war ja auch schon wieder ein Schritt nach vorn. Bin gespannt!

    Fortschritt ist bei Touré ja nun gerade nicht zu hören gewesen :-)… Er hat in seiner Musik vielmehr die ganz alten Traditionen bewahrt. Fortschrittlich ist das ganze höchstens für unsere Ohren gewesen.
    Aber bei Zweitausendeins will ich auf jeden Fall mal reinschauen. Es gibt von Putumayo im Übrigen einen recht netten Sampler „Blues around the world“, wo die verschiedenen Vermischungen von Blues mit anderen regionalen Musiken ganz gut angehört werden können. In Sachen Fortschritt ist auch der (oh Mist, langsam sollte ich mir doch einen Werbevertrag von denen geben lassen) ebenfalls von Putumayo herausgegebene Sampler „Blues Lounge“ interessant.

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