Adventure Games – The Heart and Soul of Gaming

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  • #10225099  | PERMALINK

    Anonym
    Inaktiv

    Registriert seit: 01.01.1970

    Beiträge: 0

    Nee, ich habe schon ewig keine Adventures mehr gekauft. Vielleichtet bietet Sierra alte Titel zum Download an?

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      #10225169  | PERMALINK

      melodynelson
      L'Homme à tête de chou

      Registriert seit: 01.03.2004

      Beiträge: 6,003

      harry-ragNee, ich habe schon ewig keine Adventures mehr gekauft. Vielleichtet bietet Sierra alte Titel zum Download an?

      Man kann es bei Steam downloaden. Allerdings bevorzuge ich „haptische“ Spiele. Ich werde mich einmal bei Ebay umtun.

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      #10232071  | PERMALINK

      melodynelson
      L'Homme à tête de chou

      Registriert seit: 01.03.2004

      Beiträge: 6,003

      Da ich zuletzt ein paar freie Tage hatte, konnte ich mich einigen mir vorher noch unbekannten Adventures widmen, die ich an dieser Stelle allesamt uneingeschränkt empfehlen möchte.

      Gemini Rue (2011, Wadjet Eye Games)

      Die Indie-Schmiede Wadjet Eye Games widmet sich seit Jahren der Verschmelzung klassischen Adventure-Feelings mit erwachsenen Stoffen, vorzugsweise dystopischen Settings. An die Blütezeit des Genres zu Beginn der Neunziger erinnern vor allem die liebevoll gestaltete Pixelgrafik sowie die Rätselvielfalt. Interface und Spielkonzept sind indes auf dem Stand der Dinge, wenn nicht diesem gar voraus.

      „Gemini Rue“ wurde quasi im Alleingang vom Amerikaner Joshua Nuernberger, damals im Rahmen seines Studiums, realisiert. Wir folgen abwechselnd den Schicksalen von Azriel Odin, einem Profikiller, sowie dem in einer Korrekturanstalt internierten Delta-Six. Freilich verschmelzen beide Schicksale zum Ende hin.

      Adventure-untypisch und potenziell abschreckend sind einige Aufgaben, die nur durch Waffengewalt zu lösen sind. Diese sind indes jeweils gut zu meistern und glaubhaft in die Dramaturgie integriert.

      Ein durchweg packendes, vielschichtiges Erlebnis, das in etwa dort anschließt, wo das selige „Beneath A Steel Sky“ damals endete.

      The Cat Lady (2012, Harvester Games)

      Ein weiteres Autorenspiel, diesmal vom polnischen Entwickler Remigiusz Michalski realisiert, der sich mit seinem reichlich ungeschliffen Erstwerk „Downfall“ (mittlerweile als Remake verfügbar) erste Meriten verdient hatte.

      „The Cat Lady“ konfrontiert mit dem Leben und Leiden von Susan Ashworth, einer allein stehenden, kettenrauchenden Frau, die sich in ihren frühen Vierzigern befinden dürfte. Nach einem erfolglosen Selbstmordversuch, der uns in einer spielbaren Traumsequenz verbildlicht wird, finden wir uns in einer Nervenheilanstalt wieder. Es gilt diese zu verlassen und nach und nach offene Rechnungen zu begleichen – mit teils rabiaten Mitteln.

      Realität und Traum fließen hier auch auf der grafischen und akustischen Ebene stets in einander und es ist teils schwer zu bestimmen, was Susan „wirklich“ widerfährt und was die Ausgeburten ihrer Depression sind.

      Ich war über die volle Spielzeit (insgesamt wohl 7-8 Stunden, Schwierigkeit niedrig bis mittel) gefesselt und bewegt, irritiert und verstört, emotional aufs Äußerste herausgefordert. Mehr kann ein Kunstwerk, und als solches betrachte ich dieses Spiel auch, nicht leisten.

      zuletzt geändert von melodynelson

      --

      #10232099  | PERMALINK

      melodynelson
      L'Homme à tête de chou

      Registriert seit: 01.03.2004

      Beiträge: 6,003

      Kathy Rain (2016, Clifftop Games)

      Wie auch die beiden zuletzt genannten Spiele wurde „Kathy Rain“ mit Hilfe der frei verfügbaren Engine „Adventure Game Studio“ entwickelt, zunächst also aus geringsten Mitteln geschöpft.

      Wir begleiten die Journalistik-Studentin Kathy hier auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie und spüren dem tragischen Schicksal ihres Großvaters nach. Im Laufe dieser Reise werden wir Zeuge einer okkulten Verschwörung und uns unserer eigenen Rolle im Leben bewusst.

