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Zu meiner Schulzeit musste es natürlich eine 33×33-Tüte der Schallplattenzentrale Limburg sein! Niemals Coop. :lol:
Aber im Grunde geht es mir wie Kaesen. <_<
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WerbungOriginally posted by otis@15 Oct 2004, 11:49
Aber, kaesen, diese Tüten gibt es immer noch. Und deren Inhalte sind sogar, zumindest an doug´s von damals gemessen, um einiges besser geworden! (Heute wird nicht mehr viel an schlechter Musik auf Vinyl veröffentlicht!!)
Also nichts wie ran an die feinen Vinyls und dann mit der 33×33 angeberisch über den Boulevard des guten Geschmacks geschlendert!Es bleibt aber bei dem Verlust des gewissen Abenteuers. Kaufe ich mir heute eine Platte, so habe ich mich vorher vielfältig informiert mit Möglichkeiten, welsche früher nicht vorhanden, die vielleicht so mache Enttäuschung unterbinden, aber viel weniger Reiz haben…. ;)
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Käse ist gesund!
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
Originally posted by kaesen@15 Oct 2004, 22:25
Es bleibt aber bei dem Verlust des gewissen Abenteuers. Kaufe ich mir heute eine Platte, so habe ich mich vorher vielfältig informiert mit Möglichkeiten, welsche früher nicht vorhanden, die vielleicht so mache Enttäuschung unterbinden, aber viel weniger Reiz haben…. ;)da bist du aber doch selbst dran schuld! Früher hattest du Radio und ne Zeitschrift – ersetzte Radio durch Video/Radio und es bleibt alles beim alten, zumindest bei mir.
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Originally posted by NiteOwl@16 Oct 2004, 00:20
da bist du aber doch selbst dran schuld! Früher hattest du Radio und ne Zeitschrift – ersetzte Radio durch Video/Radio und es bleibt alles beim alten, zumindest bei mir.Na ja, ich kann aber die Möglichkeiten des Internets nicht ignorieren, dafür bin ich zu neugierig. Die Informationsbeschaffung ist halt wesentlich einfacher und erschlagender geworden.
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Käse ist gesund!Black Sabbath – The eternal idol (1987)
Wenn man mich nach der definitiven Rockband der frühen 70er fragen würde, würde ich ohne lange zu überlegen Black Sabbath nennen. Trotz oder gerade wegen ihrer musikalischen Eingeschränktheit gefallen sie mir auch heute noch wesentlich besser als z.B. Led Zeppelin oder Deep Purple. Black Sabbath waren einfach verrückter, durchgeknallter, was auch immer. Natürlich wird sich der geneigte Leser fragen, warum ich nun gerade über ‚The eternal idol‘ schreibe, einem doch eher unbekannten Album aus dem Jahr 1987, bei dem Gitarrist Tony Iommi als einziges Urmitglied noch vertreten ist, und das wie der Vorgänger ‚7th star‘ eher wie ein Soloalbum von ihm wirkt, was nicht zuletzt auch daran liegt, daß er sich auf der Rückseite des Covers als ‚The player‘ ausgibt, während die anderen Musiker nur die ‚Players‘ sind. Hinzu kommt noch, daß die Band nach Auftritten im südafrikanischen Sun City zu der Zeit nicht gerade den besten Ruf hatte. Dennoch markiert das Album eine neue Ära in der Geschichte der Band, denn es ist das erste Album mit Tony Martin als Sänger, der hier jedoch noch nicht, wie auf späteren Alben, am Songwriting beteiligt war. Martin stieß erst sehr spät zur Band und das Album war mit seinem Vorgänger Ray Gillen bereits fertig produziert, der jedoch dann kurz vor Veröffentlichung die Band verließ woraufhin sich Iommi dazu entschied, die Gesangsspuren von Tony Martin neu einsingen zu lassen. Musikalisch orientierte man sich damals mehr an die Zeit mit Ronnie James Dio denn an der Frühphase mit Ozzy, was auf dem Album jedoch auffällt, ist die hohe Anzahl erinnerungswürdiger Riffs, wie sie sich nur Riffmaster Iommi aus dem Ärmel schütteln kann, allen voran gleich das erste Stück ‚The shining‘. Warum dieser Song nicht einen höheren Bekanntheitsgrad erlangte ist eigentlich unbegreiflich, ein einfaches aber sehr effektives Riff und eine großartige Melodie mit hymnischen Refrain zeichnen das Stück aus. Das gleiche gilt für ‚Ancient warrior‘, ‚Hard life to love‘ oder ‚Glory ride‘ mit seinem fantastischen Solo. Der einzige Song, der gänzlich ohne Riff auskommt ist neben dem kurzem Instrumental ‚Scarlett pimpernel‘ das Titelstück am Ende des Albums, das in seiner dunklen, ‚doomigen‘ Art der Frühphase der Band gleichzeitig noch am nähesten kommt und bei dem Tony Martin seine Qualitäten als Sänger noch einmal unter Beweis stellen kann. Sicher hat seine Stimme nicht dieses dämonische Element, daß man von Ozzy Osbourne kennt, und das vermutlich auch einzigartig ist, aber sie hat auf jeden Fall einen hohen Wiedererkennungswert und er sollte ja der Sänger werden, der nach Osbourne auf den meisten Alben (insgesamt 5) verteten ist und mit dem Nachfolger ‚Headless cross‘ stellte sich dann zwei Jahre später auch der Erfolg wieder ein.
