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Das zweite von vier neuen Intakt-Duo-Alben, die auf dem heutigen Morgenprogramm stehen … lässt sich gut an! Das Lake/Parker-Album gefiel mir übrigens vom ersten Eindruck her auch ziemlich gut, keine laut schreiende Sache (Lake schreit eh niemals, oder?), aber sehr stimmungsvoll.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaHighlights von Rolling-Stone.deBlur und Damon Albarn: Die besten Alben im Ranking
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Werbunggypsy tail windDas Lake/Parker-Album gefiel mir übrigens vom ersten Eindruck her auch ziemlich gut, keine laut schreiende Sache (Lake schreit eh niemals, oder?), aber sehr stimmungsvoll.
ich höre das auch gerade mal wieder, nachdem ich bisher nicht recht warm damit geworden bin. was ich mag, ist, dass sie ihr programm sehr abwechslungsreich zu halten versuchen – aber da wird für mich auch recht deutlich, dass parker über einen viel größeren sprachreichtum verfügt als lake, der ja an sich schon (vom ton her usw.) nicht sehr auratisch spielt, dann aber auch in einem sehr kleinen spektrum bleibt. aber beim genaueren hören entstehen schon immer wieder schöne momente, ohne große geste.
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Ein mehr als würdiger Nachfolger, so scheint mir vom ersten Eindruck her, für das tolle „Affinities“ von vor ein paar Jahren!
Was Lake betrifft, ich habe wohl gerade eine Phase, in der mich das nicht-emphatische Spiel fasziniert, das sich dem klassischen Storytelling verweigert – und da scheint mir Lake reinzupassen, das ist vielleicht die Irritation, die ich bei ihm auch live immer wieder erlebte. Ich habe ihn glaube ich fünfmal gehört, mehr als jeden anderen US-Jazzer denke ich, obwohl ich mich nie als Fan bezeichnen würde, es passte einfach immer wieder und eine gewisse Faszination war auch stets da, auch wenn sie manchmal unerklärlich zu bleiben schien. Das witzigste in der Hinsicht war wohl das Konzert mit den harten Poster-Boys von Tarbaby, New York-Cool/Tough, Lake wagte da nicht den Griff nach der Flöte, zu queer wohl – es tut mir leid, wenn so eine Bemerkung jemandem zu nahe tritt, 1) ich mag Flöte, 2) ich bin weiss-männlich-hetero aber gebe mir Mühe, 3) die Flut von Testosteron, die bei Tarbaby von der Bühne strömte hätte mich beinah aus dem Club gespült, das war dermassen krass, dass auch einer wie ich – vgl. 2) – dem nicht entgehen konnte, no way, das war stellenweise wirklich fast schon eine Karikatur (und in die Richtung geht wohl die allergische Reaktion, die ich hatte, als ich von Ethan Iverson die – vermutlich „nur“ als flapsige Bemerkung zu vestehende – Formulierung las von wegen Clifford Jordan hätte seinen Homies da gezeigt, wie tough es in NY zugeht …)
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbagypsy tail windich bin weiss-männlich-hetero aber gebe mir Mühe
:lol:
tarbaby sind eine mir völlig unerklärbare leerstelle (ich mag ja revis und waits und das frühe mitglied JD allen sehr gerne bzw. sie gehören zu meinen lieblingsmusikern der aktuelles US-szene), aber die beschreibung wundert mich gerade etwas. zumindest revis ist schwul, soweit ich weiß, aber dass musiker, die im allgemeinen zu sehr subtilem spiel in der lage sind, derartig macho auftreten, dass oliver lake sich nicht mehr den einsatz seiner flöte traut, klingt sehr schräg. (glaube ich dir aber natürlich).
dass lake auch bei der duoaufnahme mit parker nicht als platzhirsch auftritt, stimmt natürlich und ist auch ein sehr angenehmer zug (dass es beide offensichtlich nicht nötig haben).
