james 'blood' ulmer

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  • #11727133  | PERMALINK

    vorgarten

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    james blood ulmer, part time, rough trade 1984, rec. montreux juli 1983
    ulmer (g & voc), charles burnham (vl), warren benbow (dm).

    1984 veröffentlichte rough trade das live-album zu ODYSSEY, aufgenommen in montreux, mit fast identischem material, aber natürlich in anderem sound. „i know it’s late and everybod’s tired…“ moderiert ulmer an, bevor die harmolodische wand ins begeisterte publikum bröckelt. man kann das nachvollziehen, die rhythmen sind gerade und haben punch, ohne unsubtil zu sein, der applaus wird weggeschnitten, die tracks hallen sphärisch aus.

    mit der aufmachung hat man sich mühe gegeben, das coverfoto ist von anton corbijn. außerdem produzierte adrian sherwood für rough trade 1984 noch eine single mit blood, „eyelevel/ blues don’t fail me now“. letzteres habe ich gefunden, geht in eine andere, durchaus aufregende richtung, industrial, mit leichten dub-elementen, die maschinellere rhythm section besteht aus sean oliver (eb) und bruce smith (dm). schade, dass sie diesen weg nicht weiter gegangen sind, nachdem ulmers vertrag mit columba auslief.

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    #11727139  | PERMALINK

    thelonica

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    Das Artwork oben bei „Part Time“ würde gut für ein Patch (Aufnäher) passen. Es sieht auch schon ein bißchen danach aus.

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    #11727153  | PERMALINK

    vorgarten

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    ja, das stimmt.

    die japanische rough-trade-ausgabe sah dagegen so aus:

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    #11727309  | PERMALINK

    vorgarten

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    james blood ulmer, live at the caravan of dreams, caravan of dreams productions 1985/86, rec. 1983?84?
    ulmer (g & voc), charles burnham (vl), amin ali (eb), warren benbow (dm)

    die odyssey-band plus bass im 1983 eröffneten caravan of dreams in fort worth, gestiftet von öl-billardären, künstlergeführt, mit aufnahestudio, konzertsaal, filmproduktion und label, sehr weit geöffnet für ornette coleman, den sohn der stadt, und seine szene. das ulmer-album ist das dritte, das auf dem label erscheint, wieder ein ekstatisches live-dokument, aber der e-bass von amin ali ist eine eigentlich selbstverständliche, in dieser band aber diskussionswürdige ergänzung. sofort verschiebt sich was in richtung konventionelle rock- und funkband, burnham ist plötzlich quasi gastsolist, in den freieren jazzstücken ist wiederum ali überfordert, er ist kein tacuma. das sind aber vielleicht haarspaltereien, eigentlich ist das grandiose musik.

    hier endet dann die cbs-phase mit den konzerten der dafür zusammengestellten band, ulmer diversifiziert seine musik, nimmt für verschiedene label auf (vor allem in+out und diw). mit burnham und benbow gibt es ca. alle 10 jahre reunions, dazwischen tauchen sie in ulmers projekten nicht auf.

    edit: das ist natürlich quatsch, burnham ist auf der laswell-produktion FORBIDDEN BLUES plötzlich dabei, danach auch auf den von vernon reid produzierten blues-alben.

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    #11727347  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"

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    Ad „Live At Caravan Of Dreams“ : ist bei mir keine Herzensmusik, aber „Lonely Man“ hat sich über die Jahr(zehnt)e abrufbar gehalten ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #11727351  | PERMALINK

    vorgarten

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    david murray, children, black saint 1985, rec. oct/nov 1984
    murray (ts, bcl), lonnie plaxico (b), marvin ’smitty‘ smith (dm), ulmer (g, 1 track), don pullen (p, 1 track).

    eigentlich ist das ein phänomenales trio hier, murray mit der jungen rhythm section, die bald mit steve coleman m-base gründen werden (coleman selbst war gerade noch in der murray big band) und die ihn hier gehörig herausfordern. in den beiden langen stücken kommen die gäste dazu, im opener james blood ulmer als verstimmter jazzgitarrist, im surreal schief gespielten standard „all the things you are“ kommt das in&out-spiel von don pullen zum einsatz.

    ulmer & murray stacheln sich erstmal in einer art schnellem blues gegenseitig an, plaxico & smith sorgen für ungeheuren druck, die impulse werden sofort innerhalb der band umgewandelt, zusammen spielenn sie den staub aus den teppichen in david bakers trockenem aufnahmeraum. die beiden trio-stücke sind auch toll, eine düstere ballade und ein postbop-swinger am ende, in dem murray eigentlich die ganze zeit – bis zum state-of-the-art-drumsolo – völlig frei spielt.

    leider gibt es einen unfall, den schon erwähnten standard. irgendwie haben sie eine rubato-dekonstruktion verabredet, die aber alle auf merkwürdige weise umsetzen – plaxico, indem er völlig schief ausschließlich mit bogen spielt und wie ein betrunkener stehgeiger ironischen schmelz fabriziert, der sich selbst nicht glaubt. ob das ein kommentar auf den konservatismus der junglöwen war? jedenfalls sind das 15 schwer erträgliche minuten, die ein ansonsten großartiges album in schieflage bringen.

