Die Gitarre im Jazz

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  • #5140277  | PERMALINK

    hprill

    Registriert seit: 26.10.2007

    Beiträge: 10

    Bezüglich George Benson finde ich recht spannend, was er auf Lou Donaldson’s Alligator Bogaloo macht. Donaldson hält sich dort ziemlich zurück und gibt Benson und Organist Lonnie Smith viel Raum, um sich auszutoben.

    Sonst höre ich momentan gerade His Great Hits und Gypsy 66 von Gabor Szabo rauf und runter. Perverses Zeug, von Impulse seinerzeit herausgegeben, um auf dem Kommerz-Sektor mitzumischen, aber Szabo ist genial und schafft es sogar, eine Cover-Version von „Yesterday“ so zu spielen, dass es nicht abgestanden klingt. Ist im Gegensatz zu den späten Wes Montgomery-Aufnahmen ein Beispiel dafür, wie man sehr kommerziellen Gitarrenjazz erstaunlich anspruchsvoll machen kann.

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    #5140279  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,066

    Hab’s als Schüler schon gern gehört (ca. zehn Jahre zu spät), aber als ich neulich wieder Platten zu Hause hören konnte, habe ich mir „Fairyland“ von Larry Coryell wiederbesorgt. Fühlte ich mich gleich wie damals. Er ist kein top-notch-Typ, aber dieses Trio-Konzert in Montreux Anfang der Siebziger hat es wirklich in sich. Nicht im virtuosen Sinne, aber vom Soul her. Play it loud!

    Des weiteren wiederbesorgt: Live in Montreux ’78 von Jan Akkerman und „Electric Guitarist“ von John McLaughlin, den ich immer schwierig zu mögen fand, weil ich nie seine Gesichtsausdrücke vom Musikalischen trennen konnte. Jetzt geht’s aber. Und zwei Alben von Brand X: „Morrocan Roll“ und „Masques“.

    Früher fand ich Mike Sterns Solo auf „Fat Time“ den absoluten Wahnsinn. Aber genauso gern mochte ich Kevin Eubanks auf Gary Thomas‘ „While The Gate is Open“. Das Spiel auf der Sonny-Rollins-Komposition „Strode Rode“ gefällt mir immer noch so gut wie eh und je. Und dieser Dennis Chambers am Schlagzeug! Da fehlen mir die Worte, auch wenn ich eigentlich auf Tony Williams abonniert bin.

    Übrigens erfreue ich mich heute eher am Sopransax von Bill Evans in „Fat Time“, auch wenn Mike Stern sich mit seinem Wahnsinnsbeitrag in meine persönliche Hall of Fame eingemeißelt hat. Und der Ex-Gitarrist von Steve Coleman, David Gilmore mit Namen, nach einem Konzert mit seiner eigenen Band.

    Neulich habe ich übrigens einen wunderbaren Mitschnitt von Marc Ribots Ceramic Dog von 2006 auf Youtube gefunden:

    http://www.youtube.com/watch?v=LNfEtmzqTw4

    Enjoy

    P.S.: Kenny Burrell und George Benson finde vollkommen uninteressant. Ich geb’s zu: auch Charlie Christian und Wes Montgomery. Obwohl Kenny Burrell auf einem Miles Davis-Album sehr interessant spielt (War das „Miles in the Sky“?). Aber auf „Midnight Blue“ finde ich nur „Soul Lament“ wundervoll, den Rest kann ich mir nicht mehr anhören.

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    Tout en haut d'une forteresse, offerte aux vents les plus clairs, totalement soumise au soleil, aveuglée par la lumière et jamais dans les coins d'ombre, j'écoute.
    #5140281  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 44,070

    kingberzerk
    P.S.: Kenny Burrell und George Benson finde vollkommen uninteressant. Ich geb’s zu: auch Charlie Christian und Wes Montgomery. Obwohl Kenny Burrell auf einem Miles Davis-Album sehr interessant spielt (War das „Miles in the Sky“?). Aber auf „Midnight Blue“ finde ich nur „Soul Lament“ wundervoll, den Rest kann ich mir nicht mehr anhören.

    Nein, war es nicht, das war George Benson (auf einem Track). Warum findest Du diese Musiker uninteressant und warum kannst Du Dir „Midnight Blue“ nicht mehr anhören?

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    #5140283  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,066

    nail75Nein, war es nicht, das war George Benson (auf einem Track). Warum findest Du diese Musiker uninteressant und warum kannst Du Dir „Midnight Blue“ nicht mehr anhören?

    Ah, danke! George Benson, hätte ich nicht gedacht. Ich finde nicht die Musiker uninteressant, sondern ausschließlich die Musik. Über die Musiker weiß ich ja nicht so viel.