      Auch hier haben wir es mit reiner Pixel-Art zu tun. Die Rätsel sind, und das ist erfreulich, besonders abwechslungsreich gestaltet und wirken niemals selbstzweckhaft – ob es nun gilt, eine Krankenschwester durch Schauspiel abzulenken, in einer Gruft Hinweise für eine Safe-Kombination zu erlangen oder ein Tonband zusammenzuschneiden.

      Zwei leise Kritikpunkte: Das Spiel ist sehr kurz. Wenn man die entsprechenden Hinweise adäquat deutet, sollte man bereits nach gut fünf Stunden das Ende sehen, das mich zudem recht unbefriedigend zurückließ und förmlich „Sequel!“ schrie. Zum Anderen macht „Kathy Rain“ keinen Hehl daraus, in der spirituellen Nachfolge von „Gabriel Knight“ zu stehen, von der Handlung bis in konkrete Aufgaben hinein. In dieser Kenntnis mindert das die Originalität dieses Werks etwas.

      Aber all dies schmälert den Spielspaß bis zum Ende nicht im Mindesten, ich kann das Spiel uneingeschränkt empfehlen.

      zuletzt geändert von melodynelson

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      #10232113  | PERMALINK

      melodynelson
      L'Homme à tête de chou

      Registriert seit: 01.03.2004

      Beiträge: 6,003

      Tender Loving Care (1998, Aftermath Media/Trilobyte)

      Nach relativ taufrischen Indie-Games sei hier noch ein deutlich älteres Spiel vorgestellt. Wenn es denn ein Spiel ist? „Tender Loving Care“ erschien 1998, als die Welle der sogenannten FMV-Spiele bereits am abebben war. Dieser zwischenzeitliche Trend Mitte der Neunziger produzierte teils herausragende Spiele, überwiegend aber ziemlichen Schund. Es etablierte sich sukzessive die Schimpfbezeichnung „Interaktiver Film“, für Games, deren Inhalt nur noch darin bestand, durch die richtigen Klicks die nächste Videosequenz auszulösen. Das hier angesprochene Spiel passt genau in dieses Klischee und dennoch würde ich es gerne hervorheben.

      Der Inhalt ist schnell umrissen: Als neutrale Instanz beobachten wir den Niedergang der Paarbeziehung zwischen Michael und Allison. Allison leidet, so erfahren wir, nach einem Unfall der gemeinsamen Tochter Jody unter einer postraumatischen Belastungsstörung. Michael zieht die charmante, junge und attraktive (was auch sonst?) Psychiaterin Kathryn hinzu, und die Dinge nehmen ihren erwartbaren Lauf.

      Spannend an diesem Titel ist indes der Aufbau. Nach einem gewissen Handlungsfortschritt (=Kino) werden wir von Dr. Turner (verkörpert von John Hurt!) regelmäßig dazu aufgefordert, einige Fragen zur gegenwärtigen Schiefe des Haussegens und zu persönlichen Empfindungen zu beantworten (im Sinne eines Thematischen Apperzeptionstests). Gemeinsam mit zwischenzeitlichen Erkundungen des Anwesens und Turners Praxis sowie weiteren Tests können wir somit unterschiedliche Enden bewirken.

      In der ursprünglichen Fassung gab es auch eine Endauswertung des Gesamttests. Ich hoffe, die einschlägigen Portale bessern dahingehend umgehend nach. Die mir vorliegende Version von GOG bleibt dies leider schuldig.

      Vielleicht kein Adventure im klassischen Sinne, aber eine durch und durch packende Erfahrung, die von der großartigen Inszenierung verstärkt wird.

      zuletzt geändert von melodynelson

      --

      #10232755  | PERMALINK

      malibu

      Registriert seit: 12.12.2005

      Beiträge: 3,280

      So, ich habe jetzt den ersten Teil der Gabriel Knight Reihe durchgespielt. Ich hoffe, der Text ist spoilerfrei genug..

       

       

      Nachdem ich mich an die technischen Gegebenheiten wie die Grafik und die unglaubliche Erzählerinnen-Stimme gewöhnt habe, hatte ich ziemlichen Spaß an der Geschichte. Sehr schön das Verbindungsgeflecht der Personen. (Einmal ein Abenteuer, in der man die Großmutter oft genug besucht, um kein klassisch schlechtes Besuch-doch-mal-die-Familie-Gewissen zu haben..)