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vorgarten:lol:
tarbaby sind eine mir völlig unerklärbare leerstelle (ich mag ja revis und waits und das frühe mitglied JD allen sehr gerne bzw. sie gehören zu meinen lieblingsmusikern der aktuelles US-szene), aber die beschreibung wundert mich gerade etwas. zumindest revis ist schwul, soweit ich weiß, aber dass musiker, die im allgemeinen zu sehr subtilem spiel in der lage sind, derartig macho auftreten, dass oliver lake sich nicht mehr den einsatz seiner flöte traut, klingt sehr schräg. (glaube ich dir aber natürlich).
dass lake auch bei der duoaufnahme mit parker nicht als platzhirsch auftritt, stimmt natürlich und ist auch ein sehr angenehmer zug (dass es beide offensichtlich nicht nötig haben).
ich habe das jedenfalls so wahrgenommen, weil Lake ja sonst seine Flöte wirklich immer dabei hat – und die Jungs standen die ganze Zeit herum, als würden sie gerade für eine Modestrecke („tough new cool“ oder so als Titel) photographiert … ich ging ja auch darum hin, weil ich Waits phantastisch finde, Revis kenne ich weniger, Orrin Evans ebenfalls, aber ich hatte ich schon mal live gehört davor, mit Tom Harrell war das wohl, und fand ihn auch ganz gut, also so wie ich über Revis auch sprechen würde).
Duo Nr. 4 (es gibt noch eine Nr. 5, die ich vorhin nicht gleich bereit hatte, aber die kommt dann auch noch):

Die beiden fanden 2013 zufällig zusammen, als Känzig aus Wien nach Lausanne reiste, um einen abwesenden Bassisten in Freemans Gruppe zu ersetzen – und anscheinend fanden beide, die Zusammenarbeit müsse fortgesetzt werden, weil an dem Abend alles stimmte. Mein Ausganspunkt hier ist übrigens Känzig eher denn Freeman, ich schätze Känzig enorm, für mein Empfinden einer der tollsten Jazzbassisten Europas, und das schon seit einer ganzen Weile.
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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gypsy tail wind
Duo Nr. 4 (es gibt noch eine Nr. 5, die ich vorhin nicht gleich bereit hatte, aber die kommt dann auch noch):
Die beiden fanden 2013 zufällig zusammen, als Känzig aus Wien nach Lausanne reiste, um einen abwesenden Bassisten in Freemans Gruppe zu ersetzen – und anscheinend fanden beide, die Zusammenarbeit müsse fortgesetzt werden, weil an dem Abend alles stimmte. Mein Ausganspunkt hier ist übrigens Känzig eher denn Freeman, ich schätze Känzig enorm, für mein Empfinden einer der tollsten Jazzbassisten Europas, und das schon seit einer ganzen Weile.
Erzähl doch etwas mehr von dieser Aufnahme ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)soulpopeErzähl doch etwas mehr von dieser Aufnahme ….
sie ist allein schon vom SOUND her gewaltig … selten hört man einen Kontrabass so schön eingefanen, Känzigs tiefer, singender Ton ist aber auch spitze … die beiden spielen eigentlich eine Art Balladenprogramm, zumeist aber Originals, ein paar gemeinsam ausgeheckte Dinger, dazu „After the Rain“ und „Dat There“ … auch hier eine echte Zusammenarbeit, den besten Vergleich bieten wohl (ups) späte Haden-Duos, auch wenn der Charakter eines ts/b-Duos natürlich ein anderer ist als bei p/b. Dennoch, gefällt mir gerade unglaublich gut! Und Freemans Ton nahm ich noch nie als so zauberhaft schön wahr, mag sein, dass ich ihm etwas unrecht tat bisher, aber ich mag seinen Vater einfach um Welten besser … anyway, unprätentiöse, sehr warme Musik, mit beiden Füssen am Boden
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gypsy tail windsie ist allein schon vom SOUND her gewaltig … selten hört man einen Kontrabass so schön eingefanen, Känzigs tiefer, singender Ton ist aber auch spitze … die beiden spielen eigentlich eine Art Balladenprogramm, zumeist aber Originals, ein paar gemeinsam ausgeheckte Dinger, dazu „After the Rain“ und „Dat There“ … auch hier eine echte Zusammenarbeit, den besten Vergleich bieten wohl (ups) späte Haden-Duos, auch wenn der Charakter eines ts/b-Duos natürlich ein anderer ist als bei p/b. Dennoch, gefällt mir gerade unglaublich gut! Und Freemans Ton nahm ich noch nie als so zauberhaft schön wahr, mag sein, dass ich ihm etwas unrecht tat bisher, aber ich mag seinen Vater einfach um Welten besser … anyway, unprätentiöse, sehr warme Musik, mit beiden Füssen am Boden
Klingt (im doppelten Sinn) gut …. Von Freeman ist auch in meinem All-Star Team, aber der Herr Sohn hat einen (so abgedroschen das auch klingen mag, aber hier worttreu) sehr schönen Ton … ich sage nur „Spirit Sensitive“ :teufel: ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Ist übrigens kein Balladenalbum … das war auch nur von Haden her gedacht … von der Stimmung her eher ruhig, aber keinesfalls bloss Balladen. „Spirit Sensitive“ kenne ich nicht, aber ein paar Alben sind schon am Start, „Beyond the Rain“, „Morning Prayer“, „The Outside Within“, „No Time Left“, „The Pied Piper“ (letztere drei auf LP), „You’ll Know When You Get There“, dazu die Ronnie Scott’s-Aufnahmen mit Arthur Blythe, dazu die 75th Birthday Celebration von Von mit Chicos Band (finde ich allerdings etwas enttäuschend) und natürlich das eine oder andere als Sideman.