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    #5140285  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 44,070

    Bei diesem Kommentar und den Massenbesternungen schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken.

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    #5140287  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,066

    nail75Bei diesem Kommentar und den Massenbesternungen schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken.

    Pardon, wollte niemanden irritieren. Hatte nur gerade Zeit und dachte, ich könnte etwas Konstruktives beitragen. Das war’s eigentlich auch schon mit den Sternen. Die gehen doch ohnehin ruckzuck im allgemeinen Taggen wieder unter. Was Benson & Co. anbelangt: Live Through This.

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    #5140289  | PERMALINK

    vega4

    Registriert seit: 29.01.2003

    Beiträge: 8,667

    Zu „Midnight blue“: Für mich ein sehr gutes Album, dass aber ein wenig an Faszination verloren hat. Trotzdem ****1/2 (halt keine ***** mehr)

    Gerade Charlie Christian gewinnt bei mir in letzter Zeit sehr an Bedeutung. Sein Spiel war einmalig… :-)

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    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5140291  | PERMALINK

    hprill

    Registriert seit: 26.10.2007

    Beiträge: 10

    Hm, tja, also Kenny Burrells Musik finde ich, wie soll ich sagen, primär nett, aber nicht wirklich mitreißend. Und ich habe mir wirklich viele Platten von ihm angehört. Midnight Blue ist schön, kann mich aber nicht begeistern. Irgendwie plätschert das nur dahin, ist aber nicht wirklich spannend. Guitar Forms finde ich geradezu langweilig. Gerade noch Blue Bash mit Jimmy Smith hat einige gute Momente.

    Der frühe Wes Montgomery (etwa auf A Dynamic New Sound oder The Incredible Jazz Guitar of) ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Es tut richtig weh, wie er sich auf den Verve-Aufnahmen dem Kommerz hingibt.

    Und George Benson, den ich an sich auch nicht so besonders toll finde, hat mich auf Alligator Bogaloo wirklich positiv überrascht.

    --

    #5140293  | PERMALINK

    kingberzerk

    Registriert seit: 10.03.2008

    Beiträge: 2,066

    Es ist ja nicht so, dass die Bedeutung eines Musikers in der allgemeinen Musikgeschichte allzu relevant für die Bewertung eines Albums wäre.

    Auch wenn ich weiß, dass Kenny Burrell ein sehr angesehener Kollege in der Szene war und auch wenn ich angesichts der Bedeung der modalen Phase von Miles Davis und „The Birth of The Cool“ nur den Hut ziehen kann und weiß, diese Sachen waren offenbar wichtig und er hat allen möglichen Dingen den Weg geebnet und dergleichen: letztlich zucke ich mit den Schultern, wenn ich diese Musik auflege da tut sich nichts. Charlie Christian, Wes Montgomery, alle wichtig. Aber bevor ich anfange, Dinge gut zu finden, weil man sie eben gut findet, gestehe ich mir lieber ein: gebe ich dem Album halt drei Punkte.

    Mir hat es imponiert, wie Miles Davis sich in seiner Autobiografie über die Jugend äußerte, und wie er sie mitnehmen, ansprechen und bei sich im Konzert haben wollte. Wie er sich immer wieder von Gitarristen etwas Krasses hat vorspielen lassen – aber vor allem, wie bedauernd er jenen jungen Musikern gegenüberstand, die nach Berkeley gehen oder an irgendein Konservatorium und dann sein „altes Zeug“ von Anno Dunnemals nachspielen.

    Aber meine Lieblingseinsicht von ihm war (sinngemäß):
    Wenn du als Musiker auf der Bühne stehst und im Publikum sind nur Männer – dann weißt du, your shit is dead.

    --

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    #5140295  | PERMALINK

    wolle

    Registriert seit: 03.11.2005

    Beiträge: 5,751

    @hprill: deshalb achtet man auch beim Kauf von Wes Montgomery Alben, dass die vom Riverside Label sind und nich von Verve ;-)

    --

    Guitar fightin' the TV! ain't singin' for politicians, ain't singin' for spuds: This Note's For You! http://www.neilyoung.com/lwwtoday/index.html
    #5140297  | PERMALINK

    nail75

    Registriert seit: 16.10.2006

    Beiträge: 44,070

    Wolle hat Recht. Die Riversideaufnahmen sind die wirklich interessanten. Da gibt es auch eine schöne 12-CD Box, die alle komplett enthält. Einem darbenden Jazzgitarristen gönne ich allerdings jederzeit den Erfolg mit relativ seichtem Gefälligkeitsjazz.