      Die Stringenz fängt ziemlich an zu wackeln, sobald man New Orleans verlässt. Im Schloss scheint es kein fließend Wasser zu geben, plötzlich wird aus der recht neutral wissenschaftlichen Beschreibung von Voodoo eine Märchengeschichte einer „bösen“ Gruppe irgendwo in Benin. Das Selbstopfer ist vollkommen hanebüchen, außerdem aztekisch.. Sämtliche „Action“-Sequenzen haben mich eher genervt.

      Das Finale wieder in New Orleans ist aber wieder klasse.

      Hat Spaß gemacht, es durchzuspielen, vielen Dank für die Empfehlung! Teil 2 kommt demnächst dran.

      --

      #10232949  | PERMALINK

      melodynelson
      L'Homme à tête de chou

      Registriert seit: 01.03.2004

      Beiträge: 6,003

      Schön, dass dir das Spiel überwiegend gefallen hat!

      Dass die Abschnitte, die in Deutschland und Benin spielen, zumindest spielerisch recht deutlich abfallen, habe ich ebenfalls so empfunden. Viel Freude hatte ich damit auch nicht gerade. Das Finale entschädigte dann aber wieder für Vieles.

      Ich bin gespannt, was du zu Teil 2 sagen wirst!

      --

      #10252293  | PERMALINK

      melodynelson
      L'Homme à tête de chou

      Registriert seit: 01.03.2004

      Beiträge: 6,003

      Klasse! Besonders „Star Wars“, Inglourious Basterds“ und „The Good, The Bad And The Ugly“.

      If Your Favourite Movies Were 90s Video Games

      zuletzt geändert von melodynelson

      --

      #10957461  | PERMALINK

      captainmorgan
      Metalpirat

      Registriert seit: 23.12.2019

      Beiträge: 280

      Zur Zeit hat es mir mal wieder „Monkey Island“ angetan. Gestern habe ich mal wieder Teil 1 (in der Special Edition) durchgespielt.

      --

      Ich bin CaptainMorgan, ein mächtiger Pirat!
      #12187781  | PERMALINK

      jan_jan
      Chosen Undead

      Registriert seit: 10.07.2002

      Beiträge: 5,885

      Vielleicht schon tot dieser Thread, aber ich versuch’s Mal:

      Nachdem ich letztes Jahr das neue Monkey Island und ein Twin Peaks-inspiriertes Spiel vom selben Macher (Thimbleweed Park) gespielt habe, hat mich dieses Jahr folgendes Adventure begeistert:

      „The Excavation of Hob’s Barrow“

      https://store.steampowered.com/app/1182310/The_Excavation_of_Hobs_Barrow/

      Die Steam-Seite verspricht „<i>the smell of damp soil</i>“, am meisten begeistert die karge Synthesizer-Musik und die Dialoge (alle Dialoge sind gesprochen). So etwas Gutes ist mal von AAA-Games nicht gewohnt. Die Puzzles sind nicht zu schwierig (habe es an ein paar Abenden durchgespielt ohne gr0ß steckengeblieben zu sein). Das letzte Kapitel ist dann sehr im Indiana Jones-Style gehalten und das Ende…sehr traurig.

      Ich muss sagen, ich verstehe nicht wieso dies Genre hauptsächlich nur noch von Indie-Entwicklern bedient wird. Ich mag es viel lieber als so Spiele wie The Last of Us, bei denen man die Story mit langweiligem und viel zu schwierigem Gameplay/Geballere verlängert.

      --

      Arise now, ye Tarnished/Ye dead, who yet live/ The call of long-lost grace speaks to us all  
      #12212977  | PERMALINK

      melodynelson
      L'Homme à tête de chou

      Registriert seit: 01.03.2004

      Beiträge: 6,003

      jan_janVielleicht schon tot dieser Thread, aber ich versuch’s Mal: Nachdem ich letztes Jahr das neue Monkey Island und ein Twin Peaks-inspiriertes Spiel vom selben Macher (Thimbleweed Park) gespielt habe, hat mich dieses Jahr folgendes Adventure begeistert: „The Excavation of Hob’s Barrow“

      Der schnörkellose Folk-Horror von „The Excavation of Hob’s Barrow“ hat mich ebenfalls äußerst begeistert. Sicherlich eines der besten „klassischen“ Adventures der letzen Jahre. Ähnlich gelungen fand ich in diesem Segment zuletzt nur „Nightmare Frames“ und „Dreams in the Witch House“.

      Worauf ich mich freue: Nächstes Jahr erscheinen mit „Rosewater“ (Western) und „Old Skies“ (Zeitreise) zwei Titel aus dem Dunstkreis von Wadjet Eye Games , die einen Blick wert sein dürften.

       

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