Um noch mal zur Ausgangsfrage, warum ich gerade über dieses Album schreibe, zurückzukommen: ‚The eternal idol‘ war das erste und ist neben ‚Tyr‘ auch das einzige Black Sabbath Album, das ich mir zur Zeit seiner Veröffentlichung gekauft habe. Ich mochte das Album damals beinahe noch mehr, als die alten Ozzy Klassiker und war aber dennoch überrascht, daß von der Originalbesetzung nur noch ein einziges Mitglied übriggeblieben war. Für mich war es aber eigentlich immer Tony Iommis Gitarrenspiel, das die Band auszeichnete und weniger der Gesang Ozzy Osbournes, mit dessen Solokarriere ich nicht sonderlich anfangen kann, und auf diesem Album zeigt sich Iommi in Bestform und empfiehlt sich auch als hervorragender Songwriter.--
Wann kommt Horst Lichter mit dem Händlerkärtchen und knallt mich ab?@ sparchy
1. Mit Ray Gillan meinst Du aber schon den Ian Gillan von Deep Purple!?
2. Ich wie viele andere halte gerade „Idol“, „Seventh star“ wie auch „Born again“ eher für ein Rand-Album mit Komplettisten-Charakter.
3. Gerade wegen ihrer Beschränktheit reihe ich BS hinter Deep Purple und LZ ein, da diese doch variantenreicher waren.--
Jetzt schon 62 Jahre Rock 'n' RollOriginally posted by dr.music@30 Oct 2004, 17:09
Gerade wegen ihrer Beschränktheit reihe ich BS hinter Deep Purple und LZ ein, da diese doch variantenreicher waren.herr doctor, sie sprechen mir aus der seele
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Originally posted by dr.music@30 Oct 2004, 17:09
3. Gerade wegen ihrer Beschränktheit reihe ich BS hinter Deep Purple und LZ ein, da diese doch variantenreicher waren.„herr doctor, sie sprechen mir aus der seele“
Mir schon auch…nicht, daß ich die eine oder andere Sabbath Nummer nicht schätzen würde…aber das ganze war doch recht eintönig auf die Dauer.
Sabbath waren für mich schon immer eher der Vorreiter für Heavy Metal.
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“It's much harder to be a liberal than a conservative. Why? Because it is easier to give someone the finger than a helping hand.” — Mike RoykoOriginally posted by dr.music@30 Oct 2004, 17:09
@ sparchy1. Mit Ray Gillan meinst Du aber schon den Ian Gillan von Deep Purple!?
Nee, er meint Ray Gillen.
