Startseite › Foren › Kulturgut › Das musikalische Philosophicum › über das Bewerten und Besternen von Platten
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sicher genreabhängig, und von der jeweiligen Platte (oder nicht?), aber wie oft hört ihr im Schnitt ein Album, bevor ihr’s bewertet und/oder besternt?
Meine Erfahrung ist, dass ich ziemlich schnell entscheide (aus Zeitgründen, Ungeduld, weil die Musik schnell durchschaubar ist oder ich mich mit dem Genre vertraut fühle und Vergleichsmöglichkeiten habe), ob mir eine Platte tendenziell gefällt oder nicht. Sterne vergebe ich aber ungern unter 5 Hördurchgängen, einfach weil ich Zeit brauche, um eine Platte kennenzulernen. Alles andere wären Impulsentscheidung. Oder nicht? Oder haben die auch ihre Vorzüge? Immerhin bieten sie Diskussionsstoff, was ja in einem Forum so verkehrt auch nicht ist…
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WerbungDa ich hier nichts, was ich schreibe, als in Stein gemeißelte Wahrheit sehe, habe ich kein Problem spontan mal eine Wertung rauszuhauen, die ich dann irgendwann später mal korrigiere. Ich sehe das hier auch als einen Prozess im Fluss, bei dem sich alles beeinflusst und sich deshalb auch Eindrücke laufend verändern bzw. anreichern.
Ich führe keine Listen für die Ewigkeit, so gesehen komme ich mir dabei auch nicht ins Gehege. Und trotzdem denke ich, dass meine Bewertungen hier für die, mit denen ich mich austausche, greifbar und auch nachzuvollziehen sind.--
Staring at a grey sky, try to paint it blue - Teenage BlueWenn ich merke, daß mir ein Album überhaupt nicht zusagt, dann gebe ich durchaus schon nach ein oder zwei Durchgängen Sterne. Bei interessanten Alben warte ich aber durchaus einige (4+x) Durchgänge ab ehe ich mich entscheide wieviel Sterne es gibt und wo in meiner Liste (ja, auch ich gehöre zu den Listenführern) es einsortiert wird.
Dort steht es natürlich nicht für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt. Derzeit höre ich so nach und nach meine gesammte Plattensammlung durch und es ist immer wieder erstaunlich was früher mal gut befunden wurde bzw. was damals als belanglos abgetan wurde.--
If I'd lived my life by what others were thinkin', the heart inside me would've died.[/FONT] [/SIZE][/FONT][/COLOR]firecracker… aber wie oft hört ihr im Schnitt ein Album, bevor ihr’s bewertet und/oder besternt?
In aller Regel mindestens vier Mal, öfter auch mal einige Male mehr.
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Jetzt schon 62 Jahre Rock 'n' RollSo eine ähnliche Diskussion gab es schon mal im Philosophicum – Titel: „Nach welcher Hörzeit lassen sich Platten beurteilen?“ und „Das Rolling Stone 5-Sterne Bewertungssystem“ (sind beide glaube ich auf Seite drei)
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Wie du schon sagst, kommt es natürlich auf das jeweilige Album an. Es gibt Scheiben, die kann man nach 2 oder 3 Durchläufen halbwegs vernünftig bewerten und es gibt Alben, die sich einem erst nach 10 oder mehr Durchgängen richtig erschliessen.
Bei mir kommt noch dazu, dass ich Musik nur selten konzentriert, sondern meist nebenbei höre, während ich z.B. am PC sitze oder eine Zeitschrift lese. Somit nehme ich die Musik oftmals eher mit dem Unterbewusstsein als dem Bewusstsein wahr und da braucht es dann meist noch ein paar Durchläufe mehr.
Wann besterne ich eine Platte also? Wenn ich das Gefühl habe, sie ausreichend oft gehört zu haben. Dass dieses Gefühl trügen kann, ist klar. Meine Meinung zu einer Platte kann sich immer ändern, auch nach -zig Durchgängen. Aber wie Jan schon sagte, einer Neubesternung steht ja nichts im Weg.--
StaggerleeSo eine ähnliche Diskussion gab es schon mal im Philosophicum – Titel: „Nach welcher Hörzeit lassen sich Platten beurteilen?“ und „Das Rolling Stone 5-Sterne Bewertungssystem“ (sind beide glaube ich auf Seite drei)
Guter Hinweis! Dann also hier weiterlesen.