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    #11727355  | PERMALINK

    vorgarten

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    rochester/veasley band, one minute of love, gramavision 1985

    dazu kann ich eigentlich nichts schreiben, weil ich den track mit dem gast ulmer nicht kenne. was ich im netz fand, klang nach eher uninspiriertem funk, mit viel synth-geblubber und einigen interessanten ideen. andere gäste sind john zorn und willie williams. und das ist das diskografische debüt von uri caine.

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    #11727363  | PERMALINK

    soulpope
    "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"

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    vorgarten david murray, children, black saint 1985, rec. oct/nov 1984 murray (ts, bcl), lonnie plaxico (b), marvin ’smitty‘ smith (dm), ulmer (g, 1 track), don pullen (p, 1 track). eigentlich ist das ein phänomenales trio hier, murray mit der jungen rhythm section, die bald mit steve coleman m-base gründen werden (coleman selbst war gerade noch in der murray big band) und die ihn hier gehörig herausfordern. in den beiden langen stücken kommen die gäste dazu, im opener james blood ulmer als verstimmter jazzgitarrist, im surreal schief gespielten standard „all the things you are“ kommt das in&out-spiel von don pullen zum einsatz. ulmer & murray stacheln sich erstmal in einer art schnellem blues gegenseitig an, plaxico & smith sorgen für ungeheuren druck, die impulse werden sofort innerhalb der band umgewandelt, zusammen spielenn sie den staub aus den teppichen in david bakers trockenem aufnahmeraum. die beiden trio-stücke sind auch toll, eine düstere ballade und ein postbop-swinger am ende, in dem murray eigentlich die ganze zeit – bis zum state-of-the-art-drumsolo – völlig frei spielt. leider gibt es einen unfall, den schon erwähnten standard. irgendwie haben sie eine rubato-dekonstruktion verabredet, die aber alle auf merkwürdige weise umsetzen – plaxico, indem er völlig schief ausschließlich mit bogen spielt und wie ein betrunkener stehgeiger ironischen schmelz fabriziert, der sich selbst nicht glaubt. ob das ein kommentar auf den konservatismus der junglöwen war? jedenfalls sind das 15 schwer erträgliche minuten, die ein ansonsten großertiges album in schieflage bringen.

    Über den besagten Track hamma uns ja eh unlängst unterhalten 😎 …. zu dieser Zeit aka 1986 begannen die Veröffentlichungen von David Murray so richtig herunterzuprasseln und dies nicht zum Vorteil der Resultate …. einzig das im Trioformat gehaltene „The Hill“ liess Murray frei(er) atmen, dies sei wohl auch der Tragfähigkeit von Richard Davis + Joe Chanbers geschuldet …. aber wir sind ja hier bei James Blood Ulmer, also pardon ….

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      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #11727371  | PERMALINK

    soulpope
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    vorgarten rochester/veasley band, one minute of love, gramavision 1985 dazu kann ich eigentlich nichts schreiben, weil ich den track mit dem gast ulmer nicht kenne. was ich im netz fand, klang nach eher uninspiriertem funk, mit viel synth-geblubber ….

    Nach dem Auftritt der beiden Helden im Odean Pope Trio war ich interessiert, aber nicht lange …. das Ulmer Feature nicht mehr erinnerlich, man möge mit mir Nachsicht haben ….

    --

      "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
    #11727393  | PERMALINK

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    soulpope/einzig das im Trioformat gehaltene „The Hill“ liess Murray frei(er) atmen, dies sei wohl auch der Tragfähigkeit von Richard Davis + Joe Chanbers geschuldet …. aber wir sind ja hier bei James Blood Ulmer

    genau ;-)

    --

    #11727403  | PERMALINK

    soulpope
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    soulpope/einzig das im Trioformat gehaltene „The Hill“ liess Murray frei(er) atmen, dies sei wohl auch der Tragfähigkeit von Richard Davis + Joe Chanbers geschuldet …. aber wir sind ja hier bei James Blood Ulmer

    genau

    Naja, so lange werma hier im Thread auf David Murray + Fred Hopkins ned warten müssn 😁 ….