Purples Ian hat ausser einer Tour und der Born Again nichts mit Sabbath gemacht. Der Ray mit e war u.a. bei Badlands der Band von Ozzy's Ex-Gittaristen Jake E. Lee.Gruss,
ZUFO--
To be a rock and not a rollSteve Hillage – L (1976)
Es war vor vielen Jahren, da erzählte die Gruppe Gong kosmische Märchen über fliegende Teekessel und viel mehr absonderliche Sachen. Sie hatten einen Gitaristen namens Steve Hillage, der sich brav in den Gruppenkontext einordnete und relativ unscheinbar klampfte. Dann war irgendwann Gong zu Ende und Herr Hillage musste selbst schauen wo er blieb. Und nach einem ersten Gehversuch mit Fish Rising holte er sich hochkarätige Unterstützung. Zum einen aus der Jazz-Ecke mit Don Cherry, zum anderen aus der Experimentalecke mit Todd Rundgren als Produzent. Heraus kam L.Das war Ende der 70er schon ein besonderes Album. Erstens psychedelische Alt-Hippie – Anklänge. Zweitens gleichzeitige rudimentäre Jazz-Einflüsse. Drittens für die damalige Zeit perfekt produziert. Viertens absolut exzentrischen Cover-Versionen (für die damalige Zeit) von It's All Too Much (George Harrison) und Hurdy Gurdy Man (Donovan). Alles ziemlich lang. Nichts mit 3-Minuten – Singles – Orientierung. Eher auf gleicher Augenhöhe wie die Wish You Were Here. Es war ein Album zum Hören zwischen 2.00 Uhr und 3.00 Uhr mit Räucherstäbchen und Tee. Schon die Titel der Songs waren psychedelisches Programm: Hurdy Gurdy Man / Electrick Gipsies / Om nama shivaya / Lunar Musick suite (2x ck ist korrekt !).Das Album verleitete Heranwachsende zum Träumen – mit Nachwirkung sogar zum Tagträumen. Die Befindlichkeiten eine Generation wurden im Kontrast zu härteren Sachen wie Punk oder Hard Rock oder den textlastigen Dylan und Cohen perfekt ausgedrückt. Rückblickend betrachtend kann man dafür die Schublade Prog-Psychedelic eröffnen. Aber es war so schööön. Es war so schön, überlegen, die blöden Donovan-Apologeten endlich reizen zu können, mit diese Version von Hurdy Gurdy Man. Es war so schön fachmännisch den Begriff glissando benutzen zu können. Es war so schön sich geschmacklich zu emanzipieren und nicht mehr im Gruppenkontext zu hören, sondern Musiker. Es war so schön zu bewundern, wie jemand einfach ein Album „L“ nennen kann. Das Album macht auch heute noch Spass – Geringeren als früher – aber immer noch. Jedenfalls transponierte es perfekt die Psychedelic der 60er in die 70er hinein.
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Originally posted by dougsahm@31 Oct 2004, 17:48
Steve Hillage – L (1976)
Es war vor vielen Jahren, da erzählte die Gruppe Gong kosmische Märchen über fliegende Teekessel und viel mehr absonderliche Sachen. Sie hatten einen Gitaristen namens Steve Hillage, der sich brav in den Gruppenkontext einordnete und relativ unscheinbar klampfte. Dann war irgendwann Gong zu Ende und Herr Hillage musste selbst schauen wo er blieb. Und nach einem ersten Gehversuch mit Fish Rising holte er sich hochkarätige Unterstützung. Zum einen aus der Jazz-Ecke mit Don Cherry, zum anderen aus der Experimentalecke mit Todd Rundgren als Produzent. Heraus kam L.Das war Ende der 70er schon ein besonderes Album. Erstens psychedelische Alt-Hippie – Anklänge. Zweitens gleichzeitige rudimentäre Jazz-Einflüsse. Drittens für die damalige Zeit perfekt produziert. Viertens absolut exzentrischen Cover-Versionen (für die damalige Zeit) von It's All Too Much (George Harrison) und Hurdy Gurdy Man (Donovan). Alles ziemlich lang. Nichts mit 3-Minuten – Singles – Orientierung. Eher auf gleicher Augenhöhe wie die Wish You Were Here. Es war ein Album zum Hören zwischen 2.00 Uhr und 3.00 Uhr mit Räucherstäbchen und Tee. Schon die Titel der Songs waren psychedelisches Programm: Hurdy Gurdy Man / Electrick Gipsies / Om nama shivaya / Lunar Musick suite (2x ck ist korrekt !).Das Album verleitete Heranwachsende zum Träumen – mit Nachwirkung sogar zum Tagträumen. Die Befindlichkeiten eine Generation wurden im Kontrast zu härteren Sachen wie Punk oder Hard Rock oder den textlastigen Dylan und Cohen perfekt ausgedrückt. Rückblickend betrachtend kann man dafür die Schublade Prog-Psychedelic eröffnen. Aber es war so schööön. Es war so schön, überlegen, die blöden Donovan-Apologeten endlich reizen zu können, mit diese Version von Hurdy Gurdy Man. Es war so schön fachmännisch den Begriff glissando benutzen zu können. Es war so schön sich geschmacklich zu emanzipieren und nicht mehr im Gruppenkontext zu hören, sondern Musiker. Es war so schön zu bewundern, wie jemand einfach ein Album „L“ nennen kann. Das Album macht auch heute noch Spass – Geringeren als früher – aber immer noch. Jedenfalls transponierte es perfekt die Psychedelic der 60er in die 70er hinein.
