Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Eine Frage des Stils › Blue Note – das Jazzforum › Keith Jarrett
-
AutorBeiträge
-
vorgarten irrlichtansonsten bin ich aber eher etwas langsamer, wenn es um große Discographien geht, die im Jazz eher die Norm, als die Ausnahme sind.
kann ich gut nachvollziehen. aber was jarrett angeht, reichen – von den necks aus – erstmal CHANGELESS und CHANGES, und dann könnte man mit der SURVIVOR’S SUITE und EYES OF THE HEART weitermachen – aber mehr will ich gar nicht empfehlen.
Es freut mich ja schon, dass meine Vorlieben mittlerweile zumindest insoweit berechenbar sind, als dass Tipps so direkt fruchten, wie hier. Ich habe in „Changeless“ die Tage nur kurz reingehört. Noch bevor „Dancing“ zu Ende war, hatte ich die Bestellung schon raus. Absoluter Vollttreffer. Danke
--
Hold on Magnolia to that great highway moonHighlights von Rolling-Stone.deSo klingen die größten Schlagzeuger ohne ihre Band
Welches Equipment verwenden eigentlich…Pink Floyd?
Musikalische Orgasmen: 6 Songs voller Höhepunkte
Dies ist (laut Fans und Kritikern) die beste Folge von „Friends“
Studio-Magier: Die 8 besten Musikproduzenten
So arbeiteten die Beatles am „Weeping Sound“ für das White Album
Werbung--
Ich bin jedes Mal erstaunt, wie schlecht Eyes Of The Heart im Gegensatz zu The Survivor’s Suite bei Cook & Morton wegkommt. Während sie bei der Einen verdientermaßen von einem „masterpiece“ sprechen, nennen sie das Bregenzer Konzert „a near-disaster“. Ich höre sie aktuell mal wieder und bin erneut sehr angetan. Nicht ganz so brillant und fesselnd und natürlich weniger im Ensemble wie das Studio-Werk aber dennoch ein berauschendes Stück Musik mit tollen Zugaben.
--
Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...atomIch bin jedes Mal erstaunt, wie schlecht Eyes Of The Heart im Gegensatz zu The Survivor’s Suite bei Cook & Morton wegkommt. Während sie bei der Einen verdientermaßen von einem „masterpiece“ sprechen, nennen sie das Bregenzer Konzert „a near-disaster“.
ich rede mir ja hier seit jahren den mund fusselig, weil EYES OF THE HEART eines meiner lieblingsalben ist. mit der SURVIVOR’S SUITE ist das nur bedingt zu vergleichen, weil letztere eine clevere suite aus lange erprobtem quartett-material ist, mit ziemlich viel postproduktivem getrickse, alles richtung band-quintessenz und homogenität designt. EYES OF THE HEART ist insofern das komplette gegenteil: dokumentation eines auftritts, überforderte tonechnik, zusammenhanglos, z.t. im versuch, eine suite herzustellen, offen misslingend. dafür entsteht aber etwas anderes – und das ist ziemlich furchtlos und riskant. wie die sich herausfordern, ignorieren, überreden, anspitzen, finde ich sehr sexy. und wenn dewey dann kommt (für mich immer noch eins der besten tenorsax-solos, die ich kenne), fliegt das ding richtung weltall. wie etwas schief geht, dann als herausforderung angesehen wird, und schließlich sich zu etwas ungeplant großartigem transformiert – und wir sind live dabei, ahnungs- und fassungslos… ich kann es eicher und jarrett nicht hoch genug anrechnen, das veröffentlicht zu haben. das zeugt halt nochmal von einem größeren musikverständnis als das, was ecm immer zum vorwurf gemacht wird: das perfekt abgehangene studio-meisterwerk unter besten bedingungen kühl zu exekutieren.
--
vorgartenEYES OF THE HEART ist insofern das komplette gegenteil: dokumentation eines auftritts, überforderte tonechnik, zusammenhanglos, z.t. im versuch, eine suite herzustellen, offen misslingend. dafür entsteht aber etwas anderes – und das ist ziemlich furchtlos und riskant. wie die sich herausfordern, ignorieren, überreden, anspitzen, finde ich sehr sexy. und wenn dewey dann kommt (für mich immer noch eins der besten tenorsax-solos, die ich kenne), fliegt das ding richtung weltall. wie etwas schief geht, dann als herausforderung angesehen wird, und schließlich sich zu etwas ungeplant großartigem transformiert – und wir sind live dabei, ahnungs- und fassungslos… ich kann es eicher und jarrett nicht hoch genug anrechnen, das veröffentlicht zu haben.
fehler, zufälle, ungeplante höhen. sowas weckt mein interesse viel eher als perfekt konzipierte aufführungsdokumentationen. hör es grad – die ersten 6 minuten. bis hierin sehr schön, man merkt an diesem punkt tatsächlich, dass da grad was trocken läuft. es spannt sich was.