Und jetzt läuft auch schon Intakt Duo 2015 Nr. 5:

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gypsy tail windIst übrigens kein Balladenalbum … das war auch nur von Haden her gedacht … von der Stimmung her eher ruhig, aber keinesfalls bloss Balladen. „Spirit Sensitive“ kenne ich nicht, aber ein paar Alben sind schon am Start, „Beyond the Rain“, „Morning Prayer“, „The Outside Within“, „No Time Left“, „The Pied Piper“ (letztere drei auf LP), „You’ll Know When You Get There“, dazu die Ronnie Scott’s-Aufnahmen mit Arthur Blythe, dazu die 75th Birthday Celebration von Von mit Chicos Band (finde ich allerdings etwas enttäuschend) und natürlich das eine oder andere als Sideman.
Die India Navigation und hie auch noch besonders „Kings Of Mali“ finde ich besonders gut, daneben das Black Saint „Warriors“ album mit Don Pullen, Fred Hopkins und Bobby Battle ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)in vorfreude auf das zweie, eigentlich dritte (oder vierte?) album dieser band:

2007 bereits erschien RAINING ON THE MOON, die erste zusammenarbeit des parker quartets mit der sängerin leena conquest, bei CORN MEAL DANCE hier kam dann noch die pianistin eri yamamoto dazu (und änderte natürlich das klangbild entscheidend). strenggenommen gehört auch die live-aufnahme des sextets auf der aum-box WOODEN FLUTE SONGS noch dazu.
in den projekten, die auf conquest abgestimmt sind (wo sie nicht nur „dazu“ singt) finde ich sie großartig, sie hat aber auch etwas sehr altmodisches, fast religiöses, näher am gospel als am jazz oder r&b. in den liner notes wird eine tradition aufgemacht, für die gemischtgeschlechtliche paarungen stehen wie lincoln/roach, tyson/ra, lee/shepp, puthli/coleman, carne/carn, cortez/davis und bridgewater/workman. parkers kompositionen finden dabei einen guten weg zwischen deutlichen protestsongs und assoziativen öffnungen, die man bei dieser launigen band ja auch immer erwartet (ihren freiraum schaffen sie sich sowieso immer).
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(CD India Navigation IN-1031CD)
Tenor Saxophone, Bass Clarinet, Flute Chico Freeman
Piano Muhal Richard Abrams
Bass Cecil McBee
Drums Steve McCall
Percussion Tito Sampa--
"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)soulpopeDie India Navigation und hie auch noch besonders „Kings Of Mali“ finde ich besonders gut, daneben das Black Saint „Warriors“ album mit Don Pullen, Fred Hopkins und Bobby Battle ….
Du meinst besonders gut unter denen, die ich habe – also die „The Outside Within“? Die Pullen ist natürlich auch da, dank der CAM-Box – aber noch ungehört.
Gerade läuft:

und die fängt schon grossartig an :liebe:
Line-Up hat sich übrigens geändert: Ayelet Rose Gottlieb, Sofia Rei, Sara Serpa, Malika Zarra
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gypsy tail windDu meinst besonders gut unter denen, die ich habe – also die „The Outside Within“? Die Pullen ist natürlich auch da, dank der CAM-Box – aber noch ungehört.
Die ersten vier India Navigation (inkl. „Outside Within“) und Black Saint „Warriors“ sind IMO die „go for“ Scheiben ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)Okay – war grad etwas verwirrt … und muss mal das Plattenregal freischaufeln, denn das Cover von „Spirit Sensitive“ kommt mir verdächtig vertraut vor.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba -
Schlagwörter: Ich höre gerade... Jazz, Tagebuch
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