Das liest sich sehr, sehr intressant.
Gruss,
ZUFO--
To be a rock and not a rollNach einem Jahr voll von Gerichtsverhandlungen, persönlicher und jeder Menge geschäftlicher Probleme mußte sich der 28jährige Bruce Springsteen im Sommer 1977 entscheiden: Sollte er zurückblicken und das Album aufnehmen, das er 1976 als Nachfolger von „Born to run“ im Kopf hatte oder sollte er nach vorne gehen, nicht zurückblicken und das Album machen, dessen Songs jetzt in seinem Herzen brannten. Intuitiv entschied sich Springsteen für letzteres, ganz gemäß einem der Ouutakes für diese Platte, der erst 20 Jahre später offiziell veröffentlicht wurde: „Don't look back!“
Die Platte heißt „Darkness on the edge of town“ und ist wohl DAS Werk Springsteens, das den größten emotionalen Wet für seine Fans besitzt. Dadurch, daß sich Springsteen entschied nach vorne zu gehen, ist der Bruch zwischen „Darkness…“ und „Born to run“ wohl größer als zwischen all seinen anderen Alben und zwar sowohl textlich, als auch musikalisch. Natürlich ist alles Vertraute noch da: das Glockenspiel, Clarence's heißeres Sax, Danny's soulige Orgel…aber im Gegensatz zu dem musikalischen Barock von „Born..“ wirkt hier alles gestraffter, kürzer, prägnanter. Und in der Tat hat Springsteen bei kaum einem anderern Werk so lange an Lyrics, Sound und Konzept gefeilt wie bei „Darkness..“. So wurden Titel, die für jeden anderen Künstler garantierte Hits gewesen wären (und auch wurden!!) wie „Fire“ (Robert Gordon, Pointer Sisters), „Rendezvouz“ (Greg Kihn), „Because the night“ (Patti Smith) vom Album wieder heruntergenommen, weil sie nicht zu der Story passten, die Springsteen erzählen wollte; auch besagtes „Don't look back“ wurde in letzter Sekunde durch den Titeltrack ersetzt und „The Promise“ wollte Springsteen nicht auf dem Album haben, weil zuviele Kritiker es in Zusammenhang mit dem gerade zurückliegenden juristischem Streit mit seinem Ex-Manager Mike Appel gesetzt hatten. Appel hatte Springsteen 71 „entdeckt“ und sich in einer Weise für ihn eingesetzt, die fast schon religiösem Wahn glich; in der Tat sagte Appel einmal: „Ich war wie Johannes der Täufer, der Bruce's Kommen ankündigen sollte“. Leider war seine Geldgier weniger religiös, aber dieses ganze Drama hier jetzt ausführlich aufzurollen, würde jeden Platz sprengen. Kurz gesagt: Appel wurde generös abgefunden und machte den Weg frei für Bruce's neuen Manager: Jon Landau!
Aber zurück zum Album: Die 10 Titel vom Opener „Badlands“ bis zum abschließenden Titelsong „Darkness…“ stellen einen inneren Zusammenhang her, wie wohl selten auf einem anderen Album – und das obwohl es kein Konzeptalbum ist. Es geht um das Erkennen von Grenzen und Realitäten und wie man sich trotzdem seine Träume und Hoffnungen bewahrt. Und zu diesem schmerzhaften Prozeß des Erwachsenwerdens hat Springsteen wohl ein paar der eindringlichsten und schönsten Zeilen geschrieben, die es im Rock'n'Roll gibt: „For the ones who have a notion, a notion deep inside..that it ain't no sin to be glad you're alive“ (Badlands) oder „I've done my best to live the right way, I get up every morning and go to work each day, but your eyes go
blind and your blood runs cold, sometimes I feel so weak I just want to explode, explode and tear this town apart, take a knife and cut this pain from my heart!“ (The Promised Land). Es gibt erstmals detaillierte Referenzen an die Arbeitswelt, genauso wie die Schrecken von Springsteens Vater-Sohn-Beziehung noch einmal glühend aufgearbeitet werden (Adam raised a cain, Factory). Aber über all dem schwebt – und das zeichnet Springsteens Arbeit immer aus – die Hoffnung, der Glaube, es zu schaffen, selbst wenn einem alles genommen wurde…und so läßt uns Springsteen mit dem letzten Bild zurück, als der Mann, dem alles genommen wurde, in der Dunkelheit auf diesen Hügel hinaufgeht, wir wissen nicht, was er dort finden wird..aber irgendwie haben wir die Gewissheit, das es nicht das Ende sein wird.