@vorgarten: Ja, das stimmt, du hast dich schon von Anfang an sehr positiv zu dem Album geäußert und ich habe das damals zum Anlass genommen, mich intensiver damit zu beschäftigen. Da ich gerade wieder einen Jarrett-Trip habe, bin ich auch auf viele großartige „lose Fäden“ von dir gestoßen, die ich mit Gewinn gelesen habe. Vielleicht etwas ärgerlich, weil ich nicht viel früher darauf eingestiegen bin aber zum Glück kann man vieles noch nachlesen, darauf zurückgreifen und spät einen Dank aussprechen.
--
Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...atomJa, das stimmt, du hast dich schon von Anfang an sehr positiv zu dem Album geäußert und ich habe das damals zum Anlass genommen, mich intensiver damit zu beschäftigen. Da ich gerade wieder einen Jarrett-Trip habe, bin ich auch auf viele großartige „lose Fäden“ von dir gestoßen, die ich mit Gewinn gelesen habe. Vielleicht etwas ärgerlich, weil ich nicht viel früher darauf eingestiegen bin aber zum Glück kann man vieles noch nachlesen, darauf zurückgreifen und spät einen Dank aussprechen.
oh, so war das natürlich nicht gemeint. es freut mich natürlich sehr, sollte irgendwas, was ich mal geschrieben habe, dich darauf gebracht haben, dich noch mal mit EYES OF THE HEART zu beschäftigen, aber ich wollte jetzt keinen dank o.ä. einfordern im gegenteil, ich finde es z.t. grauenhaft, was ich hier schwadroniert habe und würde die ersten seiten gerne löschen, aber damals ging es ja erstmal darum, jarrett hier überhaupt zum thema zu machen.
ich habe mich im letzten jahr, als ich hier im forum nicht aktiv war, eingehender mit den vor& zeitgleich zu-ecm-aufnahmen von jarrett beschäftigt (im kontext des post-coltrane-jazz) und endlich mal intensiv die atlantic- und impulse-alben sowie EXPECTATIONS gehört. ich finde das alles heute viel spannender als zum zeitpunkt des threadbeginns und mag auch insbesondere den von mir so geschmähten gitarristen sam brown mittlerweile recht gerne. so ist das halt. nächste baustelle werden bei mir die späteren solo-alben sein, davon hat bei mir bisher erst RADIANCE und RIO einigermaßen eingeschlagen.
--
vorgarten … mag auch insbesondere den von mir so geschmähten gitarristen sam brown mittlerweile recht gerne.
Dann steht ja der Wertschätzung von „Escalator Over The Hill“ kaum noch was im Wege.
Von mir auch vielen Dank für die verstreuten Hinweise auf „Eyes Of The Heart“ (ich erinnere mich da vor allem an deine Top 100 vor einigen Jahren, durch die ich vieles noch mal wiedergehört und neu schätzen gelernt habe)!
--
A Kiss in the Dreamhousenapoleon-dynamitedie verstreuten Hinweise auf „Eyes Of The Heart“ (ich erinnere mich da vor allem an deine Top 100 vor einigen Jahren, durch die ich vieles noch mal wiedergehört und neu schätzen gelernt habe)!
krass, da hatte ich das album auf #6… aber solche listen sind ja eh schwierig, die ersten 30 sind teil der dna und machen als ranking keinen sinn. von dir gibt es gar keine top100, oder?
--
vorgarten von dir gibt es gar keine top100, oder?
Bald vielleicht schon. Für etwas muss der in Kürze anstehende längere Heimurlaub ja gut sein … (ich sitze tatsächlich seit zwei Jahren an einer Faves-Liste, lasse mich aber musikalisch gerne auf Umwege und Nebenpfade ein, die dann gerne monatelang abgeschritten und erkundet werden)
--
A Kiss in the Dreamhousenapoleon-dynamite(ich sitze tatsächlich seit zwei Jahren an einer Faves-Liste, lasse mich aber musikalisch gerne auf Umwege und Nebenpfade ein, die dann gerne monatelang abgeschritten und erkundet werden)
klingt nach hohem anspruch. ich freue mich darauf!
--
Preview aus dem kommenden Solo-Album aus Budapest zum 75. Geburtstag des Meisters
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #158 – Piano Jazz 2024 - 19.12.2024 – 20:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaCool, danke! Ist schon klar, von wann das ist?
--
Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.nail75Cool, danke! Ist schon klar, von wann das ist?
Auf Twitter, wo ECM es eingestellt hat, steht dazu leider nichts … aber hier steht die Antwort, 2016:
https://www.udiscovermusic.com/news/keith-jarrett-75th-birthday-unreleased-answer-me/--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #158 – Piano Jazz 2024 - 19.12.2024 – 20:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaOkay, also eines seiner letzten Konzerte! Danke!
--
Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum. -
Schlagwörter: ECM, Gary Peacock, Jack DeJohnette, Jazz, Keith Jarrett
Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.