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    Ohne Musik ist alles Leben ein Irrtum.
    #5140299  | PERMALINK

    vega4

    Registriert seit: 29.01.2003

    Beiträge: 8,667

    Meine Lieblingsplatte mit Kenny Burrell ist „Paul Chambers – Bass on top“. Das Wechselspiel mit dem Bassisten ist einfach großartig!

    Von Wes Montgomery gefällt mir besonders „Full house“

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    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5140301  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,463

    Wes Montgomery Full House kann ich auch nur wärmstens empfehlen.Wynton Kelly,Johnny Griffin,Chambers und Jimmy Cobb sind In Top Form.Orrin Keepnews hat sehr gute Liner Notes Geschrieben.Johnny Griffin gefällt mir immer mehr.Blues,Ballads and Jumpin´Jazz von Lonnie Johnson mit Elmer Snowden mag ich auch .Sehr relaxt und eher ein Blues Album (Prestige/Bluesville).Der junge Larry Coryell gefällt bei The Dealer von Chico Hamilton.

    --

    #5140303  | PERMALINK

    lopi

    Registriert seit: 27.04.2008

    Beiträge: 1

    Hi, ich bin neu hier und nur durch Zufall auf diese seite gelangt.
    Hast Du auch Ahnung von Drmmern? Ich suche krampfhaft Platten mit Franco Manzecchi, der aber schon 1974 verstorben ist.
    Herb Ellis hast du wohl vergessen bei den guten Gitarristen?
    Höre gerade die Aufnahme Herb Ellis & Wes Montgomery, „Hello Herbie“
    Würde mich über eine Antwort sehr freuen.
    Am besten gleich an meine Mailadresse: ulrich.r@kabelbw.de
    Herzliche Grüße
    Ulli (alias Lopi)
    :-)

    Ah UmHier mal eine Auswahl von Alben mit Jazz-Gitarristen. Keine Top-irgendwas, nicht repräsentativ, nur eine Auswahl von schönen Alben.

    CHARLIE BYRD – Blues Sonata (1961)
    Cooler akustischer Gitarrist mit starken Neigungen zur europäischen klassischen Musik, hier auch elektrisch zu hören. Jedefalls sehr viel eher in seinem Element als bei den Bossa Nova-Sachen mit Stan Getz.

    BILL EVANS/JIM HALL – Undercurrent (1962)
    Piano/Gitarre-Duette, Balladen, sehr cool, sehr subtil.

    WES MONTGOMERY – Full House (1962)
    Fetzige Live-Aufnahme u.a. mit Johnny Griffin aus Montgomerys bester Zeit.

    KENNY BURRELL – Midnight Blue (1963)
    Der Titel sagt alles: Mitternachts-Blues. Burrell ist eigentlich nicht für seine Funkyness bekannt, aber die Platte groovt wie die Sau. Ich liebe sie.

    GRANT GREEN – Idle Moments (1963)
    Klassischer Hard Bop/Funk von Blue Note.

    GEORGE BENSON – Beyond The Blue Horizon (1971)
    Schöne Session für CTI, meilenweit entfernt vom Smooth-Jazz/Pop.

    JOHN ABERCROMBIE – Timeless (1974)
    Fusion, aber mit ECM-typischen Texturen statt auf der ständigen Jagd nach Geschwindigkeitsrekorden.

    JOE PASS – At The Montreux Jazz Festival 1975
    Eine Live-Aufnahme aus Pass‘ klassischer Reihe von unbegleiteten Solo-Aufnahmen.

    JAMES „BLOOD“ ULMER – Revealing (1977)
    Free Funk aus der Ornette Coleman-Schule.

    PAT METHENEY – Question And Answer (1989)
    Ich bin eigentlich kein Anhänger von Metheney’s patentierten Gitarren-Gesäusel. Hier aber in einem „richtigen“ Jazz-Trio mit Dave Holland und Roy Heynes.

    JOHN SCOFIELD – Meant To Be (1990)
    Eine von vielen guten Platten meines Lieblingsgitarristen der letzte Jahrzehnte. Mit Joe Lovano.

    CHARLIE HUNTER – dito (2000)
    Der Typ mit der 8-saitigen, der keinen Bassisten braucht. Aber nicht bloß ein Novelty Effekt.

    --

    #5140305  | PERMALINK

    thelonica

    Registriert seit: 09.12.2007

    Beiträge: 3,463

    Franco Manzecchi hat mit sehr vielen Leuten gespielt. http://www.franco.manzecchi.com/home.php Diese Homepage hat ein schlichtes Design und besonders die Gallerie ist gelungen .

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