Mehr noch als das Album machte jedoch die Tour zur Platte Springsteen endgültig (zumindest in USA) zur Legende: Ein Jahr nach dem Tode des Kings konnte die Rock'n'Roll-Welt aufatmen, die Nachfolge war geregelt!! Und alle wollten ihn auf dieser monströsen Tour (vom 23.05 – 31.12. 78 waren Springsteen und die E-Street Band annähernd jeden Abend „on stage“, dabei meist über 3 1/2 Stunden) sehen, die „Darkness“-Tour gilt als eine der legendärsten Rock'nRoll-Tourneen überhaupt und für Springsteen selbst war es wohl die Tour mit den meisten „legendären“ Konzerten (wie z.B. in Seattle, als er nach 5 Zugaben und nachdem die Roadies schon angefangen hatten abzubauen, doch noch mal raustürmte und für knapp 500 Fans, die noch in der Halle waren, noch einmal eine Stunde spielte. Oder das Konzert im Winterland in San Francisco, bei dem er während „Backstreets“ mit Lynn Goldsmith abrechnete, die ihn eine Woche vorher verlassen hatte…oder die legendären 5 Nächte im Roxy in L.A. vor seinen Eltern und jeder Menge Promis von Nicholson, DeNiro, Browne – nachzuhören auch auf „Live 75-85“, für jeden Moment, den man erwähnt, bettelt ein anderer um Beachtung)
Ok, um zum Schluß zu kommen: „Darkness on the edge of town“ ist das Album, mit dem Springsteen all die Hoffnungen und Träume einlöste, die er mit „Born to run“ erstmals einem großen Publikum angeboten hatte und damit gleichzeitig ein Qualitätslevel geschaffen hat, das er – bis auf wenige Ausfälle – bis heute gehalten hat!
Für mich persönlich ist es DAS Album, das mir eine Identität, einen Sinn und Worte und Musik für all die Träume gegeben hat, die ich mit 15 hatte, aber nicht aussprechen konnte…..oder wie Bruce selbst während der 78er-Tournee sagte: „When I was a child, I thought every night, when Mom turned out the light, that everything will be allright…until I had to learn, that you have to prove it every night, prove it all night!!!“--
Saffer on myspace: http://www.myspace.com/stefansafferOriginally posted by dr.music@30 Oct 2004, 17:09
@ sparchy1. Mit Ray Gillan meinst Du aber schon den Ian Gillan von Deep Purple!?
2. Ich wie viele andere halte gerade „Idol“, „Seventh star“ wie auch „Born again“ eher für ein Rand-Album mit Komplettisten-Charakter.
3. Gerade wegen ihrer Beschränktheit reihe ich BS hinter Deep Purple und LZ ein, da diese doch variantenreicher waren.1. Für diese Frage sollte man Dir den Doktortitel aberkennen.