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„Weniger, aber besser.“ D. RamsSokratesGuter Hinweis! Dann also hier weiterlesen.
Wobei dieser Thread hier etwas allgemeiner gehalten ist, und das nutze ich mal, um meinen Bewertungssenf dazu zu geben.
Es scheint ja hier im Forum eine Tendenz der alten Hasen und Häsinnen zu geben, eher sparsam zu besternen. Nach ca. einem Jahr Forumsaktivität stelle ich jedenfalls fest, dass meine Bewertungen recht hoch ausfallen. Das hat aber ganz natürliche Ursachen. Denn ich bewerte ja grundsätzlich fast nur Alben, die mir besonders gut gefallen. Was nach drei, vier Hördurchgängen noch kein Potential entwickelt, fliegt meist ohne Bewertung raus. Dabei kommt mir natürlich zugute, dass ich bis auf wenige Ausnahmen Neuerscheinungen zuerst als mp3s vorliegen habe, und aufgrund dieses Eindruckes dann Vinyl kaufe. Eine Wertung unter drei Sternen wird man von mir kaum finden (außer im Jahresrückblick), und drei Sterne vergebe ich, wenn ich das Album zumindest gerne habe und wieder hören möchte.
So gut wie nie vergebe ich die Höchst- oder Niedrigstwertung. Einen Stern würde von mir DJ Bobo bekommen (wobei ich kein Album kenne, vielleicht tue ich dem Mann schreiendes Unrecht). Insofern verstehe ich auch Foris nicht, die bei Bap oder wo auch immer rasend schnell mit einem Bewertungsstern Gewehr bei Fuße stehen. Es muss schließlich noch Platz nach unten geben.
Was mir oft Schwierigkeiten bereitet, sind Bewertungen von Platten, die ich zwar in ihrer Machart respektiere, die bei mir aber aus sehr subjektiven Gründen Pickel verursachen (Antony & The Johnsons z.B.). Diese Alben möchte ich ungern auf eine Stufe stellen mit Zeugs, dass mir grundsätzlich zuwider ist.
Die Höchstwertung auf ein Album habe ich in diesem Forum noch nie vergeben, so weit ich weiß. Ich glaube auch nicht, dass das dieses Jahr noch nötig sein wird. Am nächsten dran ist tatsächlich das Werk von The Duke Spirit. Ein Fünfsterner muss mich in sämtlichen Aspekten vom Hocker reißen, das schaffen in der gesamten Musikgeschichte nur eine Handvoll Alben. Bei einzelnen Songs bin ich da deutlich spontaner.
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Is this my life? Or am I just breathing underwater?Um dich mal näher einschätzen zu können, welche Alben würdest du denn mit ***** versehen?
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and now we rise and we are everywhereOhje, die Frage hatte ich befürchtet. Aus gutem Grund habe ich mich da noch nicht festgelegt. Aber, heiße Anwärter sind z.B.:
Simon & Garfunkel – The Concert in Central Park
Faith No More – The Real Thing
Dylan – Blonde on Blonde
U2 – Rattle and Hum
Public Enemy – It Takes A Nation
Coldplay – A Rush of Blood
Radiohead – OK ComputerBei diesen Alben kommt zur rein musikalischen Komponente noch ein sehr persönliches Element, meist im jeweiligen Erscheinungsjahr begründet, hinzu. Selbst das sind aber Bewertungen, die ich nochmal überdenken muss.
Edit:
Absolute Beginner – Boombule
PeterLicht – Lieder vom Ende des Kapitalismus
kommen noch dazu.…und einige elektronische Sachen lasse ich jetzt mal außen vor, das ist bei mir zu sehr stimmungsabhängig.
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Is this my life? Or am I just breathing underwater?Im August 2003 wurde hier der erste Sterne-Thread aufgemacht. Seitdem sind über 7000 dazu gekommen. Das nüchterne bewerten von Platten ist hier quasi zum Volkssport geworden und bei der eingangs gestellten Frage von Firecracker „wie oft hört ihr ein Album bevor ihr es bewertet“ drängt sich für mich die Gegenfrage auf: „Warum hört ihr ein Album, um es zu bewerten?“
Die Praxis mag ja für Musikmagazine in Verbindung mit einer Rezension sinnvoll sein. Für mich persönlich wurde diese Art der Musikrezeption mit der Zeit störend und fast zwanghaft. Ich habe dieses Sterneraster deshalb inzwischen erfolgreich aus meinem Kopf verband und genieße es, unbefangen Musik zu hören ohne sie anschließend gönnerhaft benoten, kanonisieren oder katalogisieren zu müssen oder meine Sternchen mit denen anderer User zu vergleichen.