    --

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    #11727433  | PERMALINK

    vorgarten

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    soulpope

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    soulpope/einzig das im Trioformat gehaltene „The Hill“ liess Murray frei(er) atmen, dies sei wohl auch der Tragfähigkeit von Richard Davis + Joe Chanbers geschuldet …. aber wir sind ja hier bei James Blood Ulmer

    genau

    Naja, so lange werma hier im Thread auf David Murray + Fred Hopkins ned warten müssn 😁 ….

    kannst du dir ja jetzt schonmal auflegen, ich bin noch bei murray+plaxico+smith, über die noch nicht ausreichend liebeslieder gesungen wurden.

    --

    #11727833  | PERMALINK

    soulpope
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    soulpope

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    soulpope/einzig das im Trioformat gehaltene „The Hill“ liess Murray frei(er) atmen, dies sei wohl auch der Tragfähigkeit von Richard Davis + Joe Chanbers geschuldet …. aber wir sind ja hier bei James Blood Ulmer

    genau

    Naja, so lange werma hier im Thread auf David Murray + Fred Hopkins ned warten müssn 😁 ….

    kannst du dir ja jetzt schonmal auflegen, ich bin noch bei murray+plaxico+smith, über die noch nicht ausreichend liebeslieder gesungen wurden.

    Werde da die „love songs“ nicht konterkarieren …. auch morgen ist noch ein Tag ….

    --

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    #11728621  | PERMALINK

    vorgarten

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    george adams/ james ‚blood‘ ulmer quartet, jazzbühne berlin ’85
    , repertoire records 1990, rec. friedrichsstadtpalast, rundfunk der ddr, 23.6.1985.
    ulmer (g & voc), adams (ts & voc), amin ali (eb), grant calvin weston (dm).

    „we got something for your ass“ (ulmer).

    im sommer 1985 hat ulmer eine band für eine europa-tour zusammengestellt, die aus seiner rumpf-rhythm section ali & weston und dem alten freund george adams besteht, sie spielen das material von ARE YOU GLAD…, FREE LANCING und BLACK ROCK, ein bisschen im spirit der odyssey band, weil der hymnisch ornamentierende adams sehr ähnliches anbietet wie burnhams violine zuvor. es gibt diesen mitschnitt aus ost-berlin, eine tv-aufzeichnung aus dem loft in münchen und für moers music eine studio-aufnahme aus hamburg (dazu später).

    1800 „real people“ (ulmer zwischendurch verwundert) im friedrichstastpalast, völlig begeistert, erleben die knochentrockenste funkband, die ulmer je hatte, entrückt natürlich durch seinen sound und seine spielweise, wohingegen die free-ausbrüche von adams als gutes r&b-saxer-handwerk durchgehen können. dafür bekommt er ein 12-minütiges unbegleitetes solo, in dem er sein publikum mehrfach verwirrt, zu beginn mit flamenco (sie wollen mitklatschen), dann kommen multiphonics, dann ein frei assoziiertes liebesgedicht, das er zwischen den zeilen mit dem sax verziert, dann ein postbop-thema usw.

    die aufnahme ist gut, ein bisschen verwirrend die kanaltrennung zwischen gitarre und ulmers gesang. laut discogs lässt sich die geschichte dieser reihe als typische wende-nummer erzählen: 1990 kauft das hamburger repertoire-label 50 bänder mit jazzkonzerten des ddr-rundfunks und bringt sie sofort auf cd raus. nach 18 ist schluss, weil es vor gericht ging, dass sie die künstler:innen nicht gefragt (heißt ja auch: nicht bezahlt) haben. ich habe noch das adams/pullen quartett, aber da ist noch sehr viel mehr interessantes zeug dabei.

    es gibt vom closer auch noch einen tv-schnipsel, man sieht eine hart arbeitende und schwitzende band in unterhemden und einen hänfing im weißen t-shirt hinter den drums, der wahrscheinlich so viele kalorien verbrannt hat wie die anderen zusammen (von weston gibt es ja überall so geschichten wie durchgeschlagene snares usw., diese art von muckerheldentum… – aber er spielt einfach unglaublich hart & fein hier).

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    #11728625  | PERMALINK

    vorgarten

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    an dieser stelle (münchen-auftritt) sieht man sehr gut, wie ulmer und weston kommunizieren. dann fliegt ein becken durch die gegend und adams steigt wie hypnotisiert ein –

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