2. Schön für Dich.
3. Weniger ist oft mehr, und in diesem Falle ganz bestimmt.--
Wann kommt Horst Lichter mit dem Händlerkärtchen und knallt mich ab?Spliff – Herzlichen Glückwunsch (1983)
Zurück zu den Anfängen. Wenn andere über ihr erstes selbstgekauftes Album erzählen, kann ich nur neidisch zuhören, denn bei mir war das alles andere als glorreich. ‚White feathers‘ von Kajagoogoo sollte es im Frühjahr 1983 sein, ein längst und auch zu Recht vergessenes und billig prodzuiertes Popalbum, das zumindest den Hit ‚Too shy‘ abwarf und Sänger Limahl wohl als erster den Begriff der Ananasfrisur prägte. Alles anderes als erinnerungswürdig, oder vielleicht doch? Wenn ich in meiner musikalischen Sozialisation noch ein paar Monate zurückgehe, dann steht ganz am Anfag das Stück ‚Das Blech‘ von Spliff. Als ich anfing, Hitparaden und Wunschsendungen im Radio zu hören, war dies der erste Song, der mich restlos begeisterte, auch wenn ich als 10-jähriger den Text nicht so richtig kapiert habe. Aber schon das immer wiederkehrende ‚Da fliegt mir doch das Blech weg‘ fand ich sehr lässig und dazu war das Stück derart ohrwurmlastig, daß man es kaum aus dem Kopf wieder herausbekam. Natürlich ist das Lied nur echt mit dem endlos langen Percussion Solo, das man bei der Single leider herausgeschnitten hatte. Und weil mich dieses Stück so derart begeisterte, war Spliff auch die erste Band, von der ich ein ganzes Album haben wollte. Ein Cousin nahm es mir schließlich auf Kassette auf und fortan an lief es in meinem Mono-Radiorecorder bis ich die Texte beinahe komplett auswendig konnte. Und auch aus heutiger Sicht muß ich festhalten, daß es sich bei ‚Herzlichen Glückwunsch‘ um ein spätes Meisterwerk der Neuen Deutschen Welle handelt, auch wenn sich Spliff selbst nicht so gerne damit in Verbindung brachten. Die lag nämlich 1983 schon längst im Sterben, nachdem sie vom kommerziellen Ausverkauf verschlungen wurde. Danach nervte Nena noch mit Luftballons und Peter Schilling entführte Bowie’s ‚Major Tom‘, alles längst vergessen, nur Spliff eben nicht. Die ehemalige Nina Hagen Band lief hier ein letztes Mal zur Höchstform auf und kreierte ein Pop-/Rockjuwel von internationaler Klasse, bei dem selbst die vielen elektronischen Spielereien nicht antiquiert wirken. Zugegeben, die Simmons Drums mögen aus heutiger Sicht etwas gewöhnungsbedürftig klingen, aber hier stören sie mich nicht im Geringsten. Am Anfang steht das Titelstück mit einem sagenhaften Riff und Mitteregger’s zynischem Gesang. Herzlichen Glückwunsch? Ja zu was den eigentlich? Der Held im Song scheint eher ein Loser zu sein, und auch sonst geht es in den Texten oft um Verdruß, um den ganz normalen Alltagsfrust oder um Abstumpfung und Gleichgültigkeit (‚Augen zu‘). Dazwischen gelingen aber auch wunderschöne Liebeslieder voller Sehnsucht wie ‚Tag für Tag‘. Doch Spliff Texte sind immer auch mit einem Augenzwinkern versehen. So wirken Zeilen wie ‚Unsere Frauen sind so schön, die liegen fett im Bett‘ aus ‚Die Mauerer‘ zunächst einmal etwas derbe, verdeutlichen aber letztendlich nur die Thematik des Songs, die Traurigkeit und Monotonie des Alltags. Und am Ende geht es dann in den eisigen ‚Glaspalast‘, ein Stück, das eine gewisse Endzeitstimmung verbreitet.
Und somit läßt sich das Dilemma mit dem ersten Album doch noch ein bißchen kaschieren, auch wenn ich mir die Originalausgabe gut 20 Jahre später erst gekauft habe. Und rückblickend muß ich festhalten: Spliff waren es, die meine Leidenschaft für Musik geweckt haben. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch!--
Wann kommt Horst Lichter mit dem Händlerkärtchen und knallt mich ab?Sehr schön geschrieben. Hat mir jetzt ne richtige Freude bereitet.
Grund dafür, dass ich damals mit der sog. NDW nicht viel anfangen konnte und mir nur zwei Alben gekauft habe, Trio, und eben dieses.
Leider hab ich es damals jemand geliehen und nie mehr wiederbekommen.
Und ehrlich gesagt, hab ich garnicht mehr so dran gedacht.
Aber durch Deine Rezension kommen wieder alte Gefühle hoch.
War und ist wirklich ein ganz klasse Album.
Du schreibst, Du hast es auch erst seit noch nicht so langer Zeit.
Werd mich umschauen, ich muss es wieder haben.
Vielen Dank nochmal sparch, hätte das Album sonst wirklich aus den Augen verloren. :)--
„Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“ (Goethe) "Allerhand Durcheinand #100, 04.06.2024, 22:00 Uhr https://www.radiostonefm.de/naechste-sendungen/8993-240606-allerhand-durcheinand-102 -
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