Das System ist natürlich praktisch, gerade wenn es wie seit einiger Zeit hier als öffentliche Umfrage über jedem Album-Thread prangt. Man kann bequem Rückschlüsse ziehen und seine eigene Meinung updaten. Es beschleunigt und vereinfacht den Diskurs über die Musik. Man braucht ja nur fix anzumerken „Ich höre Album xy bei soundso vielen Sternen“ und fertig. Kann sich dann jeder drunter vorstellen, was er mag. Wer´s genauer wissen will, guck halt in den „Song-TÜV“ (!).
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@bullitt: Empfinde das alles auch sehr ambivalent, das Thema aber als umso spannender, muss jetzt aber leider weg. Später mehr dazu.
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Is this my life? Or am I just breathing underwater?
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
Bullittbei der eingangs gestellten Frage von Firecracker „wie oft hört ihr ein Album bevor ihr es bewertet“ drängt sich für mich die Gegenfrage auf: „Warum hört ihr ein Album, um es zu bewerten?“
Richtig, noch genauer müsste es oft heissen: „Warum hört ihr ein Album?“, „Um es zu bewerten!“
zumindest habe ich oftmals das Gefühl, dass es darum geht, möglichst viel zu hören, um es mit möglichst viel vergleichen und in Relation setzen zu können. Habe ich zwei etwa zwei Jahre lang leider auch gemacht und festgestellt, dass das Musikhören zum Zweck verkommen ist, sachliche Rationalität statt emotionaler Spaß. Besternungen sind allerdings mein geringstes Problem, die ziehe ich schneller als mein Schatten aus der Hüfte und hab sie morgen schon vergessen, glücklicherweise…
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fokaWobei dieser Thread hier etwas allgemeiner gehalten ist, und das nutze ich mal, um meinen Bewertungssenf dazu zu geben.
Es scheint ja hier im Forum eine Tendenz der alten Hasen und Häsinnen zu geben, eher sparsam zu besternen. Nach ca. einem Jahr Forumsaktivität stelle ich jedenfalls fest, dass meine Bewertungen recht hoch ausfallen. Das hat aber ganz natürliche Ursachen. Denn ich bewerte ja grundsätzlich fast nur Alben, die mir besonders gut gefallen. Was nach drei, vier Hördurchgängen noch kein Potential entwickelt, fliegt meist ohne Bewertung raus. Dabei kommt mir natürlich zugute, dass ich bis auf wenige Ausnahmen Neuerscheinungen zuerst als mp3s vorliegen habe, und aufgrund dieses Eindruckes dann Vinyl kaufe. Eine Wertung unter drei Sternen wird man von mir kaum finden (außer im Jahresrückblick), und drei Sterne vergebe ich, wenn ich das Album zumindest gerne habe und wieder hören möchte.
(…)
Was mir oft Schwierigkeiten bereitet, sind Bewertungen von Platten, die ich zwar in ihrer Machart respektiere, die bei mir aber aus sehr subjektiven Gründen Pickel verursachen (Antony & The Johnsons z.B.). Diese Alben möchte ich ungern auf eine Stufe stellen mit Zeugs, dass mir grundsätzlich zuwider ist.
entspricht ganz genau meinem Vorgehen; nur dass ich CDs kaufe, statt Vinyl.
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Dirty, dirty feet from the concert in the grass / I wanted to believe that freedom there could last (Willy Mason)Dick Laurent
zumindest habe ich oftmals das Gefühl, dass es darum geht, möglichst viel zu hören, um es mit möglichst viel vergleichen und in Relation setzen zu können. Habe ich zwei etwa zwei Jahre lang leider auch gemacht und festgestellt, dass das Musikhören zum Zweck verkommen ist, sachliche Rationalität statt emotionaler Spaß.Ja, so meinte ich das. Besonders grotesk wird es, wenn im TÜV die Einzelbewertunge bis auf die Kommastelle genau ausgerechnet werden. Was ich erstaunlich finde ist, dass alle neueren User dieses System annehmen ohne mit der Wimper zu zucken, als sei das benoten von Musik seit jeher selbstverständlich.
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